Abb. 1: Rhombenporphyr, Geschiebe von Hirtshals (DK), Breite 11 cm.
Das Oslogebiet in Südnorwegen beheimatet eine Vielfalt von Gesteinen mit besonderen Eigenschaften. Die Magmatite in dieser als Oslograben bezeichneten Gesteinsprovinz zeichnen sich durch einen hohen Alkaligehalt und vergleichsweise ungewöhnliche Gefüge aus. Vulkanite, Plutonite und Ganggesteine nehmen eine Fläche von etwa 200 x 60 km ein und entstanden im Zuge magmatischer Tätigkeit während der Öffnung eines Kontinentalgrabens im Karbon/Perm vor etwa 300 Millionen Jahren. Sie sind damit deutlich jünger als die proterozoischen Gesteine des benachbarten Grundgebirges. Eine Reihe von Oslo-Magmatiten ist als Geschiebe erkennbar, darunter Rhombenporphyr (Abb. 1) und Larvikit (Abb. 2) als wichtigste Leitgeschiebe.
Anlass zur Vorstellung der wichtigsten Oslo-Gesteine aus geschiebekundlicher Sicht bot die Übernahme von Teilen der umfangreichen Sammlung von Henrik Arildskov (Hjørring, N-Dänemark) durch das Eiszeit Haus Flensburg. Henrik hat im Laufe von Jahrzehnten unzählige Anstehendproben, Nahgeschiebe und Geschiebe, u. a. von Gesteinen aus dem Oslograben zusammengetragen. Im mehreren Artikeln wird eine Auswahl aus diesem reichhaltigen Fundus gezeigt. In naher Zukunft können Teile der Sammlung Arildskov im Lager des Eiszeit-Hauses Flensburg eingesehen werden.
Abb. 2: Larvikit, plutonisches Äquivalent des Rhombenporphyrs, Geschiebe am Hirtshals Kliff (DK), Breite 24 cm.Abb. 3: Blick in die Sammlung Henrik Arildskov (Hjørring/DK).
1. Die geologische Entwicklung des Oslograbens
Die geologische Geschichte des Oslograbens beginnt vor etwa 300 Millionen Jahren mit der Bildung eines kontinentalen Grabenbruchs innerhalb des präkambrischen Grundgebirges (RAMBERG et al. 2008, LARSEN et al. 2008). An einer lang gezogenen tektonischen Schwächezone kommt es zu einer Dehnung und Einsenkung (Grabenbildung) der Erdkruste. Damit verbunden ist eine Verdünnung der Kruste und ein Nachlassen des Auflastdrucks krustaler Gesteine, was die Bildung magmatischer Schmelzen an der Kruste-Mantel-Grenze, sog. Dekompressionsschmelzen ermöglicht. Im Verlauf des Riftings steigen Schmelzen an tief in die Kruste reichenden Störungen und Verwerfungen auf und erreichen als Vulkanite die Erdoberfläche oder bleiben als Plutonite in der oberen Erdkruste „stecken“.
In kontinentalen Rift-Zonen gebildete Dekompressionsschmelzen zeichnen sich durch einen relativ hohen Alkaligehalt aus. Kennzeichnend für die meisten Vulkanite, Subvulkanite und Plutonite der Eruptivprovinz des Oslograbens ist ihr Na-Reichtum, verbunden mit dem Auftreten von ternären Feldspäten (Anorthoklas) sowie Alkalipyroxenen (Ägirin) und Na-reichen Hornblenden (z. B. Arfvedsonit). Der Ursprung der Magmen wird mantelplumes.org diskutiert. Die magmatische Tätigkeit im Oslograben beginnt im Perm und erstreckt sich über den Zeitraum vor 310-241 Ma bis in die frühe Trias. Intensiver Vulkanismus und das eigentliche Rifting nehmen eine Dauer von 20-30 Millionen Jahren ein.
Abb. 4: Übersichtskarte Oslogesteine, Karte leicht verändert nach rapakivi.dk.
Die heutige Verbreitung der Oslo-Magmatite an der Oberfläche ist das Ergebnis von rund 250 Millionen Jahren Erosion und Abtragung. Im Süden des Oslograbens stehen verbreitet monzonitische Plutonite (Kjelsåsit, Larvikit) an, im zentralen Teil Drammen- und Finnemarka-Granit, im Norden (Hurdalen) überwiegen Syenite und Alkaligranite (Nordmarkit, Ekerit). Das Krogskogen-Plateau im Norden und das Vestfold-Gebiet weiter südlich sind die zwei großen Gebiete mit Rhombenporphyr-Vulkaniten. Kleinere Vorkommen von Basalten, Rhyolithen und weiteren Gesteinen finden sich verstreut im gesamten Oslogebiet.
Zur SSW-NNE-streichenden Grabenstruktur des Oslo-Rifts gehören neben den Magmatiten auch Relikte kambrischer bis silurischer Sedimentgesteine, meist Tonschiefer und Kalke, ab dem Obersilur auch rote und graue Sand- und Siltsteine (Ringerike-Sandstein). Im Kontaktbereich aufsteigender Plutonite zu Sedimentgesteinen kam es zu Bildung von Hornfelsen.
Die magmatische Entwicklung im Oslograben lässt sich in 6 Phasen skizzieren (RAMBERG et al. 2008, LARSEN et al. 2008):
1. Bildung eines Sedimentbeckens mit dem Abtragungsschutt des Kaledonischen Gebirges. Unmittelbar vor Einsetzen des Riftings (308-305 Ma) kommt es zum Aufstieg erster Magmen. Syenitische (z. B. Maenait) bis basische (z. B. Camptonite) Ganggesteine durchschlagen paläozoische Sedimentgesteine und bilden Lagergänge mit Mächtigkeiten bis 10 m.
2. Den Beginn des Riftings (300-292 Ma) markiert basaltischer Vulkanismus an verschiedenen Orten des Oslogebietes. Diese als B1 bezeichneten Basalte, Alkali-Olivin-Basalte, Basanite sowie Melilithe und Nephelinite erreichten Mächtigkeiten bis 1.500 m.
3. Höhepunkt des riftgebundenen Magmatismus mit Spalteneruptionen von Rhombenporphyr-Lava (292-275 Ma), untergeordnet setzt sich der basaltische Vulkanismus fort. Die Rhombenporphyr-Lava war sehr heiß und dünnflüssig, ihr Ausfließen vollzog sich vergleichsweise „ruhig“. Etwa alle 250.000 – 600.000 Jahre kam eine weitere Rhombenporphyr-Lage dazu. Zwischen den Rhombenporphyr-Lagen treten gelegentlich Ablagerungen von Sedimenten aus Phasen vulkanischer Inaktivität auf (u. a. Rhombenporphyr-Konglomerate). Die magmatische Entwicklung verlagerte sich vom Krogskogen-Gebiet (RP1-RP12) allmählich nach Süden nach Vestfold (RP12c-RP26). Die Lavaplateaus der Rhombenporphyre bedeckten einst große Flächen und erreichten Mächtigkeiten bis 3.000 m, das Volumen an ausgeflossener Lava wird auf etwa 1.000 km³ (!) geschätzt.
Zum Ende der dritten Phase, ab etwa 280 Ma, kommt es zum Aufstieg larvikitischer Batholithe in die oberen Bereiche der Erdkruste. Die Gesteinsfolge der Larvikit-Serie beginnt mit dem Kjelsåsit, einer Ca-reichen Variante des Larvikits, und führt über quarz- bis nephelinführende Larvikite (mit Tönsbergit als roter Variante) zu Nephelinsyeniten, darunter der riesenkörnige Lardalit und der mittelkörnige Foyait.
4. In der Reifephase des Riftings (280-265) entstehen große basaltische Zentralvulkane (hauptsächlich Alkali-Olivin-Basalte), während sich die Eruption von Rhombenporphyren mit verminderter Aktivität fortsetzt.
Die Entleerung der basaltischen Magmakammern hinterlässt ein gas- und SiO2-reiches Rest-Magma. Mit seinem Aufstieg erreicht der Vulkanismus vor etwa 270 Ma ein explosives Stadium, verbunden mit Bildung und Kollaps von Calderen. Dabei wurden große Mengen rhyolithischer Tuffe und Ignimbrite ausgeworfen. Durch den Caldera-Kollaps entstandene große ringförmige Störungen füllten sich mit syenitischen, monzonitischen bis rhyolithischen Magmen (Ringgänge), im Zentrum der Calderen intrudierten Zentraldome (cone sheets) mit gleicher Zusammensetzung. Bislang wurden im Oslograben 13 Calderen ehemaliger Stratovulkane nachgewiesen, einige davon besaßen die Größe des Vesuvs und Ätnas.
An den Anfang der 4. Phase vor 280 Ma fällt auch der Aufstieg der ersten Granit-Plutone (sog. Biotitgranit I mit Drammen- und Finnemarka-Batholith) sowie einiger kleinerer Alkaligabbro-Intrusionen.
5. Magmatisches Nachspiel mit großen syenitischen Batholithen (270-250 Ma) von Alkali-Syeniten bis Alkali-Graniten wie Nordmarkit und Ekerit. Die Plutonite dringen in die Lavaergüsse, Calderen und früheren Batholithe auf und verwischen teilweise ältere Strukturen.
6. Intrusion kleinerer Granit-Massive (Biotitgranit II) und Gängen nördlich von Oslo (Tryvann/Hurdal) sowie Basiten (Gabbros) im Zeitraum 250-241 Ma.
2. Die Magmatite des Oslograbens
Wer sich mit den Magmatiten des Oslograbens beschäftigt, hat es mit einer Fülle von Gesteinsnamen zu tun. Obwohl Alkaligesteine insgesamt nur einen kleinen Teil der Magmatite ausmachen, erregten sie schon immer die Aufmerksamkeit von Geologen. Dies führte zu einer ungleich größeren Zahl teilweise exotisch klingender Gesteinsbezeichnungen und Lokalnamen. Im Falle des Oslograbens gehen viele Bezeichnungen auf Erstbeschreibungen durch den Geologen W. C. Brøgger (1851-1940) zurück. Brøggers jahrzehntelange Forschungen spiegeln sich in einem umfangreichen Schrifttum mit außerordentlich differenzierten petrographischen Beschreibungen wider. Darüber hinaus stellte Brøgger 20 Typensammlungen zu je 227 Handstücken zusammen, geordnet nach den Verwandtschaftsbeziehungen der Gesteine. Diese Sammlungen wurden durch die Firma F. Krantz an Universitäten verkauft und verhalfen den Oslo-Magmatiten zu europaweiter Bekanntheit. Eine nahezu vollständige Sammlung befindet sich in der BGR Berlin-Spandau und der Mineralogischen Sammlung der Humboldt-Universität im Naturkundemuseum Berlin. Nähere Informationen zur Brøggerschen Sammlung mit Bildern von Handstücken finden sich auf skan-kristallin.de.
Brøggers Gesteinsbezeichnungen unterlagen hinsichtlich ihrer petrographischen Bedeutung im Laufe der Zeit mehrfach einem Wandel durch nachfolgende Bearbeiter. Manche Bezeichnungen sind nach heutiger Nomenklatur als veraltet oder sogar unzutreffend anzusehen (z. B. Oslo-Essexit). Beim Studium der alten Schriften ist dies zu berücksichtigen. Die Verwendung von Lokalnamen ist auch heute noch sinnvoll und „erlaubt“, wenn sie einen Erkenntnisgewinn im Sinne einer petrographischen Differenzierung bedeutet. Nützlich ist die Ergänzung durch allgemeine Gesteinsbezeichnungen gemäß aktueller Nomenklatur (LE MAITRE et al. 2004) bzw. Klassifikation nach QAPF-Diagramm, z. B Rhombenporphyr = Latit, Larvikit = Anorthosit-Monzonit oder Nordmarkit = Alkalifeldspatsyenit.
2.1. Leitgeschiebe
Aus geschiebekundlicher Sicht empfiehlt sich eine Betrachtung der Oslo-Gesteine in der Reihenfolge ihrer flächenmäßigen Verbreitung im Anstehenden (Abb. 4). Diese entspricht nicht ganz ihrer Häufigkeit als Geschiebe. So steht der Rhombenporphyr an dritter Stelle, ist aufgrund seiner leichten Erkennbarkeit aber auch in glazialen Ablagerungen mit wenig Oslo-Material das wichtigste Leitgeschiebe. Rhombenporphyr-Geschiebe treten nach SMED & EHLERS 2002 ungleich häufiger als Larvikit oder Nordmarkit auf, weil sie als Vulkanite im Anstehenden im Vergleich zu den Plutoniten eine engständigere Klüftung aufweisen und damit bevorzugt kleinere Geschiebe ausbilden.
Abb. 4: Flächenmäßige Verbreitung der Oslo-Gesteine im Anstehenden in qkm (nach BARTH 1945, abgeändert durch OFTEDAHL 1960).
Einige Oslo-Magmatite sind als Geschiebe schwer bestimmbar. Mitunter lässt sich der Mineralbestand, insbesondere das Mengenverhältnis der Feldspäte, mit makroskopischen Mitteln nicht sicher ermitteln. Manche Magmatite treten in zahllosen Gefügevarianten auf, zudem sind aus dem Anstehenden gegenseitige nahtlose Übergänge von mehreren Gesteinstypen bekannt. Das Studium von Vergleichsproben erweist sich in jedem Fall als hilfreich.
