Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Metamorphite

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Größtes Geschiebe von etwa 2,50 m Höhe auf der Findlingshalde in Steinitz, ein migmatitischer Gneis (Nr. 096) mit grobkörnigen pegmatitischen Partien (Leukosom) und grauen Gneispartien (Paläosom/Melanosom). Das Objekt ist mittlerweile verschwunden.   

Metamorphite, die eine tektonische Deformation durch gerichteten Druck erfahren haben, können in erster Linie nach Texturmerkmalen beschrieben werden. Vor allem in leukokraten (= aus hellen Mineralen bestehenden) Metamorphiten ist der Mineralbestand nicht immer eindeutig bestimmbar, da die Minerale oft granuliert sind. Häufige Texturformen sind foliierte Granitoide („Gneisgranite“), Gneise, Mylonite sowie Gesteine, die in mehr oder minder hohem Grade von partieller Aufschmelzung betroffen waren (Migmatite). Gesteine granitischer bis tonalitischer Zusammensetzung, z. B. Orthogneise, behalten ihren Mineralbestand bei steigenden Druck- und Temperaturbedingungen weitgehend bei, abgesehen von hydrothermalen Alterationserscheinungen niederer metamorpher Faziesbereiche. Dies ist naheliegend, da Quarz und Feldspat die ersten Minerale sind, die bei einer Aufschmelzung mobil werden und bei entsprechend großen Schmelzvolumina als plutonische Körper in die höhere Erdkruste aufsteigen. Eine Neubildung von Mineralen findet bevorzugt in Gesteinen aus sedimentären Edukten oder in basischen Gesteinen statt. In Paragneisen (Gneise mit sedimentärem Ausganggestein) kann es zur Bildung von Glimmer, Granat, Amphibol, Cordierit, Sillimanit und weiteren Mineralen kommen. Basische Edukte wie Basalte und Gabbros werden, abhängig vom Metamorphosegrad, z. B. in Grünstein, Amphibolite oder sogar Eklogite umgewandelt.

Metamorphite, die keinen gerichteten Druck erfahren haben, werden Granofelse genannt. Auch sie können Mineralneubildungen enthalten (z. B. Marmor oder Fleckenquarzite). Manchmal fand nur eine Umkristallisation und Kornvergrößerung des ursprünglichen Mineralbestands statt (z. B. einige Quarzite).

Einige Minerale sind in entsprechend körnigen Metamorphiten auch von Hand bestimmbar (Glimmer, Amphibol, Granat). Für umfassende Aussagen ist man auf mikroskopische Untersuchungen angewiesen, die bei einer Gesteinsbestimmung im Gelände nicht zur Verfügung stehen. Eine genauere Herkunft von Metamorphiten lässt sich im Allgemeinen nicht ermitteln, da die meisten Gesteine im Anstehenden einer hohen Variabilität unterliegen. Als Ausnahmen gelten einige Metamorphite aus dem Västervik-Gebiet, mit Einschränkungen die Gneise vom Sörmland-Typ sowie Gesteine aus dem SW-schwedischen Granulitgebiet.

Gneise

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Brauner Gneis mit granitischer Zusammensetzung („Gneisgranit„, Nr. 520, Steinitz, Breite ca. 1 m). Bis 3 cm lange, teilweise rechteckige Alkalifeldspatkristalle sind entlang der Foliationsebene eingeregelt. Die Mengenanteile von Alkalifeldspat, grünlichen Plagioklas, zerdrücktem Quarz sowie Biotit lassen nicht genau abschätzen. Es dürfte sich um einen Granit oder Quarz-Monzonit handeln. Das Gestein wird von einer hellen Aplitader durchschlagen, die ebenfalls deformiert wurde.

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Arnö-Gneisgranit laut Beschriftung auf dem Gelände des kleinen Naturlehrpfades in Grießen (Nr. 430, Breite 65 cm). Die Bestimmung ist zweifelhaft, nur der nicht deformierte Arnö-Granit gilt als Leitgeschiebe (s. kristallin.de und skan-kristallin.de). Es handelt sich lediglich um einen grauen Augengneis mit runden Feldspateinsprenglingen, wie er nicht selten im Umfeld der Tagebaue anzutreffen ist. Solche grauen Augengneise werden auch als svekofennischer Gneisgranit bezeichnet, da sie mit einiger Wahrscheinlichkeit aus den Weiten des svekofennischen Grundgebirges in Mittel- oder Nordschweden stammen.

