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Die Magmatite des Oslograbens

Abb. 1: Rhombenporphyr, Geschiebe von Hirtshals (DK), Breite 11 cm.

Das Oslogebiet in Südnorwegen beheimatet eine Vielfalt von Gesteinen mit besonderen Eigenschaften. Die Magmatite in dieser als Oslograben bezeichneten Gesteinsprovinz zeichnen sich durch einen hohen Alkaligehalt und vergleichsweise ungewöhnliche Gefüge aus. Vulkanite, Plutonite und Ganggesteine nehmen eine Fläche von etwa 200 x 60 km ein und entstanden im Zuge magmatischer Tätigkeit während der Öffnung eines Kontinentalgrabens im Karbon/Perm vor etwa 300 Millionen Jahren. Sie sind damit deutlich jünger als die proterozoischen Gesteine des benachbarten Grundgebirges. Eine Reihe von Oslo-Magmatiten ist als Geschiebe erkennbar, darunter Rhombenporphyr (Abb. 1) und Larvikit (Abb. 2) als wichtigste Leitgeschiebe.

Anlass zur Vorstellung der wichtigsten Oslo-Gesteine aus geschiebekundlicher Sicht bot die Übernahme von Teilen der umfangreichen Sammlung von Henrik Arildskov (Hjørring, N-Dänemark) durch das Eiszeit Haus Flensburg. Henrik hat im Laufe von Jahrzehnten unzählige Anstehendproben, Nahgeschiebe und Geschiebe, u. a. von Gesteinen aus dem Oslograben zusammengetragen. Im mehreren Artikeln wird eine Auswahl aus diesem reichhaltigen Fundus gezeigt. In naher Zukunft können Teile der Sammlung Arildskov im Lager des Eiszeit-Hauses Flensburg eingesehen werden.

  1. Die geologische Entwicklung des Oslograbens
  2. Die Magmatite des Oslograbens
    3.1. Leitgeschiebe
  3. Literatur
Abb. 2: Larvikit, plutonisches Äquivalent des Rhombenporphyrs, Geschiebe am Hirtshals Kliff (DK), Breite 24 cm.
Abb. 3: Blick in die Sammlung Henrik Arildskov (Hjørring/DK).

1. Die geologische Entwicklung des Oslograbens

Die geologische Geschichte des Oslograbens beginnt vor etwa 300 Millionen Jahren mit der Bildung eines kontinentalen Grabenbruchs innerhalb des präkambrischen Grundgebirges (RAMBERG et al. 2008, LARSEN et al. 2008). An einer lang gezogenen tektonischen Schwächezone kommt es zu einer Dehnung und Einsenkung (Grabenbildung) der Erdkruste. Damit verbunden ist eine Verdünnung der Kruste und ein Nachlassen des Auflastdrucks krustaler Gesteine, was die Bildung magmatischer Schmelzen an der Kruste-Mantel-Grenze, sog. Dekompressionsschmelzen ermöglicht. Im Verlauf des Riftings steigen Schmelzen an tief in die Kruste reichenden Störungen und Verwerfungen auf und erreichen als Vulkanite die Erdoberfläche oder bleiben als Plutonite in der oberen Erdkruste „stecken“.

In kontinentalen Rift-Zonen gebildete Dekompressionsschmelzen zeichnen sich durch einen relativ hohen Alkaligehalt aus. Kennzeichnend für die meisten Vulkanite, Subvulkanite und Plutonite der Eruptivprovinz des Oslograbens ist ihr Na-Reichtum, verbunden mit dem Auftreten von ternären Feldspäten (Anorthoklas) sowie Alkalipyroxenen (Ägirin) und Na-reichen Hornblenden (z. B. Arfvedsonit). Der Ursprung der Magmen wird mantelplumes.org diskutiert. Die magmatische Tätigkeit im Oslograben beginnt im Perm und erstreckt sich über den Zeitraum vor 310-241 Ma bis in die frühe Trias. Intensiver Vulkanismus und das eigentliche Rifting nehmen eine Dauer von 20-30 Millionen Jahren ein.

Abb. 4: Übersichtskarte Oslogesteine, Karte leicht verändert nach rapakivi.dk.

Die heutige Verbreitung der Oslo-Magmatite an der Oberfläche ist das Ergebnis von rund 250 Millionen Jahren Erosion und Abtragung. Im Süden des Oslograbens stehen verbreitet monzonitische Plutonite (Kjelsåsit, Larvikit) an, im zentralen Teil Drammen- und Finnemarka-Granit, im Norden (Hurdalen) überwiegen Syenite und Alkaligranite (Nordmarkit, Ekerit). Das Krogskogen-Plateau im Norden und das Vestfold-Gebiet weiter südlich sind die zwei großen Gebiete mit Rhombenporphyr-Vulkaniten. Kleinere Vorkommen von Basalten, Rhyolithen und weiteren Gesteinen finden sich verstreut im gesamten Oslogebiet.

Zur SSW-NNE-streichenden Grabenstruktur des Oslo-Rifts gehören neben den Magmatiten auch Relikte kambrischer bis silurischer Sedimentgesteine, meist Tonschiefer und Kalke, ab dem Obersilur auch rote und graue Sand- und Siltsteine (Ringerike-Sandstein). Im Kontaktbereich aufsteigender Plutonite zu Sedimentgesteinen kam es zu Bildung von Hornfelsen.

Die magmatische Entwicklung im Oslograben lässt sich in 6 Phasen skizzieren und (RAMBERG et al. 2008, LARSEN et al. 2008):

1. Bildung eines Sedimentbeckens mit dem Abtragungsschutt des Kaledonischen Gebirges. Unmittelbar vor Einsetzen des Riftings (308-305 Ma) kommt es zum Aufstieg erster Magmen. Syenitische (z. B. Maenait) bis basische (z. B. Camptonite) Ganggesteine durchschlagen paläozoische Sedimentgesteine und bilden Lagergänge mit Mächtigkeiten bis 10 m.

2. Den Beginn des Riftings (300-292 Ma) markiert basaltischer Vulkanismus an verschiedenen Orten des Oslogebietes. Diese als B1 bezeichneten Basalte, Alkali-Olivin-Basalte, Basanite sowie Melilithe und Nephelinite erreichten Mächtigkeiten bis 1.500 m.

3. Höhepunkt des riftgebundenen Magmatismus mit Spalteneruptionen von Rhombenporphyr-Lava (292-275 Ma), untergeordnet setzt sich der basaltische Vulkanismus fort. Die Rhombenporphyr-Lava war sehr heiß und dünnflüssig, ihr Ausfließen vollzog sich vergleichsweise „ruhig“. Etwa alle 250.000 – 600.000 Jahre kam eine weitere Rhombenporphyr-Lage dazu. Zwischen den Rhombenporphyr-Lagen treten gelegentlich Ablagerungen von Sedimenten aus Phasen vulkanischer Inaktivität auf (u. a. Rhombenporphyr-Konglomerate). Die magmatische Entwicklung verlagerte sich vom Krogskogen-Gebiet (RP1-RP12) allmählich nach Süden nach Vestfold (RP12c-RP26). Die Lavaplateaus der Rhombenporphyre bedeckten einst große Flächen und erreichten Mächtigkeiten bis 3.000 m, das Volumen an ausgeflossener Lava wird auf etwa 1.000 km³ (!) geschätzt.

Zum Ende der dritten Phase, ab etwa 280 Ma, kommt es zum Aufstieg larvikitischer Batholithe in die oberen Bereiche der Erdkruste. Die Gesteinsfolge der Larvikit-Serie beginnt mit dem Kjelsåsit, einer Ca-reichen Variante des Larvikits, und führt über quarz- bis nephelinführende Larvikite (mit Tönsbergit als roter Variante) zu Nephelinsyeniten, darunter der riesenkörnige Lardalit und der mittelkörnige Foyait.

4. In der Reifephase des Riftings (280-265) entstehen große basaltische Zentralvulkane (hauptsächlich Alkali-Olivin-Basalte), während sich die Eruption von Rhombenporphyren mit verminderter Aktivität fortsetzt.

Die Entleerung der basaltischen Magmakammern hinterlässt ein gas- und SiO2-reiches Rest-Magma. Mit seinem Aufstieg erreicht der Vulkanismus vor etwa 270 Ma ein explosives Stadium, verbunden mit Bildung und Kollaps von Calderen. Dabei wurden große Mengen rhyolithischer Tuffe und Ignimbrite ausgeworfen. Durch den Caldera-Kollaps entstandene große ringförmige Störungen füllten sich mit syenitischen, monzonitischen bis rhyolithischen Magmen (Ringgänge), im Zentrum der Calderen intrudierten Zentraldome (cone sheets) mit gleicher Zusammensetzung. Bislang wurden im Oslograben 13 Calderen ehemaliger Stratovulkane nachgewiesen, einige davon besaßen die Größe des Vesuvs und Ätnas.

An den Anfang der 4. Phase vor 280 Ma fällt auch der Aufstieg der ersten Granit-Plutone (sog. Biotitgranit I mit Drammen- und Finnemarka-Batholith) sowie einiger kleinerer Alkaligabbro-Intrusionen.

5. Magmatisches Nachspiel mit großen syenitischen Batholithen (270-250 Ma) von Alkali-Syeniten bis Alkali-Graniten wie Nordmarkit und Ekerit. Die Plutonite dringen in die Lavaergüsse, Calderen und früheren Batholithe auf und verwischen teilweise ältere Strukturen.

6. Intrusion kleinerer Granit-Massive (Biotitgranit II) und Gängen nördlich von Oslo (Tryvann/Hurdal) sowie Basiten (Gabbros) im Zeitraum 250-241 Ma.

2. Die Magmatite des Oslograbens

Wer sich mit den Magmatiten des Oslograbens beschäftigt, hat es mit einer Fülle von Gesteinsnamen zu tun. Obwohl Alkaligesteine insgesamt nur einen kleinen Teil der Magmatite ausmachen, erregten sie schon immer die Aufmerksamkeit von Geologen. Dies führte zu einer ungleich größeren Zahl teilweise exotisch klingender Gesteinsbezeichnungen und Lokalnamen. Im Falle des Oslograbens gehen viele Bezeichnungen auf Erstbeschreibungen durch den Geologen W. C. Brøgger (1851-1940) zurück. Brøggers jahrzehntelange Forschungen spiegeln sich in einem umfangreichen Schrifttum mit außerordentlich differenzierten petrographischen Beschreibungen wider. Darüber hinaus stellte Brøgger 20 Typensammlungen zu je 227 Handstücken zusammen, geordnet nach den Verwandtschaftsbeziehungen der Gesteine. Diese Sammlungen wurden durch die Firma F. Krantz an Universitäten verkauft und verhalfen den Oslo-Magmatiten zu europaweiter Bekanntheit. Eine nahezu vollständige Sammlung befindet sich in der BGR Berlin-Spandau und der Mineralogischen Sammlung der Humboldt-Universität im Naturkundemuseum Berlin. Nähere Informationen zur Brøggerschen Sammlung mit Bildern von Handstücken finden sich auf skan-kristallin.de.

Brøggers Gesteinsbezeichnungen unterlagen hinsichtlich ihrer petrographischen Bedeutung im Laufe der Zeit mehrfach einem Wandel durch nachfolgende Bearbeiter. Manche Bezeichnungen sind nach heutiger Nomenklatur als veraltet oder sogar unzutreffend anzusehen (z. B. Oslo-Essexit). Beim Studium der alten Schriften ist dies zu berücksichtigen. Die Verwendung von Lokalnamen ist auch heute noch sinnvoll und „erlaubt“, wenn sie einen Erkenntnisgewinn im Sinne einer petrographischen Differenzierung bedeutet. Nützlich ist die Ergänzung durch allgemeine Gesteinsbezeichnungen gemäß aktueller Nomenklatur (LE MAITRE et al. 2004) bzw. Klassifikation nach QAPF-Diagramm, z. B Rhombenporphyr = Latit, Larvikit = Anorthosit-Monzonit oder Nordmarkit = Alkalifeldspatsyenit.

2.1. Leitgeschiebe

Aus geschiebekundlicher Sicht empfiehlt sich eine Betrachtung der Oslo-Gesteine in der Reihenfolge ihrer flächenmäßigen Verbreitung im Anstehenden (Abb. 4). Diese entspricht nicht ganz ihrer Häufigkeit als Geschiebe. So steht der Rhombenporphyr an dritter Stelle, ist aufgrund seiner leichten Erkennbarkeit aber auch in glazialen Ablagerungen mit wenig Oslo-Material das wichtigste Leitgeschiebe. Rhombenporphyr-Geschiebe treten nach SMED & EHLERS 2002 ungleich häufiger als Larvikit oder Nordmarkit auf, weil sie als Vulkanite im Anstehenden im Vergleich zu den Plutoniten eine engständigere Klüftung aufweisen und damit bevorzugt kleinere Geschiebe ausbilden.

Gesteinstypkm²
Larvikit / Tönsbergit  
Nordmarkit / Pulaskit  
Rhombenporphyr  
Biotitgranit  
Ekerit  
Basalt  
Kjelsåsit  
Lardalit und Nephelinsyenit  
Trachyt, Quarzporphyr 
Tuff
Oslo-Essexit    
1.705
1.400
1.160
840
821
220
201
65
55
25
15  

Summe

6.507 km²
Abb. 4: Flächenmäßige Verbreitung der Oslo-Gesteine im Anstehenden in qkm (nach BARTH 1945, abgeändert durch OFTEDAHL 1960).

Einige Oslo-Magmatite sind als Geschiebe schwer bestimmbar. Mitunter lässt sich der Mineralbestand, insbesondere das Mengenverhältnis der Feldspäte, mit makroskopischen Mitteln nicht sicher ermitteln. Manche Magmatite treten in zahllosen Gefügevarianten auf, zudem sind aus dem Anstehenden gegenseitige nahtlose Übergänge von mehreren Gesteinstypen bekannt. Das Studium von Vergleichsproben erweist sich in jedem Fall als hilfreich.

Lokalitäten mit viel Geschiebe-Material aus dem Oslograben beschränken sich auf N-Dänemark und S-Norwegen. An allen anderen Fundorten treten Oslo-Gesteine eher vereinzelt auf: Rhombenporphyre, mal ein Larvikit, Nordmarkit, Oslo-Basalt oder Oslo-Ignimbrit. Die Beiträge zu den Oslo-Gesteinen auf dieser Seite gliedern sich grob nach ihrer petrographischen Verwandtschaft, Überschneidungen sind dabei nicht ganz vermeidbar. Beschreibungen bestimmter Gesteinstypen lassen sich auch über die Gesteinsliste aufrufen.

Vulkanite:

Plutonite:

Ganggesteine:

Hornfels

3. Literatur

Zur Geologie des Oslograbens und Petrographie der Oslo-Gesteine existiert ein umfangreiches Schrifttum (Auswahl). Als Einstieg seien empfohlen: RAMBERG et al. 2008, LARSEN et al. 2008, OFTEDAHL 1960, als Exkursionsführer HOLTEDAL & DONS 1966, DONS & LARSEN 1978. Ausführliche petrographische Beschreibungen finden sich in den Arbeiten von BRØGGER. Zahlreiche Abbildungen von Anstehendproben bietet die Seite skan-kristallin.de, ein ausführlicher Exkursionsbericht ist auf kristallin.de nachzulesen.

ANDERSEN T et al. 2002 Timing of late- to post-tectonic Sveconorwegian granitic magmatism in South Norway – NGU 440.

BARTH T 1945 Studies of the Igneous Rock Complex of the Oslo Region II. Systematic petrography of the Plutonic Rocks – Det norske Videnskaps-akadami i Oslo. Skrifter I.

BOSE M K 1969 Studies on The Igneous Rock Complex Of The Oslo Region. XXI The Petrology Of The Sørkedalite – A Primitive Rock From The Alkali Igneous Province Of Oslo. Oslo, 1969.

BRØGGER WC 1890 Die Mineralien der Syenitpegmatitgänge der südnorwegischen Augit- und Nephelinsyenite in: Zeitschrift für Krystallographie und Mineralogie. Hrsg. P. Groth, Bd. 16, Leipzig 1890.

BRØGGER W C 1894 Die Eruptivgesteine des Kristianiagebietes I. Die Gesteine der Grorudit-Tinguait-Serie – Videnskabsselskkabets Skrifter I. Mat.-naturv. Kl. I. 1894.

BRØGGER W C 1906 Eine Sammlung der wichtigsten Typen der Eruptivgesteine des Kristianiagebietes nach ihren geologischen Verwandtschaftsbeziehungen geordnet. Nyt Magazin for Naturwidenskaberne, A.W. Brøggers Bogtrykkerie 1906 (als Faksimile).

BRØGGER WC 1931a Die Eruptivgesteine des Kristianiagebietes V. Der große Hurumvulkan – Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I Nr. 6, 1930.

BRØGGER WC 1932 Die Eruptivgesteine des Oslogebietes VI. Über verschiedene Ganggesteine des Oslogebietes – Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I Nr. 7, 1932.

BRØGGER WC 1933 Die Eruptivgesteine des Oslogebietes: VII. Die chemische Zusammensetzung der Eruptivgesteine des Oslogebietes – Skrifter, Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I. 1933.

DONS J A & LARSEN B 1978 The Oslo Paleorift. A Review and Guide to Excursions. – NGU Universitetsforlaget.

HOLTEDAHL O 1943 Studies on the Igneus Rock Complex of the Oslo Region – I. Some Structural Features of the District Near Oslo. – 71 S., 1 Kte., 39 Fig. – Skrifter ugitt av det Norske Videnskaps-Akademi i Oslo.

HOLTEDAHL O & DONS J A 1966 Geological guide to Oslo and districts (with map 1: 50000) – Universtitsforlaget Oslo.

LARSEN A O 2010 The Langesundsfjord. History, Geology, Pegmatites, Minerals – Bodeverlag, Salzhemmendorf, 2010.

LARSEN B, OLAUSSEN S, SUNDVOLL B & HEEREMANS M 2008 The Permo-Carboniferous Oslo Rift through six stages and 65 million years – Episodes, Vol. 31 (1), 52-58.

