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Rhombenporphyr

Großer Rhombenporphyr, Heimatgebiet im Oslograben, gefunden in der Kiesgrube Niederlehme. Mit 20 cm Durchmesser dürfte es sich um einen der größten Rhombenporphyrfunde aus Brandenburg handeln. Auffällig ist der gute Erhaltungszustand, die Gesteinsoberfläche ist nur wenig angewittert.

Schriftgranit

Abb. 1: Schriftgranit aus der Kiesgrube Waddeweitz/Kröte (Ost-Niedersachsen).

Als „Schriftgranit“ werden Gesteine mit einem besonderen Verwachsungsgefüge aus Quarz und Alkalifeldspat bezeichnet. Die Verwachsungen erinnern manchmal an arabische, hebräische oder germanische (= „Runit“) Schriftzeichen. Sie entstehen durch das gleichzeitige Auskristallisieren von Quarz und Feldspat unter besonderen Bedingungen.

Schriftgranite sind genetisch an Granitplutone gebunden, entsprechend viele Vorkommen sind bekannt (Norwegen, Westschweden, Bornholm, im Götemar-Pluton und im svekofennischen Bereich). In den Granitkörpern des Transkandinavischen Magmatitgürtels scheinen Pegmatite (und damit assoziierte Schriftgranite) weitgehend zu fehlen. Ein Beispiel für einen anstehenden Schriftgranit zeigt Abb. 2.

Abb. 2: Anstehender Schriftgranit, Bildbreite 36 cm. Die Partie fand sich in unmittelbarer Nähe zur Plutongrenze des etwa 1,45 Ga alten Götemar-Granits in Ost-Småland. Die untere Bildhälfte zeigt das Wirtgestein, einen etwa 1,8 Ga alten Granit des Transkandinavischen Magmatitgürtels. Der Schriftgranit bildet hier, zusammen mit Pegmatiten und Granitporphyr-Gängen, einen Fortsatz außerhalb des eigentlichen Granitmassivs.
Abb. 3: Gefüge des Schriftgranits, Bildbreite 18,5 cm.

Schriftgranite sind mittel- bis grobkörnige Gesteine mit graphischen Verwachsungen aus Quarz und Alkalifeldspat. Eine kleinkörnige Variante dieses Gefüges kennt man aus der Grundmasse bestimmter Rapakiwi-Granite und aus Granophyren (Gesteine, die fast ausschließlich aus feinen graphischen Verwachsungen bestehen). Das skelettartige Gefüge von Schriftgraniten entsteht bei der raschen Kristallisation aus einer Schmelze, in der Solidus- und Liquiduslinie durch das Mischverhältnis von Quarz und Feldspat in einem Punkt zusammenfallen (Eutektikum). Vereinfacht gesagt erfolgte keine allmähliche Kristallisation von Quarz und Feldspat, während sich die Zusammensetzung der Restschmelze ändert, sondern beide Komponenten erstarrten gleichzeitig. Solche Bedingungen finden sich z. B. in wasserreichen Spätkristallisaten magmatischer Schmelzen, aus denen die riesenkörnigen Pegmatite kristallisieren, die ihrerseits von schriftgranitischen Partien begleitet sein können.

In Schriftgraniten bilden die beiden Komponenten Kalifeldspat und Quarz Einkristalle, die sich gegenseitig skelettartig durchdringen. Erkennbar ist dies, wenn der Alkalifeldspat auf einer ebenen Gesteinsfläche das einfallende Licht vollständig reflektiert (Abb. 6, 8 und 12). Auch ein durchgängig gleichlaufendes Muster der perthitischen Entmischungslamellen des Alkalifeldspats lässt sich manchmal beobachten (Abb. 5). Nicht alle Schriftgranite zeigen ein kontrastreiches Gefüge aus Quarz-Feldspat-Verwachsungen. Die unauffälligen Vertreter kann man aber an diesem großflächigen Reflektieren der Feldspat-Einkristalle erkennen (Abb. 7,8 12-14).