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Anisotropes Gefüge in einem mylonitischen Gneis (Nr. 183, Steinitz, BB ca. 50 cm). Die Textur des Gesteins ist je nach Blickrichtung unterschiedlich und entstand bei der Deformation durch seitlich gerichteten Druck. Links erkennt man eine Augentextur mit weißen Feldspat-Porphyroklasten; rechts, um 90 Grad versetzt, eine flaserige Textur und ein Gneisgefüge (protomylonitische Textur).

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Kräftig orange gefärbter Augengneis (Nr.184, Steinitz) granitischer Zusammensetzung. Xenomorpher Quarz und dunkle Minerale bilden schlierige und ausgewalzte Aggregate und „umfließen“ die großen Feldspat-Porphyroklasten.

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Mylonit (Nr. 434, Tgb. Jänschwalde, B 90 cm). Mylonite stammen aus tektonischen Scherzonen und entstehen durch plastische Verformung von Gesteinen bei hohen Temperaturen im festen Zustand (sog. Dislokationsmetamorphose). Typisch ist ein streng planares Gefüge eines feinkörnigen Gesteins mit einigen größeren Feldspat-Porphyroklasten. Am abgebildeten Gestein lassen sich unterschiedliche Grade der Mylonitisierung erkennen: 1. oben eine ultra- bis orthomylonitische Textur, 2. ein helles und feinkörniges mittleres Band (ultramylonitisch), darunter eine 3. weniger streng planare (protomylonitische) Partie.

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Kleinteilige Fältelung in einem biotitreichen migmatitischen Gneis (Nr. 198, Steinitz, BB 90 cm). Die unregelmässige Wellenform entstand durch Einengung und Stauchung unter duktilen Bedingungen. Im oberen Teil ist eine migmatitische Partie erkennbar. Weißer Feldspat und Quarz wurden Mobilisiert und sammelten sich als helles Leukosom in kleineren und größeren helleren Schlieren. Umgeben sind sie von Bereichen, in denen sich die nicht von der Aufschmelzung betroffenen dunklen Minerale konzentrieren (Restit).

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Stengeliger Gneis mit grobkörnigem Pegmatit (Nr. 514, Steinitz, BB 55 cm). Der Pegmatitgang ist etwa 15 cm hoch und besteht aus hellem Alkalifeldspat und grauem Quarz. Die roten Färbungen sind ein fein verteiltes Pigment, z. B. Hämatit.

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Grauer Bändergneis (Nr. 195, Steinitz), ein granatführender Biotit-Amphibolgneis. „Orthogneise sind bunt, Paragneise sind grau“. Die pauschale Aussage trifft nicht immer zu. Im vorliegenden Fall dürfte nur eine mikroskopische Untersuchung klären, ob das Gestein ein sedimentäres (Paragneis) oder magmatisches Edukt (z. B. ein basisches Gestein) besaß.

Migmatite

Migmatite sind Gesteine, die von einer partiellen Aufschmelzung betroffen waren. Der Begriff kennzeichnet nur eine Textur, keine Zusammensetzung. Ein überwiegender Teil der Migmatite dürfte aus dem Grundgebirge in Mittel- und Nordschweden stammen, das während der svekofennischen Gebirgsbildung vor etwa 1,8 Ga entstand. Im Transskandinavischen Magmatitgürtel (TIB) kommen diese Gesteine nur sehr untergeordnet vor. Migmatite sind hochmetamorphe Gesteine, die in großer Tiefe im Kern von Gebirgen entstehen. Sie finden sich heute an der Erdoberfläche, weil das über ihnen liegende Gebirge im Laufe von fast 2 Milliarden Jahren abgetragen wurde. Sie bilden bevorzugt Großgeschiebe aus, da sie im Anstehenden eine weite Klüftung besitzen. Gehäuft konnten sie im Umfeld des Tagebaus Welzow-Süd beobachtet werden (Findlingshalde Steinitz).

