Archiv für den Monat: Mai 2018

Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Metamorphite

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Größtes Geschiebe von etwa 2,50 m Höhe auf der Findlingshalde in Steinitz, ein migmatitischer Gneis (Nr. 096) mit grobkörnigen pegmatitischen Partien (Leukosom) und grauen, foliierten Gneispartien (Paläosom/Melanosom). Das Objekt ist mittlerweile verschwunden.   

Metamorphite, die tektonische Deformation durch seitlich gerichteten Druck erfahren haben, können zunächst nach Textur, in zweiter Linie nach Chemismus beschrieben werden. Bei den leukokraten Metamorphiten ist der Mineralbestand makroskopisch nicht immer leicht bzw. eindeutig zu bestimmen, vor allem, wenn die Minerale granuliert sind. Häufige Texturformen sind Gneisgranite, Gneise, auch Mylonite sowie Gesteine, die in mehr oder minder hohem Grade von partieller Aufschmelzung betroffen waren (Migmatite). Zumindest makroskopisch behalten Gesteine granitischer bis tonalitischer Zusammensetzung, z.B. Orthogneise, ihren Mineralbestand bei steigenden Druck- und Temperaturbedingungen weitgehend bei, abgesehen von hydrothermalen Alterationserscheinungen niederer metamorpher Faziesbereiche. Dies liegt nahe, da unter Schmelzbedingungen zunächst wieder Quarz und Feldspat mobil werden, die bei entsprechend großen Schmelzvolumina als plutonische Körper in die höhere Erdkruste aufsteigen können. In Paragneisen, also metamorphen Gesteinen aus sedimentärem, v.a. pelithaltigem Edukt, kommt es bevorzugt zur Neubildung von Mineralen wie Glimmer, granoblastischem Granat, Amphibol, Cordierit, Sillimanit u.ä. Mineralneubildung durch Metamorphose ist weiterhin der Fall bei basischen Edukten wie Basalten und Gabbros, die in Amphibolite, Eklogite etc. umgewandelt werden können. Neben Druck und Temperatur spielt die Gegenwart von Fluiden (hauptsächlich H2O) eine wichtige Rolle.

Eine weitere Gruppe von Metamorphiten, die Mineralneubildungen oder auch Umkristallisation (z.B. Quarzit), aber keinen gerichteten Druck erfahren haben, sind die Granofelse wie Quarzite, Fleckenquarzite, Hornblendefelse, der Västervik-Fleckengranofels und andere Gesteine. Häufig ist bei der Mineralbestimmung in Metamorphiten eine mikroskopische Untersuchung nötig, die nicht unbedingt den Implikationen einer Gesteinsbestimmung im Gelände entspricht. Man stößt aber schnell an die Grenzen der Bestimmbarkeit metamorpher Mineralgesellschaften. Die hohe Variabilität und Ubiquität vieler Migmatite und Metamorphite ermöglicht nur sehr eingeschränkte Aussagen über ihre Herkunft. Nur einige wenige Metamorphite haben einen charakteristischen Habitus und spezifischen Mineralbestand, z.B. Västervik-Fleckengranofels, (Västervik)-Fleckenquarzite, eingeschränkt die Sörmland-Gneise.

 

Gneise

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Brauner Gneisgranit bzw. Gneis mit granitoider Zusammensetzung (Nr. 520, Steinitz, Breite ca. 1 m). Man erkennt bis 3 cm lange, z.T. rechteckige Alkalifeldspatkristalle, die entlang der Foliationsebene eingeregelt sind. Weiterhin konnte Biotit als dunkles Mineral identifiziert werden. Auf dem Bild nicht zu erkennen sind grünliche Feldspäte, vermutlich alterierter Plagioklas, sowie etwas Quarz. Ihre Mengenanteile sind makroskopisch kaum abschätzbar, eine genauere Aussage hinsichtlich der Zusammensetzung (Granit, Granodiorit oder Quarz-Monzonit) kann nicht gemacht werden. Das Gestein wird von einer hellen Aplitader durchschlagen, die ebenfalls deformiert wurde.

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Arnö-Gneisgranit laut Beschriftung auf dem Gelände des kleinen Naturlehrpfades in Grießen (Nr. 430, Breite 65 cm). Diese Bestimmung muß angezweifelt werden, da nur der nicht deformierte Arnö-Granit, wenn überhaupt, als Leitgeschiebe gilt (s. kristallin.de und skan-kristallin.de). Vielmehr dürfte es sich um einen svekofennischen Gneisgranit handeln, wie er im Umfeld der Tagebaue nicht selten auftritt. Auffällig sind die runden, aber nicht eingeregelten Feldspateinsprenglinge (Augengneis).

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Anisotropes Gefüge in einem mylonitischen Gneis (Nr. 183, Steinitz, BB ca. 50 cm). Aufgrund des bei der Deformation vorherrschenden seitlich gerichteten Druckes ist die Texturierung des Gesteins je nach Blickrichtung unterschiedlich. Links eine Augentextur mit weißen Feldspat-Porphyroklasten(?). Rechts, um 90 Grad versetzt, eine flaserige Textur und ein Gneisgefüge bzw. eine protomylonitische Textur.

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Gefüge eines kräftig orangefarbenen Augengneises (Nr.184, Steinitz) granitischer Zusammensetzung. Xenomorpher Quarz bildet schlierige, ausgewalzte Aggregate. Es überwiegt orangeroter Alkalifeldspat. Plagioklas ist mehr gelblich gefärbt und untergeordnet vorhanden, ebenso die flaserigen Aggregate dunkler Minerale (Biotit), die durch ihre Grünfärbung z.T. in chloritähnliche Minerale umgewandelt wurden.

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Mylonit (Nr. 434, Tgb. Jänschwalde, B 90 cm). Mylonite stammen aus tektonischen Scherzonen und entstehen durch die plastische Verformung des Gesteins bei hohen Temperaturen im festen Zustand (sog. Dislokationsmetamorphose). Kennzeichnend ist dabei das streng planare Gefüge. In diesem Fall ist die obere Gesteinshälfte (ultra- bis orthomylonitisch) getrennt durch eine hellere mittlere Partie (ultramylonitisch) mit ähnlicher Textur von der unteren, weniger streng planaren (protomylonitischen) Hälfte.

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Kleinteilige Fältelung in einem biotitreichen migmatitischen Gneis (Nr. 198, Steinitz, BB 90 cm). Die unregelmässige Wellenform eines vermutlich ehemals mehr oder weniger planaren Gneisgefüges ist unter duktilen Bedingungen eingeengt und verfaltet worden (Stauchung). Auf ein Vorliegen solcher Bedingungen läßt die obere migmatitische Partie schließen: weißer Feldspat und Quarz wurden mobil und kumulierten in einem Leukosom bzw. Neosom und in größeren helleren Schlieren. Um diese Partien herum gruppieren sich dunkle Minerale (Restit), die nicht von Aufschmelzung betroffen waren.

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Stengeliger Gneis mit grobkörniger pegmatoider Partie (Nr. 514, Steinitz, BB 55 cm). Die etwa 15 cm hohe pegmatitartige Ader besteht aus grauem Quarz und weißen bis grauweißen Feldspäten. Rote Färbungen scheinen Hämatitausscheidungen zu sein.

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Grauer Bändergneis (Nr. 195, Steinitz), ein granatführender Biotit-Amphibolgneis, vermutlich aus sedimentärem Edukt (Paragneis).

 

Migmatite

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Migmatit am Aussichtspunkt Cottbus-Nord (Nr. 291, Breite 120 cm). Auffällig ist die starke Verfaltung der Leukosome, ein sog. ptygmatisches Gefüge, vermutlich ebenfalls durch Stauchung und Einengung. Ein Großteil der Migmatite dürfte ihre Herkunft in den nördlicheren Gebieten, im Bereich der Svekofenniden haben, da solche Gesteine im TIB nur untergeordnet vorkommen. Vor allem im Tagebau Welzow-Süd treten Migmatite gehäuft auf. Sie bilden bevorzugt Großgeschiebe aus, da sie im Anstehenden weitständig geklüftet sind.

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BB 18 cm, Detail der Texturbestandteile eines Migmatits aus obigem Block, hier exemplarisch erläutert: helle, mit ungeregeltem Gefüge grobkörnig kristallisierte Bereiche stellen das Leukosom dar und entsprechen den aufgeschmolzenen, hellen Partien. Sie besitzen tonalitische bis granitische Zusammensetzung und sind umgeben vom Restit/Melanosom: schwarze Säume als Ansammlungen von dunklen, nicht aufgeschmolzenen Mineralen (Biotit, Hornblende o.ä.) aus dem Wirtgestein. Leukosom und Melanosom zusammen bilden das Neosom, die Summe des durch partielle Aufschmelzung veränderten Gesteinsanteils. Paläosom, oben und unten im Bild, bezeichnet das Ausgangsgestein, in dem die Bestandteile der beiden erstgenannten Texturbereiche noch mehr oder minder gleichmäßig verteilt vorliegen.

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Weiteres Detail der Nr. 291, ptygmatisches Gefüge.

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Verfaltete pegmatitische Ader in einem grünlich-grauem Gneis (Nr. 165, Steinitz, BB ca. 40 cm) tonalitischer Zusammensetzung. Das Gneisgefüge wurde auch hier vermutlich durch Stauchung unter duktilen Bedingungen in der Festphase verformt.

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Verfalteter Paragneis (Nr. 509, Breite 35 cm) im Tagebau Cottbus-Nord, vermutlich mit reliktischer Schichtung. Die Farbgebung des Gesteins verrät möglicherweise etwas über die Metamorphosebedingungen: grüner Epidot und schwarzer Amphibol: Epidot-Amphibolit-Fazies = untere Amphibolitfazies). Neben Amphibol ist auch reichlich dunkler Glimmer vorhanden. Das Gestein enthält Strukturelemente eines Migmatits: grobkörnige und rekristallisierte Partien (Leukosome), z.T. mit dunklen Rändern eines Melanosoms.

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Migmatitischer Gneis (Tgb. Cottbus-Nord, Breite 60 cm) mit großem linsenförmigem Leukosom.

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Falte (Aufschiebung durch duktile Deformation in einer Festphase) in einem Bändergneis (Nr. 301, Tgb. Cottbus-Nord, BB 45 cm) mit senkrecht zur Foliation verlaufenden und mit aplitischem Material verfüllten Klüften, die durch Bruchtektonik entstanden. Die Klüftung muß zeitlich vor der Bildung der Falte erfolgt sein, da sie ebenfalls räumlich versetzt auftritt.

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Recht häufig zu beobachtender Typ eines gewöhnlichen feinkörnigen Amphibolits (Nr. 293, Merzdorf/ Tgb. Cottbus-Nord, B 45 cm). Die Edukte für solche Amphibolite sind z.B. Basalte oder Gabbros als regionalmetamorphe Gesteinsumwandlungen während einer Orogenese.

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Detailansicht, BB ca. 7 cm. Die Hauptminerale Amphibol (schwarz) und Plagioklas (weiß) liegen in deutlich begrenzten Körnern vor. Eine weitere mattgraue Komponente scheint vorhanden, möglicherweise Pyroxen. Weiterhin ist eine grünliche epidotähnliche Substanz zu erkennen, die durch hydrothermale Alteration aus Plagioklas hervorgegangen sein kann. Die einzelnen Mineralkörner zeigen keine Einregelung oder Auslängung, das Gefüge des Gesteinsblocks insgesamt wirkt aber schwach foliiert oder bildet eine reliktisches layering ab.

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Amphibol-porphyroblastischer Metamorphit, „Hornblende-Gabbro“ (Nr. 173, Steinitz, BB 20 cm). Die runden, schwarzen Amphibole (Granoblasten) dominieren das Mineralgefüge. Untergeordnet treten weiße Körner, wahrscheinlich Plagioklas, und grünliche, epidotartige Partien auf. Als Edukt ist auch hier ein gabbroides Gestein bzw. ein Dolerit denkbar. Amphibolite magmatischen oder sedimentären Ursprungs sind allerdings nicht immer unterscheidbar (VINX 2011), v.a. wenn der geologische Kontext des Anstehenden fehlt.

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Sehr feinkörniger, homogener Gneis (Nr. 204, BB 50 cm, Steinitz) mit deutlich erkennbarer Foliationsrichtung. Auch der Blick mit der Lupe brachte aufgrund Feinkörnigkeit keinen eindeutigen Mineralbefund, vermutet wird Alkalifeldspat und Quarz. Es gibt keine Einsprenglinge. Ob es sich um einen Metavulkanit oder Meta-Tuffit handelt, z.B. ein „Leptit“ oder „Hälleflinta“ aus den svekofennischen Bereich, bleibt Vermutung.

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Leuchtend roter gneisiger Migmatit? (Nr. 296, Findlingsdepot Cottbus-Nord, BB 28 cm) mit großen Feldspataugen, vermutlich Porphyroblasten, also während der Metamorphose neu gewachsenen Kristallen. Die dunklen Bereiche des Gesteins könnten das Restit aus einem Gneis sein. Denkbar ist auch eine Grenze zu einem basischen Gang und mylonitische Zerscherung eines benachbarten Gesteins mit granitähnlicher Zusammensetzung.

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Dunkelgrauer, migmatitischer Amphibolit (Nr. 171, Steinitz, Höhe 50 cm) mit hellen Feldspatadern. Auf der linken Seite ist ein Versatz durch Bruchtektonik zu erkennen. Das Gestein besteht hauptsächlich aus Amphibol und Plagioklas mit doleritischem Gefüge (Meta-Dolerit). Das deutlich quarzhaltige Leukosom besitzt eine tonalitische Zusammensetzung.

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Grauer migmatitischer Gneis (Nr. 167, Steinitz, Höhe 75 cm) mit hellen Streifen als Leukosom, randlich begrenzt von schwarzem Melanosom. Weiterhin sind senkrecht zur Foliationsebene unregelmäßig verlaufende, helle Adern zu erkennen. Sie sind in den Gneis eingedrungen (Injektionen?), ohne sein Gefüge zu beeinträchtigen. Auch ein nennenswerter tektonischer Versatz ist nicht erkennbar.

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Heterogenes Gefüge eines Migmatits (Nr. 181, Steinitz, BB 50 cm) mit hohem Grad an Aufschmelzung mit Bruchstücken von Melanosom in größtenteils aus Neosom bestehendem Gesteinsmaterial. Denkbar ist aber auch die Nachbarschaft eines pegmatoiden Granits und eines dunklen, restitischen Gneises ohne unmittelbaren genetischen Zusammenhang.

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Schwarz-weißer Migmatit (Nr. 168, Höhe 35 cm, Steinitz) mit Zonen unterschiedlichen Amphibolgehalts, zum Großteil als ungeregeltes Gefüge aus Amphibol und Feldspat, z.T. aber auch als gneisiger Migmatit (links) mit Schlieren-Struktur. Vermutlich aus basaltischem und/oder gabbroidem bis dioritischem Edukt entstanden. Ebenfalls denkbar sind amphibolitfaziell metamorphisierte Gesteinsklasten, ein „Meta-Gerölldiabas“.

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Detail der Partie mit gneisigem Reliktgefüge (Schlieren-Textur) der Nr. 168.

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Möglicherweise Bänder von Melanosom/Restit um Leukosome in einem grau-weißen Gneis (Nr. 166, BB 40cm, Steinitz). Die helleren Partien enthalten auch gleichzeitig Amphibol in grösseren Aggregaten. Vielleicht wird hier auch eine reliktische Schichtung in einem Paragneis abgebildet. Denkbar ist weiterhin eine Injektion eines granitähnlichen Magmas in den Gneis. Häufig wirft die nähere megakopische Untersuchung von metamorphen Geschieben mehr Fragen auf, als beantwortet werden können, zumal der geologische Kontext des Anstehenden immer fehlt.

 

Quarzite und andere Granofelse

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Quarzit (Nr. 189, BB 50 cm, Tagebau Cottbus-Nord), ein hochmetamorphes, dichtes Gestein mit richtungslosem Gefüge (Granofels), hauptsächlich (über 90%) aus Quarz bestehend.

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Bruchfläche der Nr. 189 mit kleinen millimetergroßen Punkten aus Schwermineralen und Glimmerschüppchen.

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Quarzit bis Glimmerquarzit (Nr. 248, BB 60 cm, Beginn der Zufahrtsstrasse zum Aussichtsturm in Steinitz). Das Gestein enthält reichlich richtungslos-körnigen Quarz und dunkle Minerale, vermutlich in der Hauptsache Glimmer. Trotz der dunklen Färbung scheint das Gestein aber zum weitaus größten Teil aus Quarz zu bestehen.

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Detail der Nr. 248: Quarzlinsen und -adern in Gesteinspartien mit dunklen, glimmerähnlichen Mineralen. Der ungefähre prozentuale Anteil an dunklen Mineralen ist nicht abzuschätzen, scheint aber eher gering (unter 20%) zu sein.

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Hellgraues Metasediment (Nr. 501, Tgb. Cottbus-Nord, BB 50 cm) mit basischen Gesteinsklasten und möglicherweise Schwerminerallagen, die eine boudinageartige Textur aufweisen.

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Ausschnitt aus dem gleichen Block.

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Detail der Schwerminerallage (?). Die dunkelbraunen Körner konnten nicht identifiziert werden, ein Magnet stand nicht zur Verfügung. Das Gestein scheint insgesamt nicht besonders stark metamorphisiert zu sein, da in der Matrix einzelne Quarzkörner noch gut zu erkennen sind. Ein Abschlag zur näheren Untersuchung konnte nicht gefertigt werden. Nicht ausgeschlossen ist, dass es sich bei den dunklen Körnern ebenfalls um Quarze handelt, die eine Umhüllung (coating) aus z.B. braunen Fe-oxiden aufweisen.

 

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Unterwasseraufnahme eines (Västervik)-Fleckenquarzits, Fund auf einer Steinhalde bei Papproth/Welzow-Süd. In der Geschiebeliteratur werden solche Gesteine häufig als „Stockholm“-Fleckenquarzit bezeichnet ohne klaren Beleg der Herkunft aus diesem Gebiet. Vielmehr müsste zumindest ein Großteil diese Gesteine aus dem Västervik-Gebiet kommen, wo auf einer gemeinsamen Exkursion (Langmann/Torbohm 2016, Publ. in Vorbereitung) reichlich Fleckenquarzit als Nahgeschiebe sowie eine anstehende Varietät gefunden wurde. Die Gesteinsmasse besteht aus viel Quarz und bedeutend weniger Glimmer. Feldspat ist makroskopisch nicht zu entdecken. Die Granoblasten besitzen einen roten Rand und einen weißen Kern aus faserigen Aggregaten, in der Hauptsache wahrscheinlich Sillimanit.

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Dunkler, möglicherweise migmatitischer Paragneis aus pelitischem Edukt (Nr. 172, Steinitz) mit Bruchfläche (rechts) und Verwitterungsrinde (links). Mit der Lupe ließ sich roter Granat feststellen. Dieses Gestein wurde vor einer möglichen Teilaufschmelzung auch einer Metamorphose mit Mineralneubildung unterworfen. Erkennbar ist dies neben dem Vorhandensein von Granat an den schwarzen Flecken, die möglicherweise aus Cordierit bestehen, der zu Biotit umgewandelt wurde. Cordierit ist in dieser Form nicht makroskopisch nachweisbar, lediglich die ähnliche Art der schwarzen Flecken (wie z.B. in den Västervik-Fleckengesteinen) läßt dies vermuten. Offenbar wurden diese Granoblasten dann noch Im Zuge nachfolgender Tektonik ausgelängt. Die beiden Möglichkeiten der Genese, Bildung eines Granofelses und Foliierung, entsprächen zwei entgegengesetzen tektonischen Regimes, die jedoch in genügendem zeitlichen Abstand in den Svekofenniden stattgefunden haben können.

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Ausschnitt aus einem Gestein (Nr. 190, Steinitz) als weiteres Beispiel für einen Granofels, einem Gestein mit statisch ablaufender Metamorphose, erkennbar an den schwarzen Granoblasten mit den roten Rändern. Eine leichte Deformation des Gefüges hat zeitgleich oder etwas später stattgefunden. Der Fund weist eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Västervik-Fleckengestein (Västervik-Fleckengranofels) auf. Das Bild des Leitgeschiebes trüben ein wenig die grünlich-grauen Bestandteile und sein deformiertes Gefüge. Im Falle des Västervik-Fleckengesteins bestehen die schwarzen Granoblasten aus Cordierit (mit retrogradem Biotit) und etwas weißem Sillimanit, eingebettet in eine glimmerquarzitische Gesteinsmasse mit leuchtend rotem Feldspat. Die metasedimentären Västervik-Gesteine sind vielgestaltig ausgebildet, eine Zuordnung dieses Exemplars zu dieser Formation bleibt Vermutung, da ähnliche cordierit-porphyroblastische Gesteine auch in anderen metasedimentären Formationen der Svekofenniden auftreten können.

Einen besonderen Fund eines Västervik-Fleckengesteins oder Västervik-Fleckengranofelses zeigt das obige Bild (Nr. 532, Steinitz). Trotz trockener Gesteinsoberfläche ist ein Mischgefüge mit einem Fleckenquarzit (weiße Flecken, wahrscheinlich Sillimanit) gut erkennbar. Diese „Mischzone“ ist nur etwa 10 cm breit, darunter ist das Gestein wesentlich ärmer an Sillimanit, darüber geht es in eine (glimmer)quarzitische Partie über. Migmatitische Schlieren scheinen diese Dreiteilung zu abzugrenzen. Nicht genug damit, findet sich an der Unterseite des Gesteins ein scharfer Kontakt zu einem roten Alkalifeldspatgranit. Dies unterstützt die Vermutung, dass die Bildung von Fleckenquarziten – geeigneten Gesteinschemismus vorausgesetzt – abhängig ist von der unmittelbaren Nähe zu Granitintrusionen (Kontaktmetamorphose). Siehe hierzu auch NOLTE 2012.

Vom obigen Block konnte eine kleine Probe geschlagen werden. Das Gestein insgesamt, v.a. aber die schwarzen Flecke, reagieren auf einen Handmagneten. Solch ein Mischgefüge Västervik-Fleckenquarzit-Fleckengestein wurde an einigen Nahgeschieben im Gebiet Västervik bereits beobachtet (Publikation in Vorbereitung). Auch eine Anstehendprobe konnte auf Södra Skälö gefunden werden, die aber ein etwas anderes Gefüge besitzt. In zahlreichen Geschiebesammlungen gibt es ähnliche Mischgefüge, trotzdem kam kurioserweise bisher niemand auf die Idee, das Anstehende von „Stockholm“-Fleckenquarziten im Västervik-Gebiet zu suchen. Auch zeichnet sich mit fortlaufendem Literaturstudium, v.a. der Quellen zur Herkunft der Fleckenquarzite, ab, dass es im Raum Stockholm solche Gesteine überhaupt nicht gibt.

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Ausschnitt aus einem ca. 60 cm breiten Block mit einer Partie aus Hornblende-Granofels (Nr. 298, Südrand Tgb. Cottbus-Nord) möglicherweise eine kontaktmetamorphe Bildung. Die hornblendehaltige Zone beschränkt sich auf eine kleine Partie des Gesteinsblocks. Seitlich betrachtet (nicht auf dem Foto) weist der Gesteinsblock eine deutliche Schieferung auf.

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Detail des ungeregelten, amphibol-porphyroblastischen Gefüges. Die Grundmasse scheint im Wesentlichen aus unbestimmtem Feldspat zu bestehen.

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Bruchfläche eines Spaltstücks aus der geschieferten Partie des obigen Blocks. Dies ist das „reguläre“ Gestein, dem die granofelsische Partie angehängt ist. Es besteht aus Plagioklas (Alkalifeldspat nicht erkennbar), dunklem Glimmer und schwarzem bis grünlich-schwarzem Amphibol (Amphibol-Glimmerschiefer). Quarz ist nicht erkennbar, das Gestein reagiert nicht auf einen Handmagneten. Auf der Rückseite des Handstückes (nicht auf dem Foto) sind größere Flächen mit Erz (Pyrit) imprägniert. Die Hauptminerale besitzen eine deutliche Einregelung. Eine rote Ader durchzieht das Gestein. Die rote Farbe könnten lediglich Hämatitimprägnierungen sein, da sich das Gefüge des einbettenden Gesteins kaum ändert. Denkbar ist auch eine Injektion von Alkalifeldspat entlang von Rissen, der aber makroskopisch nicht identifizierbar ist. Die reflektierende, im Anschnitt lanzettförmige reflektierende Kristallfläche in der linken roten Ader ist Calcit (HCl-Probe positiv).

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Auffälliges metamorphes Gestein, ein leukokrater Granofels (Nr. 297, Tgb. Cottbus-Nord) mit graugrüner, dichter Gesteinsmasse, in der auf der glatten, wie poliert erscheinenden Oberfläche außer dunklen, glimmerartigen Mineralen im Querschnitt makroskopisch keine weiteren Minerale bestimmbar sind. An der Flanke des Gesteins (nicht auf dem Foto) ist ist ein Übergang in eine pegmatitartige Quarz-Feldspat-Partie zu beobachten.

 

Granat und Hornblende in Metamorphiten

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Eines der häufigsten metamorphen Minerale ist Granat, der aufgrund seiner Kristallgröße, Form und Färbung auffällt und leicht erkannt wird. Im Bild: idiomorphe Granate in einem Leukosom eines migmatitischen Paragneises (Nr. 359, Findlingspark Nochten).

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Große hellrote Granat-Porphyroblasten in einem migmatitischen Gneis (Nr. 179, Steinitz). Grüne Färbungen scheinen alterierte Feldspäte (Plagioklas), dunkelgrüne Partien Chlorit zu sein. Möglicherweise ist auch Sillimanit zugegen, der auf der Verwitterungsseite aber nicht sicher identifiziert werden konnte.

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Quarzarmer Paragneis (Nr.164, Steinitz) mit großen Granat-Porphyroblasten. Ähnelt den Paragneisen vom Typ Sörmland, die auch Cordierit enthalten müssen, der hier nicht erkannt wurde.

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Die Gneistextur dieses Metamorphits (Nr. 187, Steinitz, B 45 cm) ist fast nicht mehr zu erkennen, kleinmaßstäblich dominiert ein richtungslos-körniges Gefüge eines Migmatits. Das Gestein enthält sehr große Granoblasten von Granat.

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Ein näherer Blick auf die Nr. 187 zeigt, dass die granathaltigen Partien aus mehreren Mineralen bestehen. U.a. scheint noch grünschwarzer Amphibol und ein helles Mineral anwesend zu sein, vermutlich Quarz. Die Verteilung von Amphibol und Granat ist irregulär, manche Granate sind teilweise oder vollständig umsäumt von Amphibol.

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Leukosom oder pegmatitischer Gang in einem migmatitischen Gneis mit Hornblende-Megakristall (Nr. 302, Findlingsdepot Cottbus-Nord), Kristallhöhe etwa 4 cm.

 

Granat-Cordierit-Gneise vom Typ Sörmland

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Migmatitischer Paragneis vom Typ Sörmland (Nr. 429, Aussichtspunkt Grießen, Tagebau Jänschwalde; B 100 cm). Nach VINX 2011 handelt es sich um quarzarme Granat-Cordierit-Paragneise mit deformierten Granat-Porphyroklasten und häufig bläulich-grauem Cordierit, der allerdings makroskopisch nicht leicht von Quarz unterscheidbar ist. Entsprechende Vertreter dieses Gesteinstyps treten in den Tagebaubereichen der Niederlausitz häufig auf. Diese Gneise sind aus Sörmland bekannt, wo sie große Flächen einnehmen. Ähnliche Gesteine gibt es im Bottnischen Becken und in Süd-Finnland. Siehe auch ALTENBURG 2011.

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Detail des Gefüges: hellroter Granat, reichlich weißer Feldspat. Quarz ist makroskopisch nicht zu erkennen, in untergeordneten Mengen aber möglicherweise vorhanden. Um Cordierit zu erkennen, muß man noch näher treten.

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Detail, BB 10 cm. Das richtungslose Gefüge zeigt an, dass das Gestein an dieser Stelle aufgeschmolzen war (Leukosom). Zwischen Granat und Feldspat ist hier auch bläulich-transparenter Cordierit zu erkennen. Er besitzt eine ähnlich schlechte Spaltbarkeit wie Quarz, kann aber einigermaßen zuverlässig angesprochen werden, wenn er diese bläulichen Tönungen besitzt.

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In diesem migmatitischen Granatgneis (Nr. 360, Findlingspark Nochten, polierte Fläche) ist der Cordierit gut an seiner graublauen Farbe zu erkennen. Auch hier tritt er xenomorph auf, womit seine makroskopische Erkennbarkeit lediglich auf den Farbeindruck (und die Paragenese) zurückgeführt wird. Sein charakteristischer Pleochroismus (unterschiedlicher Farbeindruck in unterschiedlichen Betrachtungswinkeln) als mögliches Bestimmungsmerkmal kann an einem großen Gesteinsblock kaum beobachtet werden.

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Grauer Granat-Cordierit(?)-Paragneis (Nr. 428, Aussichtspunkt bei Bärenbrück/Tgb. Jänschwalde, BB 40 cm). Migmatit mit ungeregelt-gleichkörnigem und zerissenem Leukosom und dunklen Reaktionsrand eines randlichen Melanosoms. Die weitgehende Graufärbung des Paläosoms, das Vorhandensein von Granat und möglicherweise Cordierit (in den schwarzen Granoblasten?) sowie die makroskopische Abwesenheit von Quarz lassen auf einen Paragneis aus tonigem Edukt schließen.

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Das letzte Bild zeigt einen Quarz-Glimmer-Feldspat-Gneis (Nr. 180, Steinitz) mit anhaftender, wenige cm dünner Partie, in der Feldspäte in einer feinkörnigen Masse aus Quarz + Feldspat liegen. Die Ränder der Feldspäte sind von rotem und dunklem Pigment gesäumt. Eine derartige metamorphe Bildung konnte bisher nicht gedeutet werden, vielleicht handelt es sich um Feldspatporphyroblasten durch den Vorgang der sog. Feldspatsprossung im Zuge einer (K-)Metasomatose?

 

Literatur

Altenburg H J 2011 Findling Trissow – Neubrandenburger Geol. Beiträge 11, S. 9-15, 9 Abb., Neubrandenburg.

Möller S & Appel P 2016 Granat-Cordierit-Sillimanit-Gneis (Sörmland-Granatgneis) von der Eckernförder Bucht – ein Leitgeschiebe? – Der Geschiebesammler 49 1, S. 15-37, 10 Abb., 1 Tabelle, Wankendorf Juni 2016.

Nolte N 2012 Paläoproterozoisches Krustenwachstum (2.0 – 1.8 Ga) am Beispiel der Västervik-Region in SE-Schweden und dem Kamanjab Inlier in NW-Namibia – Dissertationsarbeit, Universität Göttingen.

Sawyer E W 2008 Atlas of Migmatites – Canadian mineralogist: Special publication Band 9, ISSN 1717-6387, NRC Research Press, 371 S.

Vinx R 2011 Gesteinsbestimmung im Gelände, 3. Auflage – Spektrum-Verlag, 480 S.

Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Sedimentite

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Gelb-roter Sandstein, vermutlich kambrischer Sandstein auf der Findlingskippe in Steinitz (Nr. 461, B 60 cm) – Sedimentgesteine und die in ihnen enthaltenen Fossilien sollen in dieser Artikelserie nur untergeordnet besprochen werden. Die kambrischen Spurenfossilien und die Paläofauna der häufig auffindbaren, vorwiegend ordovizischen, silurischen und kretazischen Sedimentgesteine sind ein weites Feld, die Literatur hierzu ist umfangreich. Als Einführung wird SCHULZ 2003 empfohlen. Vielmehr soll ein grober petrographischer Überblick über einige Sedimentärgeschiebe gegeben werden, die geschiebekundlich relevant sind. Viele der angetroffenen Kalksteine hatten übrigens schon Bearbeitungsspuren oder waren komplett zerlegt, vermutlich durch lokale Fossiliensammler.   

Neben roten und violetten Sandsteinen, die meisten von ihnen jotnischen oder kambrischen Alters, treten vorwiegend Kalke des Paläozoikums, namentlich des Ordovizium und Silur auf. Der Anteil an paläozoischen Kalken kann in den Ablagerungen der Saale-II-Vereisung besonders hoch sein. Die Hauptstoßrichtung des Eises muß quer durch die Ostsee verlaufen sein, wo diese Gesteine am Meeresgrund exponierte Vorkommen bilden, z.T. in Form von sog. Glinten, die vom Eis leicht abgetragen werden konnten, s. SCHULZ 2003. Teilweise zugänglich ist anstehendes Ordovizium auf Öland und Silur auf Gotland (sog. „Gotlandium“ in älterer Literatur).