LE MAITRE et al 2004 Igneous Rocks: A Classification and Glossary of Terms. Edited by R. W. Le Maitre and A. Streckeisen and B. Zanettin and M. J. Le Bas and B. Bonin and P. Bateman – 252 S., Cambridge University Press, ISBN 0521619483.

OFTEDAHL C 1952 Studies on the igneous rock complex of the Oslo region. XII. The Lavas – Skrifter utgitt av Det Norske Videnskaps-Akademi i Oslo (I) Matematisk-Naturvidenskapelig Klasse 3: 64 S., 21 Abb., 6 Tab., Oslo (Universitetsforlag).

OFTEDAHL C 1967 Magmen-Entstehung nach Lava-Stratigraphie im südlichen Oslo-Gebiete – Geologische Rundschau 47: 203-218, 5 Abb., 2 Tab., Stuttgart.

OFTEDAHL C 1960 Permian rocks and structures of the Oslo region – Geology of Norway (Vol. 208, pp. 298-343). I Kommisjon hos H. Aschehoug & Co., Oslo.

OFTEDAHL C & DONS J 1957 Geological Guide to Oslo and District – Oslo.

PETERSEN J S 1978 Structure of the Larvikite-Lardalite Complex, Oslo-Region, Norway, and its Evolution – Geologische Rundschau 67, S. 330-342.

RAMBERG I B, BRYHNI I, NÖTTVEDT A, RANGNES K (Hrsg) 2008 The Making of a Land – Geology of Norway, Norsk Geologisk Forening, Trondheim 2008.

SAETHER E 1962 Studies on the Igneous Rock Complex of the Oslo Region. XVIII. General investigation of the igneous rocks in the area north of Oslo. NVAMK.

SMED P & EHLERS J 2002 Steine aus dem Norden (2.Aufl.) – 194 S., 34 Taf., 67 Abb., 1 Kte. (rev. 2008), Berlin, Stuttgart (Gebr. Borntraeger).

ZANDSTRA J G 1988 Noordelijke Kristallijne Gidsgesteenten ; Een beschrijving van ruim tweehonderd gesteentetypen (zwerfstenen) uit Fennoscandinavië – XIII+469 S., 118 Abb., 51 Zeichnungen, XXXII farbige Abb., 43 Tab., 1 sep. Kte., Leiden etc. (Brill).

Ganggesteine des Oslograbens

In allen Phasen des Riftings kam es im Oslogebiet durch raschen Aufstieg und relativ schnelle Abkühlung von Magmen entlang von Spalten zur Intrusion von Gängen, Sills und kleinen Massiven. Diese Ganggesteine des Oslo-Grabens decken das ganze Spektrum möglicher Zusammensetzungen ab, von ultrabasisch und basisch über monzonitisch, syenitisch bis granitisch. Entsprechend existiert eine Fülle von Gesteins- und Lokalbezeichnungen, die mehrheitlich auf Brøggers Erstbeschreibungen zurückgehen (BRØGGER 1894, 1898, 1932):

  • Lamprophyre: Camptonit, Kersantit, Madeirit
  • basische Ganggesteine: Diabase, Olivindiabase
  • Syenitische Ganggesteine: Heumit, Lestiwarit, Maenait, Lindöit, Bostonit, Hedrumit, Akeritporphyre
  • Grorudit-Tinguait-Serie: Grorudit, Sölvsbergit, Tinguait
  • gangförmige Rhombenporphyre (intermediäre Latite u. ä.)
  • Quarzporphyre (Rhyolithe) und Trachyte aus ringdykes und sheeted dikes
  • Kullaite (trachytische Mischgesteine).

Eine Bestimmung der meist feinkörnigen Gesteine von Hand ist nur in wenigen Fällen möglich, auch als Geschiebe sind sie kaum sicher erkennbar (Ausnahme: Grorudit). Im Folgenden werden einige Beispiele vorgestellt, weitere Ganggesteine in anderen Abschnitten gezeigt (Hedrumit, Akeritporphyr, Rhyolithe etc.). Abschnitt 4 skizziert die Grenzen makroskopischer Bestimmbarkeit anhand ausgewählter Geschiebefunde.

  1. Camptonit
  2. Kugelkersantit
  3. Syenitische und monzonitische Ganggesteine (Maenait)
  4. Unbestimmte Geschiebefunde
  5. Grorudit – Sölvsbergit – Tinguait
  6. Kullait
  7. Literatur

1. Camptonit

BRØGGER 1898: 48-61 nennt das Auftreten mehrerer Hundert Gänge von Camptoniten im Oslogebiet und beschreibt ausführlich die Gesteine einiger Lokalitäten. Nur bei einem Teil dürfte es sich um Camptonite nach heutigem Verständnis als lamprophyrische Ganggesteine handeln, ein anderer dunkle basaltische Gesteine wie Diabase und „Proterobase“ (alterierte Basalte). Die Intrusion camptonitischer Gänge in silurische Sedimentgesteine markiert die Zeit unmittelbar vor Einsetzen des Riftings im nördlichen Teil des Oslograbens.

Abb. 1: Camptonit, Anstehendprobe, SE von Jarenvatnet (NOR), N Gran, östl. d. Strasse (60.37435, 10.56391). M. Bräunlich leg., Slg. der BGR in Berlin-Spandau.
Abb. 2: Nahaufnahme der feinkörnigen Grundmasse mit schwarzen Pyroxen-Einsprenglingen und etwas grünem Olivin.

Nach SCOTT 1980 überwiegen unter den „echten“ Camptoniten porphyrische Varianten mit dunkelgrauer und feinkörniger Grundmasse sowie idiomorphen Einsprenglingen von Klinopyroxen (bis 1cm) und braunem Amphibol (bis 2 cm, eher stengelig) in etwa gleicher Menge. Gelegentlich treten Mandeln mit Kalzit und Plagioklas auf, selten sind Chlorit-Pseudomorphosen nach Olivin. Die Gesteine können durch Alteration vergrünt sein.

Als Geschiebe dürften Camptonite nur selten auftreten und zudem schwer erkennbar sein, da man sie mit augit-porphyrischen Basalten sowie Olivin-Basalten oder Basaniten verwechseln kann. Camptonite enthalten keine Plagioklas- bzw. Feldspat-Einsprenglinge. Die feinkörnige Grundmasse besteht, sofern erkennbar, im Wesentlichen aus Plagioklas, dunklen Mineralen (Amphibol und/oder Pyroxen), darunter grüne oder rote (umgewandelte) Olivin-Körner (vgl. Abb. auf rapakivi.dk). Ophitisches Gefüge (feine Feldspatleisten) fehlt, tritt aber in vielen (nicht allen) Pyroxen-Basalten auf. Vorbehaltlich als Camptonit bestimmte Funde oder solche ohne eindeutige Zuordnung zeigen Abb. 7-8 und 12-13 im Abschnitt über die Oslo-Basalte.

Abb. 3: Camptonit, Anstehendprobe von Maena (NOR), Westfuß von Brandberget, Kirchspiel Brandbu, leg. Finckh 1906, Slg. der BGR Berlin.

2. „Kugelkersantit“

Kersantite sind Biotit-Hornblende-Augit-Lamprophyre. Porphyrische Varianten enthalten Einsprenglinge von Biotit, optional Pyroxen, Hornblende oder Olivin, aber keinen Plagioklas. Die dunkelgraue Grundmasse besteht aus den gleichen Mineralen, zusätzlich Plagioklas, gelegentlich auch Orthoklas (LE MAITRE et al. 2004). BRØGGER 1898: 71-84 beschreibt einen „Bronzit-Kersantit“ sowie weitere Ganggesteine, die neben Hornblende- auch Plagioklas-Einsprenglinge enthalten und damit nicht der aktuellen petrographischen Definition entsprechen (vgl. Proben auf skan-kristallin.de).

In der Sammlung H. Arildskov fanden sich drei Geschiebe von recht unterschiedlichem Aussehen, die als „Kugelkersantit“ bestimmt wurden. TRÖGER 1934, Nr. 884 beschreibt als „Kugelkersantit“ einen Lamprophyr-Mandelstein, dessen Hohlräume mit Feldspat, Quarz und Kalzit ausgefüllt wurden. Die runden Aggregate in den Funden Abb. 4-13 sind allerdings eher dunkel. Auch Ähnlichkeiten mit den Brøgger-Handstücken sind nicht erkennbar. Die Zuordnung der Gesteine bleibt bis auf weiteres offen.

Abb. 4, 5: „Kugelkersantit“ (?), gelblichbraunes Gestein mit dunklen Flecken, Breite 115 mm, Ulbjerg Klint, Limfjorden (DK), ex coll. H. Arildskov (LL107).

Abb. 6: dunkles und mehrphasiges Ganggestein („Kugelkersantit“, NO 547) Stenvik/Tofte (NOR).
Abb. 11: Nahaufnahme. Die runden, teils auch angedeutet sechseckigen „Flecken“ weisen einen schmaleren dunklen Rand auf. Die Grundmasse enthält neben reichlich Feldspat auch nadelförmige dunkle Minerale (Ägirin?).
Abb. 12: helle Verwitterungsrinde eines dunklen Ganggesteins („Kugelkersantit“, NO 1158), Filtvet/Hurum (NOR).
Abb. 13: Nahaufnahme. Die Grundmasse besteht aus Feldspat und einem gelblichbraunen Mineral (kein Glimmer), das Gestein reagiert auf einen Handmagneten. Die dunkleren kugeligen Aggregate weisen eine Zonierung auf (heller Saum), enthalten leistenförmige Feldspäte (Plagioklas) und sind nicht magnetisch.

3. Syenitische und monzonitische Ganggesteine

Die syenitischen bis monzonitischen Ganggesteine des Oslo-Grabens sind mehr oder weniger leukokrate (helle) und feinkörnige, zum großen Teil aus Feldspat (Albit, Orthoklas) bestehende Gesteine. Zur dieser Gruppe gehören Heumit, Lindöit, Maenait, und Bostonit (Anstehendproben s. skan-kristallin.de), ein Teil der Syenitporphyre, Glimmersyenitporphyre und Akeritporphyre sowie Hedrumit und Lestiwarit als Begleiter der Nephelinsyenite.

Eine ältere, zu Beginn des Riftings in silurische Sedimentgesteine intrudierte Generation von Ganggesteinen sind die syenitischen bis trachytischen Maenaite. Sie treten in zahlreichen Gefügevarianten auf, auch mit porphyrischem Gefüge (Maenaitporphyr), und bestehen aus Albit und Orthoklas, neben dunklen Mineralen (Pyroxen und Amphibol). Gegebenenfalls kann etwas Quarz enthalten sein.

Abb. 14: Maenait, Anstehendprobe von der Insel Tofteholmen (NOR), Dr. Heidrich leg. 2.7.1965, Slg. der FU Berlin (Lankwitz).

4. Unbestimmte Geschiebefunde

Ein Geschiebefund von Hökholz ist ein feinkörniger basischer Vulkanit mit vereinzelten schwarzen Pyroxen-Einsprenglingen und weißen Mandeln. In der Grundmasse sind zahlreiche nadelförmige dunkle Minerale erkennbar, wahrscheinlich Ägirin (ein Na-Fe-Pyroxen). Dies weist auf einen alkalireichen Vulkanit bzw. Ganggestein hin, ebenso der Olivin-Pyroxen-(Mantel?-)Xenolith in der Bildmitte Abb. 16. Das Gestein ist ohne Dünnschliffuntersuchung nicht näher bestimmbar. Vermutet wird eine Herkunft aus dem Oslograben, Vergleiche mit Anstehendproben könnten in Richtung Madeirit weisen.

Abb. 15: Alkalivulkanit/Ganggestein mit schwarzen Pyroxen-Einsprenglingen und weißen Mandeln. Geschiebe vom Geschiebestrand Hökholz.
Abb. 16: Nahaufnahme, Peridotit(?)-Xenolith aus Olivin und Pyroxen.
Abb. 17: Nahaufnahme unter Wasser.

Als „Hedrumit von Skirstad-Kjern“ wurde der Fund aus der Slg. H. Arildskov bestimmt (Referenz: KLEY 1941: 138, 144). Eine Übereinstimmung mit Abbildungen von Anstehendproben ist allerdings nicht erkennbar. Das Gestein dürfte eine intermediäre Zusammensetzung (Andesit oder Trachyt) besitzen, vgl. ähnliche Gefüge von Trachyt und Maenait-Porphyr auf skan-kristallin.de.

Abb. 18: feinkörniges intermediäres Ganggestein (Maenait-Porphyr?), Breite 13,5 cm, Steinvik/Tofte (NOR), NO 1048, ex coll. H. Arildskov.
Abb. 19: Nahaufnahme der nassen Oberfläche

Die hellgraue und feldspatreiche Grundmasse enthält weiße und leistenförmige Feldspat-Einsprenglinge sowie säulige bis stengelige dunkle Minerale (Pyroxen und Amphibol). Das Geschiebe ist durchsetzt mit kleineren kantigen bis rundlichen Einschlüssen eines feinkörnigen Fremdgesteins.

Abb. 20: An der Seite zeigen sich kantige Einschlüsse von schwarzer, grauer oder grüner Farbe. Die dunklen Säume bestehen aus kleinen „akkretierten“ Pyroxen-Kristallen.

Abb. 21-23 ist ein grünlichgraues und kleinkörniges Ganggestein mit stengeligen Amphibol- und nadeligen Ägirin(?)-Einsprenglingen. Die körnige Grundmasse besteht aus weißem, teils undeutlich rechteckigem (nicht leistenförmigem) Feldspat, einem unbestimmten grünen Mineral sowie orangefarbenen Körnern (Alkalifeldspat, Nephelin?). Auch in diesem Fall gelang bisher keine eindeutige Bestimmung (Maenaitporphyr, feinkörniger Hedrumit?).

Abb. 21: Ganggestein, Geschiebe von Broager (DK), Slg. T. Brückner.
Abb. 22: polierte Schnittfläche
Abb. 23: In der Nahaufnahme sind undeutlich konturierte und helle, teils rötlich gefärbte Einschlüsse erkennbar.

5. Grorudit – Sölvsbergit- Tinguait

Als „Grorudit-Tinguait-Serie“ beschreibt BRØGGER 1894: 5-66 eine Reihe „feinkörniger bis dichter, grün gefärbter und gewöhnlich ägirinreicher Ganggesteine“, die genetisch verwandt und durch Übergänge miteinander verbunden sind. Grorudit, Sölvsbergit und Tinguait bilden die Ganggesteinsäquivalente von Ekerit, Nordmarkit und Nephelinsyenit.

Abb. 24: Grorudit, Geschiebe aus der Vigsjö-Bucht (DK), leg. D. Lüttich.
Abb. 25: In der Nahaufnahme sind vereinzelt schwarze Ägirin-Nadeln erkennbar.

Der Grorudit gehört zu den wenigen Ganggesteinen aus dem Oslograben, die in porphyrischer Ausbildung auch als Geschiebe erkennbar sind. Das harte und zähe Gestein besitzt eine sehr feinkörnige Grundmasse, die in ihrer Farbe zwischen graugrün, blaugrün und hell- bis dunkelgrün variiert. Gelegentlich ist eine schlierige oder fluidale Textur erkennbar. Abgerollte Geschiebe fühlen sich weich und glatt an. Als Einsprenglinge treten 5-10 mm große und weiße, gelbliche bis rötliche Feldspäte auf, teils von rechteckiger oder leistenförmiger Gestalt, teils mit unregelmäßigen Konturen. Die Feldspäte sind stellenweise in Gruppen angeordnet. Für die Bestimmung wichtig ist das Vorhandensein einzelner schwarzer Nadeln von Ägirin (Na-Pyroxen).

Die mineralogische Zusammensetzung des Grorudits ist makroskopisch nicht erkennbar. Analysen ergaben eine granitische Zusammensetzung, wobei die Grundmasse Quarz in bedeutender Menge enthält, neben Feldspat und Ägirin, der für die grüne Färbung verantwortlich ist (Quelle?). Das Alter des Gesteins beträgt etwa 250 Millionen Jahre. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit vergrünten Basalten oder dem Särna-Tinguait. Den Basalten fehlen die Ägirin-Einsprenglinge. Der Särna-Tinguait enthält bedeutend mehr Ägirin, die Feldspat-Einsprenglinge sind meist silbrig-transparent, klar konturiert und nicht in Gruppen angeordnet.

Abb. 26: Grorudit-Geschiebe mit gelblich-braunen Feldspat-Einsprenglingen, nass fotografiert, Vigsjö-Bucht (DK), leg. D. Lüttich.

Abb. 27, 28: Grorudit-Geschiebe aus der Kiesgrube Nindorf-Breetze bei Lüneburg, nass fotografiert.

Abb. 29: Grorudit, polierte Schnittfläche, Nahgeschiebe aus Mølen (NOR), Slg. T. Brückner.
Abb. 30: Nahaufnahme, rechts oberhalb der Bildmitte ein sechseckiger Kopfschnitt eines Pyroxen-Einsprenglings.

Der Sölvsbergit (Sølvsbergit) zeichnet sich im Vergleich zu den Groruditen durch einen geringeren Quarzgehalt aus, bei sonst ziemlich gleichartiger Zusammensetzung. Die feinkörnigen und graugrünen Ganggesteine können durch Verwitterung recht hell werden. Einsprenglinge fehlen meist, allenfalls Feldspat-Einsprenglinge bis 10 mm treten auf. Die Grundmasse besteht aus Alkalifeldspat und Ägirin (in einigen Typen durch Hornblende ersetzt) und kann eine subparallele Einregelung aufweisen (trachytisches Gefüge). ZANDSTRA 1988: 404 stellt drei Typen vor. Insgesamt handelt es sich um ein ziemlich unauffälliges Gestein, das als Geschiebe kaum sicher erkennbar sein dürfte.