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Migmatit am Aussichtspunkt Cottbus-Nord (Nr. 291, Breite 120 cm). Die starke Verfaltung der Leukosome, ein sog. ptygmatisches Gefüge, entstand vermutlich durch Stauchung und Einengung.

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Gleicher Stein, BB 18 cm. An diesem Ausschnitt lassen sich hervorragend die einzelnen Texturbestandteile eines Migmatits erkennen. Die hellen und grobkörnig kristallisierten Bereiche mit ungeregeltem Gefüge sind die aufgeschmolzenen Partien, die als Leukosom bezeichnet werden. Sie bestehen aus Quarz und Feldspat (tonalitische bis granitische Zusammensetzung). Die Leukosome sind umgeben von dunklen schmalen Säumen, bei denen es sich um Ansammlungen von dunklen und nicht aufgeschmolzenen Mineralen aus dem Wirtgestein handelt (z. B. Biotit oder Amphibol). Diese Säume werden folgerichtig als Restit oder auch als Melanosom bezeichnet. Leukosom und Melanosom bilden zusammen das Neosom, jener Teil des Ausgangsgesteins, das von partieller Aufschmelzung betroffen ist. Das Paläosom ist das weitgehend unveränderte Ausgangsgestein, in dem die Mineralbestandteile von Leukosom und Restit noch einigermaßen gleichmäßig verteilt vorliegen.

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Gleicher Stein (Nr. 291, BB 30 cm), Detailaufnahme des ptygmatischen Gefüges.

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Verfaltete pegmatitische Ader in einem grünlich-grauem Gneis (Nr. 165, Steinitz, BB ca. 40 cm) mit tonalitischer Zusammensetzung.

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Verfalteter Gneis (Nr. 509, Tagebau Cottbus-Nord, Breite 35 cm). Das Gestein enthält Lagen, in denen mehr Amphibol (dunkelgrau) oder Epidot (grün) enthalten sind und könnte unter den Bedingungen der Epidot-Amphibolit-Fazies (= untere Amphibolitfazies) entstanden sein. Die Bänder könnten Relikte einer sedimentären Schichtung sein. Es sind auch grobkörnige und rekristallisierte Partien (Leukosome) erkennbar, die auf eine Teilaufschmelzung hindeuten. Das Gestein konnte nicht näher untersucht werden. Vergleichbare Gneise („Skarngneise“) finden sich als Begleiter von svekofennischen Marmor-Vorkommen.

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Migmatitischer Gneis (Tgb. Cottbus-Nord, Breite 60 cm) mit großem und linsenförmigem Leukosom.

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Bändergneis (Nr. 301, Tgb. Cottbus-Nord, BB 45 cm). Das planare Gneisgefüge wird von einer Faltenstruktur durchzogen, eine Aufschiebung durch Einengung im Zuge duktiler Deformation. Senkrecht zur Foliation verlaufen Klüfte, die mit hellem aplitischen Material verfüllt und gegeneinander verstellt sind. Diese Klüfte entstanden durch Sprödbruch bzw. Bruchtektonik in höheren Krustenbereichen, wahrscheinlich vor der Verfaltung, da sie ebenfalls einen seitlichen Versatz aufweisen.

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Feinkörniger Amphibolit (Nr. 293, Merzdorf/ Tgb. Cottbus-Nord, B 45 cm). Vergleichbare Gesteinstypen finden sich nicht selten als Großgeschiebe. Amphibolite entstehen z. B. aus Basalten oder Gabbros im Zuge einer Regionalmetamorphose als typische Begleiter während einer Gebirgsbildung.

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Gleicher Stein, BB ca. 7 cm. Gleichkörniges und scheinbar ungeregeltes Gefüge aus dunklem Amphibol und hellem Plagioklas. Einige mattgraue Körner könnten aus Pyroxen und feinkörnige grünliche Partien aus einem epidotähnlichen Mineral bestehen. Kleinmaßstäblich wirkt das Gefüge weitgehend regellos-körnig und undeformiert, während der Gesteinsblock insgesamt schwach foliiert erscheint oder ein reliktisches layering abbildet.

