Abb. 1: Steilküste auf Jasmund; Ablagerungen der Oberkreide (weiß) mit eingeschaltetem Geschiebemergel (grau).
Das bevorzugte Ziel für den geologisch interessierten Besucher von Rügen ist die beeindruckende Steilküste auf dem Inselteil Jasmund. Hier sind die als „Rügener Schreibkreide“ bezeichneten Sedimente sowie pleistozäne Ablagerungen aufgeschlossen. Nach einer kurzen Übersicht zu Rügens Geologie werden in dieser Artikelreihe Funde kristalliner Geschiebe von mehreren Stränden der Insel vorgestellt.
Die Rügener Schreibkreide ist ein krümeliger und wenig verfestigter Kalkstein, der von zahlreichen Feuersteinbändern durchzogen wird. Sie entstand in einem Zeitabschnitt der Oberkreide, im Maastricht, vor etwa 72-66 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit bedeckte ein Flachmeer praktisch ganz Mitteleuropa. Nur einige Inseln ragten aus diesem Kreidemeer hervor, die Alpen gab es noch nicht. Ein tropisches Klima, aber eine recht kühle Wassertemperatur begünstigte das Wachstum kleinster, planktonisch lebender Meerestiere, aus denen die Schreibkreide zusammengesetzt ist. Im Wesentlichen sind dies die als Coccolithen bezeichneten Kalkplättchen von Algen der Ordnung Coccolithophorida, neben weiteren Kleinfossilien. Die Sedimentation erfolgte erstaunlich langsam, etwa 35 mm in 1.000 Jahren (REICH 1998). In der Schreibkreide finden sich auch zahlreiche Makrofossilien: Seeigel, Schwämme, Belemniten, Korallen, Muscheln, Bryozoen, Schnecken, Seesterne, Ammoniten und weitere (vgl. SCHULZ 2003: 347-351, REICH et al 2018).
Innerhalb der hellen Schreibkreide treten Lagen von dunkelgrauen Feuersteinen auf. Sie entstanden nach der Ablagerung der Kreideschichten während der Diagenese und bilden Konkretionen – massige Gesteine von rundlicher, knolliger, teils auch bizarrer Gestalt. Die Feuersteine sind der „Prototyp“ des nordischen Geschiebes, weil sie in glazialen Ablagerungen praktisch allgegenwärtig auftreten. Ihre südlichste Verbreitungsgrenze, die sog. „Feuersteinlinie“ kennzeichnet die Maximalausdehnung der nordischen Inlandvereisungen.
Abb. 2: Feuersteinlagen innerhalb der Rügener Schreibkreide, Steilküste nördlich von Sassnitz. Die Lagen sind annähernd gleich mächtig und regelhaft rhythmisch angeordnet. Abb. 3: Feuersteinlagen, Bildhöhe etwa 3 Meter.Abb. 4: Frisch ausgebrochene Feuersteine besitzen einen splittrigen Bruch und eine weiße Rinde. Mit der Zeit werden sie abgerollt, auf Grund ihrer Härte und Zähigkeit nur durch gegenseitige Bewegung im Brandungssaum. Bildbreite ca. 50 cm.
Vor den nordischen Inlandvereisungen bildeten die Schichten der Oberkreide ein mehr oder weniger ebenes und bis 400 m mächtiges Sedimentpaket. Diese Schichten sind auch heute im Untergrund noch großflächig verbreitet und durch jüngere Schichten verdeckt. Durch tektonische Vorgänge, wahrscheinlich Störungen des Untergrundes während der alpidischen Gebirgsbildung, kam es im Tertiär zu Hebungen. Durch leichte Verkippung bildeten sich Kreide-Horste. Einst verband ein etwa 100 km breites, in Ost-West-Richtung sich erstreckendes Kreidemassiv die Vorkommen von Rügen und Møn.
Die erosive Kraft des Inlandeises führte zu einer Abtragung der oberen 100 m dieses Massivs und zur Bildung kleiner und größerer Schollen, die in der Folge teils dachziegelartig verkippt oder sogar verfaltet wurden. Dabei konnten auch größere zusammenhängende Pakete der lockeren Kreidesedimente bewegt werden, weil der Untergrund gefroren war. Durch diese glazitektonischen Vorgänge gelangten die Kreidesedimente in ihre heutige Position und bilden ein komplexes Nebeneinander mit Geschiebemergeln und anderen glazialen Ablagerungen. Erst der Geschiebemergel des letzten weichselzeitlichen Eisvorstoßes liegt über den verschuppten kreidezeitlichen und glazialen Sedimenten, was auf eine zeitliche Einordnung der Glazitektonik in die Zeit bis zum Pommerschen Stadium der Weichselvereisung vor etwa 22.000 – 20.000 Jahren deutet.
Die Verkippung und Faltung der aufragenden Schollen lässt sich an den Feuersteinbändern stellenweise gut nachvollziehen (Abb. 5). Größere Kreideschollen sind vor allem im Nordteil der Insel auf Jasmund sowie an der NE-Spitze von Wittow aufgeschlossen. Kleinere Kreideschollen und -schlieren finden sich z. B. auch an der Steilküste von Dwasieden (Abb. 6).
Abb. 5: Gebogene Feuersteinlagen (Glazitektonik). Ursprünglich horizontal abgelagerte Kreide mit den typischen Feuersteinbändern. Durch die Kraft der Gletscher in der letzten Eiszeit kam es zur Aufschiebung, Verkippung und Stauchung der Kreide.Abb. 6: Geschiebemergel mit Kreideschlieren, Dwasieden.
Im letzten Stadium der Eisvorstöße, im späten Weichselglazial, wirkten die Inselkerne von Jasmund und Arkona als Hindernis. Der Gletscher teilte sich hier in zwei Eisströme. Ein südlich verlaufender sog. Oder-Eisstrom modellierte die hügelige Landschaft Ostrügens. Durch Stillstand und Abschmelzen des Eises entstanden die Endmoränen der sog. Mittelrügenschen Stillstandslage. Ihre heutige Gestalt nahm die Insel lange nach dem Rückzug des Eises an. Rügen war nach dem Abschmelzen des Eises zunächst Festland. Vor etwa 7.800 Jahren, zu Zeiten der Litorina-Transgression, wurde das Gebiet überflutet, nur die Inselkerne Jasmund, Wittow und Mönchgut lagen über dem Meeresspiegel. Durch Brandung entstanden an ihren Außenseiten Steilufer. Abgetragener Sand wurde durch Küstenströmungen in Gestalt von Nehrungen wieder ablagert und verbindet seitdem die Inselkerne miteinander. Im Naturschutzgebiet „Schmale Heide“ (Feuersteinfelder von Mukran) finden sich 14 Strandwälle aus Feuersteinen, die vor etwa 4.000 Jahren während mehrerer Sturmfluten aufgeschüttet wurden (Abb. 7).
Abb. 7: Feuersteinfelder von Mukran. Die wallartigen Akkumulationen von Feuersteinen sind Ablagerungen historischer Sturmfluten vor etwa 4.000 Jahren.
Rügens Steilküsten sind von einem beachtlichen Fortschreiten der Erosion betroffen, die Küstenlinie wird jährlich um durchschnittlich 30 cm zurückverlegt. Vor allem nach der Schneeschmelze und starken Regenfällen ereignen sich größere Abbrüche, Geschiebemergel und Schmelzwassersande zwischen die Kreidefelsen wirken dabei als Sollbruchstellen.
Abb. 8: Frischer Abbruch nördlich von Sassnitz (Mai 2012).Abb. 9: Bedrohlich hängen metergroße Geschiebe in der Steilwand bei Sassnitz.
Auf Rügen gibt es eine Vielzahl interessanter geologischer Lokalitäten, die im Text genannten sind auf der Karte Abb. 10 markiert.
Abb. 10: Übersichtskarte Rügen mit besuchten Lokalitäten: Nordufer Wittow und Kap Arkona (1), Dwasieden (2), Kreideküste nördlich Sassnitz (3), Klein Zicker (4), Groß Zicker (5), Dargast (6), Kreidemuseum Gummanz (7), Feuersteinfelder Mukran (8). Karte aus wikipedia.org, Urheber: devil m25, CC BY-SA 2.0 de.
Auf Jasmund wurde die Rügener Schreibkreide zur Gewinnung von Schlämmkreide früher in zahlreichen Steinbrüchen abgebaut. Ein aktiver Tagebau liegt bei Promoisel, ein aufgelassener Bruch bei Dargast.
Abb. 11: Aufgelassener Tagebau bei Dargast.