Schichtstufenlandschaft

Skizze nach SMED 2002: das Skandinavische Grundgebirge war bis zum Ende des Präkambriums abgetragen und eingeebnet. Auf diesem Gebirgsrumpf fanden Schelfablagerungen seit dem Kambrium bis zum Silur statt. Das Grundgebirge mit den aufliegenden Schichten wurde später gehoben und um etwa 2 Grad nach Osten gekippt. Es bildete sich eine Schichtstufenlandschaft der paläozoischen Sedimente, in der jeweils härteste Gesteinslagen als Geländestufen aufragen. Durch das leichte Einfallen der Schichten haben diese im NW Steilkanten gebildet, im SE fallen sie sanft ein. Die obige, stark vereinfachte und überhöhte Skizze veranschaulicht die geologische Situation, die im Detail natürlich wesentlich komplexer ist und je nach geographischer Lage auch die Sedimente des Devons, des Mesozoikums und der Kreide berücksichtigen müßte. Für eine ausführlichere und instruktive Darstellung siehe SCHULZ 2003 und LUDWIG 1967.

Aus dem Gebiet des Kalmarsundes stammen die unterkambrischen, gelb-roten Sandsteine („Kalmarsund-Sandstein“) aus Flußsedimenten und Deltaschüttungen, die speziell hier als „Chiasmasandstein“ ausgebildet ist. Darüber folgt der nicht nur aus diesem Bereich bekannte Skolithos-Sandstein, der hier ebenfalls gelblich-braune Farben mit rotbraunen Wurmröhren ausbildet, weiterhin schwarzer kambrischer Alaunschiefer. Auf Öland kommen ordovizische Schichten vor, v.a. die Orthocerenkalke sowie weitere Kalksteine am Grund der Ostsee (Palöoporellenkalk). Auf Gotland stehen silurische Kalke an (Seelilienkalk, Korallenkalke). Sedimente des Devons und aus dem Mesozoikum sind als Großgeschiebe selten zu finden, eine Ausnahme ist ein Exemplar eines Dogger-Sandsteins (Kelloway-Geschiebe). Häufiger treten dann wieder die Feuersteine der Kreide als große Geschiebe auf.

 

Unterkambrium

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Größere unterkambrische Skolithos-Sandsteine sind hin und wieder auf den Findlingshalden der Niederlausitz zu finden, hier ein grünlicher Skolithos-Sandstein (Nr. 218, Steinitz) von etwa 40 cm Breite.

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Hell grünlich-grauer und weißer Skolithos-Sandstein (Nr. 333, Findlingslager Cottbus-Nord, Länge etwa 30 cm). Es scheint sich bei dem Farbwechsel um eine Schichtgrenze/ Diskordanz zu handeln. Wurmröhren sind in beiden Abschnitten enthalten und laufen teilweise auch durch die Schichtgrenze.

 

Ordovizium

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Mächtiger Block eines Paläoporellenkalkes (Nr. 464; Vattenfall-Betriebsgelände, Tagesanlagen Tgb. Jänschwalde) aus dem Oberordovizium. Der graue und harte Kalkstein besteht fast ausschließlich aus den Kalkschalen röhrenbildener Kalkalgen (Palaeoporella, Vermiporella u.a.). Sein Anstehendes dürfte sich am Grund der Ostsee zwischen Öland und Gotland befinden. Paläoporellenkalk ist das häufigste Kalkstein-Geschiebe.

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Fossilien höherer Lebensformen sind im Paläoporellenkalk ziemlich selten zu finden. In obigem Block ist der Cephalopode Discoceras (Vorläufer der Ammoniten) enthalten, Durchmesser etwa 12 cm, s.a. fossiilid.info.

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Detail eines anderen Blocks von Paläoporellenkalk (Nr.463, Tgb. Jänschwalde, BB ca. 10 cm) mit den röhrenförmigen Gestalten der koloniebildenden Algen.

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Detail durch die Verwitterung herauspräparierter Kalkröhren in einem Paläoporellenkalk (Nr. 465, Tgb. Jänschwalde).

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Paläoporellenkalk (Nr. 344, Aussichtspunkt Merzdorf, Tgb. Cottbus-Nord) mit herausgewitterten Kalkröhren. In der Bildmitte rekristallisierter, rosettenförmig angeordneter Calcit mit spitzpyramidalem Habitus.

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Rotfleckige Variante eines Paläoporellenkalkes mit zahlreichen Calcit-Drusen (Nr. 466, Findlingslager Malxetal, Tgb. Jänschwalde).

 

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Mächtiger Block eines plattigen, bläulich-grauen, mergeligen Kalksteins mit rostbrauner Verwitterungsrinde, vermutlich ein oberordovizischer Macroura-Kalk (Nr. 471, Findlingskippe Malxetal/ Tgb. Jänschwalde). Das Gestein ist von Wühlspuren durchsetzt. Diese Kalksteine bis Kalkmergel stammen aus dem nördlichen Öland oder dem Grund der Ostsee. Ein anderer Name für diesen Kalk ist „Rollsteinkalk“, der im vorliegenden Fall aufgrund der plattigen Ausbildung kaum zutrifft.

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Der gleiche Gesteinsblock war beim nächsten Besuch fast komplett zerlegt. Gefunden wurden noch unbestimmbare Reste von Brachiopoden.

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Detail vom großen Block mit Anschnitt einer Koralle, Bildbreite 15 cm.

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Hellgrauer, mergeliger, bioturbater Kalkstein (Nr. 342, Aussichtspunkt Merzdorf, Tgb. Cottbus-Nord), vielleicht ein Macroura-Kalk, mit reichlichem, aber stark verwittertem Fossilinhalt, hauptsächlich Brachiopodenreste und -schalen.

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Im gleichen Block fand sich eine kompakte hemisphärische Bryozoe (Durchmesser 4,5 cm) der Ordnung Trepostomata.

 

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Detail aus einem weiteren Macroura-Kalk (Nr. 350, Cottbus-Nord, BB 9 cm) mit Trilobiten-Kopfschild von Toxochasmops cf-macrourus.

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Brachiopoden, vermutlich Actinomena sp. aus dem gleichen Block (Nr. 350, BB 10 cm).

 

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Macroura-Kalk (Nr. 347, Merzdorf, Tgb. Cottbus-Nord, BB ca. 6 cm) mit Abdruck eines Schwanzschildes von Toxochasmops cf macrourus.

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Bruchstücke aus dem gleichen Block (Nr. 347) mit großen Brachiopoden, BB etwa 15 cm.

 

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Blaugrauer, ordovizischer Kalkstein, Richtung grauer Orthocerenkalk (Nr. 467, ehem. Ortslage Weißagk), mit Blick auf die Innenseite eines Trilobiten-Schwanzschildes (Neoasaphus sp.). Breite des Schwanzschildes 4 cm.

 

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Überreste von kugeligen Kalkalgen, Coelosphaeridium cyclocrinophilum. Das Gestein heißt dementsprechend Coelosphaeridium-Kalk (Nr. 349 Aussichtspunkt Merzdorf, Tgb. Cottbus-Nord, BB ca. 8 cm) und stammt aus dem Oberordovizium (Sandbium).

Lagenartig verteilte Kalkalgen-Individuen, ebenfalls ein Coelosphaeridium-Kalk (Nr. 535, Steinitz, BB 25 cm).

Detailbild vom vorigen Block.

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Brachiopode aus dem Ordovizium? (Nr. 354, Findlingslager Cottbus-Nord, Breite 4 cm).

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Orthoceras von 5,5 cm Länge in einem hellgrauem Kalkstein, evtl. auch ein Macroura-Kalk (Nr. 225, Steinitz).

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Fossilfreier, rhythmisch gebankter Kalkmergelstein (Nr. 224, Steinitz, BB 40 cm) mit unbestimmter Stratigraphie, ohne Fossilinhalt. Er ist offenbar erst nach der Ablagerung auf der Halde durch rasche Verwitterung zerfallen, z.B. im Kontakt mit Luftsauerstoff in Kombination mit sauren Grubenwässern.

 

Silur

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Beyrichienkalk mit Brachiopoden (Nr. 38, Cottbus-Nord, BB 7 cm). Schichtweise treten im Beyrichienkalk die Brachiopoden Protochonetes striatellus und Microsphaeridiorhynchus nucula massenhaft auf. Die hier vorliegenden Exemplare ließen sich nicht bestimmen. Auch die namensgebenden Beyrichien – kleine knotenförmige Reste von Ostrakoden (Muschelkrebse) – sind im vorliegenden Stück nicht vorhanden. Sie treten nur in manchen Schichten dieses Gesteins auf. Trotzdem hat sich der Begriff Beyrichienkalk für graublaue oder grüngraue Silurgeschiebe (Ludlow/Pridoli) eingebürgert. Der typische Beyrichienkalk mit Ostrakoden ist darüber hinaus nur als Geschiebe bekannt, sein Heimatgebiet liegt in der Ostsee, vermutlich SW von Gotland bis Estland. In ihm finden sich neben Muschelkrebsen und Brachiopoden oftmals zahlreiche andere Fossilien (Korallen, Bryozoen, Crinoiden, Trilobiten etc.).

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Beyrichienkalk (Nr. 352, Merzdorf, Tgb. Cottbus-Nord, BB ca. 7 cm) mit verschiedenen Exemplaren von Brachiopoden, links ein Teilabdruck eines Trilobiten.

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Unbestimmte Brachiopode in einem Beyrichienkalk (Nr. 351, Cottbus-Nord, BB 4 cm).

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Im gleichen Block (Nr. 352): vermutlich Kalkalgen, möglicherweise handelt es sich auch um Bryozoen, BB 9 cm.

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Silurischer Korallenkalk (Nr. 468, Ortslage Klinge, Tgb. Jänschwalde, BB 18 cm). Ein massiger, ungeschichteter Riffkalk mit Moostierchenkolonien (Bryozoen) auf der linken und einer  Kettenkoralle (Catenipora sp.?) auf der rechten Seite.

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Ein anderes Exemplar eines silurischen Riffkalkes mit Bryozoen vom Südrandschlauch, Ortslage Klinge, Tgb. Jänschwalde. BB 12 cm.

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Bläulich-grauer Kalkmergelstein (Nr. 469, ehem. Ortslage Groß-Lieskow, Tgb. Cottbus-Nord, BB ca.16 cm) mit roter Verwitterungskruste. Erkennbar ist eine Tabulata (Favosites), links oben eine weitere tabulate Koralle (Thecia confluens?).

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Silurischer Riffkalk („Gotländer Korallenkalk“) mit Stromatoporen? (Nr. 507, Cottbus-Nord, BB 45 cm).

 

Dogger

Jura-Geschiebe aus dem Callovien (Kelloway-Geschiebe) sind im nördlichen Brandenburg mitunter sehr häufig zu finden, auch als größere Geschiebe. In den Tagebaubereichen der Niederlausitz wurde bisher nur das folgende Exemplar gesichtet.

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Etwa 15 cm hohe Schilllage über einem grauen Kalksandstein, vermutlich ein Kelloway-Geschiebe (Nr. 226, Steinitz).

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Aufsicht auf die Muschelschilllage.

 

Kreide

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Großes Geschiebe eines Feuersteins (Nr. 526, Steinitz, BB 40 cm).

 

Tertiär

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Wurzelquarzit (Nr. 513, Cottbus-Nord), ein silifizierter Sandstein des Tertiärs mit Pflanzenresten, v.a. Wurzelhorizonten. Im Gegensatz zu den Braunkohletagebauen des Mitteldeutschen Reviers, v.a. S Leipzig, treten Wurzelquarzite in der Niederlausitz eher selten auf.

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Nr. 229, Steinitz: lokal im Tagebau Welzow-Süd anstehende, geschichtete und leicht verfestigte Brauneisen-Sandsteine. Die Zusammensetzung der Klasten (überwiegend Milchquarze, einige Lydite) läßt auf präglaziale Flußschotter nach Norden entwässernder Flüsse schließen.

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Ein benachbarter Block enthält Holzreste.

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Nr. 228, ebenfalls Brauneisen-Sandstein, weist Hohlräume mit pulveriger, gelber limonitischer Substanz auf. BB 35 cm.

 

Rotsandsteine

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Aufhaldung von Großgeschieben im Tagebau Cottbus-Nord, Blöcke bis etwa 60 cm Länge. Auffallend ist das vermehrte Auftreten von roten und violetten Sandsteinen, hier im Bild etwa 25%. In keinem anderen Tagebau traten diese Sandsteine so gehäuft auf. Akkumulationen von Sandsteinen sind wiederholt beschrieben worden, s. ZWENGER 2010 („Trebuser Sandstein“) und MEYER K D 2000.

Schwierigkeiten ergeben sich oftmals bei der Unterscheidung zwischen jotnischen und kambrischen Sandsteinen. Der im Jotnium vor etwa 1,4-1,2 Ga auf dem Baltischen Schild in intramontanen Senken (red beds) abgelagerte Sandstein weist zwar häufig violette Farbtöne und Entfärbungsflecken auf, es treten aber auch ganz andere Varietäten auf, z.B. leuchtend orangerote Sandsteine, siehe kristallin.de. Mit einer ähnlichen lithologischen Vatiationsbreite bezüglich Farbigkeit, Korngrößen, Schichtungsphänomenen und Feldspatgehalt muß vermutlich auch bei den kambrischen Sandsteinen gerechnet werden. Diese Merkmale sind diagenetisch bedingt und besitzen nur eine sehr eingeschränkte Aussagekraft. Zwar gibt es einige „typische“ Vertreter von jotnischen und kambrischen Sandsteinen, es sind dies aber nicht die Mehrzahl der Rotsandsteine. Hinzu kommen lokale Ausprägungen (jotnischer Dala-Sandstein, kambrischer Nexö- und Kalmarsund-Sandstein u.v.m.), die wohl nicht als solche ansprechbar sind, außerdem gibt es rote Sandsteine auch im Devon („Old Red Kontinent“). VINX 2016 schreibt, dass eine seriöse Herkunftsbestimmung der Rotsandsteine kaum möglich ist.

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Jotnischer Sandstein (Nr. 335, Merzdorf, Tgb. Cottbus-Nord, BB 35 cm), violettroter Sandstein mit gelben Entfärbungsflecken. Jotnischer Sandstein entstand als Folge intensiver Abtragung des Svekofennischen Gebirges. Er kommt in verschiedenen lokalen Ausprägungen in Mittel-(Dala-Sandstein)- und Nordschweden, in der Bottensee, in Finnland und auch in Norwegen vor. Die Rotfärbung durch Eisenoxide läßt auf arides Klima während der Ablagerung schließen.

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Violettroter Sandstein (Nr. 220, B 70 cm) mit hellen Entfärbungsflecken, vermutlich jotnischer Sandstein.

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Große Entfärbungsflecken in einem jotnischen Sandstein (Nr. 217, Steinitz, B 40 cm).

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Detail eines konzentrisch entwickelten Entfärbungsfleckes aus der Nr. 217.

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Jotnischer Sandstein (Nr. 334, Cottbus-Nord, B 40 cm) mit Schrägschichtung und gelben Entfärbungsflecken. An der Oberseite sind eckige Tongallen oder Stylolithen zu erkennen.

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Charakteristische Violettfärbung eines Jotnischen Sandsteins (Nr. 458, Malxetal, Tgb. Jänschwalde, BB 15 cm) mit gelben Entfärbungsflecken. Die rotbraune Einlagerung ist eine tonig/siltige Einschaltung, ein Schrumpfrisspolygon oder eine stylolithische Bildung, ebenfalls mit Entfärbungsflecken.

Sandstein mit Schrägschichtung, Entfärbungsflecken und Fällungsphänomenen von violettroten Fe-oxiden, möglicherweise ein jotnischer Sandstein. Nr. 215, Steinitz, BB 45 cm.

 

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Gelb-rotbrauner kambrischer Sandstein (Gingham-Sandstein?) mit synsedimentärer Faltung, ohne Entfärbungsflecken (Nr. 461, Steinitz, B 60 cm).

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Rot- bis violettbrauner Sandstein ohne Entfärbungsflecken, vermutlich ein kambrischer Sandstein, evtl. ein Kalmarsund-Sandstein, der mit der Schichtung divergierende Bänder von Fe-oxiden o.ä. ausbildet („Chiasma“). Höhe ca. 1 m, Gedenkstein an der ehemaligen Ortslage Tranitz.

 

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Tongallen in einem violettrot und gelb gefärbtem Sandstein (Nr. 502, Tgb. Cottbus-Nord, BB 30 cm).

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Ein weiteres Exemplar eines rotbraunen Sandsteins mit Tongallen (Nr. 337, Tgb. Cottbus-Nord, B 30 cm).

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In der unteren Hälfte grobkörniger, konglomeratischer Sandstein mit Tongallen (Nr. 497, B 50 cm). Übergang in feinkörnigere Schichten mit intensiver Schrägschichtung, die durch Hämatitpigment deutlich nachgezeichnet ist.

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Schrägschichtungs-Phänomene, 20 cm Ausschnitt aus einem größeren Sandstein-Block mit feineren und grobkörnigen, planaren oder schräg geschichteten Sandsteinlagen und einzelnen Entfärbungsflecken.

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Helle Schrumpfungsrisse in einem dunkel violettbraunem Sandstein (Nr. 529, Steinitz, B 110 cm).

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Beige-grauer konglomeratischer Sandstein (Nr. 341, Merzdorf, Tgb. Cottbus-Nord, BB 35 cm) mit Ähnlichkeit zum kambrischen Hardeberga-Sandstein aus Ost-Schonen.

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Das Detailfoto zeigt bernsteinfarbene Quarzgerölle, auch ein einzelner Blauquarz zu erkennen. BB 15 cm.

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Das letzte Bild zeigt kein nordisches Geschiebe, sondern einen Hornfels als Lesesteinfund an der ehem. Ortslage Groß-Lieskow aus einer nachträglich ausgebrachten Schotterablagerung mit Geröllen südlicher Herkunft. Zu welcher Geröllgemeinschaft dieses Stück gehört, ist unklar. Prä- und interglaziale Schotter (z.B. der Neiße) treten im Bereich der Tagebaue auf, finden in dieser Arbeit bis auf die miozänen „lavendelblauen Hornsteine“ nordischer Herkunft aber keine Erwähnung. Es wird davon ausgegangen, dass alle besprochenen Großgeschiebe nördlicher Herkunft sind, wenngleich z.B. aus Schottern der Urelbe im Raum Berlin kopfgroße und größere Gesteine aus dem Süden in nicht unerheblicher Menge nachgewiesen sind. Es handelt sich v.a. um Basanite, Tephrite und Phonolithe sowie größere Kreidesandsteine, die mittels Eisschollentransport in diese Gegend kamen. Ob in der Niederlausitz ähnliche Funde zu erwarten sind, ist unklar.

 

Literatur

budstone.de

fossiel.net

Ludwig A O 1967 Der präquartäre Untergrund der Ostsee – Nachdruck in: Der Geschiebesammler 5 (2) 1970 bis 7 (3/4) 1972.

Meyer K D 2000 Geschiebekundlich-stratigraphische Untersuchungen im Hannoverschen Wendland (Niedersachsen) – Brandenburg. geowiss. Beitr. Kleinmachnow 7 (2000), S. 115-125

Rudolph F 2017 Das große Buch der Strandsteine – Wachholtz Verlag, 320 S.

Schulz W 2003 Geologischer Führer für den norddeutschen Geschiebesammler – cw Verlagsgruppe, Schwerin, 508 S.

Smed P, Ehlers 2002 Steine aus dem Norden, 2. Auflage – Gebrüder Bornträger, 195 S.

Zwenger W 2010 Der Trebuser Sandstein – ein Massenvorkommen jotnischer Sandsteingeschiebe – Brandenburg. geowiss. Beitr. Cottbus 17 (2010), S. 77-90.

Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Brekzien und Konglomerate. Pegmatite und Aplite.

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Metakonglomerat aus dem Tagebau Cottbus-Nord (s.u.) – In diesem Abschnitt werden Großgeschiebe vorgestellt, die in keine der anderen Gruppen passen. Es sind Brekzien und Konglomerate, Xenolithe in magmatischen Gesteinen und zuletzt, als besondere Erscheinungsformen (meist) granitischer Gesteine, Pegmatite und Aplite.   

 

Brekzien und Konglomerate

In diese Gruppe fallen genetisch sehr unterschiedliche Gesteine, sowohl magmatische (Intrusionsbrekzien, net veins) als auch sedimentäre Gesteine (Konglomerate). Entscheidend für die Einordnung war zunächst nur das augenscheinlich kontrastierende Gefüge mehrerer Gesteinskomponenten unterschiedlichen Ursprungs. Den Konglomeraten ähnliche Gesteine, die „Gerölldiabase“, werden im Kapitel Diabase, Dolerite und Gabbros vorgestellt.

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Netzgänge, net veins (Nr. 075, Steinitz, Breite 1 m). Dunkle metamorphe Magmatite mit verschiedenem Gefüge sind fragmentiert und netzartig von hellem Magmatit umgeben. Die einzelnen dunklen Bruchstücke scheinen noch einigermaßen zueinander zu passen, sind also in situ verblieben, während eine saure, weitgehend aus Feldspat und Quarz bestehende Schmelze an Rissen und Klüftungen in das Gestein eindrang (s.a. VINX 2011 S.143).

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Im Detail sind zwei verschieden körnige dunkle Magmatite zu erkennen, dem grobkörnigeren ist der metamorphe Charakter deutlich anzusehen: Einregelung und Auswalzung der dunklen  Mineralbestandteile mit grüner, offenbar alterierter Zwischenmasse. Möglicherweise ist der grobkörnige dunkle Magmatit eine Gangbildung, an dessen Grenze zum umgebenden feinkörnigen Gestein das helle, aplitische Magma eindringen konnte. Dafür spricht, dass sich Fragmente gleicher Art jeweils in eine Richtung fortsetzen.

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In diesem Stück einer Intrusionsbrekzie (Nr. 393, Malxetal/Tgb Jänschwalde; BB ca. 1 m) passen die dunklen Gesteinsfragmente in der oberen Hälfte kaum, in der unteren Hälfte noch einigermaßen zueinander. Es fand eine mehr oder weniger starke Brekziierung durch Bruchtektonik statt. In die Klüfte konnte das helle Magma eindringen. Die Fragmente zeigen nur leicht gerundete Kanten, sie waren kaum von einer randlichen Aufschmelzung betroffen.

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Stark fragmentiertes grünes Gestein unbekannter Zusammensetzung (Nr. 078, Steinitz) mit hellem, aplitischem Magma in den Zwischenräumen, die ebenfalls wie ein Netzgang ausgebildet sind.

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Intrusionsbrekzie (Nr. 475, Tgb Cottbus-Nord, B 60 cm). Ein schwarzes und feinkörniges Gestein, wohl ein Meta-Basalt bis Meta-Andesit, wurde von einer granitischen bis granodioritischen Schmelze durchdrungen, die verhältnismäßig grobkörnig auskristallisierte. Die dunklen Gesteinsstücke zeigen durch ihre Rundung deutliche Spuren von Aufschmelzung bzw. Assimilation.

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Von zahlreichen hellen Adern durchzogenes porphyrartiges Gestein (Nr. 440, Malxetal/Tgb Jänschwalde, B 35 cm), möglicherweise andesitischer bis dacitischer Zusammensetzung. Auffällig sind die dunklen Höfe am Rand der runden, zwischen brauner und grünlicher Farbe schwankenden Porphyrfragmente, vielleicht Folge einer Metasomatose. Insgesamt zeigen die zahlreichen Feldspateinsprenglinge unklare Konturen, die Feldspatart ist nicht sicher zu ermitteln, vermutet wird Plagioklas aufgrund teilweiser Grünfärbung.

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Gut abgerundete Gesteinsfragmente verschiedener Art in einer granitischen bis tonalitischen Matrix (Nr. 077, Steinitz, H 40 cm), die auch Blauquarz und Glimmer enthält. Man findet Xenolithe von Gneisen, Gabbros, Basaltoiden und vergrünten feinkörnigen Gesteinen. Unklar ist, ob hier eine Granitschmelze einen Konglomerathorizont aufgearbeitet hat oder ob die Xenolithe aus dem Anstehenden der näheren Umgebung stammen. Ihre abwechslungsreiche Zusammensetzung spricht gegen die letztere Annahme.

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Detail des vorigen Bildes: Kontakt eines jüngeren, hellen Magmas mit älteren Gesteinen: rechts ein grauer Gneis, links ein dunkles magmatisches Gesteine (Gabbro/Diorit?), oben rechts ein einsprenglingsloses basaltisches Gestein.

 

Xenolithe

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Dieses und das nächste Bild eines basischen Xenoliths (Fremdgesteinseinschluß) soll stellvertretend stehen für die vielen Xenolithe, die sich in Graniten, Gneisgraniten oder, wie in diesem Fall, in einem hellen Gneis (Blick auf die Foliationsebene) finden. Ein Reaktionssaum aus Fe-haltigen Mineralen ist als rostig brauner Rand zu erkennen. Das Basaltoid ist durch hydrothermale Alteration oder Metamorphose graugrün gefärbt und enthält weißen Plagioklas und dunkle Minerale. Letztere sind wohl in Glimmer umgewandelt, der eine ähnliche Einregelung wie die Minerale des Wirtgesteins zeigt.

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Grobkörniger Granodiorit (Nr. 527, Steinitz) mit mittelkörnigem grauem, magmatischem Xenolith, in den wiederum eckige bis leicht kantengerundete Klasten eines feinkörnigen mafischen Gesteins (Basaltoid) regellos eingebettet sind.

 

Konglomerate

Konglomerate und metamorphe Äquivalente gehören auf den Findlingshalden eher zu den seltenen Funden. Ein weiteres Konglomerat, das als Leitgeschiebe brauchbare Digerberg-Konglomerat, wird wegen seiner vorwiegenden Zusammensetzung aus Porphyrklasten im Kapitel Porphyre besprochen.

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Aufsicht auf ein polymiktes Metakonglomerat (Nr. 512, BB 50 cm) mit herausgewitterten Klasten. Das Stück lag im Tagebau Cottbus-Nord und konnte bei einer Befahrung im April 2016 beprobt werden. Rechts unten ist die frische Bruchfläche vom weiter unten gezeigten Abschlag zu sehen. Das Bindemittel zwischen den Klasten ist weitgehend quarzitisch. Vermutlich treten pelitische Anteile hinzu, in der Matrix sind dunkle Glimmerminerale zu erkennen.

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Der metamorphe Charakter dieses Konglomerates wird beim Blick entlang der Foliationsebene deutlich: einige der unterschiedlichen Klasten sind ausgelängt und bilden teilweise ellipsoide Formen.

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Die Zusammensetzung an Klasten ist vielfältig: helle, granitische Klasten (gleichkörnige weiße Granitoide und Gneise), graue Porphyrklasten, Sedimentgesteine (Sand/Siltsteine), sehr grosse einzelne Gang- bzw. Milchquarze.

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Detail der grossen Gang- bzw. Milchquarze. – Die Frage nach der Herkunft dieses Metasedimentes ist nicht leicht zu beantworten, da solche Gesteine in Skandinavien an mehreren Orten vorkommen. Ein prominentes Beispiel wäre die Vetlanda-Formation im nördlichen Småland. Dort gibt es ebenfalls Metasedimente, während eines Besuches wurden allerdings nur phyllitgebundene Metasedimente gefunden. Die Klastengemeinschaft ist ebenfalls etwas anders, magmatische und gneisige Klasten sind häufiger (Aufschlüsse Holsbybrunn und Sjunnen). Weitere ähnliche Vorkommen gibt es in z.B. Dalsland (pers. Mitt. D. Pitterman). Eine genauere Untersuchung aller bekannten Vorkommen von Metakonglomeraten könnte aufschlußreich sein, es bleibt aber zu befürchten, dass Konglomerate häufig nur kleine Vorkommen bilden, von denen vielleicht viele bisher noch nicht entdeckt oder beschrieben sind.

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Das Metakonglomerat wird nach der Flutung des Tagebaus Cottbus-Nord am Grunde des „Cottbusser Ostsees“ verbleiben, da es sich auf eine der unteren Sohlen befindet und kaum geborgen und gesichert wird. Umso glücklicher der Umstand, dass ein großes Handstück geschlagen werden konnte. Trotz deutlicher Klüftung war das Gestein aufgrund des quarzitischen Bindemittels sehr zäh und schwer mit dem Hammer zu bearbeiten.

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Rückseite des Handstücks, Bruchlinie entlang einer Klüftung. Die Kluft ist gefüllt mit einem grünen Mineral, vermutlich Epidot. Man erkennt überdies auf der frischen Bruchfläche das quarzitische Bindemittel, durch Beimengungen von dunklen Mineralen, vermutlich Glimmer, dunkelgrau gefärbt.

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Die Aufnahme der Verwitterungsseite unter Wasser zeigt noch einmal deutlich die metamorph ausgelängten Klasten mit teilweise ellipsoider Gestalt.

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Detail der Foliation der Klasten. Links ein heller, stark quarzhaltiger Klast mit kaolinisierten Feldspäten (Arkose).

 

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Polymiktes Konglomerat im Findlingslabyrinth Steinitz (Nr. 076, BB 60 cm). Das Bindemittel zwischen den meist gut gerundeten Klasten scheint ein Vulkanit oder Tuffit zu sein, ist aber in Ermangelung einer Bruchfläche nicht klar zu ermitteln. Die Gesteinsoberfläche zeigt Löcher, offenbar von ausgewitterten Klasten. Hauptsächlich sind graue, kleinkörnige Gerölle mit weißen Feldspatleisten (Plagioklas) vorhanden. Es handelt sich dabei um Dolerite, Gabbros oder andesitähnliche Gesteine. Auffällig sind weiterhin dunklere, basaltartige Klasten ohne Einsprenglinge, einige Klasten von Sedimentgesteinen (Tonsteine, Hornfels, Tuffite?) sowie Gneis-, Porphyr- und hälleflintartige Klasten, die nicht genauer bestimmt werden konnten.

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Detail der trockenen Geschiebeoberfläche: überwiegend quarzfreie Porphyrklasten und plutonische wie vulkanische, plagioklashaltige Gesteine.

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Detail einer anderen Partie, angefeuchtet: ebenfalls grau-weiße, manchmal auch dunkelgraue Gesteine mit reichlich Feldspatleisten und mehr oder minder feinkörniger Grundmasse (Dolerite, Diabase, kleinkörnige Gabbros und/oder vulkanische Äquivalente, z.B. Andesite, Dacite bzw. metamorphe Äquivalente). Die Herkunft dieses Konglomerates ist völlig unklar.

 

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Monomiktes Konglomerat (Nr.336, Tgb. Cottbus-Nord, BB 25 cm) aus gut gerundeten Milchquarzklasten in einer roten, arkoseartigen Sandsteinmatrix, möglicherweise zur Formation des Jotnischen Sandsteins gehörend.

 

Pegmatite

Pegmatitgeschiebe sind häufig als Großgeschiebe zu finden, da sie sehr weitständig geklüftet sind. Sie dürften zu einem Großteil aus dem svekofennischen Raum stammen. Zumindest im Transskandinavischen Magmatitgürtel (TIB) gibt es kaum Pegmatitvorkommen.

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Bläulich-grauer Pegmatit (Nr. 436, Aussichtspunkt Tagebau Jänschwalde, S Heinerbrück, BB 130 cm) mit scharfem Kontakt zu einem dunklen, aus Plagioklas und Quarz bestehendem Gestein (etwa Meta-Tonalit). Es scheint sich aber um einen Granitpegmatit zu handeln, der nicht aus dem Nachbargestein stammt. Granitpegmatite machen den Hauptteil unter den Pegmatiten aus und bestehen aus Mikroklin, der im späteren Stadium der Pegmatitisierung durch Albit verdrängt wird (WIMMENAUER 1985).

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Detail der graublauen Feldspatkristalle bis etwa 15 cm Größe, vermutlich durch fein verteilte dunkle Minerale gefärbt, z.B. eingelagerte Glimmerschüppchen.

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Quarz-Feldspat-Pegmatit (Nr. 205, Steinitz, BB 45 cm) mit dunklem Glimmer in riesenkörniger Ausbildung.

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Bunter Pegmatit (Nr 203, Steinitz, BB 35 cm), angefeuchtet, mit rotem Alkalifeldspat, gelbem Plagioklas und grauem Quarz. Das Gestein ist neben den üblicherweise farblos, weiß oder grau gefärbten Pegmatiten ein ungewöhnlicher Kontrast. Die Pegmatitpartie grenzt an einen Biotit-Gneisgranit, über dessen Herkunft keine Aussage möglich ist.

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Pegmatit (Nr. 201, Steinitz, B 60 cm) mit reichlich hellem, sehr grobkörnigem Glimmer, der durch die Befeuchtung des Steins etwas dunkler wirkt.

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Detail der Hellglimmerpartie.

 

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Ebenfalls ein bunter Pegmatit (Nr. 200, Steinitz) mit grauem Quarz, hellrotem Alkalifeldspat und gelbem Plagioklas und einer linsenförmigen Akkumulation von dunklen Mineralen, vermutlich Hornblende. Dieses Stück erinnert etwas an die deformierten Pegmatite aus SW-Schweden („Flammenpegmatit“), die Farbe des Alkalifeldspates und die Ausbildung des Quarzes weichen jedoch ab. Zudem ist das Gefüge recht diffus sowie schriftgranitisch, was für die SW-schwedischen deformierten Pegmatite wohl eher unüblich ist.

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Detail der Nr. 200, schriftgranitische Partie, BB ca. 18 cm.