Lokalitäten mit viel Geschiebe-Material aus dem Oslograben beschränken sich auf N-Dänemark und S-Norwegen. An allen anderen Fundorten treten Oslo-Gesteine eher vereinzelt auf: Rhombenporphyre, mal ein Larvikit, Nordmarkit, Oslo-Basalt oder Oslo-Ignimbrit. Die Beiträge zu den Oslo-Gesteinen auf dieser Seite gliedern sich grob nach ihrer petrographischen Verwandtschaft, Überschneidungen sind dabei nicht ganz vermeidbar. Beschreibungen bestimmter Gesteinstypen lassen sich auch über die Gesteinsliste aufrufen.
Zur Geologie des Oslograbens und Petrographie der Oslo-Gesteine existiert ein umfangreiches Schrifttum (Auswahl). Als Einstieg seien empfohlen: RAMBERG et al. 2008, LARSEN et al. 2008, OFTEDAHL 1960, als Exkursionsführer HOLTEDAL & DONS 1966, DONS & LARSEN 1978. Ausführliche petrographische Beschreibungen finden sich in den Arbeiten von BRØGGER. Zahlreiche Abbildungen von Anstehendproben bietet die Seite skan-kristallin.de, ein ausführlicher Exkursionsbericht ist auf kristallin.de nachzulesen.
ANDERSEN T et al. 2002 Timing of late- to post-tectonic Sveconorwegian granitic magmatism in South Norway – NGU 440.
BARTH T 1945 Studies of the Igneous Rock Complex of the Oslo Region II. Systematic petrography of the Plutonic Rocks – Det norske Videnskaps-akadami i Oslo. Skrifter I.
BOSE M K 1969 Studies on The Igneous Rock Complex Of The Oslo Region. XXI The Petrology Of The Sørkedalite – A Primitive Rock From The Alkali Igneous Province Of Oslo. Oslo, 1969.
BRØGGER WC 1890 Die Mineralien der Syenitpegmatitgänge der südnorwegischen Augit- und Nephelinsyenite in: Zeitschrift für Krystallographie und Mineralogie. Hrsg. P. Groth, Bd. 16, Leipzig 1890.
BRØGGER W C 1894 Die Eruptivgesteine des Kristianiagebietes I. Die Gesteine der Grorudit-Tinguait-Serie – Videnskabsselskkabets Skrifter I. Mat.-naturv. Kl. I. 1894.
BRØGGER W C 1906 Eine Sammlung der wichtigsten Typen der Eruptivgesteine des Kristianiagebietes nach ihren geologischen Verwandtschaftsbeziehungen geordnet. Nyt Magazin for Naturwidenskaberne, A.W. Brøggers Bogtrykkerie 1906 (als Faksimile).
BRØGGER WC 1931a Die Eruptivgesteine des Kristianiagebietes V. Der große Hurumvulkan – Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I Nr. 6, 1930.
BRØGGER WC 1932 Die Eruptivgesteine des Oslogebietes VI. Über verschiedene Ganggesteine des Oslogebietes – Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I Nr. 7, 1932.
BRØGGER WC 1933 Die Eruptivgesteine des Oslogebietes: VII. Die chemische Zusammensetzung der Eruptivgesteine des Oslogebietes – Skrifter, Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I. 1933.
DONS J A & LARSEN B 1978 The Oslo Paleorift. A Review and Guide to Excursions. – NGU Universitetsforlaget.
HOLTEDAHL O 1943 Studies on the Igneus Rock Complex of the Oslo Region – I. Some Structural Features of the District Near Oslo. – 71 S., 1 Kte., 39 Fig. – Skrifter ugitt av det Norske Videnskaps-Akademi i Oslo.
HOLTEDAHL O & DONS J A 1966 Geological guide to Oslo and districts (with map 1: 50000) – Universtitsforlaget Oslo.
LARSEN A O 2010 The Langesundsfjord. History, Geology, Pegmatites, Minerals – Bodeverlag, Salzhemmendorf, 2010.
LARSEN B, OLAUSSEN S, SUNDVOLL B & HEEREMANS M 2008 The Permo-Carboniferous Oslo Rift through six stages and 65 million years – Episodes, Vol. 31 (1), 52-58.
LE MAITRE et al 2004 Igneous Rocks: A Classification and Glossary of Terms. Edited by R. W. Le Maitre and A. Streckeisen and B. Zanettin and M. J. Le Bas and B. Bonin and P. Bateman – 252 S., Cambridge University Press, ISBN 0521619483.
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OFTEDAHL C 1967 Magmen-Entstehung nach Lava-Stratigraphie im südlichen Oslo-Gebiete – Geologische Rundschau 47: 203-218, 5 Abb., 2 Tab., Stuttgart.
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OFTEDAHL C & DONS J 1957 Geological Guide to Oslo and District – Oslo.
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RAMBERG I B, BRYHNI I, NÖTTVEDT A, RANGNES K (Hrsg) 2008 The Making of a Land – Geology of Norway, Norsk Geologisk Forening, Trondheim 2008.
SAETHER E 1962 Studies on the Igneous Rock Complex of the Oslo Region. XVIII. General investigation of the igneous rocks in the area north of Oslo. NVAMK.
SMED P & EHLERS J 2002 Steine aus dem Norden (2.Aufl.) – 194 S., 34 Taf., 67 Abb., 1 Kte. (rev. 2008), Berlin, Stuttgart (Gebr. Borntraeger).
ZANDSTRA J G 1988 Noordelijke Kristallijne Gidsgesteenten ; Een beschrijving van ruim tweehonderd gesteentetypen (zwerfstenen) uit Fennoscandinavië – XIII+469 S., 118 Abb., 51 Zeichnungen, XXXII farbige Abb., 43 Tab., 1 sep. Kte., Leiden etc. (Brill).
In allen Phasen des Riftings kam es im Oslogebiet durch raschen Aufstieg und relativ schnelle Abkühlung von Magmen entlang von Spalten zur Intrusion von Gängen, Sills und kleinen Massiven. Diese Ganggesteine des Oslo-Grabens decken das ganze Spektrum möglicher Zusammensetzungen ab, von ultrabasisch und basisch über monzonitisch, syenitisch bis granitisch. Entsprechend existiert eine Fülle von Gesteins- und Lokalbezeichnungen, die mehrheitlich auf Brøggers Erstbeschreibungen zurückgehen (BRØGGER 1894, 1898, 1932):
Quarzporphyre (Rhyolithe) und Trachyte aus ringdykes und sheeted dikes
Kullaite (trachytische Mischgesteine).
Eine Bestimmung der meist feinkörnigen Gesteine von Hand ist nur in wenigen Fällen möglich, auch als Geschiebe sind sie kaum sicher erkennbar (Ausnahme: Grorudit). Im Folgenden werden einige Beispiele vorgestellt, weitere Ganggesteine in anderen Abschnitten gezeigt (Hedrumit, Akeritporphyr, Rhyolithe etc.). Abschnitt 4 skizziert die Grenzen makroskopischer Bestimmbarkeit anhand ausgewählter Geschiebefunde.
BRØGGER 1898: 48-61 nennt das Auftreten mehrerer Hundert Gänge von Camptoniten im Oslogebiet und beschreibt ausführlich die Gesteine einiger Lokalitäten. Nur bei einem Teil dürfte es sich um Camptonite nach heutigem Verständnis als lamprophyrische Ganggesteine handeln, ein anderer Teil sind dunkle basaltische Gesteine wie Diabase und „Proterobase“ (alterierte Basalte). Die Intrusion camptonitischer Gänge in silurische Sedimentgesteine markiert die Zeit unmittelbar vor Einsetzen des Riftings im nördlichen Teil des Oslograbens.
Abb. 1: Camptonit, Anstehendprobe, SE von Jarenvatnet (NOR), N Gran, östl. d. Strasse (60.37435, 10.56391). M. Bräunlich leg., Slg. der BGR in Berlin-Spandau.Abb. 2: Nahaufnahme der feinkörnigen Grundmasse mit schwarzen Pyroxen-Einsprenglingen und etwas grünem Olivin.
Nach SCOTT 1980 überwiegen unter den „echten“ Camptoniten porphyrische Varianten mit dunkelgrauer und feinkörniger Grundmasse sowie idiomorphen Einsprenglingen von Klinopyroxen (bis 1cm) und braunem Amphibol (bis 2 cm, eher stengelig) in etwa gleicher Menge. Gelegentlich treten Mandeln mit Kalzit und Plagioklas auf, selten sind Chlorit-Pseudomorphosen nach Olivin. Die Gesteine können durch Alteration vergrünt sein.
Als Geschiebe dürften Camptonite nur selten auftreten und zudem schwer erkennbar sein, da man sie mit augit-porphyrischen Basalten sowie Olivin-Basalten oder Basaniten verwechseln kann. Camptonite enthalten keine Plagioklas- bzw. Feldspat-Einsprenglinge. Die feinkörnige Grundmasse besteht, sofern erkennbar, im Wesentlichen aus Plagioklas, dunklen Mineralen (Amphibol und/oder Pyroxen), darunter grüne oder rote (umgewandelte) Olivin-Körner (vgl. Abb. auf rapakivi.dk). Ophitisches Gefüge (feine Feldspatleisten) fehlt, tritt aber in vielen (nicht allen) Pyroxen-Basalten auf. Vorbehaltlich als Camptonit bestimmte Funde oder solche ohne eindeutige Zuordnung zeigen Abb. 7-8 und 12-13 im Abschnitt über die Oslo-Basalte.
Abb. 3: Camptonit, Anstehendprobe von Maena (NOR), Westfuß von Brandberget, Kirchspiel Brandbu, leg. Finckh 1906, Slg. der BGR Berlin.
2. „Kugelkersantit“
Kersantite sind Biotit-Hornblende-Augit-Lamprophyre. Porphyrische Varianten enthalten Einsprenglinge von Biotit, optional Pyroxen, Hornblende oder Olivin, aber keinen Plagioklas. Die dunkelgraue Grundmasse besteht aus den gleichen Mineralen, zusätzlich Plagioklas, gelegentlich auch Orthoklas (LE MAITRE et al. 2004). BRØGGER 1898: 71-84 beschreibt einen „Bronzit-Kersantit“ sowie weitere Ganggesteine, die neben Hornblende- auch Plagioklas-Einsprenglinge enthalten und damit nicht der aktuellen petrographischen Definition entsprechen (vgl. Proben auf skan-kristallin.de).
In der Sammlung H. Arildskov fanden sich drei Geschiebe von recht unterschiedlichem Aussehen, die als „Kugelkersantit“ bestimmt wurden. TRÖGER 1934, Nr. 884 beschreibt als „Kugelkersantit“ einen Lamprophyr-Mandelstein, dessen Hohlräume mit Feldspat, Quarz und Kalzit ausgefüllt wurden. Die runden Aggregate in den Funden Abb. 4-13 sind allerdings eher dunkel. Auch Ähnlichkeiten mit den Brøgger-Handstücken sind nicht erkennbar. Die Zuordnung der Gesteine bleibt bis auf weiteres offen.
Abb. 4
Abb. 5
Abb. 4, 5: „Kugelkersantit“ (?), gelblichbraunes Gestein mit dunklen Flecken, Breite 115 mm, Ulbjerg Klint, Limfjorden (DK), ex coll. H. Arildskov (LL107).
Abb. 6: dunkles und mehrphasiges Ganggestein („Kugelkersantit“, NO 547) Stenvik/Tofte (NOR).
Abb. 7: Rückseite
Abb. 8: Detailaufnahme der Rückseite
Abb. 9: Aufnahme unter Wasser
Abb. 10: Aufnahme unter Wasser
Abb. 11: Nahaufnahme. Die runden, teils auch angedeutet sechseckigen „Flecken“ weisen einen schmaleren dunklen Rand auf. Die Grundmasse enthält neben reichlich Feldspat auch nadelförmige dunkle Minerale (Ägirin?).Abb. 12: helle Verwitterungsrinde eines dunklen Ganggesteins („Kugelkersantit“, NO 1158), Filtvet/Hurum (NOR).Abb. 13: Nahaufnahme. Die Grundmasse besteht aus Feldspat und einem gelblichbraunen Mineral (kein Glimmer), das Gestein reagiert auf einen Handmagneten. Die dunkleren kugeligen Aggregate weisen eine Zonierung auf (heller Saum), enthalten leistenförmige Feldspäte (Plagioklas) und sind nicht magnetisch.
3. Syenitische und monzonitische Ganggesteine
Die syenitischen bis monzonitischen Ganggesteine des Oslo-Grabens sind mehr oder weniger leukokrate (helle) und feinkörnige, zum großen Teil aus Feldspat (Albit, Orthoklas) bestehende Gesteine. Zur dieser Gruppe gehören Heumit, Lindöit, Maenait, und Bostonit (Anstehendproben s. skan-kristallin.de), ein Teil der Syenitporphyre, Glimmersyenitporphyre und Akeritporphyre sowie Hedrumit und Lestiwarit als Begleiter der Nephelinsyenite.