Das Kreidemuseum in Gummanz (www.kreidemuseum.de) informiert mit einer bergbautechnischen Sammlung und einem Freilichtbereich über die Historie des Kreideabbaus und die Verwendung der Rügener Schreibkreide, ein geologisch-paläontologischer Sammlungsteil über die Entstehung der Insel Rügen. Auch eine hervorragende Ausstellung mit Kreidefossilien kann besichtigt werden.
Abb. 12: Kreidemuseum GummanzAbb. 13: Ehemaliger Tagebau am Freilichtmuseum Gummanz.
Auf Rügen gibt es auch mehrere große Geschiebe, z. B. der Schwanenstein bei Lohme. Auf den Siebenschneiderstein (Karlshamn-Granit) wird im Abschnitt Kap Arkona eingegangen. Der größte Findling Norddeutschlands ist der Buskam östlich von Göhren.
Abb. 14: Schwanenstein bei Lohme.
2. Geschiebesammeln auf Rügen
Abb. 15: Steilküste nördlich von Sassnitz.
Die Geröllstrände auf Rügen bieten dem Geschiebesammler gute Fundmöglichkeiten. Auf ein übermäßiges „Abräumen“ der Strände sollte man allerdings verzichten und Steine mit Bedacht entnehmen, damit auch zukünftige Besucher noch die ganze Bandbreite an nordischen Geschieben vorfinden können. Vielleicht vermag eine gute fotografische Dokumentation den „Sammeltrieb“ ebenfalls zu befriedigen. Die meisten der hier gezeigten Gesteine liegen noch vor Ort. Das Hauptaugenmerk gilt den kristallinen Geschieben, die in drei Abschnitten vorgestellt werden:
Die kristalline Geschiebegemeinschaft auf Rügen ist stark von den Gesteinen des Transskandinavischen Magmatitgürtels (TIB) geprägt, darunter die variationsreichen und oft bunten Småland-Granitoide und Småland-Porphyre. Allgemein häufig ist auch der Braune Ostsee-Quarzporphyr, der Rote Ostsee-Quarzporphyr tritt nur ganz vereinzelt auf. Rapakiwi-Gesteine von Åland sind in mäßiger Häufigkeit anzutreffen. Aus Dalarna finden sich nur wenige Kristallingesteine. Granite von Bornholm sind seltener, als es die Nähe zum Anstehenden und die Zugrichtung der Gletscher während der letzten Vereisung erwarten lässt.
Oslogesteine (z. B. Rhombenporphyre) oder SW-schwedisches Material fehlen vollständig, Rügen liegt jenseits ihrer Verbreitungsgrenzen. In diesem Zusammenhang sind Funde von dunklen und quarzfreien Porphyren mit rhombenförmigen Feldspat-Einsprenglingen interessant, die dem Rhombenporphyr ähneln, aber kaum aus dem Oslograben stammen dürften (Abb. 2-4). Ein weiterer Fund eines ganz ähnlichen Porphyrs wird im Abschnitt „Dwasieden“ (Abb. 13) gezeigt und diskutiert.
Abb. 16: Rhombenführender Porphyr, Sassnitz.Abb. 17: RückseiteAbb. 18: Nahaufnahme der nassen Oberfläche.Abb. 19: Nahaufnahme einiger rhombenförmiger Feldspäte; rechts der Bildmitte ein Pyritkorn.
2.1. Sassnitz
Nördlich vom Hafen in Sassnitz wurden große Steine als Uferschutz abgelagert, neben zahlreichen Großgeschieben auch Lausitzer Granodiorit aus der Westlausitz als Fremdmaterial. Der Plutonit entstand im Zuge der Cadomischen Gebirgsbildung vor etwa 650-550 Millionen Jahren.
Abb. 20: Dunkler Xenolith in einem grauen Xenolith im Lausitzer Granodiorit. Uferbefestigung nördlich vom Hafen Sassnitz. Bildbreite 35 cm.
Etwas weiter nördlich beginnt die Steilküste von Jasmund. Aufragende Schollen von Schreibkreide wechseln sich mit Geschiebemergel und Schmelzwassersanden ab (Abb. 1). Bänder aus Feuerstein sind geradezu regelhaft in die Kreidesedimente eingeschaltet (Abb. 2). An einigen Stellen kann man auch eine Faltung dieser Bänder durch Tektonik oder Eistektonik beobachten (Abb. 5). Beim Aufenthalt am Fuße der Steilküste sollte stets die Gefahr von Steinschlag berücksichtigt werden. Besonders nach starkem Regen, während der Schneeschmelze und bei Sturm ist äußerste Vorsicht geboten.
Der vorgelagerte Geröllstrand besteht größtenteils aus schwarzen Feuersteinen. Jedes einzelne der wenigen eingestreuten Kristallingeschiebe lässt sich dadurch genauer in Augenschein nehmen. An Strandabschnitten mit aufgearbeiteten glazialen Ablagerungen treten diese auch zahlreicher in Erscheinung.
Abb. 21: Geröllstrand bei Sassnitz, Bildbreite 90 cm.Abb. 22: Brauner Ostsee-Quarzporphyr mit einem helleren Quarzporphyr als Xenolith. Aufnahme unter Wasser.Abb. 23: Nahaufnahme der nassen Oberfläche.Abb. 24: Porphyrischer Rapakiwi (Kökar-Rapakiwi?), Breite 11,5 cm.Abb. 25: Vollroter Granophyr mit hellem, teils bläulichem Quarz, Breite 12 cm.Abb. 26: Nahaufnahme.
Solche vollroten Granophyre (granitische Gesteine, die fast vollständig aus graphischen Verwachsungen von Feldspat und Quarz bestehen) sind z. B. aus dem Nordingrå-Pluton in Nordschweden, aber auch aus anderen Rapakiwi-Vorkommen bekannt. Mangels charakteristischer Merkmale lässt sich der Gesteinstyp nicht auf ein bestimmtes Vorkommen zurückführen.
Abb. 27: Roter Rapakiwi (Rödö-Rapakiwi), Breite 17 cm.Abb. 28: Das Gestein enthält weißen Calcit, sein Erscheinungsbild stimmt mit den Wiborgiten von Rödö überein (große, klare und magmatisch kaum korrodierte Quarze; gelber Plagioklas), wenn auch nur ein einzelnes größeres, von gelbem Plagioklas umsäumtes Kalifeldspat-Ovoid enthalten ist.Abb. 29: NahaufnahmeAbb. 30: Mischgestein aus einem Rapakiwi-Vorkommen. Die roten Bereiche bestehen aus graphischen Verwachsungen aus Quarz und Feldspat. Quarz bildet auch einzelne größere und rundliche Aggregate. Breite 13 cm.Abb. 31: Nahaufnahme des Gefüges.Abb. 32: Verhältnismäßig großes Geschiebe eines Bottenseeporphyrs, Typ Andeskeri, Breite 11,5 cm.Abb. 33: Gleicher Stein, Aufnahme unter Wasser. Lagige oder schlierige Wechsel in der Färbung der Grundmasse sind in diesem Porphyrtyp häufig zu beobachten.Abb. 34: Nahaufnahme der nassen Oberfläche.Abb. 35: Polierte Schnittfläche.Abb. 36: Nahaufnahme des Gefüges. Die dunkelgrauen Quarze weisen deutliche Spuren einer magmatischen Korrosion auf (radiale Einbuchtungen durch Anschmelzung; aufgefüllt mit Grundmasse).
Häufigster Geschiebetyp in Sassnitz sind die bunten Granitoide des Transskandinavischen Magmatitgürtels (TIB). Dazu gehören die mittelkörnigen Alkalifeldspatgranite vom Växjö-Typ mit blauem oder farblosem Quarz und braunem oder rotem Alkalifeldspat; weiterhin porphyrische Granite mit der typischen Dreifarbigkeit (blauer Quarz, brauner oder roter Alkalifeldspat sowie weißer, grüner, gelber oder orangefarbener Plagioklas). Die Anzahl der Leitgeschiebe unter den TIB-Graniten ist klein, da an verschiedenen Lokalitäten im Anstehenden Gesteine mit dem gleichen Gefüge auftreten.
Abb. 37: Mittelkörniger TIB-Granit (Flivik-Granit) aus Ost-Småland, Aufnahme unter Wasser.Abb. 38: In der Nahaufnahme sind größere Mengen an gelblichem Titanit sichtbar.
Aus Nordost-Småland und dem südlichen Östergötland dürften die folgenden Granite mit porphyrischem Gefüge stammen. Gemeinsam ist ihnen ein Anteil von gelbem bis orangerotem Plagioklas und viel Titanit.
