Archiv der Kategorie: Allgemein

Granite des Oslograbens: Drammen-Granit und Finnemarka-Granit

Die magmatische Entwicklung der Tiefengesteine im Oslograben führt von alkalireichen und SiO2-armen bis SiO2-untersättigten Plutoniten der Larvikit-Serie (Larvikit, Nephelinsyenite etc.) über alkalireiche Syenite (Gesteine der Nordmarkit-Reihe) zu SiO2-reichen Plutoniten (Granite). Unter den zahlreichen Granitmassiven im Oslograben wird eine ältere, als Biotitgranit I bezeichnete Generation (280 Ma) von jüngeren Graniten (Biotitgranit II, 270-240 Ma) unterschieden. Letztere bilden nur sehr kleine Massive (s. skan-kristallin.de).

Abb. 1: Karte der Granitmassive (rot) im Oslograben, Quelle: skan-kristallin.de. Drammen-Batholith und Finnemarka-Granit nehmen mit Abstand die größte Fläche ein.

Der Drammen-Batholith gehört zum Biotitgranit I und nimmt als größtes Granitmassiv auf der Halbinsel Hurum und am Drammensfjord eine Fläche von etwa 650 km² ein. Die multiple Intrusion beheimatet zahlreiche Gefügevarianten, von grobkörnigen bis aplitischen Graniten, weiterhin Zweiglimmergranite und Granitporphyre, mikrokristalline Porphyre sowie ein 5-6 qkm großes Areal mit Rapakiwigefüge (Beschreibung in GAUT 1981, TRØNNES & BRANDON 1992, s. a. Exkursionsbericht auf kristallin.de). Drammen-Rapakiwi sowie eine Gefügevariante des Finnemarka-Granits sind als Leitgeschiebe verwendbar.

Der Drammen-Rapakiwi ist kein häufiger Geschiebefund, in typischer Ausbildung aber klar von Rapakiwis aus anderen Gebieten unterscheidbar. Das blassrötliche bis orangefarbene Gestein enthält runde, 5-15 mm große und etwas hellere Feldspat-Ovoide, eingebettet in eine körnige Grundmasse aus klaren Quarzen und eckigen Kalifeldspäten. Die Feldspat-Ovoide machen einen Anteil von 50% aus und weisen einen konzentrischen Aufbau (helle Kerne, etwas dunklerer Saum) auf. Manche von ihnen bestehen aus mehreren „Schalen“, andere sind aus mehreren Kristallsegmenten zusammengesetzt („kumulophyrisches“ Gefüge). Dunkle Minerale (chloritisierter Biotit, Amphibol) kommen nur in geringer Menge vor, als Nebenbestandteile können Muskovit, Epidot, Fluorit, Kalzit, Titanit, Zirkon und Apatit auftreten. (Beschreibung nach kristallin.de und TRØNNES & BRANDON 1992, s. a. ZANDSTRA 1999: 328-333).

Abb. 2: Drammen-Rapakiwi, Nahgeschiebe von Steinvik/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 3: Nahaufnahme. Die Ovoide zeigen teils grünlichgraue, teils klar orangefarbene Kerne und sind von einem etwas dunkleren Rand umgeben. Rechts der Bildmitte ist ein mehrfach zonierter Feldspat-Ovoid erkennbar.
Abb. 4: Drammen-Rapakiwi; einige Ovoide weisen einen rotbraunen Kern auf. Geschiebe von Slagentangen (NOR), Breite 90 mm, Slg. T. Brückner.
Abb. 5: Drammen-Rapakiwi, Steinvik/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 6: Nahaufnahme. Innerhalb der etwas dunkleren Säume der Ovoide ist anteilig ein grünlicher Feldspat (Plagioklas?) erkennbar.

Woher die unter dänischen Geschiebesammlern verwendete Bezeichnung „Anti-Rapakivi“ stammt (Gefüge ähnlich Abb. 7), habe ich bisher nicht herausgefunden. Offenbar sind damit Drammen-Rapakiwis mit grünen (=Plagioklas?-)Ovoiden gemeint.

Abb. 7: Drammen-Rapakiwi mit kumulophyrischen (aus mehreren Kristallsegmenten zusammengesetzten), teilweise auch grünen Ovoiden. Slagentangen (NOR), Breite 13 cm, Slg. T. Brückner.
Abb. 8: Nahaufnahme
Abb. 9: Drammen-Rapakiwi, Anstehendprobe von Nordbyveien (59.71728, 10.26573), leg. T. Langmann. Aufnahme unter Wasser; vgl. mit Abb. 3.
Abb. 10: Nahaufnahme des Gefüges.
Abb. 11: Drammen-Rapakiwi, Anstehendprobe bei Berger (59.53504, 10.36206), leg. T. Langmann.
Abb. 12: Nahaufnahme. In der Grundmasse zeigen sich feine und gewundene graphische Quarz-Feldspat-Verwachsungen.
Abb. 13: Drammen-Rapakiwi, Übergang zu porphyrischem Gefüge (keine Ovoide), aber mit graphischen Verwachsungen in der Grundmasse. Anstehendprobe von Tofte (59.55147, 10.51491), leg. T. Langmann.
Abb. 14: Drammen-Granit mit wenig ausgeprägten Rapakiwi-Merkmalen. Anstehendprobe, Steinbruch am Drammensfjord (59.63972, 10.39544), leg. T. Langmann.
Abb. 15: Drammen-Granit? mit rundlichen Feldspat-Einsprenglingen, teils mit graphischen Verwachsungen in der Grundmasse. Geschiebe von Stenbjerg (DK), Slg. E. Figaj.

Das Geschiebe Abb. 16 wurde zunächst als „Drammen-Pyterlit“ bezeichnet, gleichwohl kein Pyterlit-Gefüge (wenigstens einige runde Alkalifeldspäte ohne Plagioklassaum) erkennbar ist und es sich damit lediglich um einen porphyrischen Granit mit idiomorphen Quarzen handelt. Vom Drammen-Granit sind ähnliche Gefüge bekannt, wobei einige der kantigen und blassbraunen Alkalifeldspäte rotbraune Säume aufweisen können. Dieses Gefüge ist jedoch nicht einzigartig und auch in anderen Vorkommen anorogener Granite verbreitet (Åland, Dalarna). Vgl. auch Erläuterungen zum Drammen-Pyterlit auf kristallin.de.

Abb. 16: porphyrischer Granit mit idiomorphen Quarzen, Geschiebe von Lyby-Mogenstrup (DK), ex coll. H. Arildskov.

Finnemarka-Granit (Finnemarka-Quarzmonzonit)

Nördlich des Drammen-Batholith liegt das etwa 125 qkm große Finnemarka-Massiv, das ebenfalls zu den Biotit-I-Graniten gerechnet wird. Neben einem hellrötlichen und grobkörnigen Biotitgranit, der den größten Bereich des Vorkommens abdeckt, steht ein Quarzmonzonit mit einem auffälligen Gefüge an. Näheres zu Geologie und Geschichte dieses Geschiebetyps auf skan-kristallin.de. Die ersten Anstehendproben zu geschiebekundlichen Vergleichszwecken hat H. Arildskov gesammelt.

Abb. 17: Finnemarka-Quarzmonzonit, auffälliges Gefüge aus dicht an dicht liegenden und hellen Feldspäten in einer feinkörnigen und blassrötlichen sowie mafitreichen Grundmasse. Geschiebe von Slagentangen, Breite 18 cm, Slg. T. Brückner.

Das Gestein weist ein porphyrisches Gefüge auf und fällt durch die dichte Packung weißer Feldspäte ins Auge. Diese erreichen eine Größe von 10-15 mm, darunter sowohl rechteckige Anschnitte mit abgerundeten Ecken, als auch nahezu runde oder polygonale Feldspäte mit mehr als 4 Kanten. Viele sind von einem dünnen Saum eines blassroten bis blass bräunlichen zweiten Feldspats umgeben. Die kleinkörnige Grundmasse besteht aus hellgrauen Quarz-Körnern, zwei Feldspatarten (weiß und rötlich) sowie dunklen Mineralen (Biotit, Amphibol). Größere Amphibole stechen durch ihre stengelige Ausbildung hervor.

Nach CZAMANSKE 1965 handelt es sich bei den größeren Feldspäten um Oligoklas, einem sehr Na-reichen Feldspat der Plagioklas-Reihe (70-90% Albit). In einigen Kristallen lassen sich Einschlüsse von Quarz und rötlichem Alkalifeldspat, in anderen dunkle Minerale beobachten. Der überwiegende Anteil an Plagioklas gegenüber dem zweiten Feldspat (wahrscheinlich Kalifeldspat) sowie der geringe Quarzanteil (unter 10%) legen eine quarzmonzonitische Zusammensetzung des Gesteins nahe.

Abb. 18: Finnemarka-Quarzmonzonit. Hier sind die dünnen Alkalifeldspatsäume orangefarben bis blassbraun getönt. Polierte Schnittfläche, Slagentangen, leg. T. Brückner.
Abb. 19: Nahaufnahme

Literatur

CZAMANSKE GK 1965 Petrological aspects of the Finnemarka granite complex, Oslo area, Norway – J. Geol 73, S. 239-322.

GAUT A 1981 Field relations and petrography of the biotite granites of the Oslo region – Norges Geol Unders 367, S. 39-64.

TRØNNES G & BRANDON AD 1992 Mildly peraluminous high-silica granites in a continental rift: the Drammen and Finnemarka batholiths, Oslo Rift, Norway – Contrib Mineral Petrol (1992) 109, S. 275-294. Springer-Verlag.

ZANDSTRA J G 1999 Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten – S. 328-333 – Backhuys Leiden.

Syenite, Monzonite und Alkaligranite des Oslograbens

In der Spätphase der magmatischen Entwicklung des Oslograbens stiegen vor etwa 270-250 Ma alkalireiche Schmelzen in die oberen Bereiche der Erdkruste auf. Sie bilden mächtige Batholithe aus Alkalifeldspatsyeniten bis alkalireichen Graniten, die große Flächen im nördlichen Teil des Oslogebietes einnehmen, darunter Nordmarkit, Grefsen-Syenit und Pulaskit (etwa 1.425 km²) sowie die Ekerite (821 km²). Innerhalb dieser Suite treten grob-, mittel- und feinkörnige Gefügevarianten sowie Ganggesteine auf, miteinander verbunden durch fließende Übergänge. Die wichtigsten Lokalbezeichnungen sind:

Eine eindeutige Bestimmung der Gesteine gestaltet sich nicht nur als Geschiebe, auch im Anstehenden schwierig, weil die Art des Feldspats bzw. die Anteile an Alkalifeldspat und Plagioklas von Hand schwer abzuschätzen sind. An Fundorten mit norwegischen Geschieben kann man auf einige allgemeine Merkmale achten:

Die Alkalifeldspatsyenite (Nordmarkite) des Oslograbens sind mittel- bis grobkörnige Gesteine, die ganz überwiegend aus blass rötlichem, bräunlichem oder graubraunem Alkalifeldspat bestehen. Plagioklas fehlt, Quarz kann in den Feldspat-Zwickeln bis zu einem Anteil von 10 % enthalten sein. In den ähnlichen Ekeriten liegt der Quarzanteil bei 10-35%. Syenite enthalten neben Alkalifeldspat auch Plagioklas (bis 35% Anteil vom Gesamtfeldspat). Der teils hohe Alkaligehalt der Gesteine bedingt das Auftreten alkalireicher dunkler Minerale, darunter nadeliger Ägirin (Na-Pyroxen) und stengeliger Alkali-Amphibol (z. B. Arfvedsonit), neben Glimmer (Biotit). Die Syenite des Oslograbens enthalten oftmals auch braunen Titanit in größerer Menge.

1. Nordmarkit

Abb. 1: Nordmarkit, Geschiebe von Hirtshals (DK), Slg. E. Figaj. Aufnahme unter Wasser.
Abb. 2: Nahaufnahme

Der Nordmarkit nimmt große Flächen in der gleichnamigen Region Nordmarka im Norden des Oslo-Gebietes ein, größere Vorkommen liegen auch südlich des Drammenfjords. Das Gefüge dieses Alkalifeldspatsyenits ist ausgesprochen variabel, neben mittel- und grobkörnigen Gesteinen gibt es feinkörnige, porphyrische (Nordmarkit-Porphyr) und sog. „halb-porphyrische“ Nordmarkite. Zudem bestehen fließende Übergänge zu Larvikit, Pulaskit und Syeniten. Um ein „Gefühl“ für diese als Geschiebe relativ unauffälligen Gesteine zu entwickeln, empfiehlt sich die Betrachtung einer Reihe von Anstehendproben in einer Vergleichssammlung (vgl. skan-kristallin.de und Exkursionsbericht auf kristallin.de).

Die mittel- bis grobkörnigen Nordmarkite sind Alkalifeldspat-Syenite und bestehen ganz überwiegend aus 2-10 mm großen, teilweise rechteckigen Alkalifeldspäten. Blasse Tönungen überwiegen (rosa, bräunlich, graubraun, gelblichgrau). Die Feldspäte erscheinen manchmal graufleckig durch perthitische Entmischungen. Das Gefüge ist insgesamt gleichkörnig, bei Anwesenheit einzelner größerer Feldspäte kann es auch porphyrisch erscheinen. Ein zweiter Feldspat (Plagioklas) fehlt. Quarz kommt in 2-5 mm großen und hellgrauen Körnern in den Feldspat-Zwickeln vor und kann bis zu einem Anteil von 10 % enthalten sein. Mit steigendem Quarzgehalt geht der Nordmarkit nahtlos in Ekerit über (bis 35% Quarz). In geringer Menge treten dunkle Minerale hinzu, darunter nadeliger Ägirin, kurze Pyroxene, eher stengelige Na-Amphibole und/oder Biotit. Die Anwesenheit von Ägirin weist auf den alkalireichen Charakter des Gesteins hin. SMED & EHLERS 2002: 152 nennt als weitere Bestandteile Magnetit, mitunter viel brauner Titanit oder sechseckige bräunliche oder grünliche Säulen von Apatit. Eine Unterscheidung von Syeniten ist mit makroskopischen Mitteln manchmal nicht möglich. Im Zweifelsfall wählt man für entsprechende Funde die allgemeine Bezeichnung Oslo-Syenit.

Abb. 3: Nordmarkit (Stenbjerg, DK), Slg. E. Figaj.

Abb. 4, 5: grünlicher Nordmarkit, Geschiebe aus Dänemark, polierte Schnittfläche, Slg. T. Brückner.

Abb. 6: Nordmarkit, Geschiebe von Steinvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov (bestimmt als Ekerit).
Abb. 7: grobkörniger Nordmarkit, Geschiebe von Steinvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 8: Nahaufnahme
Abb. 9: „trachytischer“ Nordmarkit (Stenbjerg, DK), Slg. E. Figaj.
Abb. 10: ungleichkörniger Nordmarkit, Johannistal (Schleswig-Holstein).
Abb. 11: Nahaufnahme
Abb. 12: NordmarkitÜbergang zum Ekerit, Geschiebe von Hirtshals, Slg. E. Figaj.
Abb. 13: porphyrischer Nordmarkit, Breite 90 mm, Geschiebe von Filtvet (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 14: porphyrischer Nordmarkit, Breite 12,5 cm, Hirtshals (DK).
Abb. 15: grünlicher Alkalifeldspatsyenit, Geschiebe von Hirtshals (DK), Aufnahme unter Wasser.
Abb. 16: Nahaufnahme. Quarz ist nicht auffindbar, als dunkle Minerale sind nadeliger Pyroxen (Ägirin), stengeliger Amphibol und rötlichbrauner Glimmer erkennbar.

2. Ekerit

Der Ekerit ist ein alkalireicher Granit und ein quarzreiches Glied aus der Suite der Nordmarkit-Plutonite. Wie der Nordmarkit, zu dem nahtlose Übergänge bestehen, sind vom Ekerit ebenfalls zahlreiche Gefüge- und Farbvarianten bekannt, von grob- bis feinkörnig, von massig bis porphyrisch. Als Geschiebe, fern seiner Heimat, ist das Gestein mit gewöhnlichen Graniten verwechselbar und nur schwer, allenfalls in charakteristischer Ausbildung erkennbar.

Mittel- bis grobkörnige Ekerite bestehen aus blass rötlichen, gelblichen, beigefarbenen oder bräunlichen Alkalifeldspäten. Einige der größeren, 5-10 mm langen Feldspäte sind ausgeprägt kantig. Hinzu kommt ein Anteil von 10-35% an xenomorphem Quarz in 2-3 mm großen und transparenten bis weißlich-trüben oder hellgrauen Körnern. Plagioklas fehlt. Ein Hinweis auf den alkalischen Charakter des Gesteins liefert die Anwesenheit geringer Mengen dunkler Minerale wie nadeliger Ägirin und stengeliger Alkaliamphibol (Arfvedsonit).

Abb. 17: Ekerit, Anstehendprobe vom See Eikeren, Norwegen (N 59.65522, E 9.95662), T. Langmann leg., Aufnahme unter Wasser.
Abb. 18: Nahaufnahme. Das Gestein besteht im Wesentlichen aus blassrotem Alkalifeldspat und hellgrauem Quarz; dunkle Minerale sind unauffällig.
Abb. 19: Ekerit, Geschiebefund von Slagentangen (NOR), Slg. E. Figaj.
Abb. 20: Die Detailaufnahme zeigt mehr oder weniger rechteckige gelbliche bis bräunliche Alkalifeldspäte, hellgrauen Quarz sowie nadelige und stengelige dunkle Minerale (Ägirin, Amphibol).
Abb. 21: Ekerit, Geschiebe von Steinvik/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov. Neben blassrotem Alkalifeldspat ist ein zweiter Feldspat (gelb) erkennbar. Sein Anteil dürfte unter 10% liegen.

3. Grefsen-Syenit

Der Grefsen-Syenit aus der Suite der alkalireichen Nordmarkit-Plutonite enthält neben Alkalifeldspat auch Plagioklas (OFTEDAHL 1948 und SAETHER 1962). Das Gestein weist ein porphyrisches Gefüge auf und sieht durch den orangeroten Alkalifeldspat und die hellgrauen Plagioklase gefleckt aus. Von Hand sind die Feldspäte kaum sicher unterscheidbar. Hinzu kommt etwas Biotit als überwiegendes dunkles Mineral, Ägirin und Amphibol treten eher zurück. Weitere Bestandteile sind etwas trüber Quarz sowie mitunter viel brauner Titanit. Anstehendproben s. skan-kristallin.de.

Abb. 22: Grefsen-Syenit?, Geschiebe von Hirtshals (DK), Breite 10,5 cm.

4. Pulaskit

Pulaskite weisen einen etwas geringeren SiO2-Gehalt auf als Nordmarkite und sind Alkalifeldspatsyenite, die statt Quarz bis zu 10% Nephelin enthalten können. Einige Pulaskite ähneln äußerlich den Nordmarkiten, andere silbrig-graue Varianten den Larvikiten. Manche Pulaskite enthalten rhombenförmige (ternäre) Feldspäte. Hinzu kommen geringe Mengen dunkler Minerale (Glimmer, Pyroxen, Ägirin und/oder Na-Amphibol). Eine Bestimmung als Geschiebe gestaltet sich aufgrund der genannten Verwechslungsmöglichkeiten schwierig, zumal gegebenenfalls enthaltener Nephelin makroskopisch kaum in Erscheinung tritt. Im Zweifelsfall ist die Bezeichnung Alkalifeldspatsyenit zu bevorzugen. Abbildungen von Anstehendproben und Geschiebefunden, s. skan-kristallin.de.

Abb. 23: Glimmerpulaskit, Anstehendprobe, Weg zwischen Kjelsås und Ågårdslien, Nordmarken; Slg. Brøgger 1906, Nr. 114; Slg. der BGR in Berlin-Spandau.
Abb. 24: Nahaufnahme
Abb. 25: Alkalifeldspatsyenit (Pulaskit, Larvikit?), Hirtshals, Breite 12 cm.

5. Akerit und Akeritporphyr

Akerite sind eine Reihe feinkörniger Syenite und Monzonite, die im Oslo-Graben als Subvulkanite, Ganggesteine oder in kleinen Massiven in zahlreichen Varianten auftreten. Die petrographische Definition hat sich seit ihrer Erstbeschreibung durch BRØGGER 1890 und 1933 stark gewandelt. OFTEDAL 1946: 9 präzisiert die Bezeichnung Akerit hinsichtlich eines lokalen Texturbegriffes für feinkörnige Monzonite, die in ihrer Zusammensetzung mit den grobkörnigen Gesteinen der Larvikit-Kjelsåsit-Serie vergleichbar sind. Die aktuelle Nomenklatur definiert Akerite wie folgt: „A collective term for varieties of microsyenite and micromonzonite consisting of alkali feldspar, with more or less oligoclase, biotite, pyroxene and often quartz. They are characterized by rectangular oligoclase.” (LE MAITRE et al 2004). Das Gefüge einiger kleinkörniger Anstehendproben auf skan-kristallin.de lässt in der Tat eine Verwandtschaft mit den Larvikiten/Kjelsasiten vermuten. Akerite treten auch innerhalb der RP-Lagen sowie als Begleiter der Nordmarkite auf. Als Geschiebe dürften die Gesteine nur schwer bestimmbar sein.

Abb. 26: Akerit mit dunklem Xenolith eines Plagioklas-Basalts, Storesand (NOR), ex coll. H. Arildskov. Die körnige Grundmasse ist reich an rötlichem Alkalifeldspat und führt größere grüne Plagioklas-Einsprenglinge, einige davon mit einem hellen Alkalifeldspat-Saum.

Akeritporphyre sind monzonitische Ganggesteine von grauer, graugrüner, bräunlicher oder rötlicher Farbe. Die klein- bis feinkörnige (Körner unter 2 mm) Grundmasse besteht im Wesentlichen aus Alkalifeldspat, der Anteil an Plagioklas, Quarz und dunklen Mineralen (Biotit, Amphibol, Pyroxen) liegt unter 10%. Größere Quarzkörner treten nicht auf (OFTEDAHL 1946). Plagioklas (oft grünlich) bildet rechteckige Einsprenglinge, die von einem hellen Saum aus Alkalifeldspat umgeben sein können. Bei der Bestimmung von Geschieben ist hinsichtlich petrographischer Ähnlichkeiten mit anderen porphyrischen Mikrosyeniten (Syenitporphyren) oder Monzoniten die Bezeichnung Akeritporphyr mit Umsicht zu verwenden, die Gesteine sind selten.

Nach einem Hinweis von H. Arildskov kommen Akeritporphyre hauptsächlich in der Bærum-Sørkedal-Caldera vor, wobei zwei Haupttypen unterschieden werden können: 1) Burud-Typ und 2) Egekoll-Høgås-Typ (HOLTEDAHL 1943: 32, OFTEDAHL 1946:17-23, SÆTHER 1962).

Abb. 27: Akeritporphyr, Anstehendprobe von Tofteholmen (NOR), ex coll. H. Arildskov. Das Gestein von dieser Lokalität wurde von BRØGGER 1931a zunächst als Windsorit-Porphyr, später als Akerit-Porphyr bezeichnet.
Abb. 28: Die Nahaufnahme der nassen Oberfläche zeigt größere grüne Feldspat-Einsprenglinge, wahrscheinlich Plagioklas, in einer körnigen Grundmasse aus rotem Alkalifeldspat, neben wenig dunklen Mineralen, darunter stengelige Alkaliamphibole und nadeliger Alkalipyxroxen (Ägirin).
Abb. 29: porphyrischer Mikrosyenit bis -monzonit (“Akeritporfyr, Burud-Typ von Lommedalen“), Nahgeschiebe von Steinvik (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 30: Nahaufnahme, nass fotografiert; die grünlichgraue und feinkörnige Grundmasse enthält orangefarbene Alkalifeldspat-Einsprenglinge, teils mit perthitischer Entmischung, teils als Karlsbader Zwillinge.

6. Literatur

BARTH T 1945 Studies of the Igneous Rock Complex of the Oslo Region II. Systematic petrography of the Plutonic Rocks – Det norske Videnskaps-akadami i Oslo. Skrifter I.

BRØGGER WC 1890 Die Mineralien der Syenitpegmatitgänge der südnorwegischen Augit- und Nephelinsyenite in: Zeitschrift für Krystallographie und Mineralogie. Hrsg. P. Groth, Bd. 16, Leipzig 1890.

BRØGGER WC 1931a Die Eruptivgesteine des Kristianiagebietes V. Der große Hurumvulkan – Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I Nr. 6, 1930.

BRØGGER WC 1932 Die Eruptivgesteine des Oslogebietes VI. Über verschiedene Ganggesteine des Oslogebietes – Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I Nr. 7, 1932.

BRØGGER WC 1933 Die Eruptivgesteine des Oslogebietes: VII. Die chemische Zusammensetzung der Eruptivgesteine des Oslogebietes – Skrifter, Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I. 1933.

HOLTEDAHL O 1943 Studies on the Igneus Rock Complex of the Oslo Region – I. Some Structural Features of the District Near Oslo. – 71 S., 1 Kte., 39 Fig. – Skrifter ugitt av det Norske Videnskaps-Akademi i Oslo.

LE MAITRE et al 2004 Igneous Rocks: A Classification and Glossary of Terms. Edited by R. W. Le Maitre and A. Streckeisen and B. Zanettin and M. J. Le Bas and B. Bonin and P. Bateman – 252 S., Cambridge University Press, ISBN 0521619483.

OFTEDAHL C 1946 Studies on the Igneous Rock Complex of the Oslo Region. VI. On akerites, felsites and rhomb-porphyries. NVAMK

SAETHER E 1962 Studies on the Igneous Rock Complex of the Oslo Region. XVIII. General investigation of the igneous rocks in the area north of Oslo. NVAMK.

SMED P & EHLERS J 2002 Steine aus dem Norden (2.Aufl.) – 194 S., 34 Taf., 67 Abb., 1 Kte. (rev. 2008), Berlin, Stuttgart (Gebr. Borntraeger).

Nephelinsyenite des Oslo-Grabens

Die Nephelinsyenite des Oslograbens gingen als späte Differentiate und letzte Glieder der Plutonite der Larvikit-Serie aus stark SiO2-untersättigten Magmen hervor. Zu den Nephelinsyeniten zählen der grob- bis riesenkörnige Lardalit, die eher mittelkörnigen Nephelinsyenite (u. a. der Foyait) sowie Pegmatite. Innerhalb dieser Folge treten Ganggesteine auf, z. B. die Hedrumite. Alle Gesteine werden von BRØGGER 1898 ausführlich, teilweise erstmalig beschrieben. Die geologische Karte Abb. 1 zeigt die enge Vergesellschaftung von Larvikit, Lardalit und Nephelinsyeniten im Gelände.

Abb. 1: Verbreitung der Nephelinsyenite im Lardalit-Gebiet nördlich von Larvik (nach Angaben in OFTEDAHL 1960), Karte aus skan-kristallin.de.
  1. Lardalit
  2. Foyait
  3. Körniger Nephelinsyenit
  4. Nephelinsyenit-Pegmatit
  5. Hedrumit – Lestiwarit
  6. Literatur

1. Lardalit

Die grob- bis riesenkörnigen Lardalite erscheinen dunkler als die meisten Larvikite und enthalten zudem Nephelin in erheblicher Menge. Damit sind sie Nephelinsyenite, keine Monzonite. Die silbriggrauen bis dunkel blaugrauen und ternären Feldspäte können eine Kantenlänge von 6 cm erreichen. Bekannt sind Varianten aus mehr oder weniger rechteckigen Feldspäten, rhombenförmige Feldspäte treten nur vereinzelt auf. Eine andere Variante besteht aus zahlreichen Feldspat-Rhomben und Nephelin in den Zwickeln. Nephelin ist in jedem Falle reichlich und bis zu einem Anteil von 30% enthalten. Der Feldspatvertreter bildet blassbraune bis graubraune Aggregate bis 1 cm Größe. Auf der Oberfläche von Geschieben kann Nephelin ausgewittert sein und eine löchrige Oberfläche hinterlassen. Als dunkle Minerale finden sich Pyroxen, Amphibol und Biotit.

Eine ausführliche Beschreibung der Lardalite stammt von BRØGGER 1898: 7-40. Abbildungen von Anstehendproben werden auf skan-kristallin.de gezeigt, ein Exkursionsbericht ins Lardalit-Gebiet auf kristallin.de nachzulesen. Lardalite stehen auf vergleichsweise kleiner Fläche an und sind als Geschiebefund sehr selten. Zudem unterlag das Lardalit-Massiv aufgrund der Festigkeit und Zähigkeit der Gesteine während der nordischen Inlandvereisungen nur einer mäßigen Abtragung.

Abb. 2: Lardalit, polierte Schnittfläche, Geschiebe von Nissum-Bredning (DK), Sgl. R. Hanning 1993; Bild von skan-kristallin.de.
Abb. 3: dunkler Lardalit, Breite 13,5 cm, ex coll. H. Arildskov, N Amundsjöen, W Kvelde(?).
Abb. 4: Detailaufnahme mit rotbraunem Glimmer.

Zwei Gefügevarianten eher mittelkörniger Nephelinsyenite treten im Vergleich zum Lardalit deutlich häufiger als Geschiebe auf: Foyait („trachytischer“ Nephelinsyenit) und körniger Nephelinsyenit. Sie kommen in Gestalt von Gängen und kleinen Massiven im Lardalit-Gebiet, untergeordnet auch an anderen Lokalitäten vor.

2. Foyait

Der Foyait oder „trachytische“ Nephelinsyenit fällt durch sein besonderes Gefüge ins Auge: weiße und schmal leistenförmige Alkalifeldspäte von 10-15 mm Länge bilden ein netzartiges Gerüst und weisen je nach Blickrichtung eine regellose Anordnung oder annähernd parallele Ausrichtung („trachytisches“ Gefüge) auf. Einige der idiomorphen Feldspäte bilden Karlsbader Zwillinge, gelegentlich kommen plattige Feldspäte vor. Der Nephelin-Anteil des Gesteins beträgt 10-25%. Das graue bis graubraune Mineral sitzt in den Zwischenräumen der Feldspäte in Gestalt xenomorpher bis eckiger Körner. Auf der Außenseite von Geschieben kann Nephelin ausgewittert sein und eine löchrige Oberfläche sowie ein skelettartiges Gewirr aus Feldspatleisten hinterlassen (Abb. 5). Als dunkle Minerale treten Biotit, nadeliger Ägirin und/oder Hornblende hinzu, als Nebenbestandteile Titanit (braune Aggregate bis 5 mm), gelegentlich grüner Apatit sowie etwas Erz. Quarz fehlt.

Die meisten Foyaite sind weißlich-graue bis bräunlich-graue Gesteine, seltener finden sich rötliche oder graugrüne Varianten. Auf den ersten Blick mag eine Verwechslungsmöglichkeit mit Doleriten bestehen. Diese durch den hohen Anteil mafischer Minerale (Pyroxen, Olivin, auch Magnetit) eher dunklen Gesteine enthalten jedoch leistenförmigen Plagioklas als einzigen Feldspat, Nephelin fehlt. Bilder von Anstehendproben auf skan-kristallin.de, Beschreibung in ZANDSTRA 1988: 387 und SMED & EHLERS 2002: 154.

Abb. 5: Foyait, löchrige Außenseite eines Geschiebes durch teilweise ausgewitterten braunen Nephelin. Geschiebe von Kos, Slg. E. Figaj.
Abb. 6: Foyait mit bräunlichgrauem Nephelin, Geschiebe von Stenbjerg (DK), Slg. E. Figaj. Aufnahme unter Wasser.
Abb. 7: Nahaufnahme; neben dunklen Mineralen (Amphibol, nadeliger Ägirin) ist gelblicher Titanit erkennbar.

Abb. 8, 9: Foyait mit grauem Nephelin, Anstehendprobe von Farrisveien (NOR), 200 m W Lågendalsveien (N59.174873, E9.984337), leg. M. Bräunlich 2012; Slg. der BGR in Berlin-Spandau. Die Detailaufnahme (Abb. 9) zeigt einige halbseitig reflektierende Alkalifeldspäte (Karlsbader Zwillinge).

3. Körniger Nephelinsyenit

Als körnigen Nephelinsyenit bezeichnet man eine Reihe hellgrauer, manchmal silbriggrauer oder etwas rötlicher sowie mittelkörniger Nephelinsyenite. Sie sind etwas weniger auffällig als der Foyait, bestehen aber aus den gleichen Mineralen. Hellgrauer und deutlich gestreifter Alkalifeldspat bildet unregelmäßig eckige, vereinzelt rechteckige Kristalle (darunter häufig Karlsbader Zwillinge). Grauer bis graubrauner, stellenweise rötlich verfärbter Nephelin tritt in geringerer Menge und kleineren Körnern auf. Nephelin kann durch Alteration eine orangerote Farbe annehmen. Auffällig sind die großen (2-5 mm) und gedrungen rechteckigen bis annährend quadratischen schwarzen Hornblende- oder Pyroxen-Einsprenglinge. Untergeordnet können Biotit, brauner Titanit, Apatit und Erz enthalten sein. Die Gesteine weisen eine Tendenz zu unregelmäßigen Korngrenzen sowie zur Ungleichkörnigkeit auf. Die Korngröße variiert zwischen kleinkörnig (1-2 mm Korngröße) und mittelkörnig (Alkalifeldspat bis 1 cm, Nephelin bis 5 mm).

Die Außenseite von Geschieben kann durch ausgewitterten Nephelin ebenfalls löchrig erscheinen. Zwischen körnigen und trachytischen Nephelinsyeniten existieren Übergänge. Die von BRØGGER 1898 eingeführte Bezeichnung „Ditroit“ für intrusive körnige Nephelinsyenite sollte nicht mehr verwendet werden, da sie bereits 1866 für eine andere Gesteinsart vergeben wurde und heute als obsolet anzusehen ist.

Abb. 10: Übergang körniger Nephelinsyenit – Foyait, Breite 11,5 cm, ex coll. H. Arildskov.
Abb. 11: körniger Nephelinsyenit, Geschiebe von Stenbjerg (DK), leg. E. Figaj, Aufnahme unter Wasser.
Abb. 12: Nahaufnahme der nassen Oberfläche.
Abb. 13: kleinkörniger Nephelinsyenit, Übergang zwischen körnigem und trachytischem Gefüge. Geschiebe von Stenbjerg (DK), leg. E. Figaj.
Abb. 14: Nahaufnahme

Neben Nephelinsyeniten treten im Oslograben auch Foidsyenite mit Sodalith als zweitem Feldspatvertreter auf. Das hellgraue bis schwach bläuliche Mineral lässt sich kaum von ebenfalls hellgrauem Alkalifeldspat unterscheiden, wird unter UV-Licht aber anhand seiner orangefarbenen Fluoreszenz sichtbar (s. kristallin.de, Abb. 102-103).