Abb. 31: Sölvsbergit, feinkörniges grünes Gestein mit einzelnen Ägirin-Nadeln, Anstehendprobe vom SE-Hang des Sölvberget zwischen Lunner und Berget, Hadeland (NOR), Dr. Heidrich leg. 14.07.1967, Sammlung der FU Lankwitz.

Das Geschiebe Abb. 32-33 aus der Sammlung H. Arilsdkov wurde gemäß der Beschreibungen von BRØGGER 1894: 67-108 als Sølvsbergit bestimmt. Dem Verfasser vermochte beim Studium dieser Quelle allerdings keine makroskopische Übereinstimmung erkennen.

Abb. 32, 33: Sölvsbergit (?), Geschiebe von Hirtshals (DK), ex coll. H. Arildskov.

Die Tinguaite des Oslograbens sind unauffällige, dunkel graugrüne und feinkörnige Ganggesteine mit spärlichen Feldspat-Leisten (Sanidin) und nadeligem Ägirin als Einsprengling.

Abb. 34: Tinguait von Hedrum (NOR), Spaltengang zwischen Asbjörnsröd und Abilsröd/Hedrum; Orig. Slg. Brøgger 1906, Slg. der BGR Berlin.

Der von JENSCH 2013 beschriebene Tinguait von Graver enthält zusätzlich transparente, bis 1 cm große Sanidin-Einsprenglinge mit kleinen Einschlüssen von Ägirin. Ein sphärolithischer Tinguait mit interstitialem Ägirin (Geschiebefund aus der Vigsö-Bucht) ist das Titelbild von Geschiebekunde aktuell 28 (5) 2012.

6. Kullait

Kullaite sind hybride Mischgesteine, gebildet durch eine Vermischung von alkalibasaltischen Mantelmagmen mit anatektischen (sauren) Schmelzen in den tieferen Teilen der Erdkruste (OBST et al. 2004). Die trachytischen Ganggesteine treten, neben den bekannten Vorkommen in SW-Schweden und auf Bornholm, auch im Oslo-Gebiet auf, s. Anstehendproben auf skan-kristallin.de. Stehen die SW-schwedischen Kullaite zeitlich im Zusammenhang mit der Intrusion des Gangschwarms der NW-Dolerite im Permokarbon, ist die Altersstellung der norwegischen Kullaite unklar. HOLTEDAHL & DONS 1966 ordnen ihnen ein jüngeres Alter als den Rhombenporphyren und Akeritporphyren zu.

Henrik Arildskov hat mehrere Dutzend Nahgeschiebe von Kullaiten in Südnorwegen gesammelt. Die grünlichgrauen oder rötlichbraunen Gesteine zeigen unter der Lupe ein verfilztes Gefüge aus schmalen gelblichen bis grünlichen Feldspatleisten, neben dunklen und alterierten (chloritisierten) mafischen Mineralen. Rundliche Xenolithe von orangeroter Farbe und/oder Xenokristallen (grünlich, rot) durchsetzen locker das Gestein. In den rötlichen Xenolithen fehlen die dunklen Minerale weitgehend. Vereinzelt finden sich mit Kalzit gefüllte Mandeln.

Kullaite sind nicht als Leitgeschiebe geeignet, die Gesteine von Bornholm oder aus dem Steinbruch Torpa Klint (SW-Schweden) sehen ganz ähnlich aus.

Abb. 35: Kullait, Geschiebe von Filtvet/Hurum (NOR), Slg. H. Arildskov.
Abb. 36: Nahaufnahme

Abb. 37, 38: Kullait, ähnlicher Typ, Geschiebe von Stenbjerg (DK), Slg. E. Figaj.

Abb. 39, 40: Kullait, Geschiebe von Storsand (NOR), Slg. H. Arildskov.

Abb. 41: Kullait, Breite 11 cm, Geschiebe von Filtvet (NOR), Slg. H. Arildskov.

7. Literatur

BARTH T 1945 Studies of the Igneous Rock Complex of the Oslo Region II. Systematic petrography of the Plutonic Rocks – Det norske Videnskaps-akadami i Oslo. Skrifter I.

BRØGGER W C 1894 Die Eruptivgesteine des Kristianiagebietes I. Die Gesteine der Grorudit-Tinguait-Serie – Videnskabsselskkabets Skrifter I. Mat.-naturv. Kl. I. 1894.

BRØGGER W C 1898 Die Eruptivgesteine des Kristianiagebietes III. Das Ganggefolge des Laudalits – Videnskabsselskkabets Skrifter I. Mat.-naturv. Kl. 1898.

BRØGGER W C 1906 Eine Sammlung der wichtigsten Typen der Eruptivgesteine des Kristianiagebietes nach ihren geologischen Verwandtschaftsbeziehungen geordnet. Nyt Magazin for Naturwidenskaberne, A.W. Brøggers Bogtrykkerie 1906 (als Faksimile).

BRØGGER WC 1932 Die Eruptivgesteine des Oslogebietes VI. Über verschiedene Ganggesteine des Oslogebietes – Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I Nr. 7, 1932.

DONS J A 1952 Studies on the Igneous Rock Complex of the Oslo Region. XI. Compound volkanic necks, igneous dykes, and fault zone in the Ullern-Husebyåsen Area, Oslo – NVAMK.

HOLTEDAHL O & DONS J A 1966 Geological guide to Oslo and districts (with map 1: 50000) – Universtitsforlaget Oslo.

JENSCH J-F 2013 Auf der Suche nach dem Tinguait von Graver, Südnorwegen, bei Valebø – Eine Exkursion auf den Spuren von W. C. Brøgger – Geschiebekunde aktuell 29 (3). S. 69-76.

LE MAITRE et al 2004 Igneous Rocks: A Classification and Glossary of Terms. Edited by R. W. Le Maitre and A. Streckeisen and B. Zanettin and M. J. Le Bas and B. Bonin and P. Bateman – 252 S., Cambridge University Press, ISBN 0521619483.

SCOTT P W 1976 The relationship between camptonite and maenaite sills in the northern part of the Oslo alkaline province – Jour. geol. soc. London 132.

SCOTT P W 1980 Zoned pyroxenes and amphiboles from camptonites near Gran, Oslo region, Norway – Mineralogical Magazine, Sept 1080, Vol. 43, S. 913-917.

TRÖGER W E 1934 Spezielle Petrographie der Eruptivgesteine, Nomenklatur-Kompendium, Berlin 1935. Nachdruck durch den Verlag der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft, 1969.

OBST K et al. 2004 Rift magmatism in southern Scandinavia in: Permo-Carboniferous extension-related magmatism at the SW margin of the Fennoscandian Shield – GSL Special publication 223, S. 259-288.

KLEY K VAN DER & VRIES W DE 1941 Gidsgesteenten van het noordelijk diluvium. – 191 S., 185 Abb., 1 Kt.; Meppel (J. A. Boom & Zoon).

ZANDSTRA J G 1988 Noordelijke Kristallijne Gidsgesteenten ; Een beschrijving van ruim tweehonderd gesteentetypen (zwerfstenen) uit Fennoscandinavië – XIII+469 S., 118 Abb., 51 Zeichnungen, XXXII farbige Abb., 43 Tab., 1 sep. Kte., Leiden etc. (Brill).

Oslo-Ignimbrite

Abb. 1: Oslo-Ignimbrit, Geschiebe von Mølen, SW von Larvik (NOR), polierte Schnittfläche, Slg. T. Brückner.
Abb. 2: Nahaufnahme der hellen Tuffmatrix mit Gesteinsfragmenten, einzelne davon umflossen von einer rötlichbraunen und welligen „Fiamme“, dem charakteristischen Erkennungsmerkmal von Ignimbriten.

Vor etwa 270 Millionen Jahren erreichte der Vulkanismus im Oslograben ein explosives Stadium. Der Aufstieg gas- und SiO2-reicher Restschmelzen und Auswurf großer Mengen trachytischer bis saurer Tuffe und Ignimbrite ist verbunden mit dem Einsturz (Caldera-Kollaps) der weitgehend entleerten Magmakammern der großen basaltischen Zentralvulkane. Im Oslograben konnten bisher 13 Calderen ehemaliger Stratovulkane nachgewiesen werden, manche besaßen die Größe des Vesus und Ätnas (LARSEN et al 2008: 56-57). Heute sind davon nur noch tief erodierte Relikte vorhanden, darunter mehrere große und kleine Areale mit Ignimbriten als Ablagerungen pyroklastischer Dichteströme, gemischt mit Basalten und älteren Eruptivgesteinen.

Abb. 3: Lage der Calderen im Oslogebiet, Karte aus skan-kristallin.de.

Einige Oslo-Ignimbrite können als Geschiebe erkannt werden, gehören im Vergleich zu Rhombenporphyr und Larvikit jedoch zu den seltenen Funden. Auch die Zuordnung zu einer bestimmten Caldera ist in einigen Fällen möglich, allerdings liegen bisher nur wenige Anstehendproben zu Vergleichszwecken vor. ARILDSKOV & JENSCH 2015 stellen nach Untersuchungen an Nahgeschieben in Südnorwegen als Leitgeschiebe heraus: Bordvika-Ignimbrit, Grauvioletter und Brauner Glitre-Ignimbrit, schwarze Ignimbrite mit Rhombenporphyr-Fragmenten, Lathus-Ignimbrit sowie der seltene Schwarze Oppkuven-Ignimbrit. Eine Reihe von Oslo-Ignimbriten und Pyroklastika ist auf skan-kristallin.de abgebildet.

  1. Oslo-Ignimbrite ohne nähere Zuordnung
  2. Bordvika-Ignimbrit (Bordvika-Quarzporphyr)
  3. Glitre-Ignimbrit
  4. Lathus-Ignimbrit
  5. Oppkuven-Ignimbrit
  6. Vulkanische Brekzien und Pyroklastika
  7. Literatur

1. Oslo-Ignimbrite ohne nähere Zuordnung

Ein Teil der Oslo-Ignimbrite zeichnet sich durch eine helle Tuff-Matrix mit reichlich Gesteinsfragmenten aus, Bruchstücke von Rhombenporphyren sind aber eher selten (Abb. 1-2, 7). Weiterhin treten an mehreren Lokalitäten braune bis dunkelgraue, fragmentreiche und flintartig dichte Vulkanite (Ignimbrite und Brekzien) auf (Abb. 30-31, 33). Ignimbrit-Geschiebe mit gut ausgebildeter Fiamme bzw. eutaxitischem Gefüge und kleinen eckigen Feldspat-Einsprenglingen können mit Ignimbriten aus Dalarna verwechselt werden. Die Herkunft der Funde Abb. 1-8 aus dem Oslo-Gebiet kann als sicher angesehen werden, es sind Nahgeschiebe aus Süd-Norwegen. Eine Zuordnung zu einer bestimmten Caldera war bisher nicht möglich oder ist unsicher.

Abb. 4: Oslo-Ignimbrit (Lathus-Ignimbrit?), Breite 80 mm, Filtvet/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.

Abb. 5, 6: dichter Vulkanit mit fluidaler Textur (Lathus-Ignimbrit?), Geschiebe von Tofte (NOR), Außenseite und polierte Schnittfläche, Slg. F. Wilcke.

Abb. 7: Oslo-Ignimbrit (Lathus-Ignimbrit?), Geschiebe von Filtvet (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 8: einsprenglingsarmer, fluidaler Oslo-Ignimbrit, Filtvet/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.

2. Bordvika-Ignimbrit (Bordvika-Quarzporphyr)

Der Gesteinstyp kommt in der Drammen- und Glitrevann-Caldera vor. Makroskopisch handelt es sich um einen Quarzporphyr, die für Ignimbrite charakteristische Fiamme ist nur selten vorhanden. In einer dunkelbraunen bis graubraunen und dichten Grundmasse liegen sehr viele Feldspat-Einsprenglinge sowie kleine graue Quarzkörner. Die meisten Feldspäte sind 2-5 mm groß und weitgehend einheitlich gefärbt, meist hell gelblichbraun bis orange, seltener weiß. Hinzu kommen eckige bis runde Fragmente, darunter viele Basalte (dunkelgrau, braun), vereinzelt Porphyre. Dieser Haupttyp ist ein gutes Leitgeschiebe und kaum verwechselbar. Eine hellbraune Variante enthält hellrote Feldspat-Einsprenglinge und viele Xenolithe. SMED & EHLERS 2002: 114 bezeichnen das Gestein als Drammen-Ignimbrit (Drammen-Quarzporphyr).

Abb. 9: Bordvika-Ignimbrit mit dunkelbrauner Grundmasse, Geschiebe von Hökholz bei Eckernförde, Breite 12 cm.
Abb. 10: Bordvika-Ignimbrit, mit hell grünlichgrauer Grundmasse und sehr vielen Bruchstücken (Basalte, Rhombenporphyr, Porphyre). Geschiebe von Slagentangen (NOR), Bildbreite 19 cm, Slg. T. Brückner.
Abb. 11: Bordvika-Ignimbrit, mit hellbrauner Grundmasse und orangefarbenen Feldspat-Einprenglingen. Geschiebe von Steinvik (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 12: Nahaufnahme der nassen Oberfläche.
Abb. 13: Bordvika-Ignimbrit, Geschiebe von Verket/Hurum (NOR), Breite 93 mm, ex coll. H. Arildskov.

Abb. 14, 15: Bordvika-Ignimbrit, dunkle Variante, mit hellbrauner Fiamme und rundlichen Quarz- neben zahlreichen Feldspat-Einsprenglingen. Geschiebe von Steinvik/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov. Das Gestein ähnelt Ignimbriten, wie sie auch in Dalarna (Mittelschweden) vorkommen.

Abb. 16: dunkler Quarzporphyr („Bordvika-Ignimbrit“) mit leuchtend orangefarbenen Feldspat- und wenig Quarz-Einsprenglingen, Geschiebe von Ramsvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov.

3. Glitre-Ignimbrit

Im Glitre-Ignimbrit überwiegt eine blasse und graue, grauviolette oder hellbraune Aschenmatrix. Neben zusammengedrückten Bimsfladen (Fiamme) enthält sind zahlreiche Fragmente von Basalt und rotem Rhyolith (Smed & Ehlers 1995), teilweise auch von Bordvika-Ignimbrit erkennbar. Insbesondere die dunklen Xenolithe weisen einen hellen Saum bzw. Reaktionsrand auf. Einsprenglinge sind nur in sehr geringer Zahl vorhanden oder fehlen. Anstehendproben liegen bislang nicht vor, Funde von Nahgeschieben belegen laut H. Arildkov eine Herkunft dieses Ignimbrit-Typs aus der Glitrevann-Caldera. Ob er auch an anderen Lokalitäten auftritt, ist noch nicht zweifelsfrei geklärt. Der Glitre-Ignimbrit mit grauvioletter Matrix wird von RUDOLPH 2017: 166 als Violetter Oslo-Ignimbrit bezeichnet.

Abb. 17: violetter Glitre-Ignimbrit, Breite 11,5 cm, Nahgeschiebe von Steinvik (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 18: violetter Glitre-Ignimbrit, polierte Schnittfläche, Geschiebe aus der Sandgrube Svelvik (NOR), Slg. T. Brückner.
Abb. 19: Nahaufnahme; insbesondere die dunklen Gesteinsfragmenten weisen einen zonierten Saum auf.
Abb. 20: brauner Glitre-Ignimbrit, Nahgeschiebe von Steinvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 21: brauner Glitre-Ignimbrit, Nahgeschiebe von Steinvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 22: Die Nahaufnahme der Rückseite zeigt ein orangefarbenes Fragment mit quarzhaltiger Grundmasse und rhombenförmigen Feldspat-Einsprenglingen.

4. Lathus-Ignimbrit

Von mehreren Lokalitäten sind flintartig dichte und dunkelgraue bis schwarze, im trockenen Zustand manchmal blaustichige Vulkanite bekannt. Der fluidale Haupttyp des dunklen Lathus-Ignimbrits aus der Baerum-Caldera zeigt eine markante Fiamme und enthält zusätzlich vereinzelte bis zahlreiche, 5-10 mm große Klasten aus bräunlichen Felsitporphyren sowie Rhombenporphyr, aber keine oder wenig Bruchstücke von Basalt. Als Einsprenglinge finden sich wenige bis mäßig viele weiße, gelbliche bis hellrosa gefärbte und unregelmäßig kantige Feldspäte (1-3 mm). Quarz fehlt. Andere Varianten zeigen Fließtexturen in Gestalt heller und diffuser Schlieren.

Abb. 23: Lathus-Ignimbrit mit Bruchstücken von bräunlichem Syenitporphyr, Breite 13 cm, Nahgeschiebe von Steinvik/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 24: Nahaufnahme
Abb. 25: Lathus-Ignimbrit mit markanter Fiamme, Breite 13 cm, Nahgeschiebe von Steinvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 26: flintartiger und einsprenglingsarmer Lathus-Ignimbrit mit Einschluss eines braunen Syenitporphyrs, Breite 12 cm, Steinvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov.

5. Oppkuven-Ignimbrit

Der braune bis schwarze Ignimbrit aus der Oppkuven-Caldera enthält wenige Feldspat-Einsprenglinge, ist aber reich an kleineren sowie wenigen großen Fragmenten. Neben rotem Felsitporphyr sind Klasten von Kjelsåsit oder Rhombenporphyr (auch Pipenhus-Typ) charakteristisch. Bei Verwitterung bleicht das Gestein aus und wird grau oder graugrün.

Abb. 27: Oppkuven-Ignimbrit, Nahgeschiebe von Steinvik/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 28: Fragmente von braunem Syenitporphyr und porphyrischem Basalt.
Abb. 29: gleicher Stein, Rückseite, Einschluss eines Rhombenporphyrs.
Abb. 30: schwarzer Oppkuven-Ignimbrit (?) mit dichter Grundmasse, Geschiebe von Tofte (NOR), Slg. F. Wilcke.
Abb. 31: Die Nahaufnahme zeigt Fragmente von rotem Syenitporphyr und porphyrischem Basalt.