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Violetter gefärbter Quarz (Amethyst) in einem angewitterten, durch pflanzlichen Bewuchs grün gefärbten Pegmatit (Nr. 202, Steinitz). Die Färbung ist wahrscheinlich durch Fremdionen wie Eisen im Kristallgitter des Quarzes zu erklären.

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Großer Block eines weißen Pegmatits (Nr. 518, Steinitz, Breite etwa 1 m), fast ausschließlich aus Alkalifeldspat bestehend. Möglicherweise handelt es sich um einen Einkristall, denn an der rechten Seite ist eine große ebene Spaltfläche zu erkennen. Lediglich einige Einschlüsse dunkler Minerale (Hornblende) und Quarz finden sich als wenige mm-große Aggregate im Feldspat.

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Pegmatit aus Feldspat und Quarz mit großen Hornblende-Einsprenglingen bis 2,5 cm Länge, die abgerundete sechseckige Querschnitte bilden. Die makroskopische Unterscheidung zwischen Turmalin und Hornblende ist manchmal nicht einfach. Turmalin hat aber neben einem blauen Farbstich eher dreieckige Querschnitte und keine erkennbare Spaltbarkeit. Zumindest Ansätze einer Spaltbarkeit sind an dem sich in Längsrichtung erstreckenden Kristall erkennbar.

 

Aplite

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Einige Granite und Gneise sind von feinkörnigen Apliten durchzogen. Im Bild ein schwarz-weißer Gneis (Nr.176, Steinitz) mit einer Ader eines feinkörnigen Magmatits, der die gleiche Foliationsrichtung wie das Wirtsgestein zeigt. Dies könnte ein Aplitgang sein, die in der Regel aber keine dunklen Minerale führen. Denkbar ist auch ein späterer Magmenschub und eine schnellere, damit feinkörnigere Kristallisation eines dem Wirtgestein ähnlichen Magmas.

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Hellroter Aplitgang von etwa 5 cm Mächtigkeit in einem grauen, granodioritischen, blauquarzführendem Gestein (Nr. 303, Tgb. Cottbus-Nord).

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Relativ grobkörniges, vom Gefüge der Quarz und Feldspatkörner aplitisches Gestein mit reichlich Einlagerungen von großen Hellglimmer-Kristallen (Nr. 206, Steinitz). Eines der Glimmerkristalle ist durch seine Reflexionsstellung gut zu erkennen, andere sind bräunlich gefärbt und unauffälliger. Nach WIMMENAUER 1985 sind grössere Pegmatitkörper meist zoniert und lassen sich in verschiedene Anschnitte gliedern. Denkbar ist beim vorliegenden Stück eine Herkunft aus einer aplitischen Randzone. Bemerkenswert ist die gleich- und klein- bis mittelkörnige Ausbildung von Feldspat und Quarz bei gleichzeitiger Anwesenheit von grobkörnigem Muskovit/Hellglimmer.

 

Literatur

Wimmenauer W 1985 Petrographie der magmatischen und metamorphen Gesteine – Ferdinand Enke Verlag Stuttgart, 382 S., 297 Abb.

Vinx R 2011 Gesteinsbestimmung im Gelände, 3. Auflage – Spektrum-Verlag, 480 S.

Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Rapakiwis Teil 2

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Von einigen Rapakiwigesteinen konnten im Tagebau Cottbus-Nord Handstücke geschlagen werden (s.a. Rapakiwis Teil 1). Dieser Bereich befindet sich gerade in der Rekultivierungsphase. Der gesamte Tagebau wird geflutet, und es ist zu erwarten, daß die Gesteine in Zukunft nicht mehr zugänglich sind. Bei der Befahrung fiel eine gewisse Anzahl, etwa 20 Blöcke, an grobkörnigen, porphyrischen Rapakiwis auf, von denen einige ziemlich sicher nach Kökar gehören. Bei anderen könnte dies aufgrund ähnlicher petrographischer Eigenschaften der Fall sein. Typische Åland-Gesteine traten ebenfalls auf, in etwa gleicher Menge. Dies ist zwar nur ein subjektiver Eindruck von begrenzter Aussagekraft, offenbart aber eine eigenwillig zusammengestellte Geschiebegemeinschaft.   

 

Porphyrische Rapakiwis und Pyterlite von Kökar

Die Rapakiwigesteine von Kökar sind anstehend nur auf einigen wenigen Schären zugänglich, vom weitaus größeren Teil des Plutons sind in nächster Zeit keine Proben zu erwarten, da es sich um Unterwasservorkommen handelt. Fast alle Schären sind mittlerweile beprobt. Die schon länger bekannten Probeorte sind die Schären Söderharu, Norrharu und Andör (s. kristallin.de, skan-kristallin.de). Kennzeichen der Rapakiwis von Kökar sind ihr auffallend grobkörniges und porphyrisches bis Pyterlit-Gefüge mit kräftiger perthitischer Entmischung der hellen Alkalifeldspäte. Die Quarze sind grau bis braun gefärbt, größere von ihnen bisweilen bläulich-grau und zoniert. Plagioklas ist in der Regel rot und grün gefärbt, häufig auch in einem Kristall.

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Typischer Kökar-Rapakiwi (Nr. 332, Cottbus-Nord, BB ca. 30cm). Sehr grobkörniger porphyrischer Rapakiwi mit bis zu 5 cm langen, fleischfarbenen, deutlich perthitisch entmischten Alkalifeldspäten. Roter bis grüner Plagioklas kommt nebeneinander und ebenfalls idiomorph vor. Charakteristisch sind weiterhin die bis zu 1 cm großen blaugrauen bis grauen, zonierten Quarze der 1. Generation. Graphische Verwachsungen in der Grundmasse fehlen, stattdessen bilden Quarz und Alkalifeldspat eine körnige Grundmasse.

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Grünlicher porphyrischer Rapakiwi/ Pyterlit (Nr. 368, Findlingspark Nochten), Übergang zum Pyterlit, ähnlich grobkörniges Gefüge wie im Kökar-Rapakiwi. Plagioklas ist hier ausschließlich grün. Große graublaue zonierte Quarze sind ebenfalls vorhanden. Die Alkalifeldspäte zeigen sowohl grünliche als auch rötliche Farben. Möglicherweise ist die Grünfärbung nur äußerlich vorhanden, organischer Bewuchs ist es jedenfalls nicht. Eine Bruchfläche konnte an diesem Exponat natürlich nicht geschlagen werden.

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In diesem Kökar-Rapakiwi/ Kökar-Pyterlit (Nr. 456, BB ca. 20 cm, Malxetal/Tgb. Jänschwalde) sind auf einer angewitterten Bruchfläche helle Alkalifeldspäte zu erkennen, von denen ein gewisser Teil gerundet ist (Pyterlit-Gefüge). Ausnahmsweise ist ein einzelner Alkalifeldspat von einem dicken Saum hellgrünem Plagioklas umgeben. Die Quarze der Grundmasse weisen braune Färbungen auf, wobei die 2. Generation Körner bis 5 mm, eine 1. Generation etwas größere Quarze ohne auffällige Zonierung ausbildet.

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Großer Block eines porphyrischen Kökar-Rapakiwis (Nr. 034, BB etwa 70 cm) im Findlingslabyrinth Steinitz mit z.T. sehr großen rechteckigen Alkalifeldspäten bis 6 cm Länge.

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Aufsicht auf die Nr. 034, Bildbreite etwas über 30 cm: helle, perthitisch entmischte Alkalifeldspäte; rot und grün pigmentierte Plagioklase, auf der Oberfläche mittelgrau erscheinende Quarze. Größere Quarze der 1. Generation weisen bläuliche Tönungen auf.

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Orangefarbener, quarzreicher porphyrischer Rapakiwi (Nr. 480, Tgb. Cottbus-Nord) mit rotem und grünem Plagioklas. Die Quarze sind meist oberflächlich angeschlagen und erscheinen daher hell. Etwas tiefer und geschützt liegende Quarze zeigen graue bis bräunliche Farben. Möglicherweise ebenfalls ein porphyrischer, ziemlich quarzreicher Kökar-Rapakiwi.

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Porphyrischer Rapakiwi (Nr. 036, BB 35 cm, Steinitz)  mit hell orangeroten Feldspäten (perthitische Entmischung, Karlsbader Zwillinge), trüben, hellen Quarzen und rotem und grünem Plagioklas sowie kleinen basischen Xenolithen. Das Rapakiwigefüge tritt durch die hellen, xenomorphen Quarze einheitlicher Größe in den Hintergrund. Herkunft ungeklärt, vielleicht Kökar.

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Auffallend bunter, vermutlich ein porphyrischer Kökar-Rapakiwi (Nr. 487, Cottbus-Nord) mit ziemlich hellen Alkalifeldspäten.

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Angefeuchtete Partie mit reichlich rotem und grünem Plagioklas und bis über 1 cm großen, kräftig zonierten Quarzen der ersten Generation. Auch die auffallend helle Farbe der Alkalifeldspäte ist in Anstehendproben von Kökar zu finden, dieser Rapakiwi stammt mit einiger Wahrscheinlichkeit von dort.

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Unterwasseraufnahme eines Abschlags der Nr. 487.

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Porphyrischer Rapakiwi (Nr. 488, Tgb. Cottbus-Nord) mit hellrötlichen, großen Alkalifeldspäten bis 6 cm Länge. Einige Alkalifeldspäte sind von einem grünen Plagioklasring umsäumt.

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Vom obigen Block konnte eine Probe geschlagen werden. Das Gestein ist auf der angewitterten Oberfläche dunkler als auf der Bruchfläche, die hier olivgrünen Plagioklas und orangeroten Alkalifeldspat zeigt. Das Gefüge hat Ähnlichkeit mit den Anstehendproben von Andör, wenngleich der Farbeindruck ein viel hellerer ist. Die großen Alkalifeldspatkristalle (s. voriges Bild) und dunkel schwarzbraune Quarze lassen eine Herkunft von Kökar vermuten.

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Weiteres Detail der vorigen Probe: dunkelgrau bis braun getönter Quarz tritt in verschiedenen Grössen auf, die größten Quarze sind gerundet, jedoch nicht erkennbar zoniert.

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Dunkelgrauer, porphyrischer Rapakiwi (Nr. 495, BB 30 cm, Cottbus-Nord) mit kleinkörniger Grundmasse und großen hellen Alkalifeldspäten.

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Detail der Verwitterungsseite mit orangefarbenen Alkalifeldspäten (Zwillingsbildung) und einem einzelnen, von einem dunkelgrünem Plagioklasring umgebenen Ovoid. Große dunkelgraue Quarze bis 1 cm Durchmesser.

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Probe aus vorigem Block, Verwitterungsseite, Unterwasseraufnahme. Man beachte den unterschiedlichen Farbeindruck der Quarze auf diesem (hell bis dunkelgrau) und dem nächsten (deutlicher Braunstich) Bild.

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Gleiche Probe, frische Bruchfläche, Unterwasseraufnahme. In der gleich- und kleinkörnigen Grundmasse liegen größere dunkle Quarze von bräunlicher Farbe und grüne Plagioklase. Orangefarbener Alkalifeldspat in eckigen, verzwillingten Kristallen bildet einen auffälligen Kontrast zur dunklen Grundmasse. Herkunft vielleicht vom Kökar-Pluton?

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Heller Rapakiwi mit Pyterlit-/Wiborgit-Mischgefüge (Nr. 494, Cottbus-Nord) mit viel braunrotem und grünem Plagioklas. Die tiefer liegenden, nicht angeschlagenen, weitgehend idiomorphen Quarze besitzen einen bräunlichen Farbton. Auch dieser Rapakiwi könnte von Kökar stammen. Von Åland sind solche hellen Rapakiwis in dieser Ausprägung bisher nicht bekannt. Die finnischen Rapakiwis sind porphyrische Rapakiwis oder Pyterlite. Bliebe noch die Frage, ob der NB-Pluton evtl. solche Gesteine geliefert hat.

 

Rapakiwis vom finnischen Festland (Vehmaa-/Laitila-Rapakiwis)

Vom finnischen Festland, vom Vehmaa- oder Laitila-Pluton (= „Nystad-Rapakiwis“)  stammende Rapakiwis, sind eine Besonderheit der Findlingshalde in Steinitz. Nirgendwo anders in der Niederlausitz habe ich bisher mehr oder weniger eindeutige Festland-Rapakiwis beobachtet. Dabei darf die Begeisterung nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Großteil von Rapakiwi-Vorkommen mit unbekannter Petrographie unter Wasser liegt und somit einer Beprobung nicht zugänglich ist. Wiborgite aus dem Wiborgpluton sind im Geschiebe nicht zu erwarten, wie POSTELMANN bereits 1937 in einer Rezension von Hesemanns jüngst erschienenem Werke anmerkt. Vom Gefüge her ähnliche Wiborgite könnten aus Unterwasservorkommen wie dem Nordbaltischen Pluton stammen (BRÄUNLICH 2016). Auch die Kenntnis des Kökar-Plutons, in dem wohl besonders helle Rapakiwi-Varianten vorkommen, ist nur punktuell. Hier könnten sich ebenfalls den Nystad-Rapakiwis ähnelnde Gesteine befinden.

Finnische Rapakiwis von Veehma- oder Laitilapluton sind im Geschiebe kaum unterscheidbar, sie können unter dem Namen „Nystad“-Rapakiwis zusammengefasst werden. Es sind hauptsächlich Pyterlite und porphyrische Rapakiwis, keine Wiborgite (einzelne umsäumte Ovoide in den Pyterliten sind zu finden) und nur sehr untergeordnet Porphyraplite. Die z.T. recht grobkörnigen Rapakiwis besitzen häufig sehr helle („weiße“) Alkalifeldspäte, die große Ovoide bis 4-5 cm entwickeln können. Plagioklas tritt in verschiedenen Farben auf: rot, olivgrün sowie ein recht charakteristisches oliv-grau. Die eckigen Quarze der Grundmasse haben Korngrössen von 1-3 mm, in Pyterliten können sie eine Tendenz zur Ausbildung von Kränzen um Alkalifeldspäte haben. Manchmal tritt Blauquarz auf. Ein weiteres Kennzeichen in manchen Varianten (z.B. Lellainen-Rapakiwi) sind Alkalifeldspäte, die zwar eine klare Kornbegrenzung, insgesamt aber eine diffuse Konturierung besitzen.

 

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Grobkörniger weißer Pyterlit (Nr. 039, BB 40 cm, Steinitz) mit meist etwa 4 cm großen Ovoiden. Dieses Geschiebe weist eine gute Übereinstimmung mit Proben vom Laitila-Pluton auf, es ist vermutlich ein Laitila-Rapakiwi.

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Aufsicht auf den angefeuchteten Stein, BB 45 cm. Rechts ist ein Riesen-Ovoid (Länge 9 cm) zu erkennen.

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Detailansicht des Gefüges: weißer Alkalifeldspat, teils kantengerundet, teils als Ovoid bis 4 cm. Plagioklas weist auf der Verwitterungsseite graugrüne und rotbraune Farben auf. Idiomorphe Quarze sind grau bis bräunlich-grau und haben Größen bis 3 mm, vgl. Proben auf skan-kristallin.de. Die Mischfarbe des Plagioklas, ähnlich den Kökar-Rapakiwis, könnte auch verwitterungsbedingt sein. Ähnliche Ansätze dieser Zweifarbigkeit der Plagioklasverwitterung habe ich an „echten“ Laitila-Rapakiwis (Nahgeschiebe aus Finnland) beobachtet. Eine Bruchfläche zum Prüfen der frischen Farbe des Plagioklas konnte an diesem gerundeten Stein nicht geschlagen werden. Wenigstens die hell-graugrünlichen Farben des Plagioklas deuten neben der Ausbildung des Alkalifeldspat und des Quarzes auf eine Herkunft aus dem Laitila-Pluton.

 

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Heller porphyrischer Rapakiwi, Übergang zum Pyterlit (Nr. 058, Steinitz), trockene Oberfläche. Eckige und gerundete, cremefarbene Feldspäte, gesäumt von graubraunen idiomorphen Quarzen. Einige Feldspäte tragen z.T. einen Saum aus hellgrünem Plagioklas. Vermutlich ein weisser Nystad-/Vehmaa-Rapakiwi (Lokala-Granit, Referenz). Vergleichsproben zeigen auf der frischen Bruchfläche etwas dunklere bis braune Quarze und olivgrünen Plagioklas. Eine Bruchfläche konnte an diesem Objekt allerdings ebenfalls nicht erzeugt werden.

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Angefeuchtete Oberfläche. Links der Mitte ist ein länglicher, abgerundeter Feldspat mit hellgrünem Plagioklassaum zu erkennen. Stellenweise, z.B. rechts der Mitte, ist ansatzweise Kranzbildung der idiomorphen Quarze um Feldspatkristalle zu beobachten. Dieses Gefüge ist typisch für die Nystad-Rapakiwis.

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Seitlicher Blick auf den Gesteinsblock: ein etwa 3,5 cm im Durchmesser großes Ovoid mit dickem hellgrünem Plagioklas-Saum. Die Alkalifeldspäte sind weiß bis schwach rötlich gefärbt.

 

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Grauer Pyterlit (Nr. 038, Steinitz) mit mafischem Xenolith. Plagioklas ist auf der Verwitterungsrinde überwiegend graugrün gefärbt, aber auch rötliche und braune Töne treten auf. Idiomorphe Quarze sind hellgrau bis bräunlichgrau gefärbt. Möglicherweise ein Pyterlit vom finnischen Festland (bzw. aus dem Unterwasserteil des Vehmaa-Plutons).

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Grünweißer, gleichkörniger bis schwach porphyrischer Rapakiwi (Nr. 061, Steinitz), Plagioklas olivgrün bis graugrün, Quarze grau bis braun, eckig und sehr dunkel. Solche oder ähnliche Rapakiwis müssten als Begleitgesteine v.a. des weiter unten gezeigten „Lellainen“-Rapakiwis öfter auftreten. Ob dieses Exemplar tatsächlich vom finnischen Festland stammt, läßt sich bisher nicht eindeutig beantworten. Die Quarze, graugrüner Plagioklas und die helle Farbe der Feldspäte sprechen dafür.

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Auffälliger Rapakiwi mit Pyterlitgefüge (Nr. 040, BB 50 cm, Steinitz) und goldbraunen Alkalifeldspäten. Auf der Oberfläche ist eine Striemung durch Gletscherschliff zu erkennen. Dieses Exemplar wurde zunächst als Lellainen-Rapakiwi bestimmt und stammt damit vom finnischen Festland aus dem östlichen Teil des Laitila-Plutons. Angesichts der Ausdehnung dieses Vorkommens im Laitila-Gebiet sind entsprechende Begleitgesteine (kleinkörnigere weiße Rapakiwis, weiße Pyterlite) erwartbar. Diese liegen in Einzelfunden auch tatsächlich vor, stehen aber in keinem Verhältnis zu gleich drei hier diskutierten Exemplaren von möglichen Lellainen-Rapakiwis.

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Detailaufnahme der Nr. 040: neben der auffällig beigebraunen Farbe der Alkalifeldspäte, die grössere Ovoide bis 4,5 cm bilden, gibt es zonierte, leicht bläuliche bis blaugraue Quarze, die kleineren von ihnen idiomorph, die grösseren in xenomorphen Körnern. Plagioklas ist grün, z.T. graugrün, aber nicht olivgrün gefärbt. Das Gefüge, v.a. der Alkalifeldspäte, ist ähnlich diffus, wie man es an den Anstehendproben erkennen kann. Bis auf die Farbe des Plagioklas klar ein Lellainen-Rapakiwi.

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Detail eines großen Feldspatovoids von etwa 4 cm Durchmesser.

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Auf diesem Detailfoto sind die grossen zonierten, leicht bläulich erscheinenden Quarze und die etwas irregulär verlaufenden Konturen der Alkalifeldspäte besser zu erkennen.

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Von diesem Stück konnte eine Probe genommen werden. Im Bruch erscheinen die Quarze mittelgrau. Die Zonierung größerer Quarze ist längst nicht so deutlich ausgeprägt wie auf der Verwitterungsoberfläche und äußert sich lediglich in einer Trübung der inneren Bereiche. Plagioklas besitzt grüne bis graugrüne Färbungen.

 

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Ein auffälliger, ebenfalls als Lellainen-Rapakiwi (Nr. 042, Steinitz) bestimmter Rapakiwi (Referenz) war aufgrund von reflektierendem Licht stets schlecht zu fotografieren. Gut erkennbar sind dennoch die zahlreichen Blauquarze und die lachsfarbenen Alkalifeldspäte mit ihren irregulären Begrenzungen.

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Gleicher Block des Lellainen-Rapakiwi mit einem 4,5 cm breitem Ovoid, der von hellgrünem Plagioklas ummantelt wird. In der Vergrößerung erkennt man graphische Verwachsungen, und zwar offenbar von Plagioklas und Quarz. Diese als Myrmekit bezeichneten Verwachsungen sind für gewöhnlich nur unter dem Mikroskop zu erkennen.

Kleiner Abschlag der Nr. 042. Auch bei diesem Rapakiwi ist der Blauton der Quarze in der Unterwasseraufnahme nicht mehr gut zu erkennen. Größere Quarze sind zoniert, hell braungraue, hypidiomorphe bis idiomorphe Quarze der 2. Generation reichlich vorhanden sowie eine weitere Generation in den Alkalifeldspäten zu erkennen. Plagioklas besitzt hell graugrüne Färbungen. Dunkle Minerale sind Biotit und Hornblende.

 

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Ein weiterer Rapakiwi, der in Richtung Lellainen-Rapakiwi (Nr. 041, Steinitz, BB 35 cm) deutet und ein noch diffuseres Gefüge durch die irreguläre Anordnung v.a. der Alkalifeldspäte zeigt.

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Beige bis rötlich-braune Alkalifeldspäte, hell- bis mittelgrüner Plagioklas und an tiefer liegenden Quarzen erkennbare Graufärbung. Die Quarze erscheinen auf der Oberfläche etwas diffus ausgebildet. Ein Abschlag einer frischen Bruchfläche war nicht möglich.

 

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Ein ganz besonderer Fund ist dieser Quarzgang in einem Rapakiwi mit Pyterlit-Wiborgit-Mischgefüge (Nr. 054, Steinitz, BB 35 cm), Aufnahme von oben. Der Gang weist eine Zonierung auf. In etwa gleich große, transparente und idiomorphe Quarze „schwimmen“ dicht an dicht in einer hellen Masse aus Alkalifeldspat. In der Gangmitte ist wesentlich mehr und gröber kristallisierter Alkalifeldspat zu erkennen.

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Weitere Ansicht auf die Zweiteilung des Quarzganges.

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Gefüge des Wirt-Rapakiwis: grobes Mischgefüge aus Pyterlit- und Wiborgitgefüge mit gelbbraunem Alkalifeldspat (Ovoide bis 3 cm) und graugrünem bis olivgrünem Plagioklas. Quarz ist idiomorph ausgebildet, tiefer liegende, unbeschädigte Quarze sind graubraun gefärbt. Der Rapakiwi könnte von Åland oder Kökar stammen (Hinweis M. Bräunlich).

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Ummantelte und nicht ummantelte Ovoide, eckige und abgerundete Feldspäte ohne auffällige Kranzbildung durch idiomorphe Quarze sprechen gegen eine Herkunft aus einem finnischen Festlandsvorkommen.

 

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Grobkörniger Rapakiwi mit Wiborgit-Pyterlit-Mischgefüge (Nr. 060, BB 40 cm, Steinitz): rosa farbener Alkalifeldspat (Ovoide bis 4 cm), hell olivgrüner Plagioklas und hellgraue, meist idiomorphe Quarze. Ein ganz ähnliches Stück ist in ZANDSTRA (1999) abgebildet, wenn auch die Kranzbildung der Quarze im vorliegenden Objekt nicht so ausgeprägt ist. (Nr. 25, „Finnischer Rapakiwi, Pyterlitischer Typ, …möglicherweise vom Laitila-Massiv“ sowie Nr. 45: Anstehendprobe Lellainen-Granit)

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Es gibt aber auch auf Åland Rapakiwis, die eine solche Farbkombination und ein ähnliches Gefüge aufweisen, wenn auch möglicherweise nicht so grobkörnig (s. erstes Beispiel auf kristallin.de).

 

Rapakiwis von Nordingrå?

Die Zuordnung von Rapakiwis nach Nordingrå bzw. Ångermanland ist problematisch, da noch keine umfassende oder abschließende Beschreibung der dort vorkommenden Rapakiwi-Typen existiert, die petrographisch charakteristische, im Geschiebebestand erkennbare und von Åland-Rapakiwis unterscheidbare Varianten herausstellt. Auf skan-kristallin finden sich zahlreiche Anstehendproben aus diesem Gebiet, auf rapakivi.dk eine Reihe von Nahgeschiebe von Norrfällsviken. In ZANDSTRA 1999 beschriebene Gesteine scheinen eher untypische Vertreter zu sein. Als mögliche Leitgeschiebe eignen sich unter Vorbehalt zunächst zwei Typen:

  • porphyrische Rapakiwi-Granite mit mittelgrauen und gerundeten größeren Quarzen (2-3 mm) und einer kontrastierend roten Masse an graphischen Verwachsungen aus Feldspat und Quarz in den Zwickeln. Die rechteckigen, perthitisch entmischten Alkalifeldspäte weitgehend einheitlicher Größe (1-2cm) sind oft weiß bzw. hell und sehen rissig aus. Dunkle Minerale können Hornblende und Biotit sein. Nur vereinzelt sind plagioklasumrandete Alkalifeldspäte zu erkennen. Die Menge an graugrünem Plagioklas schwankt. Nach rapakivi.dk sollen gute Erkennungsmerkmale die rechteckigen Feldspäte und die grobe, tropfenförmige, meist rote mikrographische Struktur an der Peripherie sein.
  • Weiterhin gibt es hell rötlichbraune bis rötlich-graue porphyrische, vom Gefüge etwas homogener wirkende Rapakiwis, ähnlich der Nr. 048 und 499. Diese Rapakiwis enthalten ebenfalls, jedoch etwas unauffälligere graphische Verwachsungen in ähnlicher Farbe.

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Nordingrå-Rapakiwi? (Nr. 048, Steinitz). Hell rötlich-brauner Typ, der Anstehendproben auf skan-kristallin ähnelt. Rechteckige Alkalifeldspäte mit perthitischen Entmischungen, helle, gerundete tropfenförmige Quarze. Wenig graugrüner Plagioklas. Eckige graphische Verwachsungen aus Feldspat und Quarz sind vereinzelt auffindbar.

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Nordingrå-Rapakiwi? (Nr. 499, Cottbus-Nord). Helle, annähernd gleich große Alkalifeldspäte. Runde, hellgraue, mäßig korrodierte Quarzkörner. Nur mit der Lupe ist zwischen den Feldspäten eine hellrötliche, körnige Masse aus Alkalifeldspat und Quarz zu erkennen, dies sind die graphischen Verwachsungen. Eine Bruchfläche konnte an diesem gut gerundeten Geschiebe nicht geschlagen werden, der Befund bleibt daher etwas vage.

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Mittelkörniger rotbrauner Rapakiwi-Granit (Nr. 306, Merzdorf/Tgb. Cottbus-Nord, BB 100 cm) mit einzelnen größeren, bis 4 cm langen Alkalifeldspäten.

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Nasse Verwitterungsoberfläche der Nr. 306: verschieden große weiße Alkalifeldspäte, reichlich grüner, weitgehend xenomorpher Plagioklas sowie auffallend hellgrauer, xenomorpher Quarz sind reichlich von einer rotbraunen Masse an graphischen Verwachsungen begleitet. Relativ viel Mafite.

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Die Aufnahme einer Probe unter Wasser zeigt das Gefüge mit den hellroten graphischen Verwachsungen noch deutlicher. Es gibt keine Referenzprobe zu diesem Rapakiwi. Vor allem die Texturierung des Gesteins durch die graphischen Verwachsungen weist am ehesten in das Rapakiwigebiet von Nordingrå.

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Das letzte Exemplar in der Reihe der Rapakiwigesteine ist dieser Nordingra-Rapakiwi (Nr. 536, Steinitz, BB 20 cm), ein zunächst matt dunkles und etwas unscheinbar wirkendes Gestein mit porphyrischem Gefüge.

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Die helle, verwitterte Außenseite zeigt weiße, rissige Alkalifeldspäte, hellgraue hypidiomorphe bis idiomorphe Quarze und hellrote graphische Verwachsungen, die nicht gewunden, eher eckig aussehen.

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Ein Abschlag zeigt die frische Bruchfläche eines wesentlich dunkler wirkenden, grünlich-braunen Gesteins.

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Erst die Aufnahme unter Wasser (eines anderen Handstückes aus dem gleichem Block) läßt die hell rötlichen Farbtöne wieder hervortreten. Grüner Plagioklas kommt nur vereinzelt vor. Der Mafitanteil (nur Hornblende) ist recht hoch.

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Detail aus obigem Handstück, vgl. etwa mit dieser Probe auf rapakivi.dk, einem Nahgeschiebe von Norrvällsviken.

 

Literatur

Bräunlich M 2016 Kristallingesteine der nördlichen Ostsee (Teil 1: Rapakiwis) – Geschiebekunde aktuell 32 (2): 37– 53, 15 Abb., 3 Karten. Hamburg/Greifswald Mai 2016.

Postelmann A 1937 Besprechungen J. Hesemann, Zur Petrographie einiger nordischer kristalliner Leitgeschiebe – Zeitschrift für Geschiebeforschung und Flachlandsgeologie, Band 13, S.222-225.

Zandstra J G 1999 Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten – Backhuys Leiden.

Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Rapakiwis Teil 1

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Großer Block eines porphyraplitischen Rapakiwis, Steinitz (Nr. 070, Breite 70 cm). – Die Vielfalt und Variationsbreite von Rapakiwi-Gesteinen aus den ostbaltischen Herkunftsgebieten auf den Steinhalden der Niederlausitz ist bemerkenswert hoch. Allerdings kann die genaue Herkunft dieser Gesteine oftmals nicht ermittelt werden, da sie entweder minder ausgeprägte charakteristische Eigenschaften besitzen, die auf Gesteine mehrerer Rapakiwiplutone zutreffen (gleichkörnige Rapakiwis, Prick-Granite etc.) oder das Anstehende ein bisher nicht beprobbares Unterwasservorkommen ist. Letzterer Umstand betrifft v.a. folgende Gebiete:  

  • Åland-Archipel: vor allem der nördliche Teil, insgesamt etwa zwei Drittel dieses Plutons liegen unter Wasser.
  • Kökar: Anstehendproben gibt es von einigen Schären im Nordteil des Plutons. Die bis jetzt bekannten Proben ergeben ein punktuelles, kein umfassendes Bild der Gesteine von Kökar.
  • Rapakiwis vom Nordbaltischen Pluton: annähernd so groß wie der Åland-Pluton. Bisher beschrieben und mit einiger Wahrscheinlichkeit von dort stammend: Roter Ostsee-Quarzporphyr und „Ostsee-Rapakiwi„, BRÄUNLICH 2016. Angesichts der petrographischen Bandbreite der Gesteine, die bisher anstehend von Åland bekannt sind, muß mit einer ähnlichen Vielfalt im NB-Pluton gerechnet werden.
  • Teile des Rödö- und des Nordingrå-Plutons. Auch im Ostteil des Bottnischen Rapakiwibatholiths scheint es Vorkommen von Rapakiwigesteinen zu geben, die nicht von sedimentären Deckschichten bedeckt sind. Zu diesem Batholith gehören nicht nur die Rapakiwigesteine von Nordingrå/Ångermanland, sondern vermutlich auch noch ausgedehnte Unterwasservorkommen.
  • Liefert das vermutete Vorkommen des Braunen Ostsee-Quarzporphyrs, welches in der Nähe des Landorttiefs vermutet wird, evtl. auch noch weitere Rapakiwigesteine?
  • etwa die Hälfte des Vehmaa-Plutons vor dem finnischen Festland liegt unter Wasser. Finnische Festlandrapakiwis wurden auf den Halden der Lausitz gesichtet bzw. die Proben sind bei guter petrographischer Übereinstimmung als solche bestimmt worden. Mit Gesteinen vom viel weiter östlich gelegenen Wiborg-Pluton ist hingegen eher nicht zu rechnen, wie POSTELMANN schon 1937 bemerkte. Siehe hierzu ebenfalls BRÄUNLICH 2016.

Diese Kartenskizze (Quelle: rapakivi.dk) verdeutlicht die Vielfalt und Ausdehnung der Rapakiwi-Vorkommen. Grauviolett und violett markiert die Bedeckung der Plutone mit Sedimenten. Zu den eben angeführten grösseren Vorkommen kommen zahlreiche kleinere. Schaut man sich die Vielzahl der Anstehendproben vom Åland-Archipel auf kristallin.de an, dürfte deutlich werden, wieviele Rapakiwi-Varianten sich in diesem einen Pluton noch unter Wasser verbergen könnten. Weiterhin ist unklar, ob es z.B. Rapakiwi-Gesteine, die Gesteinen von Åland ähneln, auch im Nordbaltischen Pluton gibt. Daher erscheint es nicht sinnvoll, die meisten Gesteine ohne eingehende Betrachtung automatisch nach Åland zu verorten. Vielmehr sollte man nur diejenigen Gesteine als Åland-Gesteine bestimmen, die beschriebenen und beprobten Vorkommen entsprechen oder solche, die für Ålandgesteine angenommene hinreichende Charakteristika aufweisen. Dies betrifft v.a. Gesteine mit ausgeprägten Rapakiwi-Eigenschaften, also Wiborgit- und Pyterlitgefüge sowie einige quarzporphyrische Rapakiwis. Alle anderen Rapakiwigesteine (gleichkörnige Rapakiwis, viele porphyrische Rapakiwis, Aplite, Porphyraplite, Granophyre, Prick-Granite) sind eher nicht als Leitgeschiebe zu verwenden.