Abb. 15: Sodalith-Foyait, Anstehendprobe von Kvelde Kirke (NOR), leg. H. Arildskov. Das Gestein besteht aus hellem Alkalifeldspat, braunem Nephelin und enthält in erheblicher Menge hellgrauen Sodalith.
Abb. 16: Nahaufnahme

4. Nephelinsyenit-Pegmatit

Auf der kleinen Insel Låven im Langesundsfjord treten Nephelinsyenit-Pegmatite innerhalb des Larvikits auf. BRØGGER 1890 widmet diesen „Riesenfoyaiten“ und den darin enthaltenen, teilweise seltenen Mineralen eine umfassende Monographie. Weiter südlich von Låven (Mølen) finden sich die Pegmatite als Nahgeschiebe.

Abb. 17: Nephelinsyenit-Pegmatit aus weißem bis grauem Alkalifeldspat, bis 2 cm großen Aggregaten von Nephelin (braun) und dunklen Mineralen im Kontakt zu einem mittelkörnigen Alkalifeldspatsyenit. Geschiebe von Mølen, polierte Schnittfläche, leg. T. Brückner.
Abb. 18: Nahaufnahme des Kontakts.

5. Hedrumit – Lestiwarit

Hedrumite sind eine vielgestaltige Gruppe grobtafeliger bis feinkörniger sowie nephelinreicher bis nephelinfreier Ganggesteine aus der Foyait-Reihe innerhalb des Larvikit-Komplexes (BRØGGER 1898: 183-198); es bestehen Übergänge zum Pulaskit. Definition des Hedrumits in LE MAITRE 2004: „Lokalname für eine porphyrische, feinkörnige Varietät eines Alkalifeldspatsyenits mit trachytischem oder foyaitischem Gefüge, hauptsächlich aus Mikroklin-Mikroperthit bestehend. Die Grundmasse ist biotitreich und enthält geringe Mengen an Natrium-Amphibol, Ägirin sowie Nephelin.“ Als Geschiebefund dürften die Gesteine nur eine untergeordnete Rolle spielen, allenfalls graubraune bis braune und trachytische, den Foyaiten ähnliche Varianten erkennbar sein.

Abb. 19: Bräunlicher Hedrumit mit leistenförmigen, einigermaßen parallel eingeregelten grauen Feldspäten. Anstehendprobe vom Aufschluss Hedrumveien (Str. 304), Lågendalen, SE Kvelde (N59.173350, E10.029360), leg. M. Bräunlich 2012, Slg. der BGR Berlin.
Abb. 20: Nahaufnahme; zahlreiche Alkalifeldspäte sind als Karlsbader Zwillinge ausgebildet, erkennbar an den halbseitig reflektierenden Kristallflächen. Nephelin ist nicht erkennbar bzw. von Kalifeldspat unterscheidbar.

Eine weitere Anstehendprobe eines Hedrumits sieht ganz anders aus.

Abb. 21: Hedrumit vom Südende des Sees Skirstadkjern; leg. Finckh 1906 (laut Etikett Originalgestein Nr. 190 zu Tröger 1934, dort wird allerdings ein anderer Fundort angegeben).
Abb. 22: Alkalifeldspatsyenit (Hedrumit?) Geschiebe von Steinvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 23: Die Detailaufnahme zeigt ein Gefüge weitgehend rechteckiger bis länglicher Feldspat-Kristalle, neben wenigen größeren Feldspat-Einsprenglingen (mit hellem Saum), wenig dunklen Mineralen und bräunlichem Titanit.

Der folgende Geschiebefund aus Dänemark könnte in die Reihe Nephelinsyenit – Hedrumit passen. Das graugrüne Gestein besitzt ein porphyrisches Gefüge und enthält größere graue, zum Rand hin etwas hellere Alkalifeldspat-Leisten. Sie zeigen eine annähernd parallele Ausrichtung, viele davon sind Karlsbader Zwillinge. In der feinkörnigen grünlichen Grundmasse deuten zahlreiche kleine, rötlichbraune und xenomorphe Körner auf alterierte Foide (Nephelin?). Weiterhin sind nadelige Pyroxene (Ägirin), stengelige dunkle Minerale und Glimmer erkennbar. Die größeren weißen bis blass orangefarbenen Aggregate (Xenolithe) bestehen teilweise aus Zusammenballungen leistenförmiger Alkalifeldspäte.

Abb. 24: Hedrumit? Geschiebe aus Dänemark, E. Figaj leg. Aufnahme unter Wasser.
Abb. 25: Nahaufnahme mit parallel ausgerichteten Alkalifeldspatleisten (Karlsbader Zwillinge), orangebraunem Nephelin(?) sowie nadeligem Ägirin.

Der Lestiwarit tritt als Begleiter der Nephelinsyenite auf. Das helle und aplitische Ganggestein ist ein nephelinfreier Syenit aus weißem Alkalifeldspat und nadeligem Ägirin (Beschreibung in BRØGGER 1898: 213-218).

Abb. 26: Lestiwarit, Gang im Foyait, N Kvelde Kirche, Lågendal (Jarlsberg), Handstück aus der Originalsammlung Brøgger 1906, Nr. 111. Slg. der BGR in Berlin-Spandau.

6. Literatur

ANTHONY E Y, SEGALSTAD T V & NEUMANN, E R 1989 An unusual mantle source region for nephelinites from the Oslo Rift, Norway – Geochimica et Cosmochimica Acta, 53, S. 1067-1076.

BRØGGER WC 1890 Die Mineralien der Syenitpegmatitgänge der südnorwegischen Augit- und Nephelinsyenite in: Zeitschrift für Krystallographie und Mineralogie. Hrsg. P. Groth, Bd. 16, Leipzig 1890.

BRØGGER WC 1898 Die Eruptivgesteine des Kristianagebietes – III. Das Ganggefolge des Laurdalits – 375 S., 1 Karte, 4 Taf., 5 Fig. i. Text.

LE MAITRE et al 2004 Igneous Rocks: A Classification and Glossary of Terms. Edited by R. W. Le Maitre and A. Streckeisen and B. Zanettin and M. J. Le Bas and B. Bonin and P. Bateman – 252 S., Cambridge University Press, ISBN 0521619483.

OFTEDAHL C & DONS J 1957 Geological Guide to Oslo and District – Oslo, 1957.

SMED P & EHLERS J 2002 Steine aus dem Norden (2.Aufl.) – 194 S., 34 Taf., 67 Abb., 1 Kte. (rev. 2008), Berlin, Stuttgart (Gebr. Borntraeger).

TRÖGER WE 1934 Spezielle Petrographie der Eruptivgesteine, Nomenklatur-Kompendium, Berlin 1935. Nachdruck durch den Verlag der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft,1969.

ZANDSTRA JG 1988 Noordelijke kristallijne gidsgesteenten – E. J. Brill 1988.

Plutonite des Oslograbens: Larvikit-Serie

Abb. 1: Larvikit, Geschiebe am Hirtshals Kliff (DK), Breite 12 cm.

Der Larvikit ist das bekannteste Tiefengestein des Oslograbens und gehört zu einer Reihe genetisch verwandter Plutonite, die vor etwa 280 Millionen Jahren, zum Ende der ersten Phase eines intensiven Rhombenporphyr- und Basalt-Vulkanismus, als mächtige Körper (Batholithe) in die oberen Bereiche der Erdkruste aufsteigen. Diese Plutonite der Larvikit-Serie stehen heute als Folge fortwährender Erosion direkt an der Oberfläche an, vor allem im Süden des Oslogebietes. Südlich und südwestlich wurde eine große zusammengesetzte Ringstruktur nachgewiesen, eine Abfolge mehrerer kreisförmiger, sich überlappender Intrusionen (DONS & LARSEN 1978, Abb. 2). Die Gesteinsfolge beginnt mit dem Kjelsåsit, einer Ca-reichen Variante des Larvikits. Es folgen die Larvikite, darunter ältere und quarzführende Generationen, Varianten mit Quarz und Nephelin sowie einer Generation, die nur Nephelin enthält. Fortgesetzte magmatische Differentiation führt zu den ausgeprägt SiO2-armen und jüngsten Gliedern der Serie, den Nephelinsyeniten, darunter Lardalit, Foyait, körniger Nephelinsyenit sowie Pegmatite.

Abb. 2: kreisförmige Larvikit-Intrusionen, Wanderung des magmatischen Zentrums von Ost nach West. Grafik aus DONS & LARSEN 1978, © Universitetsforlaget 1978, entnommen aus kristallin.de.
  1. Larvikit
  2. Tönsbergit – porphyrischer Larvikit
  3. Kjelsåsit
  4. Literatur

1. Larvikit

Grobkörnige Larvikite mit großen und silbrig-grauen, stellenweise bläulich schillernden Feldspäten sind als Geschiebe leicht erkennbar. Diese auch als Werkstein beliebte Larvikit-Variante wird im Süden des Oslogebietes in großen Steinbrüchen abgebaut und weltweit vermarktet. Das SiO2-arme sowie K- und Na-reiche Gestein besteht zu über 90% aus Feldspat und erscheint auf den ersten Blick wie ein Alkalifeldspatsyenit („Augit-Syenit“ bei BRØGGER 1890). Im petrographischen Sinne ist es jedoch als ein Monzonit anzusehen, in dem die Bestandteile an K-, Na- und Ca-Feldspat als sog. ternärer Feldspat in einem einzigen Feldspat vereint und mit dem bloßen Auge nicht unterscheidbar sind. Die Kristallisation dieses als Anorthoklas bezeichneten K-Na-Ca-Feldspats ist an ein sehr heißes Magma, eine Temperatur oberhalb der Mischungsgrenze von Alkalifeldspat und Plagioklas gebunden. Larvikite sind das plutonische Äquivalent der Rhombenporphyre (Latite). Beide Gesteine entstammen der gleichen Magmaquelle und besitzen eine ähnliche Zusammensetzung.

Auf der Suche nach einem Larvikit-Geschiebe achtet man auf grobkörnige Gesteine, die zu mindestens 90% aus hell- bis mittelgrauem Feldspat bestehen. Diese 2-4 cm großen Anorthoklase weisen eine deutliche Streifung auf, gelegentlich besitzen sie einen silbrigen oder blauen Schiller. Dieser Schiller entsteht durch Lichtbrechung an submikoskopischen Lamellen, entstanden als Folge der Entmischung von Anorthoklas in Plagioklas und Kalifeldspat im Zuge der Abkühlung des Magmas. Im Idealfall zeigen einige Feldspäte rhombenförmige Anschnitte. Im Handstück ist manchmal eine leichte, annähernd parallele Einregelung der Feldspäte infolge gerichteter Bewegung des Magmas (magmatische Lamination) zu beobachten.

Quarz kann enthalten sein, ist aber in den Zwickeln zwischen den größeren Feldspäten schwer zu entdecken. Gleiches gilt für gegebenenfalls enthaltenen Nephelin. Der graue oder braune Feldspatvertreter zeigt auf der Bruchfläche mitunter einen fettigen Glanz. Als Nebenbestandteile treten 1-5 mm große Körner von schwarzem Klinopyroxen (Augit), Amphibol, bronzefarbenem Biotit, akzessorisch Magnetit, Fe-reicher Olivin und Apatit auf. Larvikite enthalten regelmäßig braunen Zirkon, einige auch reichlich braunen Titanit. Beide Minerale weisen einen Glasglanz auf und sind nur bei Vorhandensein idiomorpher Kristalle unterscheidbar: Titanit bildet typisch keilförmige, Zirkon eher gedrungene Kristalle, mit rechten Winkeln entlang der Längsachse.

Der Larvikit nimmt von allen Oslo-Magmatiten zwar die größte Fläche ein (1.670 km²), ist als Geschiebe aber seltener zu finden als der Rhombenporphyr. Plutonite bilden aufgrund ihrer relativ weitständigen Klüftung im Anstehenden tendenziell große Geschiebe aus, die eher engständig geklüfteten Rhombenporphyr-Vulkanite eine ungleich größere Zahl an kleineren Geschieben.

Abb. 3: Larvikit, trocken fotografiert, Geschiebe von Strande bei Kiel, Breite 40 cm.
Abb. 4: Larvikit, Geschiebe von Sjælland (DK), Breite 18 cm, Slg. T. Bückner.
Abb. 5: Larvikit, Geschiebe von Strande bei Kiel, polierte Schnittfläche. Die grauen Feldspäte weisen eine gewisse Einregelung durch magmatische Lamination auf, einige von ihnen zeigen annähernd rhombenförmige Anschnitte.
Abb. 6: Nahaufnahme eines reflektierenden rhombenförmigen Feldspat-Kristalls. In den Zwickeln der Feldspäte sitzt ein graubraunes Mineral (Nephelin?).
Abb. 7: Larvikit mit bläulichem Schiller, Geschiebe von Seeland Odde (DK), polierte Schnittfläche, Slg. T. Brückner.
Abb. 8: Nahaufnahme; ein Teil der gelblichen Mineralkörner weist die typisch keilförmigen Kristalle von Titanit auf.
Abb. 9: hell angewittertes Larvikit-Geschiebe mit teilweise rhombenförmigen Feldspäten aus der Kiesgrube Niederlehme bei Berlin, Breite 11 cm.

Aus Brandenburg sind zahlreiche Funde von Rhombenporphyr-Geschieben bekannt, andere Oslo-Gesteine scheinen jedoch kaum in Erscheinung zu treten oder wurden bisher weder beachtet oder erkannt. Belegt sind drei Funde von Larvikiten aus dem Gebiet um Berlin (Fresdorfer Heide: 2 Funde, Niederlehme: 1 Fund), ein Fund aus Nordbrandenburg (Schweinrich bei Wittstock) sowie ein historischer Fund in der Slg. Bennhold (Fürstenwalde). MEYER AP 1969, 1969, 1970 berichtet von weiteren Funden aus dem Berliner Raum.

Abb. 10: Larvikit, Geschiebe aus der Kiesgrube Fresdorfer Heide bei Potsdam, polierte Schnittfläche.
Abb. 11: Nahaufnahme. Das Gestein enthält reichlich graue und metallisch glänzende Körner von Magnetit, umgeben von einem schwarzen Rand dunkler Silikatminerale (vermutlich Pyroxen).

Vom Larvikit sind zahlreiche weitere Gefügevarianten bekannt, nur ein Teil der grobkörnigen Larvikite ist grau. So wird bei Klåstad eine schwarzgrüne Variante abgebaut (Abb. 12). Teilweise unterlagen die Larvikite nach ihrer Kristallisation einer hydrothermalen Alteration. Dies führte zu einer partiellen Bleichung der Gesteine (weiße Ränder um graue Feldspäte in Abb. x) oder Umfärbung (rote, gelbliche oder grüne Farben). Varianten mit einer rötlichen Matrix sowie grauen und rhombenförmigen Feldspäten werden als Tönsbergit (norwegisch Tønsbergit) bezeichnet und stehen im Gebiet um die gleichnamige Stadt Tönsberg, südlich von Oslo an. Die rote Färbung ist auf Ausscheidungen von Hämatit zurückzuführen.

Abb. 12: Dunkler Larvikit, Anstehendprobe aus dem Steinbruch Klåstad (NOR), leg. T. Langmann, Aufnahme unter Wasser.

Bei Funden von Larvikit-Geschieben an den Stränden der Ostsee, insbesondere außerhalb des Hauptverbreitungsgebietes norwegischer Geschiebe, im Osten etwa bis Kühlungsborn, ist die Möglichkeit einer anthropogenen Verschleppung zu berücksichtigen. So wurden große Larvikit-Blöcke zum Zwecke des Küstenschutzes eigens aus Norwegen nach Norddeutschland transportiert und finden sich z. B. am Strand von Nienhagen bei Rostock oder im Hafen von Lohme auf Rügen.

Abb. 13, 14: großer Block eines dunklen Larvikits als Küstenschutz am Strand von Nienhagen, Breite ca. 1 m.

Abb. 15: hellgrauer bis weißer, durch Alteration gebleichter Larvikit. Nahgeschiebe aus Tofte (NOR), Slg. F. Wilcke.
Abb. 16: grünlich alterierter Larvikit mit überwiegend rhombenförmigen Feldspäten, Nahgeschiebe aus Tofte (NOR), Slg. F. Wilcke.
Abb. 17: durch Alteration grünlich und orange verfärbter Larvikit, Hirtshals (DK), Breite 18 cm.

2. Tönsbergit

Abb. 18-21 zeigt Beispiele der als Tönsbergit bezeichneten grob- und gleichkörnigen bis porphyrischen Variante des Larvikits. In einer roten bis bräunlich-roten Matrix liegen zahlreiche größere graue Feldspat-Einsprenglinge, von denen die meisten, wenigstens aber einige einen rhombenförmigen Anschnitt aufweisen. Auch Varianten ohne Rhomben sind bekannt. In den Zwickeln findet sich gelegentlich etwas Quarz.

Abb. 18: Tönsbergit, Nahgeschiebe von Horten (NOR), Breite 13,5 cm, Slg. T. Brückner.
Abb. 19: polierte Schnittfläche
Abb. 20: In der Nahaufnahme sind mehrere Aggregate von hellgrauem und transparentem Quarz erkennbar.
Abb. 21: Tönsbergit, Anstehendprobe von Stokke, südlich Tönsberg, ex coll. H. Arildskov, Aufnahme unter Wasser.

Als Geschiebe sind gelegentlich auch Larvikite mit porphyrischem Gefüge erkennbar (Abb. 22). In einer gelblichen, blassroten oder graubraunen und kleinkörnigen Matrix liegen 1-3 cm große und hell- bis dunkel- oder blaugraue Feldspat-Einsprenglinge, teils in rhombenförmiger Ausbildung. Varianten mit roter bis rotbrauner Matrix können als porphyrischer Larvikit oder Tönsbergit bezeichnet werden.

Abb. 22: porphyrischer Larvikit, Geschiebe von Sjaelland Odde (DK), Slg. T. Brückner, Breite 11,5 cm.
Abb. 23: porphyrischer Larvikit, Geschiebe aus Dänemark, Slg. T. Brückner, Breite 10 cm.
Abb. 24: porphyrischer Larvikit/Tönsbergit, Hirtshals (DK), ex coll. H. Arildskov (Lv140).
Abb. 25: porphyrischer Tönsbergit, Geschiebe aus Slagentangen (NOR), Slg. T. Brückner, Breite 12 cm.

Abb. 26, 27: porphyrischer Tönsbergit, polierte Schnittfläche, Geschiebe von Tollerodden (NOR), Slg. T. Brückner.

Abb. 28: stark alterierter porphyrischer Larvikit/ Tönsbergit?, Nahgeschiebe aus Molen (NOR), polierte Schnittfläche, Slg. F. Wilcke.

Abb. 29-31 zeigt eine seltenere braune Spielart des Tönsbergits.

Abb. 29: Tönsbergit, Breite 11 cm, Geschiebe vom Limfjord (DK), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 30: Tönsbergit, Anstehendprobe N von Hogsnes, Norwegen (59.2749722, 10.3598889), polierte Schnittfläche, Slg. T. Brückner.
Abb. 31: Nahaufnahme der teils bizarr sternförmig verzwillingten hellen Feldspäte, umgeben von einem dunklen Saum.

Manche Geschiebefunde syenitischer oder monzonitischer Gesteine, insbesondere wenn rhombenförmige Feldspäte fehlen, lassen die Frage offen, ob man es mit einem alterierten porphyrischen Larvikit, Kjelsåsit oder z. B. einem Übergang zum Nordmarkit zu tun hat.

Abb. 32: porphyrischer Larvikit, Nahgeschiebe aus Tofte (NOR), Slg. F. Wilcke; vgl. ähnlicher Fund auf skan-kristallin.de.

Abb. 33, 34: porphyrischer Larvikit (?), polierte Schnittfläche, Nahgeschiebe aus Tofte (NOR), Slg. F. Wilcke.

3. Kjelsåsit

Der Kjelsåsit ist das erste Glied der Larvikit-Serie, einer Abfolge von Plutoniten, die zum Ende des Rhombenporphyr-Vulkanismus in die obere Erdkruste aufstiegen. Kjelsåsite sind wie Larvikite monzonitische Tiefengesteine, weisen aber einen höheren Ca-Gehalt bzw. Anorthit-Anteil auf, enthalten also mehr Plagioklas. Eine Unterscheidung beider Gesteine ist von Hand kaum möglich, der Plagioklas-Anteil lässt sich nicht ohne weiteres abschätzen. Entsprechend beschränkt sich die Bestimmung von Geschieben auf Vergleiche mit dem Gefüge von Anstehendproben und sollte unter Vorbehalt erfolgen (vgl. skan-kristallin.de, Exkursionsbericht auf kristallin.de, Beschreibung in BARTH 1945: 70-76).

Von den zahlreichen klein-, mittel- bis grobkörnigen Kjelsåsit-Varianten kommen nur porphyrische Gefüge für eine Bestimmung in Betracht. Die Feldspat-Einsprenglinge sind mit Größen von 5-10, max. 20 mm etwas kleiner und auch dunkler getönt (dunkelgrau) als im Larvikit. Sie weisen mehr oder weniger rechteckige Umrisse auf und werden von helleren Säumen aus Feldspat umgeben. Rhombenförmige Feldspat-Einsprenglinge fehlen in der Regel. Die gelbliche bis rötliche und kleinkörnige Grundmasse besteht aus Feldspat und dunklen Mineralen (Augit, Hornblende, auch Orthopyroxen oder Olivin). Quarz kann in den Zwickeln enthalten sein, sein Anteil beträgt in der Regel weniger als 10%. Im Zweifelsfall, insbesondere bei Vorhandensein rhombenförmiger Feldspat-Einsprenglinge, bezeichnet man entsprechende Funde besser als porphyrischer Larvikit bzw. Monzonit.

Abb. 35: Kjelsåsit, Anstehendprobe von Linnestad, Bild: M. Bräunlich (kristallin.de).

Der Kjelsåsit (Vestfold-Typ) von Linnestad in der Ramnes-Caldera enthält graue und unregelmäßig konturierte, manchmal rechteckige Feldspat-Einsprenglinge. Sie sind kaum größer als 1 cm, viele weisen einen hellen, schwach grünlich getönten Rand auf. Die körnige Grundmasse besteht aus blass gelblichen bis rötlichen Feldspat-Körnern sowie dunklen Mineralen.

Abb. 36: Kjelsåsit, ähnlich der Probe in Abb. 1, nur mit orangefarbener Grundmasse. Geschiebe aus Dänemark, Slg. T. Brückner.

Der Sørkedal-Typ besitzt eine dunkle, körnige und alterierte Grundmasse. Graue und überwiegend rechteckige Feldspäte-Einsprenglinge sind von einem weißen Saum umgeben.

Abb. 37: Kjelsåsit, Sørkedal-Typ, Ulbjerg Klingt, Limfjord (DK), ex coll. H. Arildskov (LL108).
Abb. 38: alterierter Larvikit oder Kjelsåsit (Sørkedal-Typ)?, Geschiebe von Sjaelland Odde (DK), Breite 20 cm, Slg. T. Brückner.
Abb. 39: Kjelsåsit, loser Stein, N Kjelsås, Breite 10 cm, ex coll. H. Arildskov (No 935). Die Grünfärbung der Feldspat-Einsprenglinge weist auf alterierten Ca-reichen Feldspat (Plagioklas) hin.
Abb. 40: Kjelsåsit, Grenze zum Tönsbergit? Geschiebe von Tofte (NOR), polierte Schnittfläche, Slg. F. Wilcke (Wittstock).

Der Nordmarka-Typus enthält grüne Feldspat-Einsprenglinge (vgl. skan-kristallin.de).

Abb. 41: Kjelsåsit (Nordmarka-Typ) oder Larvikit? mit grünen und rechteckigen Feldspat-Einsprenglingen in einer orangeroten Matrix. Geschiebe von Moss (NOR), Slg. F. Wilcke (Wittstock).
Abb. 42: Nahaufnahme

4. Literatur

BARTH T 1945 Studies of the Igneous Rock Complex of the Oslo Region II. Systematic petrography of the Plutonic Rocks – Det norske Videnskaps-akadami i Oslo. Skrifter I.

BRØGGER W C 1890 Die Mineralien der Syenitpegmatitgänge der südnorwegischen Augit- und Nephelinsyenite in: Zeitschrift für Krystallographie und Mineralogie. Hrsg. P. Groth, Bd. 16, Leipzig 1890.

DONS J A & LARSEN B 1978 The Oslo Paleorift. A Review and Guide to Excursions. – NGU Universitetsforlaget.

MEYER A P 1969 Ein Blick nach Norden – Der Geschiebesammler 4, S.12-27, Hamburg.

MEYER A P 1969 Ein Blick nach Norden (Fortsetzung) – Der Geschiebesammler 4, S. 58-62, Hamburg.

MEYER A P 1970 Ein Blick nach Norden (Schluß) – Der Geschiebesammler 4, 3-4, S. 83-94, Hamburg.

Gabbroide Gesteine des Oslograbens – „Oslo-Essexit“

  1. „Oslo-Essexite“
  2. Pyroxenit
  3. Basische Differentiate (Modumit, Sörkedalit, Apotroctolith)
  4. Literatur

1. “Oslo-Essexite”

Gabbroide Gesteine treten im Oslograben nur untergeordnet auf, nach PEDERSEN & SØRENSEN 2003 nehmen sie lediglich 0,3 % der Gesamtfläche ein. BRØGGER 1898, 1906 bezeichnet eine Reihe mittel- bis grobkörniger und basischer Plutonite, aber auch feinkörnige porphyrische Subvulkanite sowie Ganggesteine als Essexit. BARTH 1945 beschränkt die Gruppenbezeichnung „Oslo-Essexit“ auf Subvulkanite aus den ehemaligen Förderkanälen (volcanic necks) basaltischer Zentralvulkane, die sich nicht zu Calderen entwickelten. Petrographisch handelt es sich um Na-betonte Gabbros, Diorite, Syenodiorite und ihre Differentiate.

Nach aktueller petrographischer Nomenklatur sind Essexite foidführende gabbroide Gesteine (LE MAITRE et al. 2004). Für die „Oslo-Essexite“ trifft dies mehrheitlich nicht zu. Bereits BRØGGER 1931: 41 erkennt diesen Irrtum, aber BARTH 1945 vertritt in der Folge die Ansicht, dass die besondere Zusammensetzung dieser gabbroiden Gesteine die Verwendung der tradierten und weit verbreiteten Lokalbezeichnung „Oslo-Essexit“ als Gruppenname weiterhin rechtfertigt. Nach NEUMANN 1978: 26 sind Oslo-Essexite aus mehr als zehn Vulkanschloten bekannt. Unter diese Bezeichnung fallen hauptsächlich Gabbros mit alkalischer bis quarz-tholeiitischer Zusammensetzung, aber auch Pyroxenite, Anorthosite und Diorite. Bei der Bestimmung von Geschieben sollte man vielleicht auf die schwammige Bezeichnung „Oslo-Essexit“ verzichten, die Gesteine sind im Grunde genommen von Hand nicht sicher bestimmbar. Gesteine mit ähnlichem Gefüge kommen auch in anderen Gebieten vor.

Das Gefüge der dunklen (schwarz-weißen) Oslo-Gabbroide variiert von gleich- und mittel- bis grobkörnig, aber auch feinkörnige und porphyrische Typen sind bekannt. Manche Gesteine weisen eine intergranulare Textur auf und ähneln einem Dolerit (Abb. 1-2). Andere, von Brøgger ursprünglich als Essexit bezeichnete Gesteine würde man heute schlicht als plagioklas-porphyrische Basalte ansehen. Als überwiegender Feldspat tritt Plagioklas auf, häufig in leistenförmiger Ausbildung. Die Plagioklase können eine Zonierung aufweisen, mit anorthit-(Ca-Plagioklas)-betontem Kern und einem helleren und albit-(Na-Plagioklas)-reichen Rand (Abb. 5). Neben Plagioklas kann Kalifeldspat in signifikanter Menge enthalten sein. Die Feldspäte in solchen Monzogabbros und Monzodioriten etc. sind makroskopisch kaum unterscheidbar. Als dunkle Minerale treten Pyroxen (Augit), Alkalipyroxen (Ägirin), Olivin, Amphibol (stengelige Hornblende) oder Glimmer, als Akzessorien Quarz, Apatit, Ilmenit, Magnetit, Titanit und Zirkon auf. Der Erzanteil kann recht hoch sein. Nephelin ist nur sehr selten enthalten und tritt makroskopisch nicht in Erscheinung.

Abb. 1: olivinreicher Gabbro mit doleritischem Gefüge, Nahgeschiebe aus Tofte (NOR), Slg. F. Wilcke.
Abb. 2: Nahaufnahme
Abb. 3: Als „Oslo-Essexit“ bestimmtes gabbroides Gestein mit porphyrischem Gefüge (schwarz: Amphibol, grünlichschwarz: Klinopyroxen + etwas Olivin?). Geschiebe von Verket (NOR), Breite 86 mm, ex coll. H. Arildskov.
Abb. 4: grobkörniger Gabbro („Oslo-Essexit“), Geschiebe von Ryggkollen/Drammen (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 5: Nahaufnahme, zonierte Plagioklase mit grauen Kernen und helleren Rändern.

BARTH 1945: 30 zählt zur Serie der „Oslo-Essexite“ Gesteine mit den folgenden Lokalbezeichnungen: Kauaiit (Syenodiorit), Mafrait (Hornblende-Syenodiorit), Bojit (Hornblende-Diorit), Olivingabbro und Hyperit (mit Orthopyroxen) sowie als Differentiationsprodukte Husebyit (Nephelinsyenit), Windsorit und Apotroctolith. Allenfalls die porphyrische Variante des Kauaiits als der typische „Oslo-Essexit“ ist ein auffälliges Gestein und u. U. auch als Geschiebe erkennbar (Anstehendproben auf skan-kristallin.de).

Abb. 7-8 zeigt einen pyroxenreichen Basit mit schwarzen und grünen, teils idiomorphen Augiten, einigen stengeligen Amphibolen und wohl auch einzelnen grünlichen Olivin-Körnern. Die körnige Grundmasse scheint größere Mengen an Feldspat zu enthalten (kein ophitisches Gefüge). Das Gestein wurde von H. Arildskov als Bojit (Hornblende-Diorit) bestimmt. Die einzige vorliegende Abbildung einer Anstehendprobe (s. skan-kristallin.de) lässt keine makroskopische Übereinstimmung erkennen, eher besteht Ähnlichkeit mit einigen der Camptonite.

Abb. 7: porphyrischer Basit („Bojit“), Geschiebe von Storsand (NOR), trocken fotografiert, ex coll. H. Arildskov.
Abb. 8: Nahaufnahme der nassen Oberfläche

2. Pyroxenit

Erwähnenswert sind die sehr kleinen Vorkommen von Pyroxeniten im Oslograben. Diese Gesteine sind keine Peridotite, sondern ultramafische Magmakammer-Kumulate. Sie bestehen zu nahezu 100% aus dunklen Mineralen, davon 80% Augit, der Rest ist Titanomagnetit. Untergeordnet können Olivin, Hornblende und Biotit enthalten sein. Feldspat kommt nicht oder kaum vor. Als Geschiebe dürfte der Gesteinstyp außerordentlich selten sein. ZANDSTRA 1988 beschreibt zwei Erscheinungsformen; Abbildungen von Anstehendproben auf skan-kristallin.de, Geschiebefunde auf rapakivi.dk.

BRØGGER 1931: 52-59 beschreibt Übergänge gabbroider Oslo-Essexite in pyroxenreiche Varianten. Ein vergleichbares Gestein, ein ultramafisches Kumulat aus einer Gabbro-Magmakammer, dürfte die Anstehendprobe von Ramviksholmen aus der Sammlung H. Arildskov darstellen. Sie enthält für einen Pyroxenit zu viel Plagioklas. Das Kumulatgefüge äußert sich in großen, teils idiomorphen Pyroxen-Kristallen. Diese dürften zuerst aus der Gabbro-Schmelze ausgeschieden und gravitativ auf den Boden der Magmakammer abgesunken sein, bevor in den Zwickeln die kleineren weißen Plagioklas-Leisten kristallisierten.

Abb. 9: grobkörniger und pyroxenreicher Gabbro, Anstehendprobe von Ramviksholmen (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 10: Detailaufnahme

Das olivin- und pyroxenreiche Nahgeschiebe in Abb. 11-12 wurde zunächst als Ankaramit bestimmt. Es ist aber keine feinkörnige Grundmasse erkennbar, vielmehr scheint das Gestein ausschließlich aus schwarzem Pyroxen und roten (alteriertem) Olivin zu bestehen (Olivin-Pyroxenit?).

Abb. 11: Olivin-Pyroxenit?, sehr schweres Gestein aus schwarzem Pyroxen und rotem (alteriertem) Olivin. Nahgeschiebe von Verket (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 12: Die Nahaufnahme zeigt die typische Maschentextur von alteriertem Olivin innerhalb der roten Aggregate.

3. Basische Differentiate

Innerhalb der Plutonite der Larvikit-Serie treten mafische Differentiate auf, darunter Sörkedalit, Apotroctolith, Modumit und Hovlandit. Modumit ist ein gleichkörniger Gabbro mit einem auffällig netzartigen Gefüge aus Hornblende und Plagioklas. BRØGGER 1933: 42 bezeichnet das Gestein als anorthositischen Gabbro; Beschreibungen von Modumit und Hovlandit auch in BARTH 1945: 67-70, Anstehendproben auf skan-kristallin.de.

Abb. 13: Modumit, Anstehendprobe von Ost-Jagerud/Modum (NOR), Dr. Heidrich leg. 28.7.1967; Slg. der FU Berlin-Lankwitz.

Die Gesteine der Sörkedalit-Apotroctolith-Serie werden als mafische Kumulate des Kjelsåsit-Magmas angesehen. Sörkedalit („Essexit“ in BRØGGER 1933) ist ein alkalibetonter und olivinreicher Gabbro mit einem hohen Anteil an Fe-Ti-Oxiden und Apatit. Eine Analyse ergab 67% Plagioklas, 12% Olivin, 5% Pyroxen, 3% Biotit, 8% Erz und 5% Apatit (BOSE 1969: 6).

Die Bezeichnung Apotroctolith (BARTH 1945) ist eine Zusammensetzung aus Troktolith (gabbroides Gestein mit Olivin als überwiegendes dunkles Mineral) und dem griechischen Präfix apo: von, her, weg. Damit soll auf ein troktolith-ähnliches Gefüge, aber eine abweichende Zusammensetzung (olivinhaltiger Diorit bis Monzodiorit) hingewiesen werden. BOSE 1969 bemerkt, dass Apotroctolith und Sörkedalit im Grunde genommen das gleiche Gestein sind, ersteres lediglich durch den etwas höheren Feldspatanteil heller erscheint.

Abb. 14, 15: Apotroctolit (Sörkedalit), angewitterte Außenseite und Bruchfläche, Anstehendprobe von Sörkedal, ex coll. H. Arildskov (NO 585).

Abb. 16: Nahaufnahme der nassen Oberfläche. Das feinkörnige Gefüge erlaubt keine Unterscheidung von Plagioklas und Alkalifeldspat (beide weiß). Olivin bildet größere schwarze und unregelmäßig begrenzte Aggregate. Titanomagnetit, nachweisbar mit einem Handmagneten, ist in größerer Menge vorhanden.
Abb. 17: Apotroctolith, Geschiebe von Steinvik/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov (No 1146).
Abb. 18: Nahaufnahme. Das Gestein weist einen hohen Gehalt an Titanomagnetit auf, sichtbar als schwarze Punkte mit grünen Säumen. Die kleinen weißen, gelblichen bis blassroten Feldspatkörner sind von Hand nicht unterscheidbar.