6. Vulkanische Brekzien und Pyroklastika

Neben Ignimbriten als Ablagerungen aus pyroklastischen Dichteströmen finden sich im Oslograben weitere pyroklastische Gesteine als vulkanische Fallablagerungen, darunter Explosionsbrekzien, Tuffe, Lapillituffe und Lapillisteine. Stark fragmentierte Vulkanite entstanden vor allem während der explosiven Ausbrüche saurer (trachytischer bis rhyolithischer) Laven in der Reifephase des Riftings, als Begleiter der vergleichsweise ruhigen Spalteneruptionen des Rhombenporphyr-Vulkanismus treten sie nur untergeordnet auf (z. B. Lavastrombrekzien, s. Abb. 28-29 im Artikel Rhombenporphyre). Eine weitere Möglichkeit der Bildung vulkanischer Brekzien (und Konglomerate) ist die Umlagerung von Gesteinsmaterial in Zeiten ruhender vulkanischer Aktivität (epiklastische Brekzien). Geschiebefunde vulkanoklastischer Gesteine lassen sich dem Oslograben zuordnen, wenn sie Fragmente enthalten, die eindeutig als Oslo-Gesteine identifizierbar sind (s. Abschnitt Rhombenporphyr-Brekzien; Abbildungen vulkanischer Brekzien und Pyroklastite sowie vom Krogskogen-Konglomerat auf skan-kristallin.de).

Abb. 32: vulkanische Brekzie (Lapillistein), teils kalzitzementiert, mit Rhombenporphyr-Fragment, Breite 13 cm, Hirtshals (DK).
Abb. 33: dunkelgraue und dichte vulkanische Brekzie mit gelblichen Feldspat-Einsprenglingen und grünlichen Gesteinsfragmenten, Breite 11 cm, Hirtshals (DK).
Abb. 34: vulkanische Brekzie mit Syenitporphyren, Quarzporphyren und „Felsitporphyren“, polierte Schnittfläche, Geschiebe von Moss (NOR), Slg. F. Wilcke.
Abb. 35: Nahaufnahme

7. Literatur

ARILDSKOV H & JENSCH J-F 2015 Ignimbrite aus dem Oslo-Rift (Ignimbrites from the Oslo Rift) – Geschiebekunde aktuell 31 (2): 35-50, 22 meist farb. Abb., Hamburg / Greifswald (Eigenverl. der Gesellschaft für Geschiebekunde e.V.).

BRÄUNLICH M 2015 Leserbrief zum Artikel von Henrik Arildskov und Jörg-Florian Jensch: „Ignimbrite aus dem Oslo-Rift“ (Ga 2/2015). – Geschiebekunde aktuell 31 (4): S. 125, Hamburg / Greifswald (Eigenverl. der Gesellschaft für Geschiebekunde e.V.).

LARSEN B, OLAUSSEN S, SUNDVOLL B & HEEREMANS M 2008 The Permo-Carboniferous Oslo Rift through six stages and 65 million years – Episodes, Vol. 31 (1), 52-58.

RUDOLPH F 2017 Das große Buch der Strandsteine – 320 S., zahlr. Abb., Kiel/Hamburg (Wachholz-Verlag – Murmann Publishers).

SMED P & EHLERS J 2002 Steine aus dem Norden – Bornträger-Verlag Stuttgart, 1. Auflage 1994, 2. Auflage.

SØRENGEN R A 2011 Vulkanutbrudd ved Glitre – Glitrekalderaen dannes

Oslo-Basalte

Abb. 1: Oslo-Basalt (Augit-Plagioklas-Basalt) mit schlanken Plagioklas-Leisten, schwarzgrünen Pyroxen-Einsprenglingen und rötlichen Körnern aus alteriertem Olivin. Breite 11 cm, Geschiebe von Slagentangen (NOR), Slg. T. Brückner.

Basaltische Gesteine wurden im Oslograben in großem Umfang und über den gesamten, etwa 35 Millionen Jahren währenden Zeitraum seiner magmatischen Aktivität zutage gefördert (300-265 Ma). Den Beginn der vulkanischen Tätigkeit markiert ein mächtiger, als B1 bezeichneter Deckenerguss. Darüber folgen die Rhombenporphyr-Lagen, denen weitere Basalte zwischengeschaltet sind (B2-B4). In der Reifephase des Riftings entstanden große basaltische Zentralvulkane (B5). Die älteren Basalte sind überwiegend Basanite bis Alkali-Olivin-Basalte, die jüngeren tholeiitische Basalte. Von den einst mächtigen Ablagerungen sind heute nur noch Relikte übrig, die insgesamt eine vergleichsweise kleine Fläche von rund 220 km² einnehmen. Das größte zusammenhängende Basalt-Gebiet sind mit 45 km² die Skien-Basalte (B1) im Südwesten des Oslogebietes (SEGELSTAD 1979).

OFTEDAHL 1952 unterscheidet vier Typen von Oslobasalten, eine aphyrische Variante und drei porphyrische Gefüge, neben Mandelsteinen und Ankaramiten. Seine Bezeichnungen werden hier übernommen, gleichwohl „Plagioklas-Basalt“ korrekterweise plagioklas-porphyrischer Basalt heißen müsste. Die Bezeichnung „Basalt“ ist ebenfalls eine Vereinfachung, da neben Basalten im engeren petrographischen Sinne auch Basanite und Trachybasalte auftreten. Eine Unterscheidung mit makroskopischen Mitteln ist in der Regel kaum möglich. Deutlich körnige gabbroide oder doleritartige basische Gesteine kommen im Oslogebiet nur untergeordnet vor (s. Abschnitt „Oslo-Essexit“).

Einige Varianten der porphyrischen Oslo-Basalte sind als Geschiebe erkennbar, z. B. Plagioklas-Basalte mit Epidot-Mandeln (Abb. 22), einige Plagioklas-Augit-Basalte (Abb. 1). Voraussetzung für entsprechende Funde ist das gleichzeitige Auftreten von Rhombenporphyren, Larvikit oder Nordmarkit. Eine ausführliche Beschreibung der Oslo-Basalte bietet die Arbeit von JENSCH 2014, s. a. SMED & EHLERS 2002: 124-125 und ZANDSTRA 1999: 352-357.

  1. Oslo-Augit-Basalt
  2. Augit-Plagioklas-Basalt
  3. Plagioklas-Basalt
  4. Ankaramit
  5. Literatur

1. Oslo-Augit-Basalt

In einer hell- bis dunkelgrauen und feinkörnigen Grundmasse liegen schwarze bis schwarzgrüne Augit- bzw. Klinopyroxen-Einsprenglinge. Sie erreichen eine Länge von 3-10, maximal 20 mm, viele sind idiomorph ausgebildet und weisen einen säulenförmigen Habitus sowie einen lebhaften Glasglanz auf. Kopfschnitte zeigen die typische sechseckige Form (Abb. 4). Die Einsprenglingsdichte ist variabel. Untergeordnet tritt Olivin auf, entweder serpentinisierte rotbraune Körner, in nicht mehr bestimmbaren Relikte oder, selten, als weitgehend unveränderte grüne Körner. Weiße Calcit-Mandeln sind häufig zu beobachten. Plagioklas fehlt weitgehend, die Grundmasse feinkörniger Varianten zeigt aber gelegentlich ein ophitisches Gefüge aus winzigen und dicht an dicht liegenden Plagioklasleisten (Abb. 4). Bei basaltischen Gesteinen mit Pyroxen- und Olivin-Einsprenglingen, ohne ophitische Grundmasse, könnte es sich auch um Basanite handeln (Abb. 8). Der augitporphyrische Oslo-Basalt wird manchmal verkürzt als Augit-Porphyr bezeichnet.

Abb. 2: Oslo-Augit-Basalt, Breite 8 cm, ex coll. H. Arildskov, Geschiebe vom Limfjord (DK).
Abb. 3: Oslo-Augit-Basalt mit breiten und auffällig grünen Pyroxen-Einsprenglingen, Breite 18 cm, Geschiebe von Slagentangen (NOR), Slg. T. Brückner.
Abb. 4: Die Nahaufnahme zeigt ein ophitisches Gefüge (fein verfilzte Plagioklas-Leisten) innerhalb der Grundmasse.
Abb. 5: Oslo-Augit-Basalt, Breite 14,5 cm, ex coll. H. Arildskov, Geschiebe von Tofteholmen (NOR). Nach der Beschreibung von Brögger 1897: 48-61 wurde der Fund als Camptonit bestimmt, allerdings weist die Grundmasse ein ophitisches Gefüge auf (s. u.). Die helleren gelblichen Einsprenglinge sind serpentinierter Olivin.
Abb. 6: Oslo-Augit-Basalt, nass, Breite 20 cm, Slg. T. Brückner, Geschiebe Broager (DK). Einige der grünen Pyroxen-Kopfschnitte weisen eine Zonierung auf (heller Kern – dunkler Rand).
Abb. 7: Oslo-Augit-Basalt?, ex coll. H. Arildskov, Geschiebe von Filtvet (NOR).
Abb. 8: Detailaufnahme der nassen Oberfläche mit rötlichen und gelblichbraunen Olivin-Relikten. Die Grundmasse ist nicht ophitisch. Es könnte sich auch um einen Basanit oder Camptonit handeln.

Der Pyroxen-Basalt Abb. 9-11 enthält neben schwarzen auch grünliche, seidig schillernde Pyroxen-Einsprenglinge (wahrscheinlich zurückzuführen auf feinste Entmischungslamellen).

Abb. 9: Pyroxen-Basalt, Geschiebe von Tofte (NOR), leg. F. Wilcke.
Abb. 10: Nahaufnahme
Abb. 11: Nahaufnahme der Schnittfläche.
Abb. 12: Olivin-Augit-Basalt (oder Camptonit?) mit gedrungenen Pyroxen-Einsprenglingen, alteriertem Olivin und wenig braunem Amphibol (?). Geschiebe von Filtvet/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 13: In der feinkörnigen Grundmasse sind zahlreiche rötlichbraune Körner von alteriertem Olivin sowie mäßig viele Feldpatleisten erkennbar.

Das lamprophyrische Ganggestein Camptonit kann ganz ähnlich aussehen und dürfte nur schwer von pyroxenreichen Basalten oder Basaniten zu unterscheiden sein, als Geschiebe aber auch viel seltener auftreten. Camptonite enthalten keine Plagioklas-Einsprenglinge. Die feinkörnige Grundmasse weist kein ophitisches Gefüge auf, vielmehr ist sie körnig und besteht zum großen Teil aus Pyroxen und Olivin. Bei den Funden in Abb. 7-8 und 12-13 könnte es sich auch um Camptonite handeln. Ähnlichkeiten bestehen weiterhin zwischen Augit-Basalten und porphyrischem Pyroxenit. Dieses schwarze, als Geschiebe außerordentlich seltene Gestein besteht fast ausschließlich aus Pyroxen und Erz und weist ein beträchtlich höheres spezifisches Gewicht auf. Nennenswerte Mengen an Feldspat fehlen (vgl. Beschreibung in ZANDSTRA 1988: 399).

2. Augit-Plagioklas-Basalt

Der Augit-Plagioklas-Basalt (augit- und plagioklas-porphyrischer Oslo-Basalt) ist der häufigste Typ unter den Oslo-Basalten. Die mittelgraue bis grauschwarze und feinkörnige bis dichte Grundmasse enthält neben schwarzen Pyroxen-Einsprenglingen sehr schlanke und leistenförmige Plagioklase von 2 bis 15 mm Länge. Kleinere rote oder rotbraune Körner sind ein Hinweis auf umgewandelten Olivin. Hinzutreten können mit Epidot oder Calcit gefüllte Mandeln. Abb. 1 und 15 zeigt zwei typische Vertreter, die als Geschiebefund klar dem Oslograben zugeordnet werden können.

Abb. 14: vergleichsweise einsprenglingsarmer Augit-Plagioklas-Basalt, Geschiebe von Hirtshals (DK), Breite 8 cm.
Abb. 15: Augit-Plagioklas-Basalt als Mandelstein, Geschiebe von Norre Vorupör (DK), Slg. E. Figaj.
Abb. 16: Nahaufnahme, feine Plagioklas-Leisten und säulenförmige schwarze Augit-Einsprenglinge in einer grauvioletten und feinkörnigen Grundmasse.

3. Plagioklas-Basalt (plagioklas-porphyrischer Oslo-Basalt)

Viele Basalte aus dem Oslograben enthalten auffällig schlanke Plagioklas-Einsprenglinge. Innerhalb einer Probe weisen sie mehr oder weniger ähnliche Größen auf, von wenigen mm großen und sehr filigranen Einsprenglingen über leistenförmige Kristalle von 10-15 mm Länge, im Ausnahmefall bis 4 cm. Das Verhältnis von Breite zu Länge beträgt etwa 1:10. Die Plagioklase sind regellos im Gestein verteilt, gelegentlich lassen sich parallel ausgerichtete Ansammlungen mehrerer Leisten (Abb. 22, 24) oder sternförmige Anhäufungen (glomerophyrisches Gefüge, Abb. 25-29) beobachten. Durch Alteration können die Feldspäte grünlich oder blass rötlichbraun verfärbt sein.

Schlanke Plagioklas-Einsprenglinge allein, wie in den Basalt-Geschieben Abb. 17-18, reichen zur sicheren Bestimmung als Oslo-Basalt nicht aus, ähnliche Gesteine sind auch aus anderen Gebieten bekannt (NW-Dolerit aus Schonen oder Dolerite der Almesåkra-Gruppe in Småland). Charakteristisch für den Oslograben ist eine Kombination mit zahlreichen hellgrünen Epidot-Mandeln (Abb. 22-24) sowie Basalte mit 2-3 cm langen, teilweise in Epidot umgewandelten Plagioklas-Leisten (Abb. 19-21).

Porphyrische Oslo-Basalte mit vielen Mandeln wie in Abb. 15, 22 und 30 können als Oslobasalt-Mandelstein bezeichnet werden. Die ehemaligen Blasenhohlräume sind weiß, schwarz, rötlich oder grün gefärbt und mit Mineralen wie Chalcedon, Kalzit, Epidot oder Seladonit gefüllt.

Abb. 17: Plagioklas-Basalt, Geschiebe aus Dänemark, Breite 11,5 cm, Slg. T. Brückner.
Abb. 18: Plagioklas-Basalt mit annähernd dichter Grundmasse, Geschiebe aus Jütland, Breite 12,5 cm, Slg. T. Brückner.
Abb. 19: Oslo-Basalt mit leistenförmigen Plagioklas-Einsprenglingen sowie hellgrünen Epidot-Mandeln. Anstehendprobe von Hangenveien im Lommedalen (NOR), N59.96711, E10.50633, M. Bräunlich leg. 2012.
Abb. 20: Oslo-Basalt, Plagioklas-Basalt mit Epidot, polierte Schnittfläche, Geschiebe von Tofte (NOR), Slg. F. Wilcke.
Abb. 21: Nahaufnahme. Einige der Plagioklas-Leisten wurden teilweise in hellgrünen Epidot umgewandelt.
Abb. 22: einsprenglingsreicher Plagioklas-Basalt mit Epidot-Mandeln (Oslo-Basalt), Geschiebe von Stenvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 23: Plagioklas-Basalt mit Epidot-Mandeln und vereinzelten Pyroxen-Einsprenglingen, Geschiebe von Jütland, Slg. E. Figaj.
Abb. 24: Oslo-Basalt mit grünlichen Plagioklasen und leicht ausgewitterten Mandeln, Fundort unbekannt, ex coll. H. Arildskov.

Abb. 25, 26: Plagioklas-Basalt mit sternförmigen Plagioklas-Ansammlungen („Stjerneporfyr“), Anstehendprobe von Jelöya/Oslofjord, ex coll. H. Arildskov.

Abb. 27: Oslobasalt (Augit-Plagioklas-Basalt) mit sternförmigen Plagioklas-Aggregaten, nasse Schnittfläche, Breite 16 cm, Slagentangen (NOR), Slg. T. Brückner.
Abb. 28: gleicher Stein, Nahaufnahme der nassen Schnittfläche.
Abb. 29: nasse Schnittfläche eines Oslo-Basalts (Augit-Plagioklas-Basalt) mit einer Abfolge grauer, grünlicher und brauner Farben der Grundmasse sowie dunklen Mandeln. Breite 16 cm, Slagentangen (NOR), Slg. T. Brückner.

Abb. 30, 31: Oslo-Basalt-Mandelstein mit brauner Grundmasse, lachsfarbenen Plagioklasen und zahlreichen Mandeln. Polierte Schnittfläche, Geschiebe von der Insel Moss, Oslofjord (NOR), Slg. F. Wilcke.

4. Ankaramit

Alkalireiche Basalte mit zahlreichen Pyroxen- und Olivin-Einsprenglingen können als Ankaramit bezeichnet werden. Sie treten im Oslograben untergeordnet neben Basaniten auf, z. B. innerhalb der Basaltlage B3. Olivin bildet in Regel rote Pseudomorphosen, gelegentlich sind auch wenig umgewandelte (grüne) oder teilumgewandelte Körner (grün mit rotem Saum) zu beobachten. Als optionalen Bestandteil nennt JENSCH 2014 schwarze und quarzartig durchscheinende Granat-Körner mit kräftigem Glasglanz (Melanit). Die Ankaramite aus dem Oslograben dürften außerhalb von Norwegen nur sehr selten als Geschiebe zu finden sein. Ob sie laut JENSCH 2014 allein anhand ihrer dunkleren Grundmasse von den Schonen-Lamprophyren unterscheidbar sind, ist zweifelhaft.

Abb. 32: Ankaramit mit schwarzen Pyroxen- und grünen sowie rötlichbraunen (serpentinisierten) Olivin-Einsprenglingen. Breite 83 mm, Geschiebe von Storsand (NOR), ex coll. H. Arildskov.

5. Literatur

JENSCH J-F 2014 Bestimmungspraxis Oslo-Basalte – Der Geschiebesammler 47 (1): 25-36, 29 farb. Abb., Wankendorf (Rudolph).