Eine ältere, zu Beginn des Riftings in silurische Sedimentgesteine intrudierte Generation von Ganggesteinen sind die syenitischen bis trachytischen Maenaite. Sie treten in zahlreichen Gefügevarianten auf, auch mit porphyrischem Gefüge (Maenaitporphyr), und bestehen aus Albit und Orthoklas, neben dunklen Mineralen (Pyroxen und Amphibol). Gegebenenfalls kann etwas Quarz enthalten sein.
Abb. 14: Maenait, Anstehendprobe von der Insel Tofteholmen (NOR), Dr. Heidrich leg. 2.7.1965, Slg. der FU Berlin (Lankwitz).
4. Unbestimmte Geschiebefunde
Ein Geschiebefund von Hökholz ist ein feinkörniger basischer Vulkanit mit vereinzelten schwarzen Pyroxen-Einsprenglingen und weißen Mandeln. In der Grundmasse sind zahlreiche nadelförmige dunkle Minerale erkennbar, wahrscheinlich Ägirin (ein Na-Fe-Pyroxen). Dies weist auf einen alkalireichen Vulkanit bzw. Ganggestein hin, ebenso der Olivin-Pyroxen-(Mantel?-)Xenolith in der Bildmitte Abb. 16. Das Gestein ist ohne Dünnschliffuntersuchung nicht näher bestimmbar. Vermutet wird eine Herkunft aus dem Oslograben, Vergleiche mit Anstehendproben könnten in Richtung Madeirit weisen.
Abb. 15: Alkalivulkanit/Ganggestein mit schwarzen Pyroxen-Einsprenglingen und weißen Mandeln. Geschiebe vom Geschiebestrand Hökholz.Abb. 16: Nahaufnahme, Peridotit(?)-Xenolith aus Olivin und Pyroxen.Abb. 17: Nahaufnahme unter Wasser.
Als „Hedrumit von Skirstad-Kjern“ wurde der Fund aus der Slg. H. Arildskov bestimmt (Referenz: KLEY 1941: 138, 144). Eine Übereinstimmung mit Abbildungen von Anstehendproben ist allerdings nicht erkennbar. Das Gestein dürfte eine intermediäre Zusammensetzung (Andesit oder Trachyt) besitzen, vgl. ähnliche Gefüge von Trachyt und Maenait-Porphyr auf skan-kristallin.de.
Abb. 18: feinkörniges intermediäres Ganggestein (Maenait-Porphyr?), Breite 13,5 cm, Steinvik/Tofte (NOR), NO 1048, ex coll. H. Arildskov.Abb. 19: Nahaufnahme der nassen Oberfläche
Die hellgraue und feldspatreiche Grundmasse enthält weiße und leistenförmige Feldspat-Einsprenglinge sowie säulige bis stengelige dunkle Minerale (Pyroxen und Amphibol). Das Geschiebe ist durchsetzt mit kleineren kantigen bis rundlichen Einschlüssen eines feinkörnigen Fremdgesteins.
Abb. 20: An der Seite zeigen sich kantige Einschlüsse von schwarzer, grauer oder grüner Farbe. Die dunklen Säume bestehen aus kleinen „akkretierten“ Pyroxen-Kristallen.
Abb. 21-23 ist ein grünlichgraues und kleinkörniges Ganggestein mit stengeligen Amphibol- und nadeligen Ägirin(?)-Einsprenglingen. Die körnige Grundmasse besteht aus weißem, teils undeutlich rechteckigem (nicht leistenförmigem) Feldspat, einem unbestimmten grünen Mineral sowie orangefarbenen Körnern (Alkalifeldspat, Nephelin?). Auch in diesem Fall gelang bisher keine eindeutige Bestimmung (Maenaitporphyr, feinkörniger Hedrumit?).
Abb. 21: Ganggestein, Geschiebe von Broager (DK), Slg. T. Brückner.Abb. 22: polierte SchnittflächeAbb. 23: In der Nahaufnahme sind undeutlich konturierte und helle, teils rötlich gefärbte Einschlüsse erkennbar.
5. Grorudit – Sölvsbergit- Tinguait
Als „Grorudit-Tinguait-Serie“ beschreibt BRØGGER 1894: 5-66 eine Reihe „feinkörniger bis dichter, grün gefärbter und gewöhnlich ägirinreicher Ganggesteine“, die genetisch verwandt und durch Übergänge miteinander verbunden sind. Grorudit, Sölvsbergit und Tinguait bilden die Ganggesteinsäquivalente von Ekerit, Nordmarkit und Nephelinsyenit.
Abb. 24: Grorudit, Geschiebe aus der Vigsjö-Bucht (DK), leg. D. Lüttich.Abb. 25: In der Nahaufnahme sind vereinzelt schwarze Ägirin-Nadeln erkennbar.
Der Grorudit gehört zu den wenigen Ganggesteinen aus dem Oslograben, die in porphyrischer Ausbildung auch als Geschiebe erkennbar sind. Das harte und zähe Gestein besitzt eine sehr feinkörnige Grundmasse, die in ihrer Farbe zwischen graugrün, blaugrün und hell- bis dunkelgrün variiert. Gelegentlich ist eine schlierige oder fluidale Textur erkennbar. Abgerollte Geschiebe fühlen sich weich und glatt an. Als Einsprenglinge treten 5-10 mm große und weiße, gelbliche bis rötliche Feldspäte auf, teils von rechteckiger oder leistenförmiger Gestalt, teils mit unregelmäßigen Konturen. Die Feldspäte sind stellenweise in Gruppen angeordnet. Für die Bestimmung wichtig ist das Vorhandensein einzelner schwarzer Nadeln von Ägirin (Na-Pyroxen).
Die mineralogische Zusammensetzung des Grorudits ist makroskopisch nicht erkennbar. Analysen ergaben eine granitische Zusammensetzung, wobei die Grundmasse Quarz in bedeutender Menge enthält, neben Feldspat und Ägirin, der für die grüne Färbung verantwortlich ist (Quelle?). Das Alter des Gesteins beträgt etwa 250 Millionen Jahre. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit vergrünten Basalten oder dem Särna-Tinguait. Den Basalten fehlen die Ägirin-Einsprenglinge. Der Särna-Tinguait enthält bedeutend mehr Ägirin, die Feldspat-Einsprenglinge sind meist silbrig-transparent, klar konturiert und nicht in Gruppen angeordnet.
Abb. 26: Grorudit-Geschiebe mit gelblich-braunen Feldspat-Einsprenglingen, nass fotografiert, Vigsjö-Bucht (DK), leg. D. Lüttich.
Abb. 27
Abb. 28
Abb. 27, 28: Grorudit-Geschiebe aus der Kiesgrube Nindorf-Breetze bei Lüneburg, nass fotografiert.
Abb. 29: Grorudit, polierte Schnittfläche, Nahgeschiebe aus Mølen (NOR), Slg. T. Brückner.Abb. 30: Nahaufnahme, rechts oberhalb der Bildmitte ein sechseckiger Kopfschnitt eines Pyroxen-Einsprenglings.
Der Sölvsbergit (Sølvsbergit) zeichnet sich im Vergleich zu den Groruditen durch einen geringeren Quarzgehalt aus, bei sonst ziemlich gleichartiger Zusammensetzung. Die feinkörnigen und graugrünen Ganggesteine können durch Verwitterung recht hell werden. Einsprenglinge fehlen meist, allenfalls Feldspat-Einsprenglinge bis 10 mm treten auf. Die Grundmasse besteht aus Alkalifeldspat und Ägirin (in einigen Typen durch Hornblende ersetzt) und kann eine subparallele Einregelung aufweisen (trachytisches Gefüge). ZANDSTRA 1988: 404 stellt drei Typen vor. Insgesamt handelt es sich um ein ziemlich unauffälliges Gestein, das als Geschiebe kaum sicher erkennbar sein dürfte.
Abb. 31: Sölvsbergit, feinkörniges grünes Gestein mit einzelnen Ägirin-Nadeln, Anstehendprobe vom SE-Hang des Sölvberget zwischen Lunner und Berget, Hadeland (NOR), Dr. Heidrich leg. 14.07.1967, Sammlung der FU Lankwitz.
Das Geschiebe Abb. 32-33 aus der Sammlung H. Arilsdkov wurde gemäß der Beschreibungen von BRØGGER 1894: 67-108 als Sølvsbergit bestimmt. Der Verfasser vermochte nach dem Studium dieser Quelle allerdings keine makroskopische Übereinstimmung zu erkennen.
Abb. 32
Abb. 33
Abb. 32, 33: Sölvsbergit (?), Geschiebe von Hirtshals (DK), ex coll. H. Arildskov.
Die Tinguaite des Oslograbens sind unauffällige, dunkel graugrüne und feinkörnige Ganggesteine mit spärlichen Feldspat-Leisten (Sanidin) und nadeligem Ägirin als Einsprengling.
Abb. 34: Tinguait von Hedrum (NOR), Spaltengang zwischen Asbjörnsröd und Abilsröd/Hedrum; Orig. Slg. Brøgger 1906, Slg. der BGR Berlin.
Der von JENSCH 2013 beschriebene Tinguait von Graver enthält zusätzlich transparente, bis 1 cm große Sanidin-Einsprenglinge mit kleinen Einschlüssen von Ägirin. Ein sphärolithischer Tinguait mit interstitialem Ägirin (Geschiebefund aus der Vigsö-Bucht) ist das Titelbild von Geschiebekunde aktuell 28 (5) 2012.
6. Kullait
Kullaite sind hybride Mischgesteine, gebildet durch eine Vermischung von alkalibasaltischen Mantelmagmen mit anatektischen (sauren) Schmelzen in den tieferen Teilen der Erdkruste (OBST et al. 2004). Die trachytischen Ganggesteine treten, neben den bekannten Vorkommen in SW-Schweden und auf Bornholm, auch im Oslo-Gebiet auf, s. Anstehendproben auf skan-kristallin.de. Stehen die SW-schwedischen Kullaite zeitlich im Zusammenhang mit der Intrusion des Gangschwarms der NW-Dolerite im Permokarbon, ist die Altersstellung der norwegischen Kullaite unklar. HOLTEDAHL & DONS 1966 ordnen ihnen ein jüngeres Alter als den Rhombenporphyren und Akeritporphyren zu.
Henrik Arildskov hat mehrere Dutzend Nahgeschiebe von Kullaiten in Südnorwegen gesammelt. Die grünlichgrauen oder rötlichbraunen Gesteine zeigen unter der Lupe ein verfilztes Gefüge aus schmalen gelblichen bis grünlichen Feldspatleisten, neben dunklen und alterierten (chloritisierten) mafischen Mineralen. Rundliche Xenolithe von orangeroter Farbe und/oder Xenokristallen (grünlich, rot) durchsetzen locker das Gestein. In den rötlichen Xenolithen fehlen die dunklen Minerale weitgehend. Vereinzelt finden sich mit Kalzit gefüllte Mandeln.
Kullaite sind nicht als Leitgeschiebe geeignet, die Gesteine von Bornholm oder aus dem Steinbruch Torpa Klint (SW-Schweden) sehen ganz ähnlich aus.
Abb. 35: Kullait, Geschiebe von Filtvet/Hurum (NOR), Slg. H. Arildskov.Abb. 36: Nahaufnahme
Abb. 37
Abb. 38
Abb. 37, 38: Kullait, ähnlicher Typ, Geschiebe von Stenbjerg (DK), Slg. E. Figaj.
Abb. 39
Abb. 40
Abb. 39, 40: Kullait, Geschiebe von Storsand (NOR), Slg. H. Arildskov.
Abb. 41: Kullait, Breite 11 cm, Geschiebe von Filtvet (NOR), Slg. H. Arildskov.
7. Literatur
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BRØGGER W C 1894 Die Eruptivgesteine des Kristianiagebietes I. Die Gesteine der Grorudit-Tinguait-Serie – Videnskabsselskkabets Skrifter I. Mat.-naturv. Kl. I. 1894.
BRØGGER W C 1898 Die Eruptivgesteine des Kristianiagebietes III. Das Ganggefolge des Laudalits – Videnskabsselskkabets Skrifter I. Mat.-naturv. Kl. 1898.
BRØGGER W C 1906 Eine Sammlung der wichtigsten Typen der Eruptivgesteine des Kristianiagebietes nach ihren geologischen Verwandtschaftsbeziehungen geordnet. Nyt Magazin for Naturwidenskaberne, A.W. Brøggers Bogtrykkerie 1906 (als Faksimile).
BRØGGER WC 1932 Die Eruptivgesteine des Oslogebietes VI. Über verschiedene Ganggesteine des Oslogebietes – Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I Nr. 7, 1932.
DONS J A 1952 Studies on the Igneous Rock Complex of the Oslo Region. XI. Compound volkanic necks, igneous dykes, and fault zone in the Ullern-Husebyåsen Area, Oslo – NVAMK.
HOLTEDAHL O & DONS J A 1966 Geological guide to Oslo and districts (with map 1: 50000) – Universtitsforlaget Oslo.
JENSCH J-F 2013 Auf der Suche nach dem Tinguait von Graver, Südnorwegen, bei Valebø – Eine Exkursion auf den Spuren von W. C. Brøgger – Geschiebekunde aktuell 29 (3). S. 69-76.