4. Literatur

BARTH T 1945 Studies of the Igneous Rock Complex of the Oslo Region II. Systematic petrography of the Plutonic Rocks – Det norske Videnskaps-akadami i Oslo. Skrifter I.

BOSE M K 1969 Studies on the Igneous Rock Complex of the Oslo Region. XXI. Petrology of the sørkedalite – a primitive rock from the alkali igneous province of Oslo – Skrifter av Det Norske Videnskaps-Akaemi i Oslo. I. 1969.

BRØGGER W C 1898 Die Eruptivgesteine des Kristianiagebietes III. Das Ganggefolge des Laudalits – Videnskabsselskkabets Skrifter I. Mat.-naturv. Kl. 1898.

BRØGGER W C 1906 Eine Sammlung der wichtigsten Typen der Eruptivgesteine des Kristianiagebietes nach ihren geologischen Verwandtschaftsbeziehungen geordnet. Nyt Magazin for Naturwidenskaberne, A.W. Brøggers Bogtrykkerie 1906 (als Faksimile).

BRØGGER WC 1931a Die Eruptivgesteine des Kristianiagebietes V. Der große Hurumvulkan – Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I Nr. 6, 1930.

BRØGGER WC 1932 Die Eruptivgesteine des Oslogebietes VI. Über verschiedene Ganggesteine des Oslogebietes – Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I Nr. 7, 1932.

BRØGGER WC 1933 Die Eruptivgesteine des Oslogebietes: VII. Die chemische Zusammensetzung der Eruptivgesteine des Oslogebietes – Skrifter, Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I. 1933.

DONS J A 1952 Studies on the Igneous Rock Complex of the Oslo Region. XI. Compound volkanic necks, igneous dykes, and fault zone in the Ullern-Husebyåsen Area, Oslo – NVAMK.

DONS J A & LARSEN B 1978 The Oslo Paleorift. A Review and Guide to Excursions. – NGU Universitetsforlaget.

LE MAITRE et al 2004 Igneous Rocks: A Classification and Glossary of Terms. Edited by R. W. Le Maitre and A. Streckeisen and B. Zanettin and M. J. Le Bas and B. Bonin and P. Bateman – 252 S., Cambridge University Press, ISBN 0521619483.

NEUMANN E-R 1978 Petrogenesis of the Larvik Ring-Complex in the Permian Oslo Rift, Norway. In: NEUMANN & RAMBERG: Petrology and Geochemistry of Continental Rifts. Reidel Pub. Co., Dordrecht 1978.

PEDERSEN L & SØRENSEN H 2003 A new occurrence of gabbro in the Oslo Rift, South Norway- Norqes geologiske undersøkelse Bulletin 44I, 33-38.

RAMBERG I B, BRYHNI I, NÖTTVEDT A, RANGNES K (Hrsg) 2008 The Making of a Land – Geology of Norway, Norsk Geologisk Forening, Trondheim 2008.

SAETHER E 1962 Studies on the Igneous Rock Complex of the Oslo Region. XVIII. General investigation of the igneous rocks in the area north of Oslo. NVAMK.

ZANDSTRA J G 1988 Noordelijke Kristallijne Gidsgesteenten ; Een beschrijving van ruim tweehonderd gesteentetypen (zwerfstenen) uit Fennoscandinavië – XIII+469 S., 118 Abb., 51 Zeichnungen, XXXII farbige Abb., 43 Tab., 1 sep. Kte., Leiden etc. (Brill).

Porphyrische Vulkanite aus dem Oslograben

Feinkörnige Vulkanite, Subvulkanite und Ganggesteine mit porphyrischem Gefüge finden sich im Oslo-Gebiet in mannigfaltigen Ausprägungen und entstanden in allen Phasen des riftgebundenen Magmatismus. Neben Gesteinen mit basischer Zusammensetzung („Oslo-Basalte“) und den weit verbreiteten intermediären Vulkaniten (Rhombenporphyre, Latite) treten syenitische bis rhyolithische Gesteine auf. Rhyolithische Magmen wurden insbesondere im Zuge explosiver vulkanischer Aktivität und Caldera-Kollaps in der Spätphase des Riftings gefördert, beim Aufstieg SiO2-reicher Restschmelzen aus den weitgehend entleerten Magmakammern der basaltischen Zentralvulkane. Syenitische bis rhyolithische Ganggesteine drangen weiterhin in ringförmige, nach dem Caldera-Kollaps entstandene Störungen und Spalten ein (ring dykes) oder stiegen als Zentraldome (cone sheets) auf. Andere Rhyolithe werden als Begleiter granitischer Massive angesehen (sog. porphyrische Mikrogranite, z. B. Drammen-Quarzporphyr, Horn-Quarzporphyr).

Die meisten der feinkörnigen bis dichten Syenitporphyre, Quarzporphyre (Rhyolithe) und Sphärolithporphyre des Oslograbens sind als Geschiebe nicht erkennbar bzw. sicher von Gesteinen aus anderen Gebieten unterscheidbar. Für einige Ignimbrit-Typen ist dies möglich, da ihr Erscheinungsbild deutlich von Ignimbriten aus anderen Liefergebieten abweicht. Die folgenden Bilder, darunter viele Nahgeschiebe aus der Sammlung Arildskov, zeigen einen kleinen Querschnitt durch die Vielfalt an Gefügen und sind nicht als Bestimmungshilfe zu verstehen.

  1. Quarzporphyre (Rhyolithe) – Horn-Quarzporphyr
  2. Sphärolithporphyre – Sörkedal-Typ – Vulkanite mit Lithophysen
  3. Syenitporphyre – Glimmersyenitporphyr
  4. Literatur

1. Quarzporphyre (Rhyolithe)

Abb. 1: Oslo-Quarzporphyr, Nahgeschiebe von Steinvik (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 2: Nahaufnahme
Abb. 3: Oslo-Quarzporphyr mit feinkörniger Grundmasse, Steinvik (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 4: Oslo?-Quarzporphyr, Geschiebe vom Hirtshals-Kliff, Breite 8 cm.

Das Gestein in Abb. 5-6 könnte ein Horn-Quarzporphyr sein, seine Eignung als Leitgeschiebe ist allerdings umstritten (Beschreibung in JENSCH F 2012 und auf rapakivi.dk; Abb. eines ähnlichen Fundes auf skan-kristallin.de).

Abb. 5: Horn-Quarzporphyr?, Breite 10 cm, Steinvik/Tofte (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 6: Nahaufnahme. In einer feinkörnigen und beigefarbenen Grundmasse liegen bräunliche und unregelmäßig begrenzte, bis 15 mm große Alkalifeldspat-Einsprenglinge sowie runde und glasklare Quarze (bis 8 mm). Dunkle Minerale (stengelige Amphibole) sind in geringer Menge vorhanden.

Drei Geschiebe aus Norwegen aus der Sammlung H. Arildskov wurden als Akerit-Porphyr, Egekoll-Høgås-Type bestimmt (Referenz: OFTEDAHL 1946). Augenscheinlich handelt es sich um Quarzporphyre, während Akeritporphyre als monzonitische Ganggesteine weitgehend frei von Quarzeinsprenglingen sind. Ob im Anstehenden ein genetischer Zusammenhang dieses auffälligen Porphyrtyps mit Akeritporphyren besteht, konnte bislang nicht geklärt werden.

Abb. 7: Quarzporphyr („Akerit-Porfyr, Egekoll-Høgås-Type“), Filtvet (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 8: Nahaufnahme. Quarz- wie Feldspat-Einsprenglinge sind von dunklen Säumen (Sphärolithe?) umgeben.

Abb. 9, 10: ähnlicher Quarzporphyr („Akerit-Porfyr”), Steinvik (NOR), ex coll. H. Arildskov.

Abb. 11: Quarzporphyr („Akerit-Porfyr, kvartsrig“), Filtvet (NOR), ex coll. H. Arildskov.

Felsitporphyr ist eine Bezeichnung für SiO2-reiche (saure) Porphyre mit dichter Grundmasse.

Abb. 12: Felsitporphyr („Sörkedal-Porphyr“), Breite 85 mm, Steinvik (NOR), ex coll. H. Arildskov. Der dichte und rötlichbraune Vulkanit enthält wenig weiße und kantige Feldspat-Einsprenglinge, etwas Quarz sowie kleine eckige Vulkanit-Fragmente.

2. Sphärolithporphyre

Sphärolithe sind kugelige bzw. sphärische, im Anschnitt rundliche Aggregate, die aus radialstrahlig um einen Kristallisationskeim gewachsenen Quarz-Feldspat-Aggregaten bestehen. Sie treten vor allem in sauren Vulkaniten (Rhyolithen) auf und bilden sich bei rascher Abkühlung (Unterkühlung) einer Schmelze, die nicht genügend Kristallkeime für eine „normale“ Kristallisation bereithält. Vulkanite mit spärolithischem Gefüge sind weit verbreitet und kommen in allen Vulkanitgebieten vor. Geschiebefunde lassen sich in der Regel keiner bestimmten Herkunft zuordnen. Die Sphärolithporphyre des Oslograbens sehen mitunter vergleichsweise „frisch“ aus, die Sphärolithe heben sich kontrastreich von der Grundmasse ab, ihr radialstrahliger Aufbau ist unter der Lupe gut erkennbar. Dieser subjektive Eindruck dürfte allerdings kaum ein hinreichendes Merkmal zur Unterscheidung von Vulkaniten aus anderen Gebieten bieten.

Abb. 13: Quarzporphyr mit dunklen Höfen (Sphärolithe) um Quarz- und Feldspat-Einsprenglinge. Geschiebe von Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.

Auffällige Vulkanite sind die Sphärolithporphyre vom Sörkedal-Typ (Abb. 14-18, ex coll. H. Arildskov). In einer hellbraunen und feinkörnigen Grundmasse liegen zahlreiche rundliche und orangebraune Sphärolithe sowie rötliche Feldspat-Einsprenglinge, jeweils umgeben von einem weißen Saum. Dunkle Minerale sind kaum vorhanden, Quarz-Einsprenglinge fehlen. Vergleichbare Sphärolithporphyre kommen in der Bærum-Caldera vor (s. Anstehendproben auf skan-kristallin.de).

Abb. 14: Sphärolithporphyr (Sörkedal-Typ), Breite 80 mm, Geschiebe von Filtvet (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 15: Nahaufnahme

Abb. 16, 17: Sphärolithporphyr (Sörkedal-Typ?), Steinvik/Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.

Abb. 18: Sphärolithporphyr (Sörkedal-Typ), Breite 80 mm, Geschiebe von Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.

Abb. 19-21 zeigt zwei Geschiebe mit sphärolithischer Textur aus der Vigsö-Bucht in Norddänemark. Eine Herkunft aus dem Oslograben ist vorstellbar, lässt sich aber mangels weiterer spezifizierender Gefügemerkmale nicht näher belegen.

Abb. 19: sphärolithischer Vulkanit, Vigsö-Bucht (DK), Slg. E. Figaj

Abb. 20, 21: roter Sphärolithporphyr mit feinkörniger Grundmasse, Vigsö-Bucht (DK), Slg. E. Figaj.

Neben Sphärolithen finden sich in Vulkaniten weitere sog. primäre Hochtemperatur-Kristallisationserscheinungen (BREITKREUZ 2013), darunter runde bis eiförmige und konzentrische Texturen, die als Lithophysen bezeichnet werden. Lithophysen können von sphärolithischen Texturen begleitet sein. Eine veraltete Bezeichnung für Vulkanite mit Lithophysen ist „Kugelfels“. Die dänische Bezeichnung „porfyriske pisolitter“ scheint sich eher auf Vulkanite mit Lithophysen zu beziehen, als dass es sich tatsächlich um Aschentuffe mit akkretionären Lapilli handelt. Perlitisches Gefüge entsteht ebenfalls bei der Entglasung, der Umwandlung von amorphem Gesteinsglas in die kristalline Phase. Die damit verbundene Volumenzunahme führt zur Bildung einer typischen netz- und maschenförmigen Textur aus rundlichen Perliten.

Am Grevsenkollveien bei Oslo steht ein brauner Vulkanit als 2 m mächtiger Gang im Nordmarkit an. Die polierte Schnittfläche zeigt runde bis eiförmige Gebilde mit konzentrischem Aufbau (Lithophysen).

Abb. 22, 23: Vulkanit vom Grevenskollveien, bei Abzweigung Lachmannsveien, SE Oslo (NOR), polierte Schnittfläche, leg. A. Bräu. Die Nahaufnahme zeigt Lithophysen? mit hellem Rand und rotem Kern.

Abb. 24: Vulkanit mit eckigen bis runden und konzentrischen Texturen („Sphärolithporphyr“), Breite 95 mm, Hurum (NOR), ex coll. H. Arildskov.
Abb. 25: eiförmige und konzentrische Texturen in einem fluidalen Vulkanit („Oslo-Ignimbrit“), Breite 10 cm, Verket (Hurum), ex coll. H. Arildskov.

Abb. 26-28 ist ein brauner Vulkanit („Kugelfels“) mit kugeligen, im Anschnitt runden bis eiförmigen Aggregaten (Lithophysen). Einige davon weisen, je nach Anschnitt eine konzentrische Struktur auf. Die undeutlich konturierten Kernbereiche bestehen aus Quarz. Geschiebe aus der Vigsö-Bucht (DK), Slg. E. Figaj.

3. Syenitporphyre

Feinkörnige syenitische bis monzonitische Gesteine treten im Oslograben in großer Vielfalt auf, in Gestalt von Gängen oder kleinen Massiven. Syenitporphyre sind feinkörnige Syenite (Mikrosyenite) mit Alkalifeldspat-Einsprenglingen. Mit zunehmendem Quarz-Anteil gehen sie in Quarzsyenite über, mit zunehmendem Plagioklas-Gehalt in Monzonite (hierzu gehören auch die Akeritporphyre). Aus dem Anstehenden wird eine Reihe von Typen beschrieben, eine Zuordnung von Geschiebefunden dürfte mit großen Schwierigkeiten verbunden sein. Die Gesteine stammen aus Kleinstvorkommen, sind sehr selten und weisen oftmals keine spezifischen Merkmale auf, die eine eindeutige Zuordnung ermöglichen. Allenfalls entsprechende Funde mit einzelnen rhombenförmigen Feldspat-Einsprenglinge können einen Anhaltspunkt für eine Herkunft aus dem Oslograben liefern (Abb. 39).

Abb. 29: Syenitporphyr mit hellen Alkalifeldspat-Einsprenglingen, Hanstholm (DK), leg. E. Figaj.

Die kleinkörnige Grundmasse besteht aus einem Gewirr leistenförmiger Feldspat-Kristalle, stellenweise ist eine Einregelung erkennbar (trachytisches Gefüge). Die Zusammensetzung des Gesteins ist unklar, Syenitporphyr ist eine vorläufige Bezeichnung. Bei Vorhandensein von viel Plagioklas in der Grundmasse könnte es sich auch um einen porphyrischen Latit handeln.

Abb. 30: Syenitporphyr, ex coll. H. Arildskov, Geschiebe von Tofte (NOR).

In einer feinkörnigen und feldspatreichen Grundmasse liegen orangefarbene Einsprenglinge von Alkalifeldspat. Der Fund wurde als Akeritporphyr bestimmt, es fehlen aber die für Akeritporphyre typischen Plagioklas-Einsprenglinge.

Aus der Bærum-Caldera werden mehrere Typen von Syenitporphyren beschrieben (HOLTEDAHL 1943: 32): 1) Byvatn-Typ, 2) Østern-Typ, 3) Raufjellås-Typ, 4) Fjellsjöhøgda-Typ und 5) Sørkedal-Typ.

Abb. 31, 32: Syenitporphyr, Østern-Typ, Anstehendprobe von Østervann (NOR), ex coll. H. Arildskov. Nach HOLTEDAHL 1943: 32 und OFTEDAHL 1946: 18 weist das Gestein eine monzonitische Zusammensetzung auf und wird zu den Akeritporphyren gezählt.

Abb. 33, 34: porphyrischer Syenit („Syenitporphyr, Fjellsjöhøgda-Typ”), Geschiebe von Storsand (NOR), ex. coll. H. Arildskov. Die körnige Grundmasse besteht aus orangefarbenen, untergeordnet grünlich-grauen Feldspatkörnern. Quarz ist nicht erkennbar. Die hellgrauen Einsprenglinge sind nicht näher bestimmbar (Anorthoklas, Plagioklas?).

Abb. 35: Syenitporphyr, Byvatn-Typ (gemäß Beschreibung von SAETHER 1962), Storsand (NOR), ex. coll. H. Arildskov.
Abb. 36: Nahaufnahme

Die graugrüne Grundmasse besteht aus rechteckigen bis leistenförmigen Feldspat-Kristallen, neben Amphibol und Biotit als dunkle Minerale. Quarz ist nicht erkennbar. Die gelblichgrauen bis grünlichen Feldspat-Einsprenglinge weisen einen hellen Saum, manche auch einen undeutlich rhombenförmigen Anschnitt auf. Der Geschiebefund ähnelt Anstehendproben von Ullernäsen und Bygdø.

Porphyrische Mikrosyenite mit höherem Glimmer-Anteil („Glimmersyenitporphyre“) treten als Gänge, insbesondere als Ringgänge im Zusammenhang mit der Calderabildung auf. Auch hier werden mehrere Typen unterschieden. ZANDSTRA 1999, Nr. 245 beschreibt den Typ Bygdö-Nakholmen von der Huk-Passage auf Bygdøy bei Oslo.

Abb. 37, 38: Glimmersyenitporphyr, Steinvik (NOR), ex. coll. H. Arildskov.

Abb. 39: Glimmersyenitporphyr, Hurum/Storsand (NOR), ex. coll. H. Arildskov (No 1022).

4. Literatur

BREITKREUZ C 2013 Spherulites and lithophysae – 200 years of investigation on high-temparature crystallization domains in silica-rich volcanic rocks – Bull. Volcanol. (2013) 75: 705, 16 S..

HOLTEDAHL O 1943 Studies on the Igneous Rock Complex of the Oslo Region. I – Some structural features of the district near Oslo – Skrifter utgitt av det Norske Videnskaps Akademi i Oslo, I. Mat.-Naturv. Klasse 1943, No. 2 – 71 S., 39 Fig., 1 Kte., Oslo.

JENSCH F 2012 Der Horn-Quarzporphyr vom Oslogebiet, ein unbeachtetes Leitgeschiebe – Geschiebekunde aktuell 28 (3/4): 99-108, 8 Abb., Hamburg/Greifswald August 2012.

OFTEDAHL C 1946 Studies on the igneous rock complex of the Oslo Region. VI. On akerites, felsites and rhomb-porphyries. Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I. 1946 No.1

SAETHER E 1962 Studies on the Igneous Rock Complex of the Oslo Region. 18. General investigations of the Igneous Rocks in the area North of Oslo. Skr. Norske Videns.-Akad. i Oslo I. Mat.-naturv. Kl. I. Ny Serie No. 1.

ZANDSTRA J G 1999 Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten, Foto’s in
kleur met toelichting van gesteentetypen van Fennoscandinavië – XII+412 S.,
272+12 unnum. Farb-Taf., 31 S/W-Abb., 5 Tab., Leiden (Backhuys).

Geschiebesammeln zwischen Elmenhorst und Geinitzort

Abb. 1: Strand am Geinitzort mit Gedenkstein zu Ehren von Prof. Eugen Geinitz (1854-1925), der „Vater“ der Geologie Mecklenburgs.

Im Rahmen der 40. Jahrestagung der Gesellschaft für Geschiebekunde in Rostock am dritten Wochenende im April 2025 ergab sich die Gelegenheit zum Geschiebesammeln. Bei bestem Sonnenschein bot sich am Steilufer zwischen Elmenhorst Strand und Geinitzort, westlich von Rostock, ein farbenprächtiges Nebeneinander aus gut gerundeten Geschieben, von denen einige fotografisch dokumentiert werden konnten und die Mehrzahl von ihnen vor Ort belassen wurde.

Abb. 2: GfG-Jahrestagung im Großen Hörsaal der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock.

Dieser Artikel schließt an den Fundbericht zum unmittelbar westlich gelegenen Ufer bei Nienhagen an. An beiden Lokalitäten streichen zwei weichselkaltzeitliche Geschiebemergel aus, ein liegender grauer, etwa 15.000 Jahre alter Geschiebemergel des Pommerschen Stadiums und ein brauner Geschiebemergel des vor ca. 13.200 Jahren einsetzenden Mecklenburger Stadiums. Weiter östlich, entlang der Stoltera, wurden auch Geschiebemergel älterer weichselzeitlicher Eisvorstöße abgelagert (SCHULZ & PETERS 1989, KLAFACK 1996).

Hinsichtlich der Geschiebevergesellschaftung fällt als erstes die Dominanz von Granitoiden und Vulkaniten aus Småland auf. Etwa eine Größenordnung seltener, aber regelmäßig zu finden sind Rapakiwigesteine von Åland (Abb. 3-9) und Vulkanite aus Dalarna (Abb. 11-12). Ost-mittelschwedisches Material (Uppland-Granite, Granat-Cordierit-Gneise etc.) fallen weniger häufig ins Auge. Bemerkenswert sind zwei Funde postorogener 1,45 Ga alter anorogener Granite aus Ostsmåland (Uthammar- und Jungfrun-Granit, Abb. 39-46) sowie gehäufte Funde des Karlshamn-Granits aus Blekinge (Abb. 18-21). Im Detail unterscheiden sich die Fundmöglichkeiten im April 2025 von denen im Jahre 2021: der Braune Ostsee-Quarzporphyr trat dieses Mal nur vereinzelt auf, ebenso Basaltmandelsteine. Vom Ostsee-Syenitporphyr wurde lediglich ein einziges kleines Exemplar gefunden.

Abb. 7: Åland-Wiborgit, Breite 11,5 cm
Abb. 8: Nahaufnahme

Matthias Bräunlich stellte auf der GfG-Tagung als neues Leitgeschiebe den grünen Åland-Wiborgit vor. Es existieren Farbübergänge zwischen braun und grün, der Fund in Abb. 9 zeigt einen vollkommen grünen Rapakiwi-Granit mit Wiborgit-Gefüge.

Abb. 9: grüner Åland-Wiborgit, Breite 13,5 cm.

Abb. 10 ist ein Vulkanit mit grüner und rotbrauner Grundmasse. Die grüne Farbe könnte auf eine Vermischung von saurem mit basischem Magma zurückzuführen sein (magma mixing). Eine gewisse Ähnlichkeit zum Braunen Ostsee-Quarzporphyr ist erkennbar (kleine mafische Enklaven, die Art der Quarze).

Abb. 10: grüner und rotbrauner Hybridporphyr, Breite 9 cm
Abb. 11: Älvdalen-Ignimbrit aus Dalarna, etwa Typ Roter Rännas, Breite 11,5 cm.
Abb. 12: Einsprenglingsreicher Porphyr aus Dalarna, Breite 11,5 cm.
Abb. 13: Sala-Granit (Uppland/Mittelschweden), Breite 19 cm. Durch das Überwiegen von Plagioklas ist das Gestein nicht als Granit, eher als Granodiorit zu bezeichnen.
Abb. 14: Nahaufnahme; beide Feldspäte (Kalifeldspat und Plagioklas) sind weiß und daher nur schwer unterscheidbar. Eckige Feldspäte mit grünem Kern weisen auf Plagioklas hin.
Abb. 15: Biotitgranit mit weißem Alkalifeldspat und rotbraunem Plagioklas, Herkunft unbekannt (Mittelschweden?). Breite 9,5 cm.

Als nordschwedisches Leitgeschiebe und einer der Granite mit dem weitesten „Reiseweg“ gilt der Sorsele-Granit aus Nordschweden. Neben der blass rotgrauen Grundmasse aus Quarz und Alkalifeldspat und größeren und runden Ansammlungen dunkler Minerale gelten einige rhombenförmige Plagioklas-Einsprenglinge als Erkennungsmerkmal.

Abb. 16: Granitgeschiebe, Typ Sorsele-Granit, Breite 9 cm.

Von Nordschweden geht es ganz in den Süden von Schweden, nach Blekinge. Von dort stammt der Karlshamn-Granit, ein porphyrischer Granit aus blassrotem Alkalifeldspat (häufig als Karlsbader Zwilling), weißem Plagioklas, grauem oder braungrauem Quarz sowie reichlich braunem Titanit innerhalb der Biotit-Aggregate. Man braucht eine gute Beleuchtung zum Erkennen des Titanits. Der Karlshamn-Granit tritt in Elmenhorst gehäuft auf.

Abb. 18: Karlshamn-Granit, ein postorogener und etwa 1,45 Ga alter Granit aus Blekinge. Breite 11,5 cm.
Abb. 19: Nahaufnahme der nassen Oberfläche.

Die folgenden Bilder zeigen eine Auswahl von Småland-Vulkaniten und -Graniten, wie sie am Strand bei Elmenhorst in Hülle und Fülle zu finden sind. Unter den Småland-Vulkaniten werden Påskallavik-Porphyr, Emarp-Porphyr und einige Vulkanite aus der Gegend von Lönneberga als Leitgeschiebe angesehen.

Abb. 22: Påskallavik-Porphyr, Breite 16 cm.
Abb. 25: Emarp-Porphyr, Breite 75 mm.
Abb. 28: Solche grünlichgrauen Porphyre kommen auch im Lönneberga-Gebiet vor. Breite 85 mm.
Abb. 29: Einsprenglingsreicher intermediärer Vulkanit mit Fragmenten basischer Gesteine und anderer Vulkanite (Lönneberga-Porphyr?). Breite 12 cm.
Abb. 30: Lönneberga-Lapillituff mit eutaxitischem Gefüge (Ignimbrit), Breite 11 cm.
Abb. 31: Porphyr vom Högsrum-Typ, Breite 8 cm. Der Leitwert dieses Porphyrtyps ist umstritten.

Vereinzelt finden sich in Gesellschaft von Vulkaniten aus Småland auch Porphyre mit einzelnen rhombenförmigen Feldspat-Einsprenglingen, bei gleichzeitiger Abwesenheit von Geschieben aus dem Oslograben oder dem Gebiet des Vaggeryd-Syenits. Möglicherweise bestanden in den aus bimodalem Magmatismus hervorgegangenen Porphyrgängen in Ostsmåland auch Bildungsbedingungen für Hybridporphyre mit rhombenförmigen ternären Feldspäten. Entsprechende Nahgeschiebe aus Småland, die diese Vermutung untermauern könnten, liegen bislang allerdings nicht vor.

Abb. 32: Rhombenführender Porphyr, Breite 10 cm.

Die meisten der zahlreichen Porphyr-Geschiebe mit lebhaften Farben und leuchtend blauem Quarz lassen sich grob auf das Gebiet des Transkandinavischen Magmatitgürtel (TIB), insbesondere Småland zurückführen, ein genaues Vorkommen lässt sich in der Regel aber nicht verorten (Abb. 33-38).

Geschiebefunde der postorogenen und etwas jüngeren (1,45 Ga)-Granite aus Ost-Småland (Götemar-, Jungfrun und Uthammar-Granit) sind selten, schwer erkennbar und mit wesentlich häufigeren Granittypen verwechselbar: der Uthammar-Granit mit gewöhnlichen roten porphyrischen Småland-Graniten, Götemar- und Jungfrun-Granit mit porphyrischen Rapakiwis.

Der Uthammar-Granit (ausführliche Beschreibung hier) besitzt ein undeutlich porphyrisches Gefüge aus teils orangeroten, teils vollroten Alkalifeldspäten und ist im Unterschied zu den allermeisten Småland-Graniten undeformiert, was sich u. a. durch das Vorhandensein einzelner Glimmerplättchen äußert, teilweise mit sechseckigen Umrissen.

Abb. 39: Uthammar-Granit, Breite 12 cm.
Abb. 40: Nahaufnahme. In den Biotit-Aggregaten ist gelber Titanit erkennbar.

Ein großes Granitgeschiebe wurde als Jungfrun-Granit bestimmt (detailierte Beschreibung hier).

Abb. 41: Jungfrun-Granit, Geschiebe von 66 cm Breite.
Abb. 42: Gefüge, nass fotografiert.
Abb. 43: Nahaufnahme

Die Granite des Småland-Värmland-Gürtels lassen sich grob nach ihrem Gefüge sowie der Farbe in (gleichkörnige) Växjö- und (porphyrische) Filipstad-Typen unterteilen. Sie kommen nicht nur um die genannten Städte, sondern in vielen Gebieten vor. Die wenigsten Geschiebefunde können einem begrenzten Vorkommen zugeordnet werden.

Gleichkörnige Växjö-Typen finden sich in Elmenhorst in großer Zahl, mit erheblichen Variationen hinsichtlich der Farbgebung. Alkalifeldspat kann blassrot bis vollrot, auch braun, Plagioklas weiß bis grünlich, gelb oder orange gefärbt sein. Quarz ist blau oder grau getönt, dunkle Minerale (Biotit) kommen in geringer Menge vor. Roter Växjö besteht hauptsächlich aus rotem Alkalifeldspat und Quarz. Weitere Attributierungen sind: Bunter Växjö (roter Alkalifeldspat, gelblicher Plagioklas), Grauer Växjö (helle, graue, blassrote Alkalifeldspäte, heller Plagioklas) und Rosa Växjö (s. SMED & EHLERS 2004:132).

Abb. 44: Småland-Granit, Typ Bunter Växjö, Breite 10,5 cm.
Abb. 45: Bunter Växjö, Breite 12 cm.

Granite vom Typ Rosa Växjö, wie von Smed & Ehlers 2004: 132 beschrieben, stammen aus der Umgebung der Stadt Växjö in Südschweden und sind in Elmenhorst gehäuft zu finden. Kennzeichnend ist eine zusammenhängende Masse aus rosa- bis bräunlichgrauem Alkalifeldspat und grauem Quarz, aus der gelbliche Plagioklas-Einsprenglinge herausstechen.

Abb. 52: Granite vom Typ Rosa Växjö, Breite 12 cm.
Abb. 53: Granit vom Typ Rosa Växjö, Breite 9,5 cm.

Småland-Granite mit porphyrischem Gefüge (Grundmasse + größere Alkalifeldspat-Einsprenglinge) werden als Filipstad-Typ bezeichnet.

Abb. 54: porphyrischer Småland-Granit mit blassrotem Alkalifeldspat und Blauquarz, Breite 11,5 cm.
Abb. 55: In Småland sehr weit verbreiteter porphyrischer Småland-Granit aus braunem Alkalifeldspat, weißem Plagioklas und Blauquarz, Breite 12 cm.

In Nordost-Småland kommen vermehrt porphyrische Granite mit braunem Alkalifeldspat, Blauquarz und orangefarbenem bis orangerotem Plagioklas vor, die darüber hinaus gelben Titanit in erheblicher Menge enthalten. In den Graniten vom Kinda-Typ (Beschreibung) werden einzelne Alkalifeldspäte teilweise oder vollständig von einem Saum aus Plagioklas umgeben.

Abb. 56: Kinda-Granit, Breite 11 cm.
Abb. 57: Kinda-Granit, Breite 11,5 cm.

Typisch für Ost-Småland und ein häufiger Fund, wenn auch etwas unauffälliger, sind die Granite vom Virbo-Typ (Beschreibung), grobkörnige und leicht deformierte rote Granite mit schmutziggrünem Plagioklas, trüb blauem oder grauem Quarz sowie reichlich gelblichem Titanit.

Abb. 58: Virbo-Granit, Breite 11 cm.
Abb. 59: Virbo-Granit, Breite 12 cm.
Abb. 60: Dieser hübsche porphyrische Granit mit grünem bis orangerotem Plagioklas könnte aus einem größeren Gebiet in NE-Småland/Östergötland stammen. Breite 10 cm.

Nicht alle bunten Plutonite sind Granite, es kommt auf das Mengenverhältnis Alkalifeldspat zu Plagioklas sowie den Anteil an Quarz zu Gesamtfeldspat und Quarz an. Abb. 61-62 zeigt Funde, in denen gelblicher bis grüner Feldspat (Plagioklas) über roten Alkalifeldspat dominiert (Granodiorit). Vergleichbare Plutonite wurden vom Verfasser anstehend in NE-Småland beobachtet.

Granit-Geschiebe, in denen wenigstens einige der größeren Alkalifeldspäte gerundet und von einem hellen Saum aus Plagioklas umgeben sind, werden als Filipstad-Granite im engeren Sinne bezeichnet, wie sie aus der Umgebung von Filipstad in Värmland bekannt sind. Ähnliche Gefüge kommen aber auch in Småland und Östergötland vor.

Abb. 63: Filipstad-Granit, Breite 10,5 cm.
Abb. 64: orangefarbener Filipstad-Granit mit dunkler mafischer Enklave, Breite 9,5 cm.

Die letzten Bilder zeigen einige weitere Funde aus Elmenhorst, darunter Kataklasite, Gneise und andere Metamorphite.

Abb. 65: Kataklasit, eine Brekzie mit Fragmenten eines feinkörnigen und augenscheinlich alterierten basaltischen Gesteins in einer grauen, wahrscheinlich ebenfalls basaltischen Matrix. Breite 11,5 cm.
Abb. 66: Epidotisierter Magmatit aus rotem Alkalifeldspat, epidotisiertem Plagioklas und Blauquarz, durchzogen von Rissen, die mit Epidot gefüllt sind. Breite 10 cm.
Abb. 67: dioritisches Gestein mit stengeligen Hornblende-Porphyroblasten, Breite 11 cm.
Abb. 68: Augengneis, Breite 12 cm.
Abb. 69: Paragneis mit violettroten Granat-Porphyroblasten und einer glimmer- und feldspatreichen Matrix, die wahrscheinlich auch Cordierit enthält. Breite 8 cm.

Am Strandabschnitt bestehen gute Fundmöglichkeiten für Fleckengesteine aus dem Västervik-Gebiet (violetter Västervik-Quarzit, Västervik-Fleckengestein, Västervik-Fleckenquarzit).

Abb. 70: Västervik-Fleckengestein (Cordierit-Granofels), Breite 10 cm.
Abb. 71: Mit einiger Wahrscheinlichkeit stammt auch dieses graue Cordierit-Fleckengestein mit kleineren weißen Sillimanit-Flecken aus dem Västervik-Gebiet. Breite 10 cm.
Abb. 72: „Leptit“ (feinkörniger Gneis) mit weißem Sillimanit, Breite 10 cm. Solche Metasedimente kommen im Västervik-Gebiet, aber auch weiter nördlich vor, z. B bei Kolmården.
Abb. 73: Strand bei Elmenhorst.

Literatur

KLAFACK R 1996 Bericht über die Exkursion zur Steilküste Nienhagen – Geschiebekunde aktuell 12 (2): 61, Hamburg.

SCHULZ W & PETERSS K 1989 Geologische Verhältnisse im Steiluferbereich des
Fischlandes sowie zwischen Stoltera und Kühlungsborn – In: Mitteilungen der
Forschungsanstalt für Schiffahrt, Wasser- und Grundbau; Schriftenreihe Wasser- und
Grundbau 54. Berlin: Forschungsanstalt für Schiffahrt, Wasser- und Grundbau. S. 132-148.