OFTEDAHL C 1952 Studies on the igneous rock complex of the Oslo region. XII. The Lavas – Skrifter utgitt av Det Norske Videnskaps-Akademi i Oslo (I) Matematisk-Naturvidenskapelig Klasse 3: 64 S., 21 Abb., 6 Tab., Oslo (Universitetsforlag).

SEGELSTAD T V 1979 Petrology of the Skien basaltic rocks, southwestern Oslo Region, Norway. – Lithos 12: 221-239. Oslo. ISSN 0024-4937.

SMED P & EHLERS J 2002 Steine aus dem Norden (2.Aufl.) – 194 S., 34 Taf., 67 Abb., 1 Kte. (rev. 2008), Berlin, Stuttgart (Gebr. Borntraeger).

ZANDSTRA J G 1988 Noordelijke Kristallijne Gidsgesteenten. Een beschrijving van ruim tweehonderd gesteentetypen (zwerfstenen) uit Fennoscandinavië – XIII+469 S., 118 Abb., 51 Zeichnungen, XXXII farbige Abb., 43 Tab., 1 sep. Kte., Leiden etc. (Brill).

ZANDSTRA J G 1999 Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten, Foto’s in
kleur met toelichting van gesteentetypen van Fennoscandinavië – XII+412 S.,
272+12 unnum. Farb-Taf., 31 S/W-Abb., 5 Tab., Leiden (Backhuys).

Granite des Oslograbens: Drammen-Granit und Finnemarka-Granit

Die magmatische Entwicklung der Tiefengesteine im Oslograben führt von alkalireichen und SiO2-armen bis SiO2-untersättigten Plutoniten der Larvikit-Serie (Larvikit, Nephelinsyenite etc.) über alkalireiche Syenite (Gesteine der Nordmarkit-Reihe) zu SiO2-reichen Plutoniten (Granite). Unter den zahlreichen Granitmassiven im Oslograben wird eine ältere, als Biotitgranit I bezeichnete Generation (280 Ma) von jüngeren Graniten (Biotitgranit II, 270-240 Ma) unterschieden. Letztere bilden nur sehr kleine Massive (s. skan-kristallin.de).

Abb. 1: Karte der Granitmassive (rot) im Oslograben, Quelle: skan-kristallin.de. Drammen-Batholith und Finnemarka-Granit nehmen mit Abstand die größte Fläche ein.

Der Drammen-Batholith gehört zum Biotitgranit I und nimmt als größtes Granitmassiv auf der Halbinsel Hurum und am Drammensfjord eine Fläche von etwa 650 km² ein. Die multiple Intrusion beheimatet zahlreiche Gefügevarianten, von grobkörnigen bis aplitischen Graniten, weiterhin Zweiglimmergranite und Granitporphyre, mikrokristalline Porphyre sowie ein 5-6 qkm großes Areal mit Rapakiwigefüge (Beschreibung in GAUT 1981, TRØNNES & BRANDON 1992, s. a. Exkursionsbericht auf kristallin.de). Drammen-Rapakiwi sowie eine Gefügevariante des Finnemarka-Granits sind als Leitgeschiebe verwendbar.

Der Drammen-Rapakiwi ist kein häufiger Geschiebefund, in typischer Ausbildung aber klar von Rapakiwis aus anderen Gebieten unterscheidbar. Das blassrötliche bis orangefarbene Gestein enthält runde, 5-15 mm große und etwas hellere Feldspat-Ovoide, eingebettet in eine körnige Grundmasse aus klaren Quarzen und eckigen Kalifeldspäten. Die Feldspat-Ovoide machen einen Anteil von 50% aus und weisen einen konzentrischen Aufbau (helle Kerne, etwas dunklerer Saum) auf. Manche von ihnen bestehen aus mehreren „Schalen“, andere sind aus mehreren Kristallsegmenten zusammengesetzt („kumulophyrisches“ Gefüge). Dunkle Minerale (chloritisierter Biotit, Amphibol) kommen nur in geringer Menge vor, als Nebenbestandteile können Muskovit, Epidot, Fluorit, Kalzit, Titanit, Zirkon und Apatit auftreten. (Beschreibung nach kristallin.de und TRØNNES & BRANDON 1992, s. a. ZANDSTRA 1999: 328-333).

Abb. 2: Drammen-Rapakiwi, Nahgeschiebe von Steinvik/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 3: Nahaufnahme. Die Ovoide zeigen teils grünlichgraue, teils klar orangefarbene Kerne und sind von einem etwas dunkleren Rand umgeben. Rechts der Bildmitte ist ein mehrfach zonierter Feldspat-Ovoid erkennbar.
Abb. 4: Drammen-Rapakiwi; einige Ovoide weisen einen rotbraunen Kern auf. Geschiebe von Slagentangen (NOR), Breite 90 mm, Slg. T. Brückner.
Abb. 5: Drammen-Rapakiwi, Steinvik/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 6: Nahaufnahme. Innerhalb der etwas dunkleren Säume der Ovoide ist anteilig ein grünlicher Feldspat (Plagioklas?) erkennbar.

Woher die unter dänischen Geschiebesammlern verwendete Bezeichnung „Anti-Rapakivi“ stammt (Gefüge ähnlich Abb. 7), habe ich bisher nicht herausgefunden. Offenbar sind damit Drammen-Rapakiwis mit grünen (=Plagioklas?-)Ovoiden gemeint.

Abb. 7: Drammen-Rapakiwi mit kumulophyrischen (aus mehreren Kristallsegmenten zusammengesetzten), teilweise auch grünen Ovoiden. Slagentangen (NOR), Breite 13 cm, Slg. T. Brückner.
Abb. 8: Nahaufnahme
Abb. 9: Drammen-Rapakiwi, Anstehendprobe von Nordbyveien (59.71728, 10.26573), leg. T. Langmann. Aufnahme unter Wasser; vgl. mit Abb. 3.
Abb. 10: Nahaufnahme des Gefüges.
Abb. 11: Drammen-Rapakiwi, Anstehendprobe bei Berger (59.53504, 10.36206), leg. T. Langmann.
Abb. 12: Nahaufnahme. In der Grundmasse zeigen sich feine und gewundene graphische Quarz-Feldspat-Verwachsungen.
Abb. 13: Drammen-Rapakiwi, Übergang zu porphyrischem Gefüge (keine Ovoide), aber mit graphischen Verwachsungen in der Grundmasse. Anstehendprobe von Tofte (59.55147, 10.51491), leg. T. Langmann.
Abb. 14: Drammen-Granit mit wenig ausgeprägten Rapakiwi-Merkmalen. Anstehendprobe, Steinbruch am Drammensfjord (59.63972, 10.39544), leg. T. Langmann.
Abb. 15: Drammen-Granit? mit rundlichen Feldspat-Einsprenglingen, teils mit graphischen Verwachsungen in der Grundmasse. Geschiebe von Stenbjerg (DK), Slg. E. Figaj.

Das Geschiebe Abb. 16 wurde zunächst als „Drammen-Pyterlit“ bezeichnet, gleichwohl kein Pyterlit-Gefüge (wenigstens einige runde Alkalifeldspäte ohne Plagioklassaum) erkennbar ist und es sich damit lediglich um einen porphyrischen Granit mit idiomorphen Quarzen handelt. Vom Drammen-Granit sind ähnliche Gefüge bekannt, wobei einige der kantigen und blassbraunen Alkalifeldspäte rotbraune Säume aufweisen können. Dieses Gefüge ist jedoch nicht einzigartig und auch in anderen Vorkommen anorogener Granite verbreitet (Åland, Dalarna). Vgl. auch Erläuterungen zum Drammen-Pyterlit auf kristallin.de.

Abb. 16: porphyrischer Granit mit idiomorphen Quarzen, Geschiebe von Lyby-Mogenstrup (DK), ex coll. H. Arildskov.

Finnemarka-Granit (Finnemarka-Quarzmonzonit)

Nördlich des Drammen-Batholith liegt das etwa 125 qkm große Finnemarka-Massiv, das ebenfalls zu den Biotit-I-Graniten gerechnet wird. Neben einem hellrötlichen und grobkörnigen Biotitgranit, der den größten Bereich des Vorkommens abdeckt, steht ein Quarzmonzonit mit einem auffälligen Gefüge an. Näheres zu Geologie und Geschichte dieses Geschiebetyps auf skan-kristallin.de. Die ersten Anstehendproben zu geschiebekundlichen Vergleichszwecken hat H. Arildkov gesammelt.

Abb. 17: Finnemarka-Quarzmonzonit, auffälliges Gefüge aus dicht an dicht liegenden und hellen Feldspäten in einer feinkörnigen und blassrötlichen sowie mafitreichen Grundmasse. Geschiebe von Slagentangen, Breite 18 cm, Slg. T. Brückner.

Das Gestein weist ein porphyrisches Gefüge und fällt durch die dichte Packung weißer Feldspäte auf. Diese erreichen eine Größe von 10-15 mm, darunter sowohl rechteckige Anschnitte mit abgerundeten Ecken, als auch nahezu runde oder polygonale Feldspäte mit mehr als 4 Kanten. Viele sind von einem dünnen Saum eines blassroten bis blass bräunlichen zweiten Feldspats umgeben. Die kleinkörnige Grundmasse besteht aus hellgrauen Quarz-Körnern, zwei Feldspatarten (weiß und rötlich) sowie dunklen Mineralen (Biotit, Amphibol). Größere Amphibole stechen durch ihre stengelige Ausbildung hervor.

Nach CZAMANSKE 1965 handelt es sich bei den größeren Feldspäten um Oligoklas, einem sehr Na-reichen Feldspat der Plagioklas-Reihe (70-90% Albit). In einigen Kristallen lassen sich Einschlüsse von Quarz und rötlichem Alkalifeldspat, in anderen dunkle Minerale beobachten. Der überwiegende Anteil an Plagioklas gegenüber dem zweiten Feldspat (wahrscheinlich Kalifeldspat) sowie der geringe Quarzanteil (unter 10%) legen eine quarzmonzonitische Zusammensetzung des Gesteins nahe.

Abb. 18: Finnemarka-Quarzmonzonit. Hier sind die dünnen Alkalifeldspatsäume orangefarben bis blassbraun getönt. Polierte Schnittfläche, Slagentangen, leg. T. Brückner.
Abb. 19: Nahaufnahme

Literatur

CZAMANSKE GK 1965 Petrological aspects of the Finnemarka granite complex, Oslo area, Norway – J. Geol 73, S. 239-322.

GAUT A 1981 Field relations and petrography of the biotite granites of the Oslo region – Norges Geol Unders 367, S. 39-64.

TRØNNES G & BRANDON AD 1992 Mildly peraluminous high-silica granites in a continental rift: the Drammen and Finnemarka batholiths, Oslo Rift, Norway – Contrib Mineral Petrol (1992) 109, S. 275-294. Springer-Verlag.

ZANDSTRA J G 1999 Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten – S. 328-333 – Backhuys Leiden.

Syenite, Monzonite und Alkaligranite des Oslograbens

In der Spätphase der magmatischen Entwicklung des Oslograbens stiegen etwa 270-250 Ma alkalireiche Schmelzen in die oberen Bereiche der Erdkruste auf. Sie bilden mächtige Batholithe aus Alkalifeldspatsyeniten bis alkalireichen Graniten, die große Flächen im nördlichen Teil des Oslogebietes einnehmen, darunter Nordmarkit, Grefsen-Syenit und Pulaskit (etwa 1.425 km2) sowie die Ekerite (821 km2). Innerhalb dieser Suite treten grob-, mittel- und feinkörnige Gefügevarianten sowie Ganggesteine auf, miteinander verbunden durch fließende Übergänge. Die wichtigsten Lokalbezeichnungen sind:

Eine eindeutige Bestimmung der Gesteine gestaltet sich nicht nur als Geschiebe, auch im Anstehenden schwierig, weil die Art des Feldspats bzw. die Anteile an Alkalifeldspat und Plagioklas von Hand schwer abzuschätzen sind. An Fundorten mit norwegischen Geschieben kann man auf einige allgemeine Merkmale achten:

Die Alkalifeldspatsyenite (Nordmarkite) des Oslograbens sind mittel- bis grobkörnige Gesteine, die ganz überwiegend aus blass rötlichem, bräunlichem oder graubraunem Alkalifeldspat bestehen. Plagioklas fehlt, Quarz kann in den Feldspat-Zwickeln bis zu einem Anteil von 10 % enthalten sein. In den ähnlichen Ekeriten liegt der Quarzanteil bei 10-35%. Syenite enthalten neben Alkalifeldspat Plagioklas (bis 35% Anteil vom Gesamtfeldspat). Der teils hohe Alkaligehalt der Gesteine bedingt das Auftreten alkalireicher dunkler Minerale, darunter nadeliger Ägirin (Na-Pyroxen) und stengeliger Alkali-Amphibol (z. B. Arfvedsonit), neben Glimmer (Biotit). Die Syenite des Oslograbens enthalten oftmals auch braunen Titanit in größerer Menge.

1. Nordmarkit

Abb. 1: Nordmarkit, Geschiebe von Hirtshals (DK), Slg. E. Figaj. Aufnahme unter Wasser.
Abb. 2: Nahaufnahme

Der Nordmarkit nimmt große Flächen in der gleichnamigen Region Nordmarka im Norden des Oslo-Gebietes ein, größere Vorkommen liegen auch südlich des Drammenfjords. Das Gefüge dieses Alkalifeldspatsyenits ist ausgesprochen variabel, neben mittel- und grobkörnigen Gesteinen gibt es feinkörnige, porphyrische (Nordmarkit-Porphyr) und sog. „halb-porphyrische“ Nordmarkite. Zudem bestehen fließende Übergänge zu Larvikit, Pulaskit und Syeniten. Um ein „Gefühl“ für diese als Geschiebe relativ unauffälligen Gesteine zu entwickeln, empfiehlt sich die Betrachtung einer Reihe von Anstehendproben in einer Vergleichssammlung (vgl. skan-kristallin.de und Exkursionsbericht auf kristallin.de).

Die mittel- bis grobkörnigen Nordmarkite sind Alkalifeldspat-Syenite und bestehen ganz überwiegend aus 2-10 mm großen, teilweise rechteckigen Alkalifeldspäten. Blasse Tönungen überwiegen (rosa, bräunlich, graubraun, gelblichgrau). Die Feldspäte erscheinen manchmal graufleckig durch perthitische Entmischungen. Das Gefüge ist insgesamt gleichkörnig, bei Anwesenheit einzelner größerer Feldspäte kann es auch porphyrisch erscheinen. Ein zweiter Feldspat (Plagioklas) fehlt. Quarz kommt in 2-5 mm großen und hellgrauen Körnern in den Feldspat-Zwickeln vor und kann bis zu einem Anteil von 10 % enthalten sein. Mit steigendem Quarzgehalt geht der Nordmarkit nahtlos in Ekerit über (bis 35% Quarz). In geringer Menge treten dunkle Minerale hinzu, darunter nadeliger Ägirin, kurze Pyroxene, eher stengelige Na-Amphibole und/oder Biotit. Die Anwesenheit von Ägirin weist auf den alkalireichen Charakter des Gesteins hin. SMED & EHLERS 2002: 152 nennt als weitere Bestandteile Magnetit, mitunter viel brauner Titanit oder sechseckige bräunliche oder grünliche Säulen von Apatit. Eine Unterscheidung von Syeniten ist mit makroskopischen Mitteln manchmal nicht möglich. Im Zweifelsfall wählt man für entsprechende Funde die allgemeine Bezeichnung Oslo-Syenit.

Abb. 3: Nordmarkit (Stenbjerg, DK), Slg. E. Figaj.

Abb. 4, 5: grünlicher Nordmarkit, Geschiebe aus Dänemark, polierte Schnittfläche, Slg. T. Brückner.

Abb. 6: Nordmarkit, Geschiebe von Steinvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov (bestimmt als Ekerit).
Abb. 7: grobkörniger Nordmarkit, Geschiebe von Steinvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 8: Nahaufnahme
Abb. 9: „trachytischer“ Nordmarkit (Stenbjerg, DK), Slg. E. Figaj.
Abb. 10: ungleichkörniger Nordmarkit, Johannistal (Schleswig-Holstein).
Abb. 11: Nahaufnahme
Abb. 12: NordmarkitÜbergang zum Ekerit, Geschiebe von Hirtshals, Slg. E. Figaj.
Abb. 13: porphyrischer Nordmarkit, Breite 90 mm, Geschiebe von Filtvet (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 14: porphyrischer Nordmarkit, Breite 12,5 cm, Hirtshals (DK).
Abb. 15: grünlicher Alkalifeldspatsyenit, Geschiebe von Hirtshals (DK), Aufnahme unter Wasser.
Abb. 16: Nahaufnahme. Quarz ist nicht auffindbar, als dunkle Minerale sind nadeliger Pyroxen (Ägirin), stengeliger Amphibol und rötlichbrauner Glimmer erkennbar.

2. Ekerit

Der Ekerit ist ein alkalireicher Granit und ein quarzreiches Glied aus der Suite der Nordmarkit-Plutonite. Wie der Nordmarkit, zu dem nahtlose Übergänge bestehen, sind vom Ekerit ebenfalls zahlreiche Gefüge- und Farbvarianten bekannt, von grob- bis feinkörnig, von massig bis porphyrisch. Als Geschiebe, fern seiner Heimat, ist das Gestein mit gewöhnlichen Graniten verwechselbar und nur schwer, allenfalls in charakteristischer Ausbildung erkennbar.

Mittel- bis grobkörnige Ekerite bestehen aus blass rötlichen, gelblichen, beigefarbenen oder bräunlichen Alkalifeldspäten. Einige der größeren, 5-10 mm langen Feldspäte sind ausgeprägt kantig. Hinzu kommt ein Anteil von 10-35% an xenomorphem Quarz in 2-3 mm großen und transparenten bis weißlich-trüben oder hellgrauen Körnern. Plagioklas fehlt. Ein Hinweis auf den alkalischen Charakter des Gesteins liefert die Anwesenheit geringer Mengen dunkler Mineralen wie nadeliger Ägirin und stengeliger Alkaliamphibol (Arfvedsonit).