Abb. 39: NE-Småland-Granit (ähnlich Kinda-Granit), Breite 14 cm.Abb. 40: NE-Småland-Granit (ähnlich Kinda-Granit), Breite 14 cm.Abb. 41: NahaufnahmeAbb. 42: Porphyrischer Granit mit Gefügewechsel, Breite 16 cm.Abb. 43: Ein weiterer Gefügewechsel in einem porphyrischen Granit (grüner sowie wahrscheinlich durch Metasomatose umgewandelter gelber Plagioklas). Breite 14 cm.
Die nächsten Bilder (Abb. 44-51) sind eine Zusammenstellung einiger der überaus zahlreichen gleich- und mittelkörnigen Småland-Granite vom Växjö-Typ.
Abb. 44: Gleichkörniger Alkalifeldspat-Granit (Växjö-Typ), Breite 28 cm.Abb. 45: Gleichkörniger Småland-Granit, Breite 11 cm.Abb. 46: Gleichkörniger Småland-Granit mit etwas Plagioklas (gelb); Breite 14 cm.Abb. 47: Gleichkörniger Småland-Monzogranit mit basischen Xenolithen, Breite 42 cmAbb. 48: Nahaufnahme. Der Xenolith wurde hydrothermal alteriert und zeigt einen Saum aus hellgrünem Epidot.Abb. 49: Gleichkörniger roter Alkalifeldspat-Granit (Växjö-Typ), Breite 13,5 cm.Abb. 50: Bunter Växjö-Granit, kommt in N-Småland verbreitet vor und besitzt eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Siljan-Granit aus Dalarna. Breite 10,5 cm.Abb. 51: Quarzreicher mittelkörniger Granit vom Växjö-Typ, Breite 11 cm.Abb. 52: Porphyrischer roter Småland-Alkalifeldspatgranit, Breite 18 cm.Abb. 53: Braune und aplitähnliche Partie mit einer mittelkörnigen Übergangszone in einem grobkörnigen Monzogranit bis Quarzmonzonit (rechts und ganz links). Breite 45 cm.Abb. 54: NahaufnahmeAbb. 55: Granit mit zuckerkörnigem Quarz (TIB-Granit, Älö-Granit?). Breite 13 cm.Abb. 56: Quarzreicher Granitoid mit wenig hellbraunem Alkalifeldspat und kleineren, deutlich voneinander abgegrenzten Plagioklas-Aggregaten von weißer bis gelblichgrüner Farbe (Granodiorit). Breite 11 cm.Abb. 57: Bornholm-Granit (Vang-Granit), Breite 28 cm.Abb. 58: Nahaufnahme.
Typisch für die Bornholm-Granite ist das „verwaschene“ Gefüge mit unklaren Korngrenzen aus Kalifeldspat, Quarz und Plagioklas, die rötliche, über Korngrenzen hinweg laufende Hämatit-Imprägnierung sowie runde Ansammlungen von dunklen Mineralen (Biotit). Innerhalb des Biotits findet sich reichlich Titanit.
Abb. 59: (Bornholm?-)Streifengneis; Partien des Gesteins sind mit rotem Hämatit imprägniert. Breite 17 cm.
Auch Porphyrgeschiebe aus dem TIB finden sich in großer Zahl, darunter Porphyre vom Påskallavik- und Emarp-Typ. Nicht selten sind auch Gangporphyre mit einem deformierten Gefüge, erkennbar an schlierigen Ansammlungen und einer Vorzugsrichtung der dunklen Glimmerblättchen (Abb. 60).
Abb. 60: Deformierter Gangporphyr („Högsrum-Porphyr“), Breite 13 cm.Abb. 61: Småland-Gangporphyr vom Påskallavik-Typ, Breite 19 cm.Abb. 62: Roter Gangporphyr mit Blauquarz und körniger Grundmasse, Breite 10 cm.
Nur vereinzelt lassen sich am Strand von Sassnitz Kristallingesteine aus Dalarna entdecken.
Abb. 63: Älvdalen-Ignimbrit aus Dalarna, Breite 10,5 cm.Abb. 64: Auffälliger Plutonit mit rosafarbenen Alkalifeldspat-Einsprenglingen und weißer Grundmasse aus feinkörnigem Feldspat. Breite 17 cm.Abb. 65: Nahaufnahme. Quarzkörner sind nur vereinzelt aufzufinden, wahrscheinlich liegt der Quarzgehalt unter 5%. Wenn der Feldspat der weißen Grundmasse ausschließlich Plagioklas ist, dürfte es sich um einen Monzonit handeln (35-65% Alkalifeldspat am Gesamtfeldspatanteil, Quarz unter 5%).Abb. 66: Västervik-Fleckenquarzit, Breite 9 cm.Abb. 67: Kontakt zwischen Pegmatit und einem grauen Gneis, Breite 65 cm.Abb. 68: Nahaufnahme der nassen Oberfläche. Der Pegmatit besteht fast ausschließlich aus Alkalifeldspat und großen Biotit-Aggregaten (bis 5 cm). Die grauen Partien innerhalb der Feldspäte weisen auf feinste Entmischungen von Albit und Kalifeldspat hin.Abb. 69: Geschichteter Sandstein. Die wellenförmige Oberseite der rötlichen Lagen deutet auf Strömungsrippel, während die grauen Lagen darüber planar ausgebildet sind (ruhiges Strömungsregime). Breite 25 cm.
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Die Halbinsel Wustrow bei Rerik war seit 1933 militärisches Sperrgebiet und erst 1993 nach dem Abzug der Roten Armee wieder zugänglich. Mittlerweile ist Wustrow teilweise Naturschutzgebiet, teilweise in Privatbesitz. Eine schmale Landzunge (Nehrung) verbindet die Halbinsel mit dem Festland, das Betreten ist nur mit Genehmigung möglich. Im Juli 2021 konnten die ausgedehnten Geschiebestrände der Halbinsel erkundet werden. Da hier wenig gesucht wird, sind gute Funde möglich.
Abb. 1: Alte Kasernengebäude auf Wustrow.Abb. 2: Hinab zur Steilküste geht es mit Hilfe eines Seils.Abb. 3: Die seeseitige Küste von Wustrow besteht aus Geschiebelehm und -mergel der Grundmoräne des Pommerschen Stadiums der Weichsel-Vereisung.
Auffällig ist das relativ häufige Vorkommen von Geschieben aus dem Gebiet des Oslograbens (Rhombenporphyre, Larvikit), während knapp 30 km weiter östlich, am Strand von Nienhagen, praktisch keine solchen Funde möglich sind. SW-schwedische Leitgeschiebe wurden nicht gefunden.
Abb. 4: Rhombenporphyr, Breite 10 cm.Abb. 5: Rhombenporphyr, Breite 10 cm.Abb. 6: Larvikit, Aufnahme unter Wasser.Abb. 7: Nahaufnahme. Einige Feldspäte zeigen den für Larvikit typischen bläulichen Schiller.
Nicht selten trifft man auf Geschiebe von Schonen-Basalt und Schonen-Lamprophyr. Die Funde belegen eine Transportrichtung des Eises aus NNE.
Abb. 8: Schonen-Basalt mit gelbgrünen Olivin- sowie wenigen schwarzen Pyroxen-Einsprenglingen.Abb. 9: Schonen-Lamprophyr mit zahlreichen hellen Mandeln.Abb. 10: Nahaufnahme. Olivin verwittert gelblichbraun, die Pyroxen-Einsprenglinge sind grünlich gefärbt.Abb. 11: Ein weiterer Schonen-Lamprophyr.Abb. 12: Bruchfläche des gleichen Steins. Alterierter Olivin ist rötlich gefärbt, stellenweise auch hellgrün und weitgehend unverändert; Pyroxen ist schwarz bis flaschengrün.Abb. 13: Das helle, teils radialstrahlige Mineral innerhalb der Mandeln ist sehr weich und zerfällt mit Salzsäure ohne Aufschäumen (Hinweis auf Zeolith).
Am Geschiebestrand von Wustrow finden sich auch Mandelsteine in großer Zahl.