SMED P & EHLERS J 2002 Steine aus dem Norden – Bornträger-Verlag Stuttgart, 1. Auflage 1994, 2. Auflage 2002.

Funde von Elbgeröllen aus Südbrandenburg und Sachsen 1

Abb. 1: Osterzgebirgischer Gangachat, Quarz-Amethyst-Achat-Paragenese, auch Schlottwitzer „Trümmerachat“. Kiesgrube Zeithain, Breite 18 cm (Slg. B. Mekiffer).

In Kiesgruben im südlichen Südbrandenburg und nördlichen Sachsen finden sich regelmäßig Gesteine sächsischer und böhmischer Herkunft. Sie sind die Fracht mehrerer alter Elbeläufe, die sich vom Miozän bis zum Holozän verfolgen lassen, mit jeweils charakteristischen Geröllgemeinschaften. Die Flussläufe wurden während der nordischen Inlandvereisungen und der Warmzeiten mehrfach verlegt, Ablagerungen von Elbschottern durch das vorrückende Inlandeis, periglaziale und glazifluviale Prozesse teilweise abgetragen, umgelagert und mit glazialen Sedimenten vermengt. So treten an manchen Lokalitäten Elbgerölle lediglich als Beimengung zu nordischen Geschieben in Erscheinung, an anderen Orten überwiegen sie. Der Geschiebesammler betritt hier mitunter eine „andere Welt“ mit einer ungekannten Vielfalt an Gesteinstypen. Die Heimatgebiete dieser Elbgerölle liegen in Sachsen (Erzgebirge, Tharandter Wald, variszische Einheiten innerhalb der Elbezone, Meißener Gebiet, Döhlener Becken, Elbsandsteingebirge) und in Nordböhmen (Riesengebirgsvorland, Erzgebirge, Böhmisches Mittelgebirge, Barrandium, permokarbonische Becken).

Abb. 2: Übersichtskarte der Liefergebiete der Elbgerölle (Kartengrundlage GRYGAR 2016, DROST 2008, PÄLCHEN & WALTER 2008).

Dieser Artikel ergänzt die Dokumentation von Elbgeröllen aus der Umgebung von Berlin, aus dem Gebiet von Teltow, Zauche und Fläming durch Funde von ausgewählten Lokalitäten in Südbrandenburg und Sachsen. Insbesondere Ablagerungen des mittelpleistozänen Berliner Elbelaufs sind von Interesse, die Fundbeschreibungen aus den Gruben Altenau, Mühlberg und Zeithain daher etwas umfangreicher. Einen Einblick in die Gemeinschaft der Elbgerölle vermittelt auch der Besuch der Elbufer in Dresden und Meißen. Nur vereinzelt wurden Lokalitäten mit Ablagerungen der älteren „Senftenberger Elbe“ (Pliozän und Altpleistozän) auf den Tertiärhochflächen der Niederlausitz besucht.

Die Kiesgrubenfunde stammen bevorzugt aus der Überkorn-Fraktion (5-25 cm), was eine gewisse Selektion hinsichtlich ihrer Verteilung und Häufigkeit bedingt. So sind die oftmals recht kleinen Einzelgerölle von Amethyst, Chalcedon oder Achat im Überkorn kaum zu finden. Die Bestimmung der Gerölle erfolgte gemäß den Beschreibungen von Kurt Genieser (GENIESER 1953a, 1955, 1957, 1962, GENIESER & MIELECKE 1957), die durch SCHWARZ et al 2012, SCHWARZ & LANGE 2013, 2017, SCHWARZ & RIEDRICH 2010, SCHWARZ 2021 und SCHWARZ 2024 teilweise revidiert und erweitert wurden (s. Literaturverzeichnis).

Abb. 3: Übersichtskarte der Fundlokalitäten im südlichen Brandenburg und in Sachsen (ohne Dresden und Meißen).

1 – Kiesgrube Mühlberg (51.442307, 13.242926) – Berliner Elbelauf
2 – Kiesgrube Altenau (51.423500, 13.270685) – Berliner Elbelauf
3 – Kiesgrube Dixförda (51.818749, 13.027673)
5 – Kiesgrube Hennersdorf (51.636578, 13.658026)
6 – Kiesgrube Rückersdorf (51.572294, 13.587336)
7 – Kiesgrube Buchwäldchen (51.714272, 13.982248) – Senftenberger Elbelauf
8 – Kiesgrube Saalhausen (51.589816, 13.908524) – Senftenberger Elbelauf
9 – Kiesgrube Neukollm (51.416207, 14.152319) – Senftenberger Elbelauf
10 – Kiesgrube Großgrabe (51.354547, 14.012828) – Senftenberger Elbelauf
11 – Kiesgrube Zeithain (51.337842, 13.310569) – Berliner Elbelauf

1. Kiesgrube Altenau, Mühlberg und Zeithain

In den Kiesgruben Mühlberg, Altenau und Zeithain werden Schotter der tieferen Mittelterrasse abgebaut. Sie werden der mittelpleistozänen Berliner Elbe zugeordnet (WOLF & ALEXOWSKY 1998), einer spätelster- bis frühsaalezeitlichen Sedimentation innerhalb der sog. Elbtalglazialwanne (SCHWARZ & LANGE 2013). In Mühlberg finden sich auch jüngere Ablagerungen (STEDING 1996, WOLF & ALEXOWSKY 1998). An allen drei Fundorten dominieren klar Gesteine südlicher Herkunft (Elbgerölle), nordische Geschiebe beschränken sich auf wenige Einzelfunde. Das Geröllinventar ist vielfältig und besteht aus Gesteinsmaterial aus dem Barrandium in Böhmen, der sächsischen und böhmischen Seite des Erzgebirges, variszischen Einheiten, Döhlener Becken und dem Meißener Massiv (Abb. 2). Gesteine aus dem Riesengebirge und dem Nordwestsächsischen Vulkanitkomplex sowie Gerölle aus dem Muldesystem treten nur in sehr geringer Menge auf (EISSMANN 1975).

Abb. 4: Überkornhalde in der Kiesgrube Altenau.
Abb. 5: Dem Besucher fällt schnell der hohe Anteil grauer Alkalivulkanite aus der Eruptivprovinz des Egergrabens auf (Kiesgrube Altenau).

Der Anteil nordischer Geschiebe in der Überkorn-Fraktion wird auf maximal 1-2% geschätzt. Vereinzelt finden sich Feuersteine, unterkambrische Skolithos-Sandsteine oder Rapakiwi-Granite. Abb. 6 zeigt einen unterkambrischen Skolithos-Sandstein aus Altenau, Abb. 7 einen Åland-Quarzporphyr aus Zeithain.

Quarzreiche Gerölle

In der Grobkies-Fraktion ist ein hoher Milchquarz-Anteil zu beobachten, im Überkorn tritt er deutlich zurück. Typisch „südliche“ Milchquarz-Varianten sind gehäufte Funde von „streifig durchscheinenden Quarzen“ und „zellig zerfressenen Gangquarzen“. Gelegentlich treten Kasten-, Zellen-, Gerüst- und Strahlenquarze auf. Ein Teil davon sind typisch osterzgebirgische Bildungen, insbesondere in Paragenese mit Amethyst, Rauchquarz, Jaspis oder Achat (Abb. 14). Große gelbe Pseudomorphosen von Quarz nach Baryt (Abb. 9) sind aus dem Mittelerzgebirge bekannt.

Abb. 8: Milchquarze, Zeithain
Abb. 9: Strahlenquarz, Altenau.
Abb. 12: Kasten- oder Zellenquarz, Altenau, Breite 12 cm.
Abb. 13: Kastenquarz, Altenau, angefeuchtete Schnittfläche.
Abb. 14: Quarzreiche Störungsbrekzie mit Milchquarzbändern und hell orangefarbenen Achat-Fragmenten (osterzgebirgischer „Trümmerachat“); Altenau, Breite 11 cm.

Cherts und Hornsteine, „Kieselschiefer“ und „Lydite“

Als Elbgeröll findet sich eine Vielfalt an quarzreichen und sehr harten Cherts und Hornsteinen von grauer, grüner, roter oder gelber Farbe (Abb. 17-25). Schwarze Hornsteine und Cherts, durchzogen von mit Milchquarz gefüllten Rissen werden landläufig als „Lydit“ (Abb. 15), geschichtete Hornsteine als „Kieselschiefer“ bezeichnet (z. B. Abb. 20). Ein großer Teil der „Lydite“ dürfte allerdings aus dem Proterozoikum westlich von Prag stammen, aus den Cherts von dort sind keine Radiolarien bekannt. Ein Teil der rötlichen Hornsteine stammt wahrscheinlich aus dem Döhlener Becken (z. B. Abb. 17, 22). Eine genauere Herkunftsbestimmung dieser Gerölle ist in der Regel nicht möglich.

Abb. 15: Schwarzer Hornstein („Lydit“), Mühlberg.
Abb. 16: Gekreuzte Kluftstaffeln in einem dunkelgrauen Hornstein, Altenau, Breite 11 cm.
Abb. 23: Orangeroter Hornstein mit undeutlich entwickelter Lagentextur (geschichteter Hornstein); Altenau, Breite 7,5 cm.
Abb. 24: Silifizierter Vulkanit (Tuffit) mit gelben, grünen und roten Farbanteilen; Altenau, Breite 15 cm.

Känozoische Alkalivulkanite (Tephrite, Ol-Px-Basanite, Phonolithe)

Die Alkalivulkanite aus der Eruptivprovinz des Egergrabens stellen den häufigsten Gerölltyp auf den Überkornhalden in Altenau, Mühlberg und Zeithain. Entsprechend lässt sich eine große Variationsbreite an Tephriten, Basaniten (Olivin-Pyroxen-Basanite, auch Ankaramite) und Phonolithen sammeln. Eine Bestimmung der Gesteine anhand äußerlicher Merkmalen ist eingeschränkt möglich, für eine exakte Ansprache ist man auf Laboruntersuchungen angewiesen.

Abb. 25: Alkalivulkanite in der Kiesgrube Zeithain; oben zwei graue Tephrite und ein Phonolith; Mitte: syenitische Ganggesteine; unten links: Phonolith, rechts ein Olivin-Pyroxen-Basanit.

Tephrite weisen eine graue bis bläuliche Verwitterungsrinde und eine feinkörnige Grundmasse auf. Als Einsprengling tritt idiomorpher und glasglänzender Klinopyroxen auf, der teilweise sternförmige Ansammlungen (Zwillinge) bildet. Gelegentlich ist amygdaloides Gefüge (Mandelsteingefüge) zu beobachten (Abb. 28).

Abb. 26: Tephrit, Altenau.
Abb. 29: tephritähnlicher Alkalivulkanit mit weißen Sanidinleisten (Tephriphonolith?); Altenau.
Abb. 30: Tephritischer Lapillituff mit feinkörnigen und schwach kantengerundeten Lapilli. Breite 23 cm, Altenau.

Xenolithe von Erdmantelgesteinen (Peridotiten) treten in den känozoischen Alkalivulkaniten nur vereinzelt auf. Bemerkenswert ist der Fund eines Tephrits mit dunklen Ultramafitit-Xenolith (Peridotit-Xenolith, z. B. Olivin-Klinopyoxenit) oder ein Pyroxen-Olivin-Kumulat.

Abb. 31: Tephrit mit dunklem Peridotit?-Xenolith (Olivin-Pyoxenit) und feinkörnigen Vulkanit-Fragmenten.
Abb. 32: Nahaufnahme des Peridotit-Xenoliths aus schwarzem Klinopyroxen, gelblich verwitterndem Olivin und einer hellen, nicht näher bestimmbaren Zwischenmasse (HCl-Test negativ).

Basanite: basaltähnliche Gesteine mit Olivin- und Pyroxen-Einsprenglingen können als Basanite bezeichnet werden. Olivin verwittert auf der Gesteinsoberfläche meist gelblich, im Bruch ist er flaschengrün gefärbt. Der Einsprenglings-Anteil schwankt, besonders Ol-Px-reiche Varianten sind als Ankaramite anzusehen (Abb 34). In der Grundmasse fein verteilte, mit bloßem Auge nicht sichtbare Foide bewirken die leichte Verwitterbarkeit der Gesteine. Foid-Einsprenglinge sind nur selten zu beobachten (Abb. 35).

Abb. 33: Basanit mit löchriger Oberfläche durch ausgewitterte Olivin-Einsprenglinge; etwas weniger schwarzer Pyroxen. Mühlberg, Breite 14 cm.
Abb. 34: Bruchfläche eines ankaramitischen Basanits mit reichlich gelbgrünen Olivin- und dunkelgrünen Pyroxen-Einsprenglingen. Mühlberg, Breite 9 cm.
Abb. 35: Alkalivulkanit mit teils sechseckigen Nephelin-Einsprenglingen (Altenau).
Abb. 36: Säulenförmiger Alkalivulkanit ohne Einsprenglinge; Altenau, Breite 12 cm.

Hin und wieder lässt sich die für Alkalivulkanite typische Sonnenbrenner-Verwitterung oder bizarre Verwitterungsformen beobachten (Abb. 37-38).

Phonolithe besitzen eine hellgraue bis grünliche Verwitterungsrinde, eine feinkörnige bis dichte Grundmasse und enthalten meist nur wenige Einsprenglinge von schwarzem Klinopyroxen, nadeligem Ägirin oder Alkalifeldspat (Sanidin). Trachyte können den Phonolithen sehr ähnlich sehen.

Abb. 39: grünlichgrauer Phonolith mit einzelnen Sanidin-Einsprenglingen. Zeithain, Breite 8 cm.
Abb. 40: Heller Alkalivulkanit (Phonolith) mit säuligen Pyroxen, nadeligen Ägirin- und durchscheinenden Sanidin-Einsprenglingen. Altenau, Breite 9 cm.
Abb. 41: grünlicher Phonolith mit feldspatreicher Grundmasse, sehr kleinen Aggregaten schwarzgrüner Minerale und einigen größeren und hellen Feldspat-Einsprenglingen (Sanidin). Altenau, Breite 21 cm.
Abb. 42: Phonolithischer Alkalivulkanit mit einem Sanidin-Durchdringungszwilling sowie dunklen und nadelförmigen Ägirin-Einsprenglingen (Altenau).
Abb. 43: an Sanidin-Einsprenglingen reicher phonolithischer Alkalivulkanit (Zeithain).

Ein auffälliger und häufiger Typ Alkalivulkanit besitzt eine helle, körnige und feldspatreiche Grundmasse und enthält zahlreiche Pyroxen-Einsprenglinge. Es dürfte sich um ein syenitisches bis foidsyenitisches Ganggestein bzw. Subvulkanit handeln. Foide sind makroskopisch nicht erkennbar.

Abb. 44: Syenitischer bis foidsyenitischer Alkalivulkanit, trocken fotografiert; Altenau, Breite 14 cm.
Abb. 45: Die Nahaufnahme der nassen Oberfläche zeigt sowohl sternförmige Verzwilligungen von Klinopyroxen-Einsprenglingen, als auch einen annähernd perfekt sechseckigen Querschnitt eines Klinopyroxens.

Böhmisches Quarz-Lydit-Konglomerat

Das Elbeleitgeröll aus den Brdy (Kambrium des Prager Beckens) tritt recht häufig im Berliner Elbelauf auf. Typische Merkmale sind eine grünlichgraue Gesamtfarbe, weiße und meist gut gerundete Milchquarz-, etwas weniger schwarze „Lydit“-Lithoklasten sowie eine ähnlich zusammengesetzte Matrix. Eine Verwechslungsmöglichkeit besteht mit „Tertiärquarziten“ böhmischer Herkunft, diese sind allerdings meist schlecht sortierte Diamiktite.

Abb. 46: Böhmisches Quarz-Lydit-Konglomerat, Altenau, Breite 17 cm.

Aus dem Kambrium bis Ordovizium des Prager Beckens (Barrandium) könnten auch plattige und gelblichgrüne bis rötliche Sandsteine mit wenigen dunklen Cherts-Lithoklasten stammen.

Abb. 50: Gelblichgrüner und roter Sandstein mit dunklen Chert-Lithoklasten; Altenau, Breite 16 cm.

„Skolithos“-Sandsteine

Als böhmisches Leitgeröll gelten verkieselte Sandsteine mit einer Skolithos-Ichnofauna („Dabrowquarzit“, „Skalkaquarzit“, GENIESER 1955, Abb. in SCHWARZ & LANGE 2013). Aus dem Ordovizium des Prager Beckens sind mehrere Formationen mit Sandsteinen mit quarzigem, teils eisenschüssigem Bindemittel bekannt, in denen vertikale Gänge von Skolithos und Monocraterion auftreten (Lokalbezeichnungen Skalka-Quarzit und Revnice-Quarzit). Die von CHLUPAC et al 1993 als Tigilites vertebralis bezeichneten Spuren gehören wohl zur Skolithos-Ichnofauna. Seltener sind komplexe, in tieferen Teilen sich verzweigende Gänge von Pragichnus fascis CHL aus der Skolithos-Ichnofazies (HAVLICEK et al 1958:28, CHLUPAC 1993:57-58, CHLUPAC et al 1998). Ein Geröllfund mit Pragichnus fascis CHL (Abb. 52) aus Altenau wird von TORBOHM & HOFFMANN 2024 (Publikation in Vorb.) beschrieben.

Elbgerölle der böhmischen Quarzsandsteine mit Skolithos-Röhren sind sehr feinkörnig, besitzen eine gelbgraue, hellgraue oder bräunliche Färbung und können durch Verkieselung eine große Härte und Zähigkeit aufweisen. Sie führen feine Hellglimmerblättchen, Röhren der Skolithos-Ichnofazies treten vereinzelt auf, einige von ihnen auch schräg zur Schichtung. Schwierigkeiten ergeben sich bei der Unterscheidung von Geschieben der weit verbreiteten unterkambrischen Sandsteine mit Skolithos-Ichnofauna. Die „südlichen“ Skolithos-Sandsteine sind aber offenbar deutlich feinkörniger, stark verkieselt, hellglimmerführend und enthalten nur wenige Röhren.

Abb. 51: Ordovizischer Sandstein mit Röhren der Skolithos-Ichnofauna. Mühlberg, Breite 12,5 cm
Abb. 52: Sich verzweigende Gänge von Pragichnus fascis CHL in einem hellen und silifizierten Sandstein, Blick auf die Schichtung, Breite 10 cm.

Ein regelmäßiger Fund und auffälliger Lithotyp sind ockerfarbene, silifizierte und sehr harte Feinsandsteine mit roten Flecken (eisenschüssiges Bindemittel). Eine Schichtung ist kaum erkennbar, hin und wieder sind Skolithos-Röhren zu beobachten (Abb. 53-56). Aus den unterordovizischen red beds des Barrandiums in Böhmen werden ähnliche Gesteine beschreiben.

Paläozoische Kieselhölzer

Silifizierte paläozoische Hölzer finden sich regelmäßig, wenn auch nur vereinzelt im Berliner Elbelauf und können geschnitten und poliert sehr reizvoll aussehen. Mögliche Herkunftsgebiete sind die permokarbonischen Becken in Böhmen und das Döhlener Becken. Die Kieselhölzer des Döhlener Beckens weisen im Allgemeinen eine schlechte, die böhmischen Hölzer eine gute Strukturerhaltung auf. Das dunkle paläozoische Kieselholz Abb. 58-59 enthält mit Quarz sowie rotem Bandachat gefüllte Hohlräume.

Abb. 57: Paläozoisches Kieselholz, Altenau, Aufnahme unter Wasser.
Abb. 60: Paläozoisches Kieselholz, Mühlberg, Aufnahme unter Wasser.

Kreidesandstein

Die weichen Kreidesandsteine (Elbsandstein) sind als Elbgeröll offenbar nicht besonders erhaltungsfähig und treten nur vereinzelt auf, meist als rostbraun verfärbte und nur wenig verfestigte Quarzsandsteine. Hin und wieder finden sich darin Faunenreste.

Abb. 63: Kreidesandstein mit Inoceramen-Fragment? Breite 23 cm (Mühlberg).

„Tertiärquarzite“ und „Knollensteine“

Die Erosion der Kreidesandsteine im Tertiär führte zu kiesig-konglomeratischen Ablagerungen, die nachfolgend teilweise der Verkieselung unterlagen. Durch konzentrische Ausbreitung von Kieselsäure im Sediment bildeten sich konkretionäre, als „Knollenstein“, „Tertiärquarzit“ oder „Dinasquarzit“ bezeichnete Formen, meist schlecht sortierte und matrixgestützte Übergänge zwischen Brekzien und Konglomeraten (Diamiktite). Sie weisen ein breites Korngrößenspektrum aus eckigen bis gerundeten und milchigen bis durch-scheinenden Quarz-Lithoklasten sowie eine feinsandige bis tonige und verkieselte Matrix auf. Der Lithoklasten-Bestand kann monomikt (nur Quarze) oder polymikt (+ Lydite/Cherts, Sandsteine etc.) sein. Knollensteine und Tertiärquarzite sind meist gelblichweiß gefärbt, treten aber in vielfältigen Farben, Gefügen und Zusammensetzungen auf (GENIESER & MIELECKE 1957, SCHWARZ & LANGE 2013). Sie sind in Böhmen weit verbreitet, Vorkommen auch aus Sachsen bekannt. Geröllfunde lassen sich nicht näher lokalisieren, allerdings scheinen Tertiärquarzite mit bunten Lithoklasten proterozoischer Cherts aus Böhmen zu stammen, aus den Einzugsgebieten der Berounka und Moldau (GENIESER & MIELECKE 1957). Vergleichbare Vorkommen sind aus Sachsen unbekannt. Der „böhmische“ Gerölltyp tritt im Berliner Elbelauf nur vereinzelt auf.

Abb. 64: „Tertiärquarzit“, Zeithain, Breite 14 cm.
Abb. 65: „Tertiärquarzit“ (böhmischer Typ), Mühlberg, Breite 14 cm.

Osterzgebirgische Geröllgemeinschaft

Ein weitläufiges Störungssystem aus Gangquarzen und quarzreichen Gang- bzw. Störungsbrekzien im Osterzgebirge ist Lieferant von Geröllen mit charakteristischen Paragenesen aus Quarz, Amethyst, Rauchquarz, Jaspis und/oder Achat. Die Gesteine gelangten über die Müglitz, von tschechischer Seite über die Eger in die Elbe. Störungsbrekzien mit Amethyst werden auch als „Trümmerkristallquarz“, mit Fragmenten von Bandachat als „Trümmerachat“ bezeichnet. Sie können von Kastenquarzen und Strahlenquarz-Pseudomorphosen (nach Baryt) begleitet sein. Das gemeinsame Auftreten dieser Paragenesen kennzeichnet die osterzgebirgische Geröllgemeinschaft (GENIESER 1955).

Abb. 66: Osterzgebirgische Quarz-Amethyst-Brekzie, polierte Schnittfläche. Quarz- und Amethyst-Bänder wurden durch erneute tektonische Überprägung geklüftet und gegeneinander verstellt.
Abb. 67: Quarz- und Amethyst-Bänder, Rückseite einer osterzgebirgischen Quarz-Amethyst-Achat-Paragenese (Schlottwitzer „Trümmerachat“), gleicher Stein wie Abb. 1. Kiesgrube Zeithain, Breite 16 cm (Slg. B. Mekiffer).
Abb. 68: Gleicher Stein, Detailaufnahme der Gangachat-Partie.
Abb. 69: Quarz-Achat-Brekzie, Altenau, Aufnahme unter Wasser.
Abb. 70: Nahaufnahme des Gangachats, nasse Oberfläche.
Abb. 71: Störungsbrekzie mit rotem Achat, Quarz-Fragmenten und roter Hornstein-Matrix. Zeithain, Breite 18 cm.
Abb. 72: Detailaufnahme des Gefüges unter Wasser.
Abb. 73: Quarz-Achat-Gangbrekzie („Trümmerachat“), Altenau, Aufnahme unter Wasser.
Abb. 74: Nahaufnahme der polierten Schnittfläche.
Abb. 75: Gangquarz mit hellem und rotem Bandachat oder Chalcedon. Zeithain, Aufnahme unter Wasser.
Abb. 76: gleicher Stein, Nahaufnahme der nassen Oberfläche.

Abb. 77-80 zeigt weitere Beispiele osterzgebirgischer Gangquarze und quarzreicher Störungsbrekzien mit rotem Jaspis bzw. Hornstein, Abb. 80 auch in ooidartiger Ausbildung.

Postvariszische Vulkanite (Rhyolithe)

Intensive vulkanische Aktivität in der Spätphase der variszischen Orogenese zwischen Oberkarbon und Perm führte zur Ablagerung ausgedehnter Komplexe von Eruptivgesteinen. Im sächsischen Einzugsgebiet der Elbe spielt das Osterzgebirge, der Tharandter Wald und das Gebiet von Meißen eine wichtige, der annähernd zeitgleich entstandene Nordwestsächsische Eruptivkomplex nur eine untergeordnete Rolle als Geröll-Lieferant. Ein Teil der sauren bis intermediären Vulkanite (Rhyolithe, Porphyrite, Pechsteine, porphyrartige Tuffe, Tuffite und intrusive Granitporphyre) ist als Elbgeröll erkennbar. Funde lassen sich in der Regel aber keinem bestimmten Vorkommen zuordnen, weil die Gesteine im Anstehenden eine gewisse petrographische Gleichförmigkeit aufweisen und an verschiedenen Lokalitäten ganz ähnlich aussehen können (SCHÜLLER & MÜLLER 1937).

In den Kiesgruben Mühlberg, Altenau und Zeithain finden sich rhyolithische Vulkanite in großer Zahl und Vielfalt. Charakteristisch sind blasse Farben, feinkörnige bis dichte, teilweise auch kaolinisierte Grundmassen und wenig Quarz- und Feldspat-Einsprenglinge. Die Quarze haben noch die eckige Gestalt der ehemaligen Hochquarz-Modifikation bewahrt und weisen Spuren magmatischer Korrosion auf.

Abb. 81: Auswahl postvariszischer Vulkanite, Zeithain.
Abb. 82: Vulkanit mit fleckiger, durch Kaolinisierung partiell gebleichter Grundmasse. Altenau, Breite 11 cm.

Abb. 83-87 zeigt weitere Beispiele postvariszischer Vulkanite aus der Kiesgrube Altenau, der Vulkanit in Abb. 88 stammt aus Zeithain (Breite 14 cm).

Abb. 89: Einige Vulkanite weisen ein eutaxitisches Gefüge auf, ein klarer Hinweis auf eine Ablagerung als Ignimbrit. Altenau, Aufnahme unter Wasser.
Abb. 90: netzartig korrodierter Feldspat-Einsprengling in einem braunen Rhyolith; Zeithain.
Abb. 91: Rhyolith mit sphärolithischer Textur, Altenau, Aufnahme unter Wasser.
Abb. 92: roter Achat in einem Rhyolith mit fluidaler Textur; Zeithain, Aufnahme unter Wasser.

Ein weiteres primär vulkanisches Gefüge sind runde bis eiförmige, teilweise konzentrisch aufgebaute Lithophysen oder Sphärolithe, die auch als „Wilde Eier“ bezeichnet werden.

Abb. 93: Rhyolith mit konzentrisch aufgebauten, teilweise mit bläulichem Chalcedon gefüllten Lithophysen; Altenau, polierte Schnittfläche.
Abb. 94: Nahaufnahme; innerhalb der konzentrisch aufgebauten Lithophyse am rechten Bildrand sind hellere, radialstrahlig-faserige Partien (Sphärolithe) erkennbar.

Der nächste Fund aus Altenau ist ein rötlichgrauer Rhyolith, der auf einer Kluftfläche einen Besatz mit cremefarbenen runden Aggregaten aufweist (Lithophysen und/oder Spärolithe).

Abb. 98-99 ist ein gelblichgrüner Vulkanit mit perlitischer Textur und zahlreichen hellen, wahrscheinlich im Zuge der Entglasung zerbrochenen und teilweise mit blauem Chalcedon gefüllten Lithophysen. Das Gestein könnte aus dem Gebiet des Teplitzer Rhyoliths (Osterzgebirge) stammen (SCHWARZ & LANGE 2013). Kiesgrube Altenau, polierte Schnittfläche.

Abb. 100-101 zeigt einen hellen Rhyolith mit ausgewitterter Kugeltextur (Lithophysen) aus der Kiesgrube Zeithain (Slg. B. Mekiffer). Abb. 101 ist der gleiche Stein mit nasser Oberfläche, gedreht um 90 Grad.

Gelegentlich finden sich Tuff-Brekzien mit grünlicher und dichter Tuffmatrix, die zahlreiche Fragmente von Vulkaniten mit fluidaler Textur enthalten. Ihr Herkunftsgebiet könnte im Meißener Vulkanitgebiet oder im Döhlener Becken zu suchen sein (pers. Mitteilung Dr. Schwarz/Cottbus). Der folgende Fund mit polierter Schnittfläche stammt nicht aus Südbrandenburg, sondern aus der Kiesgrube Niederlehme bei Berlin, in der zeitweilig Material aus Mühlberg gelagert wurde. Die Tuff-Brekzie mit grüner Matrix enthält eckigen Vulkanoklasten, teils mit feinschichtiger oder fluidaler, teils mit sphärolithischer Textur. Das Gestein weist durch nachträgliche Verkieselung eine große Härte und Zähigkeit auf.

Abb. 102: Tuffbrekzie, Kiesgrube Niederlehme
Abb. 103: Nahaufnahme
Abb. 104: geschichteter Aschentuff, Zeithain, Breite 11,5 cm.
Abb. 105: Aschentuff mit fluidaler Lagentextur und synsedimentärer(?) Faltung; Altenau, Breite 9 cm.

Abb. 106-108: Aschentuff mit akkretionären Lapilli? Kiesgrube Mühlberg, Slg. B. Mekiffer.

Ein regelmäßiger Fund sind braune bis rotbraune Gang- oder Granitporphyre, die zu den postvariszischen Subvulkaniten und Plutoniten gehören und aus Vorkommen im Osterzgebirge, einem System aus mehreren Gängen und kleinen Massiven stammen dürften. Einige Gesteine weisen ein charakteristisches Erscheinungsbild auf und könnten als Elbeleitgeröll geeignet sein, z. B. der Altenberger Granitporphyr oder der Gangporphyr an der Burg Frauenstein. Allgemeine Merkmale sind eine feinkörnige bis körnige Grundmasse mit runden Quarz- sowie 1-3 cm großen Feldspat-Einsprenglingen, die nicht selten eine ausgeprägte Zonierung aufweisen.

Abb. 111: Osterzgebirgischer Gangporphyr, Typ Altenberger Granitporphyr, teils als Karlsbader Zwillinge, teils mit gelblichbraunen Plagioklas-Säumen. Altenau, Breite 19 cm.
Abb. 112: Nahaufnahme des Gefüges, nass fotografiert.

Der blassrote und mittel- sowie gleichkörnige Meißener Granit besteht aus cremefarbenem bis hellrotem Alkalifeldspat sowie mittelgrauem, hypidiomorphem bis idiomorphem Quarz. Die Feldspäte sind durch Hämatitpigment stellenweise rötlich gefärbt, dunkle Minerale nur in geringer Menge enthalten. Granitoide aus dem Meißener Massiv sind ein häufiger Fund im Berliner Elbelauf.

Abb. 113: Meißener Granit, Altenau, Breite 11 cm.
Abb. 114: Hellroter Meißener Granit; Quarz erscheint durch (wahrscheinlich nur äußerlich) fein verteiltes Hämatitpigment dunkelrot gefärbt; Altenau, Breite 23 cm.

Ein großer Findling eines porphyrischen Granits mit auffälligem Gefüge liegt vor dem Betriebsgebäude der Kiesgrube Altenau. Es dürfte sich um einen postvariszischen Granit handeln, der möglicherweise ebenfalls aus dem Meißener Massiv stammt.

Vereinzelt finden sich massige oder foliierte Plutonite und Metamorphite, die als einziges dunkles Mineral schwarzen Turmalin enthalten („Turmalingranit“).

Abb. 117: „Turmalingranit“, Quarz-Feldspat-Gestein mit größeren schwarzen Turmalin-Einsprenglingen; Zeithain, Breite 12 cm.

Kleinkörnige granitoide Gesteine mit dunklen und mehreren cm großen Flecken wurden zunächst nur in Mühlberg beobachtet, später auch in Zeithain gefunden (Abb. 118-120). Das schwarze Mineral in den Flecken ist wahrscheinlich Turmalin, dessen Bildung auf Kosten von Glimmer erfolgte. Man beachte das Fehlen von Glimmer in unmittelbarer Umgebung der dunklen Flecken (Abb. 119). Grobkörnige Granite aus Quarz und Feldspat (Orthoklas und Plagioklas), auch mit rosettenförmigen Verwachsungen aus Quarz und Turmalin („Turmalinsonnen“) sind aus variszischen Intrusivkörpern aus dem Elbtalschiefergebirge (Tannebusch bei Gottleuba) und dem Triebischtal bei Meißen bekannt.

Abb. 118: „Turmalin-Fleckengranit“, Mühlberg, trocken fotografiert.
Abb. 119: Nahaufnahme der nassen Oberfläche.
Abb. 120: „Turmalin-Fleckengranit“ aus Zeithain, Breite 13 cm.

Es folgt eine lose Zusammenstellung von Funden, die sich bislang keiner näheren Herkunft zuordnen ließen; in manchen Fällen wird dies aufgrund der angenommenen weiten Verbreitung der Gesteine auch gar nicht möglich sein. Dazu gehören die regelmäßigen Funde roter bis rotvioletter Gesteine mit stumpfem Glanz, die im Wesentlichen aus Jaspis bzw. rotem Hornstein bestehen, teils massige Hornsteine, teils tektonische Brekzien oder durch jaspisartige Ausscheidungen überprägte Vulkanite. Als mögliche Liefergebiete kommen das Osterzgebirge, das Döhlener Becken oder Vorkommen in Böhmen in Frage.

Abb. 121: Massiger roter Hornstein (Jaspis), trocken fotografiert, Breite 19 cm.

Abb. 122, 123: Brekzie mit orangeroten Vulkanit-Lithoklasten und einer jaspisartigen roten und dichten Matrix, Breite 17 cm; Nahaufnahme unter Wasser.

Mehrere Funde von schwach metamorphen und klastengestützten, fast ausschließlich aus dunklen Cherts und geschichteten Hornsteinen bestehenden Konglomeraten („Kieselschiefer-Hornstein-Konglomerat“) könnten aus dem Elbtalschiefergebirge stammen, aus einer als „bayerische Fazies“ bezeichneten Folge von Tiefwassersedimenten, die während der variszischen Gebirgsbildung im Unterkarbon am äußeren Kontinentalschelf abgelagert wurden (Abb. 124-126).

Abb. 124: Klastengestütztes „Kieselschiefer-Hornstein-Konglomerat“, Zeithain, Breite 9 cm.

In Mühlberg fanden sich mehrfach grünliche Metakonglomerate mit hellen Vulkanit-Lithoklasten, in Altenau wurde der Gesteinstyp bisher nicht beobachtet.