Abb. 4: Orangeroter Schriftgranit aus der Kiesgrube Niederlehme bei Berlin.
Abb. 5: In der Vergrößerung erkennt man, dass die feinen perthitischen Entmischungslamellen des Alkalifeldspats einer bevorzugten Richtung folgen (Einkristall).
Abb. 6: Rückseite des gleichen Steins. Am linken Bildrand wird seitlich einfallendes Licht flächenhaft vom Alkalifeldspat reflektiert. Bei geeignetem Lichteinfall reflektiert die gesamte Gesteinsoberfläche und zeigt, dass es sich um einen großen Einkristall handelt.
Abb. 7: Wenig auffälliger, gneisartiger und rotfleckiger Schriftgranit (Kiesgrube Hoppegarten bei Müncheberg/Brandenburg).
Abb. 8: Gleicher Stein. Seitlich einfallendes Licht zeigt auf der trockenen Gesteinsoberfläche einen Alkalifeldspat-Einkristall sowie seine skelettartige Verwachsung mit Quarz. Schriftgranite und rote, die Korngrenzen überschreitende Flecken sind u. a. von einigen Bornholm-Graniten bekannt.
Abb. 9: Polierte Schnittfläche eines Schriftgranits aus der Kiesgrube Fresdorfer Heide bei Potsdam (Sammlung Georg Engelhardt).
Abb. 10: Schriftgranit aus der Kiesgrube Waddeweitz/Kröte in Ost-Niedersachsen. Gehäufte Funde ähnlicher heller Schriftgranite konnten in saalekaltzeitlichen Drenthe-Ablagerungen im Hannoverschen Wendland (Ost-Niedersachsen) beobachtet werden.
Abb. 11: Schriftgranit aus der Kiesgrube Tiesmesland (Ost-Niedersachsen).
Abb. 12: Heller Schriftgranit mit reflektierender Oberfläche eines Alkalifeldspat-Einkristalls. Geschiebestrand bei Misdroy (Polen), Breite des Steins: 15 cm.
Abb. 13: gleicher Stein, angefeuchtet.
Abb. 14: Heller Schriftgranit, angefeuchtete Schnittfläche. Im Bild senkrecht und annähernd parallel verlaufen Quarz-Feldspat-Lamellen, die waagerecht von feinen Aplit-Adern durchschnitten werden. Die hellgraue Aplitader ganz unten führt Hellglimmer. Aplite treten nicht selten als randliche Begleiter in Schriftgranit- bzw. Pegmatit-Vorkommen auf. Fundort: Geröllstrand bei Ustronie Morskie, östlich von Kolberg (Polen), Slg. D. Lüttich.
Abb. 15: Schriftgranitische Partie in einem bunten Pegmatit (Nr. 200, Findlingslager Steinitz/ Niederlausitz).

Påskallavik-Porphyr

Påskallavik-Porphyr vom Geröllstrand in Steinbeck/Klütz.
Die dichte und braune Grundmasse enthält Einsprenglinge von gerundetem Alkalifeldspat mit dunklen Kernen und runde, schwach bläulichgraue und trübe Quarzkörner.
Rückseite des Geschiebes.
Geschiebe aus der Kiesgrube Hoppegarten bei Mücheberg/BB.
Fund aus der Kiesgrube Hohensaaten an der Oder.
Rotbrauner Påskallavik-Porphyr aus der Kiesgrube Arendsee/BB.

Västervik-Fleckenquarzit

Polierte Oberfläche eines Fleckenquarzits aus der Kiesgrube Niederlehme.

Die bisher als „Stockholm-Fleckenquarzite“ bezeichneten Gesteine kommen aus dem Gebiet um Västervik in Südschweden. Das steht fest, nachdem bei mehreren Exkursionen größere Mengen dieser metamorphen Gesteine in der Umgebung von Västervik gefunden wurden. Gleichzeitig sind nach wie vor keine Vorkommen solcher Gesteine im Raum Stockholm bekannt.
Die Quarzite zeichnen sich durch helle Flecken von wenigen Millimetern Größe aus, die regellos in den feinkörnigen, meist grauen, braunen oder auch rötlichen Gesteinen verteilt sind. Diese Flecken bestehen aus Sillimanit, das während der Metamorphose von Sedimenten neu gebildet wurde. Gelegentlich sind noch Reste der ursprünglichen Sedimentschichtung erkennbar. Textauszug aus und ausführliche Beschreibung auf kristallin.de.