Abb. 17: Ekerit, Anstehendprobe vom See Eikeren, Norwegen (N 59.65522, E 9.95662), T. Langmann leg., Aufnahme unter Wasser.
Abb. 18: Nahaufnahme. Das Gestein besteht im Wesentlichen aus blassrotem Alkalifeldspat und hellgrauem Quarz; dunkle Minerale sind unauffällig.
Abb. 19: Ekerit, Geschiebefund von Slagentangen (NOR), Slg. E. Figaj.
Abb. 20: Die Detailaufnahme zeigt mehr oder weniger rechteckige gelbliche bis bräunliche Alkalifeldspäte, hellgrauen Quarz sowie nadelige und stengelige dunkle Minerale (Ägirin, Amphibol).
Abb. 21: Ekerit, Geschiebe von Steinvik/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov. Neben blassrotem Alkalifeldspat ist ein zweiter Feldspat (gelb) erkennbar. Sein Anteil dürfte unter 10% liegen.

3. Grefsen-Syenit

Der Grefsen-Syenit aus der Suite der alkalireichen Nordmarkit-Plutonite enthält neben Alkalifeldspat auch Plagioklas (OFTEDAHL 1948 und SAETHER 1962). Das Gestein weist ein porphyrisches Gefüge auf und sieht durch den orangeroten Alkalifeldspat und die hellgrauen Plagioklase gefleckt aus. Von Hand sind die Feldspäte kaum sicher unterscheidbar. Hinzu kommt etwas Biotit als überwiegendes dunkles Mineral, Ägirin und Amphibol treten eher zurück. Weitere Bestandteile sind etwas trüber Quarz sowie mitunter viel brauner Titanit. Anstehendproben s. skan-kristallin.de.

Abb. 22: Grefsen-Syenit?, Geschiebe von Hirtshals (DK), Breite 10,5 cm.

4. Pulaskit

Pulaskite weisen einen etwas geringeren SiO2-Gehalt auf als Nordmarkite und sind Alkalifeldspatsyenite, die statt Quarz bis zu 10% Nephelin enthalten können. Einige Pulaskite ähneln äußerlich den Nordmarkiten, andere silbrig-graue Varianten den Larvikiten. Manche Pulaskite enthalten rhombenförmige (ternäre) Feldspäte. Hinzu kommen geringe Mengen dunkler Minerale (Glimmer, Pyroxen, Ägirin und/oder Na-Amphibol). Eine Bestimmung als Geschiebe gestaltet sich aufgrund der genannten Verwechslungsmöglichkeiten schwierig, zumal gegebenenfalls enthaltener Nephelin makroskopisch kaum in Erscheinung tritt. Im Zweifelsfall ist die Bezeichnung Alkalifeldspatsyenit zu bevorzugen. Abbildungen von Anstehendproben und Geschiebefunden, s. skan-kristallin.de.

Abb. 23: Glimmerpulaskit, Anstehendprobe, Weg zwischen Kjelsås und Ågårdslien, Nordmarken; Slg. Brøgger 1906, Nr. 114; Slg. der BGR in Berlin-Spandau.
Abb. 24: Nahaufnahme
Abb. 25: Alkalifeldspatsyenit (Pulaskit, Larvikit?), Hirtshals, Breite 12 cm.

5. Akerit und Akeritporphyr

Akerite sind eine Reihe feinkörniger Syenite und Monzonite, die im Oslo-Graben als Subvulkanite, Ganggesteine oder in kleinen Massiven in zahlreichen Varianten auftreten. Die petrographische Definition hat sich seit ihrer Erstbeschreibung durch BRØGGER 1890 und 1933 stark gewandelt. OFTEDAL 1946: 9 präzisiert die Bezeichnung Akerit hinsichtlich eines lokalen Texturbegriffes für feinkörnige Monzonite, die in ihrer Zusammensetzung mit den grobkörnigen Gesteinen der Larvikit-Kjelsåsit-Serie vergleichbar sind. Die aktuelle Nomenklatur definiert Akerite wie folgt: „A collective term for varieties of microsyenite and micromonzonite consisting of alkali feldspar, with more or less oligoclase, biotite, pyroxene and often quartz. They are characterized by rectangular oligoclase.” (LE MAITRE et al 2004). Das Gefüge einiger kleinkörniger Anstehendproben auf skan-kristallin.de lässt in der Tat eine Verwandtschaft mit den Larvikiten/Kjelsasiten vermuten. Akerite treten auch innerhalb der RP-Lagen sowie als Begleiter der Nordmarkite auf. Als Geschiebe dürften die Gesteine nur schwer bestimmbar sein.

Abb. 26: Akerit mit dunklem Xenolith eines Plagioklas-Basalts, Storesand (NOR), ex coll. H. Arildskov. Die körnige Grundmasse ist reich an rötlichem Alkalifeldspat und führt größere grüne Plagioklas-Einsprenglinge, einige davon mit einem hellen Alkalifeldspat-Saum.

Akeritporphyre sind monzonitische Ganggesteine von grauer, graugrüner, bräunlicher oder rötlicher Farbe. Die klein- bis feinkörnige (Körner unter 2 mm) Grundmasse besteht im Wesentlichen aus Alkalifeldspat, der Anteil an Plagioklas, Quarz und dunklen Mineralen (Biotit, Amphibol, Pyroxen) liegt unter 10%. Größere Quarzkörner treten nicht auf (OFTEDAHL 1946). Plagioklas (oft grünlich) bildet rechteckige Einsprenglinge, die von einem hellen Saum aus Alkalifeldspat umgeben sein können. Bei der Bestimmung von Geschieben ist hinsichtlich petrographischer Ähnlichkeiten mit anderen porphyrischen Mikrosyeniten (Syenitporphyren) oder Monzoniten die Bezeichnung Akeritporphyr mit Umsicht zu verwenden, die Gesteine sind selten.

Nach einem Hinweis von H. Arildskov kommen Akeritporphyre hauptsächlich in der Bærum-Sørkedal-Caldera vor, wobei zwei Haupttypen unterschieden werden können: 1) Burud-Typ und 2) Egekoll-Høgås-Typ (HOLTEDAHL 1943: 32, OFTEDAHL 1946:17-23, SÆTHER 1962).

Abb. 27: Akeritporphyr, Anstehendprobe von Tofteholmen (NOR), ex coll. H. Arildskov. Das Gestein von dieser Lokalität wurde von BRØGGER 1931a zunächst als Windsorit-Porphyr, später als Akerit-Porphyr bezeichnet.
Abb. 28: Die Nahaufnahme der nassen Oberfläche zeigt größere grüne Feldspat-Einsprenglinge, wahrscheinlich Plagioklas, in einer körnigen Grundmasse aus rotem Alkalifeldspat, neben wenig dunklen Mineralen, darunter stengelige Alkaliamphibole und nadeliger Alkalipyxroxen (Ägirin).
Abb. 29: porphyrischer Mikrosyenit bis -monzonit (“Akeritporfyr, Burud-Typ von Lommedalen“), Nahgeschiebe von Steinvik (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 30: Nahaufnahme, nass fotografiert; die grünlichgraue und feinkörnige Grundmasse enthält orangefarbene Alkalifeldspat-Einsprenglingen, teils mit perthitischer Entmischung, teils als Karlsbader Zwillinge.

6. Literatur

BARTH T 1945 Studies of the Igneous Rock Complex of the Oslo Region II. Systematic petrography of the Plutonic Rocks – Det norske Videnskaps-akadami i Oslo. Skrifter I.

BRØGGER WC 1890 Die Mineralien der Syenitpegmatitgänge der südnorwegischen Augit- und Nephelinsyenite in: Zeitschrift für Krystallographie und Mineralogie. Hrsg. P. Groth, Bd. 16, Leipzig 1890.

BRØGGER WC 1931a Die Eruptivgesteine des Kristianiagebietes V. Der große Hurumvulkan – Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I Nr. 6, 1930.

BRØGGER WC 1932 Die Eruptivgesteine des Oslogebietes VI. Über verschiedene Ganggesteine des Oslogebietes – Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I Nr. 7, 1932.

BRØGGER WC 1933 Die Eruptivgesteine des Oslogebietes: VII. Die chemische Zusammensetzung der Eruptivgesteine des Oslogebietes – Skrifter, Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I. 1933.

HOLTEDAHL O 1943 Studies on the Igneus Rock Complex of the Oslo Region – I. Some Structural Features of the District Near Oslo. – 71 S., 1 Kte., 39 Fig. – Skrifter ugitt av det Norske Videnskaps-Akademi i Oslo.

LE MAITRE et al 2004 Igneous Rocks: A Classification and Glossary of Terms. Edited by R. W. Le Maitre and A. Streckeisen and B. Zanettin and M. J. Le Bas and B. Bonin and P. Bateman – 252 S., Cambridge University Press, ISBN 0521619483.

OFTEDAHL C 1946 Studies on the Igneous Rock Complex of the Oslo Region. VI. On akerites, felsites and rhomb-porphyries. NVAMK

SAETHER E 1962 Studies on the Igneous Rock Complex of the Oslo Region. XVIII. General investigation of the igneous rocks in the area north of Oslo. NVAMK.

SMED P & EHLERS J 2002 Steine aus dem Norden (2.Aufl.) – 194 S., 34 Taf., 67 Abb., 1 Kte. (rev. 2008), Berlin, Stuttgart (Gebr. Borntraeger).

Nephelinsyenite des Oslo-Grabens

Die Nephelinsyenite des Oslograbens gingen als späte Differentiate und letzte Glieder der Plutonite der Larvikit-Serie aus stark SiO2-untersättigten Magmen hervor. Zu den Nephelinsyeniten zählen der grob- bis riesenkörnige Lardalit, die eher mittelkörnigen Nephelinsyenite (u. a. der Foyait) sowie Pegmatite. Innerhalb dieser Folge treten Ganggesteine auf, z. B. die Hedrumite. Alle Gesteine werden von BRØGGER 1898 ausführlich, teilweise erstmalig beschrieben. Die geologische Karte Abb. 1 zeigt die enge Vergesellschaftung von Larvikit, Lardalit und Nephelinsyeniten im Gelände.

Abb. 1: Verbreitung der Nephelinsyenite im Lardalit-Gebiet nördlich von Larvik (nach Angaben in OFTEDAHL 1960), Karte aus skan-kristallin.de.
  1. Lardalit
  2. Foyait
  3. Körniger Nephelinsyenit
  4. Nephelinsyenit-Pegmatit
  5. Hedrumit – Lestiwarit
  6. Literatur

1. Lardalit

Die grob- bis riesenkörnigen Lardalite erscheinen dunkler als die meisten Larvikite und enthalten zudem Nephelin in erheblicher Menge. Damit sind sie Nephelinsyenite, keine Monzonite. Die silbriggrauen bis dunkel blaugrauen und ternären Feldspäte können eine Kantenlänge von 6 cm erreichen. Bekannt sind Varianten aus mehr oder weniger rechteckigen Feldspäten, rhombenförmige Feldspäte treten nur vereinzelt auf. Eine andere Variante besteht aus zahlreichen Feldspat-Rhomben und Nephelin in den Zwickeln. Nephelin ist in jedem Falle reichlich und bis zu einem Anteil von 30% enthalten. Der Feldspatvertreter bildet blassbraune bis graubraune Aggregate bis 1 cm Größe. Auf der Oberfläche von Geschieben kann Nephelin ausgewittert sein und eine löchrige Oberfläche hinterlassen. Als dunkle Minerale finden sich Pyroxen, Amphibol und Biotit.

Eine ausführliche Beschreibung der Lardalite stammt von BRØGGER 1898: 7-40. Abbildungen von Anstehendproben werden auf skan-kristallin.de gezeigt, ein Exkursionsbericht ins Lardalit-Gebiet auf kristallin.de nachzulesen. Lardalite stehen auf vergleichsweise kleiner Fläche an und sind als Geschiebefund sehr selten. Zudem unterlag das Lardalit-Massiv aufgrund der Festigkeit und Zähigkeit der Gesteine während der nordischen Inlandvereisungen nur einer mäßigen Abtragung.

Abb. 2: Lardalit, polierte Schnittfläche, Geschiebe von Nissum-Bredning (DK), Sgl. R. Hanning 1993; Bild von skan-kristallin.de.
Abb. 3: dunkler Lardalit, Breite 13,5 cm, ex coll. H. Arildskov, N Amundsjöen, W Kvelde(?).
Abb. 4: Detailaufnahme mit rotbraunem Glimmer.

Zwei Gefügevarianten eher mittelkörniger Nephelinsyenite treten im Vergleich zum Lardalit deutlich häufiger als Geschiebe auf: Foyait („trachytischer“ Nephelinsyenit) und körniger Nephelinsyenit. Sie kommen in Gestalt von Gängen und kleine Massiven im Lardalit-Gebiet, untergeordnet auch an anderen Lokalitäten vor.

2. Foyait

Der Foyait oder „trachytische“ Nephelinsyenit fällt durch sein besonderes Gefüge in Auge: weiße und schmal leistenförmige Alkalifeldspäte von 10-15 mm Länge bilden ein netzartiges Gerüst und weisen je nach Blickrichtung eine regellose Anordnung oder annähernd parallele Ausrichtung („trachytisches“ Gefüge) auf. Einige der idiomorphen Feldspäte bilden Karlsbader Zwillinge, gelegentlich kommen plattige Feldspäte vor. Der Nephelin-Anteil des Gesteins beträgt 10-25%. Das graue bis graubraune Mineral sitzt in den Zwischenräumen der Feldspäte in Gestalt xenomorpher bis eckiger Körner. Auf der Außenseite von Geschieben kann Nephelin ausgewittert sein und eine löchrige Oberfläche sowie ein skelettartiges Gewirr aus Feldspatleisten hinterlassen (Abb. 5). Als dunkle Minerale treten Biotit, nadeliger Ägirin und/oder Hornblende hinzu, als Nebenbestandteile Titanit (braune Aggregate bis 5 mm), gelegentlich grüner Apatit sowie etwas Erz. Quarz fehlt.

Die meisten Foyaite sind weißlich-graue bis bräunlich-graue Gesteine, seltener finden sich rötliche oder graugrüne Varianten. Auf den ersten Blick mag eine Verwechslungsmöglichkeit mit Doleriten bestehen. Diese durch den hohen Anteil mafischer Minerale (Pyroxen, Olivin, auch Magnetit) eher dunklen Gesteine enthalten jedoch leistenförmigen Plagioklas als einzigen Feldspat, Nephelin fehlt. Bilder von Anstehendproben auf skan-kristallin.de, Beschreibung in ZANDSTRA 1988: 387 und SMED & EHLERS 2002: 154.

Abb. 5: Foyait, löchrige Außenseite eines Geschiebes durch teilweise ausgewitterten braunen Nephelin. Geschiebe von Kos, Slg. E. Figaj.
Abb. 6: Foyait mit bräunlichgrauem Nephelin, Geschiebe von Stenbjerg (DK), Slg. E. Figaj. Aufnahme unter Wasser.
Abb. 7: Nahaufnahme; neben dunklen Mineralen (Amphibol, nadeliger Ägirin) ist gelblicher Titanit erkennbar.

Abb. 8, 9: Foyait mit grauem Nephelin, Anstehendprobe von Farrisveien (NOR), 200 m W Lågendalsveien (N59.174873, E9.984337), leg. M. Bräunlich 2012; Slg. der BGR in Berlin-Spandau. Die Detailaufnahme (Abb. 9) zeigt einige halbseitig reflektierende Alkalifeldspäte (Karlsbader Zwillinge).

3. Körniger Nephelinsyenit

Als körnigen Nephelinsyenit bezeichnet man eine Reihe hellgrauer, manchmal silbriggrauer oder etwas rötlicher sowie mittelkörniger Nephelinsyenite. Sie sind etwas weniger auffällig als der Foyait, besteht aber aus den gleichen Mineralen. Hellgrauer und deutlich gestreifter Alkalifeldspat bildet unregelmäßig eckige, vereinzelt rechteckige Kristalle (darunter häufig Karlsbader Zwillinge). Grauer bis graubrauner, stellenweise rötlich verfärbter Nephelin tritt in geringerer Menge und kleineren Körnern auf. Nephelin kann durch Alteration eine orangerote Farbe annehmen. Auffällig sind die großen (2-5 mm) und gedrungen rechteckigen bis annährend quadratischen schwarzen Hornblende- oder Pyroxen-Einsprenglinge. Untergeordnet können Biotit, brauner Titanit, Apatit und Erz enthalten sein. Die Gesteine weisen eine Tendenz zu unregelmäßigen Korngrenzen sowie zur Ungleichkörnigkeit auf. Die Korngröße variiert zwischen kleinkörnig (1-2 mm Korngröße) und mittelkörnig (Alkalifeldspat bis 1 cm, Nephelin bis 5 mm).

Die Außenseite von Geschieben kann durch ausgewitterten Nephelin ebenfalls löchrig erscheinen. Zwischen körnigen und trachytischen Nephelinsyeniten existieren Übergänge. Die von BRØGGER 1898 eingeführte Bezeichnung „Ditroit“ für intrusive körnige Nephelinsyenite sollte nicht mehr verwendet werden, da sie bereits 1866 für eine andere Gesteinsart vergeben wurde und heute als obsolet anzusehen ist.

Abb. 10: Übergang körniger Nephelinsyenit – Foyait, Breite 11,5 cm, ex coll. H. Arildskov.
Abb. 11: körniger Nephelinsyenit, Geschiebe von Stenbjerg (DK), leg. E. Figaj, Aufnahme unter Wasser.
Abb. 12: Nahaufnahme der nassen Oberfläche.
Abb. 13: kleinkörniger Nephelinsyenit, Übergang zwischen körnigem und trachytischem Gefüge. Geschiebe von Stenbjerg (DK), leg. E. Figaj.
Abb. 14: Nahaufnahme

Neben Nephelinsyeniten treten im Oslograben auch Foidsyenite mit Sodalith als zweiten Feldspatvertreter auf. Das hellgraue bis schwach bläuliche Mineral lässt sich kaum von ebenfalls hellgrauem Alkalifeldspat unterscheiden, wird unter UV-Licht aber anhand seiner orangefarbene Fluoreszenz sichtbar (s. kristallin.de, Abb. 102-103).