Abb. 14: Grüner Mandelstein mit schwarzen Mandeln, Einsprenglingen von Plagioklas und einer durchlaufenden Ader, teils mit Achat, teils mit einem feinkörnigen blassgrünen Mineral verfüllt. Aufnahme unter Wasser, leg. S. Mantei.Abb. 15: Nahaufnahme, nasse Oberfläche. Die Bänderung des Achats ist nur schwach ausgeprägt.Abb. 16: Blasenreicher und stark alterierter Mandelstein. Aufnahme unter Wasser.Abb. 17: Nahaufnahme der nassen Oberfläche.Abb. 18: Grauer Mandelstein, Breite 15 cm.Abb. 19: Grünstein, Breite 10 cm. Offenbar ist hier eine mit rotem Feldspat gefüllte Kluft angeschnitten.Abb. 20: Der Feldspat (Plagioklas, polysynthetische Verzwilligung) bildet ungewöhnliche orthogonale Querschnitte aus.
Plutonite und Vulkanite des Transkandinavischen Magmatitgürtels (TIB) – die bunten Småland-Granite mit Blauquarz sowie Småland-Porphyre – sind am Strand von Wustrow nur in mäßiger Zahl vertreten.
Abb. 21: Roter Alkalifeldspatgranit. Einige Feldspäte weisen Risse auf, welche mit dunklen Mineralen verfüllt sind. Dunkle Minerale sind nur spärlich vorhanden und ungleichmäßig im Gestein verteilt (Ausschlusskriterium für Uthammar-Granit). Bildbreite 18 cm.Abb. 22: Anorogener und undeformierter Granit mit etwas grünem Plagioklas, wahrscheinlich ein porphyrischer Rapakiwi. Aufnahme unter Wasser.
Gesteine aus Rapakiwi-Vorkommen treten regelmäßig, aber nicht besonders häufig auf. Ein besonderer Fund ist ein brauner Ignimbrit, der wahrscheinlich aus dem Vorkommen des Roten Ostsee-Quarzporphyrs stammt. Dafür sprechen die charakteristischen eckigen Hochquarz-Relikte mit Spuren magmatischer Korrosion.
Abb. 23: Roter Ostsee-Quarzporphyr-Ignimbrit, braune Variante. Aufnahme unter Wasser.Abb. 24: Gleicher Stein, polierte Schnittfläche.Abb. 25: Neben größeren gerundeten und trüben Quarzen finden sich auch einige eckige Quarze mit der gleichen Gestalt wie im Roten Ostsee-Quarzporphyr.Abb. 26: Fragmente von Porphyren, einer davon ähnelt dem Roten Ostsee-Quarzporphyr.
Häufig finden sich graue Paragneise vom Sörmland-Typ. Diese enthalten in der Regel Granat und Cordierit, seltener auch reichlich Sillimanit.
Abb. 27: Granat-(Cordierit)-Sillimanitgneis (Sörmland-Gneis). Die Granat-Porphyroblasten liegen innerhalb eines Leukosoms aus Quarz und Feldspat. Aufnahme unter Wasser.Abb. 28: Nahaufnahme. Das Gestein enthält größere Mengen an dunkelgrauem bis silbrig glänzendem Sillimanit. Cordierit (hellgrau bis graublau, zwischen den Sillimanitnadeln) ist nicht eindeutig identifizierbar.Abb. 29: Cordierit-Sillimanit-Granofels. Solche undeformierten Quarzite mit schwarzen Cordierit- und weißen Sillimanitflecken sind anstehend aus dem Västervik-Gebiet bekannt.Abb. 30: Porphyrischer Amphibolit. Die blastische Wuchsform der Amphibole ist ein Hinweis auf eine metamorphe Entstehung aus einem basischen Gestein, z. B. Gabbro, Dolerit oder Basalt. Breite 26 cm.
Sedimentite
Abb. 31: Feuerstein mit rhythmischer Bänderung. Breite 32 cm.Abb. 32: Silurkoralle, Breite 11 cm.
Lias-Geschiebe (Limonitsandsteine, häufig mit Pflanzenresten) sind auf Wustrow regelmäßig anzutreffen. Das nächste Geschiebe ist ein konkretionärer Toneisenstein (von ungewisser stratigraphischer Stellung).
Abb. 33: Toneisenstein, Breite 15 cm.Abb. 34: Konglomerat mit runden Toneisenstein-Klasten. Vergleichbare Gesteine kommen auch im Jura vor. Breite 24 cm.Abb. 35: Postsilurisches Konglomerat, leg. K. Obst; polymikter Typ mit Klasten von rotem und grauem Beyrichienkalk, grünen Sandsteinen, Feinsandsteinen, Toneisenstein und Milchquarzgeröllen. Breite 15 cm.Abb. 36: Rückseite des gleichen Geschiebes.Abb. 37: Reste von rezenten Seepocken. Bildbreite ca. 7 cm.Abb. 38: Mitten auf dem Strand eine Sonnenblume, der das salzhaltige Milieu offensichtlich nicht schadet.
Die folgenden Funde stammen aus der Nähe der Halbinsel Wustrow, von der Steilküste NE von Rerik. Gesammelt, geschnitten und poliert wurden die Geschiebe von T. Brückner (Hilter).
Abb. 39: Tektonische Brekzien sind ein häufiger Geschiebefund. Selten handelt es sich dabei um einen brekziierten geschichteten Hornstein.Abb. 40: Das Gestein ist hälleflintartig dicht. Die feinen Wechsellagen bilden die Schichtung eines feinkörnigen Sediments oder vulkanischer Aschen ab.Abb. 41: Nahaufnahme einer brekziierten Partie. Die Risse sind mit Quarz und einem hellgrünen Mineral verheilt.Abb. 42: Cordierit-Sillimanit-Granofels, wahrscheinlich aus dem Västervik-Gebiet. Siehe auch Abb. 30.Abb. 43: Nahaufnahme.Abb. 44: Bornholm-Granit. Typisch für Bornholm-Granite ist ein verwaschenes Gefüge aus rotem Feldspat und Quarz sowie helle Plagioklase, teilweise mit dunklem Kern; dunkle Minerale bilden Flecken.Abb. 45: Nahaufnahme. Innerhalb der dunklen Minerale findet sich reichlich Titanit.Abb. 46: Eigenartiges zoniertes Syenit-Geschiebe. Das Gestein besteht fast vollständig aus Alkalifeldspat von grüner bis bräunlicher Farbe. Der Vaggeryd-Syenit führt in der Regel etwas Quarz und enthält mehr dunkle Minerale. Es könnte sich bei diesem Syenit auch um einen Larvikit in ungewöhnlicher Ausbildung handeln.Abb. 47: Einige Feldspäte weisen einen bläulichen Schiller auf.Abb. 48: Zwischen den Feldspäten und innerhalb von Rissen finden sich schmale orangefarbene Partien (Plagioklas-Entmischungen von Feldspat?).Abb. 49: Orangefarbene Risse innerhalb schwarzgrüner Feldspäte.
Literatur
GERTH A 2008 GIS-gestützte 3D-Modellierung hochweichsel-zeitlicher Sedimente in Nordwest-Mecklenburg-Vorpommern – Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. 196 S., Bautzen 2008.
Abb. 1: Rhombenporphyr-Geschiebe aus Nordjütland, Slg. E. Figaj. Bildbreite ca. 40 cm.
Der Rhombenporphyr, das wohl bekannteste kristalline Leitgeschiebe, ist für jedermann leicht erkennbar. Als Rhombenporphyr wird in der Geschiebekunde eine Reihe von Vulkanit-Geschieben mit gemeinsamen Eigenschaften bezeichnet: in einer feinkörnigen Grundmasse finden sich mindestens einige Feldspat-Einsprenglinge, die längliche und bootsförmige („rhombenförmige“) Anschnitte aufweisen. Die Farbe der Grundmasse sowie Anzahl und Größe der Feldspat-Einsprenglinge ist variabel. Das Heimatgebiet der Rhombenporphyr-Geschiebe liegt im Oslograben in Süd-Norwegen, Vulkanite mit diesem Gefüge kommen nur dort vor. Die Bezeichnung geht auf Leopold von Buch zurück, der die Gesteine des Oslogebiets während seiner Norwegenreise 1806-1806 studierte (MEYER 2010, BUCH 1810).
Abb. 2: Rhombenporphyr, Nordjütland, Slg. E. Figaj.