Amphibol-porphyroblastischer Gneis

Amphibol-porphyroblastischer Gneis aus der Kiesgrube Niederlehme. Dieses auffällig helle Gestein ist v.a. aus Geschiebegemeinschaften mit reichlich Oslo-Gesteinen bekannt. Weitere Funde dieses Typs aus Brandenburg sind bisher nicht bekannt. Auf skan-kristallin findet sich eine Zusammen-stellung norwegischer Amphibol-porphyroblastischer Felse und -Gneise.
Die weiße Grundmasse besteht aus Quarz und Feldspat; mit der Lupe erkennt man auch einzelne größere Quarze.
Feinkörniger Gneis mit Amphibol- und Granat-Porphyroblasten aus Niederlehme
Amphibol-Granofels, Verwitterungsseite (oben) und polierte Schnittfläche (unten). Große Amphibolleisten liegen richtungslos verteilt in einer kleinkörnigen Feldspatmasse. Quarz ist nicht erkennbar. Fundort: Kiesgrube Fresdorfer Heide bei Potsdam; Slg. G. Engelhardt.
Ausschnitt aus einem ca. 60 cm breiten Block eines Gneises, der eine Partie aus Amphibol-Granofels enthält. Der Fund ist interessant, weil er etwas über mögliche Muttergesteine dieses Gesteinstyp verrät. Fundort: Südrand des ehem. Braunkohle-Tagebaus Cottbus-Nord.
Detail des Gefüges, Bildbreite ca. 10 cm.
Bruchfläche eines Spaltstücks aus der gneisigen Partie des obigen Blocks. Der Amphibol-Granofels ist diesem Gestein „angehängt“. Es besteht aus Plagioklas, dunklem Glimmer und schwarzem bis grünlich-schwarzem Amphibol (Amphibol-Glimmerschiefer). Quarz ist nicht erkennbar, das Gestein reagiert nicht auf einen Handmagneten. Auf der Rückseite des Handstücks (nicht auf dem Foto) sind größere Flächen mit Erz (Pyrit) imprägniert. Eine rote Ader durchzieht das Gestein. Dies könnten lediglich (Hämatit-)Imprägnierungen sein, da sich das Mineralgefüge nicht ändert. Denkbar ist auch eine Injektion von Alkalifeldspat entlang von Rissen, der aber makroskopisch nicht identifizierbar ist. Die reflektierende, im Anschnitt lanzettförmige Kristallfläche in der linken roten Ader ist Calcit (HCl-Probe positiv)
Amphibol-porphyroblastischer Gneis mit teilweise eingeregelten Amphibolen in einer feinkörnigen Grundmasse. Fundort: Geröllstrand bei Hohenfelde/SH.
Grauer Amphibol-porphyroblastischer Fels aus der Kiesgrube Ruhlsdorf bei Bernau/BB.
Detail der frischen Bruchfläche, Aufnahme unter Wasser. Die Minerale der Grundmasse sind nicht sicher identifizierbar, vermutlich handelt es sich um Feldspat und Quarz. Das Gestein ist schwach magnetisch und wird von roten Adern durchzogen.
Amphibol-porphyroblastischer Gneis mit etwas Biotit. Fundort: Steinbeck/Klütz.
Heller Amphibol-porphyroblastischer Gneis, Fundort: Hoppegarten bei Müncheberg/BB.
Die Detailaufnahme unter Wasser zeigt eine kleinkörnige Grundmasse, wahrscheinlich aus weißem Feldspat und Quarz sowie schwarze, teilweise braune oder grüne und vermutlich alterierte Porphyroblasten von Amphibol. Weiterhin sind einige Adern aus Quarz zu erkennen, die das Gestein durchziehen sowie etwas brauner Biotit.

Achatführender Sandstein

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist 1172_JotnSandsteinAchat_1b_Niederlehme-1024x768.jpg
Konglomeratischer Rotsandstein mit einem Klast aus rotem Bandachat aus der Kiesgrube Niederlehme. Aufnahme unter Wasser.
Detail des Bandachats, fotografiert auf nasser Oberfläche.