Die Herkunft zweier weiterer Konglomerate (Abb. 129-130) ist bisher unklar.

Abb. 129: Konglomerat (Quarzit bis Meta-Arkose) mit dunklen Hornstein- sowie intermediären Vulkanit-Lithoklasten. Zeithain, Breite 12 cm.
Abb. 130: Grünes Konglomerat mit sandiger Matrix und dunklen Chert-, Milchquarz- und grünlichgrauen Sandstein-Lithoklasten (Böhmisches Quarz-Lydit-Konglomerat?). Zeithain, Breite 11 cm.

Die Hornstein-Brekzie Abb. 131-132 könnte aus einer Störungszone im Nossen-Wilsdruffer-Schiefergebirge stammen. Aus dem dortigen Devon ist zumindest der helle Hornstein bekannt und scheint auch nur lokal verbreitet zu sein (pers. Mitteilung P. Suhr via D. Schwarz).

Abb. 131: Hornstein-Brekzie mit teilweise hämatitimprägnierten Lithoklasten aus geschichtetem Hornstein, verbunden durch einen transparentem Quarz-Zement. Altenau, Aufnahme unter Wasser.
Abb. 132: Nahaufnahme unter Wasser.

Abb. 133: Quarzreiche Brekzie mit unbekannter Kluft-Mineralisation. Altenau, Breite 13 cm; Abb. 134: Nahaufnahme der Bruchfläche unter Wasser.

Ein auffälliger und für den Berliner Elbelauf typischer Gerölltyp sind grüne und glimmerreiche Schiefer („Serizitschiefer“). In den älteren Elbeläufen tritt er nicht auf, seine Herkunft ist bisher nicht geklärt.

Abb. 135: Hellgrüner „Serizitschiefer“, Altenau, Breite 16 cm.

Gerölle, die als typisch für den Berliner Elbelauf gelten, bisher aber weder in Altenau, Mühlberg oder Zeithain gefunden wurden, sind Grauwacken, Knotengrauwacken (graue Kontaktmetamorphite mit dunklen Flecken von Cordierit o. ä.) und Erdbrandgesteine (Porzellanite). Wenig Beachtung geschenkt werden den meist merkmalsarmen hellen Gneisen, Glimmerschiefern und Metabasiten, die im Einzugsgebiet der Elbe, insbesondere in variszischen Einheiten eine weite Verbreitung besitzen (Abb. 136-139). In älterer Literatur als „Tschernoseker Gneis“ bezeichnete Stängelgneise wie in Abb. 139 kommen auch im Erzgebirge vor.

Abb. 140: Überkornhalde in der Kiesgrube Mühlberg.

Funde von Elbgeröllen aus Südbrandenburg und Sachsen, Teil 2

Funde von Elbgeröllen aus Südbrandenburg und Sachsen 2

2. Kiesgrube Dixförda

Abb. 1: Sphärolithischer rot-gelber Jaspis, Aufnahme unter Wasser, Slg. G. Engelhardt (Potsdam).

Auf den Überkornhalden der Kiesgrube Dixförda, ca. 5 km NE von Jessen (Sachsen-Anhalt) findet sich eine bunte Mischung aus nordischen Geschieben und Elbgeröllen, neben einem hohen Anteil an Braunkohle und Xylit (Besuch im Oktober 2024). Die Grube liegt im Breslau-Magdeburger-Urstromtal unmittelbar südlich des Flämings, eines saalezeitlich angelegten und warthezeitlich gestauchten Höhenzuges. Entsprechend dürfte man es hier mit einer chaotischen Folge von Ablagerungen zu tun haben: glaziale drenthe- und warthezeitliche Sedimente mit nordischem Material sowie durch die verschiedenen Eisvorstöße aufgenommenes und „zurück“ nach Süden transportiertes Material des Berliner Elbelaufs. Der Anteil an südlichen Alkalivulkaniten ist nicht besonders hoch, ebenso finden sich vergleichsweise wenig postvariszische Vulkanite.

Der erste Fund (Abb. 1) ist eine exotische Jaspis-Variante, ein Elbeleitgeröll aus den Brdy, dem Gebiet um Hořovice. Das sphärolithische Gefüge ist wahrscheinlich auf die Tätigkeit von Mikroorganismen zurückzuführen (SCHWARZ et al 2012, SCHWARZ 2024). Abb. 2-3 zeigt zwei Beispiele für nordische Leitgeschiebe: Särna-Quarzporphyr aus Dalarna (Mittelschweden) und ein Ostsee-Syenitporphyr. Alle Aufnahmen unter Wasser.

Abb. 4 ist ein Amethystgeröll, Abb. 5 ein Metakonglomerat mit augenförmig ausgelängten Quarz-Lithoklasten. Abb. 6-7 zeigt zwei Funde Böhmischer Quarz-Lydit-Konglomerate.

Abb. 8: grünlichgrauer Vulkanit mit lagiger und sphärolithischer Textur.
Abb. 9: gleicher Stein, um 90º gedreht.
Abb. 10: „Tertiärquarzit“ oder „Braunkohlenquarzit“, ein verkieselter Quarzsandstein mit ausgewitterten Holzresten.
Abb. 11: Gleicher Stein, seitliche Ansicht.
Abb. 12: Quarz-Feldspat-Gestein mit teils rosettenförmig angeordneten Turmalin-Aggregaten („Turmalingranit“); s. Anmerkungen unter Abb. 118, Teil 1.
Abb. 13: Nahaufnahme der nassen Oberfläche.

3. Dresden und Meißen

Die Elbufer in den Städten Meißen oder Dresden bieten ebenfalls Gelegenheit zum Studium der Elbgerölle. Insbesondere nach Hochwasser-Lagen bestehen gute Fundmöglichkeiten. Zur stratigraphischen Herkunft lassen sich natürlich keine Aussagen treffen, teilweise handelt es sich um rezente Gerölle, teilweise können sie aus Anschnitten älterer Flussterrassen stammen.

Abb. 14: Gerölle am Elbstrand in der Nähe des „Blauen Wunders“ (Dresden), Bildbreite 35 cm: Milchquarze und graue Cherts, hellgraue Alkalivulkanite aus dem Böhmischen Mittelgebirge, postvariszische Vulkanite (aus dem Erzgebirge) und ein Knollenstein („Tertiärquarzit“).
Abb. 15: „Tertiärquarzit“ aus voriger Abbildung, wahrscheinlich aus einem Vorkommen in Nordböhmen.
Abb. 16: Hornstein mit gradierter Schichtung („anchimetamorphe“ Grauwacke?), Elbgeröll von Meißen, Aufnahme unter Wasser.
Abb. 17: Kontaktmetamorphit („Knotenschiefer“), Elbgeröll von Meißen, Aufnahme unter Wasser.
Abb. 18: Monzonit aus dem Meißener Massiv, gehäufter Fund in einer Kiesgrube bei Sönitz, ca. 8 km SSW von Meißen (51.106041, 13.426419), Aufnahme unter Wasser.

Der nächste Fund (Abb. 19-21) stammt aus sandig-lehmigem Abraum vom Tunnelbau bei Pirna. An dieser Lokalität traten sowohl südliche Gerölle, als auch Geschiebe (Feuersteine) in Erscheinung. Der Vulkanit dürfte aus einem der postvariszischen Vorkommen stammen und enthält mit bläulichem Chalcedon gefüllte Lithophysen. In Vulkaniten nordischer Herkunft sind solche primären vulkanischen Gefüge in der Regel nicht gut erhalten.

Abb. 21: Die Nahaufnahme zeigt undeutlich konzentrisch aufgebaute, mit bläulichem Chalcedon gefüllte Lithophysen.

Die folgenden Funde von den Lokalitäten 5-10 stammen sowohl aus Ablagerungen der mittelpleistozänen Berliner, als auch aus der miozänen bis altpleistozänen Senftenberger Elbe.

Abb. 22: Fundorte im südlichen Brandenburg und in Nordost-Sachsen.

5 – Kiesgrube Hennersdorf (51.636578, 13.658026)
6 – Kiesgrube Rückersdorf (51.572294, 13.587336)
7 – Kiesgrube Buchwäldchen (51.714272, 13.982248) – Senftenberger Elbelauf
8 – Kiesgrube Saalhausen (51.589816, 13.908524) – Senftenberger Elbelauf
9 – Kiesgrube Neukollm (51.416207, 14.152319) – Senftenberger Elbelauf
10 – Kiesgrube Großgrabe (51.354547, 14.012828) – Senftenberger Elbelauf

4. Kiesgrube Hennersdorf

In der Kiesgrube Hennersdorf werden Vor- und Nachschüttungen der Saale-1-Kaltzeit mit fluviatilen Resten des Berliner Elbelaufs abgebaut (SCHWARZ 2021). Allerdings sprechen Funde von Achaten aus dem Böhmischen Riesengebirgsvorland und Moldavit-Funde eher für ein Geröllspektrum des Senftenberger Elbelaufs. GENIESER 1962: 145 erwähnt einen von Finsterwalde bis nach Schlieben verlaufenden Kiessandzug („Hennersdorfer Kiese“) mit Geröllen des Senftenberger Elbelaufs, der auch nordische Geschiebe enthält. Die Elbgerölle könnten auch aus älteren elsterzeitlichen Ablagerungen stammen.

Abb. 23: Gemischte Geschiebe-/Geröllgemeinschaft in der Kiesgrube Hennersdorf: überwiegend Milchquarz und graue Cherts, vereinzelt nordische Feuersteine; Bildbreite 42 cm.
Abb. 24: Graue Cherts/Hornsteine und ein Jaspis-Geröll, Aufnahme unter Wasser.
Abb. 25: Links zwei Böhmische Quarz-Lydit-Konglomerate, unten rechts ein streifig durchscheinender Gangquarz, Aufnahme unter Wasser.

5. Kiesgrube Rückersdorf

In der Kiesgrube Rückersdorf, etwa 4 km südlich von Doberlug-Kirchhain, werden laut geologischer Karte (www.geo.brandenburg.de) elsterzeitliche Schmelzwasser-Ablagerungen abgebaut. Die Arbeit von GENIESER 1953 beschreibt Geröllfunde aus dem Gebiet von Doberlug.

Abb. 26: Hornsteine/Cherts, oben rechts ein Exemplar mit eigenwilligem Kluftmuster; Aufnahme unter Wasser.
Abb. 27: „Tertiärquarzit“, nass fotografiert.

Knotengrauwacken“ (kontaktmetamorphe Grauwacken) fanden sich mehrfach in Rückersdorf. Der Gerölltyp tritt nach GENIESER 1957 vermehrt im Berliner Elbelauf auf.

Abb. 30: „Knotengrauwacke“ mit erkennbarer Schrägschichtung, Aufnahme unter Wasser.

6. Kiesgrube Buchwäldchen

Während eines Besuches im Juni 2023 bestanden nur eingeschränkte Fundmöglichkeiten. Es konnten einige streifig durchscheinende Gangquarze, schwarze Cherts, lackglänzende Gerölle, zwei konglomeratische Sandsteine (böhmisches Quarz-Lydit-Konglomerat) und ein roter Kastenquarz aufgelesen werden. Die Gerölle sind hier kaum größer als 4 cm und meist gut gerundet, die Cherts und Hornsteine überwiegend kantengerundet.

Abb. 31: Reine Elbeschotter, überwiegend aus Milchquarz bestehend, neben einigen dunklen Cherts; Bildbreite 40 cm.

7. Kiesgrube Saalhausen

Die Funde aus der Kiesgrube Saalhausen (Senftenberger Elbe) wurden von Herrn St. Schneider (Berlin) gesammelt.

Abb. 32: Geröllgemeinschaft aus der Kiesgrube Saalhausen.
Abb. 33: Lackglänzende, in aridem Klima eingekieselte und mit Chalcedon überzogene Gerölle, ähnlich den Geröllen aus den „Kiesen vom Buchwäldchen-Typ“.
Abb. 34: Sedimentgesteine; rechts unten ein Böhmisches Quarz-Lydit-Konglomerat, oben rechts und unten links „Tertiärquarzite“.

Ein seltener Fund sind verkieselte Hölzer des Baumfarns Psaronius.

Abb. 39: Luftwurzel eines verkieselten Baumfarns Psaronius, leg. und coll. B. Mekiffer (Berlin).

8. Kiesgrube Neukollm

In Neukollm stehen glazial gestauchte saalezeitliche Ablagerungen an, die Gerölle des Senftenberger Elbelaufs aufgenommen haben (Karte GUEK 4750, LANGE 2012: 33). Während eines Besuches fanden sich in größerer Anzahl Tertiärquarzite und Böhmische Quarz-Lydit-Konglomerate sowie mehrere Jaspis-Gerölle mit ooidartiger Textur.

Abb. 46: Diverse „Tertiärquarzite“, rechts oben ein Böhmisches Quarz-Lydit-Konglomerat.

9. Kiesgrube Großgrabe

In der Kiesgrube Großgrabe, etwa 12 km südwestlich von Neukollm, werden glazifluviatile Ablagerungen eines jüngeren elsterzeitlichen Vorstoßes abgebaut.

Abb. 53: Anschnitt sandiger bis kiesiger fluviatiler Sedimente in der Kiesgrube Großgrabe, Höhe der Abbauwand etwa 5 m.
Abb. 54: Zellig zerfressene Gangquarze und ein rötlich-gelber Kastenquarz.
Abb. 55: „Turmalingranit“, heller Quarz-Feldspat-Magmatit mit schwarzen Turmalin-Kristallen.

In der Grobkiesfraktion konnten zahlreiche Jaspis-Gerölle aufgesammelt werden, einige davon mit ooidartigem Gefüge.

Abb. 56: Jaspis-Gerölle, Aufnahme unter Wasser.
Abb. 57: Sphärolithischer Jaspis, Aufnahme unter Wasser.

Darüber hinaus fanden sich mehrfach bunte sowie tonige, schluffige bis feinsandige Lockergesteine (Ton- bis Siltsteine), die wahrscheinlich aus den wenig weiter nördlich ausstreichenden Schichten der unter- bis mittelmiozänen Brieske-Formation stammen.

Abb. 58: Bunte Ton- und Siltsteine.

10. Literatur

BARTHEL M 2016 Die Rotliegendflora der Döhlen-Formation. – Geologica Saxonica, Journal of Central European Geology, Band 61(2): 105-238.

CAJZ V, RAPPRICH V, ERBAN V et al. 2009 Late Miocene volcanic activity in the České středohoří Mountains (Ohře/Eger Graben, northern Bohemia) – Geologica Carpathica 60(6): 519-533.

CHLUPÁČ I 1993 Geology of the Barrandium – A field trip guide – 163 S, Senckenberg-Buch 69, Verlag Waldemar Kramer Frankfurt am Main.

CHLUPÁČ I et al 2002 Geologická minulost České Republiky – Praha (Academia) 2002.

CHLUPÁČ I, HAVLÍČEK V, KŘÍŽ J, KUKAL Z & STORCH P 1998 Palaeozoic of the Barrandian (Cambrian to Devonian) – Czech Geological Survey Prague 1998, ISBN 80-7075-246-7.

DALCHOW C & KIESEL J 2005 Die Oder greift ins Elbegebiet – Spannungsverhältnisse und Sollbruchstellen zwischen zwei Flussgebieten. – Brandenburger Geowissenschaftliche Beiträge 12,1/2: 73-86; Kleinmachnow (LBGR).

DROST K 2008 Sources and geotectonic setting of Late Neoproterozoic – Early Palaeozoic volcano-sedimentary successions of the Teplá-Barrandian unit (Bohemian Massif): Evidence from petrographical, geochemical, and isotope analyses. – Geologica Saxonica, Journal of Central European Geology, Band 54 (2008): 1-168.

DVOŘAK & ŠVANCARA 2003 Naleziště zkamenělých stromů u Slaného. – Minerál, Brno, 11 (3): 403–406.

ECKELMANN K & LANGE JM 2013 The sediments of the Bautzen Elbe River: distribution, composition and reconstruction of the river course. – Geologica Saxonica, Journal of Central European Geology 59: 31-43, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Dresden.

EISSMANN L 1975 Das Quartär der Leipziger Tieflandsbucht und angrenzender Gebiete um Saale und Elbe. – Schriftenr. geol. Wiss., 2: 1–263; Berlin.

ENGELMANN R 1911 Die Terrassen der Moldau – Elbe zwischen Prag und dem Böhmischen Mittelgebirge. – Geogr. Jber. Österreich, IX: 38–94, Wien.

ENGELMANN R 1922 Die Entstehung des Egertales. – Abh. geogr. Gesell. Wien, 12: 1–80, Wien.

ENGELMANN R 1938 Der Elbedurchbruch, geomorphologische Untersuchungen im oberen Elbegebiet. – Abh. geogr. Gesell. Wien, 13(2): 1–139, Wien.

FEDIUK F, LANGROVA A & MELKA K 2003 North Bohemian Porcellanites and their Mineral Composition: the Case of the Dobrčice Quarry, the Most Basin – GeoLines 15 (2003) 35-43.

FELSCHE M 2011 Geopfad Triebischtal Nord, Mühlentour. Vulkanite von Garsebach- Dobritz. – 180 S.; Facharbeit TU Freiberg.

FUHRMANN R 2007 Die Obere Niederterrasse der Mulde bei Grimma (Sachsen) und die stratigraphische Gliederung des jüngeren Quartärs – Mauritiana (Altenburg) 20 (2007) 1, S.93-105.

GALLWITZ H 1935 Das Pliozän von Oberau in Sachsen – Sitzungsberichte und Abhandlungen der Naturwiss. Gesell. ISIS Dresden 19 (1933/34): 82-85.

GENIESER K 1953 Einheimische und südliche Gerölle in den Deckgebirgsschichten von Dobrilugk. – Geologie, 2(1): 35–57, Berlin.

GENIESER K 1955 Ehemalige Elbeläufe in der Lausitz. – Geologie, 4(3): 223–279, Berlin.

GENIESER K & MIELECKE W 1957 Die Elbekiese auf der Teltowhochfläche südlich von Berlin. – Sonderheft Berichte d. Geolog. Gesellschaft, Bd II, Heft 4, S. 242-263, Berlin 1957.

GENIESER K 1957 Neue Beobachtungen im böhmischen Quartär. – Geologie, 6(3): 331–337, Berlin.

GENIESER K 1962 Neue Daten zur Flussgeschichte der Elbe. – Eiszeitalter u. Gegenwart 13: 141–156, Öhringen/Württ.

GRAHMANN R 1933 Die Geschichte des Elbtales von Leitmeritz bis zu seinem Eintritt in das norddeutsche Flachland. – Mitt. Ver. Erdk. Dresden, N. F.: 132–194, Dresden.

GROSSER G 1935 Flözbrandgesteine im Bahneinschnitt bei Oberau, Sachsen. – ISIS (1933/34), 1935: 96-118.

GRYGAR R 2016 Geology and Tectonic Development of the Czech Republic. In: PÁNEK T & HRADECKÝ J (eds.) Landscapes and Landforms of the Czech Republic, World Geomorphological Landscapes, 422 S., 294 SW-Abb., 36 Abbildungen in Farbe; Springer International Publishing, Switzerland 2016.

HAAKE, R. & H. SCHYNSCHEWSKI (2009): Achate im Osterzgebirge, besonders im Freiberger Gangbezirk. – Mineralien-Welt 20, 1: 92–96.

HAVLÍČEK V, HORNY R, CHLUPAC I & SNAJDR M 1958 Führer zu den geologischen Exkursionen in das Barrandium – Nakladatelstvi Ceskoslovenske Akademie VED, Praha 1958.

HEDRICH G 1969 Der Schlottwitzer Achat. – Sächsische Heimatblätter, Nr.5.

HERMSDORF 1995 Zur quartären Schichtenfolge des Teltow-Plateaus. – Branden- burgische Geowissenschaftliche Beiträge 2 (2): 27–37, Kleinmachnow.

HESEMANN J 1933 Über eine morphologische Grenze in Norddeutschland – Jahrbuch der Preussischen geologischen Landesanstalt 53 (für 1932) Sitzungsberichte der Preußischen Geologischen Landesanstalt: S. 5, Berlin.

HESEMANN J 1933 Kurze geschiebekundliche Charakteristik junger nordischer Ergußgesteine. – Zeitschrift für Geschiebeforschung 9 (4): 204-216, 6 Abb., Leipzig.

HIBSCH J E 1898 Erläuterungen zur geologischen Karte des böhmischen Mittelgebirges. Blatt II (Rongstock-Bodenbach). Mit einer geologischen Karte, Taf. I und 10 Textfiguren. – Tschermaks Mineralogische und Petrographische Mittheilungen 19 (1): 1-101, Wien 1900.

HOFFMANN U, SCHNEIDER J W & BREITKREUZ C 2002 Rotliegend Vulkanismus und Sedimentation in der Elbezone. – Workshop „Oberkarbon-Untertrias in Zentraleuropa: Prozesse und ihr Timing“, TU Bergakademie Freiberg 22.- 23.6.2002, 44-57, Freiberg.

HUCKE K 1939 Gesellschaft für Geschiebeforschung. Bericht über die Neujahrs- zusammenkunft in Berlin am 7. und 8. Januar 1939. – Zeitschrift für Geschiebeforschung und Flachlandsgeologie 15 (1): 52-58, 1 Abb., 1 Kte., Leipzig.

HUCKE K 1939 Die südlichen Geschiebe als neuer Zugang zur deutschen Erdgeschichte. – Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft 91 (10): 779, Berlin (F. Enke).

HUCKE K 1967 Einführung in die Geschiebeforschung (Sedimentärgeschiebe) Nach dem Tode des Verfassers herausgegeben und erweitert von Ehrhard Voigt (Hamburg) – 132 S., 50 Taf., 24 Abb., 1 Bildnis, 5 Tab., 2 Ktn., Oldenzaal (Nederlandse Geologische Vereniging).

JUSCHUS O 2001 Das Jungmoränenland südlich von Berlin – Untersuchungen zur quartären Landschaftsentwicklung zwischen Unterspreewald und Nuthe – Dissertation, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät II der Humboldt-Universität zu Berlin.

KLOMINSKY J, JARCHOVSKY T & RAJPOOT GS 2010 Atlas of plutonic rocks and orthogneisses in the Bohemian Massif. – Czech Geological Survey; Prague 2010.

LANGE JM, ALEXOWSKY W & HORNA F 2009 Neogen und Quartär im Elbtal und in der Westlausitz. – In: Lange JM, Linnemann UG & Röhling HG (Hrsg.): GeoDresden 2009. Geologie der Böhmischen Masse – Regionale und Angewandte Geowissenschaften im Zentrum Mitteleuropas. Exkursions- führer u. Veröff. dt. Ges. Geowiss. 241: 151–164; Hannover.

LANGE J M 2012 Die Elbe im östlichen Sachsen. – Begleitband zur Sonderaus- stellung „Klimawandel im Tertiär. Tropenparadies Lausitz“, Museum der Westlausitz, 18–55; Kamenz.

LANGE J M, JANETSCHKE N, KADEN M & PREUSSE M 2015 Landschaftsentwicklung
in der Umgebung von Dresden – Sedimentation, Vulkanismus und Tektonik
im Känozoikum (Exkursion D am 9. April 2015) – Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins Band 97 (2015), S. 69 – 102; 22 Abb., 1 Tab., Stuttgart 2015.

LANGE J M, GAITZSCH B & BREITKREUZ C 2015 Der frühe Elbstrom – Architektur und Rekonstruktion des Senftenberger Laufes. Fallstudie Ottendorf-Okrilla. – Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver., N.F. 97, ??–??, 5 Abb., 5 Taf., 1 Tab.; Stuttgart 2015.

LE BAS MJ et al 1986 A Chemical Classification of Volcanic Rocks Based on the Total Alkali-Silica Diagram. – Journal of Petrology, Vol. 27, Issue 3: 745– 750, Oxford University Press.

LIPPSTREU L 2006 Die Gliederung des Pleistozäns in Brandenburg. – Poster, Landesamt für Bergbau, Geologie u. Rohstoffe Brandenburg,Kleinmachnow.

MENCL V & BENEČOVA Y 2010 Zkamenĕliny Novapacka. – 119 S.; Nová Paka (Město Nová Paka).

MENCL ET AL 2014 Summary of Occurrence and Taxonomy of Silicified Agathoxylon-Type of Wood in Late Paleozoic Basins of the Czech Republic. – Versita, Folia vol. 47, 1-2.

MIELECKE W 1926 Über ein Geschiebe kulmischen Alters und sudetischer Herkunft – Zeitschrift für Geschiebeforschung 2 (2): 73-75, Berlin.

MIELECKE W 1932 Oberkarbonische Konglomerate als Diluvialgeschiebe aus dem Untergrund der Umgebung von Dobrilugk N./L. – Zeitschrift für Geschiebeforschung 8 (2): 81-86, 2 Abb., Leipzig.

MIELECKE W 1930 Beitrag zur Kenntnis der von Geröllen nordischer Herkunft freien Kiese in der Niederlausitz – Zeitschrift für Geschiebeforschung 6 1930: 132- 136, Berlin.

MÜLLER G & JEREMIES J 2014 Achatfunde aus dem Cunewalder Tal. Berichte der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz 22: 177–194, Görlitz 2014.

MÜLLER H 1931 Über einige seltenere kristalline Geschiebe aus der Umgebung von Berlin. – Zeitschrift für Geschiebeforschung 7 (1): 1-7, Berlin.

MÜLLER H 1934 Über Geschiebeanhäufungen basaltischer, phonolithischer und trachytischer Gesteine im Süden von Berlin. – Zeitschrift für Geschiebe- forschung 10 (4): 159-166, Leipzig.

MÜLLER H 1935 Über Geschiebeanhäufungen basaltischer, phonolithischer und trachytischer Gesteine im Süden von Berlin. – Zeitschrift für Geschiebe- forschung 11 (4): 152-163, 4 Abb., Leipzig.

MÜLLER H 1936 Über andesitische Geschiebe aus der Umgebung von Berlin. – Zeitschrift für Geschiebeforschung und Flachlandsgeologie 12 (4): 178-182, 4 Abb., Leipzig.

MÜLLER H 1938 Neue Funde (südliche und nordische Geschiebe) – Zeitschrift für Geschiebeforschung und Flachlandsgeologie 14 (3): 169-173, Leipzig.

MÜLLER H 1938 Neue Funde. – Zeitschrift für Geschiebeforschung und Flachlands- geologie 14 (3): 169-170, 1 Abb., Leipzig.

PÄLCHEN W & WALTER H 2008 Geologie von Sachsen – 537 Seiten, 161 Abb., 16 Tab.; Schweizerbartsche Verlagsbuchhandlung Stuttgart.

POHLENZ R 2010 Neue Erkenntnisse über den elsterglazialen Stausee in Sachsen und Böhmen – Geologica Saxonica 56/1 (2010) 83-111.

PRESCHER H 1987 Zeugnisse der Erdgeschichte Sachsens – Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie Leipzig 1987.

REICHEL W & LANGE JM 2007 Cherts (Hornsteine) aus dem Döhlener Becken bei Dresden – Geologica Saxonica, Journal of Central European Geology 52/53 (2007): 117–128.

REICHEL & SCHAUER 2006 Das Döhlener Becken bei Dresden – Geologie und Bergbau. – Bergbau in Sachsen 12, 384 S., Herausgeber: Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie (LfUG), Freiberg/Sachsen.

SCHÜLLER A & MÜLLER H 1937 Über Geschiebe südlicher Herkunft aus der Umgebung von Berlin. – Zeitschrift für Geschiebeforschung und Flachlandsgeologie 13 (1) 28, Leipzig.

SCHWARZ D, LANGE JM & RIEDRICH G 2012 Elbeleitgerölle aus den Brdy (Mittel- böhmisches Waldgebirge) – Veröff. Museum für Naturkunde Chemnitz 35 (2012) 61-72.

SCHWARZ D & LANGE JM 2013 Leitgerölle in den pleistozänen Elbeterrassen zwischen Riesa und Torgau. – Veröff. Museum für Naturkunde Chemnitz 36 (2013): 143-156.

SCHWARZ D & LANGE JM 2017 Gravitationsgebänderte Achate in Elbeschottern nördlich von Dresden – Veröff. Museum für Naturkunde Chemnitz 40 (2017): 167-178.

SCHWARZ D & RIEDRICH G 2010 Neue südliche Gerölle in Ostsachsen und Süd- brandenburg – Ein Beitrag zur Frage nach dem Ursprung fluviatilen Gerölls aus Böhmen. – Der Aufschluss, 61: 187–193; Heidelberg.

SCHWARZ D 2021 Funde südlichen Gerölls in Südbrandenburg und Ostsachsen von der Neiße bis zum nördlichen sächsischen Elbtal – www.agates.click

SCHWARZ D 2024 Gangachate im Elbgeröll – fluviatile Relikte aus dem Süden – Veröffentlichungen Museum für Naturkunde Chemnitz 47, S. 149-164.

STACKEBRANDT W & FRANKE D 2015 Geologie von Brandenburg. – 805 S., 313 Abb., 60 Tab.; Schweizerbartsche Verlagsbuchhandlung Stuttgart.

STACKEBRANDT W & MANHENKE V (Hrsg.) 2002 Atlas zur Geologie von Brandenburg – Landesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe Brandenburg (heute Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, LBGR) 2002, 2. Aufl., 142 S., 43 Karten.

SWATON B 2005 Gangförmige Achat- und Amethystvorkommen im Erzgebirge Geologie – Geschichte – Verwendung, 205 S.; Unveröff. Diplomarbeit (TU Dresden).

TESCHNER, WLODARCZYK 1978 Achat in der Niederlausitz – Fundgrube 1978 14 (1/2): 17-20.

THIEKE H U 2010 Mittelpleistozäner Berliner Elbelauf. S. 50-51 in: STACKEBRANDT W & MANHENKE V (Hrsg.) 2010 Atlas zur Geologie von Brandenburg im Maßstab 1:1000000 – Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, 4. Aufl., 142 S., 43 Karten; Cottbus 2010.

ULRYCH J et al 2003 Age Relations and Geochemical Constraints of Cenozoic Alkaline Volcanic Series in W Bohemia: A Review. GeoLines 15 (2003) 168- 180.

ULRYCH J et al. 2006 Petrology and geochemistry and K–Ar ages for Cenozoic tinguaites from the Ohre/Eger Rift (NW Bohemia) – N. Jb. Miner. Abh. Vol. 183/1 p. 41-61.

ULRYCH J et al. 2011 Recurrent Cenozoic volcanic activity in the Bohemian Massif (Czech Republic) – Lithos,Volume 123, Issues 1–4, April 2011: 133-144.

ULRYCH J, STEPANKOVA-SVOBODOWA J 2014 Cenozoic alkaline volcanic rocks with carbonatite affinity in the Bohemian Massif – their sources and magma generation. – Mineralia Slovaca 46 (2014), 45-58.

VINX R 2011 Gesteinsbestimmung im Gelände. – 3. Auflage, 480 S, Spektrum- Verlag.

WILMSEN M NIEBUHR B 2014 Die Kreide in Sachsen – Geologica Saxonica, Journal of Central European Geology 60-1 (2014): 3-12.

WIMMENAUER W 1985 Petrographie der magmatischen und metamorphen Gesteine 382 S., 297 Abb., 106 Tab.; Enke Verlag Springer Spektrum.

WOLF L 1980 Die elster- und präelsterkaltzeitlichen Terrassen der Elbe – Z. geolo. Wiss. Berlin 8 (1980) 10, S. 1267-1280.

WOLF L & SCHUBERT G 1992 Die spättertiären bis elstereiszeitlichen Terrassen der Elbe und ihrer Nebenflüsse und die Gliederung der Elstereiszeit in Sachsen – Geoprofil 4: 1–49, Freiberg.

Gerölle der „Berliner Elbe“ aus der Umgebung von Berlin

Abb. 1: Tephrit, Alkalivulkanit aus dem Egergraben, Geröll der Berliner Elbe in der Kiesgrube Horstfelde, Breite 13 cm.

Der Geschiebesammler trifft in den glazialen Ablagerungen im Gebiet südlich und südwestlich von Berlin regelmäßig auf Gesteine sächsischer und böhmischer Herkunft. Der Anteil dieser „südlichen Gerölle“, genauer gesagt „Elbgerölle“ an Fundlokalitäten zwischen Teltow und Fläming ist gering, es dominieren klar die nordischen Geschiebe. Die Gerölle wurden durch einen Vorläufer der Elbe zwischen ausgehender Elster- und einsetzender Saale-Vereisung, zur Zeit der sog. Berliner Elbe, aus ihren südlichen Herkunftsgebieten Richtung Norden transportiert. Abb. 2 zeigt die Verbreitung der Ablagerungen der Berliner Elbe auf brandenburgischem Gebiet. Die Elbschotter sind heute von mächtigen saale- und weichselkaltzeitlichen Sedimenten bedeckt. Ein Teil der Elbgerölle fand durch Umlagerung während der saalezeitlichen Inlandvereisung seinen Weg in jüngere und oberflächennahe Schichten. Dieser Artikel dokumentiert Funde von Elbgeröllen aus dem Gebiet südlich und südwestlich von Berlin (Teltow-Hochfläche und Zauche bis in den Fläming) und weiteren Fundlokalitäten in Brandenburg. Eine ausführliche Dokumentation (pdf, 123 S., 168 Abb.) steht zum Download zur Verfügung.

  1. Die Berliner Elbe
  2. Elbgerölle und ihre Herkunft
  3. Sammelgebiet und Fundpunkte
  4. Dokumentation von Funden
    4.1. Quarz-Varianten
    4.2. Hornsteine und Cherts – „Lydite“ und „Kieselschiefer“
    4.3. Böhmisches Quarz-Lydit-Konglomerat
    4.4. Känozoische Alkalivulkanite (Tephrite, Basanite, Phonolithe)
    4.5. Quarzreiche Gerölle: Amethyst, Chalcedon, Achat, Jaspis
    4.6. Osterzgebirgische Geröllgemeinschaft
    4.7. Paläozoische Kieselhölzer
    4.8. Kreidesandstein
    4.9. „Tertiärquarzite“
    4.10. „Skolithos“-Sandsteine aus dem böhmischen Ordovizium
    4.11. Postvariszische Vulkanite
    4.12. „Knotengrauwacke“ und Grauwacke
    4.13. Grüne „Serizitschiefer“
    4.14. Erdbrandgesteine
    4.15. Meißener Granit und Monzonit
    4.16. „Turmalingranit“
    4.17. Metamorpher basaltischer Tuffit
  5. Literatur und Referenzen

1. Die Berliner Elbe

Die Erforschung des „Berliner Elbelaufs“ begann um 1925, als südlich von Berlin in den sog. „Wiestocker Kiesen“ u. a. große Blöcke olivinführender Alkalivulkanite, Tephrite und Phonolithe gefunden wurden (HUCKE 1967: 17-18 und GENIESER & MIELECKE 1957). Es entwickelte sich eine lebhafte Sammeltätigkeit und Diskussion bezüglich dieser Gesteine (MÜLLER 1931, 1934, 1935, 1936, 1938). Während Kurt Hucke eine südliche Herkunft dieser Gesteine vermutete, nahm HESEMANN (1933: 208 ff) an, dass die Heimatgebiete der Basalte in Schonen und die der Tephrite „etwa in der Höhe von Bornholm auf dem Grunde der Ostsee zu suchen sind“. GRAHMANN 1935 und SCHÜLLER & MÜLLER 1937 erkannten schon früh die Eruptivprovinz des Egergrabens als Heimatgebiet und nahmen an, dass die faust- bis kopfgroßen Steine mittels Eisschollendrift in das Teltower Gebiet gelangten. Ein rezenter Transport von Gestein, eingeschlossen in Eisschollen (sog. „böhmische Kuchen“), wird auch von GENIESER 1955: 244 aus Dresden berichtet.

