
Hornfelse sind harte und kompakte Metamorphite, gebildet aus feinkörnigen Sedimentgesteinen im unmittelbaren Kontaktbereich zu einem aufsteigenden heißen Magma. Bei dieser Kontaktmetamorphose kommt es zu einer Umkristallisation des sedimentären Ausgangsgesteins und zur Neubildung von Mineralen. Begleitet wird der Vorgang von einer intensiven hydrothermalen Alteration und Metasomatose. Das Ergebnis ist ein quarzreiches, dichtes und zähes Gestein, ein Granofels, das seine Bezeichnung einem splittrigen und hornartigen Bruch verdankt.

Die Hornfelse des Oslograbens gingen aus älteren kambrischen bis silurischen Sedimentiten, insbesondere feinkörnige Peliten, Mergeln und Kalksteinen hervor. Sie treten vermehrt rund um den Drammen-Batholith auf. Während der Platznahme des Drammen-Granits in einer vergleichsweise geringen Tiefe von etwa 2 km betrug die Temperatur am Kontakt etwa 400°C. Die Kontaktaureole, in der es zur Bildung von Kalksilikatgesteinen und Skarnen kam, besitzt eine Ausdehnung von 1.300 m (ABART et al 1998: 142).

Dichte Hornfels-Geschiebe fühlen sich mitunter geschmeidig und samtig glatt an. Neben leuchtend hellgrünen Hornsteinen treten weiße, gelbliche und graue bis schwarze Varianten auf. Streifige und gebänderte Texturen sind Relikte der sedimentären Schichtung. Linsen- oder augenförmige Partien (Boudinage) zeugen vom Zerfall sog. inkompetenter (weicherer) Schichten während der Metamorphose; auch unregelmäßige oder brekzienartige Strukturen sind eine Folge davon. Als „Knollekalk“ wird ein ordovizischer, ganz oder teilweise in Marmor umgewandelter und schwarz-weiß gefleckter Kalkstein bezeichnet (Abb. auf rapakivi.dk).
Mineralneubildungen sind aufgrund der Feinkörnigkeit der Gesteine in der Regel nicht bestimmbar. Dunkle Flecken weisen auf Cordierit oder Andalusit hin (Abb. 11), apfelgrüne Färbungen auf Epidot als Produkt hydrothermaler Überprägung. Gelegentlich tritt grüner Vesuvian als typisches kontaktmetamorphes Mineral auf. Beschreibung auch in SMED & EHLERS 2002: 156.




Das Gestein enthält reichlich hellgrünen Epidot als hydrothermale Mineralneubildung. Die braunvioletten Hornstein-Lagen weisen eine vertikale Fragmentierung auf.

Das bunte und sehr feinkörnige Geschiebe Abb. 12-15 könnte ebenfalls aus dem Oslograben stammen. Für die Mineralneubildung innerhalb der dunklen Flecken benötigte Komponenten dürften aus den unmittelbar benachbarten hellen (= an Fe/Al abgereicherten) Zonen stammen.

Literatur
ABART R, BÜRGER D, CICHOCKI G, GREISS M, HORACEK M, KAINDL R, KOLB C, LEBER T, POVODEN E & TEIML X 1998 Geologisch-petrologische Exkursion nach Südnorwegen (Oslo Rift und Kaledoniden), Exkursion Mai 1997, Institut für Mineralogie-Kristallographie & Petrologie, Karl-Franzens-Universität Graz. – Mitt. Sterr. Miner. Ges. 143 (1998).
SMED P & EHLERS J 2002 Steine aus dem Norden (2.Aufl.) – 194 S., 34 Taf., 67 Abb., 1 Kte. (rev. 2008), Berlin, Stuttgart (Gebr. Borntraeger).