LE MAITRE et al 2004 Igneous Rocks: A Classification and Glossary of Terms. Edited by R. W. Le Maitre and A. Streckeisen and B. Zanettin and M. J. Le Bas and B. Bonin and P. Bateman – 252 S., Cambridge University Press, ISBN 0521619483.
SCOTT P W 1976 The relationship between camptonite and maenaite sills in the northern part of the Oslo alkaline province – Jour. geol. soc. London 132.
SCOTT P W 1980 Zoned pyroxenes and amphiboles from camptonites near Gran, Oslo region, Norway – Mineralogical Magazine, Sept 1080, Vol. 43, S. 913-917.
TRÖGER W E 1934 Spezielle Petrographie der Eruptivgesteine, Nomenklatur-Kompendium, Berlin 1935. Nachdruck durch den Verlag der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft, 1969.
OBST K et al. 2004 Rift magmatism in southern Scandinavia in: Permo-Carboniferous extension-related magmatism at the SW margin of the Fennoscandian Shield – GSL Special publication 223, S. 259-288.
KLEY K VAN DER & VRIES W DE 1941 Gidsgesteenten van het noordelijk diluvium. – 191 S., 185 Abb., 1 Kt.; Meppel (J. A. Boom & Zoon).
ZANDSTRA J G 1988 Noordelijke Kristallijne Gidsgesteenten ; Een beschrijving van ruim tweehonderd gesteentetypen (zwerfstenen) uit Fennoscandinavië – XIII+469 S., 118 Abb., 51 Zeichnungen, XXXII farbige Abb., 43 Tab., 1 sep. Kte., Leiden etc. (Brill).
Abb. 1: Oslo-Ignimbrit, Geschiebe von Mølen, SW von Larvik (NOR), polierte Schnittfläche, Slg. T. Brückner.Abb. 2: Nahaufnahme der hellen Tuffmatrix mit Gesteinsfragmenten, einzelne davon umflossen von einer rötlichbraunen und welligen „Fiamme“, dem charakteristischen Erkennungsmerkmal von Ignimbriten.
Vor etwa 270 Millionen Jahren erreichte der Vulkanismus im Oslograben ein explosives Stadium. Der Aufstieg gas- und SiO2-reicher Restschmelzen und Auswurf großer Mengen trachytischer bis saurer Tuffe und Ignimbrite ist verbunden mit dem Einsturz (Caldera-Kollaps) der weitgehend entleerten Magmakammern der großen basaltischen Zentralvulkane. Im Oslograben konnten bisher 13 Calderen ehemaliger Stratovulkane nachgewiesen werden, manche besaßen die Größe des Vesus und Ätnas (LARSEN et al 2008: 56-57). Heute sind davon nur noch tief erodierte Relikte vorhanden, darunter mehrere große und kleine Areale mit Ignimbriten als Ablagerungen pyroklastischer Dichteströme, gemischt mit Basalten und älteren Eruptivgesteinen.
Einige Oslo-Ignimbrite können als Geschiebe erkannt werden, gehören im Vergleich zu Rhombenporphyr und Larvikit jedoch zu den seltenen Funden. Auch die Zuordnung zu einer bestimmten Caldera ist in einigen Fällen möglich, allerdings liegen bisher nur wenige Anstehendproben zu Vergleichszwecken vor. ARILDSKOV & JENSCH 2015 stellen nach Untersuchungen an Nahgeschieben in Südnorwegen als Leitgeschiebe heraus: Bordvika-Ignimbrit, Grauvioletter und Brauner Glitre-Ignimbrit, schwarze Ignimbrite mit Rhombenporphyr-Fragmenten, Lathus-Ignimbrit sowie der seltene Schwarze Oppkuven-Ignimbrit. Eine Reihe von Oslo-Ignimbriten und Pyroklastika ist auf skan-kristallin.de abgebildet.
Ein Teil der Oslo-Ignimbrite zeichnet sich durch eine helle Tuff-Matrix mit reichlich Gesteinsfragmenten aus, Bruchstücke von Rhombenporphyren sind aber eher selten (Abb. 1-2, 7). Weiterhin treten an mehreren Lokalitäten braune bis dunkelgraue, fragmentreiche und flintartig dichte Vulkanite (Ignimbrite und Brekzien) auf (Abb. 30-31, 33). Ignimbrit-Geschiebe mit gut ausgebildeter Fiamme bzw. eutaxitischem Gefüge und kleinen eckigen Feldspat-Einsprenglingen können mit Ignimbriten aus Dalarna verwechselt werden. Die Herkunft der Funde Abb. 1-8 aus dem Oslo-Gebiet kann als sicher angesehen werden, es sind Nahgeschiebe aus Süd-Norwegen. Eine Zuordnung zu einer bestimmten Caldera war bisher nicht möglich oder ist unsicher.
Abb. 4: Oslo-Ignimbrit (Lathus-Ignimbrit?), Breite 80 mm, Filtvet/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 5
Abb. 6
Abb. 5, 6: dichter Vulkanit mit fluidaler Textur (Lathus-Ignimbrit?), Geschiebe von Tofte (NOR), Außenseite und polierte Schnittfläche, Slg. F. Wilcke.
Abb. 7: Oslo-Ignimbrit (Lathus-Ignimbrit?), Geschiebe von Filtvet (NOR), ex coll. H. Arildskov.Abb. 8: einsprenglingsarmer, fluidaler Oslo-Ignimbrit, Filtvet/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.
2. Bordvika-Ignimbrit (Bordvika-Quarzporphyr)
Der Gesteinstyp kommt in der Drammen- und Glitrevann-Caldera vor. Makroskopisch handelt es sich um einen Quarzporphyr, die für Ignimbrite charakteristische Fiamme ist nur selten vorhanden. In einer dunkelbraunen bis graubraunen und dichten Grundmasse liegen sehr viele Feldspat-Einsprenglinge sowie kleine graue Quarzkörner. Die meisten Feldspäte sind 2-5 mm groß und weitgehend einheitlich gefärbt, meist hell gelblichbraun bis orange, seltener weiß. Hinzu kommen eckige bis runde Fragmente, darunter viele Basalte (dunkelgrau, braun), vereinzelt Porphyre. Dieser Haupttyp ist ein gutes Leitgeschiebe und kaum verwechselbar. Eine hellbraune Variante enthält hellrote Feldspat-Einsprenglinge und viele Xenolithe. SMED & EHLERS 2002: 114 bezeichnen das Gestein als Drammen-Ignimbrit (Drammen-Quarzporphyr).
Abb. 9: Bordvika-Ignimbrit mit dunkelbrauner Grundmasse, Geschiebe von Hökholz bei Eckernförde, Breite 12 cm.Abb. 10: Bordvika-Ignimbrit, mit hell grünlichgrauer Grundmasse und sehr vielen Bruchstücken (Basalte, Rhombenporphyr, Porphyre). Geschiebe von Slagentangen (NOR), Bildbreite 19 cm, Slg. T. Brückner.Abb. 11: Bordvika-Ignimbrit, mit hellbrauner Grundmasse und orangefarbenen Feldspat-Einprenglingen. Geschiebe von Steinvik (NOR), ex coll. H. Arildskov.Abb. 12: Nahaufnahme der nassen Oberfläche.Abb. 13: Bordvika-Ignimbrit, Geschiebe von Verket/Hurum (NOR), Breite 93 mm, ex coll. H. Arildskov.
Abb. 14
Abb. 15
Abb. 14, 15: Bordvika-Ignimbrit, dunkle Variante, mit hellbrauner Fiamme und rundlichen Quarz- neben zahlreichen Feldspat-Einsprenglingen. Geschiebe von Steinvik/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov. Das Gestein ähnelt Ignimbriten, wie sie auch in Dalarna (Mittelschweden) vorkommen.
Abb. 16: dunkler Quarzporphyr („Bordvika-Ignimbrit“) mit leuchtend orangefarbenen Feldspat- und wenig Quarz-Einsprenglingen, Geschiebe von Ramsvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov.
3. Glitre-Ignimbrit
Im Glitre-Ignimbrit überwiegt eine blasse und graue, grauviolette oder hellbraune Aschenmatrix. Neben zusammengedrückten Bimsfladen (Fiamme) enthält sind zahlreiche Fragmente von Basalt und rotem Rhyolith (SMED & EHLERS 1995), teilweise auch von Bordvika-Ignimbrit erkennbar. Insbesondere die dunklen Xenolithe weisen einen hellen Saum bzw. Reaktionsrand auf. Einsprenglinge sind nur in sehr geringer Zahl vorhanden oder fehlen. Anstehendproben liegen bislang nicht vor, Funde von Nahgeschieben belegen laut H. Arildskov eine Herkunft dieses Ignimbrit-Typs aus der Glitrevann-Caldera. Ob er auch an anderen Lokalitäten auftritt, ist noch nicht zweifelsfrei geklärt. Der Glitre-Ignimbrit mit grauvioletter Matrix wird von RUDOLPH 2017: 166 als Violetter Oslo-Ignimbrit bezeichnet.
Abb. 17: violetter Glitre-Ignimbrit, Breite 11,5 cm, Nahgeschiebe von Steinvik (NOR), ex coll. H. Arildskov.Abb. 18: violetter Glitre-Ignimbrit, polierte Schnittfläche, Geschiebe aus der Sandgrube Svelvik (NOR), Slg. T. Brückner.Abb. 19: Nahaufnahme; insbesondere die dunklen Gesteinsfragmente weisen einen zonierten Saum auf.Abb. 20: brauner Glitre-Ignimbrit, Nahgeschiebe von Steinvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov.Abb. 21: brauner Glitre-Ignimbrit, Nahgeschiebe von Steinvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov.Abb. 22: Die Nahaufnahme der Rückseite zeigt ein orangefarbenes Fragment mit quarzhaltiger Grundmasse und rhombenförmigen Feldspat-Einsprenglingen.
4. Lathus-Ignimbrit
Von mehreren Lokalitäten sind flintartig dichte und dunkelgraue bis schwarze, im trockenen Zustand manchmal blaustichige Vulkanite bekannt. Der fluidale Haupttyp des dunklen Lathus-Ignimbrits aus der Baerum-Caldera zeigt eine markante Fiamme und enthält zusätzlich vereinzelte bis zahlreiche, 5-10 mm große Klasten aus bräunlichen Felsitporphyren sowie Rhombenporphyr, aber keine oder wenig Bruchstücke von Basalt. Als Einsprenglinge finden sich wenige bis mäßig viele weiße, gelbliche bis hellrosa gefärbte und unregelmäßig kantige Feldspäte (1-3 mm). Quarz fehlt. Andere Varianten zeigen Fließtexturen in Gestalt heller und diffuser Schlieren.
Abb. 23: Lathus-Ignimbrit mit Bruchstücken von bräunlichem Syenitporphyr, Breite 13 cm, Nahgeschiebe von Steinvik/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.Abb. 24: NahaufnahmeAbb. 25: Lathus-Ignimbrit mit markanter Fiamme, Breite 13 cm, Nahgeschiebe von Steinvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov.Abb. 26: flintartiger und einsprenglingsarmer Lathus-Ignimbrit mit Einschluss eines braunen Syenitporphyrs, Breite 12 cm, Steinvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov.
5. Oppkuven-Ignimbrit
Der braune bis schwarze Ignimbrit aus der Oppkuven-Caldera enthält wenige Feldspat-Einsprenglinge, ist aber reich an kleineren sowie wenigen großen Fragmenten. Neben rotem Felsitporphyr sind Klasten von Kjelsåsit oder Rhombenporphyr (auch Pipenhus-Typ) charakteristisch. Bei Verwitterung bleicht das Gestein aus und wird grau oder graugrün.
Abb. 27: Oppkuven-Ignimbrit, Nahgeschiebe von Steinvik/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.Abb. 28: Fragmente von braunem Syenitporphyr und porphyrischem Basalt.Abb. 29: gleicher Stein, Rückseite, Einschluss eines Rhombenporphyrs.Abb. 30: schwarzer Oppkuven-Ignimbrit (?) mit dichter Grundmasse, Geschiebe von Tofte (NOR), Slg. F. Wilcke.Abb. 31: Die Nahaufnahme zeigt Fragmente von rotem Syenitporphyr und porphyrischem Basalt.
6. Vulkanische Brekzien und Pyroklastika
Neben Ignimbriten als Ablagerungen aus pyroklastischen Dichteströmen finden sich im Oslograben weitere pyroklastische Gesteine als vulkanische Fallablagerungen, darunter Explosionsbrekzien, Tuffe, Lapillituffe und Lapillisteine. Stark fragmentierte Vulkanite entstanden vor allem während der explosiven Ausbrüche saurer (trachytischer bis rhyolithischer) Laven in der Reifephase des Riftings, als Begleiter der vergleichsweise ruhigen Spalteneruptionen des Rhombenporphyr-Vulkanismus treten sie nur untergeordnet auf (z. B. Lavastrombrekzien, s. Abb. 28-29 im Artikel Rhombenporphyre). Eine weitere Möglichkeit der Bildung vulkanischer Brekzien (und Konglomerate) ist die Umlagerung von Gesteinsmaterial in Zeiten ruhender vulkanischer Aktivität (epiklastische Brekzien). Geschiebefunde vulkanoklastischer Gesteine lassen sich dem Oslograben zuordnen, wenn sie Fragmente enthalten, die eindeutig als Oslo-Gesteine identifizierbar sind (s. Abschnitt Rhombenporphyr-Brekzien; Abbildungen vulkanischer Brekzien und Pyroklastite sowie vom Krogskogen-Konglomerat auf skan-kristallin.de).