Dr. Kurt Genieser gelang in den 1950er Jahren die Verfolgung älterer Elbeläufe in Sachsen, indem er typisch erzgebirgische und böhmische Geröllgemeinschaften herausstellte und durch Geröllzählungen Unterschiede in der Zusammensetzung verschieden alter Ablagerungen ermittelte (GENIESER 1955). GENIESER & MIELECKE 1957, GENIESER 1962 liefert klare Belege für einen mittelpleistozänen „Berliner Elbelauf“. Seine Ergebnisse wurden durch nachfolgende Forschungen im Wesentlichen bestätigt (ZWIRNER 1974, WOLF & ALEXOWSKY 1994, LIPPSTREU 2006). Neuere Forschungsergebnisse zur Flussgeschichte der Elbe sind den Arbeiten von WOLF 1980, WOLF & SCHUBERT 1992 und LANGE 2012 zu entnehmen, eine detaillierte Chronologie der alten Elbeläufe PÄLCHEN W & WALTER H 2011.

Heute spricht man eher von „Berliner Elbe“ und bezeichnet damit einen Ablagerungsraum, da die Rekonstruktion konkreter Flussläufe in der Praxis mit großen Schwierigkeiten verbunden ist. Die Berliner Elbe war ein ausgedehntes Entwässerungssystem mit Zuflüssen aus den böhmischen Mittelgebirgen und dem Erzgebirge, das sich ab dem Raum Dresden über Meißen, Riesa und Torgau mindestens bis in das Gebiet nordwestlich von Potsdam verfolgen lässt (Abb. 2). Es bestand vom Ende der Elster- bis zum Einsetzen der Saale-Vereisung und umfasst einen Ablagerungszeitraum von etwa 170.000 Jahre. Mehrere große Schuttfächer mit wechselhafter Zusammensetzung an Gesteinskomponenten kumulierten im Gebiet des Teltows auf einer etwa 30 km breiten Front (GENIESER 1962, HERMSDORF 1995 und STACKEBRANDT & FRANKE 2015).

Abb. 2: Die mittelpleistozäne Berliner Elbe auf Brandenburger Gebiet; Karte umgezeichnet nach THIEKE in STACKEBRANDT & MANHENKE (Hrsg.) 2010.

Die Sedimentfolge der Berliner Elbe gliedert sich in spät-elsterzeitliche „Liegendkiese“, holsteinzeitliche „Paludinenschichten“ und früh-saalezeitliche „Wietstocker Kiese“. Diese werden heute von mächtigen saale- und geringmächtigen weichselglazialen Ablagerungen bedeckt. Reine, durch Glazitektonik verstellte Schollen mit Elbekiesen erreichen nur an wenigen Orten die Oberfläche. Der gegenwärtig einzige Aufschluss im Gebiet zwischen Teltow und Fläming befindet sich auf dem Lindenberg bei Jühnsdorf. Aus den küstennahen Ablagerungen des Holstein-Interglazials („Paludinenschichten“) stammt die Süßwasserschnecke Viviparus diluvianus (früher Paludina diluviana). Umgelagerte lose Schalen finden sich gelegentlich in den Kiesgruben des Sammelgebiets. Die Sumpfdeckelschnecke der Holstein-Zeit ähnelt der rezenten Form, besitzt aber dickere Schalen.

Abb. 3: Lose „Paludinen“ (Viviparus diluvianus), Fundort: Glienicke Nordbahn/Berlin, Slg. St. Schneider.

Die früh-saalezeitlichen Fein- bis Grobsande der „Wietstocker Kiese“ führen viele größere Steine aus Drifteistransport, vor allem Basalte, Tephrite und Phonolithe, die auch in der überlagernden Saale-Grundmoräne vorkommen. Mit dem Einsetzen der Saale-Vereisung endet die Anhäufung der Elbeschotter in diesem Gebiet. Teile der Wietstocker Kiese werden vom ersten Eisvorstoß aufgenommen und „zurück“ nach Süden verfrachtet, was die zahlreichen Funde von Elbgeröllen im Fläming erklärt (Kiesgruben Ziezow und Linthe). Während der Saale-Vereisung werden die Höhenlagen des Flämings angelegt, ein mehrfach gestauchter Komplex aus Grundmoränen, Endmoränen und Sandern. Sie bilden seitdem eine Wasserbarriere, die die Elbe heute etwa 65 km südlich von Potsdam zu einem westwärts gerichteten Verlauf zwingt.

Das Inlandeis der Weichsel-Kaltzeit vor 115.000-11.590 Jahren erreicht den Nordrand des Flämings. Im Brandenburger Stadium entstehen die relativ gering-mächtigen (10-20 m) Grundmoränenhochflächen des Teltows. Auch zu dieser Zeit kam es zu einer Umlagerung von Elbgeröllen, wie zahlreiche Funde in weichselkaltzeitlichen Schmelzwasserablagerungen in der Kiesgrube Fresdorfer Heide, südlich von Potdam belegen.

2. Elbgerölle

Als Flussgeröll reichern sich insbesondere quarzreiche Gesteine an, weil sie relativ unempfindlich gegenüber Abrollung sowie physikalischer und chemischen Verwitterung sind. In glazialen Ablagerungen lassen sich vor allem solche Gesteinstypen als Elbgeröll identifizieren, die überhaupt nicht als nordisches Geschiebe in Erscheinung treten oder sich klar in ihren petrographischen Merkmalen von ihnen unterscheiden. Dies betrifft im Einzelnen:

  • Milchquarz-Varietäten (streifig durchscheinende Quarze; Gerüst-, Strahlen- und Zellenquarze)
  • Hornsteine und Cherts – „Lydite“ und „Kieselschiefer“
  • Böhmische Quarz-Lydit-Konglomerate
  • Achat-, Amethyst-, Chalcedon- und Jaspisgerölle sowie
  • Gangbrekzien und Gangquarze aus dem Osterzgebirge mit Paragenesen dieser Minerale
  • Paläozoische Kieselhölzer
  • „Knotengrauwacken“ (Kontaktmetamorphite)
  • „Tertiärquarzite“/“Knollensteine“ (kieselig gebundene Diamiktite)
  • Postvariszische rhyolithische Vulkanite
  • Känozoische Alkalivulkanite (Tephrite, Basanite, Phonolithe etc)
  • Erdbrandgesteine, „Serizitschiefer“, Meissener Granit etc.

Grundlage für die Bestimmung von Elbgeröllen bilden die Arbeiten von GENIESER 1953a, 1955, 1957, 1962, GENIESER & MIELECKE 1957. Die Beschreibungen werden durch SCHWARZ et al. 2012, SCHWARZ & LANGE 2013, 2017, SCHWARZ & RIEDRICH 2010, SCHWARZ 2021 und SCHWARZ 2024 teilweise revidiert und erweitert.

Einige Gerölltypen sind lediglich ein Anzeiger einer südlichen Geröllgemeinschaft, weil sie aus mehreren, teilweise weit verstreuten Vorkommen innerhalb des Einzugsgebietes der Elbe stammen können. Dies betrifft z. B. paläozoische Hölzer aus permo-karbonischen Vorkommen, „Tertiärquarzite“, kontaktmetamorphe Grauwacken („Knotengrauwacke“) oder den überwiegenden Teil der postvariszischen Vulkanite. Als „Elbeleitgeröll“ bezeichnet GENIESER 1955 markante und leicht erkennbare Gesteine, deren Ursprung eindeutig in Böhmen oder im Erzgebirge liegt. SCHWARZ et al. 2012 empfehlen eine engere Definition hinsichtlich 1. unverwechselbarer petrographischer Merkmale und 2. einem begrenzten Herkunftsgebiet. Diese Bedingungen erfüllen z. B. das Böhmische Quarz-Lydit-Konglomerat (Abb. 5, 18-20) oder die Achat-Amethyst-Gangbrekzien aus dem Osterzgebirge (Abb. 40-45).

Die häufigsten Gerölltypen der Berliner Elbe und damit zuverlässige Anzeiger einer südlichen Geröllgemeinschaft sind streifig durchscheinende Milchquarze (Abb. 10), als „Lydit“ bezeichnete dunkelgraue Cherts/Hornsteine (Abb. 12) sowie Tephrite (Abb. 1, 21-22) als die auffälligsten Vertreter unter den Alkalivulkaniten aus dem Gebiet des Egergrabens.

Abb. 4: Liefergebiete der Elbgerölle in Böhmen und Sachsen. Kartengrundlage: GRYGAR 2016, DROST 2008, PÄLCHEN & WALTER 2008.

Die Herkunftsgebiete der Elbgerölle erstrecken sich vom südlichen Brandenburg über den östlichen Teil Sachsens bis weit nach Westböhmen, in das Gebiet zwischen Plzeň und Prag, sowie nach Osten bis ins Riesengebirgsvorland. Abb. 4 zeigt eine Übersicht der wichtigsten Liefergebiete. Ihre Rekonstruktion erfolgt nach der heutigen Ausdehnung der Vorkommen. Liefergebiete und einzelne Flussläufe können sich im Laufe der Zeit durch tektonische Ereignisse und Erosion verändert haben. Eine zusammenfassende Darstellung der geologischen Gebietseinheiten in Sachsen geben PÄLCHEN & WALTER 2011, des böhmischen Einzugsgebiet CHLUPÁČ et al. 2002. Liefergebiete der Elbgerölle in Sachsen:

  • Sächsisch-Böhmisches Kreidebecken (Sandsteine, Pläner, Spongilite),
  • Meißener Massiv (Rhyolithe/postvariszische Vulkanite, Pechsteine, Meißener Granit und Monzonit)
  • Döhlener Becken (Hornsteine, Vulkanite, Konglomerate, Kieselhölzer, Madensteine)
  • metamorphe variszische Einheiten des Elbtalschiefergebirges und Nossen-Wilsdruffer Schiefergebirges (Cherts, Lydite, „Turmalingranit“, Knoten-Glimmerschiefer etc.). Für eine bestimmte Lokalität charakteristische Gesteinstypen lassen sich nicht herausstellen.
  • Osterzgebirge (postvariszische Vulkanite und Subvulkanite, quarzreiche Gangbrekzien und Gangquarze mit charakteristischen Paragenesen aus Amethyst, Achat und Gerüstquarzen)
  • Mittelerzgebirge (strahlige Amethyste und große Strahlenquarz-Pseudo-morphosen)
  • Tharandter Wald (postvariszische Vulkanite, „Tertiärquarzite“)

Liefergebiete von Elbgeröllen in Nordböhmen:

  • Böhmisches Kreidebecken (Sandsteine, Pläner und Spongilite),
  • Egergraben, insbesondere das Böhmische Mittelgebirge (Alkalivulkanite: Basanite, Tephrite, Phonolithe),
  • Tertiär (verstreute Vorkommen von „Tertiärquarziten“),
  • Teplá-Barrandium und angrenzende Bereiche (Quarz-Lydit-Konglomerate, Drábovquarzite und Lydite/Cherts; Jaspis aus den Brdy),
  • Permokarbonische Becken (Kieselhölzer),
  • Riesengebirgsvorland (Achate, Jaspis, Chalcedon),
  • Böhmisches Erzgebirge: Zufuhr von Geröllen über die Eger (Achat, Amethyst, Jaspis).

3. Sammelgebiet und Fundpunkte

Die hier gezeigten Funde stammen überwiegend aus dem als „Sammelgebiet“ bezeichneten Gebiet südlich und südwestlich von Berlin (Teltow, Zauche nördlicher Fläming, Fundpunkte 1-8 in Abb. 14). Funde in größerer Zahl lieferten die Kiesgruben Fresdorfer Heide, Horstfelde, Linthe, Damsdorf-Bochow und Ruhlsdorf sowie der Lindenberg bei Jühnsdorf. Nordwestlich und östlich des Sammelgebiets nimmt die Funddichte rasch ab, aber auch hier sind Einzelfunde immer wieder möglich.

Der gegenwärtig einzige Aufschluss „reiner“ Elbekiese („Wietstocker Kiese“) in der näheren Umgebung von Berlin befindet sich auf dem Lindenberg bei Jühnsdorf (Fundpunkt 1 in Abb. 8). Die exponierte Lage der Kiese auf dieser isolierten pleistozänen Hochfläche ist auf glazitektonische Prozesse zurückzuführen, der Hebung, Kippung und Stapelung gefrorener Sediment-Schollen durch das vorrückende Inlandeis. Eine Kiesgrube im nordwestlichen Teil des Hügels erlaubt noch spärliche Aufsammlungen. Schürftätigkeiten sollten unterbleiben, der Lindenberg ist Landschaftsschutzgebiet. Die in GENIESER 1962 genannte Fundstelle, ein etwa 300 x 80 m breiter Streifen auf der höchsten Kuppe, ist heute mit Kiefern bewachsen und lässt keine Funde mehr zu.

Abb. 5: Böhmisches Quarz-Lydit-Konglomerat, Elbeleitgeröll vom Lindenberg, Aufnahme unter Wasser.

Ein Teil der hier gezeigten und als „KFH/Engelhardt“ bezeichneten Funde wurde von Herrn Georg Engelhardt (Potsdam) in der südlich von Potsdam gelegenen Kiesgrube Fresdorfer Heide („KFH“, Lokalität 3 in Abb. 8) sowie am Lindenberg bei Jühnsdorf getätigt. An der Lokalität Fresdorfer Heide traten Elbgerölle vor allem in temporären Aufschlüssen in den höchstliegenden weichselkaltzeitlichen Schmelzwassersanden im Südteil der Grube auf. In den Fein- bis Grobsanden fanden sich etwa 300 Lydite/Cherts und zahlreiche weitere, oftmals nur kantengerundete Elbgerölle bis 30 cm Größe (ENGELHARDT 2016). Die hohe Fundanzahl von Elbgeröllen sowie Kristallingeschieben aus Dalarna spricht für eine Umlagerung aus saalezeitlichen Sedimenten. Bemerkenswert ist das weitgehende Fehlen südlicher Alkalivulkanite (Tephrite etc.), üblicherweise ein typischer und häufiger Bestandteil der früh-saalekaltzeitlichen „Wietstocker Kiese“. Die Alkalivulkanite wurden entweder zeitweise nicht transportiert oder erlagen in Folge von Umlagerung und oberflächennaher Exposition der Verwitterung. Eine Auswahl von Funden der Sammlung Engelhardt ist in der Waldschule auf dem Großen Ravensberg in Potsdam-Waldstadt ausgestellt und der Öffentlichkeit zugänglich.

Abb. 6: Elbgerölle aus der KFH im Geschiebegarten auf dem Großen Ravensberg in Potsdam-Waldstadt: dunkle Hornsteine/Cherts (unten links), Milch- und Gangquarze (rechts), tektonische Brekzien (oben links). In der Bildmitte ein großer Tephrit. Bildbreite ca. 60 cm.

Elbgerölle als vereinzelte Beimengung in fluviatilen Kiesen nordischer Zusammen-setzung sind auch seit langem aus dem östlichen Brandenburg bekannt, dem Gebiet zwischen Niederfinow, Oderberg und der Oder (Fundpunkte 9, 10 und 14 in Abb. 14). Die Berliner Elbe kreuzte das Neißegebiet und könnte eine Verbindung zur unteren Oder besessen haben (STACKEBRANDT & FRANKE 2015, BROSE 2006).

Abb. 7: Olivin-Basalt bzw. -Basanit aus Ost-Brandenburg (Fundort: Niederfinow, leg. H. Müller, Geschiebesammlung der BGR in Berlin-Spandau).

Der Sammeltätigkeit von Walter Bennhold sind zahlreiche Funde südlicher Gerölle aus dem Gebiet südlich von Fürstenwalde an der Spree (Rauensche Berge, Fundpunkt 24) zu verdanken. Mehr als 50 Elbgerölle, darunter Alkalivulkanite, „Kieselschiefer“, Elbsandstein und ein „Porzellanit“ (Erdbrandgestein, Abb. 70) werden im Museum Fürstenwalde aufbewahrt (Fundbeschreibungen in BENNHOLD 1939, MÜLLER 1931, 1934, 1935, 1936, 1938).

In einigen Kiesgruben im südlichen Brandenburg (Fundpunkte 15-18 in Abb. 8) bietet sich eine im Vergleich zum Sammelgebiet umgekehrte Fundsituation: Gerölle der Berliner Elbe überwiegen deutlich, nordische Geschiebe sind nur zu einem geringen Prozentsatz vertreten. An diesen Lokalitäten ist ein eingehendes Studium der Geröllgemeinschaft möglich (s. separater Text). In Südbrandenburg und Sachsen (Fundpunkte 20-23) erfreut sich das Sammeln von Geröllen in den Ablagerungen älterer Elbeläufe (Senftenberger Elbe, Bautzener Elbe) einer gewissen Beliebtheit. Lokale Sammler suchen speziell nach Achat- und Jaspisgesteinen, Kieselhölzern oder Siliziten (z. B. „Madensteine“), die geschnitten und poliert sehr hübsch aussehen können. Mit vergleichbaren „Superfunden“ ist im Berliner Raum eher selten zu rechnen.

Abb. 8: Fundpunkte von Elbgeröllen in Brandenburg und Sachsen, Karte umgezeichnet nach THIEKE in STACKEBRANDT & MANHENKE (Hrsg.) 2010.

1 – Lindenberg (52.293022, 13.380058) – Elbekiese auf pleistozäner Hochfläche
2 – Kiesgrube Horstfelde (52.230589, 13.380222)
3 – Kiesgrube Fresdorfer Heide („KFH“) (52.290943, 13.100576);
4 – Lesesteinfelder bei Schlunkendorf (52.252415, 13.030029);
5 – Kiesgrube Damsdorf-Bochow bei Lehnin (52.366280, 12.775923);
6 – Kiesgrube Linthe (52.158240, 12.770499);
7 – Kiesgrube Ziezow (52.143712, 12.728963), stillgelegt und renaturiert;
8 – Kiesgrube Ruhlsdorf bei Luckenwalde (52.135713, 13.151725);
9 – Kiesgrube Hohensaaten (52.889525, 14.138863);
10 – Kiesgrube Ruhlsdorf bei Eberswalde, stillgelegt (52.829555, 13.571400);
11 – Kiesgrube Niederlehme (52.310585, 13.682682),
12 – Kiesgrube Drahnsdorf (51.912779, 13.557303)
13 – Kiesgrube Borgsdorf/Velten (52.703119, 13.224452)
14 – Kiesgrube Oderberg-Bralitz (52.839878, 14.026807), Fundpunkt erloschen.
15 – Kiesgrube Mühlberg (51.442307, 13.242926) – Berliner Elbe
16 – Kiesgrube Altenau (51.423500, 13.270685) – Berliner Elbe
17 – Kiesgrube Rückersdorf (51.572294, 13.587336)
18 – Kiesgrube Hennersdorf (51.636578, 13.658026)
19 – Kiesgrube Dixförda bei Jessen (51.818749, 13.027673)
20 – Kiesgrube Buchwäldchen (51.714272, 13.982248) – Senftenberger Elbe
21 – Kiesgrube Saalhausen (51.589816, 13.908524) – Senftenberger Elbe
22 – Kiesgrube Neukollm (51.416207, 14.152319) – Senftenberger Elbe
23 – Kiesgrube Großgrabe (51.354547, 14.012828) – Senftenberger Elbe
24 – Rauensche Berge bei Fürstenwalde – historischer Fundpunkt.

4. Funde aus dem Sammelgebiet

4.1. Quarz-Varianten

Milchquarze bzw. der Milchquarz-Anteil allein sind kaum ein geeigneter Anzeiger einer südlichen Geröllgemeinschaft, weil Milchquarze auch als Geschiebe auftreten. Spezifische Varianten „südlicher“ Herkunft sind die sog. „streifig durchscheinenden Quarze“, „Kasten“-, „Zellen“- „Gerüst“- oder „Strahlenquarze“. – „Zellig zerfressene Quarze“ weisen eine unregelmäßig-löchrige Gestalt auf (Abb. 9). Teils handelt es sich um Segregationsquarze aus Metamorphiten, z. B. Phyllite oder Glimmerschiefer, teils um Gangquarze. Beide besitzen eine weite Verbreitung im Elbeinzugsgebiet.

Streifig durchscheinende Gangquarze (Abb. 10) sind im Berliner Elbelauf regelmäßig zu finden, in den älteren Elbeläufen treten sie seltener auf. Kennzeichnend ist eine Trübung der massigen und durchscheinenden Quarzgerölle durch Partien feiner und annähernd parallel verlaufender Streifen.

Kasten- und Zellenquarze (Abb. 11, 42) treten im Berliner Elbelauf regelmäßig auf (GENIESER 1955). Milchige Quarzstreifen bilden gitterartige Strukturen aus vier- oder dreieckigen Abteilungen, die mit kristallinem Quarz gefüllt sein können. In Strahlen- und Gerüstquarzen verlaufen die Streifen in unterschiedlichen Richtungen und Winkeln und können sich gegenseitig durchdringen. Die strahligen Aggregate und die Zellenwände werden als Pseudomorphosen nach Baryt angesehen. Ihre Herkunft aus dem Osterzgebirge ist wahrscheinlich, wenn sie mit Gesteinen der osterzgebirgischen Geröllgemeinschaft assoziiert sind (vgl. Abb. 40, 45). Große gelbe Strahlenquarz-Pseudomorphosen sind aus dem Mittelerzgebirge (Marienbad) bekannt. Ihre gelbliche Farbe dürfte durch Lagerung in eisenschüssigen Sedimenten bedingt sein.

Abb. 11: Kasten- oder Zellenquarz, nasse Schnittfläche, Kiesgrube Altenau (Südbrandenburg).

4.2. Hornsteine und Cherts – „Lydite“ und „Kieselschiefer“

Funde von feinkörnigen bis dichten und massigen oder geschichteten Hornsteinen bzw. Cherts sind ein eindeutiger Hinweis auf Beimengungen von Elbgeröllen in glazialen Ablagerungen. Der hohe Quarzanteil der hell- bis dunkelgrauen Gesteine bedingt ihre Härte und Widerstandsfähigkeit gegenüber Verwitterung und Abrollung. Dunkelgraue und massige Kieselgerölle, durchzogen von einem regellosen und mit Milchquarz verfülltem Netzwerk aus Brüchen, werden auch als „Lydit“ bezeichnet (Abb. 12). Im trockenen Zustand können sie einen bläulichen Farbstich aufweisen. In der Regel finden sie sich in Gesellschaft mit feinkörnigen und geschichteten, verbreitet als „Kieselschiefer“ bezeichneten verkieselten Sedimentgesteinen. Beide Gesteinstypen sind als Geschiebe praktisch unbekannt und einer der häufigsten Gerölltypen im Berliner Elbelauf. Mitunter lassen sie sich problemlos zu Dutzenden aufsammeln (Abb. 13). Auch außerhalb des Sammelgebiets treten sie vereinzelt auf, ohne dass mit weiteren Funden elbetypischer Gerölle zu rechnen ist.

Abb. 12: Mäßig kantengerundete Cherts/Hornsteine („Lydite“), Kiesgrube Horstfelde, Aufnahme unter Wasser.

Statt „Lydit“ und „Kieselschiefer“ empfiehlt sich die Verwendung der allgemeinen Bezeichnungen Chert oder Silizit für sedimentäre, durch diagenetische Rekristallisation entstandene Kieselgesteine (STOW 2008: 184, REICHEL & LANGE 2007:118). Noch weiter gefasst, bei einigen Autoren auch ein Synonym zu Chert, ist der Begriff Hornstein, der Aussagen zur Genese vermeidet und alle feinkörnigen bis dichten, zähen und stark kieseligen Gesteine mit hornartigem Bruch einschließt (biogen oder chemisch gebildet). Hierzu gehören Lydite, Cherts und Silizite, aber auch Feuersteine. Diagenetisch verkieselte „Kieselschiefer“ sind dementsprechend als geschichtete Hornsteine (Abb. 13 unten) anzusehen, zumal die Bezeichnung Schiefer im petrographischen Sinne metamorphen Gesteinen vorbehalten sein sollte.

Die Bezeichnung „Lydit“ verdankt der in Abb. 12 gezeigte schwarz-weiße Gerölltyp offenbar seiner weitgehenden äußerlichen Übereinstimmung mit „echten“ Lyditen. Lydite sind paläozoische Radiolarite, eine Gruppe quarzreicher Sedimentgesteine, die im marinen Bereich in großer Wassertiefe entstehen und aus den kieseligen Skeletten einzelliger Lebewesen, den Radiolarien, aufgebaut sind. Bestimmbar sind Lydite nur, wenn man auch tatsächlich Radiolarien erkennt, mit Hilfe einer Lupe oder unter dem Mikroskop.

Als Hauptliefergebiet der schwarz-weißen und massigen Elbgerölle gilt das Gebiet der Šárka am nördlichen Rand von Prag (SCHWARZ & LANGE 2013:147). Die proterozoischen Cherts an der klassischen Lokalität Hudlická skála, etwa 30 km WSW von Prag, bestehen aus mikrokristallinem Quarz und enthalten organischen Kohlenstoff bis 0,5% (CHLUPÁČ 1993: 43-45). Radiolarien konnten in diesen Gesteinen bisher nicht nachgewiesen werden, nur Acritarchen, Algenmatten und stromatolithartige Strukturen (VAVRDOWA 1999). Eine irrtümliche Deutung von Mikrofossilien als Radiolarien führte in der Vergangenheit wahrscheinlich zur Bezeichnung Lydit, die somit unzutreffend und durch einen allgemeinen Begriff wie Chert, Silizit oder Hornstein zu ersetzen ist.

Abb. 13: Aufsammlung von Cherts/Hornsteinen in der Kiesgrube Horstfelde. Unten im Bild ein geschichteter Hornstein („Kieselschiefer“). Bildbreite 20 cm.

Hornsteine und Cherts treten in zahlreichen weiteren Varianten auf: hell- bis dunkelgraue Gerölle mit farbigen Anflügen, kräftig gelb, grün oder rot gefärbte Vertreter – mit oder ohne quarzgefüllte Risse. Massige Cherts und Hornsteine sind meist opak, sehr quarzreiche Partien in geschichteten Hornsteinen mitunter durchscheinend (Abb. 17). Abb. 13-17 zeigt eine Auswahl des variantenreichen Gerölltyps aus dem Fundgebiet südlich von Berlin.

Geröllfunde lassen sich mehrheitlich keiner näheren Herkunft zuordnen. Cherts und Hornsteine sind aus zahlreichen Gebietseinheiten im Einzugsgebiet der Elbe bekannt: aus dem Teplá-Barrandium als biogene siliklastische Tiefseesedimente, aus dem Barrandium als verkieselte Einschaltungen in Peliten, Pyroklastika und Karbonaten (CHLUPÁČ 1993). In Sachsen treten an mehreren Lokalitäten silurische Cherts, („echte“ Lydite) sowie Hornsteine auf (Langenstriegis im Erzgebirge, Nossen-Wilsdruffer-Gebirge, Elbtalschiefergebirge). Diese Vorkommen weisen allerdings eine geringe Ausdehnung auf und erklären kaum das massenhafte Vorkommen lyditähnlicher Gesteine als Elbgeröll. Ein bedeutender Lieferant einer Reihe von Hornsteinvarianten ist das Döhlener Becken (REICHEL & LANGE 2007, SCHWARZ & LANGE 2013). Ein großer Teil der roten Hornsteine der Berliner Elbe stammt wahrscheinlich von dort. Dunkle Cherts/Hornsteine stehen sogar auf Brandenburger Gebiet am Rothsteiner Felsen an, eines der wenigen Festgesteinsvorkommen in diesem Bundesland.

4.3. Böhmisches Quarz-Lydit-Konglomerat

Das Böhmische Quarz-Lydit-Konglomerat (veraltete Bezeichnung „Třemošná-Konglomerat“) ist das wichtigste böhmische Leitgeröll der alten Elbeläufe (GENIESER 1955). In der Senftenberger Elbe tritt es häufig, in der Bautzener und Berliner Elbe gelegentlich auf. Als „Böhmisches Quarz-Lydit-Konglomerat“ wird eine Reihe kambrischer bis unterordovizischer, überwiegend aus kontinentalen Schüttungen hervorgegangener Konglomerate des Barrandiums aus einem begrenzten Gebiet zwischen Prag und Plzeň bezeichnet (Prager Becken), namentlich aus der Gegend um Hořovice in den Brdy (Mittelböhmisches Waldgebirge).

Abb. 18: Böhmisches Quarz-Lydit-Konglomerat; gerundete Lithoklasten aus Milchquarz und blaugrauen Lyditen. Kiesgrube Damsdorf-Bochow/ Slg. D. Lüttich.

In charakteristischer Ausbildung ist das Böhmische Quarz-Lydit-Konglomerat ein grobkörniges, matrixgestütztes und polymiktes Konglomerat mit mäßig bis gut gerundeten und weißen bis gelblichen Milchquarz- sowie etwas weniger Cherts- Lithoklasten von dunkelgrauer bis grünlichgrauer Farbe. Die Matrix weist eine ähnliche Zusammensetzung auf, die dunklen Cherts sind hier aber stets kleiner als die Quarzkörner. Das kieselige Bindemittel bedingt die charakteristisch gelbliche bis grünliche, seltener auch rötlichgraue Gesamtfarbe des Gesteins. Bekannt sind Übergänge zwischen Konglomeraten, grobkörnigen Sandsteinen und feinkörnigen konglomeratischen Sandsteinen (GENIESER 1955). Eine Verwechslungsmöglichkeit besteht mit jüngeren Bildungen aus dem Tertiär von Böhmen. Diese „Tertiärquarzite“ mit Quarz- und Chert-Lithoklasten sind allerdings meist schlecht sortierte Diamiktite (Übergänge zwischen Brekzie und Konglomerat mit einem weiten Spektrum an Korngrößen) mit einer hellen und sehr feinkörnigen Matrix (Abb. 54-55). Die grünlichgraue Färbung der böhmischen Quarz-Lydit-Konglomerate fehlt hier.

Abb. 19: Böhmisches Quarz-Lydit-Konglomerat, konglomeratischer Sandstein mit dunklen, teils fleckigen Chert-Lithoklasten. Fundort: Lindenberg/ Slg. Engelhardt.
Abb. 20: Böhmisches Quarz-Lydit-Konglomerat (KFH/Engelhardt) mit gut gerundeten Milchquarzen und wenigen Lyditen/Cherts, lagenweise als konglomeratischer Sandstein ausgebildet.

4.4. Känozoische Alkalivulkanite

Alkalivulkanite aus der Eruptivprovinz des Egergrabens treten in der Berliner Elbe in großer Zahl auf und sind der häufigste Gerölltyp in der Überkorn-Fraktion. In den älteren Elbeläufen finden sich diese Gesteine nur vereinzelt oder fehlen gänzlich. Die Tephrite, Basanite und Phonolithe sind die häufigsten Vertreter dieser Intraplatten-Vulkanite. Sie nehmen in Nordböhmen große Gebiete ein (Abb. 4), in Sachsen existieren nur kleinere Vorkommen. Aufgrund ihrer weiten Verbreitung sind die Alkalivulkanite nicht als Elbeleitgeröll geeignet, zumal bisher keine spezifischen Lokaltypen herausgestellt werden konnten.

Abb. 21: Tephrit mit bläulichgrauer Verwitterungsrinde und schwarzen Pyroxen-Einsprenglingen, teilweise in sternförmigen Anhäufungen; Kiesgrube Hohensaaten an der Oder.

Als Hauptlieferant von Elbgeröllen gilt das Böhmische Mittelgebirge (České středohoří), das größte zusammenhängende Vulkanitgebiet innerhalb des Egergrabens, mit Gesteinsaltern zwischen 20-40 Millionen Jahre. Die Vulkanite bilden Lavadecken mit begleitenden Vulkanoklasten oder Staukuppen, untergeordnet treten Subvulkanite und Ganggesteine auf. Petrographisch überwiegen Olivin-Foidite bis Basanite, Nephelinite und Tephrite, neben Phonolithen und Trachyten als Endglieder der magmatischen Differenziationsreihe. Nur ein kleiner Anteil entfällt auf die entsprechenden Zwischenglieder wie Trachybasalte, Phonotephrite, Tephriphonolithe etc. (siehe TAS-Diagramm in PÄLCHEN & WALTER 2007). Nephelin und Hauyn sind die häufigsten Feldspatvertreter, neben weiteren Mineralen der Sodalith-Gruppe (CAJZ et al. 2009; WIMMENAUER 1984).

Abb. 22: Aufsammlung südlicher Alkalivulkanite (Tephrite und olivinführende Basanite) mit hellgrauer oder bläulich-grauer Verwitterungsrinde und schwarzen Pyroxen-Einsprenglingen, Kiesgrube Horstfelde.

In der Anfangszeit der Erforschung des Berliner Elbelaufs fanden sich Alkalivulkanite in großer Zahl in den früh-saalekaltzeitlichen „Wietstocker Kiesen“ (MÜLLER 1931, 1934, 1935, 1936 und 1938). Gegenwärtig sind gehäufte Funde im Sammelgebiet nur in Horstfelde möglich, in der Fresdorfer Heide fehlen die Gesteine weitgehend. Die Variationsbreite der Alkalivulkanite lässt sich in einigen Kiesgruben in Südbrandenburg gut studieren, wo sie in der Überkornfraktion nicht selten einen Anteil von 25% und mehr ausmachen. Die regelmäßig enthaltenen Foide bedingen die leichte Verwitterbarkeit der Gesteine. Als Flussgeröll sind sie daher kaum erhaltungsfähig und dürften hauptsächlich durch Eisschollendrift an ihren gegenwärtigen Fundort gelangt sein. Der wichtigste, auch als Einzelfund zuverlässig erkennbare Vertreter ist der Tephrit (Abb. 1, 21). Weitere Gesteinstypen lassen sich nach äußerlichen Merkmalen grob als Nephelinite, Olivin-Pyroxen-Basanite und Phonolithe bestimmen. Für eine exakte petro-graphische Ansprache bedarf es chemischer Analysen, bei denen der Mineralbestand rechnerisch ermittelt wird (sog. modaler Mineralbestand). Vor allem die Foide „verstecken“ sich in der feinkörnigen Grundmasse und treten makroskopisch meist nicht in Erscheinung. Ihr Anteil ist für eine Bestimmung aber von entscheidender Bedeutung.