 

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Die Halde in Steinitz, das „Findlingslabyrinth“, hat viele der folgenden Fotomotive geliefert. Rapakiwigesteine sind hier besonders reichhaltig vorhanden. In den besuchten Tagebaubereichen der Niederlausitz treten neben einer großen Anzahl der Herkunft nach nicht bestimmbaren Rapakiwis vor allem solche von Åland und Kökar auf, untergeordnet und bemerkenswerterweise auch solche vom finnischen Festland (Vehmaa-/ Laitila-Pluton) und evtl. von Nordingrå (Bottnischer Rapakiwibatholith). Der „Ostsee-Rapakiwi“ wurde bisher nicht gefunden, obwohl er in Brandenburg in kleineren Handstücken nicht selten anzutreffen ist. Möglich ist, dass der eine oder andere hier gezeigte Rapakiwi aus dem Nordbaltischen Pluton stammt. Da dieser Pluton komplett unter Wasser liegt, sind in naher und fernerer Zukunft keine Anstehendproben zu erwarten. Das Gleiche gilt für den auf der obigen Kartenskizze mit Landsortdjubet gekennzeichneten Pluton (?) , in dem man das Anstehende des Braunen Ostsee-Quarzporphyrs vermutet (und evtl. des Ostsee-Syenitporphyrs sowie basaltische Mandelsteine, sog. „Ostsee-Melaphyre“, darunter möglicherweise auch die achatführenden Varianten). Als letztes bleibt festzuhalten, dass bisher unter den Rapakiwigeschieben der Lausitz keine eindeutig nach Rödö verortbaren Rapakiwis gefunden wurden.

 

Petrographische Beschreibung der Rapakiwi-Gesteine

Zur Beschreibung und petrographischen Unterscheidung der Rapakiwi-Gesteine bietet sich die Systematik der finn. Geologen an (s. HAAPALA & RÄMÖ 1992). Zu berücksichtigen ist, dass man es im Gelände sehr häufig mit Mischgefügen und Übergängen zwischen mehreren Typen zu tun hat. Hinzu kommen noch einige z.T. antiquierte Bezeichnungen und Lokalnamen aus der Geschiebekunde.

  • Quarzporphyrische Rapakiwi-Gesteine (Quarzporphyre, Granitporphyre), s. Abschnitt „Porphyre“.
  • Gleichkörnige Rapakiwis. Begriffe aus der Geschiebekunde: „Åland-Granit“, Aplitgranite, Granophyre, gleichkörnige Granite vom Typ „Haga“, Prick-Granite etc. Diese Gesteine taugen eher nicht als Leitgeschiebe, da ihnen hinreichende charakteristische Eigenschaften fehlen, die solche Gesteine möglichst unverwechselbar machen.
  • Porphyrische Rapakiwis: bimodales Gefüge von größeren eckigen oder ungleichmäßig geformten Feldspäten in einer granitischen Grundmasse. Manche charakteristische Vertreter von ihnen sind als Leitgeschiebe geeignet, z.B. einige Kökar-Rapakiwis, Ostsee-Rapakiwi.
  • Pyterlite: Feldspat-Ovoide ohne Plagioklasmantel, häufig – nicht immer – mit idiomorphen Quarzen. Die finn. Geologen kartieren Pyterlite, sobald einige wenige Ovoide in z.B. porphyrischen Rapakiwis vorkommen. Diese Gesteine entsprechen vom Aussehen nicht immer der geschiebekundlichen Vorstellung von einem Pyterlit.
  • Wiborgite (mit plagioklasummantelten Feldspat-Ovoiden). Rapakiwis mit Wiborgit- und z.T. auch Pyterlit-Gefüge sind als Leitgeschiebe brauchbar, da sie die differenziertesten und zugleich die „klassischen“ Rapakiwi-Gefüge darstellen.

Die folgende Beschreibung der Rapakiwi-Gesteine zeigt zahlreiche dieser Gefügetypen. Bei einigen lassen sich Aussagen zur Herkunft machen. Im Anschluß werden Geschiebebestimmungen einzelner Herkunftsgebiete vorgestellt und diskutiert.

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Detail eines Rapakiwi-Granits mit Pyterlitgefüge: großes Feldspatovoid mit mehrfacher Zonierung, erkennbar an den Ringen dunkler Minerale. Findling am Ortsausgang Pritzen, ehem. Tgb. Greifenhain.

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Einschluß eines mafischen Xenoliths in einem rotbraunen, relativ kleinkörnigen (Åland-)Rapakiwi-Granit mit Wiborgit-Gefüge (Nr. 314, Aussichtspunkt Merzdorf, Tgb. Cottbus-Nord).

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Großer Xenolith eines Alkalifeldspats mit perthitischer Entmischung in einem Åland-Rapakiwi (Nr. 316, Merzdorf, Tgb. Cottbus-Nord).

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Etwa 3 cm großes, plagioklasumsäumtes bräunlich-rotes Ovoid (Wiborgitgefüge) in einem Rapakiwi-Granit (Nr. 449, Malxetal/ Tgb. Jänschwalde) mit rötlich bis rötlich-braunen Feldspäten und hellgrauen Quarzen, wahrscheinlich ein Åland-Wiborgit.

 

Gleichkörnige Rapakiwis

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Klein- und gleichkörniger Rapakiwi-Granit (Nr. 026, Steinitz). Die blaßgelben Alkalifeldspäte zeigen perthitische Entmischung. Dieser Typ wird oft als „Haga-Granit“ bezeichnet, von dem es rote und gelbe Varianten gibt. Auf Åland gibt es einige kleine Vorkommen von solchen Graniten, allerdings ist die Zuordnung zu diesem Pluton problematisch, da aufgrund der relativen Häufigkeit im Geschiebe weitere und größere Vorkommen existieren müßten, entweder im Unterwasserteil von Åland oder in einem anderen Vorkommen.  V.a. die leicht porphyrischen Varianten könnten z.B. auch vom NB-Pluton stammen (Hinweis M. Bräunlich).

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Orangegelber gleichkörniger bis schwach porphyrischer Rapakiwi (Nr. 073, Steinitz), ähnliches Gefüge wie im vorigen Bild. Diese Variante ist in der Niederlausitz recht häufig zu finden, gleich in mehreren Exemplaren auf der Halde in Steinitz.

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Schwach porphyrischer, klein- bis mittelkörniger Rapakiwi-Granit (Nr. 021, Steinitz), ebenfalls Typ „Haga-Granit“, etwas mafitreicher als die vorhergehenden Varianten. Herkunft von Åland (Referenz Nr.4 und 5) oder aus einem anderen Pluton.

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Heller, klein- bis mittelkörniger, schwach porphyrischer Rapakiwi (Nr. 022, Steinitz) mit hellbraun-gelblichen Alkalifeldspäten und viel hellgrünem Plagioklas.

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Man kann gut die perthitische Entmischung der Alkalifeldspäte erkennen. Herkunft ungewiß. Das Gefüge passt nicht zu den bisher bekannten Åland-Gesteinen. Vom Farbspiel der Feldspäte und aufgrund der graubraunen Quarze könnte man eine Herkunft von Kökar vermuten, denn es gibt ähnliche Rapakiwi-Typen, z.B. grobkörnige Pyterlite, auf die mehrere Merkmale von Kökar-Rapakiwis zutreffen. Allerdings ist die Korrelation von Herkunft und Farbe der Feldspäte und Quarze bei Rapakiwigesteinen eher unspezifisch.

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Mittelkörniger porphyrischer Rapakiwi (Nr. 024, Steinitz) mit dunklen idiomorphen Quarzen, rosa-braunen Alkalifeldspäten (z.T. Karlsbader Zwillinge) und wenig gelbgrünem Plagioklas. Diese Variante könnte gut von Åland stammen, zeigt bis auf die Farbe der Alkalifeldspäte und der dunklen Quarze aber kaum charakterisierende Merkmale. Vermieden werden sollte in diesem Zusammenhang der Begriff „pyterlitisches Gefüge“ aufgrund der idiomorphen Quarze. Pyterlite sind definiert durch runde Alkalifeldspäte, die häufig, aber nicht immer von idiomorphen Quarzen umgeben sind.

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Himbeerroter Aplitgranit (Nr. 072, Steinitz, BB 45 cm). Das Gestein besteht zu einem großen Teil aus einem kleinkörnigem Gefüge von Alkalifeldspat mit Quarz ohne graphische Verwachsungen, darin einige größere korrodierte Quarze. Plagioklas und dunkle Minerale kommen nur sehr untergeordnet vor. Charakteristisch sind die Löcher, die teilweise idiomorphe Kristalle enthalten, sog. Miarolen. Sie entstehen in magmatischen Phasen, die viel Wasser angereichert haben und dieses bei relativ rascher Kristallisation der Schmelze abgeben. Solche Aplitgranite sind keine Leitgeschiebe. Der sog., meist ziegelrote „Åland-Aplitgranit“ tritt in ähnlichen Varianten auch in Nordingrå auf, Vorkommen in anderen Unterwasservorkommen sind ebenfalls wahrscheinlich.

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Ausschnitt eines Aplit-Granits mit porphyrischem Gefüge, ein Porphyraplit (Nr. 031, Steinitz) mit einigen wenigen, kräftig rot umrandeten Ovoiden und eckigen Feldspateinsprenglingen. Keine graphischen Verwachsungen in der Matrix, Herkunft ungewiß.

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Hell beigefarbener Granophyr, ein überwiegend aus graphischen Verwachsungen bestehender Rapakiwi-Granit (Nr. 317, Cottbus-Nord). Eine Herkunft von Åland ist nicht unwahrscheinlich. Gleichwohl enthalten einige der von Åland bekannten Granophyre („Mariehamn-Granit“, Referenz) fast ausschließlich graphische Verwachsungen, sind also eine Sonderform der aplitischen Rapakiwis, während dieses Stück einige größere Quarz- und Feldspateinsprenglinge aufweist und damit eine Übergangsform zwischen Granophyr und gleichkörnigem Rapakiwi-Granit bildet. Zudem ist der Farbeindruck des Mariehamn-Granits eher rötlich fleischfaben bis grau-rötlich. Allerdings ist auch bei den Granophyren aufgrund ihrer Ubiquität in Rapakiwi-Plutonen eine eindeutige Zuordnung zu einem Vorkommen kaum möglich.

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Detail des vorigen Stückes. Die graphischen Verwachsungen sind schön anzusehen. Überdies sind Granophyre nicht die häufigsten Vertreter der Rapakiwi-Gesteinsfamilie.

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Ein anderer Granophyr (Nr. 044, Steinitz) mit mehr mafischen Mineralen als das vorige Exemplar. Detail eines von graphischen Verwachsungen radial umsäumten Quarzes der 1. Generation.

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Auch dieser Granit (Nr. 043, Steinitz) besteht zu einem großen Teil aus graphischen Verwachsungen (Granophyr), zusätzlich sind kleine blaugraue, von einem grünem Rand ummantelte Ovoide zu erkennen (Wiborgitgefüge). Neben Quarz in graphischen Verwachsungen sieht man größere dunkle Quarze. Dieses Gefüge ist typisch für Åland, ein granophyrischer Åland-Rapakiwi-Granit mit Wiborgitgefüge (Referenz: Bomarsund).

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Grau-weißer, vermutlich durch Hämatitausscheidungen rot akzentuierter, mittelkörniger Rapakiwi-Granit (Nr. 007, Steinitz).

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Ein Teil des Gesteins besteht aus graphischen Verwachsungen von weißem Feldspat mit Quarz. Die grauen Feldspäte hingegen bilden runde Formen mit undeutlichen Korngrenzen. Die „typische“ Åland-Farbe fehlt, Herkunft ungewiß.

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Sog. „Åland-Granit“. Gleichkörniger bis schwach porphyrischer Rapakiwi-Granit, aufgrund fehlender Wiborgit- oder Pyterlit-Merkmale zur petrographischen Abgrenzung und Geländeansprache früher als „Åland-Granit“ bezeichnet. Da alle hier behandelten Rapakiwi-Gesteine Granite sind, wäre es folgerichtig, auf den Begriff Åland-Granit zu verzichten, siehe auch die Ausführungen von M. Bräunlich auf kristallin.de. Das Gestein zeigt zwar die für Åland typischen Farbtöne und stammt mit einiger Wahrscheinlichkeit von dort. Es ist aber nicht ausgeschlossen, sondern sogar eher wahrscheinlich, dass z.B. auch der NB-Pluton ganz ähnliche Gesteine geliefert hat.

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Orangebrauner Prick-Granit (Nr. 444, Jänschwalde, Malxetal, B 45 cm), eine Varietät eines aplitischen Rapakiwi-Granits. Namensgebend sind die regelmäßig verteilten Biotit-„Pricken“ in einer ansonsten kleinkörnig-aplitischen Gesteinsmasse ohne graphische Verwachsungen. Herkunft ungewiß, Prick-Granite sind keine Leitgeschiebe.

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Detail der Nr. 444: aplitische Gesteinsmasse in grünlichen und orangen Farbtönen. Einige größere helle und korrodierte Quarze (1. Generation) sind zu erkennen. Ein undeutlicher oranger Feldspat ist konzentrisch von einem hellgrünen Hof umgeben.

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Aplitischer Rapakiwi, leicht porphyrisches Gefüge (Nr. 056, Steinitz) . Auffallend ist die hellrote Farbe. Quarze der ersten Generation sind unregelmaßig begrenzt und transparent hellgrau. Feldspäte sind rot und weiß und weisen unregelmäßige Korngrenzen auf. Weißer bis hellgrüner Feldspat müßte Plagioklas sein. In der Matrix liegen Quarze einer 2. (kleiner als die großen Quarze, dunkler und eckig) und möglicherweise 3. Generation (graphische Verwachsungen, sehr spärlich). Herkunft ungewiß.

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Rosagrauer Porphyraplit (Nr. 067, Steinitz) mit weißen Feldspatovoiden, Herkunft ungewiß.

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Übergangsform mit Wiborgitgefüge (Nr. 068, BB 25 cm, Steinitz) Eine teils aus graphischen Verwachsungen bestehende, teils auch körnig-aplitische Grundmasse enthält viele abgerundete bis runde, teilweise von einem gelblich-weißen Plagioklassaum umgebene Alkalifeldspateinsprenglinge (Wiborgitgefüge). Größere helle Quarze haben eine leicht bläuliche Farbe. Herkunft ungewiß.

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Hellbrauner Porphyraplit? (Nr. 519, Steinitz) mit einer interessanten Zwillingsbildung der weißen Alkalifeldspäte. Unklar ist, ob es sich überhaupt um ein Gestein der Rapakiwi-Familie handelt. Die Grundmasse ist körnig, und es sind jeweils 2 Generationen von Quarz und Alkalifeldspat enthalten. Die größeren xenomorphen und teils trüben Quarze sehen allerdings eigenartig aus und bilden auch größere Ansammlungen (a.d. Bild nicht zu sehen).

 

Porphyrische Rapakiwis

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Porphyrischer Rapakiwi (Nr. 045, Steinitz) mit bläulichen Quarzen und rosa- bis hell fleischfarbenen, meist eckigen Feldspäten in einer Matrix ohne graphische Verwachsungen. Die trüben, leicht zonierten Blauquarze sind ein auffallendes Merkmal, lassen sich aber wohl keinem besonderem Vorkommen zuordnen. Sie können in porphyrischen Rapakiwis von Åland, Kökar oder dem finnischen Festland vorkommen.

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Porphyrischer Åland-Rapakiwi, Übergang zum Pyterlit (Nr. 049, Steinitz, BB 30 cm). Teils eckige, teils abgerundete, perthitisch entmischte Alkalifeldspäte sind umgeben von minder vollständigen Kränzen von dunkelgrauem, idiomorphen Quarz. Es überwiegt das porphyrische bzw. das Pyterlit-Gefüge, aber auch einige plagioklasumsäumte Ovoide sind zu finden, die möglicherweise ins Pyterlit-Magma eingeschleppt wurden. Referenz: Langnäs, Lumparland/Åland.

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Detail aus vorigem Stück: grün umsäumter, hellbrauner Alkalifeldspat im Pyterlit. Einige abgerundete und eigenständige Plagioklase sind ebenfalls erkennbar. Pyterlite von Åland entwickeln kein so klares und eindeutiges Gefüge wie die Pyterlite der Typlokalität Pyterlahti, s. kristallin.de.

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Porphyrischer Rapakiwi (Nr. 020, Steinitz) mit reichlich grünem Plagioklas, hell gelb- bis orangebraunen Alkalifeldspäten mit deutlicher perthitischer Entmischung und relativ viel dunklen Mineralen. Quarz ist dunkelgrau und idiomorph ausgebildet. Herkunft ungewiß.

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Rosafarbener porphyrischer Rapakiwi (Nr. 056, Steinitz), Mischgefüge mit zumindest oberflächlich hellgrau erscheinenden Quarzen und rotbraunem, z.T. auch grünem Plagioklas. In der Bildmitte ist ein von rotbraunem Plagioklas umrandetes Ovoid zu erkennen. Stellenweise ist Pyterlitgefüge erkennbar. Herkunft ungewiß, Kökar oder NB-Pluton?

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Blaß orangefarbener porphyrischer Rapakiwi (Nr. 477, Cottbus-Nord). Ein einzelnes Ovoid eines mafitdurchsetzen Feldspats trägt einen Saum aus ebenfalls mafischen Mineralen in einem ansonsten durchgehend porphyrischen Gefüge.

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Mittelkörniger porphyrischer Rapakiwi (Nr. 062, Steinitz), möglicherweise von Åland („Åland-Granit“). Es konnte aber keine Anstehendprobe in den zahlreichen Referenzen (skan-kristallin.de, kristallin.de) gefunden werden, die sich mit diesem Typ deckt.

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Großer Block eines mittelkörnigen vollroten Rapakiwi-Granits (Nr. 057, BB 50 cm, Steinitz) mit vereinzelten, umsäumten runden Feldspäten (Wiborgitgefüge) in trockenem Zustand.

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Detail der Oberfläche, angefeuchtet. Auf den ersten Blick könnte man angesichts der leuchtend roten Farbe und der hellen und transparenten Quarze eine Herkunft von Rödö assoziieren. Die Quarze müssten aber heller sein und weitgehend ohne würmchenartige magmatische Korrosion in Inneren der abgerundeten Körner. Die Ovoide müßten in der Regel größer (1,5-2 cm Minimum) sowie heller als die Grundmasse ausgebildet sein, um ein sicheres Leitgeschiebe zu erhalten (s.a. Rödö-Rapakiwis auf kristallin.de). Graphische Verwachsungen sind in diesem Ausschnitt nicht besonders deutlich zu erkennen, sie scheinen bei Rödö-Rapakiwis eher eckige als gewundene Formen anzunehmen. Auch auf Åland gibt es lebhaft rote Rapakiwis mit Wiborgit-Gefüge (Referenz). Es bleibt festzuhalten, dass auf der Halde in Steinitz trotz der Vielzahl an Rapakiwi-Geschieben kein einziges Gestein dem Rödö-Gebiet sicher zugeordnet werden konnte.

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Bei diesem Granit (Nr. 063, BB 25 cm, Steinitz) bleibt offen, ob es sich überhaupt um einen Rapakiwi handelt. Das Gefüge ist deutlich porphyrisch, die grösseren Quarze besitzen alle ähnliche Größen. Plagioklas besitzt hellgrüne und gelbliche Töne, zudem sind zahlreiche epidotähnliche Ausscheidungen zu beobachten.

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Angefeuchtetes Detail der Nr. 063. Es gibt graphische Verwachsungen in der Grundmasse, wenn auch wenige. Quarz und Feldspat liegen somit jedenfalls in 2 Generationen vor. Magmatische Korrosion ist an den größeren blaugrauen Quarzen kaum zu erkennen. Gelblich-weißer Feldspät in geringer Menge könnte Plagioklas sein. Dunkle Minerale sind nur untergeordnet vorhanden und erscheinen zudem teilweise chloritisiert. Die roten Feldspäte weisen undeutliche Formen auf. Herkunft unklar, aufgrund zu weniger spezifischer Merkmale vermutlich auch nicht zu ermitteln.

 

Åland-Wiborgite

Als typische Vertreter von Åland-Rapakiwis mit Wiborgit-Gefüge gelten hämatitimprägnierte rotbraune, ziegelrote, auch hell fleischrote und graurote Granite mit meist kleinen, charakteristisch ausgebildeten 1-2 cm großen plagioklasumsäumten Ovoiden. Im Osten Ålands können die Ovoide auch wesentlich größer werden. Dazu kommen graphische Verwachsungen in der Grundmasse mit körnigen oder länglich gebogenen (kommaartigen) kleinen Quarzen.

Ålandrapakiwis besitzen einen großen Formen- und Gefügereichtum, rotbraune Farben treten sehr häufig auf. Aber lediglich die Färbungen von Rapakiwigesteinen reichen nicht für eine Herkunftsbestimmung aus, da die Farben in Rapakiwiplutonen variabel sind und auf kleinstem Raum starke Gefüge- und Farbwechsel auftreten können. M. Bräunlich weist auf Ähnlichkeiten zwischen Åland- und Nordingrå-Rapakiwis hin. Diese Rapakiwis sind manchmal nicht unterscheidbar. Åland-Gesteine dominieren natürlich aufgrund ihrer exponierten Lage in der Stromrichtung des Eises mitten in der Ostsee und des im Vergleich zu anderen Rapakiwivorkommen kürzeren Transportweges. Eine Vielzahl von Anstehendproben der Åland-Rapakiwis mit Wiborgit-Gefüge ist auf skan-kristallin dokumentiert und wird dort eingeteilt nach diversen Gefügevarianten. Kristallin.de zeigt eine Auswahl von sehr unterschiedlichen Anstehendproben von Åland, auch Varianten, die man nicht unbedingt sofort dorthin verorten würde. Trotz der guten Kenntnis des Anstehenden auf Åland sei hier auch noch einmal auf den Umstand verwiesen, dass nur etwa ein Drittel des Plutons über Wasser liegt. Die ausgedehnten v.a. im Norden der Inseln gelegenen Unterwasservorkommen sind weitgehend unerforscht. Eine systematische Erfassung von Nahgeschieben auf Åland könnte die petrographische Kenntnis dieser Bereiche deutlich erweitern.

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Åland-Rapakiwigranit (Nr. 326, Tgb. Cottbus-Nord) mit Wiborgitgefüge (bräunlich-grüne Plagioklasringe um helle, max. 2 cm große Feldspatovoide) und roter Hämatit-Pigmentierung.

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Rotfleckiger Åland-Wiborgit (Nr. 329, Finglingslager Cottbus-Nord); Ovoide bis 3 cm.

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Roter Åland-Wiborgit (Nr. 313, Findlingslager Cottbus-Nord). Leuchtend rote Feldspatovoide mit weißem Plagioklasrand, Größe der Ovoide bis 1,5 cm. Das Wiborgitgefüge tritt mit der Verwitterung  noch deutlicher hervor, weil die Plagioklasringe durch Kaolinisierung heller werden.

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Rotfleckiger Åland-Wiborgit (Nr. 003, Steinitz) mit zahlreichen grauen Ovoiden, die weniger deutlich von einem dünnen grünen Plagioklasrand gesäumt sind. BB 25 cm.

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Bunter Åland-Wiborgit (Nr. 311, Cottbus-Nord) mit hell fleischfarbener Grundmasse und reichlich graphischen Verwachsungen, auch ringförmig um einzelne Ovoide. Viel grüner Plagioklas.

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Mittelkörniger roter Åland-Rapakiwi, Referenz: Färjesund. Feldspatovoide mit weißem Plagioklasrand. Die Größe der Ovoide übersteigt kaum 1 cm.

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Gleicher Block, angefeuchtetes Gefüge: Quarze sind hell- bis dunkelgrau gefärbt, einige etwas tiefer sitzende Quarze sind transparent dunkelgrau. Weißer Feldspat ist vermutlich Plagioklas, der auch eigenständig vorkommt. Graphische Verwachsungen sind vorhanden, auf dem Foto aber schwer zu erkennen.

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Ähnlicher roter Åland-Rapakiwi (Nr. 016, Steinitz) mit Wiborgitgefüge, Ovoide bis 3 cm. In der Mehrzahl runde, zum Teil auch eckige Feldspäte mit Plagioklasrändern.

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Dieser vermutlich von Åland stammende Rapakiwi (Nr. 012, Steinitz) mit etwas undeutlichen Korngrenzen ist durch relativ hohen Plagioklasgehalt (grüne Feldspäte) gekennzeichnet. Es gibt weiterhin wenige, dünn umrandete Alkalifeldspat-Ovoide. Quarz ist in 3 Generationen zu beobachten: 1. einzelne größere und hellgraue Quarze, magmatisch korrodiert, 2. viele mittelgroße, eckige Quarze und 3. kleinere Partien mit graphischer Verwachsung.

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Detail der Nr. 012 mit dünn umsäumtem Ovoid, das zahlreiche Körner dunkler Minerale führt.

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Rosafarbener (Åland-)Wiborgit mit teilweise weißen Ummantelungen der runden Alkalifeldspäte. Z.T. idiomorph ausgebildeter Plagioklas ist hellgrün gefärbt, Quarze hellgrau. Vermutlich aus dem Nordosten des Åland-Archipels (Sandö/Vardö).

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Ähnlicher Block mit Wiborgit/Pyterlit-Mischgefüge (Nr. 055, Steinitz) und einigen auffallend eckigen Alkalifeldspäten. Auch dieses Exemplar könnte aus dem NE Ålands stammen (Referenz), wenn auch die grobkörnigen Rapakiwis mit den auffallend großen Ovoiden eher rötlich-braune bis orangebraune Färbungen zeigen. Plagioklas ist hier hell graugrün, meist eher apfelgrün gefärbt. Nach ZANDSTRA 1999 (Platenatlas Nr.30) kommen im NE Ålands Ovoide bis 4 cm ø mit intensiver rot getönter Randzone vor. Auch grüngelbe Mäntel um die Ovoide und insgesamt wenig graphische Verwachsungen treten auf. „Herkunft: unsicher; möglicherweise das Seegebiet zwischen Enklinge-Kumlinge und Vårdö, westlicher Åland-Archipel“.

 

Pyterlite und Åland-Pyterlite

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Pyterlite können nicht nur idiomorphe, sondern auch xenomorphe, korrodierte Quarzkörner ausbilden. Entscheidend für die Einstufung als Pyterlit sind gerundete Alkalifeldspäte ohne Plagioklassaum. Im Bild ein Åland-Pyterlit (Nr. 357, polierte Fläche, Findlingspark Nochten) mit hellen, etwa 3 cm großen Ovoiden, Referenz: Sandö.

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Ein Mischgefüge Pyterlit/Wiborgit (Nr. 019, Steinitz) eines hellen Rapakiwis mit etwa 4 cm großem Ovoid und kleineren, von oliv- bis braungrünem Plagioklas umsäumten Ovoiden. Es überwiegen solche ohne Plagioklasmantel, idiomorphe Quarze sind dunkelgrau. Herkunft ungewiß, Åland oder Kökar?

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Mischgefüge Pyterlit/Wiborgit (Nr. 059, Steinitz) in einem orangebraunem Rapakiwi, Ovoide bis 4 cm. Herkunft NE-Åland?

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Möglicherweise ebenfalls ein Åland-Pyterlit (Nr. 521, Steinitz, BB 60cm) mit großem basischem Fremdgesteinseinschluß.

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Grünlich-beigefarbener Pyterlit (Nr. 451, Cottbus-Nord) mit grünlichem und rotem Plagioklas und mittelgrauen, teilweise idiomorphen Quarzen. Eine Vergleichsprobe, die diesem Gefüge nahekommt, wurde bisher nicht gefunden.

 

Rapakiwi-Mischgefüge

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Mischgefüge porphyrischer Rapakiwi/Pyterlit (Nr. 505, Tgb. Cottbus-Nord), angewittert von blaß rötlicher Farbe, im frischen Bruch hell rötlich-orange. Dieser Block konnte beprobt werden. Die äußerliche Farbe weicht doch deutlich von der einer frischen Bruchfläche ab.

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Unterwasseraufnahme eines großen Handstückes aus dem vorigen Block. Neben eckigen und abgerundeten Alkalifeldspäten (Ovoide bis 4 cm) enthält das Stück auch einige von grünem Plagioklas umrandete Ovoide. Auffallend ist das kontrastreiche Nebeneinander von hellem Feldspat und ziemlich dunklen Quarzen. Die kleineren von ihnen sind idiomorph ausgebildet und von mittelgrauer bis braungrauer Färbung.

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Weiteres Detail der Nr. 505: perthitische Entmischung und Verzwilligung (Karlsbader Zwillinge) der Alkalifeldspäte. Plagioklas kommt untergeordnet vor und besitzt sowohl hellgrüne als auch rötlich braune Färbungen. Der Anteil an Mafiten (Biotit und Hornblende) ist ebenfalls gering. Herkunft: möglicherweise Kökar aufgrund der braunen Quarze und zweifarbigen Plagioklase.

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Bunter, teilweise schon etwas durchgewitterter und in zahlreiche Bruchstücke zerlegter Rapakiwi mit Wiborgit-Pyterlit-Mischgefüge (Nr. 001, BB 70 cm) auf der Halde in Steinitz.

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Detail des Gefüges mit orangebraunem Alkalifeldspat und olivgrünem Plagioklas. Hellgraue Quarze sind weitgehend idiomorph ausgebildet.

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Abschlag vom Block Nr. 001: die Spaltfläche schneidet günstig ein etwa 4 cm großes Feldspatovoid ohne Plagioklassaum und mehrere kleinere mit Saum. Plagioklas besitzt eine hellere Farbe als auf der Verwitterungsseite. Das Gestein zeigt Ähnlichkeiten mit Åland-Rapakiwis vom NE des Archipels (Sandö, Referenz).

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Hell orangeroter Rapakiwi, Mischgefüge Pyterlit/Wiborgit (Nr. 033, Steinitz), z.T. auch porphyrisches Gefüge mit eckigen Alkalifeldspäten. Die größten Ovoide erreichen etwa 3 cm.

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Die idiomorphen Quarze wirken auf der Außenfläche hellgrau, Plagioklas hellgrün bis olivgrün.

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Ein Abschlag zeigt, dass der Gesteinsblock schon ein wenig angewittert war. Der Verlauf der Bruchkante ist irregulär. Auf der Bruchfläche ist der Alkalifeldspat eher orange gefärbt und die Quarze sind ziemlich dunkel. Einige größere Quarze besitzen eine leichte Zonierung, die kleineren Quarze sind wieder durchweg idiomorph ausgebildet. Die Farbe des Plagioklas ist im Bruch ein wenig lebhafter. Die Herkunft dieses Rapakiwis ist unklar, möglicherweise Åland oder Kökar.

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Zum Abschluß ein „echter“ Wiborgit mit einem Gefüge aus großen und vor allem reichlich Ovoiden bis 4 cm Durchmesser (Nr. 018, Steinitz, BB 60 cm). Das Stück erinnert ein wenig an die „Balitc Brown“-Varianten vom Wiborg-Pluton. Von dort stammt es aber mit einiger Sicherheit nicht, da seit jeher der Transport von Gesteinen aus dem Gebiet des Wiborg-Pluton nach Norddeutschland bezweifelt wird, siehe hierzu noch einmal POSTELMANN 1937, BRÄUNLICH 2015.

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Detail vom obigen Block. Hell fleischfarbener Alkalifeldspat in der Grundmasse, teils in graphischen Verwachsungen mit Quarz vorliegend. Große, hell gelbbraune Ovoide mit dünnem Saum aus Plagioklas, der bräunlich-grüne Färbungen besitzt. Xenomorphe bis idiomorphe Quarzkörner unterschiedlicher Größe und dunkle Minerale in kleinen Anhäufungen runden das Erscheinungsbild ab und lassen an eine Herkunft von Åland denken. Eine Referenzprobe gibt es bisher nicht, aber das Erscheinungsbild ist bis auf das grobe Wiborgitgefüge typisch für Åland. Zu erwähnen sind weiterhin die in BRÄUNLICH 2015 erwähnten und abgebildeten Funde von solchen und ähnlichen Wiborgiten in Estland, die denen vom Wiborg-Pluton ähneln, vermutlich aber eher vom NB-Pluton in der nördlichen Ostsee stammen.

 

Literatur

Bräunlich M 2016 Kristallingesteine der nördlichen Ostsee (Teil 1: Rapakiwis) – Geschiebekunde aktuell 32 (2): 37– 53, 15 Abb., 3 Karten. Hamburg/Greifswald Mai 2016.