Abb. 32: vulkanische Brekzie (Lapillistein), teils kalzitzementiert, mit Rhombenporphyr-Fragment, Breite 13 cm, Hirtshals (DK).Abb. 33: dunkelgraue und dichte vulkanische Brekzie mit gelblichen Feldspat-Einsprenglingen und grünlichen Gesteinsfragmenten, Breite 11 cm, Hirtshals (DK).Abb. 34: vulkanische Brekzie mit Syenitporphyren, Quarzporphyren und „Felsitporphyren“, polierte Schnittfläche, Geschiebe von Moss (NOR), Slg. F. Wilcke.Abb. 35: Nahaufnahme
7. Literatur
ARILDSKOV H & JENSCH J-F 2015 Ignimbrite aus dem Oslo-Rift (Ignimbrites from the Oslo Rift) – Geschiebekunde aktuell 31 (2): 35-50, 22 meist farb. Abb., Hamburg / Greifswald (Eigenverl. der Gesellschaft für Geschiebekunde e.V.).
BRÄUNLICH M 2015 Leserbrief zum Artikel von Henrik Arildskov und Jörg-Florian Jensch: „Ignimbrite aus dem Oslo-Rift“ (Ga 2/2015). – Geschiebekunde aktuell 31 (4): S. 125, Hamburg / Greifswald (Eigenverl. der Gesellschaft für Geschiebekunde e.V.).
LARSEN B, OLAUSSEN S, SUNDVOLL B & HEEREMANS M 2008 The Permo-Carboniferous Oslo Rift through six stages and 65 million years – Episodes, Vol. 31 (1), 52-58.
RUDOLPH F 2017 Das große Buch der Strandsteine – 320 S., zahlr. Abb., Kiel/Hamburg (Wachholz-Verlag – Murmann Publishers).
SMED P & EHLERS J 2002 Steine aus dem Norden – Bornträger-Verlag Stuttgart, 1. Auflage 1994, 2. Auflage.
Feinkörnige Vulkanite, Subvulkanite und Ganggesteine mit porphyrischem Gefüge finden sich im Oslo-Gebiet in mannigfaltigen Ausprägungen und entstanden in allen Phasen des riftgebundenen Magmatismus. Neben Gesteinen mit basischer Zusammensetzung („Oslo-Basalte“) und den weit verbreiteten intermediären Vulkaniten (Rhombenporphyre, Latite) treten syenitische bis rhyolithische Gesteine auf. Rhyolithische Magmen wurden insbesondere im Zuge explosiver vulkanischer Aktivität und Caldera-Kollaps in der Spätphase des Riftings gefördert, beim Aufstieg SiO2-reicher Restschmelzen aus den weitgehend entleerten Magmakammern der basaltischen Zentralvulkane. Syenitische bis rhyolithische Ganggesteine drangen weiterhin in ringförmige, nach dem Caldera-Kollaps entstandene Störungen und Spalten ein (ring dykes) oder stiegen als Zentraldome (cone sheets) auf. Andere Rhyolithe werden als Begleiter granitischer Massive angesehen (sog. porphyrische Mikrogranite, z. B. Drammen-Quarzporphyr, Horn-Quarzporphyr).
Die meisten der feinkörnigen bis dichten Syenitporphyre, Quarzporphyre (Rhyolithe) und Sphärolithporphyre des Oslograbens sind als Geschiebe nicht erkennbar bzw. sicher von Gesteinen aus anderen Gebieten unterscheidbar. Für einige Ignimbrit-Typen ist dies möglich, da ihr Erscheinungsbild deutlich von Ignimbriten aus anderen Liefergebieten abweicht. Die folgenden Bilder, darunter viele Nahgeschiebe aus der Sammlung Arildskov, zeigen einen kleinen Querschnitt durch die Vielfalt an Gefügen und sind nicht als Bestimmungshilfe zu verstehen.
Abb. 1: Oslo-Quarzporphyr, Nahgeschiebe von Steinvik (NOR), ex coll. H. Arildskov.Abb. 2: NahaufnahmeAbb. 3: Oslo-Quarzporphyr mit feinkörniger Grundmasse, Steinvik (NOR), ex coll. H. Arildskov.Abb. 4: Oslo?-Quarzporphyr, Geschiebe vom Hirtshals-Kliff, Breite 8 cm.
Das Gestein in Abb. 5-6 könnte ein Horn-Quarzporphyr sein, seine Eignung als Leitgeschiebe ist allerdings umstritten (Beschreibung in JENSCH F 2012 und auf rapakivi.dk; Abb. eines ähnlichen Fundes auf skan-kristallin.de).
Abb. 5: Horn-Quarzporphyr?, Breite 10 cm, Steinvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov.Abb. 6: Nahaufnahme. In einer feinkörnigen und beigefarbenen Grundmasse liegen bräunliche und unregelmäßig begrenzte, bis 15 mm große Alkalifeldspat-Einsprenglinge sowie runde und glasklare Quarze (bis 8 mm). Dunkle Minerale (stengelige Amphibole) sind in geringer Menge vorhanden.
Drei Geschiebe aus Norwegen aus der Sammlung H. Arildskov wurden als Akerit-Porphyr, Egekoll-Høgås-Type bestimmt (Referenz: OFTEDAHL 1946). Augenscheinlich handelt es sich um Quarzporphyre, während Akeritporphyre als monzonitische Ganggesteine weitgehend frei von Quarzeinsprenglingen sind. Ob im Anstehenden ein genetischer Zusammenhang dieses auffälligen Porphyrtyps mit Akeritporphyren besteht, konnte bislang nicht geklärt werden.
Abb. 7: Quarzporphyr („Akerit-Porfyr, Egekoll-Høgås-Type“), Filtvet (NOR), ex coll. H. Arildskov.Abb. 8: Nahaufnahme. Quarz- wie Feldspat-Einsprenglinge sind von dunklen Säumen (Sphärolithe?) umgeben.
Abb. 9
Abb. 10
Abb. 9, 10: ähnlicher Quarzporphyr („Akerit-Porfyr”), Steinvik (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 11: Quarzporphyr („Akerit-Porfyr, kvartsrig“), Filtvet (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Felsitporphyr ist eine Bezeichnung für SiO2-reiche (saure) Porphyre mit dichter Grundmasse.
Abb. 12: Felsitporphyr („Sörkedal-Porphyr“), Breite 85 mm, Steinvik (NOR), ex coll. H. Arildskov. Der dichte und rötlichbraune Vulkanit enthält wenig weiße und kantige Feldspat-Einsprenglinge, etwas Quarz sowie kleine eckige Vulkanit-Fragmente.
2. Sphärolithporphyre
Sphärolithe sind kugelige bzw. sphärische, im Anschnitt rundliche Aggregate, die aus radialstrahlig um einen Kristallisationskeim gewachsenen Quarz-Feldspat-Aggregaten bestehen. Sie treten vor allem in sauren Vulkaniten (Rhyolithen) auf und bilden sich bei rascher Abkühlung (Unterkühlung) einer Schmelze, die nicht genügend Kristallkeime für eine „normale“ Kristallisation bereithält. Vulkanite mit spärolithischem Gefüge sind weit verbreitet und kommen in allen Vulkanitgebieten vor. Geschiebefunde lassen sich in der Regel keiner bestimmten Herkunft zuordnen. Die Sphärolithporphyre des Oslograbens sehen mitunter vergleichsweise „frisch“ aus, die Sphärolithe heben sich kontrastreich von der Grundmasse ab, ihr radialstrahliger Aufbau ist unter der Lupe gut erkennbar. Dieser subjektive Eindruck dürfte allerdings kaum ein hinreichendes Merkmal zur Unterscheidung von Vulkaniten aus anderen Gebieten bieten.
Abb. 13: Quarzporphyr mit dunklen Höfen (Sphärolithe) um Quarz- und Feldspat-Einsprenglinge. Geschiebe von Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Auffällige Vulkanite sind die Sphärolithporphyre vom Sörkedal-Typ (Abb. 14-18, ex coll. H. Arildskov). In einer hellbraunen und feinkörnigen Grundmasse liegen zahlreiche rundliche und orangebraune Sphärolithe sowie rötliche Feldspat-Einsprenglinge, jeweils umgeben von einem weißen Saum. Dunkle Minerale sind kaum vorhanden, Quarz-Einsprenglinge fehlen. Vergleichbare Sphärolithporphyre kommen in der Bærum-Caldera vor (s. Anstehendproben auf skan-kristallin.de).
Abb. 14: Sphärolithporphyr (Sörkedal-Typ), Breite 80 mm, Geschiebe von Filtvet (NOR), ex coll. H. Arildskov.Abb. 15: Nahaufnahme
Abb. 16
Abb. 17
Abb. 16, 17: Sphärolithporphyr (Sörkedal-Typ?), Steinvik/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 18: Sphärolithporphyr (Sörkedal-Typ), Breite 80 mm, Geschiebe von Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 19-21 zeigt zwei Geschiebe mit sphärolithischer Textur aus der Vigsö-Bucht in Norddänemark. Eine Herkunft aus dem Oslograben ist vorstellbar, lässt sich aber mangels weiterer spezifizierender Gefügemerkmale nicht näher belegen.
Abb. 19: sphärolithischer Vulkanit, Vigsö-Bucht (DK), Slg. E. Figaj
Abb. 20
Abb. 21
Abb. 20, 21: roter Sphärolithporphyr mit feinkörniger Grundmasse, Vigsö-Bucht (DK), Slg. E. Figaj.
Neben Sphärolithen finden sich in Vulkaniten weitere sog. primäre Hochtemperatur-Kristallisationserscheinungen (BREITKREUZ 2013), darunter runde bis eiförmige und konzentrische Texturen, die als Lithophysen bezeichnet werden. Lithophysen können von sphärolithischen Texturen begleitet sein. Eine veraltete Bezeichnung für Vulkanite mit Lithophysen ist „Kugelfels“. Die dänische Bezeichnung „porfyriske pisolitter“ scheint sich eher auf Vulkanite mit Lithophysen zu beziehen, als dass es sich tatsächlich um Aschentuffe mit akkretionären Lapilli handelt. Perlitisches Gefüge entsteht ebenfalls bei der Entglasung, der Umwandlung von amorphem Gesteinsglas in die kristalline Phase. Die damit verbundene Volumenzunahme führt zur Bildung einer typischen netz- und maschenförmigen Textur aus rundlichen Perliten.
Am Grevsenkollveien bei Oslo steht ein brauner Vulkanit als 2 m mächtiger Gang im Nordmarkit an. Die polierte Schnittfläche zeigt runde bis eiförmige Gebilde mit konzentrischem Aufbau (Lithophysen).
Abb. 22
Abb. 23
Abb. 22, 23: Vulkanit vom Grevenskollveien, bei Abzweigung Lachmannsveien, SE Oslo (NOR), polierte Schnittfläche, leg. A. Bräu. Die Nahaufnahme zeigt Lithophysen? mit hellem Rand und rotem Kern.
Abb. 24: Vulkanit mit eckigen bis runden und konzentrischen Texturen („Sphärolithporphyr“), Breite 95 mm, Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.Abb. 25: eiförmige und konzentrische Texturen in einem fluidalen Vulkanit („Oslo-Ignimbrit“), Breite 10 cm, Verket (Hurum), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 26-28 ist ein brauner Vulkanit („Kugelfels“) mit kugeligen, im Anschnitt runden bis eiförmigen Aggregaten (Lithophysen). Einige davon weisen, je nach Anschnitt eine konzentrische Struktur auf. Die undeutlich konturierten Kernbereiche bestehen aus Quarz. Geschiebe aus der Vigsö-Bucht (DK), Slg. E. Figaj.
Abb. 26
Abb. 27
Abb. 28
3. Syenitporphyre
Feinkörnige syenitische bis monzonitische Gesteine treten im Oslograben in großer Vielfalt auf, in Gestalt von Gängen oder kleinen Massiven. Syenitporphyre sind feinkörnige Syenite (Mikrosyenite) mit Alkalifeldspat-Einsprenglingen. Mit zunehmendem Quarz-Anteil gehen sie in Quarzsyenite über, mit zunehmendem Plagioklas-Gehalt in Monzonite (hierzu gehören auch die Akeritporphyre). Aus dem Anstehenden wird eine Reihe von Typen beschrieben, eine Zuordnung von Geschiebefunden dürfte mit großen Schwierigkeiten verbunden sein. Die Gesteine stammen aus Kleinstvorkommen, sind sehr selten und weisen oftmals keine spezifischen Merkmale auf, die eine eindeutige Zuordnung ermöglichen. Allenfalls entsprechende Funde mit einzelnen rhombenförmigen Feldspat-Einsprenglinge können einen Anhaltspunkt für eine Herkunft aus dem Oslograben liefern (Abb. 39).
Abb. 29: Syenitporphyr mit hellen Alkalifeldspat-Einsprenglingen, Hanstholm (DK), leg. E. Figaj.