Abb. 15: Sodalith-Foyait, Anstehendprobe von Kvelde Kirke (NOR), leg. H. Arildskov. Das Gestein besteht aus hellem Alkalifeldspat, braunem Nephelin und enthält in erheblicher Menge hellgrauen Sodalith.
Abb. 16: Nahaufnahme

4. Nephelinsyenit-Pegmatit

Auf der kleinen Insel Låven im Langesundsfjord treten Nephelinsyenit-Pegmatite innerhalb des Larvikits auf. BRØGGER 1890 widmet diesen „Riesenfoyaiten“ und den darin enthaltenen, teilweise seltenen Mineralen eine umfassende Monographie. Weiter südlich von Låven (Mølen) finden sich die Pegmatite als Nahgeschiebe.

Abb. 17: Nephelinsyenit-Pegmatit aus weißem bis grauem Alkalifeldspat, bis 2 cm großen Aggregaten von Nephelin (braun) und dunklen Mineralen im Kontakt zu einem mittelkörnigen Alkalifeldspatsyenit. Geschiebe von Mølen, polierte Schnittfläche, leg. T. Brückner.
Abb. 18: Nahaufnahme des Kontakts.

5. Hedrumit – Lestiwarit

Hedrumite sind eine vielgestaltige Gruppe grobtafeliger bis feinkörniger sowie nephelinreicher bis nephelinfreier Ganggesteine aus der Foyait-Reihe innerhalb des Larvikit-Komplexes (BRØGGER 1898: 183-198); es bestehen Übergänge zum Pulaskit. Definition des Hedrumits in LE MAITRE 2004: „Lokalname für eine porphyrische, feinkörnige Varietät eines Alkalifeldspatsyenits mit trachytischem oder foyaitischem Gefüge, hauptsächlich aus Mikroklin-Mikroperthit bestehend. Die Grundmasse ist biotitreich und enthält geringe Mengen an Natrium-Amphibol, Ägirin sowie Nephelin.“ Als Geschiebefund dürften die Gesteine nur eine untergeordnete Rolle spielen, allenfalls graubraune bis braune und trachytische, den Foyaiten ähnliche Varianten erkennbar sein.

Abb. 19: Bräunlicher Hedrumit mit leistenförmigen, einigermaßen parallel eingeregelten grauen Feldspäten. Anstehendprobe vom Aufschluss Hedrumveien (Str. 304), Lågendalen, SE Kvelde (N59.173350, E10.029360), leg. M. Bräunlich 2012, Slg. der BGR Berlin.
Abb. 20: Nahaufnahme; zahlreiche Alkalifeldspäte sind als Karlsbader Zwillinge ausgebildet, erkennbar an den halbseitig reflektierenden Kristallflächen. Nephelin ist nicht erkennbar bzw. von Kalifeldspat unterscheidbar.

Eine weitere Anstehendprobe eines Hedrumits sieht ganz anders aus.

Abb. 21: Hedrumit vom Südende des Sees Skirstadkjern; leg. Finckh 1906 (laut Etikett Originalgestein Nr. 190 zu Tröger 1934, dort wird allerdings ein anderer Fundort angegeben).
Abb. 22: Alkalifeldspatsyenit (Hedrumit?) Geschiebe von Steinvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 23: Die Detailaufnahme zeigt ein Gefüge weitgehend rechteckiger bis länglicher Feldspat-Kristalle, neben wenigen größeren Feldspat-Einsprenglingen (mit hellem Saum), wenig dunklen Mineralen und bräunlichem Titanit.

Der folgende Geschiebefund aus Dänemark könnte in die Reihe Nephelinsyenit – Hedrumit passen. Das graugrüne Gestein besitzt ein porphyrisches Gefüge und enthält größere graue, zum Rand hin etwas hellere Alkalifeldspat-Leisten. Sie zeigen eine annähernd parallele Ausrichtung, viele davon sind Karlsbader Zwillinge. In der feinkörnigen grünlichen Grundmasse deuten zahlreiche kleine, rötlichbraune und xenomorphe Körner auf alterierte Foide (Nephelin?). Weiterhin sind nadelige Pyroxene (Ägirin), stengelige dunkle Minerale und Glimmer erkennbar. Die größeren weißen bis blass orangefarbenen Aggregate (Xenolithe) bestehen teilweise aus Zusammenballungen leistenförmiger Alkalifeldspäte.

Abb. 24: Hedrumit? Geschiebe aus Dänemark, E. Figaj leg. Aufnahme unter Wasser.
Abb. 25: Nahaufnahme mit parallel ausgerichteten Alkalifeldspatleisten (Karlsbader Zwillinge), orangebraunem Nephelin(?) sowie nadeligem Ägirin.

Der Lestiwarit tritt als Begleiter der Nephelinsyenite auf. Das helle und aplitische Ganggestein ist ein nephelinfreier Syenit aus weißem Alkalifeldspat und nadeligem Ägirin (Beschreibung in BRØGGER 1898: 213-218).

Abb. 26: Lestiwarit, Gang im Foyait, N Kvelde Kirche, Lågendal (Jarlsberg), Handstück aus der Originalsammlung Brøgger 1906, Nr. 111. Slg. der BGR in Berlin-Spandau.

6. Literatur

ANTHONY E Y, SEGALSTAD T V & NEUMANN, E R 1989 An unusual mantle source region for nephelinites from the Oslo Rift, Norway – Geochimica et Cosmochimica Acta, 53, S. 1067-1076.

BRØGGER WC 1890 Die Mineralien der Syenitpegmatitgänge der südnorwegischen Augit- und Nephelinsyenite in: Zeitschrift für Krystallographie und Mineralogie. Hrsg. P. Groth, Bd. 16, Leipzig 1890.

BRØGGER WC 1898 Die Eruptivgesteine des Kristianagebietes – III. Das Ganggefolge des Laurdalits – 375 S., 1 Karte, 4 Taf., 5 Fig. i. Text.

LE MAITRE et al 2004 Igneous Rocks: A Classification and Glossary of Terms. Edited by R. W. Le Maitre and A. Streckeisen and B. Zanettin and M. J. Le Bas and B. Bonin and P. Bateman – 252 S., Cambridge University Press, ISBN 0521619483.

OFTEDAHL C & DONS J 1957 Geological Guide to Oslo and District – Oslo, 1957.

SMED P & EHLERS J 2002 Steine aus dem Norden (2.Aufl.) – 194 S., 34 Taf., 67 Abb., 1 Kte. (rev. 2008), Berlin, Stuttgart (Gebr. Borntraeger).

TRÖGER WE 1934 Spezielle Petrographie der Eruptivgesteine, Nomenklatur-Kompendium, Berlin 1935. Nachdruck durch den Verlag der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft,1969.

ZANDSTRA JG 1988 Noordelijke kristallijne gidsgesteenten – E. J. Brill 1988.

Plutonite des Oslograbens: Larvikit-Serie

Abb. 1: Larvikit, Geschiebe am Hirtshals Kliff (DK), Breite 12 cm.

Der Larvikit ist das bekannteste Tiefengestein des Oslograbens und gehört zu einer Reihe genetisch verwandter Plutonite, die vor etwa 280 Millionen Jahren, zum Ende der ersten Phase eines intensiven Rhombenporphyr- und Basalt-Vulkanismus, als mächtige Körper (Batholithe) in die oberen Bereiche der Erdkruste aufsteigen. Diese Plutonite der Larvikit-Serie stehen heute als Folge fortwährender Erosion direkt an der Oberfläche an, vor allem im Süden des Oslogebietes. Südlich und südwestlich wurde eine große zusammengesetzte Ringstruktur nachgewiesen, eine Abfolge mehrerer kreisförmiger, sich überlappender Intrusionen (DONS & LARSEN 1978, Abb. 2). Die Gesteinsfolge beginnt mit dem Kjelsåsit, einer Ca-reichen Variante des Larvikits. Es folgen die Larvikite, darunter ältere und quarzführende Generationen, Varianten mit Quarz und Nephelin sowie einer Generation, die nur Nephelin enthält. Fortgesetzte magmatische Differentiation führt zu den ausgeprägt SiO2-armen und jüngsten Gliedern der Serie, den Nephelinsyeniten, darunter Lardalit, Foyait, körniger Nephelinsyenit sowie Pegmatite.

Abb. 2: kreisförmige Larvikit-Intrusionen, Wanderung des magmatischen Zentrums von Ost nach West. Grafik aus DONS & LARSEN 1978, © Universitetsforlaget 1978, entnommen aus kristallin.de.
  1. Larvikit
  2. Tönsbergit – porphyrischer Larvikit
  3. Kjelsåsit
  4. Literatur

1. Larvikit

Grobkörnige Larvikite mit großen und silbrig-grauen, stellenweise bläulich schillernden Feldspäten sind als Geschiebe leicht erkennbar. Diese auch als Werkstein beliebte Larvikit-Variante wird im Süden des Oslogebietes in großen Steinbrüchen abgebaut und weltweit vermarktet. Das SiO2-arme sowie K- und Na-reiche Gestein besteht zu über 90% aus Feldspat und erscheint auf den ersten Blick wie ein Alkalifeldspatsyenit („Augit-Syenit“ bei BRØGGER 1890). Im petrographischen Sinne ist es jedoch als ein Monzonit anzusehen, in dem die Bestandteile an K-, Na- und Ca-Feldspat als sog. ternärer Feldspat in einem einzigen Feldspat vereint und mit dem bloßen Auge nicht unterscheidbar sind. Die Kristallisation dieses als Anorthoklas bezeichneten K-Na-Ca-Feldspats ist an ein sehr heißes Magma, eine Temperatur oberhalb der Mischungsgrenze von Alkalifeldspat und Plagioklas gebunden. Larvikite sind das plutonische Äquivalent der Rhombenporphyre (Latite). Beide Gesteine entstammen der gleichen Magmaquelle und besitzen eine ähnliche Zusammensetzung.

Auf der Suche nach einem Larvikit-Geschiebe achtet man auf grobkörnige Gesteine, die zu mindestens 90% aus hell- bis mittelgrauem Feldspat bestehen. Diese 2-4 cm großen Anorthoklase weisen eine deutliche Streifung auf, gelegentlich besitzen sie einen silbrigen oder blauen Schiller. Dieser Schiller entsteht durch Lichtbrechung an submikoskopischen Lamellen, entstanden als Folge der Entmischung von Anorthoklas in Plagioklas und Kalifeldspat im Zuge der Abkühlung des Magmas. Im Idealfall zeigen einige Feldspäte rhombenförmige Anschnitte. Im Handstück ist manchmal ein leichte, annähernd parallele Einregelung der Feldspäte infolge gerichteter Bewegung des Magmas (magmatische Lamination) zu beobachten.

Quarz kann enthalten sein, ist aber in den Zwickeln zwischen den größeren Feldspäten schwer zu entdecken. Gleiches gilt für gegebenenfalls enthaltenen Nephelin. Der graue oder braune Feldspatvertreter zeigt auf der Bruchfläche mitunter einen fettigen Glanz. Als Nebenbestandteile treten 1-5 mm große Körner von schwarzem Klinopyroxen (Augit), Amphibol, bronzefarbenem Biotit, akzessorisch Magnetit, Fe-reicher Olivin und Apatit auf. Larvikite enthalten regelmäßig braunen Zirkon, einige auch reichlich braunen Titanit. Beide Minerale weisen einen Glasglanz auf und sind nur bei Vorhandensein idiomorpher Kristalle unterscheidbar: Titanit bildet typisch keilförmige, Zirkon eher gedrungene Kristalle, mit rechten Winkeln entlang der Längsachse.

Der Larvikit nimmt von allen Oslo-Magmatiten zwar die größte Fläche ein (1.670 km²), ist als Geschiebe aber seltener zu finden als der Rhombenporphyr. Plutonite bilden aufgrund ihrer relativ weitständigen Klüftung im Anstehenden tendenziell große Geschiebe aus, die eher engständig geklüfteten Rhombenporphyr-Vulkanite eine ungleich größere Zahl an kleineren Geschieben.

Abb. 3: Larvikit, trocken fotografiert, Geschiebe von Strande bei Kiel, Breite 40 cm.
Abb. 4: Larvikit, Geschiebe von Sjælland (DK), Breite 18 cm, Slg. T. Bückner.
Abb. 5: Larvikit, Geschiebe von Strande bei Kiel, polierte Schnittfläche. Die grauen Feldspäte weisen eine gewisse Einregelung durch magmatische Lamination auf, einige von ihnen zeigen annähernd rhombenförmige Anschnitte.
Abb. 6: Nahaufnahme eines reflektierenden rhombenförmigen Feldspat-Kristalls. In den Zwickeln der Feldspäte sitzt ein graubraunes Mineral (Nephelin?).
Abb. 7: Larvikit mit bläulichem Schiller, Geschiebe von Seeland Odde (DK), polierte Schnittfläche, Slg. T. Brückner.
Abb. 8: Nahaufnahme; ein Teil der gelblichen Mineralkörner weist die typisch keilförmigen Kristalle von Titanit auf.
Abb. 9: hell angewittertes Larvikit-Geschiebe mit teilweise rhombenförmigen Feldspäten aus der Kiesgrube Niederlehme bei Berlin, Breite 11 cm.

Aus Brandenburg sind zahlreiche Funde von Rhombenporphyr-Geschieben bekannt, andere Oslo-Gesteine scheinen jedoch kaum in Erscheinung zu treten oder wurden bisher weder beachtet oder erkannt. Belegt sind drei Funde von Larvikiten aus dem Gebiet um Berlin (Fresdorfer Heide: 2 Funde, Niederlehme: 1 Fund), ein Fund aus Nordbrandenburg (Schweinrich bei Wittstock) sowie ein historischer Fund in der Slg. Bennhold (Fürstenwalde). MEYER AP 1969, 1969, 1970 berichtet von weiteren Funden aus dem Berliner Raum.

Abb. 10: Larvikit, Geschiebe aus der Kiesgrube Fresdorfer Heide bei Potsdam, polierte Schnittfläche.
Abb. 11: Nahaufnahme. Das Gestein enthält reichlich graue und metallisch glänzende Körner von Magnetit, umgeben von einem schwarzen Rand dunkler Silikatminerale (vermutlich Pyroxen).

Vom Larvikit sind zahlreiche weitere Gefügevarianten bekannt, nur ein Teil der grobkörnigen Larvikite ist grau. So wird bei Klåstad eine schwarzgrüne Variante abgebaut (Abb. 12). Teilweise unterlagen die Larvikite nach ihrer Kristallisation einer hydrothermalen Alteration. Dies führte zu einer partiellen Bleichung der Gesteine (weiße Ränder um graue Feldspäte in Abb. x) oder Umfärbung (rote, gelbliche oder grüne Farben). Varianten mit einer rötlichen Matrix sowie grauen und rhombenförmigen Feldspäten werden als Tönsbergit (norwegisch Tønsbergit) bezeichnet und stehen im Gebiet um die gleichnamige Stadt Tönsberg, südlich von Oslo an. Die rote Färbung ist auf Ausscheidungen von Hämatit zurückzuführen.

Abb. 12: Dunkler Larvikit, Anstehendprobe aus dem Steinbruch Klåstad (NOR), leg. T. Langmann, Aufnahme unter Wasser.

Bei Funden von Larvikit-Geschieben an den Stränden der Ostsee, insbesondere außerhalb des Hauptverbreitungsgebietes norwegischer Geschiebe, im Osten etwa bis Kühlungsborn, ist die Möglichkeit einer anthropogenen Verschleppung zu berücksichtigen. So wurden große Larvikit-Blöcke zum Zwecke des Küstenschutzes eigens aus Norwegen nach Norddeutschland transportiert und finden sich z. B. am Strand von Nienhagen bei Rostock oder im Hafen von Lohme auf Rügen.

Abb. 13, 14: großer Block eines dunklen Larvikits als Küstenschutz am Strand von Nienhagen, Breite ca. 1 m.

Abb. 15: hellgrauer bis weißer, durch Alteration gebleichter Larvikit. Nahgeschiebe aus Tofte (NOR), Slg. F. Wilcke.
Abb. 16: grünlich alterierter Larvikit mit überwiegend rhombenförmigen Feldspäten, Nahgeschiebe aus Tofte (NOR), Slg. F. Wilcke.
Abb. 17: durch Alteration grünlich und orange verfärbter Larvikit, Hirtshals (DK), Breite 18 cm.

2. Tönsbergit

Abb. 18-21 zeigt Beispiele der als Tönsbergit bezeichneten grob- und gleichkörnigen bis porphyrischen Variante des Larvikits. In einer roten bis bräunlich-roten Matrix liegen zahlreiche größere graue Feldspat-Einsprenglinge, von denen die meisten, wenigstens aber einige einen rhombenförmigen Anschnitt aufweisen. Auch Varianten ohne Rhomben sind bekannt. In den Zwickeln findet sich gelegentlich etwas Quarz.

Abb. 18: Tönsbergit, Nahgeschiebe von Horten (NOR), Breite 13,5 cm, Slg. T. Brückner.
Abb. 19: polierte Schnittfläche
Abb. 20: In der Nahaufnahme sind mehrere Aggregate von hellgrauem und transparentem Quarz erkennbar.
Abb. 21: Tönsbergit, Anstehendprobe von Stokke, südlich Tönsberg, ex coll. H. Arildskov, Aufnahme unter Wasser.

Als Geschiebe sind gelegentlich auch Larvikite mit porphyrischem Gefüge erkennbar (Abb. 22). In einer gelblichen, blassroten oder graubraunen und kleinkörnigen Matrix liegen 1-3 cm große und hell- bis dunkel- oder blaugraue Feldspat-Einsprenglinge, teils in rhombenförmiger Ausbildung. Varianten mit roter bis rotbrauner Matrix können als porphyrischer Larvikit oder Tönsbergit bezeichnet werden.