Haapala I, Rämö OT 1992 Tectonic setting and origin of the Proterozoic rapakivi granites of southeastern Fennoscandia – Trans. R. Soc. Edinburgh: Earth Science 83, 165–171.

Postelmann A 1937 Besprechungen J. Hesemann, Zur Petrographie einiger nordischer kristalliner Leitgeschiebe – Zeitschrift für Geschiebeforschung und Flachlandsgeologie, Band 13, S.222-225.

Zandstra J G 1999 Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten – Backhuys Leiden.

Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Granitoide Teil 2

Uppland-Granite und Granite des svekofennischen Bereiches

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Augengranit unbekannter Herkunft auf der Findlingskippe in Steinitz. – Die Uppland-Granite sind die „jüngeren“ Granite des svekofennischen Raumes (nach Törnebohm) und erreichen Alter von 1,95-1,75 Ga. Sie entstanden während der svekofennischen Orogenese durch Aufschmelzung noch älterer Gesteine, vorwiegend wohl Metasedimente und Metavulkanite, jetzt als Gneise und Migmatite vorliegend, und durchschlagen diese, weswegen sie als „jüngere“ Granite bezeichnet werden. Wichtige traditionelle Leitgeschiebe aus diesem Bereich sind Sala-, Uppsala-, Stockholm- und Vänge-Granit, wenngleich diese nur einen kleinen Teil der dort beheimateten Granite ausmachen bzw. der im svekofennischen Raum auftretenden Granitkörper überhaupt, s.a. Übersicht Uppland-Granite.   

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Uppland-Granit, Typ Sala-Granit (Nr. 366, Findlingsgarten Nochten). Es handelt sich eigentlich um einen Granodiorit, da Plagioklas deutlich Alkalifeldspat überwiegt. Der weiße Alkalifeldspat ist auf dem Bild schwer zu erkennen. Plagioklas bildet kleine idiomorphe bis hypidiomorphe Kristalle von weißer bis grünlicher Farbe. Quarz ist von milchig graublauer Farbe und kann im Sala-Granit auch ohne Blaufärbung auftreten. Schwarze Minerale sind überwiegend Biotit und etwas Hornblende.

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Tonalit bis Granodiorit (Nr. 525, Steinitz) mit großem, nahezu assimiliertem mafischen Xenolith. Länge 130 cm, Xenolith etwa 40 cm im Durchmesser. Das mittel- und gleichkörnige Gestein hat Ähnlichkeit mit einem Sala-Granit bzw. -Granodiorit, aufgrund des Gefüges erscheint zumindest Uppland als Herkunft denkbar.

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Gefügedetail aus dem vorigen Bild. Überwiegend weißer, teilweise idiomorpher Plagioklas, von Alkalifeldspat nicht gut unterscheidbar. Hellgrauer bis leicht bläulicher Quarz, viele Mafite (Glimmer und Hornblende) sowie einige kleinere mafische Xenolithe.

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(Uppland?-)Granodiorit (Nr. 138, Steinitz) mit deutlicher Foliation. Vor allem an den Blauquarzen und den dunklen Mineralen ist die Einregelung durch seitlich wirkenden Gebirgsdruck erkennbar. Eine gewisse Ähnlichkeit zum Sala-Granit fällt auf, allerdings sind in diesem Beispiel die Plagioklase kaum idiomorph, sondern wirken überwiegend körnig und zerbrochen.

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Feinkörniger Biotitgranit, möglicherweise vom Typ Stockholm (Nr. 136, Steinitz). Die Bestimmung von feinkörnigen grauen Graniten als Stockholm-Granit ist nicht unproblematisch, da die Unterscheidung von ähnlichen Graniten aus anderen Gebieten schwierig ist, zumal von den ebenfalls kleinkörnigen Blekinge-Graniten (Halen- bzw. Spinkamåla-Granit). COHEN & DEECKE 1891 führen den Stockholm-Granit als mögliches Leitgeschiebe auf, weil er unter dem Mikroskop ein besonders charakteristisches Aussehen besitzt. Auch makroskopisch soll das Gestein einen „sehr charakteristischen Habitus“ besitzen durch die lichtgraue Gesamtfärbung und der ausgeprägten Gleichkörnigkeit aus weißem Plagioklas und Alkalifeldspat, grauem Quarz und braunschwarzen Biotit.

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Kleinkörniger Granit vom Typ Stockholm (Nr. 139, Steinitz, BB 60 cm) mit Pegmatitgang. In der Pegmatitpartie ist Quarz gelblichgrau gefärbt, während die bläulich-grauen Partien Alkalifeldspat sind, der vermutlich durch fein verteilte Glimmerminerale diesen Farbeindruck bewirkt. Pegmatite im Stockholm-Granit werden erwähnt in HOLMQUIST 1906 unter Bezug auf Törnebohm.

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Detail des kleinkörnigen, die Pegmatitader einbettenden Granits. Quarz ist grau, Alkalifeldspat transparent weiß und Plagioklas undurchsichtig gelblich-weiß gefärbt. Biotitplättchen erscheinen eingeregelt. Oben rechts im Bild sind schwarz-rote Xenolithe von Granat (+Biotit) zu erkennen. Sie könnten aus Granat-Paragneisen stammen, aus denen der Stockholm-Granit z.T. ausgeschmolzen wurde. Zumindest sind im Anstehenden des Stockholm-Granits Granatxenolithe nicht selten. Möglicherweise kann man diesen Typ kleinkörniger Granite auch zuverlässiger als Stockholm-Granit ansprechen, wenn Granat- oder auch Paragneis-Xenolithe vorhanden sind.

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Klein- bis mittelkörniger Granit (Nr. 137, Steinitz) mit weißen, meist unter 1 cm großen Feldspäten (Alkalifeldspat) und weiterem rot pigmentiertem Feldspat (möglicherweise Plagioklas und Alkalifeldspat). Die Herkunft des Granits ist unklar. Eine gewisse Ähnlichkeit zum Stockholm-Granit ist zu erkennen, rote Varianten davon sind bekannt. Nach ZANDSTRA 1988 sollte diese allerdings bis auf die Färbung mit dem grauen Haupttypus übereinstimmen. Zum Zentrum der Intrusionskörper können die Stockholm-Granite auch leicht porphyrische Gefüge annehmen, sind dann als Leitgeschiebe aber eher nicht mehr zu gebrauchen.

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Grauweißer porphyrischer Granit (Nr. 135, Steinitz) mit eingeregelten Alkalifeldspäten, gelblich-weißem Plagioklas und zwei Glimmern: silbrig schillernder Hellglimmer und schwarzer Biotit. Somit ein Zweiglimmergranit (S-Granit), ziemlich sicher aus dem svekofennischen Raum. Es besteht eine gewisse Ähnlichkeit mit Proben vom Ångermanland-Zweiglimmer(gneis)granit. Fraglich ist seine Eignung als Leitgeschiebe bzw. ob in Ångermanland die einzigen Vorkommen solcher Zweiglimmer-Granitoide liegen.

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Detail des vorigen Gesteins mit schräger Aufsicht auf die perfekt ausgebildeten Alkalifeldspat-Zwillinge.

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Granit mit bis etwa 2 cm großen Granaten, vermutlich Xenolithe (Nr 150, Steinitz, Breite 35 cm).

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Das Detailbild der Nr. 150 zeigt ein Granitgefüge mit weißen bis schwach rötlichen Alkalifeldspäten, kleineren grünlichen Plagioklasen, durchscheinendem hellgrauem, xenomorphem Quarz sowie ein etwa 1,5 cm durchmessendes Granataggregat. Etwas orangefarbenes Pigment scheint für eine möglicherweise nur oberflächlich vorhandene Färbung des Gesteins verantwortlich zu sein. Dunkle Minerale sind untergeordnet vorhanden und füllen die Zwickel zwischen den Feldspäten. Möglicherweise stammt dieser Granit ebenfalls aus Uppland, wo größere Granate in Graniten vorzukommen scheinen. Eine entsprechende Anstehendprobe in der BGR Berlin Spandau kann als Referenz dienen.

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Anderes Exemplar, hier ein Zweiglimmer-Granit (Nr. 275, Merzdorf/Cottbus-Nord) mit bis 1 cm großen Granaten. Das Gestein enthält blaßroten Alkalifeldspat, weniger leicht grünlichen Plagioklas und farblosen hypidiomorphen Quarz. Dunkle Minerale (Biotit und auch etwas Muskovit) kommen in isolierten kleinen Blättchen vor.

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Weitgehend undeformierter grauer Augengranit (Nr.107, Steinitz) mit deutlich porphyrischem Gefüge, möglicherweise ein Arnö-Granit. Vom Arnö-Granit gibt es eine deformierte und untergeordnet eine undeformierte Variante. Nur letztere ist als Leitgeschiebe geeignet. Charakteristisch ist das deutlich bimodale Gefüge aus einer feinerkörnigen Matrix und sehr großen, meist eckigen weißen Alkalifeldspäten. Ob dies insgesamt hinreichende Eigenschaften für ein Leitgeschiebe sind, sei dahingestellt.

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Detail des Gefüges. Vergleichsproben s. skan-kristallin. Das Gestein ähnelt etwas dem Revsund-Granit, der allerdings eine viel grobkörnigere Matrix haben muß.

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Svekofennischer Gneisgranit (Nr. 404, Findlingslager Weißagk, Tgb. Jänschwalde) mit deformiertem Gefüge (kein Arnö-Granit). Schmutzig braungrüner Plagioklas überwiegt, das Gestein ist ein Granodiorit, mind. 20% Quarzgehalt vorausgesetzt.

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Detail der Nr. 404: gerundete und eckige weiße Kalifeldspäte bilden Einsprenglinge in einer Masse aus zerdrückten Aggregaten aus grauem Quarz, Plagioklas, vermutlich weiterem Alkalifeldspat und flaserig texturierten dunklen Mineralen (Biotit, Chlorit etc.).

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Augengranit (Nr. 151, Steinitz, B 50 cm) mit großen hellroten und teils gerundeten Alkalifeldspäten und graubläulichem, xenomorphem Quarz. Auffälliges Erscheinungsbild, hübsches Gefüge, Herkunft leider völlig unklar.

 

Granite aus Dalarna

Einige Varianten von Dala-Graniten, Siljan- und Garberg-Granit, sind als gute Leitgeschiebe bekannt. Trotz leichter Erkennbarkeit treten diese Granite unter den Großgeschieben aus der Niederlausitz nur sehr vereinzelt auf. Ein „typischer“ Siljan-Granit wurde unter den Tausenden von gesichteten Großgeschieben aus Cottbus-Nord, Jänschwalde und Welzow-Süd gar nicht, am Tagebau Nochten dafür aber gleich zweimal gefunden.

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Garberg-Granit (Nr.276, Findlingslager Cottbus-Nord, BB ca. 16 cm). Porphyrisches Gefüge mit reichlich, zum Teil weiß umkränzten Alkalifeldspäten und weißem und grünem Plagioklas. Quarz ist trüb hellgrau und nur in geriner Menge vorhanden. Dunkle Minerale, darunter einige Hornblendenadeln, sind nur untergeordnet vorhanden. Weiterhin sind einige Fremdgesteinseinschlüsse mit strahliger Hornblende zu erkennen. Mir der Lupe waren graphische Verwachsungen aus Feldspat und Quarz aufzufinden.

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Garberg-Granit? (Nr.142, Steinitz). Gefüge und Farbe nach ein Dala-Granit. Das Gestein ist frei von tektonischer Deformation und enthält blaßroten, perthitisch entmischten Alkalifeldspat und weißen bis hellgrünen Plagioklas, z.T. mit dunkler gefärbten Kernen. Selten umsäumt Plagioklas einzelne Alkalifeldspäte. Weiterhin ist etwas grauer Quarz enthalten, offenbar in mehreren Generationen (größere runde und viele kleine und eckige Quarze). Dunkle Minerale sind Biotit und etwas Hornblende. Sie sind innerhalb von fast assimilierten basischen Xenolithen angehäuft. Relativ wenig Quarz könnte für eine Zuordnung zum Garberg-Pluton sprechen, er ist im vorliegenden Stück aber recht hoch. Auch der Farbeindruck des Gesteins ist ein vergleichsweise heller.

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Gerundeter Block eines grobkörnigen roten Granits von knapp einem Meter Länge (Nr. 402, Tagebaurand Jänschwalde).

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Detail der Nr. 402, BB 30 cm. Auf der angefeuchteten Verwitterungsseite sind rissige rote Alkalifeldspäte und gelbgrüne Plagioklase, jeweils mit etwas unklaren Korngrenzen zu erkennen. Die Risse sind nicht eingeregelt. Reichlich grauer und trüber, vermutlich zerdrückter Quarz bildet grössere runde Aggregate. Dunkle Minerale sind recht wenig enthalten, weiterhin gibt es einige basische Xenolithe. Trotz einiger Ähnlichkeit zum Siljan-Granit steht dieser Granit möglicherweise eher bunten (rot-gelb-grauen) Växjö-Typen nahe, die Ähnlichkeiten zum Siljan-Granit zeigen können. Vor allem die runden, trüben Quarzmassen und Kataklase-Erscheinungen an den Feldspäten sprechen für eine Herkunft aus dem TIB.

 

Lemland-Granit

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Lemland-Granit (Nr. 482, Breite 60 cm) mit typischer Einregelung der länglichen Alkalifeldspäte durch magmatische Lamination. Der Lemland-Granit ist ein anorogener Granit, der gegen Ende der svekofennischen Orogenese entstand und auf Åland beheimatet ist. Er gehört nicht zur Suite der wesentlich jüngeren Rapakiwi-Gesteine.

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Lemland-Granit ist gut kenntlich an rechteckigen bis länglichen, fleischfarbenen Alkalifeldspäten, rotem Plagioklas und dunkelgrauem xenomorphem Quarz bei weitgehender Armut an dunklen Mineralen.

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Ebenfalls ein Lemland-Granit (Nr. 531, BB 35 cm, Steinitz, Bild: T. Langmann) mit einem Aplitgang, der durch Bruchtektonik versetzt wurde. Die Spalte wurde mit einem grünlichen, feinkörnigen Material verfüllt. Die Grenze zum Granit verläuft scharf.

 

Vänge-Granit und ähnliche Granite

Am Beispiel des Vänge-Granits mögen die Mühen und auch der Lernprozeß bei der Bestimmung von möglichen Leitgeschieben illustriert werden. Der typische Vänge-Granit ist ein grob- bis mittelkörniger Granit mit viel blaßrotem bis kräftig rotem, auch orangerotem Alkalifeldspat (1-3 cm Länge) und wenig weißem Plagioklas, der hauptsächlich an den Rändern der Alkalifeldspäte erscheint und wesentlich kleinere Körner bildet. Quarz ist zuckerkörnig grau bis grünlich grau gefärbt und erscheint auch in einigen größeren braungrauen Körnern. Der Vänge-Granit kann in besonders quarzreichen Varianten auftreten, zumindest ist dieser Umstand ein wichtiges Erkennungsmerkmal. Die Alkalifeldspäte „schwimmen“ in der zusammenhängenden Quarzmasse. Mafische Minerale sind nur untergeordnet vorhanden. Als Verwechslungsmöglichkeiten seien der ebenfalls sehr saure Älö-Granit aus dem nordöstlichsten Småland und möglicherweise Varianten des kleinkörnigeren Norrtälje-/Vätö-Granits angeführt. Die folgenden Exemplare zeigen die Schwierigkeiten der Bestimmung anhand von Granitgeschieben mit mehr oder weniger gemeinsamen Eigenschaften.

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Am besten passt obige Beschreibung auf diesen Fund einer grobkörnigen Variante eines Vänge-Granits (Nr. 128, Steinitz, BB 30 cm).

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Detail des Gefüges. In der unteren Bildhälfte ist ein größerer hellgrauer Quarz zu erkennen. Der übrige Quarz ist zuckerkörnig und zumindest oberflächlich von grüngrauer Farbe. Teilweise „schwimmen“ die Alkalifeldspäte in der Quarzmasse.

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Mittelkörniger, mafitarmer Granit mit roten und grünen Mineralen, vermutlich ebenfalls ein Vänge-Granit (Nr. 270, Tagebau Cottbus-Nord, Breite 45 cm).

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Detailbild Nr. 270: angefeuchtet zeigt sich reichlich hell rosafarbener Alkalifeldspat, wenig weißer bis schmutzig-grüner Plagioklas und zerdrückter, zuckerkörniger Quarz, der grünliche bis graue Farben annimmt. Das Gefüge, die Mafitarmut sowie Zuckerkörnigkeit des Quarzes lassen eine Ansprache als Vänge-Granit zu.

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Vänge-Granit (Nr. 271, Merzdorf, Tgb. Cottbus-Nord; B 40 cm). Dieses Exemplar besitzt eine angewitterte, aber vermutlich nicht besonders alte Bruchfläche. Quarz ist hier grau ausgebildet.

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Detailbild Nr. 271: Gefüge eines Vänge-Granits gemäß obiger Beschreibung. Hier ist bei Vergrößerung in der linken Bildhälfte auch der zuckerkörnige Quarz einigermaßen gut zu erkennen, ebenfalls die wesentlich kleineren weißen Plagioklase, die sich um die Alkalifeldspäte zu gruppieren scheinen.

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Mittelkörniger Granit (Nr. 130, Steinitz) mit sehr quarzreicher Zusammensetzung. Rosafarbener Alkalifeldspat, der teilweise rot pigmentiert ist und fleckig wirkt. Wesentlich weniger alterierter, häufig idiomorpher Plagioklas mit dunklen Kernen. Relativ wenig Mafite. Quarz ist blaugrau und nicht zuckerkörnig granuliert. Vermutlich kein Vänge-Granit, vielleicht eher ein saurer Nordost-Småland-Granit (vom Typ Älö)?

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Granit (Nr. 129, Steinitz) mit rosa Alkalifeldspat und weißlichem bis grünlich-grauem Plagioklas. Ebenfalls grünlich-grau getönter Quarz erscheint hier in hypidiomorphen bis idiomorphen Aggregaten. Mafische Minerale sind in mäßiger Menge vorhanden. Kein Vänge-Granit v.a. wegen der Ausbildung der Quarze. Herkunft ungewiß, vielleicht aus Småland bzw. TIB?

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Interessant texturierter Granodiorit (Nr. 127, Steinitz, BB 30 cm). Hellroter Alkalifeldspat in größeren Aggregaten steht mengenmäßig zurück hinter reichlich idiomorphem, weitgehend hellgrünem Plagioklas. Viel gelblich brauner, zuckerkörniger Quarz ist ebenfalls enthalten. Gleichzeitig erkennt man größere runde Ansammlungen von hellgrauem, leicht blaustichigem Quarz.

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Die Detailaufnahme zeigt das Gefüge der idiomorphen bis hypidiomorphen Plagioklas-Kristalle, gelbbraunen zuckerkörnigen Quarz und größere hellgraue, ebenfalls zerdrückte Quarze. Dieser Granodiorit zeigt einige Merkmale des Vänge-Granits, der hohe Plagioklas-Gehalt und der erhöhte Gehalt an Mafiten passt aber nicht ins Bild. Nicht ausgeschlossen ist, dass solche Gesteine in Nachbarschaft zum Vänge-Granit vorkommen, die Herkunft muß aber mangels Vergleichsproben als ungewiß gelten.

 

Revsund-Granit und weiße, grobkörnig-porphyrische Granite

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Grobkörniger grauweißer porphyrischer Granit (Nr. 099, B 90 cm, Steinitz) mit teilweiser magmatischer Lamination der rechteckigen Alkalifeldspäte bis 5 cm Länge.

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Detail der Nr. 099. Dieses Objekt hat nicht ganz das zu erwartende grobkörnige Gefüge in der Matrix wie ein Revsund-Granit und wird deshalb eher ohne Herkunftszuordnung bleiben. In Jämtland gibt es zwar auch kleinkörnigere, ähnlich zusammengesetzte Granite, die allerdings keine Leitgeschiebe darstellen (Jämtland-Granite). Überhaupt finden sich in den Tagebaubereichen immer wieder grobkörnige porphyrische Granite, die keiner Herkunft zugeordnet werden können. Der Revsund-Pluton in Nordschweden besitzt eine große räumliche Ausdehnung und reichlich Spielarten der Granite. Nur ein kleiner Teil davon mit spezifischen Merkmalen ist eindeutig zuzuordnen. Zum Beispiel das folgende Exemplar.

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Grauer Revsund-Granit (Nr. 508, Tagebau Cottbus-Nord, BB 35 cm). Gesteinsbeschreibung s. kristallin.de.

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Detail des großen, etwa 10 cm langen Alkalifeldspats.

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Grobkörniger, angewitterter Granit (Nr. 405, Findlingslager Malxetal/ Tgb. Jänschwalde, BB 60 cm). Enthalten sind viel xenomorpher, gräulich-blauer Quarz und ein Megakristall eines leicht blaustichigen Alkalifeldspats von 7 cm Länge, der als Karlsbader Zwilling ausgebildet ist. In der richtungslos-körnigen Matrix sind Alkalifeldspat, weniger Plagioklas, Quarz und Biotit enthalten. Auch das Gestein insgesamt weist einen blaustichigen Farbton auf. Bis auf den Megakristall ist der Gesamteindruck des Gefüges nicht wirklich porphyrisch, lediglich grobkörnig. Das Gestein ist kein Leitgeschiebe, seine Heimat könnte aber möglicherweise in Nordschweden liegen.

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Rechteckige, nach dem Karlsbader Gesetz verzwillingte sowie leicht gerundete Alkalifeldspäte von weißer bis bläulich-grauer Farbe in einer grobkörnigen Grundmasse, die gelblichen Plagioklas und viel bläulich-grauen Quarz enthält. Grauer Revsund Granit in der Uferbefestigung am Greifenhainer See, ehemaliger Tgb. Greifenhain.

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Eines der größten Objekte auf der Findlingshalde in Steinitz ist dieser etwa 2 Meter hohe, sehr grobkörnige Granit (Nr. 101).

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Die Detailaufnahme des Gefüges zeigt bis zu 10 cm lange, rechteckige Alkalifeldspäte. Es ist sehr viel Quarz vorhanden, der gelblichbraun ge- oder verfärbt ist. Der Granit zeigt deutliche Verwitterungserscheinungen. Möglicherweise ist diese Braunfärbung eine Folge davon oder auch durch den Einfluß von eisenhaltigem Grubenwasser verursacht. Eine Bruchfläche konnte nicht geschlagen werden. Gelb verwitternder Plagioklas ist in wesentlich kleineren Aggregaten vorhanden, Mafite nur sehr untergeordnet. Vom Erscheinungsbild her könnte das vorliegende Gestein aus der Revsund-Suite stammen, erfüllt aber nicht alle Anforderungen an ein Leitgeschiebe. Dies betrifft v.a. die zusammenhängende Quarzmasse. Zu erwarten wären bis 5 mm große, xenomorphe, aber voneinander getrennte Quarzkörner.

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Weiteres Gefügedetail der Nr. 101, trockene Oberfläche. Dieser Ausschnitt zeigt noch einmal den braungrauen, massigen Quarz. Seine Verfärbung ist auf dieser Seite offenbar nicht so stark ausgeprägt wie im vorigen Bild.

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Grauer Augengranit (Nr. 098, Breite 40 cm, Steinitz) mit braunen Rostflecken, vermutlich eine Variante des Revsund-Granits, ein Pilgrimstad-Granit.

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Die runden, hellgrauen Alkalifeldspäte erreichen einen Durchmesser bis 5 cm. Viel weniger weißer und kleinerer Feldspat (verm. Plagioklas) ist innerhalb und außerhalb der grauen Feldspäte zu erkennen. Evtl. vorhandener Quarz verbirgt sich wohl weitgehend in der schwarzen, biotithaltigen Zwischenmasse. Es dürfte sich aber nicht um größere Mengenanteile handeln, so dass hier eine quarzmonzonitische Zusammensetzung angenommen wird.

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Sehr grobkörniger Granit (Nr. 105, Steinitz, Höhe 40 cm) mit hellroten bis orangeroten abgerundeten und eckigen Alkalifeldspäten bis 5 cm Kantenlänge. Weiterhin graue, hypidiomorphe Quarzkörner bis annähernd 1 cm Größe, graugrüner Plagioklas und relativ wenig Mafite (Hornblende?). Aufgrund der ausgesprochenen Grobkörnigkeit und des Habitus wird das Gestein unter Vorbehalt bestimmt als Roter Revsund-Granit (Björna-Granit).

 

Weitere Granite ungeklärter Herkunft

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Mächtiger Block eines Biotitgranits (Nr. 403, Findlingslager bei Weißagk/Malxetal) mit bis zu 5 cm großen, rötlich fleischfarbenen Alkalifeldspäten.

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Angefeuchtete Oberfläche, BB 14 cm, leicht deformiertes Gefüge. Die Alkalifeldspäte besitzen deutliche perthitische Entmischungen, recht wenig weißer bis hellgrüner Plagioklas ist ebenfalls erkennbar. Weiterhin erkennt man weiße, klare bis hellbraune, hypidiomorphe Quarze und Biotit. Letzterer ist teilweise auch als unvollständiger Kranz um die Feldspäte gruppiert. Rote und grünbraune Pigmente sorgen für zusätzliche Farbnuancen. Kein Titanit. Die Herkunft dieses markanten Granits ist bislang nicht bestimmbar. Eine Ähnlichkeit mit Proben vom Örebro-Granit könnte in Erwägung gezogen werden.

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Detail des Gefüges, BB 5,5 cm. Zwillingskristall mit perthitischen Entmischungen als Zonarbau und eingelagerten dunklen Mineralen (Biotit, wohl auch etwas Erz).

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Stark angewitterter, im Bruch grünlich-grauer Syenit bzw. Quarz-Syenit (Nr. 439, ehem. Aussichtspunkt S Heinersbrück, Tgb. Jänschwalde, Breite 80 cm).

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Auf einer Bruchfläche zeigen sich unregelmäßig fleckig gefärbte Alkalifeldspäte von weißer bis gräulich-blauer und grüner Farbe. Diese Pigmentierung ist wohl auf fein verteilte Minerale wie Glimmer, Chlorit etc. zurückzuführen. Eigenständiger Plagioklas wurde überhaupt nicht identifiziert, Quarz tritt in einzelnen Körnern auf. Biotit ist vorherrschendes dunkles Mineral.

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Grau und rötlich-weiß gefärbter Syenit? (Uferbefestigung im ehem. Tagebau Greifenhain). Quarz und Plagioklas fehlen, Mafite ebenfalls weitgehend. Vermutlich handelt es sich um einen Syenit oder ein pegmatitartiges Gestein (Syenit-Pegmatit?).

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Bemerkenswerter leukokrater Magmatit (Nr. 406, Findlingslager bei Weißagk/Malxetal, BB 45 cm) mit trockener Oberfläche. Auffallend ist das Gefüge aus bläulichgrauen, abgerundeten, z. T. länglichen Quarzen, viel weißem Feldspat und zahlreichen Hornblende-Nädelchen.

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Angefeuchtete Partie, 20 cm Breite. Das Gefüge ist teilweise leicht fluidal ausgeprägt (siehe v.a. auf der rechten Seite: ausgelängte, eingeregelte Quarze). Größere weiße Feldspäte sind Alkalifeldspat, die schwarzen Minerale nadelige Hornblende. Sofern Plagioklas vorhanden ist, fällt er nicht durch erkennbare polysynthetische Verzwilligung auf. Möglicherweise ist er in den grünlichen, feiner körnigen Massen enthalten.

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Detail, BB 20 cm: teilweise eingeregelte, gerundete und z.T. ausgelängte Quarze. Einer gewöhnlichen Kristallisationsabfolge entsprechend müßte Alkalifeldspat größere Kristalle ausbilden als Quarz. Dies ist hier nicht der Fall. Zudem sind die Quarze ausgelängt und gerundet, könnten also in das Gestein als Fremdbestandteile eingetragen worden sein, so dass hier also das Ergebnis einer unvollständigen Magmenvermengung vorliegt. Dafür spräche auch die unregelmäßige Mineralverteilung, v.a. der feinerkörnigen grünlichen Gesteinsmasse. Das Gestein dürfte insgesamt etwa eine granitische Zusammensetzung besitzen.

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Unterwasseraufnahme eines Bruchstückes. Quarz ist bläulich-grau, Alkalifeldspat weiß, Hornblende schwarz. Die Minerale in der feinerkörnigen, gelbgrünen bis grauen Gesteinsmasse sind nicht zu identifizieren Lediglich die Grünfärbung gibt einen Hinweis, dass möglicherweise alterierter Plagioklas enthalten ist. Ebenfalls nicht bestimmt werden konnten kleine rundliche, honigbraune und gerandete Minerale unter 1 mm Größe.

 

Literatur

COHEN E & DEECKE W 1891 Über Geschiebe aus Neu-Vorpommern und Rügen – Mittheilungen aus dem naturwissenschaftlichen Verein für Neu-Vorpommern und Rügen in Greifswald, 23(1891) – Berlin 1892.

HOLMQUIST P J 1906 Studien über die Granite von Schweden – Bulletin of the Geological Institutions of the University of Upsala 1906.

ZANDSTRA J G 1988 Noordelijke kristallijne gidsgesteenten – E. J. Brill 1988.

Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Granitoide Teil 1

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Roter Augengranit (Nr. 264) am Tagebaurand Cottbus-Nord. Dieses Geschiebe wird weiter unten besprochen. – Am Beispiel der Granite einige Anmerkungen zu den Möglichkeiten der geschiebekundlichen Herkunftsbestimmung: nur wenige Granite weisen hinreichende petrographische Eigenheiten und eine begrenzte lokale Verbreitung auf, so dass ihre genaue Herkunft bestimmbar wäre. Angesichts des riesigen Einzugsgebietes der eiszeitlichen Gletscher muß man feststellen, dass diese Leitgeschiebe mengenmäßig einen winzigen Teil ausmachen. Weiterhin ist die Eignung vieler Leitgeschiebe unklar oder umstritten. Dies liegt auch an den in der Geschiebekunde verwendeten, z.T. wohlklingenden Lokalnamen der schwedischen Geologen. Die Namen suggerieren eine spezifische lokale Ausbildung, was für die Arbeit im Gelände sicherlich hilfreich ist. Hier bei uns im Abtragungsschutt eines ganzen Kratons verbleibt aber oft nur die Illusion einer Bestimmbarkeit, und der Wunsch ist vermutlich nicht selten Vater des Gedankens, einen Granit bzw. ein Gestein mit möglichst spezifischem Eigennamen anzusprechen.   

Ein Beispiel mag der Loftahammar-Augengneis sein, der in ähnlicher Form im Bereich der Protoginzone auftritt, aber mit Beharrlichkeit als Leitgeschiebe in der Literatur verbleibt. Hinzu kommt zur Problematik der Bestimmbarkeit die Erfahrung einzelner Sammler/Autoren im Gelände: hat man sich z.B. viele Varianten des Karlshamn-Granit im Anstehenden angeschaut, erkennt man möglicherweise viel mehr Karlshamn-Granite im Geschiebe als man je in Büchern beschreiben könnte. Andererseits ist die Beschreibung auffälliger, lokal auftretender Gesteine (z.B. bestimmte Småland-Metavulkanite in HESEMANN 1975) noch kein Alleinstellungsmerkmal für ein Leitgeschiebe. Die Gefahr einer Überbestimmung bei der Ansprache von Geschieben ist also hoch. Im Grunde genommen gibt es nicht wirklich viele Leitgeschiebe, und auch unter den altbekannten so manche Unschärfe, z.B. beim Stockholm-Granit und beim Arnö-Granit. Andere Bezeichnungen müssen mittlerweile als obsolet oder irreführend angesehen werden, wie z.B. der „Virbo-Granit“. Eine gute Nachricht ist, dass sich seit der Erstbeschreibung und Namensgebung dieser Gesteine – oftmals vor mehr als 100 Jahren – einiges bezüglich unseres Wissensstandes getan hat.

Bei einiger Kenntnis der Geologie des Baltischen Schildes läßt sich ein wesentlich größerer Teil der Granite einer geologischen Provinz zuordnen (TIB, Rapakiwi, Svekofenniden), womit geographisch aber eine deutlich weniger spezifische Aussage verbunden ist. Häufig muß man sich damit allerdings zufrieden geben. Diese Zuordnung sollte in jedem Falle Vorrang haben vor der Belegung mit Lokalnamen. Reisen ins Anstehende der Granite zeigen, dass in einem Pluton oftmals nur ganz bestimmte Gefügeformen als Leitgeschiebe geeignet sind. Es ist manchmal unmöglich, einen Negativbeweis zu führen, dass ähnliche Gesteine nicht auch an anderen Orten auftreten können. Die Variabilität innerhalb eines einzigen Plutons kann sehr hoch sein. Als Beispiel sei hier auf die zahlreichen, deutlich unterschiedlichen Varianten des Karlshamn-Granits verwiesen.