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Amphibol-porphyroblastischer Metabasit oder „Hornblende-Gabbro“ (Nr. 173, Steinitz, BB 20 cm). Der Mineralbestand wird von runden Granoblasten aus schwarzem Amphibol dominiert. Dazwischen finden sich weiße Feldspat-Körner, wahrscheinlich Plagioklas, sowie grünliche und epidotartige Partien. Ausganggestein könnte ein Gabbro oder Dolerit gewesen sein. Durch Regionalmetamorphose wurde Pyroxen in Amphibol umgewandelt, einhergehend mit einem granoblastischem Wachstum und einer Kornvergrößerung des Amphibols. Nach VINX 2011 sind Amphibolite magmatischen oder sedimentären Ursprungs nicht immer unterscheidbar, vor allem, wenn der anstehende geologische Kontext fehlt.

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Feinkörniger homogener Gneis (Nr. 204, BB 50 cm, Steinitz). Der Mineralbestand konnte auch mit der Lupe auf Grund der Feinkörnigkeit nicht eindeutig ermittelt werden. Mehr Alkalifeldspat als Quarz scheinen die Hauptbestandteile zu sein, Einsprenglinge fehlen. Es kann nur vermutet werden, dass es sich um einen Metavulkanit („Leptit“) o. ä. aus den svekofennischen Leptit-Hälleflinta-Serien handelt.

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Leuchtend roter Mylonit? (Nr. 296, Findlingsdepot Cottbus-Nord, BB 28 cm) mit großen Feldspat-Porphyroblasten. Die hellen Partien zeigen Texturmerkmale eines Mylonits, sind aber von dunklen Bereichen (Restit?) getrennt. Vielleicht wurde hier ein Migmatit in einer Mylonit-Zone zerschert. Denkbar ist, das es sich bei den dunklen Bereichen um Reste eines basischen Ganges in einem granitischen Gestein handelt.

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Dunkelgrauer migmatitischer Amphibolit (Nr. 171, Steinitz, Höhe 50 cm) mit hellen Feldspat-Leukosomen. Auf der linken Seite ist ein kleiner Versatz der hellen Adern durch Bruchtektonik erkennbar. Das dunkle Gestein besteht hauptsächlich aus Amphibol und Plagioklas und besitzt ein doleritisches Gefüge (Meta-Dolerit), während das Leukosom Plagioklas und Quarz enthält (tonalitische Zusammensetzung).

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Grauer migmatitischer Gneis (Nr. 167, Steinitz, Höhe 75 cm) mit hellen Leukosomen, begrenzt von einem dunkelgrauen Melanosom. Senkrecht zur Foliationsebene sind helle Adern zu erkennen, die später entstanden sind. Dabei könnte es sich um Injektionen aus dem Nebengestein handeln oder um Klüfte, die mit feinkörnigem Material verfüllt wurden.

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Migmatit (Nr. 181, Steinitz, BB 50 cm) mit heterogenem Gefüge, das durch den hohen Grad an Aufschmelzung bestimmt ist (Anatexit). Der größere Teil des Gesteins besteht aus grobkörnigem und pegmatitartigem Neosom. Die dunkle Gesteinspartie zeigt Merkmale von Restit und Paläosom. Weitere Bereiche mit dunklen Mineralen sind unregelmäßig im Gestein verteilt.

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Schwarz-weißer Metabasit (Nr. 168, Höhe 35 cm, Steinitz). Dieses bemerkenswerte Gestein enthält verschiedene grob- bis feinkörnige sowie gneisige Amphibol-Feldspat-Fragmente mit deutlich schwankendem Amphibol-Gehalt. Kleine Partien, vor allem an den Rändern der „Klasten“, enthalten vermehrt hellen Feldspat (Teilaufschmelzung?). Die Genese des Gesteins ist unklar. Es könnte sich um eine unvollständige Magmenmischung verschiedener gabbroider Gesteine handeln, die amphibolitfaziell in Hornblende-Gabbros umgewandelt wurden.