Abb. 22: porphyrischer Larvikit, Geschiebe von Sjaelland Odde (DK), Slg. T. Brückner, Breite 11,5 cm.
Abb. 23: porphyrischer Larvikit, Geschiebe aus Dänemark, Slg. T. Brückner, Breite 10 cm.
Abb. 24: porphyrischer Larvikit/Tönsbergit, Hirtshals (DK), ex coll. H. Arildskov (Lv140).
Abb. 25: porphyrischer Tönsbergit, Geschiebe aus Slagentangen (NOR), Slg. T. Brückner, Breite 12 cm.

Abb. 26, 27: porphyrischer Tönsbergit, polierte Schnittfläche, Geschiebe von Tollerodden (NOR), Slg. T. Brückner.

Abb. 28: stark alterierter porphyrischer Larvikit/ Tönsbergit?, Nahgeschiebe aus Molen (NOR), polierte Schnittfläche, Slg. F. Wilcke.

Abb. 29-31 zeigt eine seltenere braune Spielart des Tönsbergits.

Abb. 29: Tönsbergit, Breite 11 cm, Geschiebe vom Limfjord (DK), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 30: Tönsbergit, Anstehendprobe N von Hogsnes, Norwegen (59.2749722, 10.3598889), polierte Schnittfläche, Slg. T. Brückner.
Abb. 31: Nahaufnahme der teils bizarr sternförmig verzwillingten hellen Feldspäte, umgeben von einem dunklen Saum.

Manche Geschiebefunde syenitischer oder monzonitischer Gesteine, insbesondere wenn rhombenförmige Feldspäte fehlen, lassen die Frage offen, ob man es mit einem alterierten porphyrischen Larvikit, Kjelsåsit oder z. B. einem Übergang zum Nordmarkit zu tun hat.

Abb. 32: porphyrischer Larvikit, Nahgeschiebe aus Tofte (NOR), Slg. F. Wilcke; vgl. ähnlicher Fund auf skan-kristallin.de.

Abb. 33, 34: porphyrischer Larvikit (?), polierte Schnittfläche, Nahgeschiebe aus Tofte (NOR), Slg. F. Wilcke.

3. Kjelsåsit

Der Kjelsåsit ist das erste Glied der Larvikit-Serie, einer Abfolge von Plutoniten, die zum Ende des Rhombenporphyr-Vulkanismus in die obere Erdkruste aufstiegen. Kjelsåsite sind wie Larvikite monzonitische Tiefengesteine, weisen aber einen höheren Ca-Gehalt bzw. Anorthit-Anteil auf, enthalten also mehr Plagioklas. Eine Unterscheidung beider Gesteine ist von Hand kaum möglich, der Plagioklas-Anteil lässt sich nicht ohne weiteres abschätzen. Entsprechend beschränkt sich die Bestimmung von Geschieben auf Vergleiche mit dem Gefüge von Anstehendproben und sollte unter Vorbehalt erfolgen (vgl. skan-kristallin.de, Exkursionsbericht auf kristallin.de, Beschreibung in BARTH 1945: 70-76).

Von den zahlreichen klein-, mittel- bis grobkörnigen Kjelsåsit-Varianten kommen nur porphyrische Gefüge für eine Bestimmung in Betracht. Die Feldspat-Einsprenglinge sind mit Größen von 5-10, max. 20 mm etwas kleiner und auch dunkler getönt (dunkelgrau) als im Larvikit. Sie weisen mehr oder weniger rechteckige Umrisse auf und werden von helleren Säumen aus Feldspat umgeben. Rhombenförmige Feldspat-Einsprenglinge fehlen in der Regel. Die gelbliche bis rötliche und kleinkörnige Grundmasse besteht aus Feldspat und dunklen Mineralen (Augit, Hornblende, auch Orthopyroxen oder Olivin). Quarz kann in den Zwickeln enthalten sein, sein Anteil beträgt in der Regel weniger als 10%. Im Zweifelsfall, insbesondere bei Vorhandensein rhombenförmiger Feldspat-Einsprenglinge, bezeichnet man entsprechende Funde besser als porphyrischer Larvikit bzw. Monzonit.

Abb. 35: Kjelsåsit, Anstehendprobe von Linnestad, Bild: M. Bräunlich (kristallin.de).

Der Kjelsåsit (Vestfold-Typ) von Linnestad in der Ramnes-Caldera enthält graue und unregelmäßig konturierte, manchmal rechteckige Feldspat-Einsprenglinge. Sie sind kaum größer als 1 cm, viele weisen einen hellen, schwach grünlich getönten Rand auf. Die körnige Grundmasse besteht aus blass gelblichen bis rötlichen Feldspat-Körnern sowie dunklen Mineralen.

Abb. 36: Kjelsåsit, ähnlich der Probe in Abb. 1, nur mit orangefarbener Grundmasse. Geschiebe aus Dänemark, Slg. T. Brückner.

Der Sørkedal-Typ besitzt eine dunkle, körnige und alterierte Grundmasse. Graue und überwiegend rechteckige Feldspäte-Einsprenglinge sind von einem weißen Saum umgeben.

Abb. 37: Kjelsåsit, Sørkedal-Typ, Ulbjerg Klingt, Limfjord (DK), ex coll. H. Arildskov (LL108).
Abb. 38: alterierter Larvikit oder Kjelsåsit (Sørkedal-Typ)?, Geschiebe von Sjaelland Odde (DK), Breite 20 cm, Slg. T. Brückner.
Abb. 39: Kjelsåsit, loser Stein, N Kjelsås, Breite 10 cm, ex coll. H. Arildskov (No 935). Die Grünfärbung der Feldspat-Einsprenglinge weist auf alterierten Ca-reichen Feldspat (Plagioklas) hin.
Abb. 40: Kjelsåsit, Grenze zum Tönsbergit? Geschiebe von Tofte (NOR), polierte Schnittfläche, Slg. F. Wilcke (Wittstock).

Der Nordmarka-Typus enthält grüne Feldspat-Einsprenglinge (vgl. skan-kristallin.de).

Abb. 41: Kjelsåsit (Nordmarka-Typ) oder Larvikit? mit grünen und rechteckigen Feldspat-Einsprenglingen in einer orangeroten Matrix. Geschiebe von Moss (NOR), Slg. F. Wilcke (Wittstock).
Abb. 42: Nahaufnahme

4. Literatur

BARTH T 1945 Studies of the Igneous Rock Complex of the Oslo Region II. Systematic petrography of the Plutonic Rocks – Det norske Videnskaps-akadami i Oslo. Skrifter I.

BRØGGER W C 1890 Die Mineralien der Syenitpegmatitgänge der südnorwegischen Augit- und Nephelinsyenite in: Zeitschrift für Krystallographie und Mineralogie. Hrsg. P. Groth, Bd. 16, Leipzig 1890.

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MEYER A P 1969 Ein Blick nach Norden (Fortsetzung) – Der Geschiebesammler 4, S. 58-62, Hamburg.

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Gabbroide Gesteine des Oslograbens – „Oslo-Essexit“

  1. „Oslo-Essexite“
  2. Pyroxenit
  3. Basische Differentiate (Modumit, Sörkedalit, Apotroctolith)
  4. Literatur

1. “Oslo-Essexite”

Gabbroide Gesteine treten im Oslograben nur untergeordnet auf, nach PEDERSEN & SØRENSEN 2003 nehmen sie lediglich 0,3 % der Gesamtfläche ein. BRØGGER 1898, 1906 bezeichnet eine Reihe mittel- bis grobkörniger und basischer Plutonite, aber auch feinkörnige porphyrische Subvulkanite sowie Ganggesteine als Essexit. BARTH 1945 beschränkt die Gruppenbezeichnung „Oslo-Essexit“ auf Subvulkanite aus den ehemaligen Förderkanälen (volcanic necks) basaltischer Zentralvulkane, die sich nicht zu Calderen entwickelten. Petrographisch handelt es sich um Na-betonte Gabbros, Diorite, Syenodiorite und ihre Differentiate.

Nach aktueller petrographischer Nomenklatur sind Essexite foidführende gabbroide Gesteine (LE MAITRE et al. 2004). Für die „Oslo-Essexite“ trifft dies mehrheitlich nicht zu. Bereits BRØGGER 1931: 41 erkennt diesen Irrtum und BARTH 1945 vertritt in der Folge die Ansicht, dass die besondere Zusammensetzung dieser gabbroiden Gesteinen die Verwendung der tradierten und weit verbreiteten Lokalbezeichnung „Oslo-Essexit“ als Gruppenname weiterhin rechtfertigt. Nach NEUMANN 1978: 26 sind Oslo-Essexite aus mehr als zehn Vulkanschloten bekannt. Unter diese Bezeichnung fallen hauptsächlich Gabbros mit alkalischer bis quarz-tholeiitischer Zusammensetzung, aber auch Pyroxenite, Anorthosite und Diorite. Bei der Bestimmung von Geschieben sollte man vielleicht auf die schwammige Bezeichnung „Oslo-Essexit“ verzichten, die Gesteine sind im Grunde genommen von Hand nicht sicher bestimmbar. Gesteine mit ähnlichem Gefüge kommen auch in anderen Gebieten vor.

Das Gefüge der dunklen (schwarz-weißen) Oslo-Gabbroide variiert von gleich- und mittel- bis grobkörnig, aber auch feinkörnige und porphyrische Typen sind bekannt. Manche Gesteine weisen eine intergranulare Textur auf und ähneln einem Dolerit (Abb. 1-2). Andere, von Brøgger ursprünglich als Essexit bezeichnete Gesteine würde man heute schlicht als plagioklas-porphyrische Basalte ansehen. Als überwiegender Feldspat tritt Plagioklas auf, häufig in leistenförmiger Ausbildung. Die Plagioklase können eine Zonierung aufweisen, mit anorthit-(Ca-Plagioklas)-betontem Kern und einem helleren und albit-(Na-Plagioklas)-reichen Rand (Abb. 5). Neben Plagioklas kann Kalifeldspat in signifikanter Menge enthalten sein. Die Feldspäte in solchen Monzogabbros und Monzodioriten etc. sind makroskopisch kaum unterscheidbar. Als dunkle Minerale treten Pyroxen (Augit), Alkalipyroxen (Ägirin), Olivin, Amphibol (stengelige Hornblende) oder Glimmer, als Akzessorien Quarz, Apatit, Ilmenit, Magnetit, Titanit und Zirkon auf. Der Erzanteil kann recht hoch sein. Nephelin ist nur sehr selten enthalten und tritt makroskopisch nicht in Erscheinung.

Abb. 1: olivinreicher Gabbro mit doleritischem Gefüge, Nahgeschiebe aus Tofte (NOR), Slg. F. Wilcke.
Abb. 2: Nahaufnahme
Abb. 3: Als „Oslo-Essexit“ bestimmtes gabbroides Gestein mit porphyrischem Gefüge (schwarz: Amphibol, grünlichschwarz: Klinopyroxen + etwas Olivin?). Geschiebe von Verket (NOR), Breite 86 mm, ex coll. H. Arildskov.
Abb. 4: grobkörniger Gabbro („Oslo-Essexit“), Geschiebe von Ryggkollen/Drammen (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 5: Nahaufnahme, zonierte Plagioklase mit grauen Kernen und helleren Rändern.

BARTH 1945: 30 zählt zur Serie der „Oslo-Essexite“ Gesteine mit den folgenden Lokalbezeichnungen: Kauaiit (Syenodiorit), Mafrait (Hornblende-Syenodiorit), Bojit (Hornblende-Diorit), Olivingabbro und Hyperit (mit Orthopyroxen) sowie als Differentiationsprodukte Husebyit (Nephelinsyenit), Windsorit und Apotroctolith. Allenfalls die porphyrische Variante des Kauaiits als der typische „Oslo-Essexit“ ist ein auffälliges Gestein und u. U. auch als Geschiebe erkennbar (Anstehendproben auf skan-kristallin.de).

Abb. 7-8 zeigt einen pyroxenreichen Basit mit schwarzen und grünen, teils idiomorphen Augiten, einigen stengeligen Amphibolen und wohl auch einzelnen grünlichen Olivin-Körnern. Die körnige Grundmasse scheint größere Mengen an Feldspat zu enthalten (kein ophitisches Gefüge). Das Gestein wurde von H. Arildskov als Bojit (Hornblende-Diorit) bestimmt. Die einzige vorliegende Abbildung einer Anstehendprobe (s. skan-kristallin.de) lässt keine makroskopische Übereinstimmung erkennen, eher besteht Ähnlichkeit mit einigen der Camptonite.

Abb. 7: porphyrischer Basit („Bojit“), Geschiebe von Storsand (NOR), trocken fotografiert, ex coll. H. Arildskov.
Abb. 8: Nahaufnahme der nassen Oberfläche

2. Pyroxenit

Erwähnenswert sind die sehr kleinen Vorkommen von Pyroxeniten im Oslograben. Diese Gesteine sind keine Peridotite, sondern ultramafische Magmakammer-Kumulate. Sie bestehen zu nahezu 100% aus dunklen Mineralen, davon 80% Augit, der Rest ist Titanomagnetit. Untergeordnet können Olivin, Hornblende und Biotit enthalten sein. Feldspat kommt nicht oder kaum vor. Als Geschiebe dürfte der Gesteinstyp außerordentlich selten sein. ZANDSTRA 1988 beschreibt zwei Erscheinungsformen; Abbildungen von Anstehendproben auf skan-kristallin.de, Geschiebefunde auf rapakivi.dk.

BRØGGER 1931: 52-59 beschreibt Übergänge gabbroider Oslo-Essexite in pyroxenreiche Varianten. Ein vergleichbares Gestein, ein ultramafisches Kumulat aus einer Gabbro-Magmakammer, dürfte die Anstehendprobe von Ramviksholmen aus der Sammlung H. Arildskov darstellen. Sie enthält für einen Pyroxenit zu viel Plagioklas. Das Kumulatgefüge äußert sich in großen, teils idiomorphen Pyroxen-Kristallen. Diese dürften zuerst aus der Gabbro-Schmelze ausgeschieden und gravitativ auf den Boden der Magmakammer abgesunken sein, bevor in den Zwickeln die kleineren weißen Plagioklas-Leisten kristallisierten.

Abb. 9: grobkörniger und pyroxenreicher Gabbro, Anstehendprobe von Randviksholmen (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 10: Detailaufnahme

Das olivin- und pyroxenreiche Nahgeschiebe in Abb. 11-12 wurde zunächst als Ankaramit bestimmt. Es ist aber keine feinkörnige Grundmasse erkennbar, vielmehr scheint das Gestein ausschließlich aus schwarzem Pyroxen und roten (alteriertem) Olivin zu bestehen (Olivin-Pyroxenit?).

Abb. 11: Olivin-Pyroxenit?, sehr schweres Gestein aus schwarzem Pyroxen und rotem (alteriertem) Olivin. Nahgeschiebe von Verket (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 12: Die Nahaufnahme zeigt die typische Maschentextur von alteriertem Olivin innerhalb der roten Aggregate.

3. Basische Differentiate

Innerhalb der Plutonite der Larvikit-Serie treten mafische Differentiate auf, darunter Sörkedalit, Apotroctolith, Modumit und Hovlandit. Modumit ist ein gleichkörniger Gabbro mit einem auffällig netzartigen Gefüge aus Hornblende und Plagioklas. BRØGGER 1933: 42 bezeichnet das Gestein als anorthositischer Gabbro; Beschreibungen von Modumit und Hovlandit auch in BARTH 1945: 67-70, Anstehendproben auf skan-kristallin.de.

Abb. 13: Modumit, Anstehendprobe von Ost-Jagerud/Modum (NOR), Dr. Heidrich leg. 28.7.1967; Slg. der FU Berlin-Lankwitz.

Die Gesteine der Sörkedalit-Apotroctolith-Serie werden als mafische Kumulate des Kjelsåsit-Magmas angesehen. Sörkedalit („Essexit“ in BRØGGER 1933) ist ein alkalibetonter und olivinreicher Gabbro mit einem hohen Anteil an Fe-Ti-Oxiden und Apatit. Eine Analyse ergab 67% Plagioklas, 12% Olivin, 5% Pyroxen, 3% Biotit, 8% Erz und 5% Apatit (BOSE 1969: 6).

Die Bezeichnung Apotroctolith (BARTH 1945) ist eine Zusammensetzung aus Troktolith (gabbroides Gestein mit Olivin als überwiegendes dunkles Mineral) und dem griechischen Präfix apo: von, her, weg. Damit soll auf ein troktolith-ähnliches Gefüge, aber eine abweichende Zusammensetzung (olivinhaltiger Diorit bis Monzodiorit) hingewiesen werden. BOSE 1969 bemerkt, dass Apotroctolith und Sörkedalit im Grunde genommen das gleiche Gestein sind, ersteres lediglich durch den etwas höheren Feldspatanteil heller erscheint.

Abb. 14, 15: Apotroctolit (Sörkedalit), angewitterte Außenseite und Bruchfläche, Anstehendprobe von Sörkedal, ex coll. H. Arildkov (NO 585).

Abb. 16: Nahaufnahme der nassen Oberfläche. Das feinkörnige Gefüge erlaubt keine Unterscheidung von Plagioklas und Alkalifeldspat (beide weiß). Olivin bildet größere schwarze und unregelmäßig begrenzte Aggregate. Titanomagnetit, nachweisbar mit einem Handmagneten, ist in größerer Menge vorhanden.
Abb. 17: Apotroctolith, Geschiebe von Steinvik/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov (No 1146).
Abb. 18: Nahaufnahme. Das Gestein weist einen hohen Gehalt an Titanomagnetit auf, sichtbar als schwarze Punkte mit grünen Säumen. Die kleinen weißen, gelblichen bis blassroten Feldspatkörner sind von Hand nicht unterscheidbar.

4. Literatur

BARTH T 1945 Studies of the Igneous Rock Complex of the Oslo Region II. Systematic petrography of the Plutonic Rocks – Det norske Videnskaps-akadami i Oslo. Skrifter I.

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