Die ausgedehnten Areale mit Rhombenporphyr-Vulkaniten im Oslo-Gebiet sind an die Entstehung eines Grabenbruchs vor etwa 280 Millionen Jahren gebunden (Oslo-Rift). Zur Zeit des Perm kam es in Folge von Dehnung der Erdkruste und Grabenbildung zum Aufstieg magmatischer Schmelzen. In mehreren Phasen intensiver vulkanischer Aktivität wurden zahlreiche Lavadecken abgelagert, darunter die Rhombenporphyre. Diese nehmen große Flächen im Südwesten (Vestfold) und im Norden (Krogskogen) des Oslogebietes ein, neben weiteren kleineren Vorkommen. Mit dem Magmatismus des Oslograbens verbinden sich weitere intrusive und effusive Gesteine, wie Larvikit, Tönsbergit, Ekerit, Oslo-Basalt, Foyait oder Nordmarkit. Einige von ihnen eignen sich ebenfalls als Leitgeschiebe. Die Vorkommen aus Vulkaniten und Plutoniten setzen sich in südwestlicher Richtung unter Wasser, am Boden von Oslofjord und Skargerrak fort.
Außerhalb des Oslogebietes, aber damit genetisch verbunden, stehen intrusive Rhombenporphyre in einem Gangsystem entlang der Küste von Bohuslän in West-Schweden an. Dieses Gebiet kommt ebenfalls als Lieferant von Rhombenporphyr-Geschieben in Frage, allerdings besitzen die Gänge eine vergleichsweise geringe Ausdehnung. Wie die Gesteine von dort aussehen, zeigt ein Artikel auf kristallin.de.
QUENSEL 1918 beschreibt ein kleines Vorkommen von tektonisch deformierten Rhombenporphyren aus dem Kebnekaise-Gebiet in Lappland. Ob aus diesem sehr weit nördlich gelegenen Gebiet Rhombenporphyr-Geschiebe nach Norddeutschland gelangten (und von den Rhombenporphyren des Oslo-Gebiets unterscheidbar sind), ist zweifelhaft. Zu erwähnen sind weitere Geschiebetypen, in denen rhombenförmige Feldspat-Einsprenglinge vorkommen (s. Abschnitt 2).
Abb. 3: Rhombenporphyr, polierte Schnittfläche. Geschiebe von Hohenfelde, Schleswig-Holstein.Abb. 4: Nahaufnahme. Neben den rhombenförmigen Anschnitten einiger Feldspat-Einsprenglinge erkennt man mit Sekundärmineralen (u. a. Calcit und Epidot) verfüllte ehemalige Blasenhohlräume (Mandeln).
2. Petrographische Beschreibung
Bestimmendes Merkmal der Rhombenporphyre sind die länglichen, manchmal spitz zulaufenden rauten- oder bootsförmigen Anschnitte der Feldspat-Einsprenglinge. Dies betrifft nahezu alle, wenigstens aber einzelne Einsprenglinge innerhalb eines Geschiebes. Diese Eigenschaft der Feldspäte ist auf ihre besondere Kristallform zurückzuführen, verbunden mit ihrer Zusammensetzung. Dabei handelt es sich um Mischkristalle aus Na-K-Ca-Feldspat (sog. ternärer Feldspat, z. B. Anorthoklas). Im Unterschied zu „gewöhnlichen“ Magmatiten mit weitgehend getrennt voneinander kristallisierten Feldspatkomponenten Plagioklas (Na-Ca-Feldspat) und Kalifeldspat erfordert die Bildung von Anorthoklas ein sehr heißes sowie K- und Na-reiches Magma.
Die Feldspat-Einsprenglinge sind heller als die Grundmasse, gelegentlich weisen sie dunklere Kerne oder andersfarbige dünne Säume auf. Gelbliche, bräunliche oder graue Farben überwiegen, auch blassgrüne, rote oder leuchtend orange gefärbte Rhomben treten auf. Ihre Länge variiert (5-30 mm), ebenso die Einsprenglingsdichte. OFTEDAHL 1967 unterscheidet einen einsprenglingsreichen („klassischen“) Typ mit Feldspäten bis 2,5 cm Länge und einen einsprenglingsarmen Typ mit wenigen und kleinen Einsprenglingen bis 1,8 cm.
Als Folge von Entmischungsvorgängen erkennt man manchmal eine unregelmäßig netz- oder tropfenförmige bis wellige „Zeichnung“ innerhalb der Feldspäte (Abb. 4, 41). Diese unterscheidet sich von der perthitischen Entmischung der Alkalifeldspäte oder der polysynthetischen Verzwilligung der Plagioklase. Die Feldspäte neigen zur Bildung von Zwillingen, Mischkristalle aus mehreren Feldspat-Rhomben sind häufig (Doppelspitzen „Schwalbenschwänze“, Abb. 11), mehrfache oder sternförmige Zwillinge sowie zu Kristallhaufen vereinigte Feldspäte (glomerophyrisches Gefüge) seltener zu beobachten (Abb. 12, 13, 15).
Rhombenförmige Feldspat-Einsprenglinge finden sich in weiteren Gesteinstypen des Oslograbens, z. B. im Nordmarkit-Porphyr (s. skan-kristallin.de) oder in Plutoniten (Larvikit, Tönsbergit). Darüber hinaus treten sie vereinzelt in Gesteinen aus anderen Regionen auf, die aber kaum mit den Oslo-Gesteinen verwechselbar sind (Vaggeryd-Syenit, Sorsele-Granit, Heden-Porphyr, in syenitischen Gangporphyr-Geschieben, möglichweise aus Småland). Auch Diabase können einzelne rhombenförmige Plagioklase enthalten, denen aber die stromlinienförmige Gestalt der Rhombenporphyr-Feldspäte fehlt.
Die Grundmasse der Rhombenporphyre ist feinkörnig bis körnig und von brauner oder grauer Farbe, auch mit grünlichem, rötlichem oder orangefarbenem Stich. Rote bis violette und nahezu dicht erscheinende Grundmassen sind seltener und finden sich in Lavastrombrekzien bzw. Pyroklastika (Abb. 26, 28-29). Seltener sind grüne, dunkelgraue oder sehr helle Farben (Abb. 68). Geschiebe können durch Verwitterung oberflächlich stark ausbleichen.
Grundmassen mit erkennbaren Einzelkörnern (über 1 mm) lassen auf eine langsame Abkühlung des Magmas schließen (Abb. 22-24). Diese Gesteine können subvulkanische Bildungen oder Gangporphyre sein. Aber auch im Inneren einer Lavadecke kann die Kristallisation entsprechend langsam verlaufen sein. Daher sollten solche körnigen Typen nicht automatisch als „intrusiver“ Rhombenporphyr angesprochen werden. Sie kommen im Oslogebiet und an der westschwedischen Küste (Bohuslän, Abb. 43-48) vor. Entsprechende Geschiebefunde sind zunächst nicht der Herkunft nach unterscheidbar. Darüber sind aus dem Anstehenden allmähliche Übergänge von Rhombenporphyren in Plutonite (z. B. Tönsbergit) bekannt (Abb. 49).
Als weitere Bestandteile der Rhombenporphyre treten in geringer Menge dunkle Minerale hinzu, die von Hand kaum bestimmbar sind (Biotit, Augit und Erz nach ZANDSTRA 1988). Etwa jedes fünfte Rhombenporphyr-Geschiebe reagiert auf einen Handmagneten, etwa jeder zehnte Fund ist deutlich bis stark magnetisch (statistische Erhebung an RP-Geschieben aus Brandenburg). Regelmäßig lassen sich sekundär gebildete Minerale wie Calcit, Epidot, auch transparenter Quarz als Füllung ehemaliger Blasenhohlräume beobachten. Bei einem hohen Anteil an Mandeln kann man von einem Rhombenporphyr-Mandelstein sprechen (Abb. 14). Auch Geschiebefunde blasenreicher Laven ohne Hohlraumfüllungen (meist der einsprenglingsarme Typ) treten auf (Abb. 59).
Petrographisch gehören die Rhombenporphyre zu den Latiten (vulkanisches Äquivalent der Monzonite), sind also SiO2-arme Vulkanite mit einem Anteil von jeweils 35-65% Alkalifeldspat und Plagioklas in Form von ternärem Feldspat. Eine kleine Auswahl von Geschiebefunden (Abb. 5-10) zeigt exemplarisch ihr variables Erscheinungsbild. Anstehendproben und weitere Geschiebefunde sind auf skan-kristallin.de und kristallin.de zu sehen.
Abb. 5: Hanstholm (DK), leg. T. Brückner.