Den in den Lausitzer Braunkohletagebauen zahlreich auftretenden Rapakiwigraniten werden zwei eigene Abschnitte gewidmet. Die unklare Herkunft einiger nun folgender Granite schmälert nicht die Ästhetik ihrer Betrachtung, da sich selten die Gelegenheit ergibt, Großgeschiebe in frischem Erhaltungszustand zu studieren. Der erste Teil zeigt Granite mit mutmaßlicher Herkunft aus Südschweden und dem TIB (Transskandinavischer Magmatitgürtel), der zweite die etwas älteren, tendenziell eher schwarz-weißen svekofennischen bzw. nordschwedischen Granite.

 

Granite aus Blekinge (Karlshamn-Granit)

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Karlshamn-Granit (Steinitz, Nr. 111, BB 40 cm). Der Karlshamn-Granit ist in seiner hier vorliegenden Ausbildung ein recht gutes Leitgeschiebe unter den zahlreichen in Blekinge auftretenden Graniten, die im Geschiebe nicht allzu selten sein dürften. Auffällig ist sofort der Farbeindruck (blaßrot-weiß-grau) und das grobkörnig-porphyrische Gefüge.

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Aufsicht auf die Nr. 111, trockene, etwas angewitterte Bruchfläche, BB 35 cm. Die hell rötlichen, eckigen und länglichen, oftmals deutlich Karlsbader Zwillinge ausbildenden Alkalifeldspäte bis 5 cm zeigen eine Einregelung, vermutlich durch magmatische Fließbewegungen (Lamination). Der anorogene Granit ist weitgehend frei von tektonischer Deformation, allerdings kommt gelegentlich kataklastischer zuckerkörniger Quarz vor. Im allgemeinen hypidiomorpher bis xenomorpher Quarz ist farblos transparent bis hellgrau gefärbt, wie im hier vorliegenden Beispiel. Er kann aber auch dunklere und braune Tönungen annehmen. Weißer bis leicht grünlicher Plagioklas tritt meist in undeutlicher massiger Ausbildung, untergeordnet in bis cm-großen weißen, z.T. idiomorphen Kristallen auf und bildet Säume um einige der eckigen Alkalifeldspäte. Ziemlich viele mafische Minerale (Biotit) bilden eine ketten- oder girlandenartige Textur.

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Detail vom vorigen Block. Blaßrote Kalifeldspäte (Mikroklin), einige von einer Plagioklas-Hülle umgeben, bilden etwas undeutliche Karlsbader Zwillinge. Es sind zahlreiche Titanit-Kristalle zu erkennen, die im Karlshamn-Granit wichtig für seine sichere Bestimmung sind. Die größten dieser braunen, häufig rhombischen oder keilförmigen Kristalle sind mit einem Pfeil markiert. Titanit entsteht als spätmagmatische Bildung in Al-reichen Graniten und kristallisiert in den Zwickeln zwischen den Kristallen oder bevorzugt in den Biotit-Ansammlungen.

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Vermutlich ebenfalls ein Karlshamn Granit (Steinitz, Nr. 147) mit mittelgrauem Quarz und einigen plagioklasummantelten, rötlichen Alkalifeldspäten. Die laminierte Textur ist nicht so deutlich ausgeprägt wie im vorigen Beispiel. Vor allem sind nur wenige Alkalifeldspäte als Megakristalle ausgebildet. Sie sind auch nicht blaßrot, sondern blaß orangerot. Titanit ist vorhanden. Unter Vorbehalt handelt es sich um einen Karlshamn-Granit.

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Nr. 144, Steinitz. Ähnelt etwas dem Karlhamn-Granit, enthält aber verhältnismäßig wenig dunkle Minerale, neben Glimmer auch Hornblende. Dunkle Minerale sind nicht ketten- oder girlandenförmig angeordnet. Größere hellrote Alkalifeldspäte, z.T. mit Plagioklassaum, sind mengenmäßig nur vereinzelt vorhanden, nicht größer als 2,5 cm und besitzen keine Einregelung. Herkunft ungewiß.

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Grobkörniger hellrot-weißer Granit (Nr. 143, Steinitz). Xenomorpher Quarz ist hellgrau, manchmal von leicht bläulicher Farbe. Hell rötlich fleischfarbene Alkalifeldspäte tragen teilweise einen dünnen Plagioklas-Saum. Plagioklas ist weiß, manchmal idiomorph ausgebildet, z.T. mit grünem Kern bzw. grünen und schwarzen Alterationsprodukten. Dunkle Minerale sind Glimmer und Hornblende. Die feinkörnigen grünschwarzen Partien sehen aus wie weitgehend assimilierte Fremdgesteinseinschlüsse (basische Xenolithe). Das Gestein ähnelt einer Anstehendprobe vom Rätan-Granit (rapakivi.dk). Auch Varianten von Dala-Graniten könnten möglicherweise so aussehen. Zuletzt sei auch der Karlshamn-Granit in seiner Variante Eringsboda-Granit nicht ausgeschlossen. Diese führen allerdings i.A. Biotit, nur in Ausnahmefällen Hornblende. Auch Titanit wurde nicht aufgefunden. So charakteristisch dieses Gestein ausgebildet ist, einem Herkunftsgebiet konnte es bisher nicht sicher zugeordnet werden.

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Auffällig geformter Xenolith in obigem Granit. Grüne Farbtöne sind organischer Bewuchs.

 

Granite von Bornholm

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Dieser Granit ähnelt mit seiner etwas unklaren Konturierung der Korngrenzen und den kornübergreifenden Hämatitflecken einem Bornholm-Granit (Hammer-Granit; Nr. 097, Steinitz). Es ist das einzige aufgefundene Exemplar in der Niederlausitz, möglicherweise wurden ähnliche Granite bisher übersehen oder nicht beachtet.

 

Granite des Transskandinavischen Magmatitgürtels (TIB)

Die Granite des Transskandinavischen Magmatit-Gürtels (Transscandinavian Igneous Belt, TIB), auch bezeichnet als Småland-Granite, TIB-Granite bzw. Småland-Värmland-Granitoide oder Småland-Östergötland-Granite, sind sehr häufig im Geschiebebestand zu finden und oftmals auch als solche ansprechbar, wenn sie als bunte, mittel- bis grobkörnige, häufig Blauquarz führende Granite auftreten. Problematisch ist dabei allerdings eine genaue Herkunftsbestimmung. Oftmals muß es bei einer Einschätzung als TIB- oder Småland-Granit bleiben, weil die Gefahr einer Überbestimmung hoch ist. Bestimmte, vermeintlich charakteristische Typen von Graniten können an unterschiedlichen Orten im TIB vorkommen. Sicherlich tragen traditionell verwendete Ortsbezeichnungen für Gefügetypen, z.B. mittel- und gleichkörnige Alkalifeldspatgranite vom Typ „Växjö“, „Barnarp“-Trikolore-Varianten, grobkörnige „Filipstad“-Granite mit oder ohne Plagioklasummantelungen der Alkalifeldspäte u.s.w. zur allgemeinen Verwirrung bei. Vielleicht wäre es sinnvoller, Granittypen herauszustellen, die eine gewisse begrenzte lokale Verbreitung besitzen, z.B. rote, grobkörnige Augengranite von Östergötland, Varianten von titanitführenden Blauquarzgraniten mit braunen Alkalifeldspäten und orangefarbenem Plagioklas von NE-Småland, Augengranite mit möglicher Herkunft aus Värmland etc. Hier ist noch einiges an Arbeit nötig, um eine Übersicht zu gewinnen. Weiterhin müßten obsolete Bezeichnungen und veraltete Namen wie z.B. „Virbo-Granit“ verworfen werden. Häufig als Leitgeschiebe angesprochen werden z.B. rote, porphyrische Granite als Uthammar-Granit, einem anorogenen, 1,45 Ga alten Granit, der m.E. nur mit Mühe von ähnlichen TIB-Graniten unterschieden werden kann. Solche Beispiele können fast beliebig fortgesetzt werden. Die Fülle an Lokalnamen für Granitvorkommen (und gleichermaßen allen anderen Gesteinsarten) kaschiert im Grunde genommen nur die Unmöglichkeit, Granite im Geschiebe sicher einer spezifischen Herkunft zuzuordnen. Bei den Bezeichnungen der Granite gibt es keine in der Geschiebekunde allgemein verbindliche Nomenklatur. Empfehlenswert sind die praktischen Gesteinsansprachen in SMED 2002 und VINX 2016, weniger vielleicht die Beschreibungen in HESEMANN 1975. Letztere beziehen zudem mikroskopische Eigenheiten der Gesteine ein, die in der praktischen Geschiebekunde nur im Ausnahmefall in die Bestimmung einfließen können.

 

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Bunter Småland-Monzogranit („bunter Växjö-Granit“; Nr.112, Steinitz, BB 30 cm) mit Blauquarz, reichlich weißem bis grünem Plagioklas und etwas weniger rotem Alkalifeldspat. Der Plagioklasanteil ist recht hoch, ab 65 Vol.% Feldspatanteil handelt es sich um einen Granodiorit. Dieses Gestein dürfte damit vermutlich auf der Grenze zwischen Monzogranit und Granodiorit liegen.

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Ähnliches, aber mittel- und weitgehend gleichkörniges Exemplar (Nr.114, Steinitz), Småland-Monzogranit. Hier überwiegt Alkalifeldspat eindeutig über Plagioklas. Diese mittel- bis gleichkörnigen Granite werden als Småland- bzw. TIB-Granit vom Typ Växjö bezeichnet. Verwirrenderweise handelt es sich hierbei nicht um eine Herkunftsbezeichnung, sondern lediglich um ein Gefügemerkmal (mittel- und gleichkörnige TIB-Alkalifeldspat- bis Monzogranite mit grauem oder blauem Quarz). VINX 2016 bezeichnet Växjö-Granite wie diesen vorliegenden mit Blauquarz und vergrüntem Plagioklas als bunten Växjö-Granit. Die Verwendung der Begriffe „Växjö“- und „Filipstad“-Granittyp, die Feldansprachen der schwedischen Geologen darstellen, sind für die Geschiebekunde problematisch, da eine zwar mögliche, oftmals aber vermeintliche geographische Herkunft suggeriert wird.

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Alkalifeldspatgranit, roter Växjö-Granit (Steinitz, Nr.115). Dieser gleich- und mittelkörnige Granit enthält im wesentlichen Blauquarz und Alkalifeldspat, der durch Entmischungserscheinungen fleckig wirkt. Eigenständiger Plagioklas ist nur sehr untergeordnet vorhanden. Blauquarze, rissige Feldspäte und durch hydrothermale Alteration grün gefärbte Mafite sind Spuren einer leichten Deformation im Zuge bzw. im Ausklingen der Orogenese. Ohne Festlegung auf eine Herkunft treten solche Granite mit variablem Habitus wohl in ganz Småland auf.

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Mittel- bis fein- und gleichkörniger Småland-Granit (Steinitz, Nr. 117) mit wenig dunklen Mineralen, blaß rötlichem Alkalifeldspat und weißem bis grünlichem Plagioklas. Ähnliche Varianten dieses Granittyps kommen z.B. in NE-Småland vor. Ob dieses Auftreten lokal spezifisch ist, ist bislang ungeklärt.

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Ein weiterer TIB-Granit (Nr. 279, Cottbus-Nord, BB?) mit hellroten Alkalifeldspäten, Blauquarz und weißem bis grünem, idiomorphem Plagioklas. Das Gefüge erscheint leicht deformiert durch die Anordnung der Mafite in Flecken und Streifen. Die Streifen auf der Gesteinsoberfläche rechts im Bild sind Gletscherschrammen. Ein „typischer“ Vertreter eines grobkörnigen roten Småland-Granits.

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Brauner Monzogranit (Steinitz, Nr. 118) mit cm-großen xenomorphen Massen von getrübten Blauquarzen und gelblichem bis orangefarbenem Plagioklas. Diese Farbkombination (braun-blau-orange) scheint charakteristisch zu sein für Granite aus dem nordöstlichen Småland bis ins südliche Östergötland.

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Angefeuchtete Verwitterungsfläche eines bunten NE-Småland-Granits (Nr. 126, Steinitz), wie er in verschiedenen Varianten (mittelkörnig, porphyrisch, Augengranit) in NE-Småland vorkommt.

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Frische Bruchfläche vom gleichen Block als Unterwasseraufnahme. Im Flivik-Granitgebiet in NE-Småland kommen auch Augengranite mit solchem Gefüge vor, Anstehendproben zeigen einen geringeren Quarzanteil. Der Flivik-Granit sieht etwas anders aus und ist ein gleichkörniger bis porphyrischer Granit mit kleineren, hypidiomorphen Quarzen.

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Detail des vorigen Bildes: orangefarbener Plagioklas bildet unvollständige Ringe und Ränder um die Alkalifeldspäte, eine Eigenschaft, die ausgeprägter v.a. der im südlichen Östergötland vorkommende, aber mehr grobkörnige und quarzmonzonitische Kinda-Granit zeigt.

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Dunkler Biotitgranit vom Filipstad-Typ (Nr.124, Steinitz; BB 45 cm) mit Blauquarz und z.T. von Plagioklas umsäumten Alkalifeldspäten von hell- bis dunkelroter Farbe. Während Filipstadtypen mit verschiedenfarbigen Alkalifeldspäten eher in Värmland vorkommen, gibt es in Småland/Östergötland rote bzw. homogene Farbgebungen der Alkalifeldspäte (nach SMED 2002). Das vorliegende Exemplar könnte demnach möglicherweise aus dem südlichen Östergötland stammen. Es sei an dieser Stelle nochmal darauf hingewiesen, dass die schwedischen Geologen ALLE grobkörnigen porphyrischen TIB-Granite – ob mit oder ohne Plagioklassäume – als Filipstad-Typ bezeichnen.

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Småland-Monzogranit bis -Quarz-Monzonit (Nr. 119, Steinitz) mit wenig Blauquarz, deutlichem „Zonarbau“ (perthitische Entmischungen) der braunen Feldspatkristalle und reichlich kleineren weißen bis grünlichen Plagioklasen.

 

Augengranite, möglicherweise aus Värmland

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Augengranit bzw. -quarzmonzonit (Nr.474) mit graubraunen, in der Mehrzahl deutlich gerundeten Alkalifeldspäten und weißem Plagioklas, teilweise auch als Ummantelung der Alkalifeldspäte. Etwas sichtbarer Blauquarz kommt in einer Menge von vermutlich unter 20% vor. Ungewiß ist, ob sich in der schwarzen Zwischenmasse weiterer granulierter und feinkörniger Quarz befindet. Solche Granite vom Typ Filipstad, die in dieser deutlichen Ausprägung nicht häufig in der Niederlausitz zu finden sind, könnten aus Värmland stammen.

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Kurioser und auffallender, leuchtend roter Augengranit (Nr. 264; Aussichtspunkt Merzdorf, Tgb. Cottbus-Nord) als Windkanter, ähnelt auf den ersten Blick einem Rapakiwi-Granit. Max. Breite an der Basis 50 cm.

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BB 30 cm. Leuchtend orangerote Alkalifeldspäte, die meisten davon gerundet, zum Teil mit weißen Plagioklasringen. Es spricht einiges dafür, dass dieser Granit aus dem Gebiet nördlich vom Vänern-See stammt („Filipstad“-Granitgürtel, siehe auch skan-kristallin). SCHEERBOHM H&A 2010 beschreiben ähnliche rote Filipstad-Granite als „Beifang“ aus einer Kiesgrube etwa 10 km S Kopparberg, in der v.a. der weiße Filipstad-Granit gefunden wurde.

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BB ca. 20 cm. Im angefeuchteten Zustand zeigt sich ein rapakiwiähnliches Gefüge. Es gibt zahlreiche kleine helle und einige größere Quarze bis etwa 7 mm Größe, manche Quarze weisen magmatische Korrosionsspuren und aber vermutlich auch Spuren einer Deformation auf. Letzteres Kennzeichen ist ein definitives Ausschlußkriterium für Rapakiwi-Granite aus Schweden und Finnland, die anorogen gebildet und undeformiert sind. Graphische Verwachsungen sind ebenfalls nicht zu erkennen, lediglich feinkörnige, inhomogene Gruppierungen von Feldspat und Quarz. Dunkle Minerale (Biotit und Hornblende) bilden einzelne Nester und umringen manchmal ihrerseits die Ovoide. In den Ansammlungen der dunklen Minerale findet sich ein weiteres kleinkörniges, gelbbraunes Mineral, vermutlich Titanit.

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Detail des Gefüges: hell- bis dunkelgrauer, mit leicht bläulichem Stich versehener Plagioklas umsäumt einige orangefarbene, rechteckige oder abgerundete sowie perthitisch entmischte Alkalifeldspäte. Eigenständiger Plagioklas mit gut erkennbarer Zwillingsstreifung tritt auf in undeutlichen Einzelkristallen und als Bestandteil vermutlich mafischer Xenolithe. Dunkle Minerale finden sich v.a. in runden Ansammlungen. Größere runde und korrodierte graue Quarze sind gut zu erkennen. In der Vergrößerung sieht man auch die kleinen Quarze in der Grundmasse.

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Kleiner Abschlag aus obigem Block, Unterwasseraufnahme. Spuren einer tektonischen Deformation zeigen wohl v.a. die runden Alkalifeldspäte. Eine Vorzugsrichtung der Minerale insgesamt ist nicht zu erkennen. Bei genauerer Kenntnis des vermuteten Anstehenden in Värmland könnte dieser Granittyp, von dem in Brandenburg bereits mehrere Exemplare eines übereinstimmenden Typs gefunden wurden, ein gutes Leitgeschiebe sein, da er eine Vielzahl petrographischer Charakteristika aufweist.

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Grünlich-brauner Augengranit mit beigefarbenen Alkalifeldspäten (Nr. 307, Merzdorf, Cottbus-Nord), Breite 50 cm. Dieser sehr auffällige Granit hat bei näherer Betrachtung (s.u.) eine quarzmonzonitische Zusammensetzung. Runde, beigefarbene Alkalifeldspäte, teilweise mit weißen Plagioklassaum, sind locker verteilt in einer grün-beigefarbenen Grundmasse.

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Die Umsäumungen der Alkalifeldspäte sind häufig unvollständig. Blauquarz ist ebenso wie Alkalifeldspat gut gerundet. Insgesamt zeigt dieser Granit ein rapakiwiartiges Gefüge, ohne dass es sich um ein Rapakiwigestein handelt. Es fehlen die zwei Generationen Quarz und Alkalifeldspat, weiterhin gibt es keine graphischen Verwachsungen. Vielmehr ähnelt das Stück etwas dem erwähnten „weißen Filipstad-Granit“ bzw. den Graniten des Filipstad-Granitgürtels in Värmland.

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Weiteres Bild der Nr. 307: Detail der gerundeten Blauquarze und der Alkalifeldspäte mit perthitischen Entmischungen. Grüne Matrix ohne graphische Verwachsungen.

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Kleiner Abschlag der Nr. 307, Unterwasseraufnahme. An der frischen Farbe der Feldspäte kann man das Mengenverhältnis der Feldspäte besser abschätzen, das etwas zugunsten des Alkalifeldspates verschoben ist. Es dürfte sich um einen Quarz-Monzonit handeln. Etwas Titanit ist innerhalb der dunklen Minerale zu erkennen.

 

Grob- und riesenkörnige TIB-Granite

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Sehr grobkörniger porphyrischer Granit (Nr. 121, Steinitz, BB ca. 20 cm) mit großen Alkalifeldspäten bis 5 cm Länge und starker perthitischer Entmischung. Blaugraue, zerdrückte Quarze bis 1 cm Durchmesser in einer dunklen Grundmasse; Plagioklas ist kleiner und meist graugrün gefärbt. Weiterhin sind grünlich-schwarze, feinkörnige Xenolithe erkennbar. Herkunft ungewiß.

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Brauner Augengranit vom Typ „Filipstad“ (Nr.125, Steinitz). Evtl. Filipstad-Granit, südliche Variante (nach SMED 2002). Abgerundete graubraune bis violett-braune Feldspäte bis 5 cm Durchmesser. Viele, nicht alle von ihnen sind von gelben Plagioklasringen umgeben. Plagioklas kommt auch in kleinen Körnern vor. Schwarze Zwischenmasse mit Biotit. Quarz ist milchig trüb und von bläulichgrauer Farbe.

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Riesenkörniger, mafitreicher Augengranit (Nr 120, Steinitz) mit großen Nestern von Blauquarz, BB ca. 45 cm.

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Detail der Nr. 120: über 5 cm großes „Auge“ aus beige-rötlichem Alkalifeldspat. Herkunft ungewiß, möglicherweise aus Östergötland oder aus dem Gebiet um Örebro, wo ähnlich riesenkörnige Granite zu erwarten sind.

 

Järeda-Granit

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Järeda-Granit (Nr. 116, Steinitz), ein auffälliges und häufiges Leitgeschiebe für das zentrale Småland mit graublauem Quarz, reichlich blaß graurotem Alkalifeldspat, wenig weißem Plagioklas, auch in Ringen um die Alkalifeldspäte, sowie Biotit als dunklem Mineral. Im Zuge der Deformation während der Orogenese wurden die Feldspäte „geknackt“ und die Risse von einer Masse dunkler Minerale (Biotit und/oder Hornblende) ausgefüllt.

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Rote Variante des Järeda-Granits (Nr. 277, ). Auf einer Exkursion (Torbohm/Langmann 2015) im zentralen Småland wurden solche Exemplare im Gebiet des Sees Linden gefunden.

 

Grobporphyrische Östergötland-Granite?

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In Östergötland gibt es neben den vom nordöstlichen Småland ausgehenden Monzograniten mit braunem Alkalifeldspat, orangem Plagioklas und blauem bis grauem Quarz (Flivik-Granit, Kinda-Granit) Übergangsformen hin zu eher roten Graniten, weiter nördlich dann riesenkörnige rote bis braune porphyrische Granite. Ein Vertreter dieser letzten Gruppe ist der Graversfors-Granit, der aufgrund der relativ geringen Ausdehnung des Plutons aber selten im Geschiebe zu finden sein dürfte. VINX 2016 weist darauf hin, daß in der Nähe anstehende Granite, z.B. der Finspång-Granit, ähnlich aussehen können und eine viel größere Ausdehnung besitzen. Ein möglicher Vertreter dieser grobporphyrischen Östergötland-Granite ist das abgebildete Exemplar vom Findlingslabyrinth Steinitz (Nr. 524, maximale Breite 115 cm)

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Detailaufnahme des obigen Blocks: rosafarbene Alkalifeldspäte bis 6 cm Länge, viele davon Karlsbader Zwillinge ausbildend. Plagioklas ist grün gefärbt, dunkle Minerale sind Biotit und grünschwarzer Chlorit. Der Quarzanteil liegt möglicherweise an der 20% Grenze (Quarzmonzonit bis Granit).

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Kleiner Abschlag aus dem großen Block der Nr. 524, Unterwasseraufnahme. Die Alkalifeldspäte sind sehr hell gefärbt, aber von rotem Pigment umschlossen, was den oberflächlich roten Farbeindruck bedingt. Plagioklas ist in dieser kleinen Probe z.T. idiomorph und von gelbgrüner Farbe, die Quarze sind grau-bräunlich und xenomorph. Dunkles Mineral ist Biotit in größeren Ansammlungen. Kein akzessorischer Titanit. Der Quarzanteil (über 20%?) liegt in diesem kleinen Abschlag etwas über dem auf der Verwitterungsseite erkennbaren Gehalt.

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Möglicherweise ebenfalls ein Vertreter eines grobkörnigen, porphyrischen Östergötland-Granits (Nr. 530, Steinitz, B 45 cm; Foto: T. Langmann) mit basischem Xenolith. Solche grobporphyrischen Augengranite von etwas anderer Färbung, aber ähnlichem Gefüge, kommen auch in NE-Småland im Gebiet des „Virbo“-Granits an der Küste bei Saltvik vor.

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Detail aus vorigem Block: helle, blaß rötliche bis bräunliche, z.T. leicht gerundete Alkalifeldspäte mit perthitischer Entmischung (Zonierung) liegen in einer Grundmasse aus blauem Quarz, Biotit und rötlich pigmentierten Feldspäten (Plagioklas und vermutlich weiterer Alkalifeldspat).

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Ein weiterer riesenkörniger Granit (Nr. 109, Steinitz, B 80 cm) mit roten Alkalifeldspäten bis 6-7 cm und äußerlich gelbem, im Bruch grün gefärbtem Plagioklas. Das Gefüge ist leicht deformiert, ein großer länglicher basischer Xenolith ist in der unteren linken Bildmitte erkennbar.

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Blick auf eine leicht angewitterte Bruchfläche. Unten im Bild ein weiterer mafischer Xenolith. Der Anteil an bläulichem Quarz liegt offenbar unter 20%, demnach handelt es sich um einen Quarzmonzonit.

 

Weitere Granite mit mutmaßlicher Herkunft aus dem TIB

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In den Tagebaubereichen fallen v.a. in den nördlichen Bereichen (Cottbus-Nord, Jänschwalde) mafitreiche porphyrische Granite auf, die große rechteckige bis rundliche rote Alkalifeldspäte führen. In Welzow-Süd und Nochten kommen diese Granite eher untergeordnet vor. Auf den ersten Blick wirken diese Granite oftmals einfach schwarz-rot. Sie sind sehr biotitreich, Quarz tritt nicht dominant in Erscheinung und kann sich auch in nicht unwesentlicher Menge feinkörnig in der schwarzen Matrix verbergen. Der abgebildete Granit steht stellvertretend für viele weitere mit ähnlichem Aussehen (Nr. 110, Steinitz, BB 45 cm). Zur Herkunft dieser Granite –  wahrscheinlich gibt es viele verschiedene einzelne Vorkommen – kann man keine Aussagen machen. Neben Vorkommen in Småland gibt es z.B. frühe TIB-Granite („TIB 0“, Askersund-Suite) und verschiedene kleine und größere Vorkommen in Västergötland.

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Granodiorit (Nr. 149; Geschiebegarten Griessen, Tgb. Jänschwalde) aus grauem Quarz, hellgrünem Plagioklas und wenigen großen rosafarbenen Alkalifeldspäten. Das Gestein ist als „Rätan-Granit“ bestimmt worden, auch wenn in SMED 2002 ein etwas abweichendes Gefüge beschrieben wird. Allerdings gibt es bisher keine Anstehendproben, die eine solche Zuordnung beweiskräftig unterstützen. Im Gegenteil wurden auf einer Exkursion in NE-Småland in der Nähe von Uthammar ganz ähnliche Granodiorite gefunden. Der Rätan-Pluton in Härjedalen hat eine grosse Ausdehnung. Gesteine von dort müssten zwar im Geschiebe vorkommen, aber es scheint bis jetzt noch nicht gelungen, überzeugende und charakteristische Granitvarianten herauszustellen, die als Leitgeschiebe geeignet sind.

 

Literatur

Scheerboom H & A 2010 `Witte Rapakivi´ is witte Filipstadgraniet – Grondboor & Hamer 2010 Nr.2, S. 42-45.

Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Porphyre und Vulkanite

Porphyre und andere vulkanische Gesteine treten in der Kategorie Großgeschiebe eher vereinzelt auf. Es gibt quarzporphyrische Rapakiwi-Gesteine (Quarzporphyre bis Granitporphyre, meist von Åland), die noch verhältnismäßig häufig sind. Weiterhin gelegentlich Braunen Ostseequarzporphyr in größeren Blöcken, aber insgesamt sehr wenige Porphyre aus Dalarna und Småland. Da Geschiebe in Handstückgröße oder kleiner kaum gesammelt werden konnten, wurden somit die „typischen“ und weit verbreiteten Geschiebe wie Bredvad-Porphyr, Grönklitt-Porphyrit, Porphyre vom Typ Påskallavik gar nicht aufgefunden. Der oben abgebildete Fund eines Rhombenporphyrs aus dem Oslograben als Fund auf einer kleinen Steinhalde bei Papproth/ Welzow-Süd stellt eine Ausnahme dar. Es ist überdies das einzige gefundene Geschiebe mit sicherer Herkunft aus dem Oslograben. Rhombenporphyre wurden bis weit nach Sachsen und Schlesien hinein gefunden und kommen auch in saale- und weichselkaltzeitlichen Ablagerungen im übrigen Brandenburg vor. Sie sind nicht häufig, dennoch regelmäßig zu finden und meistens mehr oder weniger stark verwittert.

 

Småland-Gangporphyre

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Ausschnitt aus einem 35 cm breiten Porphyrgeschiebe (Nr. 442, Findlingslager Malxetal, Tgb. Jänschwalde, BB 15 cm). Reichlich runde Quarze, auch als Blauquarz, grünliche Plagioklase, in der Mehrzahl aber weiße Alkalifeldspäte. Biotitaggregate mit grünem Chlorit bzw. Alterationsprodukten. Ein Småland-Gangporphyr vom Emarp-Typ. In der Niederlausitz wurde kein einziges Exemplar eines Porphyrs vom Typ Påskallavik bzw. NE-Smaland-Gangporphyre gefunden, obwohl er in den Kiesgruben Brandenburgs regelmässig auch in größeren Blöcken anzutreffen ist (allerdings eher in weichselglazialen Ablagerungen). Denkbar ist natürlich auch, dass solche hübschen Porphyre bereits abgesammelt oder verkauft wurden.

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Etwa 75 cm breites Porphyrgeschiebe (Nr. 504, Cottbus-Nord), vermutlich ebenfalls ein Småland-Gangporphyr, der bisher größte in den Tagebaubereichen angetroffene Porphyrblock. Die kantige, flache Form des Geschiebes läßt vermuten, daß es sich um einen Gang, möglicherweise in seiner gesamten Mächtigkeit von etwa 25 cm handelt.

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Detail des Porphyrblocks: die schokoladenbraune Grundmasse ist dicht, darin sind bläuliche, gerundete Quarze und zerbrochene Alkalifeldspäte zu erkennen. Eine Herkunft aus Småland ist wahrscheinlich. Das Gestein erinnert an den Emarp-Typ, die Grundmasse erscheint allerdings etwas zu dunkel. Die parallel verlaufenden Streifen auf der Gesteinsoberfläche sind Gletscherschrammen.

Großer hälleflintartiger Vulkanit (Nr. 533, Steinitz, B 42 cm) mit dichter Grundmasse und schlieriger Textur, die an einen Ignimbrit denken läßt. Das Detailgefüge ist aber undeutlich und unattraktiv, eutaxitisches Gefüge läßt sich nicht klar erkennen. Das Gestein scheint leicht metamorph überprägt zu sein. Möglicherweise handelt es sich um einen Småland-Metavulkanit, eine andere Herkunft ist aber nicht ausgeschlossen.

 

Porphyre aus Dalarna

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In der Gegend S Papproth konnte ich im rekultivierten Teil  von Welzow-Süd ausnahmsweise einige Proben im Handformat auflesen, so auch diesen Porphyr, der an einen Kallberget-Porphyr erinnert. Allerdings in nicht ganz typischer Ausbildung. Die Grundmasse ist leicht körnig, außerdem von zahlreichen Adern von Epidot o.ä. durchsetzt.

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Detail der obigen Probe als Unterwasseraufnahme. Das Farbspiel und die Reichhaltigkeit der roten bis violettroten Einsprenglinge sowie die mäßig häufigen, grauen, eckigen Quarzeinsprenglinge lassen an die Gesteinsserie der Kallberget-Porphyre denken, allerdings sind die grünen Alterationsprodukte nicht typisch. Ähnliche Gesteine kommen wohl auch im Gebiet Särna vor. Besser, man beläßt es bei der Einschätzung Dala-Quarzporphyr.

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Großes Geschiebe eines Digerberg-Konglomerats (Nr. 363) im Findlingspark Nochten. Blick auf eine polierte Schlifffläche (angewittert) mit großem, etwa 20 cm breitem Sandsteinklast und zahlreichen weiteren, gut gerundeten Porphyrklasten.

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Detail der angefeuchteten Schnittfläche. Lediglich der rote Porphyr lässt eine Zugehörigkeit zu den Dala-Porphyren vermuten, die anderen Porphyrklasten, u.a. zwei Doleritklasten, sehen anders aus als die gewöhnlichen, typischen Dala-Porphyre. Es befinden sich noch weitere Porphyrklasten mit eindeutigem Habitus der Dala-Porphyre in diesem Block, die auf dem Foto nicht abgebildet sind.

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Polierte Schnittfläche eines Fundes am Wegesrand im Tagebau Welzow-Süd, S Papproth, ein typisches Digerberg-Konglomerat.

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Detail einiger Porphyrklasten und eines dichten, einsprenglingsarmen und schlierigen Vulkanits, möglicherweise ein Ignimbrit.

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Hellbrauner Porphyr (Nr. 214, Steinitz) mit mäßig vielen hellen Feldspateinsprenglingen (grünlicher Plagioklas + weißer Alkalifeldspat?), möglicherweise aus Dalarna. Ein anderes Herkunftsgebiet wird nicht ausgeschlossen. Solche größeren Porphyrgeschiebe treten vereinzelt auf den Steinhalden der Niederlausitz auf und sind kaum definitiv einem bestimmten Vorkommen zuzuordnen. Lediglich die dichte Grundmasse und das undeformierte, metamorph nicht durchgreifend veränderte Porphyrgefüge lassen an Vulkanite aus Dalarna denken.