  • Basanite, Olivin-Basanite und Olivinnephelinite sind dunkle und basalt-ähnliche Gesteine (Abb. 7, 22). Einsprenglinge von grünem bzw. gelblich verwittertem Olivin und schwarzem Klinopyroxen treten in wechselnder Menge auf, manchmal fehlen sie auch. Gelegentlich finden sich peridotitische Xenolithe. Feldspat-Einsprenglinge, insbesondere Plagioklas, treten gar nicht in Erscheinung, allenfalls vereinzelt Foide.
  • Mehrfach fanden sich sehr einsprenglingsreiche, den Ankaramiten ähnliche Alkalivulkanite mit teilweise recht großen Olivin- und Pyroxen-Einsprenglingen (Abb. 28-30). Sie weisen Ähnlichkeiten mit dem nordischen Geschiebetyp Schonen-Lamprophyr auf.
  • Foidite/Nephelinite (mit über 60% Foiden) können ein porphyrisches Gefüge aus Feldspatvertretern, Sanidin und Pyroxen besitzen. Hinweise auf Foide sind sechseckige Anschnitte (Abb. 23) oder die isometrische Ausbildung von Leucit oder Analcim. Foide lassen sich mittels Säuretest nachweisen.
  • Tephrite: Typische Vertreter zeigen einen auffälligen Kontrast aus hellgrauer bis blaugrauer Verwitterungsrinde und schwarzen Einspreng-lingen von Klinopyroxen (Abb. 1, 21). Die überwiegend idiomorph und säulenförmig ausgebildeten Pyroxene erreichen eine Länge von 15 mm und besitzen einen lebhaften Glasglanz. Die Einsprenglingsdichte variiert von Fund zu Fund. In der feinkörnigen Grundmasse können vereinzelt grüne Olivin-Einsprenglinge erkennbar sein. Gelegentlich treten Xenolithe und Mandeln auf. Magnetit ist regelmäßig mit einem Handmagneten nachweisbar. Tephrite sind nach Schüller & Müller 1937 die häufigsten Alkalivulkanite im Böhmischen Mittelgebirge, Hauyn-Tephrite dabei etwas häufiger als Nephelin-Tephrite.
  • Tephritähnliche Alkalivulkanite mit leistenförmigen Feldspat-Einsprenglingen sind eher selten. Es dürfte sich um Zwischenglieder der Differentiationsreihe handeln (Tephriphonolith, phonolithischer Basanit, phonolithischer Tephrit u.a.), in denen Ausscheidung von Feldspat (Sanidin) durch einen höheren Si-Anteil begünstigt wurde.
  • Das Erscheinungsbild der Phonolithe ist sehr variabel (Müller 1934; Abb. 24-26). Die feinkörnigen Gesteine neigen zu dünnplattiger Ausbildung und weisen weiße bis hellgrau-gelbliche, zuweilen auch schwarz gefleckte Verwitterungskrusten auf. Der Gesteinskern ist dunkel und grünlichgrau bis olivgrün-braun, seltener rötlich gefärbt und kann einen fettigen Glanz besitzen. Hin und wieder lassen sich leistenförmige und durchscheinende hellgraue Sanidin-Einsprenglinge (Abb. 51), seltener idiomorphe Nephelin-Einsprenglinge bis 5 mm beobachten. Auch die Phonolithe sind deutlich magnetisch. Schwarzer bis schwarzgrüner Ägirin bildet winzige nadelige Einsprenglinge und tritt sporadisch, in anderen Varianten massenhaft auf. Einige Phonolithe enthalten gar keine Einsprenglinge (Genieser 1955, Müller 1934, 1935). Phonolithe mit körniger Grundmasse zeigen bisweilen ein trachytisches Gefüge: viele kleine und schmal leistenförmige Feldspäte mit seidigem Schimmer weisen eine Gleichrichtung auf und umfließen stromartig ggf. vorhandene Einsprenglinge. Mit den Phonolithen verwechselbar sind die Trachyte, meist graue, dickplattige und gleichkörnige Gesteine mit rauen Bruchflächen.
  • Syenite und Foid-Syenite (Abb. 27) als entsprechende Ganggesteins- oder Subvulkanit-Äquivalente der Phonolithe und Trachyte besitzen eine körnige Grundmasse und bestehen im Wesentlichen aus Feldspat (Sanidin), Klinopyroxen, optional Alkaliamphibolen. Foide können in signifikanter Menge vorkommen, sind makroskopisch aber meist nicht wahrnehmbar.
  • Aus dem Egergraben ist eine Vielfalt an Ganggesteinen bekannt, die unter Umständen denen aus nordischen Vorkommen ähneln, z. B. Camptoniten aus dem Oslograben oder dem Särna-Tinguait aus Dalarna.
Abb. 23: Grünlichgrauer Alkalivulkanit (Olivin-Foidit?) aus der Kiesgrube Horstfelde.

Die feinkörnige Grundmasse enthält kleine orangebraune und stark angewitterte Olivin-Einsprenglinge. Vier- und sechseckige Vertiefungen weisen auf ausgewitterte Foide, schwarze Nädelchen auf Ägirin hin. Der Peridotit-Xenolith mit dunklem Reaktionssaum besteht aus alteriertem Olivin (gelb) und Klinopyroxen (schwarz).

Abb. 24: Phonolith vom Lindenberg (Slg. Engelhardt) mit grünlich-grauer Verwitterungsrinde und dunklen Flecken. Das Gestein ist magnetisch und enthält einen leistenförmigen Sanidin-Einsprengling.

Die Nahaufnahme Abb. 26 zeigt säulige Pyroxen- und nadelige Ägirin-Einsprenglinge mit undeutlich begrenzten silbergrauen Feldspat- und gelblichen bis rötlichen (alterierten) Foid-Einsprenglingen.

Abb. 27: syenitisches Alkali-Ganggestein, polierte Schnittfläche. Horstfelde.
Abb. 28: Olivin- und pyroxenreicher Basanit (Ankaramit), Kiesgrube Horstfelde.
Abb. 29: Grob porphyrischer ankaramitischer Alkalivulkanit mit großen Einsprenglingen von Pyroxen (grün) und Olivin (orangerot); Kiesgrube Horstfelde.
Abb. 30: Gleicher Stein, polierte Schnittfläche. In der Nahaufnahme erkennt man einen siebartig durchsetzten grünen Pyroxen-Einsprengling sowie die typische alterationsbedingte Maschentextur des orangefarbenen Olivins.

In gemischten Geschiebe-/Geröllgemeinschaften besteht die Möglichkeit einer Verwechslung känozoischer Alkalivulkanite mit nordischen Geschiebetypen:

  • Der Schonen-Basanit tritt im Berliner Raum kaum in Erscheinung. In Schonen wie im Egergraben kommen Basanite vor, die ausschließlich kleine Olivin-Einsprenglinge führen. Die Entscheidung „südliche“ oder „nordische“ Herkunft ist in diesem Fall kaum möglich. Nur Basanite mit größeren und hellgrünen Peridotit-Xenolithen dürften einigermaßen sicher nach Schonen zu verorten sein, da diese in den Basaniten südlicher Herkunft bisher nicht beobachtet wurden.
  • Mehrere Funde ankaramitischer, dem Schonen-Lamprophyr ähnlicher Gesteine mit Pyroxen- und Olivin-Einsprenglingen liegen aus dem Berliner Raum vor. Sie stammen fast ausnahmslos von Lokalitäten, an denen vermehrt auch südliche Alkalivulkanite vorkommen. Der Schonen-Lamprophyr kann im Falle beigemengter Elbgerölle – dies betrifft vor allem das Gebiet südlich von Berlin – nicht als Leitgeschiebe verwendet werden.
  • Aus dem Oslogebiet sind kleine Vorkommen alkalibasaltischer Gesteine bekannt, deren Merkmale sich teilweise mit denen südlicher Alkalivulkanite überschneiden (Camptonit, Jacupirangit, Madeirit, Tinguait u. a.). Camptonit-Geschiebe können den Tephriten ähnlich sehen, sind aber ein ausgesprochen seltener Geschiebefund. Die augit-porphyrischen Oslobasalte enthalten gedrungene Pyroxen-Einsprenglinge, welche aber nicht die helle Verwitterungsrinde und den ausgeprägten Glasglanz der Pyroxene in den Tephriten aufweisen.

4.5. Quarzreiche Gerölle: Amethyst, Chalcedon, Achat, Jaspis

Neben Milchquarz, Cherts und Hornsteinen treten weitere quarzreiche Gerölle, wie Jaspis (roter Hornstein) oder die SiO2-Varianten Chalcedon, Achat, Amethyst und Rauchquarz als Elbgeröll auf. In Grobkies-Fraktion (1-4 cm) finden sie sich als Einzelgeröll, im Überkorn bilden sie meist Paragenesen, wie sie aus den quarz-reichen Störungsbrekzien der osterzgebirgischen Geröllgemeinschaft bekannt sind. Amethyst-, Chalcedon- und Achatgerölle treten vereinzelt auch in den Tertiär-Diamiktiten auf (Abb. 53). Die Bezeichnungen Chalcedon, Jaspis und Karneol werden teilweise synonym verwendet, eine klare Abgrenzung ist makroskopisch manchmal nicht möglich. Auch existieren kontroverse Auffassungen, ob es sich bei Achat und Chalcedon um ein Mineral, Mineralgemisch oder eine Gesteinsbildung handelt. Bei der Bestimmung farbiger und SiO2-reicher Kieselgerölle können folgende Merkmale herangezogen werden:

  • Amethyst: blass bis kräftig violett oder blauviolett.
  • Rauchquarz: hell bis dunkelgrau, selten fast schwarz.
  • Chalcedon: weiß, grau, gelblich; Wachsglanz, durchscheinend; massig und gebändert; Karneol ist eine rote, orange bis gelbe Varietät.
  • Achat: fein gebändert; Bänderung auf der Außenseite von Geröllen nicht immer gut erkennbar; vielfarbig: weiß, grau, rot, orange; Glasglanz.
  • Jaspis: rot, gelb, grün; opak, meist mit stumpfem Glanz; splittriger oder hornsteinartig muscheliger Bruch; bildet manchmal lagige, fluidale, seltener sphärolithische oder oolithische Texturen aus.

Chalcedon ist eine mikrokristalline Quarz-Varietät. Die kleinen und durchscheinen-den Chalcedon-Gerölle sind meist gut gerundet, weisen einen Wachsglanz und schwach gelblichgraue bis gelbbraune Farben auf. Manche Gerölle besitzen eine brombeerartige Oberfläche mit rundlichen Vertiefungen. Sowohl massiger Chalcedon, z. B. aus Hohlraumfüllungen in Vulkaniten, als auch Chalcedon-Überzüge durch äußerliche Verkieselung kommen vor („lackglänzende Gerölle).

Die rötlichgelbe Farbvarietät (Abb. 32) stimmt mit der Beschreibung des „rötlichgelben und weinroten Gelits“ in GENIESER 1955 überein. Dieser stammt aus Melaphyr-Mandelsteinen im Einzugsgebiet der Iser (Jizera) und Cidlina und ist das einzige Leitgeröll der oberen Elbe (alle anderen kommen aus dem Moldau-Beraun-Einzugsgebiet).

Charakteristisch für Achat ist die feine Bandtextur. Die Achatbildung erfolgt durch rhythmische Ausfällung aus hydrothermalen Lösungen, z. B. in Blasenhohlräumen von Vulkaniten oder in Gängen. Auch sedimentäre Achatbildung ist bekannt. Achatgerölle sind, entsprechend den Dimensionen dieser Hohlräume, meist recht klein und als Erosionsrelikte v. a. basischer Vulkanite anzusehen. Das Zentrum der ehemaligen Blasenhohlräume kann aus kristallinem Quarz bestehen. Die Drusen können in transparenten, hellgrauen oder gelben Chalcedon eingebettet sein (TESCHNER & WLODARCZYK 1978). Prächtige hell- bis dunkelrote Achate („Gangachate“), in Begleitung von Quarz, Chalcedon und Amethyst, finden sich in den hydrothermalen Gang- und Störungsbrekzien des Osterzgebirges (Abb. 36, 38-39, 43). Die weißen, hellgrauen, gelben und bräunlichen, seltener auch bunten Achat-Varianten (Abb. 33) aus Basalten im böhmischen Riesengebirgsvorland sind vermehrt auf den Hochflächen nördlich des Lausitzer Urstromtals (Umgebung von Calau, Senftenberg und Hoyerswerda) zu finden. Nach Westen werden sie zunehmend seltener, im Berliner Elbelauf treten sie kaum noch auf (SCHWARZ 2024). So fanden sich im Sammelgebiet bisher nur vereinzelt rote Achatgerölle, häufiger sind Vergesellschaftungen aus Amethyst oder Jaspis in den Gangbrekzien osterzgebirgischer Herkunft (Abb. 45).

Jaspis, auch „Eisenquarz“, ist ein dichtes Mineralgemisch aus mikrokristallinem Quarz, Tonmineralen und Fe-Oxiden. Jaspis ist eine typisch hydrothermale Bildung in Vulkaniten und Sedimenten. Jaspisgerölle fallen durch ihre kräftig rote bis rotbraune, orange oder gelbe (Abb. 36), seltener grüne oder schwarze Färbung auf, besitzen einen stumpfen Glanz und einen hornsteinartigen Bruch. Häufig sind streifige, fleckige oder fluidale, seltener ooidartige, sphärolithische oder sternförmige („Sternjaspis“) Texturen zu beobachten. Jaspis und Hornstein sind petrographisch nicht immer klar zu trennen, sollten nach Möglichkeit aber nicht synonym verwendet werden (Abb. 35).

Die meisten Funde lassen sich keiner genaueren Herkunft zuordnen, da im Einzugsgebiet der Elbe zahlreiche und weit verstreute Vorkommen existieren (Erzgebirge, Brdy, Döhlener Becken). Ein großer Teil der roten Hornsteine (mit Jaspis-Anteil) der Berliner Elbe stammt wahrscheinlich aus dem Döhlener Becken. Auffällige Varietäten sind rote „Jaspisblüten“ mit schwarzem, metallisch glänzendem Hämatit (sog. „Jaspilit“), die an mehreren Lokalitäten im Riesengebirge und im Raum Hořovice (Brdy) vorkommen. Aus dem Riesengebirge sind weiterhin gelbrote und grünliche Varianten mit fluidaler Textur sowie grüne „Moosachate“ bekannt. Aus oberkambrischen Vulkaniten in den Brdy (Mittelböhmisches Waldgebirge), in Nachbarschaft von Eisenlagerstätten, stammt eine Reihe jaspisartiger Gesteine, die von tschechischen Geologen als „Eisenquarz“ bezeichnet und als hydrothermale Bildungen in tektonischen Störzonen von Vulkaniten angesehen werden. Sie treten in zahlreichen Variationen auf, einige davon eignen sich als Elbeleitgeröll (SCHWARZ et al. 2012, SCHWARZ & LANGE 2013 und SCHWARZ 2024).

Abb. 35: Gelb- und rotfleckiger Hornstein aus Jaspis, Quarz und Achat, Kiesgrube Damsdorf-Bochow, Aufnahme unter Wasser (Slg. D. Lüttich).

4.6. Osterzgebirgische Geröllgemeinschaft

Im Oberkarbon, am Ende der variszischen Orogenese, setzte im Osterzgebirge ein intensiver Vulkanismus ein. Vulkanite und Grundgebirge wurden nachfolgend von einem tief reichenden und weit verzweigten System aus tektonischen Störungen durchsetzt. In Klüften und Rissen kam es zur Abscheidung von Mineralen aus zirkulierenden hydrothermalen Lösungen, dabei teilweise zu einer starken Überprägung und Veränderung des Wirtgesteins. Bruchtektonik und Mineral-abscheidungen wiederholten sich mehrfach und führten zur Entstehung von Gangquarzen und quarzreichen Störungs– oder Gangbrekzien. Ein Teil der Brekzien ist durch Quarz zementiert, lokal treten Paragenesen aus Amethyst, Quarz, Achat und Jaspis (Hornstein) auf. Letztere besitzen als Elbgerölle einen hohen Wiedererkennungswert und bilden im Wesentlichen die osterzgebirgische Geröllgemeinschaft (GENIESER 1955).

Das bekannteste Vorkommen ist der Schlottwitzer Gang, ein mehrfach gestörter und auf einer Länge von 15 km verfolgbarer Gangzug. Hier treten abschnittsweise quarz- und amethystreiche Brekzien mit charakteristisch roten bis orangeroten, oftmals fragmentierten und dann als „Trümmerachat“ bezeichneten Bandachaten auf. Achat kann auch rosa, blass orangerot, grünlich oder grau getönt sein. Achate mit planarer Bänderung können von runden (oolithischen) Achat-Partien begleitet sein. Verbreitet treten rote bis rotbraune und hornsteinartige Partien ohne Bänderung auf. Hellblauer bis tief violetter, teilweise sehr grobkörniger Amethyst wird von weißen Kappenquarzen, feineren Quarzkristallbändern oder sehr schmalen Achat-Bändern begleitet. In einigen osterzgebirgischen Gangbrekzien kommt auch Rauchquarz vor. Regelmäßig sind Kastenquarze und Strahlenquarze zu beobachten. Letztere werden als Pseudomorphosen nach Baryt aufgefasst, manchmal sind noch Reste von Baryt enthalten. Die übrige, quarzreiche und helle Gesteinsmasse führt gelegentlich kaolinisierte Gneis- und Rhyolith-Fragmente. Als Gerölle gelangten die variantenreichen Gesteine der Schlottwitzer Gangfolge über die Müglitz in die Elbe.

Geröllfunde von Brekzien mit den beschriebenen Paragenesen sollten nicht generell auf einen Gang zurückgeführt werden, wenngleich lokale Sammler die Herkunft bestimmter Paragenesen mitunter genau benennen können. Im Osterzgebirge existieren zahlreiche weitere, darunter einige unverwechselbare Vorkommen mit ähnlicher Mineralisation (SCHWARZ & LANGE 2013, SWATON 2005, MÜLLER & JEREMIES 2014, SCHWARZ 2024, www.joachimadolphi.de). Aus dem Osterzgebirge stammen wahrscheinlich auch quarzreiche Brekzien mit Gneis- und/oder Rhyolith-Fragmenten, die von dünnen Achatbändern umgeben sind (SCHWARZ & LANGE 2013). Abb. 36-39 zeigt einige Beispiele der variantenreichen Paragenesen osterzgebirgischer Störungs- und Gangbrekzien aus dem Schlottwitzer Gangzug.

Bei der Bestimmung osterzgebirgischer Gangquarze, Gang- und Störungsbrekzien lassen sich mehrere Geröllypen unterscheiden:

  • Quarz-Amethyst-Brekzien („Trümmerkristallquarz“) mit rotem oder braunem Hornstein bzw. Jaspis (Abb. 37, 41).
  • Die Achat-Quarz-Brekzie („Trümmerachat“) enthält Bruchstücke aus hell- bis dunkelrotem Bandachat, welche in amethyst- oder bergkristallartigen Formen enden (Abb. 36, 43). Dichte und chalcedonartige Lagen können sich mit größerem Stengelquarz abwechseln. Zonarbau und rhythmische Bänderung sind häufig zu beobachten. Wenige Fragmente können in eine überwiegend schmutzig-rote, Fe-reiche Grundmasse eingebettet sein, in anderen Varianten mit zahlreichen großen Quarz-Achat-Bruchstücken tritt die schmutzigrote Grundmasse stark zurück (Genieser 1955).
  • Kasten-, Zellen- und Strahlenquarze treten innerhalb der osterzgebirgischen Gang- und Störungsbrekzien (Abb. 42), aber auch in Böhmen auf. Entscheidend für eine Zuordnung zum Osterzgebirge ist die gleichzeitige Anwesenheit von Amethyst und/oder Achat. Aus einem kleinen Vorkommen im Gebiet von Libuň, Liefergebiet der Cidlina, stammen Kastenquarze mit Partien aus rotem Achat und Zwickelfüllungen mit phanerokristallinem Quarz (Schwarz 2024).  
  • Gelbliche und auffallend große Gerüstquarz-Pseudomorphosen aus der Marienberger Gegend (Mittelerzgebirge) sind typisch für den Berliner Elbelauf (Schwarz & Lange 2013). Die Füllung der Zwickel besteht aus kristallinem und klarem bis milchigem Quarz oder Amethyst.Diese Gesteine könnten über die Zschopau transportiert und durch spätere Umlagerung in die Berliner Elbe gelangt sein (Eissmann 1975).

Die meisten Gerölle osterzgebirgischer Herkunft im Sammelgebiet stammen aus der KFH und der Kiesgrube Horstfelde. Quarz-Amethyst-Hornstein-Paragenesen, Brekzien mit Amethyst („Kristallquarzbrekzie“), Quarz-Jaspis-Brekzien und Kastenquarze mit Amethyst gehören zu den häufigeren, „Trümmerachate“ mit rotem Bandachat zu den seltenen Funden.

Abb. 40: „Trümmerkristallquarz“ (KFH/Engelhardt) mit grobkristallinem Quarz und Amethyst, begrenzt von brekziierten Quarz-Jaspis-Bändern; rechts unten eine rotbraune Strahlenquarz-Pseudomorphose.
Abb. 41: Osterzgebirgische Gangmineralisation aus Quarz, Amethyst und Achat; Horstfelde, polierte Schnittfläche (D. Lüttich leg.).
Abb. 42: Kastenquarz mit Amethyst (KFH/Engelhardt), osterzgebirgische Paragenese, nasse Schnittfläche ; weiße, mit kristallinem Amethyst ausgefüllte Milchquarz-Kästchen sind von feinen roten und jaspisartigen Adern umrahmt.
Abb. 43: „Trümmerachat“, polierte Schnittfläche, Kiesgrube Horstfelde (Slg. und Foto S. Liebermann/Woltersdorf).
Abb. 44: Brekzie mit Rauchquarz, Milchquarz und braunem Hornstein in einem roten Feldspat-Quarz-Wirtgestein (Kiesgrube Horstfelde, D. Lüttich leg.).
Abb. 45: Osterzgebirgische Störungsbrekzie mit hornsteinartiger Matrix und Bruchstücken von gebändertem Amethyst/Milchquarz sowie Strahlenquarz-Pseudomorphosen, nass fotografiert (KFH/Engelhardt).

Gerölle osterzgebirgischer Störungs- und Gangbrekzien mit den charakteristischen Paragenesen aus Quarz, Amethyst, Rauchquarz, Achat und/oder Hornstein treten in Gesellschaft mit einer ungleich höheren Anzahl von Funden eher merkmals-armer Brekzien auf. Hierzu gehören Quarz-Gangbrekzien mit rotem bis rotbraunem Hornstein oder Jaspis, weiterhin Brekzien – darunter rote bis rotbraune Vulkanite – mit einem netzartigen Muster aus mehreren Kluft-Generationen und einer zonierten Mineralisierung der Klüfte (außen Milchquarz, innen kristalliner Quarz). In der Kiesgrube Fresdorfer Heide konnten diese Gesteine zeitweise gehäuft aufgesammelt werden, an anderen Lokalitäten mit vielen Elbgeröllen (Horstfelde) sind sie eher vereinzelt zu beobachten. In gemischten Geschiebe-/Geröll-Gemeinschaften besteht eine Verwechslungsmöglichkeit mit tektonischen Brekzien nordischer Herkunft. „Nordische“ Brekzien weisen gelegentlich gebänderte Milchquarz-Partien auf, enthalten aber nur sehr selten Amethyst, Achat, Jaspis oder hornsteinartige Partien.

4.7. Paläozoische Kieselhölzer

Als mögliche Liefergebiete silifizierter paläozoischer Hölzer kommen die permokarbonischen Becken in Böhmen (Abb. 4) und das Döhlener Becken in Frage. Eine Unterscheidung der Herkunftsgebiete anhand äußerlicher Merkmale ist nicht möglich. Nach einer pers. Mitteilung von H. Sahm (Dresden) weisen die Kieselhölzer des Döhlener Becken meist eine sehr schlechte, die böhmischen Hölzer, wie auch viele der Funde aus dem Sammelgebiet, eine gute Strukturerhaltung auf.

Die dunkel- bis rötlichbraunen, seltener bunten Hölzer sind fast ausnahmslos Nadelhölzer (nacktsamige Koniferen). Sie werden neuerdings unter der Kunstgattung Agathoxylon zusammengefasst, die die frühere Bezeichnung Dadoxylon ersetzt (RÖßLER et al. 2014). Eine weitere Diversifizierung oder Artbestimmung ist ohne mikroskopische Untersuchungen nicht möglich. Kieselhölzer können mit geschichteten Hornsteinen verwechselt werden. Im Zweifelsfalle sucht man mit der Lupe gezielt nach den schmalen und welligen Markstrahlen oder Tracheiden. Bei guter Erhaltung ist stellenweise noch die kettenförmige Anordnung einzelner Zellen erkennbar (Abb. 48, 49). Hin und wieder finden sich innerhalb der verkieselten Holzsubstanz Partien aus bläulichem Opal oder Chalcedon, seltener roter Bandachat.

MENCL et al. 2014 geben eine zusammenfassende Beschreibung mit ausführlichem Literaturverzeichnis zu Vorkommen und Taxonomie silifizierter Kieselhölzer in Böhmen. Fast alle besitzen ein oberkarbonisches Alter. Die allermeisten Geröllfunde gehören zur Kunstgattung Agathoxylon. Psaronius (Baumfarne), Medullosa (Samenfarn), die streifigen Calamites (Schachtelhalme) und Sigillaria (Siegelbäume, DABER 1993) sind sehr selten. Aus dem Sammelgebiet liegt ein gutes Dutzend Funde silifizierter paläozoischer Hölzer aus den Kiesgruben KFH, Linthe und Horstfelde vor. GENIESER & MIELECKE 1957 erwähnen den Fund eines verkieselten Baumfarns (Psaronius) durch Gothan. Die dunklen paläozoischen Hölzer sind kaum mit den hellen und weniger stark verkieselten Hölzern des Tertiärs (Miozän) verwechselbar, welche mitunter gehäuft als Lokalgeschiebe auftreten. Als weitere Lieferanten von Kieselholz-Geschieben kommen Schichten des Jura und der Kreide in Frage.

Abb. 46: Braunes paläozoisches Kieselholz mit lackglänzender Oberfläche (KFH/Engelhardt).
Abb. 49: Kleines Gymnospermenholz vom Typ Agathoxylon mit guter Strukturerhaltung: stellenweise sind einzelne Zellen erkennbar; Aufnahme unter Wasser (KFH/Engelhardt).

4.8. Kreidesandstein

Die kreidezeitlichen Ablagerungen des Sächsisch-Böhmischen Sandsteingebirges nehmen große Gebiete in Sachsen und Böhmen ein. Der sandigen Strandfazies („Elbsandstein“) steht eine marine Fazies mit glaukonitischen, teilweise verkiesel-ten Mergelsteinen („Pläner“, Spongilite) gegenüber. Beide Bereiche sind durch breite Übergangszonen miteinander verzahnt. Gelblichgraue, fein- bis grobkörnige und gelegentlich fossilführende Sandsteine, weiterhin feinbankige, verkieselte und gelblich- bis grünlichgraue Mergelsteine („Pläner“) sowie violettgraue Kreide-Spongilite aus dem Oberlauf der Elbe sind in ihrer Ausbildung als Elbgeröll unverwechselbar (GENIESER 1957, SCHWARZ & LANGE 2013). In den „Wietstocker Kiesen“ wurden in den 1930er Jahren große Blöcke von Kreidesandstein mit einer Fauna gefunden, wie sie aus der sächsischen Kreide bekannt ist (Exogyra conica, Inoceramus labiatus und Spongia saxonica; HUCKE 1967:18, GENIESER & MIELECKE 1957). Trotz gezielter Suche konnten in den letzten Jahren aber keine neuen Funde aus dem Berliner Gebiet dokumentiert werden. Auch in den Kiesgruben in Südbrandenburg kommen Kreidesandsteine eher vereinzelt vor (Abb. 50).

Abb. 50: Kreidesandstein mit Inoceramen(?)-Fragment, Kiesgrube Altenau, Breite 23 cm.

4.9. „Tertiärquarzite“

Aus der Erosion der Kreidesandsteine im Tertiär gingen kiesig-konglomeratische Ablagerungen hervor, die nachfolgend teilweise der Verkieselung unterlagen. Eine konzentrische Ausbreitung von Kieselsäure im Sediment führte zu konkretionären, als „Knollenstein“, „Tertiärquarzit“ oder „Dinasquarzit“ bezeichnete Bildungen, meist schlecht sortierte und matrixgestützte Übergänge zwischen Brekzien und Konglomeraten (Diamiktite). Sie zeichnen sich durch ein breites Korngrößen-spektrum aus eckigen bis gerundeten und milchigen bis durchscheinenden Quarz-Lithoklasten sowie eine feinsandige bis tonige und verkieselte Matrix aus (Abb. 51 links). Der Lithoklasten-Bestand kann monomikt (nur Quarze) oder polymikt (+ Lydite/Cherts, Sandsteine, Vulkanite) sein. Die Grundfarbe der Gesteine ist meist gelblichweiß, seltener braun, darüber hinaus treten sie in vielfältigen Farben, Gefügen und Zusammensetzungen auf (GENIESER & MIELECKE 1957, SCHWARZ & LANGE 2013). Aus petrographischer Sicht ist die Bezeichnung Quarzit für solche diagenetisch verfestigten Sedimentgesteine unzutreffend, der Begriff „Tertiärquarzit“ aber nach wie vor weit verbreitet. Eine Alternative wäre „Tertiär-Diamiktit“, jedoch sind nicht alle diese Bildungen Diamiktite.

Knollensteine und Tertiärquarzite sind in Böhmen weit verbreitet, Vorkommen auch aus Sachsen bekannt. Geröllfunde lassen sich nicht näher lokalisieren, sind aber ein recht charakteristischer Anzeiger einer südlichen Geröllgemeinschaft. Tertiärquarzite mit Lithoklasten bunter proterozoischer Cherts stammen wahrscheinlich aus Böhmen, aus den Einzugsgebieten der Berounka und Moldau (GENIESER & MIELECKE 1957). Der „böhmische Typ“ tritt im Berliner Elbelauf vereinzelt auf (Abb. 54-55).

Abb. 51: „Tertiärquarzit“ (KFH/Engelhardt); Diamiktit mit eckigen bis runden Quarzkörnern in einer feinkörnig-tonigen und verkieselten Matrix.
Abb. 52: Schwach kantengerundeter „Tertiärquarzit“, ein verkieselter konglomeratischer Sandstein (KFH/Engelhardt).
Abb. 53: Gleicher Stein, Nahaufnahme unter Wasser; enthalten ist ein einzelnes Amethystgeröll.
Abb. 54: „Tertiärquarzit“, böhmischer Typ, ein Diamiktit mit Quarz- und Chert-Lithoklasten. Kiesgrube Ruhlsdorf bei Luckenwalde (Berliner Elbe), Breite 15 cm.
Abb. 55: Nahaufnahme der nassen Oberfläche: feinkörnige Matrix mit kleineren und überwiegend eckigen sowie größeren und gerundeten Quarz- und Chert-Lithoklasten.

4.10. Skolithos-Sandsteine aus dem böhmischen Ordovizium

Als böhmisches Leitgeröll gelten verkieselte Sandsteine mit einer Skolithos-Ichnofauna („Dabrowquarzit“, „Skalkaquarzit“, GENIESER 1955, Abb. in SCHWARZ & LANGE 2013). Aus dem Ordovizium des Prager Beckens sind mehrere Formationen mit Sandsteinen mit quarzigem, teils eisenschüssigem Bindemittel bekannt, in denen vertikale Gänge von Skolithos und Monocraterion auftreten (Lokalbezeichnungen Skalka-Quarzit und Řevnice-Quarzit). Die von CHLUPÁČ et al. 1993 als Tigilites vertebralis bezeichneten Spuren gehören wohl zur Skolithos-Ichnofauna. Seltener sind komplexe, in tieferen Teilen sich verzweigende Gänge von Pragichnus fascis CHLUPÁČ 1987 aus der Skolithos-Ichnofazies (HAVLÍČEK et al. 1958:28, CHLUPÁČ 1993:57-58, CHLUPÁČ et al. 1998). Ein Geröllfund mit Pragichnus fascis aus Südbrandenburg wird von TORBOHM & HOFFMANN 2024 (in Vorb.) beschrieben.

Abb. 56: Brauner Pragichnus-Sandstein mit schräg zur Schichtung stehenden, teilweise sich verzweigenden röhrenförmigen Wohnbauten. Kiesgrube Zeithain (Nordsachsen), Breite 15 cm.

Elbgerölle der böhmischen Quarzsandsteine mit Skolithos-Röhren sind sehr feinkörnig, besitzen eine gelbgraue, hellgraue oder bräunliche Färbung und können durch Verkieselung eine große Härte und Zähigkeit aufweisen. Sie führen feine Hellglimmerblättchen, Röhren der Skolithos-Ichnofazies treten vereinzelt auf, einige von ihnen auch schräg zur Schichtung. Schwierigkeiten ergeben sich bei der Unterscheidung von Geschieben der weit verbreiteten unterkambrischen Sandsteine mit Skolithos-Ichnofauna. Die südlichen Skolithos-Sandsteine sind aber offenbar deutlich feinkörniger, stark verkieselt, hellglimmerführend und enthalten nur wenige Röhren. Funde aus dem Berliner Gebiet liegen bislang nicht vor, stellvertretend wird ein Fund aus Nordsachsen gezeigt (Abb. 56).

4.11. Postvariszische Vulkanite

Abb. 57: Postvariszische Vulkanite (Rhyolithe) aus der Kiesgrube Altenau (Südbrandenburg), Aufnahme unter Wasser.

Intensive vulkanische Aktivität in der Spätphase der variszischen Orogenese führte zur Ablagerung ausgedehnter Komplexe von Eruptivgesteinen. Im sächsischen Einzugsgebiet der Elbe spielt das Osterzgebirge, der Tharandter Wald und das Gebiet von Meißen eine wichtige, der annähernd zeitgleich entstandene Nordwestsächsische Eruptivkomplex nur eine untergeordnete Rolle als Geröll-Lieferant. Ein Teil der sauren bis intermediären Vulkanite (Rhyolithe, Porphyrite, Pechsteine, porphyrartige Tuffe, Tuffite und intrusive Granitporphyre) ist als Elbgeröll erkennbar. Funde lassen sich in der Regel aber keinem bestimmten Vorkommen zuordnen, weil die Gesteine im Anstehenden eine gewisse petrographische Gleichförmigkeit aufweisen und an verschiedenen Lokalitäten ganz ähnlich aussehen können (SCHÜLLER & MÜLLER 1937). Sie können unter der Sammelbezeichnung „postvariszische Vulkanite“ zusammengefasst werden. Insbesondere die Rhyolithe zeichnen sich durch eine Reihe gemeinsamer Merkmale aus:

  • Kantige oder schwach kantengerundete Gerölle sind ein Hinweis auf Eis-schollenfracht. Stark löchrige und unruhige Oberflächen sowie eine teilweise oder durchgreifende Kaolinisierung legen eine Verwitterung der Gesteine bereits im Herkunftsgebiet nahe (Abb. 58, 60).
  • Die feinkörnigen bis dichten Grundmassen weisen meist blasse Farbtöne auf: hell-grauviolett, rötlich, gelb, braun, seltener grünlich. Durch Kaolinisierung fleckig gebleichte Partien sind häufig zu beobachten (Abb. 58).
  • Die meisten Vulkanite enthalten wenige Einsprenglinge aus Feldspat und Quarz sowie sehr wenig dunkle Minerale.
  • Ein wichtiges Merkmal sind klar begrenzte, transparente und eckige Quarz-Einsprenglinge mit Spuren magmatischer Korrosion (Abb. 59).
  • Fluidale Texturen in den Grundmassen kommen regelmäßig, eutaxitisches Ignimbrit-Gefüge, perlitische Texturen, Lithophysen oder Sphärolithe gelegent-lich vor. Rhyolithe mit rotem Chalcedon oder Mikroachaten können dem Meißener Massiv oder dem Döhlener Becken zugeordnet werden.
  • Die Gesteine sind stets undeformiert. Diffuse Korngrenzen von Quarz- und Feldspateinsprenglingen weisen auf Umwandlungen im Zuge von Entglasung oder hydrothermaler Überprägung hin.