Abb. 6: Presen/Fehmarn
Abb. 7: Hirtshals (DK), Breite 85 mm
Abb. 8: Slagentangen (NOR), Slg. T. Brückner, Breite 13 cm
Abb. 9: Hirtshals (DK), Breite 95 mm
Abb. 10: Stenbjerg (DK), Slg. E. Figaj, Breite 13,5 cm
Abb. 11: Verzwilligung rhombenförmiger Feldspäte in einem Geschiebe aus der Kiesgrube Kröte (Wendland, Niedersachsen).Abb. 12: mehrfache Verzwilligung in einem Rhombenporphyr von Hirtshals; gleicher Stein wie Abb. 7.AAbb. 13: Anorthoklas-„Drilling“, Geschiebe von Westermarkelsdorf/Fehmarn.Abb. 14: Rhombenporphyr-Mandelstein, Aufnahme unter Wasser, Geschiebe von Hökholz. Die weißen Mandeln bestehen aus Kalzit.Abb. 15: Nahaufnahme, mehrfache Verzwilligung von Feldspat-Einsprenglingen.Abb. 16: Nahaufnahme einer Mandel, gefüllt mit bläulichen Quarz und gebändertem Chalcedon bzw. Achat. Geschiebe von Stenbjerg (DK), Slg. E. Figaj.Abb. 17: einsprenglingsarmer Rhombenporphyr (Mandelstein) mit Einschluss eines dunklen Rhombenporphyrs mit grünlichem Reaktionssaum. Geschiebe von Broager (DK).Abb. 18: NahaufnahmeAbb. 19: Im Ausnahmefall können die Feldspat-Einsprenglinge dunkler als die Grundmasse sein. Geschiebe von Steinbeck/Klütz.Abb. 20: Feldspäte mit dunklem Kern und hellem Saum (Rhombenporphyr vom Langtangen-Typ, RP14a). Vigsö-Bucht (DK), Slg. E. Figaj.Abb. 21: Rhombenporphyr, Langtangen-Typ (RP14a), ex coll. H. Arildskov, Geschiebe von Steinvik/Tofte (NOR).Abb. 22: Rhombenporphyr mit körniger Grundmasse. Geschiebe von Hirtshals, Slg. E. Figaj.Abb. 23: Rhombenporphyr mit körniger Grundmasse, Übergang zu einem plutonischen Gefüge (Gangporphyr). Geschiebe von Steinvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov, Rhombenporphyr vom Vetakollen-Typ.Abb. 24: Einige der grauen Rhomben weisen einen hellen oder grünlichen Saum auf.
3. Rhombenporphyr-Brekzien
Die mächtigen Lavadecken der Rhombenporphyre entstanden durch ein vergleichsweise „ruhiges“ Ausfließen eines sehr heißen und dünnflüssigen Magmas, ähnlich dem Basaltvulkanismus von Ozeaninseln (z. B. Hawaii, Kanaren). Explosive Ausbrüche waren die Ausnahme, echte pyroklastische Bildungen treten innerhalb der Rhombenporphyr-Decken daher nur sehr untergeordnet auf. Als Geschiebe finden sich gelegentlich Brekzien mit Rhombenporphyr-Fragmenten, darunter Lapillisteine und Lapillituffe (Abb. 25, 27) sowie Lavastrombrekzien (Abb. 26, 28-29). Erstere können bei Umlagerung durch Erosion abgelagert worden sein, ein anderer Typ von Brekzien entstand innerhalb von Lavaströmen.
Abb. 25: Lapillistein mit Rhombenporphyr-Fragmenten. Geschiebe von Hirtshals (DK).Abb. 26: Rhombenporphyr-Brekzie (Lavastrombrekzie), Geschiebe von Johannistal, Slg. E. Figaj.Abb. 27: Lapillituff mit grünlicher Tuff-Matrix und Rhombenporphyr-Fragmenten. Geschiebe von Steinvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov.Abb. 28: Anstehendprobe einer Rhombenporphyr-Brekzie, polierte Schnittfläche. Straßenaufschluss an der E18, N Tönsbro (59.36765, 10.38139), T. Brückner leg.
Die rotbraunen und eckigen bis kantengerundeten Fragmente eines Rhombenporphyrs liegen einer grauvioletten Matrix, darin zahlreiche kleinere Fragmente und zerbrochene Feldspat-Rhomben. Der rotbraune Rhombenporphyr dürfte durch die grauviolette Lava mitgerissen worden sein (Lavastrombrekzie). Unscharfe Konturen (randliche Aufschmelzung) im Fragment links der Bildmitte weisen auf eine beginnende Assimilation durch das graue Magma hin.
Abb. 29: Die Mandeln im Fragment oberhalb der Bildmitte wurden durch fließende Bewegung im schmelzflüssigen Zustand verformt.
4. Rhombenporphyr-Konglomerat
Zwischen einzelnen Rhombenporphyr-Lagen kam es während längerer Zeiten vulkanischer Inaktivität zur Umlagerung von Vulkanit-Klasten und Ablagerung von Konglomeraten (Rhombenporphyr-Konglomerat). Sie weisen eine sandige Matrix auf und enthalten rundliche Rhombenporphyr-Lithoklasten (optional Quarzporphyr- und Basalt-Lithoklasten, vgl. Krogskogen-Konglomerat auf skan-kristallin.de). Als Geschiebe sind diese klastischen Sedimentgesteine ziemlich selten zu finden und dürfen nicht mit jenen in älterer Literatur mitunter als „Rhombenporphyr-Konglomerat“ bezeichneten Lapillisteinen und Lapillituffen verwechselt werden.
Abb. 30: Rhombenporphyr-Konglomerat, Geschiebe von Hirtshals, ex coll. H. Arildskov, Breite 13 cm.
5. Rektangel-Porphyr
Die Vulkanite der Lagen RP13 und RP14 enthalten nahezu rechteckige Feldspat-Einsprenglinge. Diese Rektangel-Porphyre sind im Vergleich zu den Rhombenporphyren als Geschiebe bedeutend seltener zu finden. Ihre Grundmasse ist feinkörnig bis dicht und von grauer bis dunkelgrauer, gelblichgrauer oder gelblichgrüner Farbe. Die grauen, blass gelblichen oder grünlichen Feldspäte erreichen eine Größe von mind. 1 cm bis max. 5 cm. Das Verhältnis der Kanten beträgt oft 2:1 – 4:1, auch nahezu quadratische Feldspat-Einsprenglinge kommen vor. Gelegentlich lässt sich eine Zonierung der Einsprenglinge (dunklere Kerne, heller Rand) beobachten. Unter den Rektangel-Porphyren wird eine Reihe von Varianten unterschieden (Svarten-Typ, Pipenhus-Typ, Øyangen-Typ etc.).
Eine Verwechslungsmöglichkeit besteht offenbar mit Diabasen, zumindest wurden in der Vergangenheit immer wieder basaltische oder doleritische Gesteine mit rechteckigen Plagioklas-Einsprenglingen als „Rektangel-Porphyr“ bestimmt. Diese Diabase oder Dolerite weisen aber oft eine körnige Grundmasse auf, auch mit ophitischem Gefüge (kleine Plagioklasleisten in der Grundmasse). Bruchflächen der größeren Plagioklase zeigen in der Regel die typische polysynthetische Verzwilligung und weisen keine Zonierung auf. Gibt es am Fundort keine Rhombenporphyre, ist auch mit Funden von Rektangel-Porphyren nicht zu rechnen.
Abb. 31: Rektangel-Porphyr (Svarten-Typ, RP13c), Storflåta Flaka (NOR), ex coll. H. Arildskov.Abb. 32: Rektangel-Porphyr, Svarten-Typ, ex coll. H. Arildskov, vermutlich ein Nahgeschiebe aus Südnorwegen.Abb. 33: Rektangel-Porphyr, Anstehendprobe nördlich von Sörkedal (NOR), A.P. Meyer leg.Abb. 34: Rektangel-Porphyr, Ågårdsli-Typ?, Slagentangen (NOR), Breite 22 cm, Slg. T. Brückner.Abb. 35: Rektangel-Porphyr, Slagentangen (NOR), Breite 18 cm, Slg. T. Brückner.Abb. 36: Rektangel-Porphyr, Han-Klint, Limfjord (DK), Slg. D. Lüttich.Abb. 37: Rektangel-Porphyr, Øyangen-Typ, Steinvik/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.Abb. 38: Rektangel-Porphyr, Nahgeschiebe von Tofte (NOR), Slg. F. Wilcke (Wittstock), Aufnahme unter Wasser.
Rechteckige Feldspäte treten auch in anderen RP-Lagen auf. Abb. 39 ist ein Nahgeschiebe von Tofte (NOR) mit zonierten Einsprenglingen (grüner Kern, orangefarbener Rand).
Abb. 39: Rektangel-Porphyr (RP7?) Nahgeschiebe von Tofte (NOR), Slg. F. Wilcke (Wittstock).