Die kleinkörnige Grundmasse besteht aus einem Gewirr leistenförmiger Feldspat-Kristalle, stellenweise ist eine Einregelung erkennbar (trachytisches Gefüge). Die Zusammensetzung des Gesteins ist unklar, Syenitporphyr ist eine vorläufige Bezeichnung. Bei Vorhandensein von viel Plagioklas in der Grundmasse könnte es sich auch um einen porphyrischen Latit handeln.
Abb. 30: Syenitporphyr, ex coll. H. Arildskov, Geschiebe von Tofte (NOR).
In einer feinkörnigen und feldspatreichen Grundmasse liegen orangefarbene Einsprenglinge von Alkalifeldspat. Der Fund wurde als Akeritporphyr bestimmt, es fehlen aber die für Akeritporphyre typischen Plagioklas-Einsprenglinge.
Aus der Bærum-Caldera werden mehrere Typen von Syenitporphyren beschrieben (HOLTEDAHL 1943: 32): 1) Byvatn-Typ, 2) Østern-Typ, 3) Raufjellås-Typ, 4) Fjellsjöhøgda-Typ und 5) Sørkedal-Typ.
Abb. 31
Abb. 32
Abb. 31, 32: Syenitporphyr, Østern-Typ, Anstehendprobe von Østervann (NOR), ex coll. H. Arildskov. Nach HOLTEDAHL 1943: 32 und OFTEDAHL 1946: 18 weist das Gestein eine monzonitische Zusammensetzung auf und wird zu den Akeritporphyren gezählt.
Abb. 33
Abb. 34
Abb. 33, 34: porphyrischer Syenit („Syenitporphyr, Fjellsjöhøgda-Typ”), Geschiebe von Storsand (NOR), ex. coll. H. Arildskov. Die körnige Grundmasse besteht aus orangefarbenen, untergeordnet grünlich-grauen Feldspatkörnern. Quarz ist nicht erkennbar. Die hellgrauen Einsprenglinge sind nicht näher bestimmbar (Anorthoklas, Plagioklas?).
Abb. 35: Syenitporphyr, Byvatn-Typ (gemäß Beschreibung von SAETHER 1962), Storsand (NOR), ex. coll. H. Arildskov.Abb. 36: Nahaufnahme
Die graugrüne Grundmasse besteht aus rechteckigen bis leistenförmigen Feldspat-Kristallen, neben Amphibol und Biotit als dunkle Minerale. Quarz ist nicht erkennbar. Die gelblichgrauen bis grünlichen Feldspat-Einsprenglinge weisen einen hellen Saum, manche auch einen undeutlich rhombenförmigen Anschnitt auf. Der Geschiebefund ähnelt Anstehendproben von Ullernäsen und Bygdø.
Porphyrische Mikrosyenite mit höherem Glimmer-Anteil („Glimmersyenitporphyre“) treten als Gänge, insbesondere als Ringgänge im Zusammenhang mit der Calderabildung auf. Auch hier werden mehrere Typen unterschieden. ZANDSTRA 1999, Nr. 245 beschreibt den Typ Bygdö-Nakholmen von der Huk-Passage auf Bygdøy bei Oslo.
Abb. 37
Abb. 38
Abb. 37, 38: Glimmersyenitporphyr, Steinvik (NOR), ex. coll. H. Arildskov.
Abb. 39: Glimmersyenitporphyr, Hurum/Storsand (NOR), ex. coll. H. Arildskov (No 1022).
4. Literatur
BREITKREUZ C 2013 Spherulites and lithophysae – 200 years of investigation on high-temparature crystallization domains in silica-rich volcanic rocks – Bull. Volcanol. (2013) 75: 705, 16 S..
HOLTEDAHL O 1943 Studies on the Igneous Rock Complex of the Oslo Region. I – Some structural features of the district near Oslo – Skrifter utgitt av det Norske Videnskaps Akademi i Oslo, I. Mat.-Naturv. Klasse 1943, No. 2 – 71 S., 39 Fig., 1 Kte., Oslo.
JENSCH F 2012 Der Horn-Quarzporphyr vom Oslogebiet, ein unbeachtetes Leitgeschiebe – Geschiebekunde aktuell 28 (3/4): 99-108, 8 Abb., Hamburg/Greifswald August 2012.
OFTEDAHL C 1946 Studies on the igneous rock complex of the Oslo Region. VI. On akerites, felsites and rhomb-porphyries. Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I. 1946 No.1
SAETHER E 1962 Studies on the Igneous Rock Complex of the Oslo Region. 18. General investigations of the Igneous Rocks in the area North of Oslo. Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I. Ny Serie No. 1.
ZANDSTRA J G 1999 Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten, Foto’s in kleur met toelichting van gesteentetypen van Fennoscandinavië – XII+412 S., 272+12 unnum. Farb-Taf., 31 S/W-Abb., 5 Tab., Leiden (Backhuys).
Abb. 1: Rhombenporphyr-Geschiebe aus Nordjütland, Slg. E. Figaj. Bildbreite ca. 40 cm.
Der Rhombenporphyr, das wohl bekannteste kristalline Leitgeschiebe, ist für jedermann leicht erkennbar. Als Rhombenporphyr wird in der Geschiebekunde eine Reihe von Vulkanit-Geschieben mit gemeinsamen Eigenschaften bezeichnet: in einer feinkörnigen Grundmasse finden sich mindestens einige Feldspat-Einsprenglinge, die längliche und bootsförmige („rhombenförmige“) Anschnitte aufweisen. Die Farbe der Grundmasse sowie Anzahl und Größe der Feldspat-Einsprenglinge ist variabel. Das Heimatgebiet der Rhombenporphyr-Geschiebe liegt im Oslograben in Süd-Norwegen, Vulkanite mit diesem Gefüge kommen nur dort vor. Die Bezeichnung geht auf Leopold von Buch zurück, der die Gesteine des Oslogebiets während seiner Norwegenreise 1806-1806 studierte (MEYER 2010, BUCH 1810).
Abb. 2: Rhombenporphyr, Nordjütland, Slg. E. Figaj.
Die ausgedehnten Areale mit Rhombenporphyr-Vulkaniten im Oslo-Gebiet sind an die Entstehung eines Grabenbruchs vor etwa 280 Millionen Jahren gebunden (Oslo-Rift). Zur Zeit des Perm kam es in Folge von Dehnung der Erdkruste und Grabenbildung zum Aufstieg magmatischer Schmelzen. In mehreren Phasen intensiver vulkanischer Aktivität wurden zahlreiche Lavadecken abgelagert, darunter die Rhombenporphyre. Diese nehmen große Flächen im Südwesten (Vestfold) und im Norden (Krogskogen) des Oslogebietes ein, neben weiteren kleineren Vorkommen. Mit dem Magmatismus des Oslograbens verbinden sich weitere intrusive und effusive Gesteine, wie Larvikit, Tönsbergit, Ekerit, Oslo-Basalt, Foyait oder Nordmarkit. Einige von ihnen eignen sich ebenfalls als Leitgeschiebe. Die Vorkommen aus Vulkaniten und Plutoniten setzen sich in südwestlicher Richtung unter Wasser, am Boden von Oslofjord und Skargerrak fort.
Außerhalb des Oslogebietes, aber damit genetisch verbunden, stehen intrusive Rhombenporphyre in einem Gangsystem entlang der Küste von Bohuslän in West-Schweden an. Dieses Gebiet kommt ebenfalls als Lieferant von Rhombenporphyr-Geschieben in Frage, allerdings besitzen die Gänge eine vergleichsweise geringe Ausdehnung. Wie die Gesteine von dort aussehen, zeigt ein Artikel auf kristallin.de.
QUENSEL 1918 beschreibt ein kleines Vorkommen von tektonisch deformierten Rhombenporphyren aus dem Kebnekaise-Gebiet in Lappland. Ob aus diesem sehr weit nördlich gelegenen Gebiet Rhombenporphyr-Geschiebe nach Norddeutschland gelangten (und von den Rhombenporphyren des Oslo-Gebiets unterscheidbar sind), ist zweifelhaft. Zu erwähnen sind weitere Geschiebetypen, in denen rhombenförmige Feldspat-Einsprenglinge vorkommen (s. Abschnitt 2).
Abb. 3: Rhombenporphyr, polierte Schnittfläche. Geschiebe von Hohenfelde, Schleswig-Holstein.Abb. 4: Nahaufnahme. Neben den rhombenförmigen Anschnitten einiger Feldspat-Einsprenglinge erkennt man mit Sekundärmineralen (u. a. Calcit und Epidot) verfüllte ehemalige Blasenhohlräume (Mandeln).
2. Petrographische Beschreibung
Bestimmendes Merkmal der Rhombenporphyre sind die länglichen, manchmal spitz zulaufenden rauten- oder bootsförmigen Anschnitte der Feldspat-Einsprenglinge. Dies betrifft nahezu alle, wenigstens aber einzelne Einsprenglinge innerhalb eines Geschiebes. Diese Eigenschaft der Feldspäte ist auf ihre besondere Kristallform zurückzuführen, verbunden mit ihrer Zusammensetzung. Dabei handelt es sich um Mischkristalle aus Na-K-Ca-Feldspat (sog. ternärer Feldspat, z. B. Anorthoklas). Im Unterschied zu „gewöhnlichen“ Magmatiten mit weitgehend getrennt voneinander kristallisierten Feldspatkomponenten Plagioklas (Na-Ca-Feldspat) und Kalifeldspat erfordert die Bildung von Anorthoklas ein sehr heißes sowie K- und Na-reiches Magma.
Die Feldspat-Einsprenglinge sind heller als die Grundmasse, gelegentlich weisen sie dunklere Kerne oder andersfarbige dünne Säume auf. Gelbliche, bräunliche oder graue Farben überwiegen, auch blassgrüne, rote oder leuchtend orange gefärbte Rhomben treten auf. Ihre Länge variiert (5-30 mm), ebenso die Einsprenglingsdichte. OFTEDAHL 1967 unterscheidet einen einsprenglingsreichen („klassischen“) Typ mit Feldspäten bis 2,5 cm Länge und einen einsprenglingsarmen Typ mit wenigen und kleinen Einsprenglingen bis 1,8 cm.
Als Folge von Entmischungsvorgängen erkennt man manchmal eine unregelmäßig netz- oder tropfenförmige bis wellige „Zeichnung“ innerhalb der Feldspäte (Abb. 4, 41). Diese unterscheidet sich von der perthitischen Entmischung der Alkalifeldspäte oder der polysynthetischen Verzwilligung der Plagioklase. Die Feldspäte neigen zur Bildung von Zwillingen, Mischkristalle aus mehreren Feldspat-Rhomben sind häufig (Doppelspitzen „Schwalbenschwänze“, Abb. 11), mehrfache oder sternförmige Zwillinge sowie zu Kristallhaufen vereinigte Feldspäte (glomerophyrisches Gefüge) seltener zu beobachten (Abb. 12, 13, 15).
Rhombenförmige Feldspat-Einsprenglinge finden sich in weiteren Gesteinstypen des Oslograbens, z. B. im Nordmarkit-Porphyr (s. skan-kristallin.de) oder in Plutoniten (Larvikit, Tönsbergit). Darüber hinaus treten sie vereinzelt in Gesteinen aus anderen Regionen auf, die aber kaum mit den Oslo-Gesteinen verwechselbar sind (Vaggeryd-Syenit, Sorsele-Granit, Heden-Porphyr, in syenitischen Gangporphyr-Geschieben, möglichweise aus Småland). Auch Diabase können einzelne rhombenförmige Plagioklase enthalten, denen aber die stromlinienförmige Gestalt der Rhombenporphyr-Feldspäte fehlt.
Die Grundmasse der Rhombenporphyre ist feinkörnig bis körnig und von brauner oder grauer Farbe, auch mit grünlichem, rötlichem oder orangefarbenem Stich. Rote bis violette und nahezu dicht erscheinende Grundmassen sind seltener und finden sich in Lavastrombrekzien bzw. Pyroklastika (Abb. 26, 28-29). Seltener sind grüne, dunkelgraue oder sehr helle Farben (Abb. 68). Geschiebe können durch Verwitterung oberflächlich stark ausbleichen.
Grundmassen mit erkennbaren Einzelkörnern (über 1 mm) lassen auf eine langsame Abkühlung des Magmas schließen (Abb. 22-24). Diese Gesteine können subvulkanische Bildungen oder Gangporphyre sein. Aber auch im Inneren einer Lavadecke kann die Kristallisation entsprechend langsam verlaufen sein. Daher sollten solche körnigen Typen nicht automatisch als „intrusiver“ Rhombenporphyr angesprochen werden. Sie kommen im Oslogebiet und an der westschwedischen Küste (Bohuslän, Abb. 43-48) vor. Entsprechende Geschiebefunde sind zunächst nicht der Herkunft nach unterscheidbar. Darüber sind aus dem Anstehenden allmähliche Übergänge von Rhombenporphyren in Plutonite (z. B. Tönsbergit) bekannt (Abb. 49).