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Gleicher Stein, Partie mit gneisigem Reliktgefüge (migmatitische Schlieren-Textur?).

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Migmatitischer Gneis? (Nr. 166, BB 40cm, Steinitz) mit grobkörnigen Bändern (Leukosom?), die von einem schmalen Melanosom/Restit (Biotit) umgeben sind. Die grobkörnigen Partien bestehen fast ausschließlich aus Feldspat und größeren Aggregaten von idiomorphem Amphibol. Das Wirtgestein enthält Quarz in nennenswerter Menge. Es erscheint daher unwahrscheinlich, dass die grobkörnigen Bänder aus dem Wirtgestein ausgeschmolzen wurden, da eine partielle Aufschmelzung von Quarz-Feldspat-Gesteinen stets auch eine Quarz-Feldspat-Schmelze liefert. Es könnte sich um eine (dioritische?) Injektion handeln.

Quarzite und andere Granofelse

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Großgeschiebe eines Quarzits (Nr. 189, BB 50 cm, Tagebau Cottbus-Nord). Quarzite sind metamorphe Gesteine, die zu mindestens 90% aus Quarz bestehen. Meist besitzen sie, wie das abgebildete Exemplar, ein richtungsloses Gefüge und sind Granofelse.

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Gleicher Stein, Detailaufnahme. Typisch für Quarzite ist eine scherbige und unebene Bruchfläche, auf der keine einzelnen Quarzkörner erkennbar sind. Ähnlich harte und zähe, kieselig zementierte Sandsteine zeigen ebene Bruchflächen und runde Einzelkörner von Quarz. Dieser Quarzit enthält weiterhin etwas Glimmer sowie einige millimetergroße Körner von Schwermineralen.

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Verfalteter Quarzit bis Glimmerquarzit (Nr. 248, BB 60 cm, Zufahrt zum Aussichtsturm in Steinitz). Das Gestein besteht im Wesentlichen aus Quarz. Die dunkle Tönung ist auf einen vergleichsweise niedrigen Anteil an Glimmermineralen zurückzuführen.

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Gleicher Stein, Detailaufnahme. Der glimmerführende Quarzit wird von glasklaren Linsen und Adern durchzogen, die ausschließlich aus Quarz bestehen.

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Feinkörniges hellgraues Metasediment (Nr. 501, Tgb. Cottbus-Nord, BB 50 cm). Es scheint sich um einen niedrig metamorphen Quarzit zu handeln. In dr Matrix sind einzelne Quarzkörner auf der Verwitterungsrinde, nicht aber auf der Bruchfläche unterscheidbar. Das Gestein enthält basaltähnliche Klasten, die von dunklen und gröber körnigen Bändern begleitet werden.

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Gleicher Block, Detailaufnahme.

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Detail der gröber körnigen Partie. Die dunkelbraunen Körner konnten nicht identifiziert werden. Wahrscheinlich handelt es sich nicht um Schwerminerale, sondern um oberflächlich eingefärbte Quarzkörner (coating, z. B. aus braunen Fe-oxiden).

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Västervik-Fleckenquarzit (Halde bei Papproth/ Tagebau Welzow-Süd). Dieser Geschiebetyp wurde in der Geschiebeliteratur bisher als „Stockholm“-Fleckenquarzit bezeichnet. Untersuchungen haben ergeben, dass solche sillimanitführenden Glimmerquarzite aus dem Västervik-Gebiet stammen (kristallin.de).

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Graues Metasediment mit ausgelängten Flecken (Nr. 172, Steinitz); links die Verwitterungsrinde, rechts eine Bruchfläche. Die dunklen Flecken könnten granoblastischer Cordierit mit Einschlüssen von Biotit sein, die durch tektonische Einwirkung ausgelängt wurden. Solche grauen Fleckengesteine sind aus dem Västervik-Gebiet bekannt. Mit weiteren Vorkommen innerhalb des svekofennischen Orogens ist zu rechnen.