Abb. 40
Abb. 41
Abb. 40/41: Rektangel-Porphyr, Nahgeschiebe von Tofte (NOR), Slg. F. Wilcke (Wittstock).
Der Rektangel-Porphyr vom Pipenhus-Typ (RP13) enthält sehr schlanke Feldspat-Leisten, sieht im Grunde also wie ein plagioklas-porphyrischer Basalt aus und ist von diesem nur schwer unterscheidbar. Hinweise sind eine braune oder violette Farbe der Grundmasse. Diese erscheint feinkörnig und enthält keine kleinen Feldspatleisten (kein doleritisches Gefüge).
Abb. 42: Rektangel-Porphyr, Pipenhus-Typ, Breite 14 cm. Vigsö-Bucht (Dänemark), Slg. E. Figaj.
6. Gang-Rhombenporphyre aus Bohuslän
Abb. 43-46 zeigt Anstehendproben intrusiver Rhombenporphyre aus dem Gangsystem in Bohuslän in West-Schweden. Für eine ausführliche Darstellung s. kristallin.de. Die Außenseite des Ganges besteht aus einem basischen Rhombenporphyr (Abb. 43-44), im Inneren aus einem grünlichgrauen Rhombenporphyr mit syenitischen Gesteinseinschlüssen (Abb. 45-46).
Abb. 43: Basischer intrusiver Rhombenporphyr von Kungshamn (Bohuslän/Schweden). Das Gestein ähnelt durch die graue Grundmasse und hellen, bis 1 cm großen Feldspat-Einsprenglingen einem Dolerit. Rhombenförmige Anschnitte sind nur vereinzelt erkennbar. Polierte Schnittfläche, leg. T. Brückner.Abb. 44: Nahaufnahme des Gefüges.Abb. 45: Gang-Rhombenporphyr mit körniger Grundmasse und wenigen grauen, überwiegend aber rhombenförmigen Feldspat-Einsprenglingen. Neben dunklen und hellen Mandeln sind Einschlüsse eines hellroten syenitischen Gesteins erkennbar. Polierte Schnittfläche einer Anstehendprobe von Kungshamn (Bohuslän/Schweden).Abb. 46: NahaufnahmeAbb. 47: Intrusiver Rhombenporphyr, loser Stein von Rösso in Bohuslän (SW-Schweden), direkt oberhalb vom anstehenden Rhombenporphyr-Gang. Breite 20 cm, Slg. T. Brückner.Abb. 48: Das Gestein enthält bis 5 cm lange und graue Feldspat-Rhomben, die Grundmasse erscheint doleritisch.Abb. 49: Übergangsgefüge von Rhombenporphyr und Tönsbergit (?), Geschiebe vom Limfjord (DK), Breite 12 cm, ex coll. H. Arildskov.
7. Stratigraphie der Rhombenporphyre
Um eine stratigraphische Vergleichbarkeit im Anstehenden zu ermöglichen, unterscheidet OFTEDAHL 1967 zunächst 26 einzelne Rhombenporphyr-Lagen hinsichtlich Größe, Form und Packung der Feldspat-Einsprenglinge. Hinzu kommen weitere Unter- sowie regionale Typen. Selbst im Gelände kann die genaue Zuordnung Schwierigkeiten bereiten, man sieht sich bei diesen Vulkaniten (und Vulkaniten allgemein) mit einer hohen Variabilität hinsichtlich ihrer Ausbildung konfrontiert. Selbst innerhalb einer einzelnen RP-Lage können auf engstem Raum ganz unterschiedliche Gefüge auftreten.
Die Zuordnung von Geschiebefunden zu bestimmten RP-Lagen ist daher nur sehr eingeschränkt möglich, zumal auffällige Rhombenporphyr-Varianten nicht an eine bestimmte vulkanostratigraphische Position gebunden sein müssen. Vielmehr können in verschiedenen Phasen des Vulkanismus Porphyre mit ganz ähnlichen Merkmalen entstanden sein, vor allem oberhalb der Lage RP15 (JENSCH 2013a: 60). In diesem Fall führt selbst der Vergleich mit Anstehendproben zu Irrtümern (MEYER AP 1969). Des Weiteren können Vorkommen von Rhombenporphyr-Varianten durch frühere Vereisungen bereits vollständig abgetragen sein. Zuletzt ist die Fortsetzung der Vorkommen von Oslo-Gesteine in südlicher Richtung unter Wasser zu berücksichtigen. Von dort könnten weitere, im Anstehenden unbekannte Varianten stammen.
Anstehendproben der einzelnen RP-Lagen sind auf vendsysselstenklub.dk abgebildet. Bei der Bestimmung von Geschieben empfiehlt sich Zurückhaltung, allenfalls sollte man sich mit der Zuordnung zu übergeordneten Gefügetypen begnügen, z. B. Kolsås-Typ, ein einsprenglingsreicher Typ mit vielen, annähernd durch magmatische Lamination annähernd parallel angeordneten Rhomben (RP1, z. B. Abb. 2, 56; der Typ kommt auch in den Lagen RP17, 23, 24, 26 vor); weiterhin Rektangel-Porphyr, evtl. Langtangen-Typ (RP14a).
8. Verbreitung der Rhombenporphyr-Geschiebe
Ausgehend vom Oslograben wurden Rhombenporphyr-Geschiebe zu verschiedenen Zeiten von Eisströmen über Dänemark und NW-Deutschland nach Süden transportiert (Abb. 51). In westlicher Richtung finden sich Rhombenporphyr-Geschiebe in Schottland und England (EHLERS 1988, K-D MEYER 1993, 2010), in südwestlicher Richtung in den Niederlanden (HUISMAN 1971). Auch aus Schweden liegt eine Fundmeldung vor (HILLEFORS 1968). Eine Kuriosität sind zwei identische Funde von Rhombenporphyr-Geschieben (sowie ein Drammen-Rapakiwi) von der Insel Leka, weit nördlich vom Oslograben (Mitteilung A. Bräu, Abb. 50). Der Transportmechanismus (Eisschollendrift, anthropogene Verschleppung?) ist bislang ungeklärt.
Abb. 50: Verbreitungsgebiet der Rhombenporphyr-Geschiebe. 1 – Gesteine des Oslograbens, Fortsetzung des Vorkommens unter Wasser; 2 – Geschiebefächer Rhombenporphyr (Hauptverbreitungsgebiet); 3 – östliche Verbreitungsgrenze; 4 – Maximalausdehnung der nordischen Inlandvereisungen. Karte nach SCHULZ 1973.Abb. 51: Rhombenporphyr, Geschiebefund von der Insel Leka (mittleres Norwegen), etwa 500 km nördlich von Oslo. Probe und Foto: A. Bräu.
In Deutschland sind Rhombenporphyr-Geschiebe von N- und NW- Deutschland bis nach Sachsen weit verbreitet. Vereinzelte Fundberichte liegen aus Polen und Tschechien vor (vgl. Literaturhinweise in SCHNEIDER & TORBOHM 2020). Außerhalb des allgemeinen Verbreitungsgebietes, östlich der Linie Mecklenburg-Brandenburg-Sachsen, treten sie als Einzelfund auf. Die östliche Verbreitungsgrenze wird in SCHULZ 1973, 2003 und 2012 diskutiert (s. a. Abb. 51).
9. Funde aus Berlin und Brandenburg
Aus Berlin und Brandenburg wurden in jahrelanger Sammeltätigkeit bislang 82 Rhombenporphyr-Geschiebe zusammengetragen (Stand: 01/2021; Dokumentation in SCHNEIDER & TORBOHM 2020). Die Funde belegen einen weit nach Osten reichenden Transport dieser Gesteine in ein Gebiet, das überwiegend durch baltische und ostschwedische Geschiebegemeinschaften geprägt ist. Abb. 52 zeigt alle Fundpunkte. Eine hohe Fundanzahl an einigen Lokalitäten spricht nicht unbedingt für ein gehäuftes Auftreten, sie könnte auch auf eine entsprechend aktive Sammeltätigkeit zurückzuführen sein. Der Erhaltungszustand der Rhombenporphyr-Geschiebe ist im Allgemeinen dürftig: die Grundmassen sind ausgebleicht, die Gesteine stark verwittert, manchmal regelrecht durchgewittert.
Abb. 52: Fundpunkte von Rhombenporphyr-Geschieben in Brandenburg; Grafik verändert nach Benutzer Grabenstedt 2007, Quelle: wikipedia.de, Lizenz: CC BY-SA 3.0. Daten aus STACKEBRANDT & MANHENKE 2002.