Einschlussführende Diabase

Einschlussführender Diabas (Nr. 430) aus der Kiesgrube Niederlehme SE von Berlin, polierte Schnittfläche. Das Gestein enthält neben den runden und alterierten Alkalifeldspäten Klasten granitischer Zusammensetzung. Die Grundmasse besteht aus Diabas (unterer Teil), aber auch aus braunem, einsprenglingslosen Porphyr (links).
Detailbild der Nr. 430

Polierte Schnittfläche eines sandsteinführenden Diabas (Nr.70). Es handelt sich um eine mechanische Vermengung von Sandstein mit einem basaltoidem Gestein. Braune, leicht gerundete Bruchstücke eines gut sortierten Sandsteins liegen in einer grauen, basaltartigen Matrix, die wesentlich feinkörniger ist. Auffällig sind die schwarzen Reaktionsränder um die Sandsteinfragmente, die auf thermische Beeinflussung schließen lassen. Die graue Zwischenmasse ist leicht magnetisch, der Sandstein nicht. FO: Fresdorfer Heide, Slg. G. Engelhardt
Verwitterungsseite: die groben, länglichen und nur leicht abgerundeten Sandsteinklasten sind verwitterungs-beständiger als die basaltische Zwischenmasse und treten auf der Oberfläche reliefartig hervor.
Im Detailbild sind die Sandsteinkörner gut erkennbar. – Gerölldiabase kommen an verschiedenen Orten in Skandinavien vor, als Leitgeschiebe sind sie weniger geeignet. Dieses Exemplar könnte dem Typus des Brevik-Diabas entsprechen, der Sedimentgesteine der Almesåkra-Formation führt. Er weist aber wenig Übereinstimmung mit der unten abgebildeten Anstehendprobe auf. Lokal dürften diese Gesteine im Anstehenden wechselhaft im Erscheinungsbild sein. Zum Thema Gerölldiabase siehe auch Bartolomäus & Herrendorf 2003.
Feinkörniger, einschlussführender Diabas (Nr. 232) aus der Kiesgrube Penkun bei Stettin, Aufnahme unter Wasser.
Das Detailbild zeigt einen runden Einschluss mit granitischer Zusammensetzung aus orangerotem Alkalifeldspat, blaugrauem Quarz und einigen dunklen Mineralen.
Einschlussführender Diabas vom Geröllstrand in Mukran/Rügen (Slg. D. Lüttich). Neben eckigen bis gerundeten Einschlüssen von rotem Feldspat sind runde Quarzkörner enthalten, die einen dunklen Saum an der Reaktionsfläche zum Diabas zeigen (ähnlich dem Åland-Ringquarzporphyr).
Einschlussführender Diabas aus der Kiesgrube Hoppegarten bei Müncheberg/Brandenburg.


Proben aus dem Anstehenden

Einschlußführender Diabas mit Almesakra-Quarzit (Probe S120b). Anstehendprobe aus einem Diabasgang 850 m OSO Södregården, Kartenblatt Växjö NO, WGS84 57.20566, 14.73403.
Detail der Quarzitklasten. Jedenfalls augenscheinlich sehen die Einschlüsse wie Quarzit aus, möglicherweise handelt es sich nur um angeschmolzenen Sandstein, der definitionsgemäß kein Quarzit ist.
Die Besonderheit am Aufschluss Södregården sind sind große Anorthosit-Xenolithe im dm-Maßstab neben den quarzitartigen Einschlüssen. Der Bildausschnitt beträgt 30 cm.
Probe eines anorthositischen Xenoliths (Probe S120c) aus dem gleichen Gang. Das Gestein besteht fast vollständig aus Plagioklas.
Plagioklas bildet mehrere Zentimeter lange Kristalle, die sehr gut an der polysynthetischen Zwillingsstreifung erkannt werden können.

Oberlausitz: Königshainer Berge

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Die variszischen Königshainer Monzogranite intrudierten vor etwa 315 Ma in den Lausitzer Zweiglimmergranit, der Bestandteil der durch die cadomische Tektogenese stabilisierten Lausitzer Scholle ist. Es gibt drei Arten von Graniten: einen gleichkörnigen, einen porphyrischen und einen feinkörnigen Granit. Trotz geringer Fraktionierungsgrade wurden reichhaltige hydrothermale, miarolitische Mineralparagenesen der pegmatitischen Abfolge in Drusen gefunden: Rauchquarz, Mikrolin, Euxenit, Fluorit, Zinnstein, Molybdänglanz, Beryll, Zirkon etc., siehe auch mineralienatlas.de). Die Fundmöglichkeiten für diese Pegmatite sind heute allerdings erschöpft. 

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Auf dem Gelände des Granit-Museums in Königshain gibt es einen ausgewiesenen Lehrpfad, der verschiedene Steinbrüche erschließt. Der größte ist der Thadenbruch mit rund 40 m hohen Abbruchwänden und etwa 40 m Wassertiefe.