Funde aus gemischten Geröll-/Geschiebe-Gemeinschaften können mit unde-formierten Vulkaniten nordischer Herkunft verwechselt werden, z. B. Porphyren aus Dalarna, dem Oslograben oder einigen Rapakiwi-Vorkommen. Bei der Bestimmung ist auf das Zusammentreten mehrerer der genannten Merkmale zu achten. Abb. 57 zeigt die Variationsbreite postvariszischer Vulkanite anhand ausgewählter Geröllfunde aus der Kiesgrube Altenau in Südbrandenburg. Die Gesteine treten dort massenhaft auf, der Anteil an Geschiebe-Vulkaniten ist verschwindend gering.

Im Einzugsgebiet der Elbe existieren weitere kleinere, teilweise ältere Vorkommen von intermediären bis sauren Vulkaniten im Riesengebirge und in der Innersudetische Mulde (REICHE 1937, GENIESER 1962) sowie im Barrandium und Tepla-Barrandium (CHLUPÁČ 1993). Im Berliner Elbelauf spielen sie nur eine untergeordnete Rolle. Die meisten Vulkanit-Gerölle dürften aus den postvariszischen Einheiten in Sachsen, insbesondere dem Meißener Vulkanitkomplex stammen.

Abb. 58: Grauvioletter Dobritzer Rhyolith, teilweise durch Kaolinisierung gebleicht. Steinbruch Fichtenmühle im Triebischtal bei Meißen.
Abb. 59: Nahaufnahme der polierten Schnittfläche. Typisch für postvariszische Rhyolithe sind eckige, durch magmatische Korrosion teilweise angelöste Quarz-Einsprenglinge (dunkelgrau), die die Gestalt ehemaliger Hochquarze bewahrt haben.
Abb. 60: Vulkanite (Rhyolithe) vom Lindenberg bei Jühnsdorf; mehrheitlich dürfte es sich um Elbgerölle handeln.

Die kantigen bis kantengerundeten Vulkanit-Gerölle weisen blass getönte Grundmassen, teilweise löchrige Oberflächen auf und enthalten nur wenig Einsprenglinge. Primär vulkanisches Gefüge ist erkennbar: Fluidaltextur (oben rechts), Sphärolithtextur (oben links) und perlitische Textur (unten rechts, Pechstein?).

Abb. 61: Vulkanit vom Typ Dobritzer Rhyolith, mit heller (kaolinisierter) Verwitterungsrinde, grauvioletter Bruchfläche und eckigen Quarz-Einsprenglingen; Kiesgrube Horstfelde.
Abb. 62: Nahaufnahme unter Wasser. Die kleinen roten Flecken („Mikroachate“) sind ein charakteristisches Merkmal kaolinisierter Varianten des Dobritzer Rhyoliths (Herkunft aus dem Meißener Massiv oder Döhlener Becken).
Abb. 63: Blassroter bis violetter Rhyolith mit fluidaler Lagentextur, Kiesgrube Horstfelde, Aufnahme unter Wasser. Südliche Herkunft wahrscheinlich.
Abb. 64: Konglomerat mit tuffartiger Grundmasse und rot- bis grauvioletten Rhyolith-Lithoklasten; Horstfelde, Aufnahme unter Wasser. Rote Mikroachate oder Sphärolithe in einigen Vulkanit-Lithoklasten sprechen für eine Herkunft aus dem Döhlener Becken.

Abb. 65-66 ist ein schwach kantengerundeter geschichteter Hornstein, wahrscheinlich ein verkieselter Tuff von einem Lesesteinhaufen bei Schlunkendorf (Slg. D. Lüttich). Die Unterwasseraufnahme zeigt im oberen Teil eine feine Laminierung und einzelne weiße Feldspat-Einsprenglinge, unten ein gröberes Gefüge aus Quarz und Hornstein. Herkunft: möglicherweise Döhlener Becken.

4.12. „Knotengrauwacke“ und Grauwacke

Kontaktmetamorphe Sedimentgesteine mit einer Fleckentextur („Knotengrauwacke“ oder „Knotenglimmerschiefer“) sind im Elbeinzugsgebiet weit verbreitet, Vorkommen aus Böhmen (Tetschen-Bodenbach), dem Elbtalschiefer-gebirge, Erzgebirge sowie vom unmittelbaren Kontakt proterozoischer Grauwacken mit dem Lausitzer Granodiorit bekannt. Geröllfunde weisen lediglich auf einen nordwärts gerichteten Flusstransport hin, ähnliche Kontaktmetamorphite kommen auch als Geschiebe vor. Die grünlich- bis bräunlichgraue und feinkörnige „Knotengrauwacke“ fällt durch ihre leopardenartige Fleckigkeit auf und zeigt mitunter eine deutliche Kreuzschichtung (GENIESER 1957). Der Gesteinstyp soll in den Wietstocker Kiesen häufig anzutreffen sein, das abgebildete Exemplar ist allerdings der bisher einzige Beleg aus dem Sammelgebiet zwischen Teltow und Fläming.

Abb. 67: Grünlichgraue „Knotengrauwacke“ vom Lindenberg bei Jühnsdorf (Slg. Engelhardt) mit rostbraunem Überzug auf der Verwitterungsrinde.

Die schwach metamorphen („anchimetamorphen“) proterozoischen Grauwacken nehmen ein großes Gebiet nördlich von Dresden ein und sind weiter nördlich auf Brandenburgischem Gebiet in den Steinbrüchen Großkoschen und Großthiemig aufgeschlossen. Diese Vorkommen liegen nicht im Verlauf der Berliner Elbe, Gesteine von dort könnten aber durch einen Nebenfluss zugeführt worden sein. Aus dem Sammelgebiet liegen mehrere Funde feinkörniger und laminierter Sedimentgesteine (Turbidite) vor, die aus diesen Grauwacken-Serien stammen könnten. Typisch grobkörnige (psephitische) Grauwacken mit gradierter Schichtung wurden nicht beobachtet.

Abb. 68: Graues Sedimentgestein mit fein geschichteten Partien (Grauwacke?), nass fotografiert, Kiesgrube Horstfelde.

4.13. Grüne „Serizitschiefer“

Zu den häufigen Funden im Berliner Elbelauf gehören hell- bis dunkelgrün-fleckige, teils sehr glimmerreiche Schiefer. Der Gesteinstyp ist als Geschiebe unbekannt und wurde mehrfach in Horstfelde, am Lindenberg sowie in Kiesgruben in Südbrandenburg beobachtet. Nach GENIESER & MIELECKE 1957 weisen die fein-körnigen Gesteine einen rauen Bruch auf und enthalten bisweilen Einsprenglinge von dicktafeligem Albit und Quarz sowie schwarz-grünliche, bis 1 mm große Körner, wahrscheinlich Hornblende. Plattige und glimmerreiche Varianten können als „Serizitschiefer“ bezeichnet werden.

Die Gesteine treten im Berliner Elbelauf erstmalig auf, im Senftenberger und Bautzener Elbelauf fehlen sie. Der Grund könnte in einer veränderten Erosions-basis durch jüngste tektonische Veränderungen im Herkunftsgebiet zu suchen sein. GENIESER & MIELECKE 1957 melden ebenfalls gehäufte Funde aus Wietstock und berichten von grünlichen, schiefrigen und metamorphen Quarzporphyren in einer Elbterrasse bei Lovosice/CZ (ehem. Klein-Cernosek), lassen die Frage nach dem Heimatgebiet der Gesteine aber offen.

Abb. 69: Grünlichgrauer und glimmerreicher Schiefer („Serizitschiefer“) mit undeutlich konturierten Feldspat-Einsprenglingen; Kiesgrube Horstfelde, Breite 18 cm.

4.14. Erdbrandgesteine

Ein exotischer Gesteinstyp sind die Erdbrandgesteine aus der Gruppe der Pyrometamorphite. Sie entstehen im Kontaktbereich von Sedimentgesteinen mit brennenden Kohlenflözen. Unter großer Hitze wird z. B. ein Tongestein in ein dichtes, matt glänzendes und leicht zerbrechliches (porzellanähnliches) Gestein umgewandelt. Erdbrandgesteine können unterschiedliche Farben und Texturen aufweisen: grau, rot, gelb, violett. Die veraltete Bezeichnung „Porzellanit“ als Synonym für Erdbrandgesteine wurde auch für niedrig-metamorph überprägte Cherts/Hornsteine verwendet.

Kleinere Vorkommen von Erdbrandgesteinen liegen verstreut im nordböhmischen Braunkohlengebiet (s. FEDIUK et al. 2003), Chemnitzer Becken und Tharandter Wald, sind aber auch aus miozänen Braunkohlenformationen in Brandenburg bekannt („Römerkeller“ bei Kostebrau). GENIESER 1962 nennt Funde von violettgrauen und rötlichen Erdbrandgesteinen aus Bohrungen am Oberauer Tunnel östlich von Meißen. Ähnliche Gesteine treten auch im Berliner Elbelauf auf, während die oft ziegelroten Erdbrandgesteine aus den böhmischen Fundstellen fehlen (pers. Mitteilung D. Schwarz/Cottbus).

Abb. 70: Erdbrandgestein (Porzellanit) aus einer Spreebaggerung unterhalb Fürstenwalde, W. Bennhold leg. 1936 (Sammlung Bennhold im Museum Fürstenwalde).

Erdbrandgesteine können aufgrund ihrer Feinkörnigkeit und Armut an Merkmalen leicht mit gewöhnlichen Hornsteinen verwechselt werden, wie sie beispielsweise im Döhlener Becken vorkommen. Funde mit heller Verwitterungsrinde sind mit Phonolithen verwechselbar, die aber eine deutlich höhere Dichte besitzen. Recht charakteristisch scheinen dichte, matt glänzende und graue bis taubenblaue „Porzellanit“-Gerölle mit roten Flecken zu sein, z. B. der Fund von W. Bennhold aus Fürstenwalde/Spree (Abb. 70). Zwei Funde aus der Kiesgrube Horstfelde wurden als Erdbrandgestein bestimmt. Abb. 71-72 zeigt einen feinkörnigen und gräulichblauen, stellenweise rotfleckigen Metamorphit (Metapelit) mit mattem Glanz
und schwarzen Flecken mit hellen Kernen (Mineralneubildungen einer Kontakt- oder Pyrometamorphose).

4.15. Meißener Granit und Monzonit

Plutonite und Metamorphite aus südlichen Vorkommen können ihren nordischen „Verwandten“ sehr ähnlich sehen. Eine Ausnahme mag für einige Varianten der postvariszischen Granitoide und Monzonite des Meißener Massivs gelten. Sie kommen sehr häufig im Schmiedeberger Elbelauf vor (WOLF 1980) und sind auch in den Kiesgruben des Berliner Elbelaufs in Südbrandenburg (Mühlberg und Altenau) regelmäßig anzutreffen. Der Fund eines Monzonits aus Horstfelde (Abb. 73-74) weist Übereinstimmungen mit einer Anstehendprobe aus dem Triebischtal bei Meißen auf. Die Feldspäte zeigen eine parallele Einregelung. Alkalifeldspat und Plagioklas sind nur schwer unterscheidbar. Einige Feldspäte weisen eine orangerote Pigmentierung auf, Hornblende ist das überwiegende dunkle Mineral.

4.16. „Turmalingranit“

Massige Quarz-Feldspat-Gesteine (Granite) oder Gneise mit schwarzem Turmalin („Schörl“) treten sporadisch im Berliner Elbelauf auf (GENIESER & MIELECKE 1957). Anstehende Vorkommen, auch Quarz-Feldspat-Gesteine mit „Turmalinsonnen“, sind u. a. aus dem Elbtalschiefergebirge und dem Triebischtal bei Meißen bekannt. Ähnliche Gesteine kommen auch als Geschiebe vor, eine Zuordnung zu „südlicher“ oder „nordischer“ Herkunft von Funden aus Mischschottern ist kaum möglich.

Abb. 75: „Turmalingranit“, Kiesgrube Großgrabe.

4.17. Metamorpher basaltischer Tuffit

Eine südliche Herkunft wird auch für den letzten Gesteinstyp angenommen: Abb. 76-77 ist ein feinkörniger grüner, wahrscheinlich grünschieferfaziell überprägter Sedimentit mit einer welligen Lagentextur. Die hohe Dichte spricht für einen metamorphen basaltischen Tuff oder Tuffit. Das Gestein reagiert deutlich auf einen Handmagneten, seine Oberfläche fühlt sich sandsteinartig an. Hellgrüne Bänder weisen auf Epidot, rotbraune Partien auf Fe-Oxide und dunkelgrüne Minerale auf Chlorit und/oder Amphibol hin. Die Fältelung dürfte auf tektonische Einengung während der Metamorphose zurückzuführen sein. Eine gewisse Ähnlichkeit mit den aus Sachsen bekannten „Prasiniten“ ist erkennbar. Prasinite sind massige grünschieferfazielle Metabasite des Variszikums, die infolge zonenartiger Anreicherung der Hauptminerale (Amphibol, Chlorit, Epidot) ein gebändertes Aussehen besitzen können, aber nicht geschiefert ist. Aus Horstfelde liegen zwei Funde vor, an anderen Lokalitäten konnte der Gesteinstyp bislang nicht beobachtet werden.

5. Literatur und Referenzen

BENNHOLD W 1939 Neue Funde B. Südliche Gerölle. – Zeitschrift für Geschiebe- forschung und Flachlandsgeologie 15 (1): 45-46, Leipzig.

BENNHOLD W 1940 Zwei neue Vorkommen südlicher Kiese in der Umgebung von Berlin bei Zossen und Fürstenwalde/Spree. – Zeitschrift für Geschiebe- forschung und Flachlandsgeologie 16 (1): 20-30, 1 Kte., Leipzig.

BROSE F 2006 Bericht zum Stand der Erarbeitung eines Lithotypenabgleiches für quartäre Kartiereinheiten in Ostbrandenburg – Erstellung einer Leitgeröll- gemeinschaft des Odereinzugsgebietes. – 115 S.; Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg.

CAJZ V, RAPPRICH V, ERBAN V et al. 2009 Late Miocene volcanic activity in the České středohoří Mountains (Ohře/Eger Graben, northern Bohemia) – Geologica Carpathica 60(6): 519-533.

CHLUPÁČ I 1987 Ordovician ichnofossils in the metamorphic mantle of the Central Bohemian Pluton – Čas. Mineral. Geol. 32(3), S. 249–260.

CHLUPÁČ I 1993 Geology of the Barrandium – A field trip guide – 163 S., Sencken- berg-Buch 69, Verlag Waldemar Kramer Frankfurt am Main.

CHLUPÁČ I et al. 2002 Geologická minulost České Republiky – Praha (Academia) 2002.

CHLUPÁČ I, HAVLÍČEK V, KŘÍŽ J, KUKAL Z & STORCH P 1998 Palaeozoic of the Barrandian (Cambrian to Devonian) – Czech Geological Survey Prague 1998, ISBN 80-7075-246-7.
DABER R 1993 Sigillaria Brardii aus der Niederlausitz – Natur und Landschaft in der Niederlausitz 14, S. 31-34.

DROST K 2008 Sources and geotectonic setting of Late Neoproterozoic – Early Palaeozoic volcano-sedimentary successions of the Teplá-Barrandian unit (Bohemian Massif): Evidence from petrographical, geochemical, and isotope analyses. – Geologica Saxonica, Journal of Central European Geology, Band 54 (2008): 1-168.

DVOŘAK & ŠVANCARA 2003 Naleziště zkamenělých stromů u Slaného. – Minerál, Brno, 11 (3): 403–406.

ECKELMANN K & LANGE JM 2013 The sediments of the Bautzen Elbe River: distribution, composition and reconstruction of the river course. – Geologica Saxonica, Journal of Central European Geology 59: 31-43, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Dresden.

EISSMANN L 1975 Das Quartär der Leipziger Tieflandsbucht und angrenzender Gebiete um Saale und Elbe. – Schriftenr. geol. Wiss., 2: 1–263; Berlin.

ENGELMANN R 1911 Die Terrassen der Moldau – Elbe zwischen Prag und dem Böhmischen Mittelgebirge. – Geogr. Jber. Österreich, IX: 38–94, Wien.

ENGELMANN R 1922 Die Entstehung des Egertales. – Abh. geogr. Gesell. Wien, 12: 1–80, Wien.

ENGELMANN R 1938 Der Elbedurchbruch, geomorphologische Untersuchungen im oberen Elbegebiet. – Abh. geogr. Gesell. Wien, 13(2): 1–139, Wien.

ENGELHARDT G 2016 Geschiebe aus der Kiesgrube „Fresdorfer Heide“ südlich von Potsdam Teil I. Geologischer Rahmen der Kiesgrube und der Geschiebe – Garten auf dem Großen Ravensberg – Der Geschiebesammler 48(4): 99- 115, 8 Abb, 2 Taf; Wankendorf.

FEDIUK F, LANGROVA A & MELKA K 2003 North Bohemian Porcellanites and their Mineral Composition: the Case of the Dobrčice Quarry, the Most Basin – GeoLines 15 (2003) 35-43.

FRANKE D www.regionalgeologie-ost.de

FUHRMANN R 2007 Die Obere Niederterrasse der Mulde bei Grimma (Sachsen) und die stratigraphische Gliederung des jüngeren Quartärs – Mauritiana (Altenburg) 20 (2007) 1, S.93-105.

GALLWITZ H 1935 Das Pliozän von Oberau in Sachsen – Sitzungsberichte und Abhandlungen der Naturwiss. Gesell. ISIS Dresden 19 (1933/34): 82-85.

GENIESER K 1953 Einheimische und südliche Gerölle in den Deckgebirgsschichten von Dobrilugk. – Geologie, 2(1): 35–57, Berlin.

GENIESER K 1955 Ehemalige Elbeläufe in der Lausitz. – Geologie, 4(3): 223–279, Berlin.

GENIESER K & MIELECKE W 1957 Die Elbekiese auf der Teltowhochfläche südlich von Berlin. – Sonderheft Berichte d. Geolog. Gesellschaft, Bd II, Heft 4, S. 242-263, Berlin 1957.

GENIESER K 1957 Neue Beobachtungen im böhmischen Quartär. – Geologie, 6(3): 331–337, Berlin.

GENIESER K 1962 Neue Daten zur Flussgeschichte der Elbe. – Eiszeitalter u. Gegenwart 13: 141–156, Öhringen/Württ.

GRAHMANN R 1933 Die Geschichte des Elbtales von Leitmeritz bis zu seinem Eintritt in das norddeutsche Flachland. – Mitt. Ver. Erdk. Dresden, N. F.: 132–194, Dresden.

GROSSER G 1935 Flözbrandgesteine im Bahneinschnitt bei Oberau, Sachsen. – ISIS (1933/34), 1935: 96-118.

GRYGAR R 2016 Geology and Tectonic Development of the Czech Republic. In: PÁNEK T & HRADECKÝ J (eds.) Landscapes and Landforms of the Czech Republic, World Geomorphological Landscapes, 422 S., 294 SW-Abb., 36 Abbildungen in Farbe; Springer International Publishing, Switzerland 2016.

HAAKE, R. & H. SCHYNSCHEWSKI (2009): Achate im Osterzgebirge, besonders im Freiberger Gangbezirk. – Mineralien-Welt 20, 1: 92–96.

HAVLÍČEK V, HORNY R, CHLUPÁČ I & SNAJDR M 1958 Führer zu den geologischen Exkursionen in das Barrandium – Nakladatelstvi Ceskoslovenske Akademie VED, Praha 1958.

HEDRICH G 1969 Der Schlottwitzer Achat. – Sächsische Heimatblätter, Nr.5.

HERMSDORF 1995 Zur quartären Schichtenfolge des Teltow-Plateaus. – Branden- burgische Geowissenschaftliche Beiträge 2 (2): 27–37, Kleinmachnow.

HESEMANN J 1933 Über eine morphologische Grenze in Norddeutschland – Jahrbuch der Preussischen geologischen Landesanstalt 53 (für 1932) Sitzungsberichte der Preußischen Geologischen Landesanstalt: S. 5, Berlin.

HESEMANN J 1933 Kurze geschiebekundliche Charakteristik junger nordischer Ergußgesteine. – Zeitschrift für Geschiebeforschung 9 (4): 204-216, 6 Abb., Leipzig.

HIBSCH J E 1898 Erläuterungen zur geologischen Karte des böhmischen Mittelgebirges. Blatt II (Rongstock-Bodenbach). Mit einer geologischen Karte, Taf. I und 10 Textfiguren. – Tschermaks Mineralogische und Petrographische Mittheilungen 19 (1): 1-101, Wien 1900.

HOFFMANN U, SCHNEIDER J W & BREITKREUZ C 2002 Rotliegend Vulkanismus und Sedimentation in der Elbezone. – Workshop „Oberkarbon-Untertrias in Zentraleuropa: Prozesse und ihr Timing“, TU Bergakademie Freiberg 22.- 23.6.2002, 44-57, Freiberg.

HUCKE K 1939 Gesellschaft für Geschiebeforschung. Bericht über die Neujahrs- zusammenkunft in Berlin am 7. und 8. Januar 1939. – Zeitschrift für Geschiebeforschung und Flachlandsgeologie 15 (1): 52-58, 1 Abb., 1 Kte., Leipzig.

HUCKE K 1939 Die südlichen Geschiebe als neuer Zugang zur deutschen Erdgeschichte. – Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft 91 (10): 779, Berlin (F. Enke).

HUCKE K 1967 Einführung in die Geschiebeforschung (Sedimentärgeschiebe) Nach dem Tode des Verfassers herausgegeben und erweitert von Ehrhard Voigt (Hamburg) – 132 S., 50 Taf., 24 Abb., 1 Bildnis, 5 Tab., 2 Ktn., Oldenzaal (Nederlandse Geologische Vereniging).

HURTIG M 2017 Moldavite und ihre Fundschichten in der Lausitz und in angrenz- enden Gebieten – 234 S., Museum der Westlausitz, Kamenz. ISBN-10 3- 910018-76-9.

JUSCHUS O 2001 Das Jungmoränenland südlich von Berlin – Untersuchungen zur quartären Landschaftsentwicklung zwischen Unterspreewald und Nuthe – Dissertation, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät II der Humboldt-Universität zu Berlin.

KEMPE U 2023 Der „Tigerstein“ von Korbitz bei Meißen S.171-177 In: HEIDE G et al. 2023 Heinrich Taddel und sein Steinkabinett im Grünen Gewölbe – Heraus- geber: Staatliche Kunstsammlungen Dresden; TU Bergakademie Freiberg, 256 Seiten, 470 farbige Abb., ISBN 978-3-95498-751-1.

KLOMINSKY J, JARCHOVSKY T & RAJPOOT GS 2010 Atlas of plutonic rocks and orthogneisses in the Bohemian Massif. – Czech Geological Survey; Prague 2010.

LANGE JM, ALEXOWSKY W & HORNA F 2009 Neogen und Quartär im Elbtal und in der Westlausitz. – In: Lange JM, Linnemann UG & Röhling HG (Hrsg.): GeoDresden 2009. Geologie der Böhmischen Masse – Regionale und Angewandte Geowissenschaften im Zentrum Mitteleuropas. Exkursions- führer u. Veröff. dt. Ges. Geowiss. 241: 151–164; Hannover.

LANGE J M 2012 Die Elbe im östlichen Sachsen. – Begleitband zur Sonderaus- stellung „Klimawandel im Tertiär. Tropenparadies Lausitz“, Museum der Westlausitz, 18–55; Kamenz.

LANGE J M, JANETSCHKE N, KADEN M & PREUSSE M 2015 Landschaftsentwicklung
in der Umgebung von Dresden – Sedimentation, Vulkanismus und Tektonik
im Känozoikum (Exkursion D am 9. April 2015) – Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins Band 97 (2015), S. 69 – 102; 22 Abb., 1 Tab., Stuttgart 2015.

LANGE J M, GAITZSCH B & BREITKREUZ C 2015 Der frühe Elbstrom – Architektur und Rekonstruktion des Senftenberger Laufes. Fallstudie Ottendorf-Okrilla. – Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver., N.F. 97, ??–??, 5 Abb., 5 Taf., 1 Tab.; Stuttgart 2015.

LANGE & SUHR 2022 Die distalen Wirkungen des Riesimpakts – eine Zusammen- schau – Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins Band 104 (2022), S. 11 – 90.

LE BAS MJ et al. 1986 A Chemical Classification of Volcanic Rocks Based on the Total Alkali-Silica Diagram. – Journal of Petrology, Vol. 27, Issue 3: 745– 750, Oxford University Press.

LIPPSTREU L 2006 Die Gliederung des Pleistozäns in Brandenburg. – Poster, Landesamt für Bergbau, Geologie u. Rohstoffe Brandenburg,Kleinmachnow.

MENCL V & BENEČOVA Y 2010 Zkamenĕliny Novapacka. – 119 S.; Nová Paka (Město Nová Paka).

MENCL et al. 2014 Summary of Occurrence and Taxonomy of Silicified Agathoxylon-Type of Wood in Late Paleozoic Basins of the Czech Republic. – Versita, Folia vol. 47, 1-2.

MIELECKE W 1926 Über ein Geschiebe kulmischen Alters und sudetischer Herkunft – Zeitschrift für Geschiebeforschung 2 (2): 73-75, Berlin.

MIELECKE W 1932 Oberkarbonische Konglomerate als Diluvialgeschiebe aus dem Untergrund der Umgebung von Dobrilugk – Zeitschrift für Geschiebe- forschung 8 (2): 81-86, 2 Abb., Leipzig.

MIELECKE W 1930 Beitrag zur Kenntnis der von Geröllen nordischer Herkunft freien Kiese in der Niederlausitz – Zeitschrift für Geschiebeforschung 6 1930: 132- 136, Berlin.

MÜLLER G & JEREMIES J 2014 Achatfunde aus dem Cunewalder Tal. Berichte der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz 22: 177–194, Görlitz 2014.

MÜLLER H 1931 Über einige seltenere kristalline Geschiebe aus der Umgebung von Berlin. – Zeitschrift für Geschiebeforschung 7 (1): 1-7, Berlin.

MÜLLER H 1934 Über Geschiebeanhäufungen basaltischer, phonolithischer und trachytischer Gesteine im Süden von Berlin. – Zeitschrift für Geschiebe- forschung 10 (4): 159-166, Leipzig.

MÜLLER H 1935 Über Geschiebeanhäufungen basaltischer, phonolithischer und trachytischer Gesteine im Süden von Berlin. – Zeitschrift für Geschiebe- forschung 11 (4): 152-163, 4 Abb., Leipzig.

MÜLLER H 1936 Über andesitische Geschiebe aus der Umgebung von Berlin. – Zeitschrift für Geschiebeforschung und Flachlandsgeologie 12 (4): 178-182, 4 Abb., Leipzig.

MÜLLER H 1938 Neue Funde (südliche und nordische Geschiebe) – Zeitschrift für Geschiebeforschung und Flachlandsgeologie 14 (3): 169-173, Leipzig.

MÜLLER H 1938 Neue Funde. – Zeitschrift für Geschiebeforschung und Flachlands- geologie 14 (3): 169-170, 1 Abb., Leipzig.

Müller A 1988 Das Quartär im mittleren Elbegebiet zwischen Riesa und Dessau. – Naturwiss. Dissertation, Universität Halle/Saale.

PÄLCHEN W & WALTER H 2008 Geologie von Sachsen – 537 Seiten, 161 Abb., 16 Tab.; Schweizerbartsche Verlagsbuchhandlung Stuttgart.

POHLENZ R 2010 Neue Erkenntnisse über den elsterglazialen Stausee in Sachsen und Böhmen – Geologica Saxonica 56/1 (2010) 83-111.

PRESCHER H 1987 Zeugnisse der Erdgeschichte Sachsens – Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie Leipzig 1987.

REICHEL W & LANGE JM 2007 Cherts (Hornsteine) aus dem Döhlener Becken bei Dresden – Geologica Saxonica, Journal of Central European Geology 52/53 (2007): 117–128.

REICHEL & SCHAUER 2006 Das Döhlener Becken bei Dresden – Geologie und Bergbau. – Bergbau in Sachsen 12, 384 S., Herausgeber: Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie (LfUG), Freiberg/Sachsen.

RÖßLER et al. 2014 Which name(s) should be used for Araucaria-like fossil wood? – Results of a poll. – TAXON 61 (1): 177-184.

SAHM H 2021 Beobachtungen eiszeitlicher Relikte im Raum Dresden – Geschiebekunde aktuell 37 (3): 70-78, 10 Abb. – Hamburg/Greifswald 2021, ISSN 0178-1731.

SCHÜLLER A & MÜLLER H 1937 Über Geschiebe südlicher Herkunft aus der Umgebung von Berlin. – Zeitschrift für Geschiebeforschung und Flachlandsgeologie 13 (1) 28, Leipzig.

SCHULZ W 2003 Geologischer Führer für den norddeutschen Geschiebesammler – 508 S., 446+42 meist farb. kapitelweise num. Abb., 1 Kte. als Beil., Schwerin (cw Verlagsgruppe).

SCHWARZ D, LANGE JM & RIEDRICH G 2012 Elbeleitgerölle aus den Brdy (Mittel- böhmisches Waldgebirge) – Veröff. Museum für Naturkunde Chemnitz 35 (2012) 61-72.

SCHWARZ D & LANGE JM 2013 Leitgerölle in den pleistozänen Elbeterrassen zwischen Riesa und Torgau. – Veröff. Museum für Naturkunde Chemnitz 36 (2013): 143-156.

SCHWARZ D & LANGE JM 2017 Gravitationsgebänderte Achate in Elbeschottern nördlich von Dresden – Veröff. Museum für Naturkunde Chemnitz 40 (2017): 167-178.

SCHWARZ D & RIEDRICH G 2010 Neue südliche Gerölle in Ostsachsen und Süd- brandenburg – Ein Beitrag zur Frage nach dem Ursprung fluviatilen Gerölls aus Böhmen. – Der Aufschluss, 61: 187–193; Heidelberg.

SCHWARZ D 2021 Funde südlichen Gerölls in Südbrandenburg und Ostsachsen von der Neiße bis zum nördlichen sächsischen Elbtal – www.agates.click

SCHWARZ D 2024 Gangachate im Elbgeröll – fluviatile Relikte aus dem Süden – Veröffentlichungen Museum für Naturkunde Chemnitz 47, S. 149-164.

STACKEBRANDT W & FRANKE D 2015 Geologie von Brandenburg. – 805 S., 313 Abb., 60 Tab.; Schweizerbartsche Verlagsbuchhandlung Stuttgart.

STACKEBRANDT W & MANHENKE V (Hrsg.) 2002 Atlas zur Geologie von Brandenburg – Landesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe Brandenburg (heute Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, LBGR) 2002, 2. Aufl., 142 S., 43 Karten.

SWATON B 2005 Gangförmige Achat- und Amethystvorkommen im Erzgebirge Geologie – Geschichte – Verwendung, 205 S.; Unveröff. Diplomarbeit (TU Dresden).

TESCHNER, WLODARCZYK 1978 Achat in der Niederlausitz – Fundgrube 1978 14 (1/2): 17-20.

THIEKE H U 2010 Mittelpleistozäner Berliner Elbelauf. S. 50-51 in: STACKEBRANDT W & MANHENKE V (Hrsg.) 2010 Atlas zur Geologie von Brandenburg im Maßstab 1:1000000 – Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, 4. Aufl., 142 S., 43 Karten; Cottbus 2010.

ULRYCH J et al. 2003 Age Relations and Geochemical Constraints of Cenozoic Alkaline Volcanic Series in W Bohemia: A Review. GeoLines 15 (2003) 168- 180.

ULRYCH J et al. 2006 Petrology and geochemistry and K–Ar ages for Cenozoic tinguaites from the Ohre/Eger Rift (NW Bohemia) – N. Jb. Miner. Abh. Vol. 183/1 p. 41-61.

ULRYCH J et al. 2011 Recurrent Cenozoic volcanic activity in the Bohemian Massif (Czech Republic) – Lithos,Volume 123, Issues 1–4, April 2011: 133-144.

ULRYCH J, STEPANKOVA-SVOBODOWA J 2014 Cenozoic alkaline volcanic rocks with carbonatite affinity in the Bohemian Massif – their sources and magma generation. – Mineralia Slovaca 46 (2014), 45-58.

VAVRDOWA M 1999 Benthic microfossils from the Tepla-Barrandian Late Proterozoic (Blovice Formation, Czech Republic) – Journal of Czech Geological Society 44, 1-2: 43-52, 2Text-Fig., 4 Taf. (1999).

VINX R 2011 Gesteinsbestimmung im Gelände. – 3. Auflage, 480 S, Spektrum- Verlag.

WILMSEN M NIEBUHR B 2014 Die Kreide in Sachsen – Geologica Saxonica, Journal of Central European Geology 60-1 (2014): 3-12.

WIMMENAUER W 1985 Petrographie der magmatischen und metamorphen Gesteine 382 S., 297 Abb., 106 Tab.; Enke Verlag Springer Spektrum.

WOLF L 1980 Die elster- und präelsterkaltzeitlichen Terrassen der Elbe – Z. geolo. Wiss. Berlin 8 (1980) 10, S. 1267-1280.

WOLF L & SCHUBERT G 1992 Die spättertiären bis elstereiszeitlichen Terrassen der Elbe und ihrer Nebenflüsse und die Gliederung der Elstereiszeit in Sachsen – Geoprofil 4: 1–49, Freiberg.

ZENZ J 2005 Achatbuch – Bodeverlag 2005; Salzhemmdorf.

ZWIRNER R 1973 Lithofazieskarte Quartär 1 : 50 000, Blatt Luckenwalde.– Hrsg. ZGI Berlin.

ZWIRNER R 1974 Ergebnisse quartärgeologischer Untersuchungen zwischen Potsdam und Schweinitz/Elster unter besonderer Berücksichtigung fluviatiler Bildungen. – Exkursionsf. u. Veröffentl. GGW, 62: 38-59, Berlin.

ZWIRNER R 1976 Lithofazieskarte Quartär 1 : 50 000, Blatt Ludwigsfelde. – Hrsg. ZGI Berlin.