Die Rhombenporphyr-Geschiebe stammen überwiegend von Lokalitäten mit oberflächennah aufgeschlossenen Ablagerungen der Weichsel-Vereisung. Viele Kiesgruben liegen aus bergbaulichen Erwägungen am Rande von Hochflächen oder Urstromtälern. Lediglich 11 der insgesamt 82 Funde (14%) lassen sich unmittelbar mit saalekaltzeitlichen (oder älteren) Ablagerungen in Zusammenhang bringen. Allerdings bieten diese im südlichen Brandenburg gelegenen Altmoränenhochflächen nur wenige Aufschlüsse.
Die dokumentierten Funde sind ausschließlich Einzelfunde von Überkornhalden in. Diese grobe, aus sandigen bis kiesigen Horizonten abgetrennte Gesteinsfraktion kann umgelagertes Material aus älteren Glazial-Ablagerungen enthalten. Statistische Daten zur glaziostratigraphischen Verbreitung von Rhombenporphyr-Geschieben in weichsel- und saalezeitlichen Ablagerungen in brandenburgischen Glazialablagerungen ließen sich daher nicht erheben und wären nur durch Zählungen aus Tillablagerungen zu leisten. Entsprechende Funde dürften hier jedoch auch bei ausdauernder Suche nur sehr selten gelingen.
Bemerkenswert ist die hohe Fundanzahl in unmittelbarer Nähe der nordöstlichen Verbreitungsgrenze der Rhombenporphyr-Geschiebe am Nordrand des Oderbruchs (s. SCHULZ 1973). Aus der Grube Hohensaaten (Lokalität 3 in Abb. 52) stammen 9, aus mittlerweile stillgelegten Gruben der unmittelbaren Umgebung zwei weitere Funde.
Der Geschiebesammler W. Bennhold trug im Laufe mehrerer Jahrzehnte mindestens 53 Rhombenporphyr-Geschiebe zusammen. Sie stammen überwiegend aus dem kompliziert gebauten Stauchmoränenkomplex der Rauener Berge im Bereich des Frankfurter Stadiums der Weichsel-Vereisung. Nach ZWENGER 1991 ist der genaue Herkunftshorizont zwar nicht präzisierbar, jedoch dürften die RP-Geschiebe überwiegend saalezeitlichen Bildungen entstammen, weil die weichselkaltzeitlichen Ablagerungen hier nur geringmächtig ausgebildet sind. Bennholds Funde werden in der Geschiebesammlung im Museum Fürstenwalde aufbewahrt (Abb. 58).
Als Ursache für Fundhäufungen von Rhombenporphyren außerhalb ihres Hauptverbreitungsgebietes nennt SCHULZ 1973 einen wechselnden Einfluss des norwegischen Gletscherstroms. Rhombenporphyre wurden während des Drenthe-Stadiums der Saale-Vereisung und während des Brandenburgischen Stadiums der Weichsel-Vereisung weit nach Osten transportiert. Auch EIßMANN 1967 (in EHLERS 2011: 47) nimmt an, dass ein norwegisch-westschwedischer Eisstrom, dessen östlichste Ausdehnung etwa bis in den Raum Bornholm reichte, zu verschiedenen Zeiten durch einen nordschwedisch-finnischen Eisstrom abgelenkt wurde. Rhombenporphyr-Geschiebe von relativ weit östlich gelegenen Fundlokalitäten dürften daher eher nicht aus aufgearbeiteten Ablagerungen der Elster-Vereisung stammen. Dafür spricht auch die weit westlich der Maximalausdehnung elsterzeitlicher Sedimente, etwa im Raum Grimma gelegene Verbreitungsgrenze der Rhombenporphyre in Sachsen (SCHULZ 1973).
Geschiebefunde anderer Gesteine aus dem Oslo-Graben scheinen trotz intensiver Suche in Brandenburg nur sehr spärlich vorzukommen. MEYER AP 1964 berichtet von Fundhäufungen in der Kiesgrube am Stener Berg (Berlin). Aus der Kiesgrube Fresdorfer Heide bei Potsdam stammen zwei, aus der Kiesgrube Niederlehme ein Larvikit-Geschiebe. Ein weiterer Fund durch W. Bennhold aus den Rauener Bergen wird im Museum Fürstenwalde aufbewahrt. Herr D. Schmälzle (†) (Berlin) berichtet von einem Larvikit-Geschiebe aus dem nördlichen Brandenburg (mündl. Mitteilung). Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang vereinzelte Funde südwestschwedischer Leitgeschiebe wie Schonengranulit und „Flammenpegmatit“ (Slg. Torbohm: 7 Funde), die bisher offenbar nur wenig Beachtung fanden und ebenfalls durch einen norwegisch-westschwedischen Eisstrom nach Brandenburg gelangt sein dürften.
Abb. 53: Bisher größter Rhombenporphyr-Fund aus Brandenburg (20 x 15 x 10 cm); gut erhaltenes Exemplar mit dunkelgrauer Grundmasse und silbrig glänzenden, transparenten Feldspäten; Kiesgrube Niederlehme bei Berlin; Slg. M. Torbohm.
Abb. 54: gleicher Stein, polierte Schnittfläche
Abb. 55: Nahaufnahme
Abb. 56: Rhombenporphyr mit eingeregelten Feldspäten (Kolsås-Typ), Kiesgrube Niederlehme.Abb. 57: Rhombenporphyr mit gelblichen bis orangefarbenen Feldspäten, Aufnahme unter Wasser (Kiesgrube Niederlehme).Abb. 58: Eigens gedrucktes „Festkärtchen“ zum 50. Rhombenporphyr-Fund aus der Umgebung von Fürstenwalde (Sammlung Bennhold, Museum Fürstenwalde).Abb. 59: Blasige Rhombenporphyr-Lava, einsprenglingsarmer Typ. Kiesgrube Teschendorf, leg. St. Schneider.Abb. 60: Rhombenporphyr-Lapillistein, polierte Schnittfläche. Kiesgrube Falkenthal, Löwenberger Land.Abb. 61: Rhombenporphyr aus roten und braunen, fest miteinander verbundenen Vulkanit-Fragmenten (Lavastrombrekzie). Die Bezeichnung „Agglomeratlava“ ist nach aktueller Nomenklatur Pyroklastiten vorbehalten, die zu mind. 75% aus Bomben (Vulkanoklasten über 63 mm) bestehen. Fundort: Hohensaaten an der Oder, Slg. St. Schneider.Abb. 62: Rhombenporphyr-Geschiebe aus SE-Brandenburg (Papproth, Tagebau Welzow-Süd, Niederlausitz).Abb. 63: Fund aus dem Berliner Stadtgebiet; Kiesgrube Spandau, leg. A.P. Meyer, Aufnahme unter Wasser.Abb. 64: rotgrauer Rhombenporphyr, Kiesgrube Hartmannsdorf bei Berlin.Abb. 65: graubrauner, deutlich magnetischer Rhombenporphyr mit dunkelgrauen Feldspäten, umgeben von gelben Säumen (Langtangen-Typ, RP14a); polierte Schnittfläche, Kiesgrube Teschendorf bei Oranienburg.Abb. 66: Rhombenporphyr mit körniger Grundmasse. Kiesgrube Oderberg-Bralitz; Slg. St. Schneider.Abb. 67: Intrusiver Typ mit körniger Grundmasse. Kiesgrube Hoppegarten bei Müncheberg.Abb. 68: Der helle Rhombenporphyr enthält sekundär mit klarem Quarz gefüllte ehemalige Blasenhohlräume. Kiesgrube Borgsdorf/Velten bei Oranienburg, leg. St. Schneider.
Der letzte Fund ist ein großes Rhombenporphyr-Geschiebe aus der Kiesgrube Teschendorf bei Oranienburg.
Abb. 69: Rhombenporphyr, Kiesgrube Teschendorf, Breite 16 cm.
Abb. 70: polierte Schnittfläche
Abb. 71: Nahaufnahme
10. Literatur
BUCH L v 1810 Reise durch Norwegen und Lappland – Berlin.
EHLERS J 1988 Skandinavische Geschiebe in Großbritannien – Der Geschiebesammler 22 (2): 49-64, 5 Abb., Hamburg.
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EIßMANN L 1967 Rhombenporphyrgeschiebe in Elster- und Saalemoränen des Leipziger Raumes – Abhandlungen und Berichte des naturkundlichen Museums „Mauritianum” Altenburg 5: 37-46, 2 Abb., 1 Tab., Altenburg.
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