Kämpferberge

Der nördlichste Teil des Ostlausitzer Hügellandes wirkt wie ein eigenständiges, kleines Gebirge („Königshainer Gebirge“). Die zwei Hauptgebiete sind durch die Strasse Königshain-Arnsdorf-Hilbersdorf getrennt: im Bild die Kämpferberge (415 m) aus Granodiorit im Süden, im Tal verläuft die Strasse, der kleinere Teil mit Hochstein (406 m), Totenstein, Teufelsstein und den Steinbrüchen befindet sich nördlich.

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Im Firstensteinbruch. Der Königshainer Granit weist eine gute Spaltbarkeit durch NW-SE, NE-SW sowie senkrecht verlaufende Klüfte auf. Durch Hebung und Abtragung des Gebietes seit 280 Millionen Jahren kam es zum Aufreißen der horizontalen und senkrechten Bankungs-Trennfugen (Entlastungsfugen).

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Gleichkörniger Königshainer Biotit-Monzogranit aus Kalifeldspat, Plagioklas, grauem Quarz und schwarzem Biotit.

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Der Rest vom Firstenstein. Der höchste freistehende Felsen im Königshainer Gebirge fiel dem Steinbruchbetrieb zum Opfer.

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Königshainer Granit war ein beliebter, vielseitig verwendbarer Baustein, z.B. für das Reichstagsgebäude in Berlin oder den Leuchtturm von Kap Arkona. Der Abbau wurde 1975 eingestellt.

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Von oben zeigt sich, daß hier der halbe Berg fehlt, zumal sich linkerhand ebenfalls Steinbrüche befinden. Blich nach NE auf die flachhügelige Landschaft des Oberlausitzer Heide- und Teichgebiets.

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Die Färbung des Thadenbruchsees ist auf sauberes Wasser, die Tiefe und eine damit verbundene Lichtstreuung und Reflektion der blauen Lichtanteile zurückzuführen.

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Im Bruch II auf dem Paradiesfelsen.

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Die auffällige Kantenabrundung ist eine Folge der Wollsackverwitterung im Tertiär, die bis in 40 m Tiefe reichte und zur Kaolinbildung führte. Zu dieser Zeit erfolgte eine weitere Heraushebung der Königshainer Berge, daraufhin Abtragung und Ausräumung, vor allem im Pleistozän, mit Entstehung ausgedehnter Blockhalden.

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Wollsackverwitterung in der Nähe des Totensteins mit breiten Bankungsfugen, leicht verkippter Lagerung und tektonischer Störung durch Hebung. Im Gebiet nördlich der Steinbrüche finden sich zahlreiche weitere Felsformationen mit Wollsackverwitterung, u.a. der „Totenstein“, „Kaffeekrug“, „Kuckuckstein“. Der Totenstein, bereits 1844 unter „Geotopschutz“ gestellt, stellt eine prähistorische Kultstätte dar, die sich bis zur Lausitzer Eisenzeit (1400-750 v. Chr.) zurück verfolgen läßt.

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Wollsackverwitterung an der Hochsteinbaude

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Blick vom Aussichtsturm am Hochstein nach SE, rechts die Kämpferberge, am Horizont der Basaltkegel der Landeskrone (420 m) bei Görlitz. Sie markiert den nördlichsten Teil des Oberlausitzer Hügellandes und überragt die Umgebung um etwa 200 m. Die Landeskrone besteht ebenfalls aus basaltischem Gestein (Olivin-Augit-Nephelinit, Tephrit), ihre Form in Nord-Süd-Richtung weist auf die Richtung der Spalte, aus der das etwa 1000 Grad heiße Magma aufstieg. Vulkanische Lockermassen finden sich heute noch in den Liegenden Braunkohlenflözen bei Berzdorf. In der Elstereiszeit ragte die Landeskrone als Nunatak aus dem Inlandseis.

 

Literatur

Lange/Tischendorf/Krause: Minerale der Oberlausitz (2004), Verlag Gunter Oettel

A. Hanle et al.: Meyers Naturführer Oberlausitz, Meyers Lexikonverlag 1992

Wagenbreth/Steiner: Geologische Streifzüge, VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1982, S.170-178

regionalgeologie-ost.de – ein Wörterbuch

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