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Großes Porphyrgeschiebe (Nr. 211, Steinitz, Breite 46 cm), Kontakt eines Granitporphyrs rechts zu einer feinkörnigeren, einsprenglingsärmeren Variante links. Die Grundmassen beider Varietäten sind nicht dicht, sondern körnig. In der Mitte des Geschiebes ist ein Xenolith eines mafischen Gesteins zu erkennen.

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Das Gefüge der einsprenglingsreichen Partie erinnert an einen einsprenglingsreichen Porphyr von Dalarna. Diese können auch granitporphyrische Varianten ausbilden. Quarz ist makroskopisch nicht erkennbar.

 

Brauner Ostsee-Quarzporphyr

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Brauner Ostsee-Quarzporphyr (Nr. 210, Steinitz, Breite 50 cm) tritt hin und wieder in großen Blöcken auf, roter Ostsee-Quarzporphyr hingegen nicht. Das mag weniger an seiner Seltenheit als an seiner engständigen Klüftung liegen.

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Detail aus dem oberen Block: etwa 5 cm breiter Fremdgesteinseinschluß im braunen Ostsee-Quarzporphyr aus größeren und kleineren Feldspäten, Quarz und grünen Alterationsprodukten. Die Kristalle sind durch das heiße Magma deutlich korrodiert. Xenolithe aus Granophyr oder anderen rapakiwiähnlichen Gesteinen wurden an den größeren Blöcken bisher nicht beobachtet.

 

Quarzporphyrische Rapakiwis

In dieser Gruppe werden Quarzporphyre und Granitporphyre aus Rapakiwiplutonen zusammengefasst. Sie erscheinen in zahlreichen Übergangsformen, die eine klare Unterscheidung zwischen Quarzporphyr und Granitporphyr sowie ähnlichen Rapakiwigesteinen mit feinkörniger Grundmasse manchmal erschweren. Kennzeichen sind ein deutlich bimodales, also porphyrisches Gefüge (Grundmasse + Einsprenglinge von Quarz und Alkalifeldspat), wobei die petrographische Regel bezüglich der Körnigkeit der Grundmasse etwas weiter gefasst ist als bei Nicht-Rapakiwigesteinen (Korngröße bleibt unter 1mm, danach Übergang zu kleinkörnigen Graniten, Porphyrapliten o.ä.).

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Rotbrauner Åland-Quarzporphyr (Nr. 051, Steinitz) mit Farbwechsel (möglicherweise auch nur äußerlich) der Grundmassenfarbe. Das Stück zeigt viele korrodierte Quarze und Alkalifeldspat-Einsprenglinge. Seine Herkunft dürfte einigermaßen sicher auf Åland liegen. Die meisten quarzporphyrischen Rapakiwis in der Niederlausitz scheinen von Åland zu stammen, da sie fast immer die typischen Eigenschaften zeigen, siehe auch kristallin.de. Nur bei wenigen aufgefundenen Exemplaren, z.B. solchen mit wenig Einsprenglingen, ist die Herkunft zweifelhaft. Quarzporphyrische Kuriositäten aus anderen Rapakiwi-Plutonen wie z.B. von Rödö/Sundsvall oder einfach nur auffallend andersartige wurden bisher nicht beobachtet. Dies mag in ihrer Seltenheit und möglicherweise engeren Klüftung im Anstehenden begründet liegen.

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Ausschnitt aus einem Åland-Granitporphyr, Smeds Åland-Ringquarzporphyr (Nr. 446, Findlingslager Malxetal/ Tgb Jänschwalde) mit grünem Plagioklaskristall und dem kennzeichnenden schwarzen Rand aus dunklen Mineralen um die runden, korrodierten Quarze. Dieses Gefüge zeigt klar die Vermischung eines mafischen und eines felsischen Magmas an (magma mingling).

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Rotbrauner Åland-Granitporphyr (Nr. 315, Merzdorf/ Tgb. Cottbus-Nord, BB 9 cm) mit einem dicken grünen Plagioklas-Ring um einen hell rötlichen Alkalifeldspat-Einsprengling.

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Großer grüner, anorthitreicher Plagioklaskristall (Länge 5 cm) im gleichen Block. Diese großen Plagioklase sind wohl durch mechanische Magmenmischung als „Xenokristen“ in die Porphyrschmelze eingetragen worden. Letztlich ist aber die Frage nach eingewachsenem Kristall (Kristallisation aus der Schmelze, nachfolgende Alteration) oder Bruchstück/Xenokrist, z.B. aus einem monomineralischen Anorthosit, nur im Dünnschliff eindeutig zu klären.

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Dunkle Variante eines Åland-Quarzporphyrs (Nr. 452, BB 17 cm) mit schokoladenbrauner Grundmasse und sehr dunkel erscheinenden Quarzen, wie er z.B. als Bestandteil in den Hammarudda-Quarzporphyrgängen auftritt.

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Brauner bis braunroter Åland-Granitporphyr, Typ Hammarudda (Nr. 050, Steinitz, B 48 cm), gekritztes Geschiebe mit brauner Grundmasse und bis zu 3 cm großen abgerundeten Alkalifeldspäten.

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Detail des schlecht zu fotografierenden Åland-Granitporphyrs (Referenz, Nr.3).

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Roter Granitporphyr als Ringquarzporphyr, vermutlich von Åland. Block in der Uferböschung des Greifenhainer Sees, ehem. Tagebau Greifenhain.

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Eine Besonderheit ist der Fund dieses großen Blockes, ein Åland-Quarzporphyr als Ignimbrit (Nr. 053, Steinitz). Ob das Stück tatsächlich vom einzigen bekannten, kleinen Aufschluss Blå Klobben (Referenz) stammt, ist diskussionswürdig, da Funde von solchen Ignimbriten trotz des kleinen Vorkommens nicht allzu selten sind, gelegentlich sogar lokal „gehäuft“ auftreten (Hökholz bei Eckernförde). Vermutlich gibt es noch weitere unbekannte oder untermeerische Vorkommen ignimbritischer/schlieriger Åland-Quarzporphyre.

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Eine dichte, schokoladenbraune Grundmasse ist durchsetzt von rotbraunen Schlieren, die ein eutaxitisches Gefüge bilden: Quarz- und Feldspateinsprenglinge werden von Fiamme umflossen. Die Quarze mit einem Durchmesser bis 5 mm sind dunkel, durch magmatische Korrosion gerundet und weisen die Feldspat-„Fischchen“ im Inneren auf. Feldspäte, wohl Alkalifeldspat, sind hell und ebenfalls gerundet. Plagioklas ist nur untergeordnet aufzufinden.

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Einschluß eines roten Granophyrs mit graphischen Verwachsungen in der Nr. 053.

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Kleines Handstück des Åland-Ignimbrits, Aufnahme unter Wasser. Die Probe zeigt keine 100%ige Übereinstimmung mit dem Ignimbrit von Blå Klobben. Zwar gibt es ein deutlich eutaxitisches Gefüge mit roter Fiamme, viele gerundete und zerbrochene Einsprenglinge sowie große, dunkle, korrodierte Quarze. Die Grundmasse ist allerdings nicht dunkel schokoladenbraun, die Fiamme nicht dicht, sondern feinkörnig.

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Foto mit dem Binokular (Foto: T. Langmann). Die helleren rötlichen Flammen bestehen aus feinen graphischen Verwachsungen. Im Vergleich mit den Proben von Blå Klobben ist natürlich eine gewisse Variabilität der Ausprägung dieses Ignimbrits denkbar, ebenso die Überlegung, dass alle Åland-Ignimbrite aus einem einzigen Vorkommen stammen könnten, welches durch seine dem Eis exponierte Lage besonders stark abgeräumt wurde.

 

Weitere Vulkanite

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Vermutlich ein grauer Aschentuff oder -tuffit (Nr. 212, Steinitz, B 60 cm). Das Gestein ist sehr zäh und feinkörnig und zeigt keine Spuren einer Metamorphose. Herkunft ungewiß, eher aus Smaland (ähnelt dort anstehenden und sehr feinkörnigen Aschetuffen) als aus den Svekofenniden (dort metamorphisiert und in gneisartige Hälleflinte und Leptite umgewandelt).

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In der Verwitterung grünliche, im Bruch graue, quarzitisch erscheinende Gesteinsmasse mit scherbigem Bruch. Mit der Lupe sind keine einzelnen Körner oder Lagen zu erkennen. Der petrographische Befund bleibt in Ermangelung eines erkennbaren Mineralbestandes vage.

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Vulkanischer Pisolith/Aschentuff mit akkretionären Lapilli aus dem Tagebau Jänschwalde (F. Mädler leg.). Diese Probe ist bereits in einem Artikel von KOTTNER 2005 besprochen und wurde mir von Steffen Schneider (Berlin) überlassen.

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Außenseite des Geschiebes mit dichteren und härteren, somit verwitterungsbeständigeren Rändern der konzentrisch aufgebauten Lapilli. Diese vulkanischen Pisolithe sind Aschentuffe, die bei verhältnismässig niederenergetischen phreatomagmatischen Eruptionen (explosive Ausbrüche durch Zusammenwirken von Magma+Wasser) entstehen, wahrscheinlich in Phasen beginnender oder nachlassender vulkanischer Aktivität. Die Akkretion (Zusammenballung) der Lapilli erfolgt innerhalb von surges (pyroklastische Ströme) oder als mud rain durch Kondensation von Wasser und dadurch bedingte konzentrische Zusammenballung von Aschepartikeln (SCHMINKE 2004).

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Detail einer Unterwasseraufnahme. Erkennbar sind die farblichen Abstufungen zwischen einbettender Tuffmatrix und einigen helleren, z.T. grünlich verfärbten Lapilli. Nicht ganz klar ist, wie die feinerkörnigen Randzonen entstehen. Denkbar ist eine Akkretion durch Adhäsion ausschließlich feinerer Aschepartikel bei abnehmender Dynamik während der Ablagerung. Ein Dünnschliff dieser Probe (KOTTNER 2005) zeigte weiterhin entglaste Fsp+Qz-Partien in der Grundmasse.

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Eines der wenigen Funde kleinerer Geschiebe im Tagebau Cottbus-Nord (Nr. 305, BB 16 cm) ist dieser mutmaßliche Aschentuff mit dichter Gesteinsmasse ohne erkennbaren Mineralbestand. Trotz zahlreicher Risse ist das Objekt sehr zäh, und es ließ sich keine Bruchfläche mit dem Hammer erzeugen. Eine Herkunft aus Skandinavien ist fraglich, vielleicht handelt es sich auch um ein Geröll südlicher Herkunft.

 

Literatur

Kottner J 2005 Ein Tuff mit akkretionären Lapilli als Geschiebe – Geschiebekunde aktuell 21 (1): 25-28, 1 Taf. – Hamburg/Greifswald Februar 2005.

Schmincke H U 2004 Volcanism – Springer Verlag Berlin Heidelberg GmbH, 324 S.

Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Diabase, Dolerite, Gabbros

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Anorthosit aus Steinitz/Welzow-Süd, Besprechung s.u. – In die Gruppe Diabase, Dolerite, Gabbros einer petrographischen Grobeinteilung der Großgeschiebe fallen die dunklen, SiO2-armen, nicht durchgreifend metamorphisierten Plagioklas-Pyroxen-Gesteine. Effusive und hypabyssale Bildungen sind Basalte bzw. Diabase (im Sinne vergrünter Basalte des deutschen Sprachgebrauchs) und basaltähnliche Gesteine wie Andesite. Ganggesteine sind v.a. als Dolerite und Tiefengesteinsäquivalente (Plutonite) als Gabbros und Diorite ansprechbar. Mit diesen Begriffen lassen sich eine Reihe von dunklen Gesteinen bestimmen, die keinen sichtbaren Quarz aufweisen. Im Einzelfall ist es manchmal schwierig, den genauen Mineralbestand zu ermitteln, z.B. bei feinkörnigen Gesteinen. Aber auch bei der Unterscheidung von Gabbro und Diorit über den Anorthitgehalt des Plagioklas stößt man schnell an die Grenze der Bestimmbarkeit mit makroskopischen Mitteln. Somit sind die meisten Bezeichnungen vorläufige Geländeansprachen unter Berücksichtigung des Gefüges, weniger des exakten Mineralbestandes zu sehen. Ein Großteil der Gesteine dieser Gruppe besteht aus Plagioklas und Pyroxen mit wechselnden Anteilen weiterer Minerale wie Amphibol, Olivin oder Magnetit.   

 

Diabase und Dolerite

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Als Kinne-Diabas gekennzeichneter Gesteinsblock (Nr. 388, BB 55 cm) im Findlingsgarten Grießen. Nicht selten treten in den Tagebaubereichen Diabase mit ölgelber Verwitterungsrinde auf. Eine Einordnung der Herkunft ist nicht möglich, wenn das typische Verwitterungsgefüge des Kinne-Diabas fehlt. Hier ist es zumindest auf der Oberseite in Ansätzen erkennbar. Das Gestein dürfte zu jenen Diabasen gehören, die SE des Vänern-Sees im Gebiet der Västergötländer Tafelberge anstehen (sog. Kinne-Diabas) und während der Vereisungsphasen offenbar großflächig abgetragen wurden, im Geschiebebestand also entsprechend häufig anzutreffen sind.

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Kinne-Diabas (Nr. 088, B 30 cm) mit der typischen Verwitterungstextur der unregelmäßig runden und helleren, häufig etwas erhabenen Flecken annähernd gleicher Größe (5-10 mm). Das Gestein ist auch in dieser Ausprägung gelegentlich zu finden, v.a. in den nördlichen Tagebauen Cottbus-Nord und Jänschwalde. Kleine Schlagnasen am unteren Bildrand zeigen bereits Ansätze der Verwitterung.

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Weiteres Exemplar eines Kinne-Diabas (Nr. 503; Tgb Cottbus-Nord) mit kleineren Verwitterungsflecken von etwas abweichender Gestalt. In Form und Größe können die Flecken durchaus variieren. Am oberen Bildrand ist eine homogen schwarze, feinkörnige Bruchfläche zu erkennen, die kaum eine makroskopische Mineralbestimmung zuläßt, zumindest keinen Olivin erkennen läßt.

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Grobkörnigere, doleritische Variante eines Kinne-Diabas (Nr. 081, BB 35 cm) mit kleinen schwarzen Körnern, vermutlich Pyroxen (Augit). Das Gestein besitzt ein ophitisch-intergranulares Gefüge. Ophitisches Gefüge bedeutet, dass die Pyroxen-Phänokristen, die die helleren Flecken ausbilden, von den zuerst kristallisierten Plagioklasleisten durchsetzt sind. Intergranular bezieht sich auf die schwarzen Körner, die Zwischenräume zwischen den Plagioklasen ausfüllen.

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Särna-Diabas laut Beschriftung im Findlingsgarten Grießen (Nr. 389, B 80 cm). Dieser Diabas mit knotiger Verwitterungsrinde erinnert eher an einen sehr groben Kinne-Diabas?, wenn überhaupt die Verwitterungstextur aussagekräftig genug ist. Zudem soll der Särna-Diabas als deutlich gröberkörniger Dolerit entwickelt sein, der eher an die Åsby-Ulvö-Dolerite erinnert. Die Beschreibung des Särna-Diabas in SMED 2002 ist irreführend. Siehe auch skan-kristallin.de. Überhaupt scheint eine hinreichende Charakterisierung des Särna-Diabas als Leitgeschiebe fragwürdig zu sein.

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Eine Bruchfläche verdeutlicht, daß dieser Diabas feinkörnig ist. Weiterhin ist die Begrenzung der Verwitterungsflecken nicht so deutlich wie in den vorangegangenen Beispielen. Am besten, man ordnet diesem Stück keine Herkunft zu.

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Diabas (Nr. 254, Cottbus-Nord) mit eigentümlicher Verwitterungsstruktur und runden, schwarzen, etwa 1 cm durchmessenden Flecken eines unbekannten Minerals. Möglicherweise gehört auch dieses Stück in die Gruppe der Kinne-Diabase. Die Verwitterungsflecken besitzen eine längliche, bohnenförmige Form (ähnlich Nr. 503). Auf der Bruchfläche sind zudem einige cm-große Plagioklaseinsprenglinge zu erkennen.

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Bunter Diabas (Nr. 092, Steinitz; B 120 cm) mit knolliger Oberfläche. Dieses Exemplar ist weitgehend grün gefärbt. Die Außenseite bilden braune, rostige Beläge, während die rote Farbe, vermutlich Eisenoxide (Hämatit), auf zahlreiche Risse und Klüfte beschränkt ist. Es ist ein stark alteriertes, feinkörniges basisches Gestein ohne Einsprenglinge. Man könnte in diesem Fall auch von Grünstein sprechen. Der Begriff Diabas passt im deutschen Sprachgebrauch ebenfalls, da es vergrünte basaltische Gesteine (Paläobasalte) bezeichnet. Im Englischen bezeichnet diabase allerdings eher doleritische Gesteine. Die Bezeichnung Spilit ist vorgesehen für vergrünte basaltische Gesteine, die der sog. „Ozeanbodenmetamorphose“ ausgesetzt waren. Ohne Ausbildung als pillow– oder Kissen-Lava oder Vorhandensein von Albit (Na-Metasomatose des Plagioklas) wird die makroskopische Bestimmung solcher Gesteine schwierig, zumal ohne Zusammenhang einer regionalen Geologie.

 

„Diabasporphyrite“ (plagioklas-porphyrische Diabase)

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Gewöhnlicher plagioklas-porphyrischer Dolerit (Nr. 90, Steinitz) mit ophitischem Gefüge aus Plagioklas und mafischen Mineralen sowie einzelnen grösseren Plagioklaseinsprenglingen. Eine veraltete und unscharfe Bezeichnung für solche Gesteine (Diabase und Dolerite) ist „Diabasporphyrit“.

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Plagioklas-porphyrischer Diabas (Nr. 084, Steinitz, B ca. 60 cm). Die schwarzgrüne Färbung verrät hydrothermale Alteration, entweder durch Spilitisierung oder nachfolgende Metamorphose. Hierbei werden primäre Minerale (Plagioklas, Pyroxen) in sekundäre, grün gefärbte Minerale wie Chlorit, Amphibol oder Epidot umgewandelt.

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Detail Nr. 084: Deutlich bimodale Ausbildung des Mineralbestandes durch zahlreiche, bis 3 cm große, grüne Plagioklaskristalle in einer feinkörnigen Grundmasse.

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Mafisches Gestein mit zahlreichen Plagioklas-Einsprenglingen, ein plagioklas-porphyrischer Diabas (Nr. 256, Findlingslager Tgb. Cottbus-Nord, B 40 cm). Auffällig ist der hohe Anteil an zum großen Teil gerundeten Plagioklasen in einer feinkörnigen Grundmasse. Eine mögliche Erklärung zur Entstehung dieses Gesteins könnte die Vermengung zweier basischer Magmen (magma mingling) sein, wobei das basaltische Magma Plagioklase z.B. aus einem grobkörnigen anorthositischen Gestein aufnahm, die in der Folge ihres Eintrages in die Schmelze durch magmatische Korrosion angelöst und gerundet wurden.

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BB 20 cm. Im trockenen Zustand weist die feinkörnige und alterierte Grundmasse ein fleckiges Gefüge von heller- und dunkelgrünen Bereichen auf. Einzelne Minerale konnten nicht bestimmt werden. Es dürfte sich um Chlorit, Amphibol, diallagartigen Pyroxen o.ä. handeln. Auch die Grünfärbung der Plagioklase deutet auf die hydrothermale Alteration des Gesteins hin.

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Detail der angefeuchteten Oberfläche. Rundliche und eckige Plagioklas-Einsprenglinge bis 3 cm Länge.

 

Diabas-Mandelsteine

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Diabas-Mandelstein bzw. Diabas-Brekzie, in älterer Literatur und Geschiebesammlungen manchmal auch als Ostsee-Diabas-Mandelstein bezeichnet. Oberflächennah intrudierte Basalte werden durch eindringende Oberflächenwasser hydrothermal überprägt. Diese hydrothermale Alteration ist verantwortlich für die Färbung der Gesteinsbruchstücke (rötliche oder violette Töne durch Hämatitbildung) und die Migration zahlreicher Minerale in Blasenhohlräume (Calcit, Zeolith, Chlorit, Epidot, Prehnit, Chalcedon, Achat etc.). Hohlraumfüllungen mit dem dezent grün gefärbten, häufig radialstrahlig kristallisiertem Mineral Prehnit (der metamorphen Prehnit-Pumpellyit-Fazies) werden als Prehnit-Mandelsteine bezeichnet, ebenfalls ein Begriff der traditionellen Geschiebekunde. Mit einer genaueren petrographischen Spezifizierung ist allerdings keine exaktere Herkunftsbestimmung möglich. Man nimmt lediglich an, dass diese Gesteine zum großen Teil am Boden der Ostsee ihr Anstehendes haben.

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Ein weiterer Diabas-Mandelstein (Nr. 481, Tgb. Cottbus-Nord, BB 40 cm) von schwarzgrüner Farbe mit rotbraunen, vermutlich durch Abkühlung und Klüftung entstandenen Adern. Lediglich einzelne, dafür recht große Blasenhohlräume sind mit verschiedenen Mineralen gefüllt. Die bläulichgraue „Mandel“ in der linken Bildhälfte ist wahrscheinlich Chalcedon.

 

Åsby-Ulvö-Dolerite

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Grobkörniger Dolerit (Åsby-Ulvö-Dolerit) mit schaliger Verwitterung (core stone), Breite 40 cm. Das für dieses Gestein typische Herauswittern der Plagioklas-Leisten gegenüber der Matrix ist deutlich zu erkennen. Dieser Block scheint darüber hinaus Olivin zu enthalten, zu vermuten an einzelnen gelblich-braunen Körnern zwischen den Pyroxenen. Auf Magnetit wurde nicht geprüft, er ist in diesen Doleriten aber regelmässig nachweisbar. Ähnliche Blöcke finden sich ziemlich häufig als Großgeschiebe im Tagebauumfeld. Ihr Herkunftsgebiet liegt zwischen SW-Finnland über Ångermanland bis nach Älvdalen. Diese Dolerite und ähnliche feinkörnigere Diabase gehören zur CSDG (Central Scandinavian Dolerite Group) und wurden bisher mit dem Namen „Åsby-Diabas“ bzw. -Dolerit belegt. Geeigneter ist die Bezeichnung „Åsby/Ulvö-Diabas“, noch besser: -Dolerit (VINX 2016), da durch die beiden geographischen Antipoden das große mögliche Herkunftsgebiet Berücksichtigung findet.

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Dolerit, (Nr. 083, Steinitz, BB 40 cm) mit Pyroxen-Megakristallen und einer stark angewitterten, rostfarbenen Oberflächentextur. Sehr deutlich ist das ophitische Mineralgefüge aus sehr großen Pyroxenkristallen und einem Netz kleinerer Plagioklasleisten ausgeprägt, die vor Pyroxen kristallisierten und diese durchdringen.

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Das hier vorgestellte Stück ähnelt mit seinen verfilzten Plagioklas-Leisten übrigens ein wenig dem Särna-Diabas. Vermutlich ist eine makroskopische Unterscheidung der postjotnischen Diabas-/Dolerittypen vom Typ Åsby/Ulvö vom Särna-Diabas (und womöglich auf der anderen Seite von besonders grobkörnigen Kinne-Diabasen) gar nicht möglich.

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Ein weiterer Åsby-Ulvö-Dolerit mit ophitischem Gefüge (Nr. 491, Tgb. Cottbus-Nord, BB 30 cm).

 

Anorthosite und Leuko-Gabbros

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Anorthosit aus Steinitz/Welzow-Süd (Nr. 087, B 54 cm). Das Gestein besteht makroskopisch zu über 90% Plagioklas und wenigen länglichen, perlschnurartig verteilten mafischen Mineralen. Auch bei den Anorthositen ist die Herkunft meist ungewiß, da es in Skandinavien viele Vorkommen gibt, z.B. nördlich von Stockholm, in Ångermanland, auf Åland, sogar in Småland.

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Angefeuchtete Verwitterungsfläche. In der Mehrzahl graue, mit leichtem Violettstich versehene Plagioklaskristalle (z.T. auch mit weißen Partien) und dunkle Minerale (Pyroxen und/oder Amphibol sowie grünliche, glimmerartige Alterationsprodukte, z.B. Chlorit). Rechts der Bildmitte ist ein Korn eines auffällig hellgrünen, epidotähnlichen Minerals zu erkennen.

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Auf der frischen Bruchfläche und als Unterwasseraufnahme wird der grauviolette Farbton des Plagioklas etwas deutlicher. Dunkle Minerale sind in rundlichen Aggregaten scheinbar lagenweise gruppiert, möglicherweise handelt es sich um gravitative Kumulate in der Magmakammer.

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Detail der Unterwasseraufnahme. In der Vergrößerung ist noch mehr grünes epidotähnliches Mineral zu erkennen, v.a. in der Nähe der dunklen Minerale. Die Kristallformen der dunklen Minerale sind undeutlich, z.T. blättrig, was auf Chlorit oder diallagartigen Proxen schließen läßt. Letzterer kann ähnlich glimmerartig aussehen, ist aber im Gegensatz zu Glimmer spröde zerbrechlich (VINX 2011). Die hydrothermale Alteration scheint in diesem Gestein recht weit gegangen zu sein, ohne dass Plagioklas grüne Farbtöne angenommen hat.

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Ein weiterer Leukogabbro/Anorthosit (Nr. 486, Tgb. Cottbus-Nord). Der Mafitanteil dürfte bei etwa 10% liegen. Grünlich-grauer Plagioklas bildet große weitgehend idiomorphe Kristalle, schwarzer bis grünlich-schwarzer Pyroxen befindet sich in den Zwickeln. Solche und ähnliche „anorthositischen Gabbros“ kommen z.B. in Nordingrå vor. Es handelt sich aber nicht um das Leitgeschiebe „Ångermanland-Syenitgabbro“ bzw. Ångermanland-Monzogabbro, sondern um ein Gestein, welches dort anstehenden Leukogabbros ähnelt. Ob es weitere Vorkommen gibt, möglicherweise in Vergesellschaftung mit anderen Rapakiwiplutonen, ist ungeklärt.

089_IMG_6618_BB30cm

Leukogabbro bzw. anorthositischer Gabbro (Nr. 089, BB 30 cm, Steinitz). Schon an der weißen Verwitterungsrinde kann man einen hohen Feldspatanteil (Plagioklas) erkennen. Das Mineralgefüge wirkt durch die flaserig ausgebildeten, dunklen Minerale foliiert. Der Anteil dunkler Minerale ist schwer abzuschätzen, sie scheinen insgesamt in geringer Menge (unter 10%) enthalten zu sein und treten deutlicher in der Verwitterungsrinde hervor als auf der dunkelgrauen Bruchfläche.

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Kleines Spaltstück vom obigen Block. Grünlich-dunkelgraues Gestein mit offenbar weitgehend gut kristallisiertem, verzahntem Gefüge der Mineralbestandteile, hauptsächlich farbloser, transparenter Plagioklas, der frisch und unalteriert wirkt. Makroskopisch sind keine Spuren von Metamorphose oder Deformation zu erkennen. Dunkle Minerale, vermutlich Klinopyroxene, sind schwierig aufzufinden und bilden kleine, xenomorphe Aggregate. Die Unterscheidung von Amphibol gelang nur über den Glanz und schlechte Spaltbarkeit, charakteristische Spaltwinkel konnten nicht bestimmt werden. Weiterhin ist das Gestein schwach magnetisch, an einzelnen Stellen liegen größere Magnetitkörner. Schwarze Serpentinitmasse (glanzlose feinkörnige schwarze Masse) ist nicht zu erkennen, ebenso fehlen Olivin und Glimmer. Zuletzt ist an einigen Stellen etwas hellgrüne, epidotähnliche Substanz zu erkennen. Auch der grünliche Gesamteindruck des Gesteins läßt auf eine leichte (auto?)-hydrothermale Alteration schließen.

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Leukokrate Schliere aus Feldspat und Quarz (körnig und aplitisch) in einem (Leuko-)Gabbro (Nr. 085, Breite 65 cm, Steinitz) mit reichlich gelbgrünen, bis 5 cm großen Plagioklaseinsprenglingen.

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Dicht an dicht liegende Plagioklaskristalle in einer grobkörnigen Grundmasse, die wiederum Plagioklas und vermutlich Pyroxen enthält. In Leukogabbros, die sich von der Zusammensetzung Anorthositen annähern, sind Ca-Plagioklase vorherrschend, die eine grüne Färbung durch hydrothermale Alteration aufweisen. Manche Plagioklaskristalle zeigen Spuren von randlicher Auflösung und sind leicht gerundet. Im Inneren der Kristalle sind an Spaltlinien Produkte hydrothermaler Alteration ausgeschieden (dies können Amphibol, Chlorit oder Epidot o.ä. sein).

 

Hornblendegabbros und -diorite

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Interessante pegmatitartige Bildung in einem gabbroiden/dioritischem Gestein (Nr. 473, BB ca. 35 cm, Tagebau Cottbus-Nord). Neben einem an einen Dolerit erinnernden ophitischen Gefüge treten größere dunkle und runde Mineraleaggregate auf, vermutlich Granoblasten von Hornblende. Auch das schwarze Mineral in der grob kristallisierten Partie könnte Hornblende sein. Das Stück konnte petrographisch nicht eingehender untersucht werden. Es ist aber ein Beispiel für die seltenen Pegmatitbildungen in einem (Meta-)Hornblendegabbro/-diorit.

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Grobkörniger Gabbro (Nr. 257, Merzdorf/ Tgb. Cottbus-Nord, BB 70 cm) mit markanter Verwitterungsoberfläche: die Plagioklaskristalle treten zurück, die faserigen dunklen Minerale, vermutlich Amphibol bzw. „Uralit“, hervor. Das dunkle Mineral ist also verwitterungsresistenter als Plagioklas und kann daher kaum Pyroxen sein. Im Findlingspark Nochten ist ein ähnliches Exemplar mit deformiertem Gefüge als „Hällefors-Diabas (Dalsland)“ beschriftet. Die Angabe soll an dieser Stelle aber keine Herkunft implizieren, im Gegenteil dürften solche Gesteine kaum zuverlässig einer Herkunft zugeordnet werden können. Nach VINX 2016 sind solche „uralitisierten“ Gabbros meist svekofennischer Herkunft.

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Die hervortretenden dunklen Minerale entstanden wahrscheinlich durch Umwandlung von Klinopyroxen in nadeligen bzw. faserigen (aktinolithischen) Amphibol durch den namensgebenden Vorgang der „Uralitisierung“. Dies ist eine spezifische Form der Metamorphose eines Gabbros. Wasseraufnahme wandelt Pyroxen in Amphibol um. Solche Gesteine wurden früher als „Uralit-Gabbro“ bezeichnet. Der Begriff ist obsolet, korrekter wäre heute die Bezeichnung amphibol-fibroblastischer Meta-Gabbro.

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Hornblendegabbro mit ophitischem Gefüge, ebenfalls in älterer Literatur manchmal als Uralitgabbro bezeichnet. Haldenfund bei Weißagk/Malxetal, Tgb. Jänschwalde. Die Probe zeigt einen stark hydrothermal alterierten Dolerit (kräftige Grünfärbung der ursprünglich schwarzen Pyroxene) mit tiefschwarzen Hornblende-Granoblasten. Letztere entstanden aufgrund der deutlichen Begrenzungen nach der Alteration unter zunehmenden, vermutlich statischen Metamorphosebedingungen.

 

Uralit-Porphyrit

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Ebenfalls ein uralitisiertes Gestein, ein „Uralit-Porphyrit“, zutreffender: amphibol-porphyroblastischer Diabas. Das Gestein besitzt eine grüngraue Verwitterungsrinde, in der größere eckige und auch abgerundete schwarze Amphibole stecken. Die reichlich vorhandenen, kleinen Plagioklase sind auf dem Bild schlecht zu erkennen, die größeren kaum sicher als solche zu identifizieren. Auffällig ist das Gefüge aus runden, plagioklasreicheren und -ärmeren Partien ähnlich einem Lapillituff. Die enthaltenen Arten von „Lapilli“ sind sehr ähnlich. Solche Uralit-Porphyrite treten wohl an mehreren Orten im svekofennischen Raum, mit weniger Einsprenglingen auch in Småland sowie in mehreren Vorkommen auf dem finnischen Festland auf. Sie sind kaum als Leitgeschiebe geeignet (s.a. Uralit-Porphyrit von Vaksala).

 

Kumulophyrischer Metagabbro

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Metagabbroides Gestein mit Kumulatgefüge, (Nr. 400, Breite ca. 40 cm; Tgb. Jänschwalde, Findlingskippe Malxetal). Das Exemplar wird trotz seines metamorphen Charakters in dieser Rubrik gezeigt, weil das Gabbro-Gefüge noch deutlich zu erkennen ist. Man beachte, dass das Gestein oben deformiert, mit deutlicher Foliation und Auslängung der dunklen Minerale bestimmt ist, während es unten rechts nahezu regellos-körnig erscheint. Die etwas heller grüngraue, feinkörnig erscheinende „Schicht“ könnte eine Scherfläche mit sehr begrenzter lokaler Ausdehnung darstellen.