Als weitere Bestandteile der Rhombenporphyre treten in geringer Menge dunkle Minerale hinzu, die von Hand kaum bestimmbar sind (Biotit, Augit und Erz nach ZANDSTRA 1988). Etwa jedes fünfte Rhombenporphyr-Geschiebe reagiert auf einen Handmagneten, etwa jeder zehnte Fund ist deutlich bis stark magnetisch (statistische Erhebung an RP-Geschieben aus Brandenburg). Regelmäßig lassen sich sekundär gebildete Minerale wie Calcit, Epidot, auch transparenter Quarz als Füllung ehemaliger Blasenhohlräume beobachten. Bei einem hohen Anteil an Mandeln kann man von einem Rhombenporphyr-Mandelstein sprechen (Abb. 14). Auch Geschiebefunde blasenreicher Laven ohne Hohlraumfüllungen (meist der einsprenglingsarme Typ) treten auf (Abb. 59).
Petrographisch gehören die Rhombenporphyre zu den Latiten (vulkanisches Äquivalent der Monzonite), sind also SiO2-arme Vulkanite mit einem Anteil von jeweils 35-65% Alkalifeldspat und Plagioklas in Form von ternärem Feldspat. Eine kleine Auswahl von Geschiebefunden (Abb. 5-10) zeigt exemplarisch ihr variables Erscheinungsbild. Anstehendproben und weitere Geschiebefunde sind auf skan-kristallin.de und kristallin.de zu sehen.
Abb. 5: Hanstholm (DK), leg. T. Brückner.
Abb. 6: Presen/Fehmarn
Abb. 7: Hirtshals (DK), Breite 85 mm
Abb. 8: Slagentangen (NOR), Slg. T. Brückner, Breite 13 cm
Abb. 9: Hirtshals (DK), Breite 95 mm
Abb. 10: Stenbjerg (DK), Slg. E. Figaj, Breite 13,5 cm
Abb. 11: Verzwilligung rhombenförmiger Feldspäte in einem Geschiebe aus der Kiesgrube Kröte (Wendland, Niedersachsen).Abb. 12: mehrfache Verzwilligung in einem Rhombenporphyr von Hirtshals; gleicher Stein wie Abb. 7.AAbb. 13: Anorthoklas-„Drilling“, Geschiebe von Westermarkelsdorf/Fehmarn.Abb. 14: Rhombenporphyr-Mandelstein, Aufnahme unter Wasser, Geschiebe von Hökholz. Die weißen Mandeln bestehen aus Kalzit.Abb. 15: Nahaufnahme, mehrfache Verzwilligung von Feldspat-Einsprenglingen.Abb. 16: Nahaufnahme einer Mandel, gefüllt mit bläulichen Quarz und gebändertem Chalcedon bzw. Achat. Geschiebe von Stenbjerg (DK), Slg. E. Figaj.Abb. 17: einsprenglingsarmer Rhombenporphyr (Mandelstein) mit Einschluss eines dunklen Rhombenporphyrs mit grünlichem Reaktionssaum. Geschiebe von Broager (DK).Abb. 18: NahaufnahmeAbb. 19: Im Ausnahmefall können die Feldspat-Einsprenglinge dunkler als die Grundmasse sein. Geschiebe von Steinbeck/Klütz.Abb. 20: Feldspäte mit dunklem Kern und hellem Saum (Rhombenporphyr vom Langtangen-Typ, RP14a). Vigsö-Bucht (DK), Slg. E. Figaj.Abb. 21: Rhombenporphyr, Langtangen-Typ (RP14a), ex coll. H. Arildskov, Geschiebe von Steinvik/Tofte (NOR).Abb. 22: Rhombenporphyr mit körniger Grundmasse. Geschiebe von Hirtshals, Slg. E. Figaj.Abb. 23: Rhombenporphyr mit körniger Grundmasse, Übergang zu einem plutonischen Gefüge (Gangporphyr). Geschiebe von Steinvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov, Rhombenporphyr vom Vetakollen-Typ.Abb. 24: Einige der grauen Rhomben weisen einen hellen oder grünlichen Saum auf.
3. Rhombenporphyr-Brekzien
Die mächtigen Lavadecken der Rhombenporphyre entstanden durch ein vergleichsweise „ruhiges“ Ausfließen eines sehr heißen und dünnflüssigen Magmas, ähnlich dem Basaltvulkanismus von Ozeaninseln (z. B. Hawaii, Kanaren). Explosive Ausbrüche waren die Ausnahme, echte pyroklastische Bildungen treten innerhalb der Rhombenporphyr-Decken daher nur sehr untergeordnet auf. Als Geschiebe finden sich gelegentlich Brekzien mit Rhombenporphyr-Fragmenten, darunter Lapillisteine und Lapillituffe (Abb. 25, 27) sowie Lavastrombrekzien (Abb. 26, 28-29). Erstere können bei Umlagerung durch Erosion abgelagert worden sein, ein anderer Typ von Brekzien entstand innerhalb von Lavaströmen.
Abb. 25: Lapillistein mit Rhombenporphyr-Fragmenten. Geschiebe von Hirtshals (DK).Abb. 26: Rhombenporphyr-Brekzie (Lavastrombrekzie), Geschiebe von Johannistal, Slg. E. Figaj.Abb. 27: Lapillituff mit grünlicher Tuff-Matrix und Rhombenporphyr-Fragmenten. Geschiebe von Steinvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov.Abb. 28: Anstehendprobe einer Rhombenporphyr-Brekzie, polierte Schnittfläche. Straßenaufschluss an der E18, N Tönsbro (59.36765, 10.38139), T. Brückner leg.
Die rotbraunen und eckigen bis kantengerundeten Fragmente eines Rhombenporphyrs liegen einer grauvioletten Matrix, darin zahlreiche kleinere Fragmente und zerbrochene Feldspat-Rhomben. Der rotbraune Rhombenporphyr dürfte durch die grauviolette Lava mitgerissen worden sein (Lavastrombrekzie). Unscharfe Konturen (randliche Aufschmelzung) im Fragment links der Bildmitte weisen auf eine beginnende Assimilation durch das graue Magma hin.
Abb. 29: Die Mandeln im Fragment oberhalb der Bildmitte wurden durch fließende Bewegung im schmelzflüssigen Zustand verformt.
4. Rhombenporphyr-Konglomerat
Zwischen einzelnen Rhombenporphyr-Lagen kam es während längerer Zeiten vulkanischer Inaktivität zur Umlagerung von Vulkanit-Klasten und Ablagerung von Konglomeraten (Rhombenporphyr-Konglomerat). Sie weisen eine sandige Matrix auf und enthalten rundliche Rhombenporphyr-Lithoklasten (optional Quarzporphyr- und Basalt-Lithoklasten, vgl. Krogskogen-Konglomerat auf skan-kristallin.de). Als Geschiebe sind diese klastischen Sedimentgesteine ziemlich selten zu finden und dürfen nicht mit jenen in älterer Literatur mitunter als „Rhombenporphyr-Konglomerat“ bezeichneten Lapillisteinen und Lapillituffen verwechselt werden.
Abb. 30: Rhombenporphyr-Konglomerat, Geschiebe von Hirtshals, ex coll. H. Arildskov, Breite 13 cm.
5. Rektangel-Porphyr
Die Vulkanite der Lagen RP13 und RP14 enthalten nahezu rechteckige Feldspat-Einsprenglinge. Diese Rektangel-Porphyre sind im Vergleich zu den Rhombenporphyren als Geschiebe bedeutend seltener zu finden. Ihre Grundmasse ist feinkörnig bis dicht und von grauer bis dunkelgrauer, gelblichgrauer oder gelblichgrüner Farbe. Die grauen, blass gelblichen oder grünlichen Feldspäte erreichen eine Größe von mind. 1 cm bis max. 5 cm. Das Verhältnis der Kanten beträgt oft 2:1 – 4:1, auch nahezu quadratische Feldspat-Einsprenglinge kommen vor. Gelegentlich lässt sich eine Zonierung der Einsprenglinge (dunklere Kerne, heller Rand) beobachten. Unter den Rektangel-Porphyren wird eine Reihe von Varianten unterschieden (Svarten-Typ, Pipenhus-Typ, Øyangen-Typ etc.).
Eine Verwechslungsmöglichkeit besteht offenbar mit Diabasen, zumindest wurden in der Vergangenheit immer wieder basaltische oder doleritische Gesteine mit rechteckigen Plagioklas-Einsprenglingen als „Rektangel-Porphyr“ bestimmt. Diese Diabase oder Dolerite weisen aber oft eine körnige Grundmasse auf, auch mit ophitischem Gefüge (kleine Plagioklasleisten in der Grundmasse). Bruchflächen der größeren Plagioklase zeigen in der Regel die typische polysynthetische Verzwilligung und weisen keine Zonierung auf. Gibt es am Fundort keine Rhombenporphyre, ist auch mit Funden von Rektangel-Porphyren nicht zu rechnen.
Abb. 31: Rektangel-Porphyr (Svarten-Typ, RP13c), Storflåta Flaka (NOR), ex coll. H. Arildskov.Abb. 32: Rektangel-Porphyr, Svarten-Typ, ex coll. H. Arildskov, vermutlich ein Nahgeschiebe aus Südnorwegen.Abb. 33: Rektangel-Porphyr, Anstehendprobe nördlich von Sörkedal (NOR), A.P. Meyer leg.Abb. 34: Rektangel-Porphyr, Ågårdsli-Typ?, Slagentangen (NOR), Breite 22 cm, Slg. T. Brückner.Abb. 35: Rektangel-Porphyr, Slagentangen (NOR), Breite 18 cm, Slg. T. Brückner.Abb. 36: Rektangel-Porphyr, Han-Klint, Limfjord (DK), Slg. D. Lüttich.Abb. 37: Rektangel-Porphyr, Øyangen-Typ, Steinvik/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.Abb. 38: Rektangel-Porphyr, Nahgeschiebe von Tofte (NOR), Slg. F. Wilcke (Wittstock), Aufnahme unter Wasser.
Rechteckige Feldspäte treten auch in anderen RP-Lagen auf. Abb. 39 ist ein Nahgeschiebe von Tofte (NOR) mit zonierten Einsprenglingen (grüner Kern, orangefarbener Rand).
Abb. 39: Rektangel-Porphyr (RP7?) Nahgeschiebe von Tofte (NOR), Slg. F. Wilcke (Wittstock).
Abb. 40
Abb. 41
Abb. 40/41: Rektangel-Porphyr, Nahgeschiebe von Tofte (NOR), Slg. F. Wilcke (Wittstock).
Der Rektangel-Porphyr vom Pipenhus-Typ (RP13) enthält sehr schlanke Feldspat-Leisten, sieht im Grunde also wie ein plagioklas-porphyrischer Basalt aus und ist von diesem nur schwer unterscheidbar. Hinweise sind eine braune oder violette Farbe der Grundmasse. Diese erscheint feinkörnig und enthält keine kleinen Feldspatleisten (kein doleritisches Gefüge).
Abb. 42: Rektangel-Porphyr, Pipenhus-Typ, Breite 14 cm. Vigsö-Bucht (Dänemark), Slg. E. Figaj.
6. Gang-Rhombenporphyre aus Bohuslän
Abb. 43-46 zeigt Anstehendproben intrusiver Rhombenporphyre aus dem Gangsystem in Bohuslän in West-Schweden. Für eine ausführliche Darstellung s. kristallin.de. Die Außenseite des Ganges besteht aus einem basischen Rhombenporphyr (Abb. 43-44), im Inneren aus einem grünlichgrauen Rhombenporphyr mit syenitischen Gesteinseinschlüssen (Abb. 45-46).
Abb. 43: Basischer intrusiver Rhombenporphyr von Kungshamn (Bohuslän/Schweden). Das Gestein ähnelt durch die graue Grundmasse und hellen, bis 1 cm großen Feldspat-Einsprenglingen einem Dolerit. Rhombenförmige Anschnitte sind nur vereinzelt erkennbar. Polierte Schnittfläche, leg. T. Brückner.Abb. 44: Nahaufnahme des Gefüges.Abb. 45: Gang-Rhombenporphyr mit körniger Grundmasse und wenigen grauen, überwiegend aber rhombenförmigen Feldspat-Einsprenglingen. Neben dunklen und hellen Mandeln sind Einschlüsse eines hellroten syenitischen Gesteins erkennbar. Polierte Schnittfläche einer Anstehendprobe von Kungshamn (Bohuslän/Schweden).Abb. 46: NahaufnahmeAbb. 47: Intrusiver Rhombenporphyr, loser Stein von Rösso in Bohuslän (SW-Schweden), direkt oberhalb vom anstehenden Rhombenporphyr-Gang. Breite 20 cm, Slg. T. Brückner.Abb. 48: Das Gestein enthält bis 5 cm lange und graue Feldspat-Rhomben, die Grundmasse erscheint doleritisch.Abb. 49: Übergangsgefüge von Rhombenporphyr und Tönsbergit (?), Geschiebe vom Limfjord (DK), Breite 12 cm, ex coll. H. Arildskov.
7. Stratigraphie der Rhombenporphyre
Um eine stratigraphische Vergleichbarkeit im Anstehenden zu ermöglichen, unterscheidet OFTEDAHL 1967 zunächst 26 einzelne Rhombenporphyr-Lagen hinsichtlich Größe, Form und Packung der Feldspat-Einsprenglinge. Hinzu kommen weitere Unter- sowie regionale Typen. Selbst im Gelände kann die genaue Zuordnung Schwierigkeiten bereiten, man sieht sich bei diesen Vulkaniten (und Vulkaniten allgemein) mit einer hohen Variabilität hinsichtlich ihrer Ausbildung konfrontiert. Selbst innerhalb einer einzelnen RP-Lage können auf engstem Raum ganz unterschiedliche Gefüge auftreten.