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Metasediment/Fleckengestein (Nr. 190, Steinitz) mit dunklen und länglichen Granoblasten (vermutlich Cordierit + Biotit), die von hellroten Säumen umgeben sind. Vergleichbare Gesteine kommen im Västervik-Gebiet und an anderen Lokalitäten vor (s. kristallin.de). Das genaue Herkunftsgebiet dieses Gesteins ist unbekannt.

Västervik-Fleckengestein oder Västervik-Fleckengranofels (Nr. 532, Steinitz) mit dunklen Cordierit-Granoblasten und weißen Sillimanit-Flecken. Das Fleckengestein bildet eine etwa 10 cm breite Einschaltung in einem Metasediment. An der Unterseite des Gesteins fand sich ein scharfer Kontakt zu einem roten Alkalifeldspatgranit (im Bild nicht erkennbar).

Abschlag vom obigen Block, Aufnahme unter Wasser. Für eine Herkunft aus dem Västervik-Gebiet spricht das undeformierte Gefüge des feinkörnigen Gesteins und seine Ausbildung als Mischgefüge (Cordierit-Sillimanit-Granofels), eine Kombination, wie sie bisher nur aus dem Västervik-Gebiet bekannt ist. Die Probe reagiert auf einen Handmagneten.

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Amphibol-porphyroblastischer Gneis bzw. Amphibol-Granofels (Nr. 298, Südrand vom Tagebau Cottbus-Nord). Die als Granofels ausgebildete Partie ist Teil eines größeren Gesteinsblocks eines deutlich foliierten Amphibol-Glimmerschiefers.

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Detailaufnahme des regellosen Gefüges aus größeren Amphibol-Porphyroblasten in einer feinkörnigen, weitgehend aus Feldspat bestehenden Grundmasse.

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Bruchfläche eines Spaltstücks aus dem Nebengestein der granofelsischen Partie. Das Gestein weist eine Foliation auf und besteht aus Plagioklas (Alkalifeldspat und Quarz sind nicht enthalten), dunklem Glimmer und schwarzem bis grünlich-schwarzem Amphibol (Amphibol-Glimmerschiefer). Stellenweise finden sich mit Erz (Pyrit) imprägnierte Partien. Eine rote, wahrscheinlich durch Hämatit-Pigmente gefärbte Ader durchzieht das Gestein und enthält ein längliches Calcit-Kristallaggregat (HCl-Probe positiv).

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Leukokrater, dichter Granofels (Nr. 297, Tgb. Cottbus-Nord) mit glimmerartigen Mineralen. An der Flanke des Gesteins (nicht auf dem Foto) ist ist ein Übergang in eine pegmatitartige Quarz-Feldspat-Partie zu beobachten.

Granat und Hornblende in Metamorphiten

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An seiner Färbung und Kristallform leicht erkennbar und eine häufige Neubildung in metamorphen Gesteinen ist Granat. Das Bild zeigt idiomorphe Granate in einem Leukosom eines migmatitischen Paragneises (Nr. 359, Findlingspark Nochten).

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Hellrote Granat-Porphyroblasten in einem migmatitischen Gneis (Nr. 179, Steinitz).

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Quarzarmer Paragneis (Nr.164, Steinitz) mit großen Granat-Porphyroblasten. Ähnelt den Granat-Cordierit-Paragneisen vom Sörmland-Typ.

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Die Gneistextur dieses Metamorphits (Nr. 187, Steinitz, B 45 cm) ist fast nicht mehr zu erkennen, kleinmaßstäblich dominiert ein richtungslos-körniges Gefüge eines Leukosoms in einem Migmatit. Das Gestein enthält sehr große Granoblasten von Granat.

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Gleicher Stein. Die Granat-Porphyroblasten enthalten mehrere Minerale, u. a. grünschwarzen Amphibol und ein helles Mineral, wahrscheinlich Quarz. Amphibol ist unregelmäßig verteilt und bildet auch teilweise oder vollständige Säume um manche Granate.

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Leukosom mit Hornblende-Megakristall in einem migmatitischen Gneis (Nr. 302, Findlingsdepot Cottbus-Nord); Höhe des Kristalls etwa 4 cm.