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Das Detailfoto zeigt rundliche grünliche Pyroxene von 1 cm Durchmesser mit etwas dunkleren Hornblende-Coronen und Plagioklas als „Füllmasse“. Der Mineralbestand des Protolithen scheint reichlich grobkristalliner Pyroxen und sehr wenig Plagioklas gewesen zu sein, eine Mineralzusammensetzung, wie sie als gravitatives Kumulat in der Magmakammer einer Gabbroschmelze auftreten kann. Es handelt sich um ein ultrabasisches Gestein, vielleicht aus einem Ophiolith-Komplex. Für ein ultramafisches Gestein muß der Plagioklasanteil unter 10% liegen und das Gestein aus dem Erdmantel stammen. Dies ist im vorliegenden Falle unwahrscheinlich durch das Fehlen von Olivin.

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Detail der stark foliierten Partie, darunter vermutlich eine Scherzone mit hell graugrünem, pulverigem Mineral. Das schwarze, flaserig ausgebildete Mineral scheint hier eher Amphibol zu sein. Münzdurchmesser 18 mm.

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Kleiner Abschlag der Nr. 400 (Unterwasseraufnahme) mit bis zu 1 cm großen, grünlich schillernden Pyroxenen (diallagartig), die von einem Rand aus Hornblende umgeben sind (coronitisches Gefüge). Die „Füllmasse“ zwischen den abgerundeten Mafiten ist weiterer Amphibol und Plagioklas, darin einige rote Flecken, offenbar nur Einfärbungen durch Fe-oxide o.ä. Das Gestein reagiert nicht auf einen Handmagneten.

 

Einschlußführende Diabase

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Einschlußführender Diabas oder sog. Gerölldiabas (Nr. 079, Höhe 90 cm, Aussichtspunkt Tgb. Welzow-Süd, SE Neupetershain). Die rostbraune Verwitterungsrinde verhüllt die basaltähnliche Matrix des Gestein, die zahlreiche Gesteinsbruchstücke, in der Hauptsache weiße Granitoide und graue Gneise führt.

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BB 35 cm; Detail der eckigen bis leicht gerundeten Klasten vorwiegend schwarz-weißer Granitoide und Gneise.

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Ein weiterer Diabas mit narbiger Oberfläche (Nr. 82, Steinitz, B 60 cm). Zu erkennen sind Adern von hellerem Material aus Feldspat und Quarz, einzelne Klasten von Fremdmaterial sind kaum näher zu spezifizieren.

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Das letzte Exemplar dieser Reihe ist ein Mischgestein, ein einschlußführender Diabas (Nr. 427, Findlingshalde bei Weisagk/Malxetal/Tgb. Jänschwalde). Eine basische Schmelze (Dolerit) drang in ein saures Gestein ein oder riss beim Aufstieg entsprechende Gesteinsbestandteile mit und bewirkte eine sichtbare Vermengung beider Magmen (magma mingling). Basische Schmelzen sind unter gleichen p-T-Bedingungen einige hundert Grad Celsius heißer als saure Schmelzen. Die Rundung des grossen Alkalifeldspat/Quarz-Xenoliths ist also nur möglich durch ein Eindringen basischer Schmelze in das granitische Gestein.

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Detail des runden Alkalifeldspat-Quarz-Xenoliths in vergrüntem Dolerit. Ein kleiner Abschlag oberhalb der Kugel zeigt das Gefüge des eindringenden mafischen Magmas. Etwas links unterhalb der 2-Cent-Münze ein größeres Quarzkorn mit schwarzem Reaktionsrand („Ringquarz“) in einem deutlich stärker von Magmenmischung betroffenen Bereich.

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Partie aus „quarzmonzogabbroidem“ Mischgestein. Erkennbar sind Ränder von durch Aufschmelzung mobilisiertem rotem Feldspat um vergrünte Plagioklase und gegenseitige Durchdringung beider Gesteinskomponenten. Abgerundete Quarzkörner zeigen Ringe von mafischen Mineralen („Ringquarze“). Da sich für gewöhnlich Gesteine mit einem solch unterschiedlichen Chemismus kaum innig miteinander vermischen, erscheint eine Herkunft aus einem Rapakiwipluton denkbar, in dem in unteren Krustenbereichen durch besonders heiße und trockene Schmelzen magma mingling mit lokalen mixing-Erscheinungen nicht nur möglich, sondern gesteinsbildend ist. Das Ergebnis dieses Kontaktes ist kein homogenes Gestein, vielmehr ändert sich das Gefüge im Dezimetermaßstab.

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Unterwasseraufnahme eines kleinen Abschlags: die obere Partie besteht aus stark alteriertem Dolerit, während der untere Bereich stärker vom magma mingling betroffen ist.

 

Literatur

Smed P, Ehlers 2002 Steine aus dem Norden, 2.Auflage – Gebrüder Bornträger, 195 S.

Vinx R 2011 Gesteinsbestimmung im Gelände, 3. Auflage – Spektrum-Verlag, 480 S.

Vinx R 2016 Steine an deutschen Küsten – Verlag Quelle & Meyer Wiebelsheim, 279 S.

Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Einleitung

01_IMG_2818_B350cm

Gneisgranit, vermutlich svekofennischer Herkunft (kein Revsund-Granit), mit deformierter Aplitader am Nordrand des 2015 stillgelegten Tagebaus Cottbus-Nord, Breite etwa 3 Meter. Fünftgrößter geborgener Findling im Niederlausitzer Braunkohlerevier.

Fährt man durch das Niederlausitzer Bergbaurevier, fallen die zahlreichen großen Steine an den Tagebaurändern auf. Die Bergbautätigkeit auf Braunkohle bringt unzählige Gesteinsblöcke aus glazialen Ablagerungen ans Tageslicht. Während der drei großen Vereisungszyklen vergangener Kaltzeiten, v.a. während der Saale- und Elster-Vereisung, transportierte das Inlandeis Gesteine aus dem Norden in dieses Gebiet, sog. Geschiebe. Die Steine sind ein Abbild längst abgetragener Gebirge des Baltischen Schildes mit hohen Altern, hauptsächlich entstanden in einem Zeitraum vor etwa 1 bis knapp 2 Milliarden Jahren (1-2 Ga). Die Geschiebekunde beschäftigt sich u.a. mit der petrographischen Bestimmung dieser Gesteine aus dem fennoskandischen Bereich unter besonderer Berücksichtigung ihrer geographischen und geologischen Herkunft.

In der vorliegenden Artikelserie werden Geschiebe sowohl hinsichtlich der Petrographie als auch der Bestimmung eines mehr oder minder exakt zu benennenden Heimatgebietes besprochen. Dabei geht es vornehmlich um die großen, immobilen Steine ab etwa 30 cm Durchmesser, die in keine Sammlung passen und daher fast ausschließlich fotografisch erfasst wurden. Die Bewahrung aller interessanter Steine im Zuge ständiger Veränderungen der Landschaft durch den Bergbau, z.B. in Findlingsgärten, ist keineswegs sichergestellt. Daher ist die Dokumentation der häufig fast bergfrisch erhaltenen Großgeschiebe eine Möglichkeit einer dauerhaften Anschauung dieses einzigartigen geschiebekundlichen Studienmaterials. Hier geht es hauptsächlich um die Gesteine des kristallinen Grundgebirges. Sedimentgesteine ab Kambrium werden eher grob nach Petrographie, weniger unter dem Aspekt ihres Fossilinhalts behandelt, wenngleich ihre stratigraphische Stellung durch letzteren bestimmt wird. Die Fotodatei besitzt im Moment einen Umfang von ca. 1500 Bilder von ca. 550 Objekten (Stand Mai 2017), ergänzt durch wenige Handstücke und einzelne aufgelesene kleinere Geschiebe. Die Dokumentation wird nach Möglichkeit ergänzt und erweitert.

  1. Diabase, Dolerite, Gabbros.
  2. Porphyre und Vulkanite; quarzporphyrischen Rapakiwis.
  3. Granitoide, Teil 1 (TIB-Granite, südschwedische Granite).
  4. Granitoide, Teil 2 (mittel- und nordschwedische Granite).
  5. Gesteine aus Rapakiwiplutonen, Teil 1: Rapakiwis allgemein, Rapakiwigesteine von Åland; Teil 2: weitere Rapakiwivorkommen, finnisches Festland.
  6. Metamorphite
  7. Brekzien und Konglomerate; Xenolithe. Pegmatite und Aplite.
  8. Sedimentite

 

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Im Tagebaubetrieb anfallende Gesteine werden z.T. gesondert gesammelt, oftmals in sog. Findlingsdepots. Im Bild das „Findlingslabyrinth“ in Steinitz am Tagebau Welzow-Süd. Regnerisches Wetter lässt Farbe, Textur und Gefüge der Gesteine deutlich hervortreten.

In diesem einleitenden Artikel folgen zunächst einige Bemerkungen zum Braunkohlebergbau, zum Gesteinsaufkommen und allgemeine Beobachtungen an den Geschieben wie Spuren ihres Transportes mit dem Inlandeis. In den folgenden Teilen werden einzelne Gesteine in mehreren Abschnitten vorgestellt, geordnet nach einer einfachen petrographischen Einteilung. Diese Beschreibungen richten sich an den geschiebekundlich oder petrographisch interessierten Leser und beinhalten eine Auswahl nicht zuletzt subjektiv interessanter Gesteine mit kurzer Beschreibung und ggf. Bemerkungen zur Bestimmbarkeit oder zu ihrem Status als Leitgeschiebe. Ästhetische Aspekte der Gesteinsbetrachtung können auch für den weniger geologisch interessierten Betrachter ihren Reiz haben.

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Karte aller Braunkohletagebaue in der Nieder- und Oberlausitz aus regionalgeologie-ost.de. Heute noch aktiv sind die östlich gelegenen Tagebaue Jänschwalde (mittlerweile flächenmäßig mindestens doppelt so groß), Welzow-Süd, Nochten und Reichwalde. Cottbus-Nord wurde 2015 stillgelegt. Die Kartenbreite von ca. 100 km vermittelt einen Eindruck von der Größe des Braunkohlereviers, der insgesamt bisher bewegten Erdmassen und der gewaltigen Dimensionen der Tagebaue.

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Blick in den Abbaubereich im Tagebau Jänschwalde. Die Abbaukante befindet sich direkt unterhalb. Links im Bild erkennbar ist der lange Ausleger eines Eimerkettenbaggers der Förderbrücke F60. Die Mächtigkeit des Deckgebirges im Hangenden der Braunkohle beträgt hier etwa 100 m. Gefördert wird mittelmiozäne Braunkohle des 2. Lausitzer Flözhorizonts. Darüber befinden sich Wechsellagen aus kohligen Schluffen und hellen Sanden, gefolgt von glazialen Ablagerungen, im wesentlichen Schmelzwassersande und Geschiebemergel. Ganz oben in diesem Profil erscheint ockerfarbener Geschiebemergel. Die Lagerungsverhältnisse der Kohle in der Lausitz sind im einzelnen natürlich sehr kompliziert, Tertiär und Quartär im Zuge der unzähligen Aufschlüsse aber sehr gut erforscht. Verwiesen sei auf die Literatur am Ende dieses Kapitels, v.a. AUTORENKOLLEKTIV 2010.

 

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Hauptrandlagen des Inlandeises in Ostdeutschland, Grafik verändert nach D. Franke aus regionalgeologie-ost.deviolett: Weichsel, orange: Saale, oliv: Elster. Die roten Punkte markieren die vier hauptsächlich betrachteten, aktiven Tagebaubereiche (Cottbus-Nord, Jänschwalde, Welzow-Süd, Nochten). Außer Nochten sind die Tagebaue von allen Saale-Vorstößen überfahren worden. Die elsterkaltzeitlichen Sedimente sind in der Niederlausitz häufig komplett ausgeräumt, es verbleiben oftmals nur Akkumulationen von Großgeschieben. Der Abbau in Cottbus-Nord und Jänschwalde findet im am Ende der Weichselvereisung entstandenen Baruther Urstromtal statt. Nach einer mündl. Mitteilung von Herrn R. Thiele ist die genaue Verbreitung der Weichsel-Maximalausdehnung nach Süden in diesem Bereich noch Gegenstand der Diskussion.

 

Der Abbau der Braunkohle

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Nach Absenkung des Grundwasserspiegels mit Filterbrunnenriegel und Vorfeldberäumung (rechts vom Bagger) beginnt der Vorschnittbagger mit der Abtragung der quartären Deckschichten. Hier befinden sich auch die nordischen Großgeschiebe in unterschiedlicher Häufigkeit, die ab einer Größe von 30 cm manuell entfernt werden müssen, damit sie nicht die Großgeräte beschädigen. Laut KÜHNER 2002 sind etwa 70% der Steine 30-50 cm groß, nur etwa 5% erreichen Größen über einen Meter. Vom Vorschnittbagger wird das quartäre Lockermaterial des oberen Deckgebirges mittels Förderband zum Absetzer transportiert (s.u.).

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Blick in den Tagebau Welzow-Süd. Der Abbau der Braunkohle erfolgt von links nach rechts und findet unten auf der Grubensohle statt. Die mächtige F60 Abraumförderbrücke (500 m lang, 80 m hoch) schafft den Abraum auf die Kippenseite (links). Die Kohlebagger sind wesentlich kleiner dimensioniert, in ihren Abmessungen aber schon wahre Ungetüme, wenn man direkt daneben steht. Zum Größenvergleich erkennt man rechts unterhalb des Kohlenbaggers einen Pickup-PKW. Die Kohle wird zur Verstromung mittels Förderband ins Kraftwerk Schwarze Pumpe transportiert.

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Absetzer im Tagebau Nochten vor endloser Kippenlandschaft, im Hintergrund das Kraftwerk Boxberg. Der Absetzer sorgt im Rahmen der Rekultivierung der in Anspruch genommenen Flächen u.a. dafür, dass quartäre Schichten wieder zuoberst liegen, da die kohligen Kippenböden sehr unfruchtbar sind.

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Bizarre Landschaft, Rekultivierungsflächen im Tagebau Welzow-Süd: Versiegelung der kohligen Kippenböden durch quartäre Schichten.

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Durch das Massendefizit der entnommenen Braunkohle verbleibt ein Restloch, das mit Wasser gefüllt wird. Hier ein Blick auf den Lichtenauer See, ehemaliger Tagebau Schlabendorf-Nord. In Schlabendorf-Süd und Seese-Ost waren lange Zeit die miozänen Seeser Sande aufgeschlossen. Dies sind Flußablagerungen, vermutlich des Eridanus, einem nordischen Urfluß, der dem Verlaufe der heutigen Ostsee in etwa folgend, zeitweise größere Gerölle von Silurkalk, Skolithos-Sandstein und anderem nordischen Material in dieses Gebiet brachte, das als verkieselter sog. „lavendelblauer Hornstein“ hier massenhaft zu finden war.

 

Die Gesteine

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Blick über das Findlingsdepot am Nordrand von Cottbus-Nord. Die Steine wirken oft frisch und sauber, diesen Zustand behalten sie einige Jahre. Lithologie und Verläufe von Gefügen lassen sich so an den großen Objekten sehr gut studieren. Die meisten Findlingslager sind öffentlich nicht zugänglich. Für die vorliegenden Studien musste ich mich um eine Genehmigung bei Vattenfall (jetzt EPH) bemühen.

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Blick in den Tagebau Cottbus-Nord mit einem weiteren Findlingslager und aufgereihen Findlingen. Die hellen, unter der Grasnarbe anstehenden Sande sind Ablagerungen des Baruther Urstromtals, das am Ende der Weichselvereisung entstand. Im Bereich Cottbus-Nord und Jänschwalde finden sich Ablagerungen aller drei Kaltzeitkomplexe. Wenige Kilometer weiter nördlich folgen die Jungmoränenhochflächen des Lieberoser Landes bzw. der Brandenburg-Randlage, dem südlichsten Vordringen des Inlandeises im Weichsel-Glazial. Die selektierten Steine stammen jedoch eher aus den mächtigen saalekaltzeitlichen Satzendmoränen des Niederlausitzer Grenzwalls und aus Geschiebemergeln, Schmelzwassersanden und subglazialen Rinnen im Lausitzer Urstromtal. Auch ein hoher Anteil an elsterzeitlichem Steinaufkommen aus saalezeitlich überprägten Ablagerungen ist hier verbreitet (pers. Mitteilung R. Kühner und KÜHNER 2002).

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Zukünftige Uferbefestigung im Tagebau Jänschwalde (nicht öffentlich zugänglich).

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Kleine Findlingskippe südlich der Ortschaft Papproth im Tagebau Welzow-Süd (zugänglich). Hier wurde u.a. der in Teil 3 gezeigte Rhombenporphyr gefunden. Ansonsten ist es in den Tagebaubereichen kaum möglich, kleinere Geschiebe in Handstückgröße zu sammeln. Die nicht verfestigten Kippenbereiche mit möglicherweise handlicherem Material dürfen aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden.

 

Sehenswerte Lokalitäten

Trotz der bergrechtlichen Zugangsbeschränkungen weiter Tagebaubereiche gibt es zahlreiche sehenswerte und öffentlich zugängliche Lokalitäten. Im Internet gibt es Broschüren zu Aussichtspunkten an den einzelnen Tagebauen. Quartärgeologisch bedeutsam ist das Eem-Vorkommen (Moorablagerungen) mit einem kleinen Museum bei Klinge am Südrandschlauch vom Tagebau Jänschwalde, siehe auch hier. Im Folgenden seien einige Orte kurz vorgestellt, weitere Angaben finden sich in SCHROEDER 2011 (Hrsg.).

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Steinitzhof in der Ortschaft Steinitz bei Drebkau (WGS84 DD: 51.626301, 14.216395) am Nordrand des Tagebaus Welzow-Süd. Das hohe Steinaufkommen im Bereich der Endmoränen des Lausitzer Grenzwalls hat die Feldsteinbauweise traditionell begünstigt. Der restaurierte historische Dreiseitenhof (Foto), die Kirche, Häuser und Grenzmauern im Dorf bestehen aus Geschieben. Der Ort ist einen Besuch wert, am westlichen Ortsrand befindet sich die große, öffentlich zugängliche Findlingskippe („Findlingslabyrinth“) mit Großgeschieben aus dem Tagebau Welzow-Süd. Zur weiteren Umgebung von Steinitz siehe auch Artikel „Buckwitzberg“.

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Ehemaliges Findlingsdepot am Tagebau Welzow-Süd, sog. „Findlingslabyrinth“ (51.626624, 14.213905). Hier gibt es beispielsweise sehr viele Rapakiwi-Gesteine, auch finnische Festlandsrapakiwis und viele riesenkörnige Granite des Transskandinavischen Magmatitgürtels (TIB). Der Erhaltungszustand etwa der Hälfte der Gesteine ist sehr gut (Stand Mai 2017).

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Reihe mit Findlingen am südlichen Tagebaurand von Cottbus-Nord in der Nähe des Aussichtsturms Merzdorf (51.777809, 14.392463).

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Lohnend ist ein Besuch im Findlingspark Nochten (51.436054, 14.604014) in der gleichnamigen Ortschaft. Im rekultivierten Tagebaubereich des Tagebaus Nochten wurde ein Landschaftspark mit Pflanzen und Steinen angelegt, der auch unter gartenbaulichem Aspekt sehenswert ist. Dort wurde auf einer ehemaligen Kippe „Klein-Skandinavien“ angelegt. Hier liegen geographisch äquivalent eine breite Palette nordischer Geschiebe, darunter viele Leitgeschiebe, am „richtigen“ Ort. Allerdings vermisse ich ein wenig den kritischen Umgang mit Fehlbestimmungen von Leitgeschieben, z.B. die Geschiebe aus dem Oslograben. Eine Revision wäre erforderlich, siehe auch dieser Artikel.

 

Petrographische Grobeinteilung der Geschiebe

Für diese Fotodatei ist eine grobe petrographische Einteilung der erfassten Gesteine nötig. Dabei ist es eher unerheblich, ob Gesteine in mehreren Gruppen auftreten können, die Sortierung erleichtert die Übersicht und das Wiederfinden. Diese Einteilung wird auch in der vorliegenden Dokumentation eingehalten. Die Steine haben fortlaufende Nummern, um eine Referenzierung zu erleichtern. Verwendete Abkürzungen bezüglich der abgebildeten Größen sind B: Breite, H: Höhe, BB: Bildbreite.

  1. Diabase, Dolerite, Gabbros: dunkle Plagioklas-Pyroxen-Gesteine mit mafischem Charakter (kein Quarz), darunter auch Anorthosite, Diorite etc.
  2. Porphyre und Vulkanite: effusive bis subvulkanische magmatische Gesteine intermediären bis sauren Charakters. In dieser Gruppe sind auch die quarzporphyrischen Rapakiwis enthalten.
  3. Granitoide, Teil 1 (TIB-Granite, südschwedische Granite).
  4. Granitoide, Teil 2 (mittel- und nordschwedische Granite).
  5. Gesteine aus Rapakiwiplutonen (außer quarzporphyrische Rapakiwis). Teil 1: Rapakiwis allgemein, Rapakiwigesteine von Åland; Teil 2: weitere Rapakiwivorkommen, finnisches Festland.
  6. Metamorphite: Gneise, Granofelse, Migmatite, Amphibolite.
  7. Brekzien und Konglomerate; Xenolithe. Pegmatite und Aplite.
  8. Sedimentite (Kalksteine, Sandsteine, Feuerstein).

 

Herkunft der Geschiebe. Leitgeschiebe?

Nach der Exhumierung und Ablagerung der Großgeschiebe läßt sich nicht mehr sagen, aus welchen glaziostratigraphischen Horizonten sie stammen, mit welchem Eisvorstoß sie also hierher transportiert wurden. Die bergmännisch selektierten Größen der Findlinge auf den Halden verwischen darüber hinaus Aussagen über die quantitative Zusammensetzung der Geschiebegemeinschaft oder der Eisstoßrichtung, weil eben nur die großen, im Anstehenden weit geklüfteten Gesteine zu finden sind, nicht jene mit naturgemäß enger Klüftung und somit kleiner Geschiebegröße, z.B. die meisten Porphyre. Geschiebezählungen an Großgeschieben machen also nur sehr begrenzt Sinn. Es gibt je nach Tagebau gewisse (sicherlich auch nur subjektiv so wahrgenommene) Häufungen von Gesteinen bestimmter Herkunftsgebiete bzw. Unterschiede in den Herkunftsgemeinschaften. Diese wurden aber nicht quantifiziert.

In den südlichen Tagebauen, v.a. Welzow-Süd, dominieren Rapakiwigesteine, viele Gesteine mutmaßlich mittelschwedischer Herkunft (Uppland-Granite) sowie Gneise und Migmatite unbestimmter, aber vermutlich weitgehend svekofennischer Herkunft bei gleichzeitiger Anwesenheit von TIB-Graniten, viele von ihnen aus NE-Smaland und vermutlich Östergötland. In den nördlichen Tagebauen Cottbus-Nord und Jänschwalde gibt es deutlich weniger mittelschwedische Gesteine, dafür wesentlich mehr Ostsee-Gesteine wie paläozoische Kalksteine und jotnische oder kambrische Sandsteine. Ein gehäuftes Auftreten von Rapakiwis vom Kökar-Typ im Tagebau Cottbus-Nord wird an entsprechender Stelle näher beschrieben. Es sei nochmal erwähnt, daß alle genannten Tagebaue außer Nochten vom Drenthe II-Eisstrom (Warthe-Stadium) überfahren wurden. Die maximale Inlandsvereisung der Weichsel-Kaltzeit erreichte Cottbus-Nord und Jänschwalde nicht mehr, sondern kam einige Kilometer weiter nördlich zum Stillstand.

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Foto von einer Schautafel im Geiseltal/ Sachsen-Anhalt. Die Karte zeigt in etwa die Eisstoßrichtungen zum Ende der Weichsel-Kaltzeit. Die Herkunftsgebiete der Geschiebe in der Niederlausitz liegen weitgehend in den östlichen Gebieten Schwedens, auf den Åland-Inseln (vermutlich auch auf dem finnischen Festland) und am Grund der Ostsee. Das Inlandeis wuchs zunächst vom skandinavischen Festland ausgehend nach Süden, später setzte im Weichselglazial ein deutlicher Schwenk nach Westen ein. Vermutlich bestimmte hierbei die Ostseesenke zumindest zeitweise wesentlich die Eiszugrichtung. Aus dem Saale-Komplex sind hauptsächlich zwei kontinuierliche Stoßrichtungen aus NE und ENE dokumentiert, aus der Elster-Eiszeit nördliche Richtungen.

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Foto von einer Schautafel am geologischen Park in Grießen (51.852400, 14.588920) zu den Herkunftsgebieten der Geschiebe. Darauf sind unterschiedliche Leitgeschiebe sowie weitere Geschiebearten gemäß ihrer geographischen Herkunft markiert, die in Einzelfällen auch diskussionswürdig sind. So ist der Jotnische Sandstein (Nr. 7, 9, 20, 26) hier ausschließlich in Dalarna beheimatet. Es gibt aber auch größere Vorkommen in anderen Gebieten: am Grund der Ostsee, an der Küste bei Gävle u.m. Der Status bestimmter Leitgeschiebe ist umstritten: Nr. 12 (Rätan-Granit), 24 (Särna-Diabas). „Rote Växjö“-Granite (3) kommen in verschiedenen Gebieten in ganz Småland vor. Es verbleiben:

  • Åland-Inseln: Rapakiwi-Gesteine (6, 28), evtl. auch vom finnischen Festland (15).
  • Granite von Bornholm (27)
  • Paläoporellenkalk von Öland bzw. der mittleren Ostsee (11)
  • Uppland-Granite, z.B. Sala-, Uppsala-, Vänge- und Stockholm-Granit.
  • Filipstadgranite (2) sowie aus dem in NW-SE-Richtung durch Schweden verlaufenden TIB-Granitgürtel.
  • Kinne-Diabas (13) als westliches Vorkommen.

Die Grafik zeigt nur einige wenige Vorkommen von Geschieben und Leitgeschieben. Auf die einzelnen Gesteine wird an betreffender Stelle im Text näher eingegangen. Unter den Großgeschieben finden sich zahlreiche Gneise, Gneisgranite, Granite, Migmatite, Gabbros, Diorite u.v.m., die keiner Herkunft zugeordnet werden können. Ein prozentualer Anteil der Leitgeschiebe am gesamten Geschiebebestand ist schwer abzuschätzen und hängt vom Kenntnisstand des Bearbeiters ab, er liegt m.E. deutlich unter 5-10%. Beschreibungen der Leitgeschiebe wurden mit der einschlägigen Literatur abgeglichen (HESEMANN 1975, ZANDSTRA 1999, SMED 2002, VINX 2016, RUDOLPH 2017 sowie Internetquellen und Datenbanken, s. Literaturverzeichnis am Ende) und ergänzt durch eigene Studien im Anstehenden in Schweden. Vermutungen und Spekulationen bei der Untersuchung und Ansprache von Gesteinen mit makroskopischen Mitteln sind gemäß einem Wunsch nach möglichst genauer Spezifizierung nicht ganz zu verhindern, sollten aber auf ein Mindestmaß beschränkt bleiben. Irrtümer, Fehlbestimmungen, auch falsche Beobachtungen oder Folgerungen sind nicht auszuschließen. In jedem dieser Fälle freue ich mich über Korrekturen, Anregungen und Kritik.

An dieser Stelle sei herzlich gedankt: Matthias Bräunlich, Hildegard Wilske und Herrn A.P. Meyer für die Diskussion und Kommentierung einiger Gesteinsbilder. T. Budler, F. Rudolph und S. Schneider für die Bestimmungshilfe bei den fossilführenden Gesteinen. Frau A. Hobracht und Herrn Priestel von der Vattenfall Mining AG für die Genehmigungen zum Betreten der Tagebaubereiche Cottbus-Nord und Herrn R. Kühner für die Auskünfte zum Findlingssaufkommen in den Tagebauen.

 

Allgemeine Beobachtungen an den Steinen

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Mächtiger, etwa 2,50 m hoher, stark kantengerundeter Findling eines Gneisgranits mit Pegmatitgang (Nr. 265; kein Revsund-Granit). Er befindet sich auf der Bärenbrücker Höhe, einer rekultivierten Kippe im Bereich des Tagebaus Cottbus-Nord. – Spuren des Transports der Gesteine mit dem Eis sind an vielen Geschieben zu beobachten. Die Geschiebe wurden nicht überwiegend, wie der Name vielleicht impliziert, mit dem Eis hierher geschoben, sondern im Eis eingeschlossen fließend transportiert. Die Steine erfuhren im Allgemeinen also keine besondere Abrundung während des Transportes, sondern besaßen diese entweder schon vorher in situ durch Verwitterung (core stones, v.a. bei granitähnlichen Gesteinen) oder wurden durch dem Transport nachfolgende Prozesse der Schmelzwasserbildung gerundet.

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Die diagonal durch das Bild verlaufenden Streifen sind Spuren mechanischer Bearbeitung durch das Gletschereis. Im Eis eingeschlossene Gesteine und solche des Untergrundes werden gegeneinander geschliffen. Dadurch entsteht ein gekritztes Geschiebe, hier als Beispiel an einem bunten Granitporphyr (Nr. 160, Steinitz) unbestimmter Herkunft.

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Windkanter (Nr. 381, ehem. Ortslage Klinge, BB 55 cm). Diese scharfen Grate und glatten, häufig leicht konvexen Oberflächen entstehen durch die Interaktion von Wind und Sand mit dem Gestein in vegetationsloser, trockener Landschaft. Möglicherweise auch begünstigt durch kräftige Fallwinde vom Inlandeis wirken Sand und Wind wie ein Sandstrahlgebläse. Die Zeiträume bis zur Herausbildung eines Windkanters sind kurz, wenige Jahre oder Jahrzehnte genügen, s. KRAUSE 2015.

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Ein weiterer Windkanter (Nr. 516, B 85 cm) aus dem Tagebau Cottbus-Nord. Eiskanter, die mehrere, durch abschleifende Tätigkeit eines Gletschers entstandene in unterschiedliche Richtungen gekritzte Flächen mit mindestens einer gemeinsame Kante ausbilden, wurden bisher nicht gefunden. Insgesamt sind Windkanterbildungen an Geschieben der Niederlausitz nicht besonders häufig zu beobachten.

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Ausblasungen (Nr. 382, Findlingslager Cottbus-Nord?, BB), rechts mit Ansatz einer Windkanterbildung.

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Fließfacetten? (Granit an der ehem. Ortslage Klinge, Südrand Tgb. Jänschwalde, BB ca. 50 cm) entstehen durch turbulente Schmelzwässer. Es sind muschelartige Lösungshohlformen, die z.B. während Schmelzperioden durch von Gletschern herabstürzende Wassermassen gebildet werden oder in Schmelzwasserflüssen entstehen. Eine Verschüttung der Gesteine in Kiesen und Sanden verlangsamt die Verwitterung dieser Spuren. Im vorliegenden Fall ist aber nicht ganz klar, ob es sich um Fließfacetten oder Spuren von Ausblasungen in periglazialen Bereichen handelt.

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Sichelbrüche entstehen durch den hohen Druck des Eises bei der Kollision mit anderen Geschieben. Geschiebe vom Findlingslager Cottbus-Nord, Nr. 340, B 50 cm.

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Vermutlich Kolklöcher (BB 50 cm), entstanden durch turbulent fließende Schmelzwässer.

 

Literatur/Links

Autorenkollektiv 2010 Die geologische Entwicklung der Lausitz – Vattenfall Europe Mining AG, 195 S. ISBN 973-3-00-033274-6.

Bräunlich M 2016 Kristallingesteine der nördlichen Ostsee (Teil 1: Rapakiwis) – Geschiebekunde aktuell 32, 2: 38-54.

Hesemann J 1975 Kristalline Geschiebe der nordischen Vereisungen – GLA Nordrhein-Westfalen: 191-192.

Kühner R, Seibel B 2002 Vorkommen und Erkundung von Steinen im quartären Deckgebirge der Lausitzer Braunkohlentagebaue – Surface Mining 54 (2002) No.3, 1-10.

Kühner R et al. 2005 Geschiebekundliche Beiträge aus der Lausitz – Festschrift 10 Jahre Arbeitskreis „Zeugen der Eiszeit in der Lausitz“.

Krause K 2015 Pleistozäne Windkanter: Steine, Sand und Wind – Geschiebekunde aktuell 31, 4: 105-112.

Rudolph F 2017 Das große Buch der Strandsteine – Wachholtz Verlag, 320 S.

Schroeder J H (Herausg.) 2011 Führer zur Geologie von Berlin und Brandenburg Nr.10: Cottbus und Landkreis Spree-Neiße, 267 S. – Selbstverlag Geowissenschaftler in Berlin und Brandenburg e.V.

Smed P, Ehlers 2002 Steine aus dem Norden, 2.Auflage – Gebrüder Bornträger, 195 S.

Vinx R 2011 Gesteinsbestimmung im Gelände, 3. Auflage – Spektrum-Verlag, 480 S.

Vinx R 2016 Steine an deutschen Küsten – Verlag Quelle & Meyer Wiebelsheim, 279 S.

Zandstra J G 1988 Noordelijke kristallijne gidsgesteenten – E. J. Brill 1988, 469 S.

Zandstra J G 1999 Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten – Backhuys Leiden, 412 S.