Die Zuordnung von Geschiebefunden zu bestimmten RP-Lagen ist daher nur sehr eingeschränkt möglich, zumal auffällige Rhombenporphyr-Varianten nicht an eine bestimmte vulkanostratigraphische Position gebunden sein müssen. Vielmehr können in verschiedenen Phasen des Vulkanismus Porphyre mit ganz ähnlichen Merkmalen entstanden sein, vor allem oberhalb der Lage RP15 (JENSCH 2013a: 60). In diesem Fall führt selbst der Vergleich mit Anstehendproben zu Irrtümern (MEYER AP 1969). Des Weiteren können Vorkommen von Rhombenporphyr-Varianten durch frühere Vereisungen bereits vollständig abgetragen sein. Zuletzt ist die Fortsetzung der Vorkommen von Oslo-Gesteine in südlicher Richtung unter Wasser zu berücksichtigen. Von dort könnten weitere, im Anstehenden unbekannte Varianten stammen.
Anstehendproben der einzelnen RP-Lagen sind auf vendsysselstenklub.dk abgebildet. Bei der Bestimmung von Geschieben empfiehlt sich Zurückhaltung, allenfalls sollte man sich mit der Zuordnung zu übergeordneten Gefügetypen begnügen, z. B. Kolsås-Typ, ein einsprenglingsreicher Typ mit vielen, annähernd durch magmatische Lamination annähernd parallel angeordneten Rhomben (RP1, z. B. Abb. 2, 56; der Typ kommt auch in den Lagen RP17, 23, 24, 26 vor); weiterhin Rektangel-Porphyr, evtl. Langtangen-Typ (RP14a).
8. Verbreitung der Rhombenporphyr-Geschiebe
Ausgehend vom Oslograben wurden Rhombenporphyr-Geschiebe zu verschiedenen Zeiten von Eisströmen über Dänemark und NW-Deutschland nach Süden transportiert (Abb. 51). In westlicher Richtung finden sich Rhombenporphyr-Geschiebe in Schottland und England (EHLERS 1988, K-D MEYER 1993, 2010), in südwestlicher Richtung in den Niederlanden (HUISMAN 1971). Auch aus Schweden liegt eine Fundmeldung vor (HILLEFORS 1968). Eine Kuriosität sind zwei identische Funde von Rhombenporphyr-Geschieben (sowie ein Drammen-Rapakiwi) von der Insel Leka, weit nördlich vom Oslograben (Mitteilung A. Bräu, Abb. 50). Der Transportmechanismus (Eisschollendrift, anthropogene Verschleppung?) ist bislang ungeklärt.
Abb. 50: Verbreitungsgebiet der Rhombenporphyr-Geschiebe. 1 – Gesteine des Oslograbens, Fortsetzung des Vorkommens unter Wasser; 2 – Geschiebefächer Rhombenporphyr (Hauptverbreitungsgebiet); 3 – östliche Verbreitungsgrenze; 4 – Maximalausdehnung der nordischen Inlandvereisungen. Karte nach SCHULZ 1973.Abb. 51: Rhombenporphyr, Geschiebefund von der Insel Leka (mittleres Norwegen), etwa 500 km nördlich von Oslo. Probe und Foto: A. Bräu.
In Deutschland sind Rhombenporphyr-Geschiebe von N- und NW- Deutschland bis nach Sachsen weit verbreitet. Vereinzelte Fundberichte liegen aus Polen und Tschechien vor (vgl. Literaturhinweise in SCHNEIDER & TORBOHM 2020). Außerhalb des allgemeinen Verbreitungsgebietes, östlich der Linie Mecklenburg-Brandenburg-Sachsen, treten sie als Einzelfund auf. Die östliche Verbreitungsgrenze wird in SCHULZ 1973, 2003 und 2012 diskutiert (s. a. Abb. 51).
9. Funde aus Berlin und Brandenburg
Aus Berlin und Brandenburg wurden in jahrelanger Sammeltätigkeit bislang 82 Rhombenporphyr-Geschiebe zusammengetragen (Stand: 01/2021; Dokumentation in SCHNEIDER & TORBOHM 2020). Die Funde belegen einen weit nach Osten reichenden Transport dieser Gesteine in ein Gebiet, das überwiegend durch baltische und ostschwedische Geschiebegemeinschaften geprägt ist. Abb. 52 zeigt alle Fundpunkte. Eine hohe Fundanzahl an einigen Lokalitäten spricht nicht unbedingt für ein gehäuftes Auftreten, sie könnte auch auf eine entsprechend aktive Sammeltätigkeit zurückzuführen sein. Der Erhaltungszustand der Rhombenporphyr-Geschiebe ist im Allgemeinen dürftig: die Grundmassen sind ausgebleicht, die Gesteine stark verwittert, manchmal regelrecht durchgewittert.
Abb. 52: Fundpunkte von Rhombenporphyr-Geschieben in Brandenburg; Grafik verändert nach Benutzer Grabenstedt 2007, Quelle: wikipedia.de, Lizenz: CC BY-SA 3.0. Daten aus STACKEBRANDT & MANHENKE 2002.
Die Rhombenporphyr-Geschiebe stammen überwiegend von Lokalitäten mit oberflächennah aufgeschlossenen Ablagerungen der Weichsel-Vereisung. Viele Kiesgruben liegen aus bergbaulichen Erwägungen am Rande von Hochflächen oder Urstromtälern. Lediglich 11 der insgesamt 82 Funde (14%) lassen sich unmittelbar mit saalekaltzeitlichen (oder älteren) Ablagerungen in Zusammenhang bringen. Allerdings bieten diese im südlichen Brandenburg gelegenen Altmoränenhochflächen nur wenige Aufschlüsse.
Die dokumentierten Funde sind ausschließlich Einzelfunde von Überkornhalden in. Diese grobe, aus sandigen bis kiesigen Horizonten abgetrennte Gesteinsfraktion kann umgelagertes Material aus älteren Glazial-Ablagerungen enthalten. Statistische Daten zur glaziostratigraphischen Verbreitung von Rhombenporphyr-Geschieben in weichsel- und saalezeitlichen Ablagerungen in brandenburgischen Glazialablagerungen ließen sich daher nicht erheben und wären nur durch Zählungen aus Tillablagerungen zu leisten. Entsprechende Funde dürften hier jedoch auch bei ausdauernder Suche nur sehr selten gelingen.
Bemerkenswert ist die hohe Fundanzahl in unmittelbarer Nähe der nordöstlichen Verbreitungsgrenze der Rhombenporphyr-Geschiebe am Nordrand des Oderbruchs (s. SCHULZ 1973). Aus der Grube Hohensaaten (Lokalität 3 in Abb. 52) stammen 9, aus mittlerweile stillgelegten Gruben der unmittelbaren Umgebung zwei weitere Funde.
Der Geschiebesammler W. Bennhold trug im Laufe mehrerer Jahrzehnte mindestens 53 Rhombenporphyr-Geschiebe zusammen. Sie stammen überwiegend aus dem kompliziert gebauten Stauchmoränenkomplex der Rauener Berge im Bereich des Frankfurter Stadiums der Weichsel-Vereisung. Nach ZWENGER 1991 ist der genaue Herkunftshorizont zwar nicht präzisierbar, jedoch dürften die RP-Geschiebe überwiegend saalezeitlichen Bildungen entstammen, weil die weichselkaltzeitlichen Ablagerungen hier nur geringmächtig ausgebildet sind. Bennholds Funde werden in der Geschiebesammlung im Museum Fürstenwalde aufbewahrt (Abb. 58).
Als Ursache für Fundhäufungen von Rhombenporphyren außerhalb ihres Hauptverbreitungsgebietes nennt SCHULZ 1973 einen wechselnden Einfluss des norwegischen Gletscherstroms. Rhombenporphyre wurden während des Drenthe-Stadiums der Saale-Vereisung und während des Brandenburgischen Stadiums der Weichsel-Vereisung weit nach Osten transportiert. Auch EIßMANN 1967 (in EHLERS 2011: 47) nimmt an, dass ein norwegisch-westschwedischer Eisstrom, dessen östlichste Ausdehnung etwa bis in den Raum Bornholm reichte, zu verschiedenen Zeiten durch einen nordschwedisch-finnischen Eisstrom abgelenkt wurde. Rhombenporphyr-Geschiebe von relativ weit östlich gelegenen Fundlokalitäten dürften daher eher nicht aus aufgearbeiteten Ablagerungen der Elster-Vereisung stammen. Dafür spricht auch die weit westlich der Maximalausdehnung elsterzeitlicher Sedimente, etwa im Raum Grimma gelegene Verbreitungsgrenze der Rhombenporphyre in Sachsen (SCHULZ 1973).
Geschiebefunde anderer Gesteine aus dem Oslo-Graben scheinen trotz intensiver Suche in Brandenburg nur sehr spärlich vorzukommen. MEYER AP 1964 berichtet von Fundhäufungen in der Kiesgrube am Stener Berg (Berlin). Aus der Kiesgrube Fresdorfer Heide bei Potsdam stammen zwei, aus der Kiesgrube Niederlehme ein Larvikit-Geschiebe. Ein weiterer Fund durch W. Bennhold aus den Rauener Bergen wird im Museum Fürstenwalde aufbewahrt. Herr D. Schmälzle (†) (Berlin) berichtet von einem Larvikit-Geschiebe aus dem nördlichen Brandenburg (mündl. Mitteilung). Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang vereinzelte Funde südwestschwedischer Leitgeschiebe wie Schonengranulit und „Flammenpegmatit“ (Slg. Torbohm: 7 Funde), die bisher offenbar nur wenig Beachtung fanden und ebenfalls durch einen norwegisch-westschwedischen Eisstrom nach Brandenburg gelangt sein dürften.
Abb. 53: Bisher größter Rhombenporphyr-Fund aus Brandenburg (20 x 15 x 10 cm); gut erhaltenes Exemplar mit dunkelgrauer Grundmasse und silbrig glänzenden, transparenten Feldspäten; Kiesgrube Niederlehme bei Berlin; Slg. M. Torbohm.
Abb. 54: gleicher Stein, polierte Schnittfläche
Abb. 55: Nahaufnahme
Abb. 56: Rhombenporphyr mit eingeregelten Feldspäten (Kolsås-Typ), Kiesgrube Niederlehme.Abb. 57: Rhombenporphyr mit gelblichen bis orangefarbenen Feldspäten, Aufnahme unter Wasser (Kiesgrube Niederlehme).Abb. 58: Eigens gedrucktes „Festkärtchen“ zum 50. Rhombenporphyr-Fund aus der Umgebung von Fürstenwalde (Sammlung Bennhold, Museum Fürstenwalde).Abb. 59: Blasige Rhombenporphyr-Lava, einsprenglingsarmer Typ. Kiesgrube Teschendorf, leg. St. Schneider.Abb. 60: Rhombenporphyr-Lapillistein, polierte Schnittfläche. Kiesgrube Falkenthal, Löwenberger Land.Abb. 61: Rhombenporphyr aus roten und braunen, fest miteinander verbundenen Vulkanit-Fragmenten (Lavastrombrekzie). Die Bezeichnung „Agglomeratlava“ ist nach aktueller Nomenklatur Pyroklastiten vorbehalten, die zu mind. 75% aus Bomben (Vulkanoklasten über 63 mm) bestehen. Fundort: Hohensaaten an der Oder, Slg. St. Schneider.Abb. 62: Rhombenporphyr-Geschiebe aus SE-Brandenburg (Papproth, Tagebau Welzow-Süd, Niederlausitz).Abb. 63: Fund aus dem Berliner Stadtgebiet; Kiesgrube Spandau, leg. A.P. Meyer, Aufnahme unter Wasser.Abb. 64: rotgrauer Rhombenporphyr, Kiesgrube Hartmannsdorf bei Berlin.Abb. 65: graubrauner, deutlich magnetischer Rhombenporphyr mit dunkelgrauen Feldspäten, umgeben von gelben Säumen (Langtangen-Typ, RP14a); polierte Schnittfläche, Kiesgrube Teschendorf bei Oranienburg.Abb. 66: Rhombenporphyr mit körniger Grundmasse. Kiesgrube Oderberg-Bralitz; Slg. St. Schneider.Abb. 67: Intrusiver Typ mit körniger Grundmasse. Kiesgrube Hoppegarten bei Müncheberg.Abb. 68: Der helle Rhombenporphyr enthält sekundär mit klarem Quarz gefüllte ehemalige Blasenhohlräume. Kiesgrube Borgsdorf/Velten bei Oranienburg, leg. St. Schneider.
Der letzte Fund ist ein großes Rhombenporphyr-Geschiebe aus der Kiesgrube Teschendorf bei Oranienburg.
Abb. 69: Rhombenporphyr, Kiesgrube Teschendorf, Breite 16 cm.
Abb. 70: polierte Schnittfläche
Abb. 71: Nahaufnahme
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