Granat-Cordierit-Gneise vom Sörmland-Typ

Die migmatitischen Gneise vom Sörmland-Typ sind quarzarme Granat-Cordierit-Paragneise mit deformierten Granat-Porphyroklasten und Cordierit, der häufig bläulich-grau getönt ist. Die makroskopische Unterscheidung von Cordierit und Quarz kann Probleme bereiten, allerdings finden sich in xenomorphen Cordierit-Aggregaten häufig fein verteilte Glimmerplättchen. Gneise vom Sörmland-Typ nehmen große Flächen in Sörmland ein. Ähnliche Gesteine gibt es im Bottnischen Becken und in Süd-Finnland (VINX 2011, ALTENBURG 2011). Auf Grund ihrer weiten Verbreitung eignen sie sich zwar nicht als Leitgeschiebe, sind aber ein regelmäßiger und häufiger Bestandteil mittelschwedisch geprägter Geschiebegesellschaften, so auch in den Tagebauen der Niederlausitz.

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Migmatitischer Paragneis vom Sörmland-Typ (Nr. 429, Aussichtspunkt Grießen, Tagebau Jänschwalde; B 100 cm).

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Detail des Gefüges aus hellrotem Granat, weißem Feldspat, Cordierit und dunklen Mineralen. Quarz ist makroskopisch nicht erkennbar.

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Gleicher Stein, Nahaufnahme (BB 10 cm). Ein richtungsloses Gefüge zeigt an, dass das Gestein an dieser Stelle aufgeschmolzen war (Leukosom). Bläulicher und transparenter Cordierit findet sich zwischen den Granat- und Feldspat-Körnern.

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Migmatitischer Granat-Cordierit-Gneis (Nr. 360, Findlingspark Nochten, polierte Schlifffläche). Xenomorpher Cordierit ist an seiner graublauen Farbe erkennbar.

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Migmatitischer Granat-Cordierit-Paragneis (Nr. 428, Aussichtspunkt bei Bärenbrück/Tgb. Jänschwalde, BB 40 cm) mit dunklen, teils ausgelängten und deformierten Flecken. Migmatit mit ungeregelt-gleichkörnigem und zerissenem Leukosom, das einen dunklen Reaktionsrand (Restit) ausweist. Die dunkelgrauen Granoblasten bestehen wahrscheinlich aus Cordierit mit Einschlüssen von Biotit. Im Leukosom sind einige Granat-Porphyroblasten erkennbar. Ähnliche Fleckengesteine sind aus dem Västervik-Gebiet bekannt, allerdings kommt hier Granat nur sehr selten vor.

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Diese nur wenige Zentimeter dünne Partie mit Feldspat-Porphyroblasten in einer feinkörnigen Masse aus Quarz + Feldspat haftet einem Quarz-Feldspat-Biotit-Gneis (Nr. 180, Steinitz) an. Die Ränder der Feldspäte sind von rotem und dunklem Pigment gesäumt. Es dürfte sich um eine metamorphe Neubildung von Feldspat handeln, eine sog. Feldspatsprossung, die im Zuge metasomatischer Prozesse entstanden sein könnte.

Literatur

Altenburg H J 2011 Findling Trissow – Neubrandenburger Geol. Beiträge 11, S. 9-15, 9 Abb., Neubrandenburg.

Möller S & Appel P 2016 Granat-Cordierit-Sillimanit-Gneis (Sörmland-Granatgneis) von der Eckernförder Bucht – ein Leitgeschiebe? – Der Geschiebesammler 49 1, S. 15-37, 10 Abb., 1 Tabelle, Wankendorf Juni 2016.

Nolte N 2012 Paläoproterozoisches Krustenwachstum (2.0 – 1.8 Ga) am Beispiel der Västervik-Region in SE-Schweden und dem Kamanjab Inlier in NW-Namibia – Dissertationsarbeit, Universität Göttingen.

Sawyer E W 2008 Atlas of Migmatites – Canadian mineralogist: Special publication Band 9, ISSN 1717-6387, NRC Research Press, 371 S.

Vinx R 2011 Gesteinsbestimmung im Gelände, 3. Auflage – Spektrum-Verlag, 480 S.

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